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Kommentare zu: det/dit – Oogn uff! Das private Weblog von LeVampyre Fri, 06 Jun 2014 21:28:56 +0000 hourly 1 Von: Scherno #comment-819 Mon, 12 Mar 2012 17:08:50 +0000 #comment-819 Tach och! Kennt einer von euch den dass/das Spruch? „Det det det det det is, hätt ick nich jedacht!“ Hat irgendjemand eine Ahnung wo der her stammt? Bis denne ]]> Von: LeV #comment-555 Sat, 08 Aug 2009 17:19:00 +0000 #comment-555 Ja, „ha-ick“ benutz ick ooch total oft. Dit is quasi eene Silbe so „haik“. ]]> Von: Uffda #comment-543 Fri, 08 May 2009 14:50:02 +0000 #comment-543 „Dit“ oder „dat“ (wie im Satz da oben)….aber eher nich „det“….höchstens noch son zwischending zwichen „dat“ und „det“….aber dit is ja och nich so wichtich…dit berlinerische hat aber jenerell noch mehr druff….da kann man z.b. prima sätze verkürzen….z.B. von „Das habe ich doch gar nicht gesagt.“….über „Dit hab ick doch ja nich jesacht.“….bis zu „Dit ha-ick do ja-ne jesacht.“….Find ick irjendwie dufte !!! ]]> Von: Tilly #comment-224 Mon, 09 Jul 2007 09:59:54 +0000 #comment-224 Na det isset doch! Neben Tucholsky (klar kenn wa den, s. Nr. 5 „einfach köstlich“) wäre Zille bei mia och die nächste Referenz, die ick vorjeschlajen hätte. Ick hab mia dit so jedacht: Mal vawende ick dit, mal det un och mal ditte und dit jeschieht janz nach Jefühl. Meen janzen Lebm lang hatt ick mit de atikel so meene Schwierigkeiten un mit mia un mich vawechsle ich nich eher nich. Ick weeß ja nich. Nu muß ick och wieder malochen. ]]> Von: icke #comment-223 Sat, 07 Jul 2007 07:23:28 +0000 #comment-223 Morjen! Ick flog jestarn reen zufällich über een Text von olle Kurt Tucholsky. Kennta den villeicht? Een Fernjespräch, so heeßt da. Jedenfalls fiel ma beim Lesen uff, dat der imma „det“ und nich eenmal „dat“ oder „dit“ benutzte. Nun hab ick mia gleich ne waghalsije These ausjedacht: Ey, vielleicht wurde mit da Zeit dit „det“ von dit „dit“ vadrängt! Hat nich eener von euch een Buch von Heinrich Zille? Der schrieb doch übern Berlina Jargon und seen Milljöh, oda? Schönet Wochenende, ick muss jetze malochen. ]]> Von: LeV #comment-222 Fri, 06 Jul 2007 21:07:35 +0000 #comment-222 Also bei mia isset sicha keene Lijatur und n Untaschied zwischn den Vokaaln is tatsächlij ßu hoan und ßu meakn – sonst wea mia dit ja nij uffjefalln, det ick da n Untaschied mache. Ick will nue wissn, ob dit annan ooch so jeht. Aba man is ja ooch schon wieda foll beeinflußt, wenn man da jetz so druff achtet. Wahscheinlij müßt ick ma heimlij n Jespräch von ßwee uaberlina Pflanzn uffnehm, um ßu übaprüfn, ob die fielaicht janz unbewußt da n Untaschied machn. Aba dit Berlinerische is ja inßwischn soo ausjestoabn, det man dit kaum no ßu hoan bekommt uffe Straße… ]]> Von: xipulli #comment-221 Fri, 06 Jul 2007 15:44:33 +0000 #comment-221 …wenn ick mir die Sache so übaleje, denn muss ick ma saaren, di/et ick mir da injesammt nich soo sicha bin, ob man die beed´n Vokale übahaupt von´n´nannda untascheidn kann, weil di/et janße wort so kurz iß, di/et ick da keen´n Untaschied jibt.weeß vielleicht eena vonna These, ob es sich nich ooch vielleicht umme akkustüsche Lijatur handln könnte? Jruß, xi ]]> Von: Tilly #comment-217 Thu, 05 Jul 2007 10:36:15 +0000 #comment-217 Na dit find ick ja toll! Dit is so janz nach meenm Jeschmack. Ick balina ja ooch uff deibel komm raus un pflegte det schon ana Uni so (lang lang isset her), dasse mia janich aus Balin rausjelassen ham. So bin ick nie aus Balin rausjekomn, wo ick schon jeborn wurde aber och in ßweeta Jeneraßion. Nachm Kriech sin ja ville nach Balin jekomn un mein Vata ärjerte sich imma fürchtalich üba mia. In berlinisch zu schreiben, ist trotzdem sehr ungewohnt. Viel kann man da bei Tucholsky nachlesen. Einfach köstlich. Dem Satz von „Icke“ stimme ich zu. Übrigens pflegte ich mich mit icke immer am Telefon zu melden. Besonders wenn nachgefragt wurde, wer dran ist, war bei „na icke“ immer klar, wer es ist. Aber LeV geht den Dingen so sprachwissenschaftlich auf den Grund, dass ich nur so staunen kann. Beim berlinern habe ich mir selten solche Gedanken darüber gemacht. Es geschieht nach Gefühl. Nicht auszuschließen ist, dass dieser Dialekt auch stark durch die vielen „Rucksack“-Berliner und Berliner in 2. Generation eingefärbt ist. Dieser Dialekt lebt und verändert sich eben auch. ]]> Von: icke #comment-214 Wed, 04 Jul 2007 19:54:43 +0000 #comment-214 Weeßte, LeV, dit Problem is eenfach, dat (haha!) meene Mutta mia schon früh daßu anjehaltn hat, hochdeutsch zu sprechn. Du jetze, wo ick dit schreibe, ick benutze ooch „dat“, aber nie „det“ und im Grunde nur dann, wenn ick in eenem Satzjefüge nich 2 oda 3x „dit“ habn will. Wiedaholungen sind so langweilisch, wa? In meem vorherigen Statement bezog ick mia lediglisch uff „det“, denn dit sprachste ja im Titel des Threads an (so ville Fremdwörta, pfui). Zu deim Satz: Ick weeß, dat dit hia ditte dort nich ersetzn kann. Jawoll! ]]> Von: LeV #comment-213 Wed, 04 Jul 2007 18:42:27 +0000 #comment-213 Doch ick verwende ooch ab und an „ditte“, aba dann nich als „das“, sonnan eha als Demonstrativpronomn „dieses“, ß.B. in „ditte da“ ßu Neuhochdeutsch „dieses dort“. Aba ooch zu „dieses“ saje ick unta Umstänn „dit“, wenn nehmlij an der Stelle ooch n „das“ jenüngn wüade und dit also nich druff ankommt, det dit unbedingt ditte is und nich n andret. Ick find spannnd, det Snorf offmba „dat“ sacht, wenn ick „det“ saje, also det da ßumindest üangtne Aat von Untascheidung ßwüschn Aatikl/Relativpronomn und Konjunktion jemacht wüad. Aba wenn du, icke, jaanich „det“ oder „dat“ verwendest, wie wüadist du’n ß.B. folngnen Satz uff Berlinarisch sajen? Ich weiß, dass das hier dieses dort nicht ersetzen kann. ]]> Von: icke #comment-212 Wed, 04 Jul 2007 13:09:42 +0000 #comment-212 Ick selba vawende meestens dit – unabhängisch davon, ob Konjunktion oda ebn nich. Watt mia beim Lesen ufffiel war, dass de ja nich uff „ditte“ eenjejangen bist. „Icke, ditte, kieke mal, Oogen, Flesch und Beene!“ Jibt’s dit in deim Sprachinventa nich und wenn doch, wann jebrochste dit denn? Ick grüße dia. ]]> Von: Snorf #comment-211 Wed, 04 Jul 2007 12:57:53 +0000 #comment-211 hmpflgrmpfl, ick würd ma sajen, dat ick imma dit saje und eijendle nie det. fürn artikel: dit haus oda so, und für eene konjunktion: ick sehe dat’er dit macht. da verschrumpel ick eha dit „dass“ zunnem dat und zieh et mittm er zusamm. aba meene eenen jroßeltan sind ooch aus quedlinbog, villaicht jipts da sprachlije enflüssä. dit füa „dies“ kann ick nich üntastützn, dit jeht ja janich! denn eha ditte da! so. dit is meene meenung. liebe jrüße, snorf! 😉 ]]>


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Kommentare zu: Die rhetorische Periode Das private Weblog von LeVampyre Fri, 06 Jun 2014 21:21:58 +0000 hourly 1 Von: Klaus Krebs #comment-754 Mon, 01 Aug 2011 05:58:12 +0000 #comment-754 Sehr schön herausgearbeitet. Zu der Frage ob Goethe solche rhetorischen Stilmitteln bewusst eingesetzt hat, kann man bedenkenlos ja sagen. Alleine Faust 2 ist eine Fundgrube von bewusst eingesetzten stilmitteln. ]]> Von: LeV #comment-381 Thu, 24 Apr 2008 20:50:34 +0000 #comment-381 Ich finde es eigentlich sehr plausibel, dass heute wie früher Dichter zu der Erkenntnis gelangen, dass sie ein Sprachwerk durch Formung und Selektion ihrer Sprache in seiner Wirkung beeinflussen können, denn das ist ja sehr naheliegend. Im zweiten Band der von Norbert Miller und Harald Hartung herausgegebenen „Theorie der modernen Lyrik. Dokumente zur Poetik“ geben Zeitgenossen wie Durs Grünbein u.a. daüber Auskunft. Aber wie man die Rädchen und Schrauben, an denen man als Dichter so dreht, letztlich nennt, ist eigentlich total nebensächlich. Dass man sie benennt, macht nur die Verständigung darüber einfacher und sensibilisiert die Sprachwahrnehmung. ]]> Von: Sebastian #comment-380 Thu, 24 Apr 2008 19:46:22 +0000 #comment-380 Klar, über Sonett und Pentameter habe auch ich was in der Schule gehört (an einem ganz normalen Gymnasium). Was du hier in deinem Post beschreibst, geht aber darüber weit hinaus. Wahrscheinlich müsste man heutige Künstler fragen, ob sie sowas bewusst einsetzen, denn über die Vergangenheit kann man letztendlich nur rätseln. ]]> Von: LeV #comment-378 Sun, 20 Apr 2008 16:11:32 +0000 #comment-378 Schön paraphrasiert, Frederik. Um Muster überwinden zu können, muß man sie aber verstehen. Wenn ich ein Muster begriffen habe, wird es mir langweilig und ich schaffe es, es loszulassen. Aber viele Muster sind, obwohl sie naiv betrachtet sehr oberflächlich sind, doch irgendwie unergründlich und das macht sie einfach interessant für mich. Die Gesetze der Sprache gehören dazu. ]]> Von: Frederik Weitz #comment-377 Sun, 20 Apr 2008 12:34:14 +0000 #comment-377 Muster sind auch etwas absolut sinnvolles. Letzten Endes ist ein Muster immer eine Art Begriff (und sei es ein nonverbaler). Die Beherrschung eines Musters ist notwendig, um zu dem zu kommen, was das Muster nicht beherrscht. Mit anderen Worten: Muster sind Wegsteine auf dem Pfad der Sensibilisierung. Wegsteine wohlgemerkt, nicht Endstationen. Aber wer Muster ablehnt, hat (immer, so jedenfalls meine Erfahrung) schon Muster im Kopf, die er durchsetzen möchte. Und wer Muster benutzt, ist immer schon einen Schritt über das Muster hinaus. Auch ich bin ein Fan von Mustern. Je mehr ich sie links liegen lasse, umso mehr komme ich mit ihnen zurecht. ]]> Von: LeV #comment-376 Sat, 19 Apr 2008 09:37:35 +0000 #comment-376 Als ich das erste Mal von der Sonanten-Hauptsatz-Form hörte, konnte ich mir nicht vorstellen, dass irgendeine Kunst nach einem künstlerischen Plan entsteht. Das fand ich völlig absurd. Inzwischen kann ich historische Kontinuitäten viel besser überblicken und finde es eher absurd anzunehmen, die Künstler hätten über Jahrhunderte hinweg einfach nur Glück gehabt (oder musischen Beistand). Woher hätte Shakespeare wissen sollen wie ein Sonett funktioniert, wenn er nicht Dante und Petrarca studiert hätte? Rhetorik gehörte lange Zeit zum Grundschulkanon und jeder Lateinschüler hat sich mit Fragen des Satzbaus beschäftigt. Es mag viel Intuition bei der Entstehung eines Gedichtes im Spiel sein; man muß auch nicht bis fünf zählen, um einen Pentameter zu schreiben, weil man das fühlt, wenn eine Silbe fehlt oder an der falschen Stelle betont wird. Aber wie jeder Handwerker verfeinert auch ein Dichter mit der Zeit seine Technik, und zwar in dem er sich bewußt macht, was er mit seinem Werkzeug anstellt, in dem er reflektiert, was er zustande bringt. Und dies beeinflußt natürlich sein zukünftiges Arbeiten. Kenntnis darüber haben wir oftmals sogar von den Künstlern selbst, die in Essays wie „Die Philosophie der Komposition“ (E.A. Poe/“The Raven“) über die Entstehung ihrer Kunst reflektieren und das ist natürlich auch Teil der geisteswissenschaftlichen Forschung. ]]> Von: Sebastian #comment-375 Fri, 18 Apr 2008 19:45:56 +0000 #comment-375 Ich frage mich, ob Goethe & Co. solche Techniken bewusst eingesetzt haben oder ob sie es unbewusst richtig gemacht haben. Gibt es dazu Forschung bzw. Erkenntnisse? ]]> Von: LeV #comment-374 Thu, 17 Apr 2008 09:25:44 +0000 #comment-374 Ich bin ja, das muß ich schon zugeben, eigentlich ein großer Fan von Mustern. Aber natürlich wird ein Marschrhythmus langweilig, wenn er über stupides ram-ta-taa nicht hinaus kommt. Die Sprache bietet so viele Möglichkeiten der Musterbildung, auf verschiedensten Ebenen, mit verschiedensten Mitteln. Man kann sich das als Dichter gar nicht häufig genug vor Augen führen. Meist fühlt man ein sprachliches Muster, bevor man es entdeckt, bevor man ihm einen Namen geben kann. Die Rhetorik, das ist das Witzige, hat für die meisten Entdeckungen schon Namen parat, weil sie sie lange vor mir gemacht hat. ]]> Von: Frederik Weitz #comment-373 Tue, 15 Apr 2008 06:04:05 +0000 #comment-373 Wundervoll! Die Rhetorik, häufig belächelt und noch häufiger verfemt, bietet Textwirkungen, die man eben doch genießen kann, auch wenn man dann kritisch zu ihr stehen darf. Besonders im lyrischen Bereich. Es ist eben immer noch das Muster, von dem aus man die Abschweifungen lieben lernen kann. Solange man das Muster nicht für besser hält als die Abschweifung. Und dass du Friederike Mayröcker zitierst, lässt mich einmal mehr aufblühen. Eine meiner Lieblingsschriftstellerinnen. ]]>


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Kommentare zu: Scheibenwelt – Aberglaube Mittelalter Das private Weblog von LeVampyre Fri, 06 Jun 2014 21:22:41 +0000 hourly 1 Von: LeV #comment-330 Tue, 18 Dec 2007 22:54:07 +0000 #comment-330 Ach, du bist das. Ja, Snorf hat schon ganz aufgeregt von dir erzählt und von deiner Faksimilesammlung. Da bin ich gleich ganz neidisch geworden. Ich muß mich mit Ausstellungskatalogen und schlechten schwarz-weiß Kopien zufrieden geben. Aber immerhin etwas. (Übrigens, wenn du keine Website hast, mußt du das Feld nicht ausfüllen. Da automatisch ein Link erzeugt wird, sobald du deinen Kommentar abschickst, landet sonst jeder, der ihn nutzt im Nirvana der 404.) ]]> Von: Kapputschino #comment-329 Tue, 18 Dec 2007 19:28:28 +0000 #comment-329 Hallihallo, jips, unsere gemeinsame Freundin Snorf hat mich auf Deine tolle Website aufmerksam gemacht! jaja, der mittlere Osten, Islam und das angeblich so finstre Mittelalter…. ich kenne mich zufälligerweise im dortigen Mittelalter sehr gut aus und das war äusserst fortschrittlich, auf allen Ebenen. Da könnten die heutigen Europäer, die alles immer so viel besser wissen wollen, noch was von lernen – wenn sie denn lernen wollten… Der argumentatorische Vorschlaghammer (gut gefunden!) spricht vor allem Buchbände über die Ignoranz und Dummheit derer, die ihn verwenden. ]]> Von: LeV #comment-327 Tue, 18 Dec 2007 13:51:06 +0000 #comment-327 Hallo Kapputschino, ich freue mich, dass sich auch mal ein(e) Leidensgenosse/in in meinem Blog einfindet. Herzlich Willkommen! Es ist ja nicht nur so, dass die Leute über das Mittelalter als historische Epoche sonstwas denken. Nein, diese Epoche ist schon zu einem Synonym für alles Schlechte geworden. Ich war gestern auf einer Tagung zu „Schriftkulturen der Musik“ in der UdK, wo unter anderem Max Haas sprach. Er sagte, das Mittelalter sei eine Schublade, in die man alles tue, was einem nicht gefällt und dann würde diese Schublade benutzt, um die eigenen Gegner zu diffamieren. Da schreiben dann Magazine Titel à la „Wie im finstren Mittelalter“, um über den Nahostkonflikt oder die Rütlischule oder was auch immer zu schreiben. Das finde ich dumm, weil es ein argumentatorischer Vorschlaghammer ist, der es aber verpaßt, sich sachlich mit den eigentlichen Konflikten und Problemen auseinanderzusetzen. ]]> Von: Kapputschino #comment-325 Tue, 18 Dec 2007 08:59:57 +0000 #comment-325 Hallihallo! Ich bin seit jahren aktiv im Mittelalter-re-enactment (und dann richtig!) und rege mich auch ständig über die ganzen blöden und in meinen Augen verletzenden Vorurteile übers Mittelalter auf. Stichworte Hexenverfolgung, Folter, Finster, Aberglaube, man kennt das ja. Als ob die Menschen im Mittelalter alle total zurückgeblieben, brutal, blind, dumm und eher eine Art Küchenschaben gewesen wären. Ich frag dann immer ganz naif, wie angeblich so dumme und rückständige Menschen Kathedralen hätten bauen können… ohne die Hilfe von Ausserirdischen lief da ja wohl nix. Und wer denn dann in all seiner Dummheit all die Bibliotheken voll geschrieben hätte, mit Wissen, von dem wir heute noch zehren… Den Ägyptologen gehts ja nicht besser, recht hat Snorf. Wir arbeiten dran, um Licht ins Dunkel zu bringen! Liebe Grüße, Kappu ]]> Von: LeV #comment-289 Sun, 21 Oct 2007 14:53:09 +0000 #comment-289 Na ja, ich hatte ja Anfangs auch Angst, du würdest dich in den Pyramiden verlaufen, als du erzähltest, du würdest regelmäßig durch deren Gänge krauchen. Über viele Dinge denkt man einfach gar nicht nach und recherchiert sie dann natürlich dementsprechend wenig. Aber es ist ja nicht so, als wäre über solche Dinge nicht ausreichend wissenschaftliche geschrieben worden. Natürlich müssen frühere Völker „rückständig“ gewesen sein, denn sonst wären wir ja heute gar nicht besser als sie – eine differenzierte Betrachtung ist da einfach nicht drin. Der ägyptischen Antike wird wenigstens noch zugestanden, dass sie krasse Sachen hervorgebracht hat, auch wenn sie dafür außerirdische Hilfe brauchte. Das Mittelalter ist einfach nur dunkel, dreckig und wissenschaftsfeindlich… Glauben kann das eigentlich nur, wer sich nie ernsthaft damit befaßt hat. ]]> Von: Snorf #comment-288 Sun, 21 Oct 2007 13:18:18 +0000 #comment-288 Tja warum sollte es der Mediävistik auch besser gehen als den anderen (Geschichts-)Wissenschaften 🙂 Vorgefasste Meinungen, die in den Medien noch und nöcher breitgetreten werden, können doch einfach nicht falsch sein, sonst würden ja alle anderen das nicht behaupten. Es ist schließlich klar, wenn jeder von seinen Vorgängern abschreibt, ohne die ursprüngliche Quelle zu überprüfen, dass das nur weiterhin die Wahrheit sein kann! (Sonst würd ja keiner dran glauben, ist doch logisch 😉 ) Auch die Ägyptologie kämpft seit ihrer Existenz mit eben solchen „gängigen Meinungen“, die Pyramiden seien von Außerirdischen erbaut (wobei ich immer wieder entrüstet bin, dass den Menschen so wenig zugetraut wird) und es gebe einen Fluch des Pharao (ALLE Leute, die bei der Entdeckung des Tutanchamun dabei waren, sind danach (irgendwan) WIRKLICH gestorben ;)) Vom Tunnel mal ganz abgesehen, für dessen Existenz ja ständig Beweise gefunden werden können. So ist das eben, wo ist schon der Unterschied zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit, Hexen hin oder her. Außerdem steht schon in der Scheibenwelt zu lesen, (bekanntlich eine DER glaubwürdigsten Quellen überhaupt), daß Hexen an allem Schuld sind und Oma Wetterwachs hat alle Hände voll damit zu tun daß das auch so bleibt. Lg, Snorf! ]]>


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Kommentare zu: Das verletzt meine nicht-religiösen Gefühle Das private Weblog von LeVampyre Fri, 06 Jun 2014 21:21:05 +0000 hourly 1 Von: Unschuldsvermuter #comment-821 Sat, 17 Mar 2012 17:31:11 +0000 #comment-821 Hallo LeV, ich habe geglaubt, dass du mit Sprache umgehen kannst. Ich habe keinen Zweifel an deiner Friedfertig keit und bin sicher, dass du du keine Krieg führst. Sinngemäß bedeutet, seinen Frieden machen, sich abfinden damit wie es ist, weil du die Menschen nicht ändern kannst. Das haben schon andere versucht und sind gescheitert. Solange du nicht gesteinigt wirst als Ungläubiger, muss es dir egal sein (es könnte dir woanders noch passieren)! Glaube hat nichts mit Wissen zu tun, daher ist es auch abwegig nach Wahrheit oder nach sonstwas zu suchen. Ca. 80% der Weltbevölkerung hat spirituelle Gene, du gehörst zu einer Minderheit und die lebt auch schon mal gefährlich. Also richte dich ein! ]]> Von: LeV #comment-820 Mon, 12 Mar 2012 18:12:28 +0000 #comment-820 Ich muß mit den Emotionen der Menschen keinen Frieden machen, denn ich befinde mich nicht im Krieg mit ihnen. Du hast Recht damit, dass man mit gläubigen Menschen schwer über ihren Glauben diskutieren kann, weil er ihrer Ratio nicht zugänglich ist. Das liegt aber nicht daran, dass der Glaube der Ratio von Natur aus unzugänglich wäre, sondern daran, dass Leute Angst haben, ihren Glauben rational zu durchdringen. Sie vermeiden die rationale Konfrontation ihres Glaubens, denn die rationale Konfrontation des Glaubens könnte zu der Erkenntnis führen, dass der Glaube keine tiefere Wahrheit birgt als der Nicht-Glaube. Solche Erkenntnis könnte wiederum zu einer Veränderung der Bewertung des eigenen Glaubens führen und das muss vermieden werden. Dass Menschen sich ihrem Glauben (und übrigens meist auch ihren Emotionen) nicht rational stellen wollen, toleriere ich schon mein ganzen Leben, auch wenn es meinem Anspruch an mich selbst und meine Mitmenschen keineswegs gerecht wird und von mir als maximal enttäuschend empfunden wird. Dass aber die Forderung nach Zurückhaltung aus Respekt vor dem Andersdenkenden nicht nur die Gläubigen untereinander betrifft, sondern auch das Verhältnis zwischen Gläubigen und Nicht-Gläubigen, darum ging es mir in diesem Artikel. Die historisch und traditionell schwächere Position ist dabei aber nicht die des Gläubigen, sondern im Gegenteil die des Nicht-Gläubigen. Das Andersdenken des Nicht-Gläubigen wurde und wird m.E. zu wenig respektiert, ganz deutlich wird das am Beispiel USA. ]]> Von: Unschudsvermuter #comment-818 Mon, 12 Mar 2012 14:18:32 +0000 #comment-818 Ich teile deinen Konflikt, kann aber nicht verstehen, was dein Leben so erschwert. Du musst deinen Frieden machen mit den Emotionen der Menschen. Der Glaube ist tief im Unterbewusstsein verankert und entzieht sich damit der Ratio. Glaube erfasst den „einfachen“ Menschen wie den Wissenschaftler. Er manifestiert sich über Institutionen und Wertschöpfer und wird nur durch sie kanalisiert. Die unterschiedlichen Glaubensausrichtungen trennen die Menschen mehr, als sie miteinander zu verbinden imstande sind. Sie haben großen Schaden angerichtet und tun es bis heute. Meine Lebenserfahrung lehrt mich (ich bin 70Jahre alt), dass die Toleranzschwelle in Glaubensdingen sehr gering ist (auch wenn das anders vorgegeben wird) und kann, wenn man eine gegensätzliche Meinug vertritt, nur zur Zurückhaltung raten, auch aus Respekt vor Andersdenkenden. Das gilt seit über 2000 Jahren. Das wird sich auch nicht ändern, ebenso wenig, wie wir keine „besseren“ Menschen werden und geworden sind durch die Himmelslehren! ]]> Von: slowtiger #comment-746 Fri, 08 Jul 2011 15:38:52 +0000 #comment-746 Exakt mein Fühlen, grad diese Woche. Ob Übersetzen/Neutexten hülfe? Aber schlag das sonem Chorleiter mal vor… ]]> Von: LeV #comment-732 Tue, 07 Jun 2011 08:20:53 +0000 #comment-732 Na ja, in dem Teil, dass man überhaupt nur ab einem gewissen Grad der Angenervtheit aktiv wird und den Rest unter „ja, soll’n sie halt“ verbucht, gebe ich dir Recht. Aber der Grad der Genervtheit, wo ich das nicht mehr kann, ist halt ab und an erreicht. Und da widerspreche ich dir bei: Sie haben die Mehrheit, also haben sie recht. Heterosexuelle Partnerschaften sind auch in der Mehrheit und trotzdem lohnt es sich, für die Rechte von Schwulen und Lesben zu kämpfen. Das Thema Minderheitenschutz gegenüber Nicht-Gläubigen wird meines Erachtens viel zu wenig thematisiert – im Gegensatz zum Schutz anderer Minderheiten, wie bspw. Schwule und Lesben. Dabei leben wir theoretisch in einem säkularen Staat. Ich möchte ja niemandem verbieten zu glauben, was auch immer ihm/ihr gefällt – meinthalben eben auch an alte Herren mit Rauschebart und Nachthemd. Ich möchte aber, dass es mir nicht aufgedrängt wird, mir nicht als Argument verkauft wird, weshalb ich etwas tun oder gut finden soll. Das nervt, weil das der Punkt ist, an dem die Freiheit des Gläubigen meine Freiheit als Nicht-Gläubiger beschränkt. Und für meine Freiheit zu kämpfen, fand ich schon immer irgendwie sinnvoll. ]]> Von: Dissonanz #comment-730 Mon, 06 Jun 2011 23:58:35 +0000 #comment-730 Hallo Lev – ich empfinde sehr ähnlich und ich bin über diese Misstände verärgert, keines Wegs aber überrascht. Auch möchte ich es nicht einfach so hin nehmen, doch stellt sich mir oft die Frage, welche lohnenswerten Ergebnisse denn in dieser Gesellschaft zu erzielen wären, die ein aktives Vorgehen gegen die Madenherde schmackhaft machen würden? Sie haben die Mehrheit, also haben sie recht. Warum sollte sie im „starken“ Schutze der Mehrheit, deren Beistand und Zustimmung sich die Made sicher sein kann, sich dazu herablassen, zu denken und gar andere Wertvorstellungen zu aktzeptieren? Natürlich spotten die naiven über das nicht Offensichtliche, und erheben sich in ihrer peinlichen, scheinheiligen, verständnissvollen Güte über alle, in dem sie mit ihrem Mitleid gleichzeitig einen höheren Stand, da sie unser weltliches Elend ja durschauen und beklagen, implizieren. Wie also soll man mit Maden ernsthaft kommunizieren? Ein gescheiterter Versuch endet in der Erniedrigung, von den erniedrigten erniedrigt zu werden. Dies wissend, beschränkt sich mein Protest daher eher auf Ignoration, Belustigung – begleitet von dem Gefühl, was ein Erwachsener empfindet, wenn er einem Kind den Sieg im Fußball Zweikampf gönnt, um es bestätigt zu wissen, damit man selbst sich dann wieder wichtigeren Dingen zu wenden kann. ]]> Von: LeV #comment-727 Wed, 18 May 2011 18:50:33 +0000 #comment-727 Das Bild ist klasse! 😉 ]]> Von: xipulli #comment-726 Wed, 18 May 2011 17:00:15 +0000 #comment-726 Die eine Hälfte einer vernünftigen Antwort ist durchdacht und die sagt erst mal: Ja, Du hast recht, man wird als Atheist von der Gesellschaft vereinnahmt, die sich in bestimmten Oberflächlichkeiten religiös ausnimmt. Für den zweiten Teil (irgendwann lesbar) muss noch ein bischen Hirnschmalz reingesteckt werden. Soweit so gut: :), xi ]]> Von: LeV #comment-718 Tue, 26 Apr 2011 11:58:41 +0000 #comment-718 @ToJe: Na ja, ich bin schon extra nicht in einen Kirchenchor gegangen. Wenn du chorsinfornisch musizieren möchtest, weil du Spaß am Singen hast, bleibt dir kaum eine andere Möglichkeit. Oder fällt dir ein semi-professionelles, chorsinfonisches Gesangs-Ensemble an, das ausschließlich weltliche Musik aufführt? Mir nicht, nicht mal in Berlin und da gibt es echt viele Chöre. Der Löwenanteil an Chormusik ist einfach geistlichen Ursprungs; es gibt m.E. gar nicht ausreichend weltliche Musik, um damit einen regelmäßigen Konzertbetrieb aufrecht zu erhalten. Ich meine, du kannst ja auch nicht jeden Tag „Carmina Burana“ und „9. Sinfonie“ singen, da wirst du ja auch irgendwann blöde. Einziger Ausweg scheint mir ein Opern-Chor zu sein und darüber habe ich in der Tat schon nachgedacht. Auf der anderen Seite ist eine „Matthäuspassion“ natürlich schon auch aus rein künstlerischen Gründen aufführenswert und macht auch unabhängig von Jesus Christus Spaß beim Singen. @Tilly: Nee, gegen Gewalt bin ich auch. Das meinte ich damit auch nicht. ]]> Von: Tilly #comment-717 Tue, 26 Apr 2011 07:52:43 +0000 #comment-717 Man kann auch zum Spanferkelessen als überzeugter Vegetarier gehen, weil man dort vielleicht liebe Menschen trifft und das gesellige Beisammensein schön sein kann. In diesem großartigen Oratorienchor wird gern gesungen und das auch ziemlich professionell. Die Musik ist oft wunderbar. Ich kann aber ebenso die Texte oft nicht ertragen. Zum Glück kann ich sie oft auch nicht verstehen, wenn ich als Gast einem Konzert lausche. Das macht es mir wieder erträglicher. Schwieriger stell ich mir das Einstudieren dieser Texte vor, wenn es nicht mit dem eigenen Credo übereinstimmen will. Ein Schutzschild ist dann sicher, in Gedanken andere Texte darauf zu singen. Ich will auch nicht gleich zum militanten Radikal-Atheisten werden. Zumal ich auch noch gegen jegliche Gewalt bin. Dennoch kotzt mich die Verlogenheit vieler kirchlicher Würdenträger so an, dass ich meinen Zorn im Zaume halten muss. Leider gehören viele Redewendungen religiösen Ursprungs derart zum allgemeinen Sprachgebrauch, dass ich sie selbst unbewußt benutze. Gruß Tilly ]]> Von: ToJe #comment-715 Mon, 25 Apr 2011 12:52:00 +0000 #comment-715 Auch wenn ich deine Argumentation durchaus nachvollziehen kann, stellt sich mir doch die Frage: Warum singst Du ausgerechnet in einem Oratorienchor, wenn Du mit geistlichen Inhalten möglichst wenig zu tun haben möchtest? Die meisten Oratorien sind nun einmal geistlich (ja, ich weiß, daß es auch „weltliche Oratorien“ gibt, aber die sind eher selten). Das erscheint mir in etwa so sinnvoll, wie als überzeugter Vegetarier zum Spanferkelessen zu gehen… ]]>


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Abgehört Das Blog zur Geschichte der Wirtschaftsprüfung Sun, 01 Oct 2023 16:18:03 +0000 de hourly 1 On my own behalf /2648 /2648#respond Sun, 01 Oct 2023 16:16:24 +0000 /?p=2648 The following biographical articles are available in an English version: Dr. Hans Adler Dr. Hermann Anatol Ertel Dr. Hermann Karoli Dr. Richard Karoli Dr. Waldemar Koch Dr. Dmitrji Fritz Möhle Dr. Fritz Rittstieg Walter Susat ]]> /2648/feed 0 Buchvorstellung: Macht/Kontrolle im Unternehmen /2551 /2551#respond Tue, 14 Jun 2022 08:24:10 +0000 /?p=2551 Selgert, Felix: Macht und Kontrolle im Unternehmen. Die politische Ökonomie des Aktionärsschutzes im Deutschen Reich, 1870–1945, Göttingen 2020, rezensiert von Christian Marx, Institut für Zeitgeschichte, München. Die “stringent systematisch gegliederte Studie”, zeige, so der Rezensent, “wichtige Wechselwirkungen zwischen den politischen Standpunkten der beteiligten Akteure und der rechtlichen Regulierung des Aktionärsschutzes bzw. der Offenlegungsverpflichtungen.” ]]> /2551/feed 0 Wirtschaftsprüferinnen in der Bundesrepublik 1960 bis 1980. /2545 /2545#comments Thu, 20 May 2021 08:07:45 +0000 /?p=2545 Bis Ende der 1970er Jahre wählten Frauen nur sehr selten den Beruf des Wirtschaftsprüfers. Wer waren diese Frauen? Dieser Beitrag präsentiert Ergebnisse einer quantitativen und qualitativen Untersuchung, denen eine eigene Erhebung auf der Grundlage der Angaben in Wirtschaftsprüfer-Verzeichnissen vorausging.   Entwicklung des Anteils weiblicher Wirtschaftsprüfer seit den frühen 1930er Jahren Zwischen 1932 und 1980 stieg der Anteil weiblicher Wirtschaftsprüfer (WP) quantitativ und relativ nur leicht an. In der NS-Zeit waren weniger als 10 Frauen als WP tätig. Ihr Anteil lag daher unter 1 Prozent der Berufsangehörigen. Noch 1970 machten weibliche WP (49 Frauen) weniger als 2 Prozent der Berufsgruppe aus. Diese Marke wurde 1980 (82 Frauen) knapp überschritten. Zur Jahrtausendwende lag der Anteil dann bei 8 Prozent.1 Im Vergleich dazu lag der Anteil weiblicher Anwälte und weiblicher Steuerberater Ende der 1990er Jahre bei etwa 24 Prozent.2 Qualitative Aspekte Welche Vorbildung hatten die Wirtschaftsprüferinnen? Welche Art der Berufsausübung – selbstständig oder angestellt – bevorzugten sie? Übernahmen sie Aufgaben in den Organisationen des Berufs, dem 1932 gegründeten Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW e.V.) und der 1961 konstituierten Wirtschaftsprüferkammer (WPK), oder waren sie Delegierte in internationalen Berufsgremien? Situation um 1960 1960 gab es 23 weibliche Berufsangehörige – die Berufsbezeichnung „Wirtschaftsprüferin“ gab es damals noch nicht. Die Hälfte hatte einen wirtschaftswissenschaftlichen Studienabschluss, 12 Frauen waren promoviert. 50 Prozent der Frauen waren auch als Steuerberater zugelassen. Eine eigene Praxis betrieb etwa die Hälfte der Prüferinnen.3 Das IDW, in dem damals etwa 90 Prozent aller Berufsangehörigen Mitglied waren, hatte, neben Organen und regionalen Landesgruppen, zahlreiche Fachausschüsse. Zudem entsandte der Berufsverband Delegierte in die, vom IDW in den frühen 1950er Jahren mitbegründete, Union Européenne des Experts Comptables Economiques et Financiers (U.E.C.) 1960 war lediglich eine einzige Prüferin Mitglied im „Allgemeinen Fachausschuss für Betriebswirtschaft“ und im „Ausschuss für betriebswirtschaftliche Fragen der Mechanisierung und Automation“ des IDW. Dies war Dipl.-Kaufmann Dr. rer. pol. Maria Schmidtberg, die 1953 in Köln zu einem Bilanzthema promoviert hatte und in Solingen eine eigene WP-Praxis betrieb. Das WP-Verzeichnis des Jahres 1960 nannte drei Wirtschaftsprüferinnen, die bereits 1940 als WP tätig waren: Dipl.-Kaufmann und Steuerberater Dr. rer. pol. Anne Bitterich aus Heidelberg, Julie Ott(-Möllen) sowie Emmy Stikel, beide aus Stuttgart. Bitterich hatte 1932 in Frankfurt zum Lombardgeschäft promoviert. Alle drei Prüferinnen betrieben eine eigene Praxis. Ott, die in den späten 1920er Jahren Mitglied im Verband Deutscher Bücherrevisoren (VDB) gewesen war, praktizierte damals mit ihrem Vater, dem Handelsschulrat Theodor Möllen; in späteren Jahren mit ihrem Ehemann Jürgen Ott.4 Situation um 1970 1970 gab es 49 weibliche Berufsangehörige.5 Etwa zwei Drittel der Frauen hatten wirtschaftswissenschaftliche Abschlüsse, ein Drittel war promoviert.6 Fast 70 Prozent der Frauen waren auch zum Steuerberater zugelassen; bei den Männern waren es etwas weniger als 60 Prozent. Weibliche WP waren in etwas geringerem Umfang (38 Prozent) als männliche WP ausschließlich in eigener Praxis tätig und etwas häufiger (30 Prozent) als angestellte WP tätig.7 Sie waren auch in geringerem Umfang Mitglied im Wirtschaftsprüferverband IDW.8 Unter den 49 Frauen gab es eine einzige Wirtschaftsprüferin, die in beiden deutschen Berufsvertretungen, dem IDW und der Pflichtorganisation WPK sowie in der U.E.C. ehrenamtliche Aufgaben wahrnahm: Dr. jur. Maria Röver war Mitglied im 23-köpfigen Hauptfachausschuss des IDW, des wichtigsten Fachgremiums des Prüferverbandes und Mitglied im 26-köpfigen Beirat der WPK. Außerdem vertrat sie als eine von sechs deutschen Delegierten den Berufsstand in der Assemblée des Délégués der U.E.C. Röver hatte in Berlin eine eigene Praxis. Situation um 1980 1980 gab es 82 weibliche Berufsangehörige; die Hälfte von ihnen hatte bereits 1970 praktiziert.9 Von den 41 hinzugekommenen Prüferinnen waren nun 90 Prozent auch als Steuerberater zugelassen und sogar über 90 Prozent hatten einen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss. Promoviert hatte jedoch nur gut ein Viertel dieser Frauen. Ebenfalls nur noch ein Viertel dieser weiblichen Berufsangehörigen war ausschließlich in eigener Praxis tätig, jedoch arbeiteten 50 Prozent ausschließlich als angestellte WP. Die Quote derjenigen, die sich im IDW organisiert hatten war auf 85 Prozent gestiegen. Es liegt hier also das bemerkenswerte Ergebnis vor, dass trotz quantitativer Zunahme der Qualifikationen (Hochschulabschluss, Steuerberaterzulassung) dennoch weniger der (vermutlich) jüngeren Frauen selbständig tätig waren. Als Folge der Konstituierung der Wirtschaftsprüferkammer wurde auch das Wirtschaftsprüferexamen neu organisiert. Die Kandidaturen und Prüfungen wurden nun von Zulassungs- und Prüfungsausschüssen vorgenommen, die die WPK in ihren sechs regionalen Landesgeschäftsstellen (LGS) eingerichtet hatte. Lediglich die Ausschüsse in zwei LGS hatten weibliche Wirtschaftsprüfer als Mitglieder. Dies waren Dipl.-Kaufmann Annemarie Alsleben und Dipl.-Volkswirt Dorothea Schneider im Zulassungsausschuss der LGS Berlin sowie Lieselotte Lange-Heussner im Prüfungsausschuss der LGS Berlin. Dipl.-Kaufmann und Steuerberater Käthe Alff-Eickhoff aus Goslar war Mitglied im Prüfungsausschuss der LGS Norddeutschland, die die Länder Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein umfasste. Alff-Eickhoff praktizierte schon seit mindestens 1960, sie war Geschäftsführerin der Alff-Eickhoff Revisions- und Treuhand GmbH.10 Die WPK übernahm auch die Berufsaufsicht für alle Wirtschaftsprüfer. Entsprechend waren am (damaligen) Sitz der WPK in Düsseldorf Berufsgerichte eingerichtet: eine Kammer beim Landesgericht sowie ein Senat beim Oberlandesgericht. Ferner gab es einen Senat beim Bundesgerichtshof. Mitglied in der Kammer am Düsseldorfer Landgericht war Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Dr. Eva Hardell aus Berlin. Im Beirat der WPK war keine Frau mehr vertreten. In der nationalen Facharbeit des IDW zeigte sich das gleiche Bild wie zehn Jahre zuvor: lediglich der Hauptfachausschuss hatte mit Dr. Maria Röver ein weibliches Mitglied. Die internationale Facharbeit war in den 1970er Jahren um die International Federation of Accountants (New York) und das International Accounting Standards Committee (London) erweitert worden. Doch nur in der U.E.C. war mit Röver eine weibliche Berufsangehörige vertreten. Fazit Obgleich (seit den 1990er Jahren) etwa die Hälfte der wirtschafts- und der rechtswissenschaftlichen Studierenden weiblich sind, liegt der Anteil der Frauen in den „wesentlichen freien“ Berufen – neben dem Wirtschaftsprüfer zählt dazu der Steuerberater und der Rechtsanwalt – heute zwischen 17 (WP) und 35 Prozent (Anwälte, Steuerberater). Frauen sind überdies bevorzugt als Angestellte und eher in Großstädten als in ländlichen Gebieten tätig. Als Grund für die geringere weibliche Beteiligung an diesen Berufen wird vermutet, dass die Vereinbarung von Beruf und Familie für die Berufswahl (und das Engagement in Berufsorganisationen) ausschlaggebend sei. Bei WP kommt zusätzlich eine hohe Reisetätigkeit hinzu. Allerdings ist – beispielsweise bei den Anwältinnen – die „deutsche“ Quote auch im Vergleich zum europäischen Ausland noch gering: in Großbritannien, Frankreich, Polen und Griechenland stellen Frauen heute zwischen 50 und 63 Prozent der Berufsangehörigen der Anwaltschaft dar.11 Die historische Entwicklung und der aktuell noch immer geringe Anteil weiblicher Berufsangehöriger im WP-Beruf werfen – nicht zuletzt mit Blick auf den Vergleich der freien Berufe in Deutschland und im internationalen Raum – Fragen auf und beinhalten zugleich reichhaltiges Forschungspotential. Eine Berufswahl kann nicht allein auf eine private Entscheidung zurückgeführt werden. Es ist auch danach zu fragen, welche sozialen Verhältnisse Frauen daran hindern, den Beruf des Wirtschaftsprüfers zu ergreifen: Welche Rolle spielen die Sozialisierung, die Situation in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen oder das Frauenbild in den Institutionen des WP-Berufes? Wie verläuft die Karriere angestellter Wirtschaftsprüferinnen in WP-Gesellschaften? Quellen: WP (Wirtschaftsprüfer)-Verzeichnisse der Jahre 1936 (5 Frauen), 1939 (6 Frauen), 1940 (7 Frauen), Anzahl aller WP im Jahr 1939: 1.107 sowie 1960 (Anzahl aller WP im Inland: 1.517), 1970 (2.555), 1980 (3.848). Erst in den folgenden Jahrzehnten nahm der Anteil der Prüferinnen sichtbar zu – so lag er Ende der 1980er Jahre bei 4 Prozent und Ende der 1990er Jahre bei 8 Prozent – blieb jedoch weiterhin auffällig gering, siehe: 50 Jahre Selbstverwaltung im öffentlichen Interesse 1961-2011, hrsg. von der Wirtschaftsprüferkammer, Körperschaft des öffentlichen Rechts, Berlin 2011, S. 50, 65. Siehe , Abfrage 7.5.2021; zu den Steuerberaterinnen siehe: , Abfrage 7.5.2021. Ich habe diese Daten anhand der Angaben zu den einzelnen Prüferinnen festgestellt. Statistische Angaben, die mitteilen, wie die Vorbildung bei den männlichen WP aussieht, liegen im WP-Verzeichnis des Jahres 1960 nicht vor. VDB-Verzeichnis des Jahres 1929, WP-Verzeichnisse der Jahre 1936, 1939 und 1940. Für das Jahr 1970 habe ich die Studienabschlüsse und Praxisformen anhand der Angaben zu den einzelnen Prüferinnen im WP-Verzeichnis festgestellt. Entsprechend aufbereitete Angaben liegen für männliche Berufsangehörige im WP-Verzeichnis des Jahres nicht vor. Zusätzlich zu diesen beiden Tätigkeitformen gibt es noch „Mischformen“ – eigene Praxis und mit anderen Prüfern assoziiert sowie eigene Praxis und in einer anderen Praxis angestellt – die ich hier nicht berücksichtigt habe. 80 Prozent statt 90 Prozent aller Mitglieder. Für das Jahr 1980 habe ich die Studienabschlüsse und Praxisformen anhand der Angaben zu den einzelnen Prüferinnen im WP-Verzeichnis festgestellt. Siehe WP-Verzeichnis 1960. Siehe „Mitgliederstatistik der WPK, Stand 1. Januar 2020“, S. 5; , Abfrage 7.5.2021; Voßmeyer, Klaus: Der Beruf des Steuerberaters – historische Entwicklungslinien, rechtliche Ausformung und wirtschaftliche Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung des Zugangs von Berufspraktikern über die Wege der beruflichen Weiterbildung, Duisburg 2007, Digitalisat, Abfrage 7.5.2021. ]]> /2545/feed 6 Buchvorstellung: Standards, Standardisierung. /2539 /2539#respond Mon, 10 May 2021 08:31:50 +0000 /?p=2539 Peter Kramper: The Battle of the Standards. Messen, Zählen und Wiegen in Westeuropa 1660–1914, Berlin 2019, rezensiert von Boris Gehlen, Institut für Zeitgeschichte, München. “Die beachtliche Studie wird zweifellos fortan als Standardwerk der Standardisierung dienen.” ]]> /2539/feed 0 Buchvorstellungen: Kapitalismus und Wirtschaftsgeschichte. /2529 /2529#respond Mon, 26 Apr 2021 08:59:35 +0000 /?p=2529 Moderner Kapitalismus: Wirtschafts- und unternehmenshistorische Beiträge, hrsg. von Jan-Ottmar Hesse; Christian Kleinschmidt; Roman Köster; Tim Schanetzky; Tübingen 2019, Festschrift zum 65. Geburtstag des Wirtschaftshistorikers Werner Plumpe; rezensiert von Peter Kramper, Universität Bielefeld. Werner Plumpe: Das kalte Herz. Kapitalismus: Die Geschichte einer andauernden Revolution, Berlin 2019, rezensiert von Ines Prodöhl, Universität Bergen. ]]> /2529/feed 0 Buchvorstellung: Leistung. /2511 /2511#respond Mon, 05 Apr 2021 08:00:55 +0000 /?p=2511 Verheyen, Nina: Die Erfindung der Leistung, München 2018, rezensiert von Jan Ruhkopf, Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde. “Nina Verheyen erzählt in ihrer schlanken, wunderbar leicht geschriebenen Studie die Geschichte der Leistung und kommt zu einem Ergebnis, das man sich immer wieder bewusstmachen sollte: Leistung ist keine gesetzte Kategorie, sondern historisch gewachsen und damit „genuin sozial“ (S. 206f.). Abwägend und differenzierend einerseits, mit gegenwartsbezogenen Pointen versehen andererseits, bietet dieses Buch Erkenntnisgewinn und Freude in einem.” ]]> /2511/feed 0 Buchvorstellung: Alldeutscher Verband. /2517 /2517#respond Mon, 15 Mar 2021 08:52:57 +0000 /?p=2517 Jungcurt, Uta: Alldeutscher Extremismus in der Weimarer Republik. Denken und Handeln einer einflussreichen bürgerlichen Minderheit, Berlin 2016, rezensiert von Stefan Breuer, Universität Hamburg. Den Rezensenten überzeugt “besonders die Aufmerksamkeit für die Bedeutung des Ehrbegriffes im Selbstverständnis wie in der Propaganda der Alldeutschen…. In der Sensibilität gegenüber diesen, wenn man so will: mentalitätsgeschichtlichen Aspekten, die übrigens bereits den einleitenden Überblick über die Entstehungsgeschichte des ADV auszeichnet, liegt die Stärke des Buches,…” ]]> /2517/feed 0 Buchvorstellung: Netzwerk völkischer Autoren. /2520 /2520#respond Fri, 05 Mar 2021 08:07:54 +0000 /?p=2520 Vordermayer, Thomas: Bildungsbürgertum und völkische Ideologie. Konstitution und gesellschaftliche Tiefenwirkung eines Netzwerks völkischer Autoren (1919–1959), Berlin 2015 rezensiert von Julian Köck, Universität Bern. “Thomas Vordermayer hat eine wichtige Studie zu drei rechten Autoren vorgelegt, deren Nachlässe in diesem Umfang und mit dieser Genauigkeit bisher noch nicht untersucht worden sind.” ]]> /2520/feed 0 „5. Internationaler Prüfungs- und Treuhandkongreß“, Berlin, September 1938 /2522 /2522#comments Thu, 25 Feb 2021 08:31:25 +0000 /?p=2522 Der Beitrag bildet den Abschluss meiner dreiteiligen Reihe „Wirtschaftsprüferkongresse in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland“. In den Jahren 1934, 1936 und 1938 trafen sich Angehörige des Revisions- und Treuhandwesens auf zwei nationalen Tagungen in der niedersächsischen Kleinstadt Bad Harzburg (1934, damals Land Braunschweig) und in der thüringischen Landeshauptstadt Weimar (1936) sowie auf einem internationalen Kongress in der „Reichshauptstadt“ Berlin (1938). Der Artikel stellt Organisation, Teilnehmende und Programm des internationalen Kongresses vor und zieht abschließend ein kurzes vergleichendes Fazit zu Prüfertagungen in Demokratie und Diktatur.   Der internationale Kongress des Jahres 1938 Organisation Der in Berlin stattfindende „International Accountant Congress“ war der 5. dieser Art überhaupt, der 3. in Europa und der 1. in Deutschland. Zuvor hatten die Kongresse in St. Louis (USA 1904), Amsterdam (Niederlande 1926), New York (USA 1929) und London (Großbritannien 1933) stattgefunden.1 Die Tagung war als propagandistisches Großereignis geplant: Die Schirmherrschaft der Konferenz übernahm der „Reichsführers des NSRB2 und Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister“ Dr. Hans Frank. Dem „Ehrenausschuss des Kongresses“ gehörten vier Reichsminister (Funk/Wirtschaft, Goebbels/Propaganda, Gürtner/Justiz, von Ribbentrop/Auswärtiges) und drei Staatssekretäre an (Brinkmann/Wirtschaft; Reinhardt/Finanz; Körner/Preußisches Staatsministerium, Vierjahresplanbehörde, Aufsichtsratsvorsitzender der Reichswerke für Erzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring“).3 Das Kongress-Präsidium wurde gebildet aus dem NSRB-Funktionär und Vorsitzenden des Wirtschaftsprüferverbandes “Institut der Wirtschaftsprüfer” (IDW), Dr. Otto Mönckmeier, einem stellvertretenden Präsidenten und sechs Vizepräsidenten. Der stellvertretende Präsident, Dr. Wilhelm Voss, war ein renommierter Wirtschaftsprüfer und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Revisions- und Treuhand AG, einer großen staatseigenen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Voss stand kurz vor dem Ausscheiden aus dem Wirtschaftsprüferberuf, da er im Juli 1938 Mitglied des Vorstandes der Reichswerke für Erzbergbau und Eisenhütten „Hermann Göring“ geworden war. Er hatte den Kongress nach Deutschland geholt. Als Vertreter des IDW und Mitglied des international besetzten Komitees zur Kongressvorbereitung, das im Juli 1936 in London tagte, hatte Voss die ausländischen Berufskollegen davon überzeugt, den 5. „Internationalen Accountants Congress“ in Berlin stattfinden zu lassen. Die Veranstaltung in Deutschland abzuhalten, war schon bei früheren Konferenzen erwogen worden. Der 5. Kongress war ursprünglich in Rom geplant, doch kamen die italienischen „Berufskameraden“ den deutschen „verständnisvoll[es] und freundschaftlich[es]“ entgegen.4 Die Organisation der Tagung lag in den Händen von fünf Kongressausschüssen, denen die angesehensten deutschen Wirtschaftsprüfer und auch einige ausländische Berufskollegen angehörten. Moderne Kommunikationsanlagen boten Simultanübersetzungen in den vier Sprachen deutsch, englisch, französisch und italienisch.5. Die Tagung fand in der Kroll-Oper statt, einem 1844 eröffneten imposanten Gebäudekomplex, in dem über Jahrzehnte Theaterstücke und Opern aufgeführt worden waren. In der NS-Zeit wurde ein großer Saal für Reichstagssitzungen genutzt. Teilnehmende und Programm Von  etwa 2.200 angemeldeten Teilnehmern erschienen rund 1.900, darunter gut 100 Pressevertreter. Aus 27 Ländern kamen etwa 300 ausländische Teilnehmer, vorrangig aus europäischen Staaten sowie den USA, Kanada, Mexiko und Chile, ferner aus Japan, der Südafrikanischen Union (heute: Republik Südafrika) und Britsch-Indien (heute: Indien, Pakistan, Myanmar). Von den etwa 1.100 deutschen Wirtschaftsprüfern nahmen 580 teil. Grund der Abmeldungen dürften die Befürchtungen kriegerischer Aktionen anlässlich der sogenannten „Sudetenkrise“ gewesen sein.6 In der Tagungswoche wurden neben neun Fachvorträgen mit „Generalbericht“ und „Aussprache“ zahlreiche gesellige und kulturelle Veranstaltungen, Besichtigungen und Ausflüge für die Tagungsteilnehmer geboten. Die ausländischen Gäste wurden mehrmals empfangen: von Vertretern der Reichsregierung, dem „Reichsrechtsführer“, dem Berliner Oberbürgermeister und Mitgliedern der Akademie. Es fand auch ein spezielles „Damenprogramm“ statt. Am Samstag, dem 24. September 1938 begann eine viertägige „Gesellschaftsfahrt über die Reichsautobahn nach Nürnberg und München“.7 1939 erschien eine vierbändige Kongressdokumentation im Umfang vom etwa 2.700 Seiten, in der sämtliche Ansprachen, Vorträge, Berichte und Diskussionen abgedruckt waren.8 Berichterstattung in der Tagespresse Der Berliner Lokal-Anzeiger, das Berliner Tageblatt und die Deutsche Allgemeine Zeitung berichteten zwischen dem 17.9. und dem 24.9. 1938 jeweils an mehreren Tagen über die internationale Konferenz. Die Berichterstattung zu den acht Fachthemen: Allgemeine Berufsfragen, Unternehmensplanung, Bilanzierung, Aktienrecht, Konzernprüfung, Steuerprüfung, Beratungstätigkeit und Grundsätze der Kalkulation und Preiskontrolle, teilten sich die Zeitungen auf. Hingegen berichtete jede Zeitung über die Reden des Reichsministers Frank und des Staatssekretärs aus dem Reichswirtschaftsministerium, Brinkmann. Frank führte vor dem internationalen Publikum aus, dass die Selbstverwaltungseinrichtungen der Wirtschaft, dazu zählte auch der Wirtschaftsprüferverband, sich den „Führungsaufgaben des Staates“ unterzuordnen haben. Staatssekretär Brinkmann aus dem Reichswirtschaftsministerium betonte, dass der Wirtschaftsprüferberuf ein staatsnaher Beruf sei, der seine Tätigkeiten „im Dienste der übergeordneten Gesamtheit“ ausübe. Fazit: Tagungen des Revisions- und Treuhandwesens in Demokratie und Diktatur Tagungen von privatrechtlich organisierten Prüferverbänden fanden seit dem Beginn des 20. Jahrhundert statt. Der älteste Verband des deutschen Revisions- und Treuhandwesens, der Verband Deutscher Bücherrevisoren e.V. (Berlin, Leipzig), veranstaltete seit 1905 deutschlandweit Jahrestagungen und stand mit ausländischen Berufsverbänden, vor allem aus Mittel- und Nordeuropa, im Austausch. An den Veranstaltungen nahmen, vor allem in den 1920er Jahren, Vertreter von Behörden der lokalen, der Landes- und der Reichsebene als Gäste teil. Der seit 1932 bestehende Wirtschaftsprüferverband IDW e.V.  erhielt im Mai 1933 die staatliche Anerkennung als „allein maßgebliche Standesvertretung“; im Juni 1934 ordnete das Reichswirtschaftsministerium die Pflichtmitgliedschaft aller Wirtschaftsprüfer im IDW an.9 Die Prüfertagungen der Jahre 193410, 193611 und 1938 fanden unter intensiver Beteiligung nationalsozialistischer Politiker und Organisationen statt. Zum Kongress in St. Louis siehe J. M. Samuels, J. M.: The 1904 Congress of Accountants: National or international?, in: The Accounting Historians Journal, Vol. 12, No. 1 (1985), pp. 99-105; zum Kongress in Amsterdam siehe: VDB-Nachrichten – vertrauliche Mitteilungen des Verbandes Deutscher Bücherrevisoren 1926, S. 18-20; zum Kongress in New York siehe: VDB-Nachrichten – vertrauliche Mitteilungen des Verbandes Deutscher Bücherrevisoren 1929, S. 42-46, 138, 213; zum Kongress in London siehe: VDB-Nachrichten – vertrauliche Mitteilungen des Verbandes Deutscher Bücherrevisoren 1933, S. 2-3. NSRB ist Nationalsozialistischer Rechtswahrerbund Zu Ehrenausschuss, Präsidium und Kongressausschüssen siehe: Kongreß-Archiv 1938, Band A, S. 7-9, 15f. Kongreß-Archiv 1938 des V. Internationalen Prüfungs- und Treuhand-Kongresses, München o.J., vierbändig, Band A, S.49, Zitat aus der Ansprache von Voss am 19.9.1938; Bundesarchiv Berlin, Bestand R 3101/17648, Bl. 293: Buchholz an Reichs- und Preußisches Wirtschaftsministerium, betr. Internationaler Accountants-Kongress, 9.7.1936. „Zur Kongreß-Teilnahme“, in: WP-Nachrichten. Vertrauliche Mitteilungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer 1938, Nr. 4, 20.8.1938, S. 161. Zur Teilnahme, siehe: WP-Nachrichten. Vertrauliche Mitteilungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer, 7. Jg., Nr. 5/6, 15.12.1938, S. 220. Der Wirtschaftstreuhänder 1938, Nr. 10, S. 201, 268f. „Subskriptionsangebot für die zum Internationalen Prüfungs- und Treuhand-Kongreß Berlin September 1938 erschienenen Fachveröffentlichungen“, in: Der Wirtschaftstreuhänder, 1938, Nr. 10, S. 200; „Zum Kongreß-Archiv“ 1938, in: Der Wirtschaftstreuhänder 1939, Nr. 9, S. 191. Pothmann, Ute: Wirtschaftsprüfung im Nationalsozialismus. Die Deutsche Revisions- und Treuhand AG (Treuarbeit) 1933-1945, Essen 2013, S. 51f. /2315 /2328 ]]> /2522/feed 2 Buchvorstellung: Bürgerliche Vergesellschaftung. /2515 /2515#respond Mon, 15 Feb 2021 08:23:17 +0000 /?p=2515 Kuhlemann, Frank-Michael; Schäfer, Michael (Hg.): Kreise – Bünde – Intellektuellen-Netzwerke. Formen bürgerlicher Vergesellschaftung und politischer Kommunikation 1890–1960, Bielefeld 2017, rezensiert von Daniel Watermann, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der Rezensent resümiert, “dass die Stärke des Sammelbandes nicht nur darin liegt, dass er gängige Verfallsgeschichten des Bürgertums überzeugend hinterfragt, sondern zugleich Angebote für eine weitere Erforschung des Untersuchungsgegenstandes offeriert. Zudem gelingt es, … die einzelnen Beiträge in einen plausiblen Diskussionszusammenhang zu stellen. Der Band leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Bürgertumsgeschichte…” ]]> /2515/feed 0 Buchvorstellung: Bürgertumsgeschichte, 20. Jahrhundert. /2507 /2507#respond Wed, 10 Feb 2021 07:38:27 +0000 /?p=2507 Hettling, Manfred; Pohle, Richard (Hg.): Bürgertum. Bilanzen, Perspektiven, Begriffe, Göttingen 2019, rezensiert von Gunilla-Friederike Budde, Oldenburg. “…ein Plädoyer dafür, die Geschichte des Bürgertums weiterzuschreiben – vor allem mit Blick auf das 20. Jahrhundert und über den deutschen Tellerrand hinaus…. Fragwürdig ist allerdings, dass ausgerechnet in einem Aufsatzband zur Geschichte des Bürgertums – mit einer Ausnahme – nur männliche Historiker zu Wort kommen. … Immerhin schmückt den Bucheinband Caspar David Friedrichs Hochzeitsreisebild „Kreidefelsen auf Rügen“, auf dem Caroline Friedrich prominent sichtbar ist.” ]]> /2507/feed 0 Jubiläum: 4  1/3 Jahre „Abgehört“ – das Blog zur Geschichte der Wirtschaftsprüfung /2451 /2451#respond Wed, 20 Jan 2021 09:05:50 +0000 /?p=2451 In diesem Beitrag berichte ich über mein gut vierjähriges Bloggen und die Entwicklung meines Blogs seit Herbst 2016.   Wie alles begann Seit dem Jahr 2006 beschäftige ich mich mit der Historie der Wirtschaftsprüfung, einem kaum erforschtem Segment der Geschichtswissenschaft. Den Anfang machte meine Magisterarbeit: Unter dem Titel „Bilanzkritik nach der Bankenkrise“ analysierte ich den von der staatlichen Deutschen Revisions- und Treuhand AG (Treuarbeit) geprüften Jahresabschlusses der Dresdner Bank für das Jahr 1932. In meiner 2013 veröffentlichten Dissertation „Wirtschaftsprüfung im Nationalsozialismus“ stand die Treuarbeit mit ihrer Tätigkeit in der Zeit von 1933 bis 1945 im Mittelpunkt. Und in den Jahren 2007 bis 2013 recherchierte und textete ich für Jubiläumsfestschriften des Wirtschaftsprüferverbandes „Institut der Wirtschaftsprüfer“ in Düsseldorf, der Wirtschaftsprüferkammer in Berlin und der Bayerischen Treuhandgesellschaft (KPMG) in München sowie des Spezialversicherers für die Berufshaftpflicht der Wirtschaftsprüfer „Versicherungsstelle Wiesbaden“ (seit 2018 VSW – Die Versicherergemeinschaft für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer). Meine aus diesen Arbeiten zusammengetragenen, umfangreichen Kenntnisse wollte ich gerne dauerhaft der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Außerdem wollte ich über meine aktuellen Forschungen berichten. Auf dem Historikertag 2016 in Hamburg nahm ich an einer Einführung zum Bloggen teil. Mareike König und Charlotte Jahnz erklärten den Teilnehmenden das Bloggen auf „Hypotheses“ – ein Blogportal für Geistes- und Sozialwissenschaften. Das war das Richtige für mich! Ich beantragte ein Blog – und wurde aufgenommen. Chronologie und Bibliografie zur Geschichte des Wirtschaftsprüferberufes Herzstücke des Blogs sind die Chronologie und die Bibliografie. Die Chronologie umfasst einen Zeitraum von etwa 100 Jahren; sie reicht von der Gründerkrise des Jahres 1873, in deren Folge die Forderung einer jährlichen Bilanzprüfung durch externe Revisoren aufkam, bis zum Jahr 1986, in dem das Bilanzrichtliniengesetz in Kraft trat, das die Anforderungen an die Bilanzierung und deren Publikation deutlich veränderte. Die Bibliografie enthält zeitgenössische Monografien und Artikel, Festschriften zu Firmen, Institutionen und Personen, Forschungsliteratur und Quelleneditionen, englischsprachige Forschungszeitschriften und Firmenfestschriften sowie weitere Zeitschriften, Jahrbücher und Sammelbände. Ferner habe ich eine Liste mit Institutionen erstellt, die Quellenmaterial zur Geschichte der Wirtschaftsprüfung bereit halten. Blogartikel Mein Ziel war es, jeden Monat einen selbst erstellten Artikel zu veröffentlichen und außerdem auf thematisch passende Literatur (Rezensionen) sowie Tagungen und Tagungsberichte aufmerksam zu machen. Seit dem Beginn meiner Blogaktivitäten im Oktober 2016 bis zum Januar 2021 sind 4 Jahre und 4 Monate vergangen. In diesem Zeitraum publizierte ich 140 Beiträge, davon 55 eigene Artikel (inklusive dieses Jubiläumsartikels). Die meisten meiner eigenen Artikel finden sich in der Kategorie  „Biografie“ und betreffen vor allem meine Forschungen zu Dr. Wilhelm Voss (1896-1974), einem führenden Funktionär des Revisions- und Treuhandwesen der 1920er und 1930er Jahre, der in der NS-Zeit in die Führung der Reichswerke „Hermann Göring aufstieg und in den frühen 1950er Jahren als Rüstungsberater in den Dienst der ägyptischen Regierung trat. Zudem publizierte ich Beiträge zu unterschiedlichen Aspekten des Wirtschaftsprüferberufes, stellte zeitgenössische Literatur vor und erörterte den Forschungswert verschiedener Quellenmaterialien. Resonanz In den vier vollen Jahren von 2017 bis 2020 hat sich die Anzahl der Besuchenden von 2.715 auf 6.142 mehr als verdoppelt; die Anzahl der Besuche stieg von 7.344 auf 24.399 und hat sich damit sogar mehr als verdreifacht. Die Verweildauer der Besuchenden erhöhte sich von 1,6 Minuten auf 14 Minuten pro Besuch. Fazit Ich schätze das Bloggen sehr. Denn mit diesem Medium kann ich einzelne Fragen bearbeiten sowie Bücher und Quellen in kurzen Artikeln präsentieren. Bei der freundlichen und hilfsbereiten Redaktion fühle ich mich gut aufgehoben. ]]> /2451/feed 0 Buchvorstellung: Kapitalismus und Moral. /2445 /2445#respond Sun, 10 Jan 2021 08:51:34 +0000 /?p=2445 Geyer, Martin H.: Kapitalismus und politische Moral in der Zwischenkriegszeit. Oder: Wer war Julius Barmat?, Hamburg 2018, rezensiert von Sandra Zimmermann, Darmstadt. “Geyer untersucht… verschiedene „Leitthemen, die in zentrale Felder der politischen, sozialen und kulturellen Konfliktgeschichte der Zwischenkriegszeit führen“ (S. 18). Wie unter einem Brennglas führt der Fall Barmat in zeitgenössische Debatten über Demokratie, Kapitalismus, Korruption, moralisches und wirtschaftliches Handeln sowie Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit.” ]]> /2445/feed 0 Buchvorstellung: Sparkassenverband im NS. /2440 /2440#respond Sun, 27 Dec 2020 08:45:09 +0000 /?p=2440 Salden, Janina: Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband zur Zeit des Nationalsozialismus, Stuttgart 2019, rezensiert von Christopher Kopper, Bielefeld. “Auf der Grundlage sehr umfassender Recherchen in staatlichen und verbandseigenen Aktenbeständen präsentiert” die Autorin “eine umfassende Studie, die sich vor allem mit der Mediatisierung des Sparkassenverbands durch die Zwangseingliederung in d

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