Advertise with Googlier.com das Dossier | Schlüsselwort | Michael Forster http://dasdossier.de/recherche/5518?tid=All&reset=Zur%C3%BCcksetzen de Armut als Wachstumsbremse http://dasdossier.de/presseschau/wirtschaft/staat-und-wirtschaft/armut-als-wachstumsbremse <div class="field field-type-text field-field-untertitel"> <div class="field-items"> <div class="field-item odd"> Eine Studie der OECD und ihre Hintergründe </div> </div> </div> <p>Wie die <a href="http://www.oecd.org/social/Focus-Inequality-and-Growth-2014.pdf" class="urlicon urlicon-oecd">OECD</a> mitteilt, behindert die zunehmende Ungleichheit in fast allen Mitgliedstaaten das Wirtschaftswachstum. In Deutschland etwa sei die Wirtschaft zwischen 1990 und 2010 inflationsbereinigt um 26 Prozent gewachsen; ohne Zunahme der Ungleichheit h&auml;tte dieser Wert um rund sechs Prozent h&ouml;her ausfallen k&ouml;nnen. Daher m&uuml;sse die Spreizung der Einkommen von staatlicher Seite bek&auml;mpft werden, insbesondere durch Investitionen in die Bildung und gezielte Transferleistungen an Jugendliche und Familien.</p> <h5 id="Kommentar"> Kommentar</h5> <p>In den deutschen Medien wurden die zentralen Ergebnisse der Studie weitgehend kommentarlos und ohne redaktionelle Bearbeitung abgedruckt, so etwa bei <a href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/oecd-armutsrisiko-101.html" class="urlicon urlicon-tagesschau">Tagesschau</a>, <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-12/armut-bildung-oecd" class="urlicon urlicon-zeit">Zeit </a>und der <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/armut-und-reichtum/oecd-studie-wachsende-ungleichheit-bremst-deutsches-wachstum-13309843.html" class="urlicon urlicon-faz">Frankfurter Allgemeinen</a>. Dabei ist sie neben den nackten Zahlen noch aus anderen Gr&uuml;nden bemerkenswert. Zun&auml;chst wirft sie ein Schlaglicht auf die Umverteilung in den westlichen L&auml;ndern: Seit Mitte der 80er Jahre hat die Ungleichheit in fast allen OECD-Mitgliedstaaten zugenommen, zum Teil sogar deutlich. &Uuml;ber die politischen Hintergr&uuml;nde - in erster Linie w&auml;re hier der forcierte Neoliberalismus zu nennen - schweigen sich die Medien allerdings aus. Vielmehr wird als Erkl&auml;rung auf die wachsenden Unterschiede in der Bildung verwiesen - so, als ob damit allein die Umverteilung zu erkl&auml;ren w&auml;re. Wo bleiben bei diesem Ansatz aber die massiven Steuersenkungen f&uuml;r Gutverdiener und Unternehmen, wo die Beschneidung von Sozialstaat und Arbeitnehmerrechten?</p> <p>Interessant ist auch, dass sich die OECD-Studie einer ganz &auml;hnlichen Grundannahme bedient wie das aktuell vieldiskutierte Werk von Thomas Piketty. Demnach sind Ungleichheit und Armut selbst nicht das Problem, sondern sie sind es nur als Wachstumsbremse. Oder zugespitzt formuliert: die Armut der Unterschicht muss bek&auml;mpft werden, damit Mittel- und Oberschicht von mehr Wachstum profitieren k&ouml;nnen.</p> http://dasdossier.de/presseschau/wirtschaft/staat-und-wirtschaft/armut-als-wachstumsbremse#comments Staat und Wirtschaft Ökonomische Theorie Armut Einkommensunterschiede OECD Deutschland Tue, 09 Dec 2014 10:35:50 +0000 Axel Weipert 5063 at http://dasdossier.de