Liebe Grüße
demon17
]]>was genau reizt dich denn an der Konstruktion spezieller Versformen? Ich sehe keinen Sinn darin einen Alexandriner als Selbstzweck zu schreiben. Im Grunde sind doch alle Versformen total simpel aufgebaut (Der Reiz kann also doch nicht nur durch die Form gegeben sein). Die Abfolge der Silbenbetonungen (viel gibts da nicht zu variieren), die Anzahl der Silben pro Vers und eventuell (wie beim Alexandriner) noch eine genau definierte Platzierung einer Zäsur nach der soundsovielten Silbe. Für mich persönlich liegt mehr der Reiz darin meinem zu verdichtenden Thema eine passende Form zu geben. Wenn ich zufällig auf dieses durch die Zäsuren verstärkte Wechselspiel dualistischer Elemente (These – Antithese) des Alexandriners angewiesen bin, dann schreibe ich einen Alexandriner. Aber diese Form ist ganz schön Asbach Uralt. Da nehme ich mir lieber eine neutralere Form. Wenn man einen Alexandriner laut liest, merkt man schnell, wie altbacken er klingt (zudem wirkt alles furchtbar sortiert). ;-))
Grüßchen
Jonas
Ich finde es spannend zu sehen, dass sich früher viele Spannungen in mir in Formulierungen entladen haben, die mich dazu bewegt haben, sie in Gedichte zu fassen. Die Sprache zu beherrschen war beinahe so wie ihre Inhalte (also meine wirren Gedanken) zu beherrschen und das hat natürlich eine Art Glücksgefühl ausgelöst. Seit einem konkreten Meilensein in meinem Leben habe ich nicht mehr das dringende Bedürfnis Gedichte zu schreiben, so wie früher. Ich formuliere nicht mehr um der Formulierung Willen, sondern habe mit dieser Phase quasi abgeschlossen. Inzwischen kann ich Arthur Rimbaud viel besser verstehen. 😉
]]>aber das ist ein anderes Thema. 😉
]]>Abgesehen davon ergeht es mir beim Dichten nicht so, wie Jonas es in seinem Text beschreibt. Es gibt nicht immer ein Bild am Anfang, manchmal ist es ein Wort, ein bestimmter Reim, eine schöne Versform. Anlässe für kreative Reflexionen, die in Gedichte münden, gibt es viele, wenn man kreativ ist. Man muß immer zwischen der Lesezeit und der gelesenen Zeit unterscheiden. Also die Zeit, die man benötigt, um ein Gedicht zu lesen und die Zeit, die das Gedicht inhaltlich abdeckt, sind verschieden. Mein These betraf die Zeit, die ein Gedicht inhaltlich abdeckt und die ist eben punktueller, bildlicher, weniger linear, als die Zeit, die ein narrativer Text abdeckt.
]]>Auch ist der Zwang zur Abstraktion durch die Schrift wesentlich höher als beim Bild….
]]>Ich denke, dass beim Betrachten von Kunst, egal welcher und mit welchem Sinn immer verschiedene Hirnareale beteiligt sind, das eine mehr, das andere weniger. Ich vermute, dass beim „Betrachten“ von Lyrik Areale beteiligt sind, die auch beim Betrachten eines Bildes eine Rolle spielen (was die Bildlichkeit betrifft). Dass aber ebenso sehr Areale eine Rolle spielen, die beim Betrachten von Musik aktiv sind. Denn die Rezeption von Musik, in der sich Struktur und Inhalt des Werkes in zeitlicher Ausdehnung erschließen, erscheint mir in diesem Punkt der eines Gedichtes sehr ähnlich. Zeit spielt für mich als Dichter eine sehr wichtige Rolle, erscheint mir aber für die Bildende Kunst nicht so ausschlaggebend.
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