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Seit 2000 die Internet Blase platzte und weltweit die Börsen zum Einbrechen brachte, hat sich in Europa und den USA die wirtschaftliche Situation nicht effektiv stabilisieren können. Die Börse erholte sich jeweils kurzfristig, um dann wieder in einem neuen Crash unterzugehen. Letztes Grossereignis war die Immobilienkrise (Subprime Mortgage Crisis) in Folge dessen sich praktisch der ganze Westen von den Staatsbanken her total verschuldete, indem die einzelnen Länder probierten, in Notaktionen Banken und andere Finanzinstitute zu retten. Dies führte bis zum Staatsbankrott in Island und beinahe Bankrotte in anderen Staaten z.B. Griechenland oder Irland.
Ohne diese Argumentationslinie weiter vertiefen zu wollen, zeigt sich in USA und Europa ein Bild von wirtschaftlicher Unsicherheit, welches sich gesellschaftlich ebenso niederschlägt. Vielerorts sind die Menschen verunsichert und haben Angst vor der Zukunft. Verstärkt wird diese durch die offensichtliche Resistenz Chinas gegenüber dieser Krise. Es scheint sogar, dass die chinesische Wirtschaft von der Krise profitieren kann, weil sie durch den zunehmend sparsamen Westen noch mehr von ihren preiswerten Gütern absetzen kann.
Bereits nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde sichtbar, dass die Vormachtstellung Europas gebrochen war. Das britische und das französische Imperium lösten sich auf und sowohl Frankreich wie auch Britannien landeten langsam aber sicher in der Versenkung der politischen Bedeutungslosigkeit. Dank den USA und der UdSSR verlagerte sich die Macht anfänglich nur innerhalb der westlichen Mächte. Asien, Afrika und Lateinamerika hatten auf der politischen Weltbühne weiterhin nichts zu bestellen.
Während sich die UdSSR ab den 1980er Jahren langsam auflöste, probierte Europa durch die Bildung der EU wieder an wirtschaftlichen und politischen Einfluss zu gewinnen und in diesem Stadium des Versuchs ist sie heute noch. Wirklichen Einfluss hat sich nicht, es sei denn durch einzelne Exponenten wie Frankreich oder England. Der einzige verbliebene Machtfaktor, ist ein militärischer, nämlich die Nato, welche aber oft auch nur ein zahnloser Tiger zu sein scheint. So konnte sie nicht einmal auf europäischem Territorium das wahnwitzige Massaker von Srebrenica verhindern.Wirtschaftlich hat der Westen Mühe, die Arbeitslosigkeit ist in vielen Ländern nicht zu bändigen und nimmt eher zu als ab. Die Angst vor der aufstrebenden Macht China scheint berechtigt.
Es wird zwar oft vom Schreckensgespenst China gesprochen und nicht wenig wird Nostradamus’ „Prophezeiung“ der gelben Gefahr heraufbeschworen. Das ist eher ein Phantom. Die Angst, die Europa wirklich bedrückt ist, die Angst im Wettbewerb mit dem Rest der Welt, allen voran China, nicht mehr bestehen zu können und als Folge den Lebensstandard nach unten anpassen zu müssen. Vielleicht steht auch noch mehr dahinter, nämlich die Konfrontation mit dem Selbstbild, dass Europa der Nabel der Welt ist Dies gekoppelt an die Vorstellung, dass zwar alle Menschen gleich sind, die Europäer aber trotzdem irgendwie besser sind als die Asiaten, Afrikaner oder Lateinamerikaner. Diesem Selbstbild wird der Spiegel in Form der erfolgreichen Chinesen entgegen gehalten. In den Schulbüchern hat der Europäer die Bilder von kollektiv denkenden, jeder Individualität deprivierten Wesen im Kopf, die mit primitivsten Mitteln irgendwo Steine schleppten. Und nun sind wie aus dem Nichts eben diese Menschen die neuen Wirtschaftskapitäne der Welt.
Diese Konfrontation zusammen mit den wirtschaftlichen Problemen führt in Europa zu einer zunehmend isolationistischen Politik. Statt einer offenen Einstellung, klammert man sich an das Wenige, das man hat. Die neusten Ereignisse in Nordafrika zeigen dies sinnbildlich. Warum sich von den Diktatoren distanzieren? Sie stehen doch für Stabilität, sprich für den Status Quo. Ob dieser menschenverachtend ist, spielt keine Rolle, Hauptsache, Europa muss sich nicht bewegen. Erst im letzten Moment und nur auf Drängen Frankreichs hat der Western eigelenkt, gegen Gadaffi vorzugehen. In Syrien, Algerien, Jemen oder Marokko übt sich die europäische Politik in Schweigen. Dazu kommt die unsägliche Flüchtlingspolitik. Eine Europäische Union mit 500 Millionen Einwohnern hat keinen Platz für ein paar zehntausend Flüchtlinge aus Nordafrika. Statt den befreiten und sich befreienden Ländern die maximale Solidarität anzubieten, windet sich Europa und zeigt unverkennbar den Menschen Nordafrika die kalte Schulter.
In der Wirtschaftslehre spricht man häufig von Opportunities, Chancen, die es zu ergreifen gilt. Europa ist so beschäftigt mit sich und seiner Angst, dass es die Gelegenheiten nicht erkennt, nicht einmal wenn diese gerade vor der eigenen Haustüre sitzen. Es würde mich nicht überraschen, wenn die Chinesen bereits jetzt mit den neuen und zukünftign Machthabern in Nordafrika die Verträge unter Dach und Fach haben!
Since the Internet bubble burst in the year 2000 and brought the world’s stock markets to collapse neither Europe and nor the U.S. could really stabilize the economic situation. The stock market rebounded shortly only to crash unnoticed again soon after. The most recent major event was the subprime mortgage crisis. As a result of this, virtually all national banks of the western countries tried to rescue private banks and other financial institutions. This led to national bankruptcy in Iceland and almost bankruptcies in other states as Greece and Ireland.
Without further deepening this line of argument it does show in the U.S. and in Europe a picture of economic uncertainty, which is reflected in society as well. In many places people are insecure and are afraid of the future. This is reinforced by the apparent resistance of China towards to the crisis. It even seems that the Chinese economy can profit from the crisis because it sells more goods to the increasingly thrifty western countries.
Even after the end of World War II was a sign that the supremacy of Europe was broken. The British and the French empire dissolved and both France and Britain ended up slowly but surely in the sinking of political irrelevance. Thanks to the U.S. and the USSR, power has shifted initially only within the Western powers. Asia, Africa and Latin America had to order on the world political stage still nothing.
As the USSR broke slowly from the 1980s, tried to win Europe due to the formation of the EU to regain economic and political influence, and at this stage of the experiment it is today. Real influence has not, except by individual exponents such as France or England. The only remaining power factor, is a military, namely NATO, but which often seems to be just a toothless tiger. So they could not even verhindern.Wirtschaftlich on European territory, the insane massacre of Srebrenica, the West has trouble, unemployment in many countries, not to subdue and take rather than decrease. The fear of the rising power China seems justified.
Although it is spoken often of the specter of China and not a little to be Nostradamus‘ „prediction“ of the yellow peril invoked. This is more of a phantom. The fear that Europe is really depressed, fear competing with the rest of the world, especially China to survive, and can not adapt as a result the standard of living down to need. Perhaps is even more to it, namely the confrontation with the self-image, that Europe is the center of the world, this coupled with the notion that while all people are equal, the Europeans but still somehow better than the Asians, Africans or Latin Americans. This self-image is held against the mirror in the form of the successful Chinese. In the textbooks, the Europeans, the images of collective thinking, being deprived of any individuality in mind, the most primitive equipment dragged somewhere stones. And now, out of nowhere the same people, the new captains of industry in the world.
This confrontation with the economic problems in Europe leads to an increasingly isolationist policy. Instead of an open mind, you cling to what little you have. The latest developments in North Africa show this symbolically. Why distance themselves from the dictators? They are but for stability, that is for the status quo. Whether this is inhuman, does not matter, main thing is that Europe must not move. Only at the last moment and only at the insistence of France, the Western eigelenkt has to take action against Gaddafi. In Syria, Algeria, Yemen, Morocco, the European policy acts in silence. Then there is the unspeakable refugee policy. A European Union with 500 million inhabitants, has no place for a few tens of thousands of refugees from North Africa. Instead of the liberated and liberating countries offer the maximum solidarity to overcome Europe and unmistakably shows the people of Northern Africa the cold shoulder.
In economics it is often of opportunities, opportunities that need to be taken. Europe is so concerned with himself and his fear that it will not recognize the opportunities, even if they just sit in his own front door. It would not surprise me if the Chinese are now with the new and zukünftign rulers in North Africa have the contracts signed and sealed!
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Im Mai 2011 wurde Ratko Mladic verhaftet. Ihm wird die Hauptschuld am Massaker von Srebrenica angelastet. Damals wurden unter seinem Befehl 8000 muslimische Männer und Jungen im Alter von 12 bis 77 Jahren grausam umgebracht. Es war dies ein trauriger Höhepunkt der „ethnischen Säuberung“ Bosniens durch die Serben. Es ist dies auch ein Symbol und Fakt, dass in Europa immer noch Minderheiten ausgegrenzt werden oder schlimmer noch vernichtet.
In diesem Sinne erinnere ich an die unschuldigen Opfer von Srebrenica und an die Umstände, die dieses Massaker ermöglichten.


Yesterday Ratko Mladic was arrested. As the main culprit he is accused of the massacre of Srebrenica. Under his command 8,000 Muslim men and boys aged 12 to 77 years were brutally murdered. This was the sad climax of the „ethnic cleansing“ of Bosnia by the Serbs. This is also a symbol and a fact that minorities in Europe are still marginalized, or worse yet destroyed.
In that sense, I commemorate the innocent victims of Srebrenica and the circumstances that allowed this massacre.
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Ein Diktator, der die Bevölkerung seines eigenen Landes mit der Armee bekämpft, schafft sich wenig Freunde. Dennoch umgibt Oberst Gaddafi, der sich selbst Revolutionsführer nennt, eine Aura, die bei vielen Menschen in der arabischen Welt derjenigen von Che Guevara ähnelt. Auch im Westen hat Gaddafi Bewunderer, so äusserte sich z.B. der schweizer Intellektuelle Jean Ziegler mehrmals anerkennend, wenn es um die Person Gaddafis ging. Jean Ziegler ist ein differenzierter Mensch und seine Bewunderung hat berechtigte Gründe. Wenn heute in der Euphorie des Sieges über Gaddafi alle, die jemals etwas Positives über Gaddafi geäussert haben, in der Öffentlichkeit geächtet werden, ist das äusserst kritisch zu betrachten. Die Argumentation, die in diesem Artikel vertreten wird, geht in die Richtung, dass es wichtige Gründe sind, warum Gaddafi bei vielen Menschen hohes Ansehen geniesst. Ohne in die Details gehen zu wollen, soll hier eine Übersicht über das Phänomen „Gaddafi als Symbolfigur“ aufgezeichnet werden.
Grund für die Bewunderung Gaddafis
Wenn die westlichen Alliierten heute berechtigterweise militärisch gegen das Regime Gaddafis vorgehen, so hat der Westen doch in der Vergangenheit eine sehr umstrittene und zwiespältige Nahost- und Arabien Politik betrieben. Diese Politik zielte in ganz verschiedene Richtungen, meistens aber gegen die Interessen der jeweils lokalen Bevölkerung. Allem voran steht die blinde Unterstützung Israels mit der parallel laufenden Anprangerung und Benachteiligung der Palästinenser. Daneben wurden oftmals Regimes unterstützt, die ähnlich wie Gaddafi die Rechte der Bevölkerung mit Füssen traten, z.B. Iran unter dem Shah, Saudi-Arabien, Ägypten, Marokko, Kuwait, Bahrein oder dem Irak unter Saddam Hussain.
Diese politische Inkonsistenz des Rufes nach Menschenrechten und Demokratie des Westens bei gleichzeitiger Unterstützung anti-demokratischer Regime führte bei vielen Menschen der arabischen resp. in der ganzen islamischen Welt zu anti-westlichen Gefühlen. Auf diesem Nährboden konnte Gaddafi seine oft populistischen Parolen verbreiten und sich in Szene setzen als derjenige, der sich als einziger arabischer Machthaber nicht scheute, nicht nach der Pfeife des Westens zu tanzen. Das war und ist immer noch attraktiv. Das viele Geld aus dem Ölgeschäft hat es ihm zusätzlich ermöglicht, eine gut laufende Propaganda aufzuziehen und gleichzeitig Libyen zu modernisieren und so gleichsam den (Schein-)Beweis zu liefern, dass er ein modernen Herrscher zum Wohle seines Landes ist. Gaddafi provozierte den Westen auf vielfältige Weise u.a. mit Anschlägen, worauf der Westen mit harten Sanktionen reagierte und damit Gaddafi quasi zum lebenden Märtyrer machte. Auch das gehört zu einer Legende, provozieren und dennoch immer wieder heil aus Konflikten hervorgehen. Das wirkt und hat die Macht einen Diktator wie Gaddafi zum Helden zu stilisieren.
Nun scheint aber das Image von Gaddafi angeschlagen und auch die beste Propaganda kann nicht verschleiern, dass es sich bei Gaddafi eben einfach nur um einen Diktator handelt, der „sein“ Volk ausnutzt und der einem Menschenleben keinen hohen Stellenwert beimisst.
Historische Chance des Westens
Wenn der als Symbol für den Kampf gegen den „bösen“ Westen, Gaddafi, gerade von ebendiesem Westen angegriffen wird und dies mit Unterstützung der arabischen Liga und noch wichtiger von grossen Teilen der arabischen Bevölkerung erfolgt, so ist das eine einzigartige Chance auf einen Neuanfang in den Beziehungen zwischen dem Westen und der arabischen Welt. Bedingung ist allerdings, dass sich jetzt auch der Westen anpasst und seine Unterstützung von Unrechtsregimen überdenkt und korrigiert. Hier miteingeschlossen ist eine Neuausrichtung der Israel/Palästina-Politik. Wenn dies gelingen sollte, so könnte der Fall des Symbols Gaddafi zu einer nachhaltigen positiven Kehrtwende in der politischen Landschaft der südlichen und östlichen Mittelmeer Anrainer (und darüber hinaus) werden.
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]]>Auf Arabisch sagt man Maktub, „es steht geschrieben“. Das Wort ist verwandt mit dem ebenfalls arabischen Begriff Kismet (oder Qismat) und meint, dass die Menschen nur in beschränktem Mass ihre Geschicke an die eigene Hand nehmen können. Dahinter steht die religiöse Vorstellung, dass das Lebensbuch jeden Menschens von Gott vorgezeichnet ist. Im Westen wurde dies sehr oft mit orientalischem Fatalismus gleichgesetzt, um den Menschen des Orients gleichsam jegliche Selbstbestimmung abzusprechen. Die aktuelle Krise in Libyen zeigt jetzt eine komplette Umkehrung dieses Bildes. In Libyen möchte die Bevölkerung die Selbstbestimmung und kämpft dafür. Der mit westlicher Hilfe bis an die Zähne bewaffnete Gaddafi bekämpft seine nach Freiheit strebende Bevölkerung mit den modernsten Waffen, wohingegen die FreiheitskämpferInnen mit primitivsten Waffen ausgerüstet sind.
Abwarten, Maktub, es kommt wie es kommen muss, sagen sich die westlichen Politiker. Wir nehmen unser Schicksal in die eigenen Hände, auch um den Preis des eigenen Lebens, sagen sich die Orientalen.
Der einstige Hoffnungsträger für die islamische Welt, Barack Obama, sagte am 4.3.2011, als es darum ging militärische Massnahmen gegen das Gaddafi Regime einzuleiten: „Alle Optionen sind offen“. Wirklich alle? Ich befürchte, dass dies auch einschliesst, dass man wieder mit einem „siegreichen“ Gaddafi-Regime Geschäfte machen würde.
Vive la Révolution, mutiges Frankreich
Einzig Frankreich möchte offenbar Fehler korrigieren, die es mit dem Regime des tunesischen Diktators Zine El-Abidine Ben Ali gemacht hat und unterstützt die libysche Revolution. Da hat Sarkozy Mut bewiesen, als einziger westlicher Politiker.
Mutige Schweiz
Obwohl der Schweiz in der jetzigen Krise kaum eine Bedeutung zukommt, muss man doch erwähnen, dass sich die Schweiz schon vor zwei Jahren wagte, dem Diktator die Stirn zu bieten und 2010 ein Einreiseverbot für hochrangige Libyer verhängte. Dies weil Gaddafi zwei Schweizer entführte und diese während zwei Jahren gefangen hielt. Die EU aber sah ihre Interessen in Libyen gefährdet und übte soviel Druck auf die Schweiz aus, bis diese die (Schengen)Visabestimmungen wieder aufhob.
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