Ich finde es immer wieder erschreckend, auf welch Reaktionen man stößt, wenn man solch Gedankengut gegenüber Anderen äußert und wie sich dieser „Virus“ in vielen festgesetzt hat, dass es sich hierbei um etwas absolut Falsches handelt, obwohl es diese Art der Beziehungen schon länger als dieses Jahrhundert gibt.
Was tut mehr weh? Das Geheime, hinter dem Rücken seines Partners oder das offene Gespräch darüber, seine Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen zu äußern und zu versuchen, gemeinsam auf einen Nenner zu kommen und ggf. einen gemeinsamen Weg einschlagen, Erfahrungen sammeln, anstatt es zu Verheimlichen, Eifersucht und misstrauen zu schüren und dem Anderen nicht mal die Chance zu geben, sich damit auseinander zu setzten und entscheiden zu können ob man selbst diesen Weg mitgehen möchte/kann. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis habe ich leider viel zu oft die Erfahrung gemacht, dass in einigen Partnerschaften einfach viel zu wenig geredet wird. Was man mit guten Freunden bis ins kleinste Detail auseinander pflückt und sich ungezwungen über so ziemlich alles unterhält und auch amüsiert, ist es in manch einer Beziehung der größte Horror darüber zu sprechen.
]]>So. Wenn ich von geschütztem Verkehr spreche, dann meine ich selbstverständlich auch geschützten Oralverkehr und was den Jungen betrifft: Kinder sind weit weniger vorurteilsbehaftet als Erwachsene. Wenn sie mit bestimmten Situationen aufwachsen, finden sie sie einfach normal. Ansonsten spreche ich mit ihm über Aspekte der Sexualität ebenso ungezwungen wie über Anderes auch. Denn ich möchte nicht, dass er wegen meines verklemmten Rumgedruckses selbst verklemmt wird.
]]>Was mich auch noch interessieren würde: Wie erklärst du die ganze Sache eigentlichen eurem Sohn?
]]>In Deinem Bericht waren auf jeden Fall ein paar sehr gute Denkanstöße. Regel 1 und 3-5 sind mir intuitiv auch schon gekommen, Regel 2 ist neu und sinnvoll.
Interessant wäre auch mal ein Erfahrungsbericht von einem (Ehe-)Paar, welches schon zwanzig/dreißig Jahre so lebt und wie es beiden emotional geht.
]]>Du behauptest, meine Beziehung, die ich als eine feste geschildert habe, sei in Wirklichkeit nicht fest, sondern aufgrund ihrer Offenheit unfest/lose. Vielleicht betrachtest du Offenheit sogar als das Gegenteil von Festigkeit oder bist der Meinung, dass nur eine „unfreie“ (d.h. monogame?) Beziehung wirklich fest sein könne. Jedenfalls kommst du zu dem absurden Schluß, in einer offenen Beziehung könne es kein gegenseitiges Vertrauen geben.
Ich sehe das alles sehr anders und Vernunft und Logik geben mir da Recht. Die Festigkeit einer Beziehung macht sich meinem Verständnis nach an der Enge der Bindung fest, die Offenheit hingegen an der Zahl der Bindungen. Offenheit und Festigkeit sind ergo zwei verschiedene Dimensionen. Und weil sie keinen kausalen Zusammenhang haben, unterliegen sie der Möglichkeit freier Kombinatorik: Eine Beziehung kann fest und geschlossen sein (Monogamie), sie kann fest und offen sein (Polygamie), sie kann lose und geschlossen sein (monogame Fickfreundschaft) oder lose und offen (polygame Fickfreundschaft) sein. Würde sich Festigkeit an der Zahl der Bindungen fest machen, wie es deinem Verständnis entspricht, könnte es nur entweder Mono-Ehen oder Poly-Freundschaften geben, wofür es in der Realität zahlreiche Gegenbeispiele gibt. Der Begriff der „Offenheit“ wäre in diesem Falle redundant, was er in Wirklichkeit aber nicht ist. Festigkeit und Geschlossenheit, bzw. Unfestigkeit und Offenheit synonym zu verwenden, wie du es tust, ist nicht sprachökonomisch. Dein Verständnis von Festigkeit ist ergo nicht besonders plausibel.
Was nun die Festigkeit meiner offenen Ehe betrifft: Ein gemeinsames Bett, einen gemeinsamen Alltag, den Wunsch, füreinander da zu sein und miteinander alt zu werden, aber vor allem auch eine auf Vertrauen und Ehrlichkeit basierende emotionale Bindung sowie intellektuelle Geborgenheit im Gedankenaustausch – das alles empfinde ich doch als ziemlich eng. Ich sehe keinen Punkt, in dem die Enge (d.h. nach meinem Verständnis die Festigkeit) meiner Beziehung der Enge monogamer Beziehungen irgendwie nachstünde. Sie ist, im Gegenteil, von derselben, wenn nicht sogar von höherer Güte, da wir uns trotz Offenheit, trotz der Existenz anderer Partner, jeden Tag neu für das gemeinsame Leben entscheiden. Das Gegenteil wäre erst noch zu beweisen.
Welche konsistenten Definitionen, welche Beweise kannst du für die „Richtigkeit“ deiner Gedanken anführen?
]]>@Ole: Ja, wie gesagt, ich muß da noch ein bisschen an mir arbeiten, bis das für mich ohne Nummer 5 geht.
]]>Ich für meinen Teil, habe nicht so ein großes Problem mit dem Vorschwärmen, so lange ich zeitnah ebenfalls etwas Bestätigung erhalte.
Sonst verfalle ich ebenfalls schnell in Unsicherheit, was letztlich ja der Grund für Eifersucht ist.
Regel 1-4 könnte ich aber so als Grundsatz gut unterschreiben.
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