Die Ardessie Falls in den schottischen Highlands fristen ein unbeachtetes Dasein. Nur selten werden sie besucht, nicht mal ein Hinweisschild gibt es, der Pfad hinauf zu den Fällen ist nicht ausgeschildert. Dabei sind sie wunderschön: Beinahe ein Dutzend, zum Teil große und eindrucksvolle Wasserfälle, reiht sich aneinander.
Das Abenteuer beginnt, wenn man versucht, die Ardessie Falls zu finden. Eine Parkmöglichkeit findet man vor dem Versorgungsgebäude an der A832, die am Little Loch Broom entlang führt. Von dort aus geht man ostwärts an der Straße entlang und überquert den Bach Allt Airdeasaidh. Kurz danach befindet sich auf der rechten Straßenseite der Einstieg zum Pfad zu den Wasserfällen. Einen eindeutigen Startpunkt gibt es nicht. Hier muss sich jeder die Steilheit oder Glitschigkeit des Untergrundes suchen, der am besten zu den eigenen Kletterkünsten passt.

Einen offiziellen Pfad entlang des Baches sucht man nun vergeblich. Zwar sieht man, wo der eine oder andere langgelaufen ist, nach Regenfällen sind gegangene Pfade jedoch meist matschig und man versinkt tief.
Die Stecke zu den Ardessie Falls ist nur etwa 1,3 km lang. Sie ist durchgängig aufsteigend und bis zum oberen Wasserfall (der auf meinem Bild) sind etwa 220 Höhenmeter zu überwinden. Zeitlich sollte man 40-60 Minuten für den Hinweg einplanen. Das liegt zum einen am morastigen Boden und der ständigen Suche nach einem gangbaren Weg. Zum anderen liegt es aber auch daran, dass auf dem Weg zahlreichen kleine und große Wasserfälle zu bestaunen sind.

Mach beim Aufstieg unbedingt die eine oder andere Pause, denn die Umgebung ist wunderschön.
Oben angekommen bot sich mir eine große Überraschung: Mein Komposition war nicht realisierbar. Ich hatte vor, die oberen Ardessie Falls von links zu fotografieren und dabei den Berg Sail Mhòr im Hintergrund zur Geltung kommen zu lassen. Problem: Im Vordergrund lag ein riesiger Felsen und links davon waren die Bäume zahlreiche. Rechts am Felsen vorbei fotografiert war der Berg nicht mehr mittig. Und unten unter den Bäumen hindurch verschwand der Berg komplett.


Mir blieb also nur der Versuch, kletternd auf den Felsbrocken hinaufzukommen. Geübte Kletterer schaffen das mit links, mich Ungeübtem mit schwerem Equipment auf dem Rücken stellte es vor eine Herausforderung.
Als ich oben ankam, baute ich mein Stativ auf und versuchte, auf der kleinen Felsfläche sitzend so vorsichtig zu agieren, dass mir nichts herunterfällt.

Es regnete, als ich mit dem Fotografieren begann. Das war einerseits hinderlich, denn ständig musste ich die Filter trocken wischen. Andererseits sorgte das aber auch für genau die dramatische schottische Stimmung, die ich mir vorgestellt hatte.
Ich machte eine große Anzahl von Bildern mit unterschiedlichen Belichtungszeiten, um später die Möglichkeit zu haben, mir die besten Himmelsstimmungen und den besten Weichzeichnungseffekt beim Wasser heraussuchen zu können.
Der Rückweg vom Berg ging dann übrigens relativ schnell. Als ich mir meine gegangene Route anschaute, wurde klar: Ich bin ziemlich suchend durch die Gegend gehüpft, immer im Versuch, nicht im Morast zu versinken.

In Lightroom machte ich nur ganz geringe Edits (Lichter minus, Tiefen plus) an den vier Bildern, die ich für die Endmontage ausgesucht hatte. Danach übergab ich sie mit der Funktion „In Photoshop als Ebenen öffnen“ an die Betaversion von Photoshop.

Über „Bearbeiten | Ebenen automatisch ausrichten“ korrigierte ich kleine Positionsfehler der Bilder und sorgte dafür, dass ich sie übereinander gelegt sauber ineinander maskieren konnte. das tat ich dann auch und holte mir so z.B. einen dramatischen Himmel, sehr dunkle Ränder und ein weich fließendes Wasser gleichzeitig in ein Bild.

Mir war wichtig, dass ich einen Referenzpunkt bekomme, über den für den Betrachter die Größenverhältnisse klar werden. Da ich die ganze Zeit alleine an den Ardessie Falls war, konnte ich niemanden fragen, mir kurz Model zu stehen. Also bemühte ich die generative Bildkorrektur von Photoshop, um mir eine Person an richtiger Stelle und in passender Größe zu generieren.
In Lightroom erfolgte der letzte Schliff: Ich softete das gesamte Bild mit einem Struktur-Minuswert ab und schärfte die Struktur anschließend in den Bereichen, in die ich den Blick führen wollte. Im Bereich des Berges verstärkte ich den Lichteinfall und beim Wasser sorgte ich für Klarheit und hellere Weißwerte. Außerdem bekam das Wasser eine kältere Farbabstimmung.
Den Farblook bekam das Bild über ein einfaches Korrektursetting im Farbmischer von Lightroom.
Die Reitbrooker Mühle ist eine der bekanntesten Windmühlen in Hamburg. Im Gensatz zu anderen Mühlen besitzt die Reitbrooker Mühle noch ihre ursprünglichen Flügel. Seit ihrer Errichtung im Jahr 1870 hat sie zahlreiche Veränderungen und Renovierungen durchlaufen und steht heute unter Denkmalschutz. Sie befindet sich in Familienbesitz und im Gebäude wird auch heute noch Getreide gemahlen. Allerdings elektrisch, die Mühle ist nur optische Garnitur.
Auf meinem Weg nach Hamburg machte ich halt am Elbe-Seitenarm „Dove Elbe“. Hier findet man die Reitbrooker Mühle, das Wahrzeichen des Ortes Reitbrook, am südöstlichen Rand von Hamburg.
Als ich die Mühle zum ersten Mal auf einigen Fotos gesehen hatte, war ich erstaunt, dass sie immer aus derselben Perspektive gezeigt wurde. Ich fragte mich, ob es nicht auch andere attraktive Standpunkte geben könnte, um die Schönheit der Mühle zu erfassen. Doch als ich schließlich vor Ort ankam, wurde mir schnell klar, dass es außer dem Platz am gegenüberliegenden Flussufer kaum eine Möglichkeit gab, die Mühle in all ihrer Pracht abzulichten. Da Drohnenflüge hier verboten sind, wählte ich daher auch die klassische Perspektive.

An diesem Abend hatte ich mit Enten zu kämpfen. Obwohl das Wasser eine wunderbare Ruhe ausstrahlte und ich eine nahezu perfekte Spiegelung der Mühle im Wasser erhielt, vermasselten mir die Enten immer wieder das Bild, indem sie durchs Bild schwammen und die Wasseroberfläche für Minuten zerkräuselten.

Die ersten Bilder entstanden, als die Sonne am Horizont stand. Zum Glück blieb ich noch eine ganze Weile, denn richtig eindrucksvoll wurde die Szenerie erst, als es dunkler wurde und die Lichter der Reitbrooker Mühle eingeschaltet wurden. Meine Kamera stand auf dem Stativ und mithilfe eines ND-Filters konnte ich so lange belichten, dass die Scheinwerfer vorbeifahrender Autos zu langen Lichtlinien wurden. Vom ersten Sonnenuntergangsbild bis zum finalen Foto mit beleuchteter Mühle vergingen mehr als anderthalb Stunden.
Das Ausgangsbild brachte bereits alles Wichtige mit, ich konnte daher auf große Photoshop-Zaubereien verzichten. Die neuen Lightroom-AI-Korrekturtools halfen mir dabei, störende Elemente aus dem Bild zu entfernen. Ich entfernte Äste und Gräser, aber auch störende Elemente im Wasser. Und ich schaltete einige Lichter aus, um den Betrachter nicht von der Mühle abzulenken.
Die finalen Farb- und Kontrastanpassungen kann man am besten beurteilen, wenn man mit dem vorher-/nachher-Slider spielt:
Der Eibsee am Morgen bietet viele lohnenswerte Motive. Dieses hier hat den Nachteil, dass der Weg dorthin vom Parkplatz oder Hotel aus maximal lang ist. Ein Fall für den Wecker…
Früh aufzustehen, ist nicht mein Ding. Nach einer ultrakurzen Nacht im Halbdunkeln die Sachen packen, auf allen Vieren aus dem Zimmer schleichen, um andere im Hotel nicht zu wecken, … auf all das würde ich gerne verzichten. Wenn da nicht die Aussicht auf schöne Bilder wäre.
Der Eibsee, dieser wunderschöne Bergsee in Bayern, ist so ein Grund für frühes Aufstehen. Viele Menschen (und ich jetzt auch) finden, dass es am Morgen besonders schön dort ist. Das hat mehrere Gründe:
Die Fotolocation, die ich mir ausgesucht hatte, steht in den Wanderführern als „Wankle“. Der Aussichtspunkt ist sogar mit einem Hinweisschild für Wanderer markiert:

Problem ist nur: „Wankle“ liegt so weit weg vom Parkplatz wie nur irgendwie möglich. 45 Minuten sagte meine Wander-App als Gehzeit voraus. Damit war klar: Das wird ein ultrafrüher Start.
Wenn du diesen Trip auch vor dir hast, kommt hier eine zeitliche Einschätzung: Wenn du am Eibsee-Hotel (dort sind die Parkplätze) startest und vor Sonnenaufgang ohne größere Pausen mit kräftigem Schritt unterwegs bist, dann schaffst du die Strecke in etwas über 30 Minuten:

Da ich nicht wusste, wann die Sonne über die Hügel des umliegenden Gebirges streicht, hatte ich einiges an Zeitpuffer eingeplant. Zu viel Puffer, wie sich herausstellte. Denn von meinem Eintreffen am Spot bis zum fertigen Bild vergingen noch beinahe 2 Stunden. Aber: Besser zu früh, als zu spät.
Also suchte ich nach einer guten Perspektive. Zunächst experimentierte ich mit Felsen, Pflanzen im Vordergrund. Irgendwann wurde mir aber klar: Der wundervolle Wasserspiegel und die endlose Wasserfläche im Vordergrund sind hier den Hingucker. Ich setzte einen GND-Filter auf die Kamera, später, als es heller wurde, kam noch ein ND-Filter hinzu. Ich wollte die Strukturen im Himmel so weich wie möglich zeigen.

Die Zeit vom Kamera-Setup bis zum Sonnenaufgang verbrachte ich damit, die wundervolle Natur am Eibsee zu genießen. Da war einiges Los im See:
Dann ging alles ganz schnell. Zunächst sah es so aus, als würde der Himmel die Sonne nicht freigeben. Kurz vor Sonnenaufgang waren dichte Wolken unterwegs. Doch dann klarte es innerhalb von Minuten auf und die Sonne durchleuchtete den Dunst über dem Eibsee am Morgen.
Nachdem das Bild im Kasten war, startete die Seilbahn zum Eibsee ihren Betrieb und die bis dahin von Naturlauten geprägte Szenerie wurde langsam von der Zivilisation zurückerobert. Auf dem Weg zurück zum Parkplatz waren dann auch schon deutlich mehr Menschen auf dem Wanderweg um den See herum unterwegs.
Kurz vor dem Parkplatz wurde mir bewusst, welches Glück ich hatte: Der gesamte Eibsee war von Blütenstaub belegt. Dadurch waren in Ufernähe überall dicke gelbe Schlieren im See sichtbar. Überall? Nein, genau da, wo ich an diesem Morgen stand, war der See klar 

Alle Anpassungen für dieses Bild erfolgten in Lightroom. Photoshop war nicht im Spiel. Zunächst setzte ich eine ganze Reihe von Masken ein, um den Blick in die Bildmitte zu lenken. Der Dunst war an diesem Morgen vorhanden gewesen, das RAW zeigte ihn aber nur enttäuschend schwach. Also legte ich das Hauptaugenmerk in der Bildbearbeitung darauf, Dunst und eine sonnendurchflutete Situation des Eibsee am Morgen zu unterstützen.
Zum Schluss verstärkte ich die Kontrastwerte in einigen Bereichen, legte Struktur auf die Kanten der kleinen Insel und der Baumenden links im Bild und legte einen Farblook über das Bild.
Den Weg vom Ausgangsfoto zum fertigen Bild zeigt der vorher/nachher-Slider:
Die Sonne geht unter, südlich von Lahnstein am Rhein. Das warme Abendlicht beleuchtet die Marksburg von der Seite. Und mit ein bisschen Hilfe von Photoshop und Lightroom entstand ein stimmungsvolles Bild.
Ich habe mir vor der Anreise andere Fotos der Marksburg angesehen. Darunter auch Bilder, die von der Kerkertser Platte aus gemacht wurden, mit dem Rhein rechts von der Burg. Mein Wunschmotiv war jedoch ein anderes: Ich wollte die Burg auf dem Burgberg thronend darstellen, mit möglichst viel Grün drumherum. So, als würde sie aus dem Wald herausragen.
Als möglichen Fotopoint hatte ich mir mehrere Stellen auf dem oberen Mühlbergweg gegenüber der Burg markiert. Als ich ankam, merkte ich schnell: Ich hatte mich zeitlich verschätzt. Die Sonne war bereits dabei, unterzugehen. Ich wusste allerdings noch nicht so genau, wo ich hin wollte.

Schnell stellte ich das Auto in einer kleinen Parkbucht ab und lief den Mühlbergweg hinauf. Zunächst viel zu weit: An der Stelle, an der er eine Kehre macht, gibt es zwar eine schöne Aussicht, jedoch für meinen Plan zu viel Fluss und zu viel Ortschaft unterhalb der Marksburg. Also lief ich wieder zurück. Am Ende hatte ich meinen Wunsch-Spot etwa genau zwischen den beiden Stellen gefunden, die für Wanderer als besonders lohnenswerte Aussichtspunkte angegeben werden.

Ich baute das Stativ auf, setzte ND und GND-Filter vor die Linse und schoss einige Fotos mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Da wenig Bewegung im Himmel war, fand ich die Langzeitbelichtungen jedoch nicht so spannend.
Ich erlebte noch die letzten Minuten des Sonnenunterganges und hatte das Glück, einige Bilder mit Sonnenschein und einige ganz ohne aufnehmen zu können. Das sollte sich später als glückliche Fügung herausstellen.

Die Abendsonne auf den Bildern hatte nicht nur die Burg erleuchtet: Das Sonnenlicht brachte auch die Bäume und Sträucher im Vordergrund zum Leuchten. Das lenkte von meinem Hauptmotiv ab.
In Photoshop legte ich drei meiner Aufnahmen übereinander, richtete sie zueinander aus und maskierte auf der Aufnahme mit Sonnenlicht den Wald unterhalb der Burg ohne Sonne von einer anderen Aufnahme durch. Dadurch entstand der Eindruck, das Sonnenlicht hätte im letzten Moment nur noch die Spitze des Burgberges gestreift.

Nachdem ich einige störende Elemente aus dem Bild entfernt hatte (auch die restlichen paar Häuser unten rechts), übergab ich das Bild an Lightroom. Hier wurde die Radialmaske wichtig, denn mit einigen dieser Masken verstärkte ich das Sonnenlicht von rechts und versuchte den Eindruck zu erzeugen, das Sonnenlicht würde von rechts überstrahlen und den Dunst durchscheinen.

Mit dem vorher-/nachher-Slider kann man den Weg vom Foto ohne Sonnenlicht hin zum fertigen Bild gut nachvollziehen:
Eindrucksvolle Architektur in Hannover: Das Verwaltungsgebäude der NordLB stand auf Platz 2 der Gebäude in Hannover, die ich unbedingt fotografieren wollte. Durch Ausfall von Platz 1 kam ich in den Genuss dieser außergewöhnlichen Architektur.
Ich war nur auf der Durchreise und vorher war klar: Ich würde nur einen Abend fotografieren können. Eigentlich hatte ich vor, das Rathaus in Hannover abzulichten. Als ich mir bei Google die Bilder der letzten Tage ansah, wurde mir aber bewusst: Die beiden Türme des Rathauses waren eingerüstet und verhüllt. Kein optimales Motiv, etwas anderes musste her.

Das Verwaltungsgebäude der NordLB Hannover hatte daher meine volle Aufmerksamkeit. Mein Traummotiv war, diese Architektur zur blauen Stunde, wenn die Lichter eingeschaltet werden, mit darüber herziehenden Wolken zu fotografieren. Das Wetter machte mir jedoch einen Strich durch die Rechnung: Der Himmel war so klar, wie es klarer nicht ging.
Ich war viel zu früh vor Ort. Etwas Sicherheit kann ja nicht schaden, dachte ich mir. Und unterschätzte dabei, wie lange es dauert, bis die Sonne so ein hohes Gebäude nicht mehr anstrahlt und bis irgendwann die ersten Lichter angehen. 2 Stunden, waren es, um genau zu sein. Und zur Strafe fror ich mir in dem etwas zugigen Innenhof langsam die Finger ab.
Als es endlich so weit war, machte ich Langzeitbelichtungen, um die Wasseroberfläche vor dem Gebäude zu entkräuseln. Dazu hatte ich einen ND-Filter vor die Kamera gesetzt. Zusätzlich saß ein GND-Filter davor, um den noch sehr hellen Himmel etwas dunkler zu bekommen. Eine Herausforderung war die Positionierung der Kamera: Ein glasverkleidetes Geländer setzt eine Grenze für die tiefste Position – leider.

Die Bildbearbeitung bestand in erster Linie aus dem Setzen von Maskierungen in Lightroom, um die Helligkeit und damit den Blick des Betrachters zu lenken. Die Blautöne zog ich in Richtung Cyan. Und die Kontrastwerte erhöhte ich. Bevor ich all diese Anpassungen machte, erweiterte ich in Photoshop zunächst die Ränder des Bildes. Mit den 17 Millimetern, die ich als kleinste Brennweite zur Verfügung hatte, fehlte mir nämlich vor allem im Vordergrund etwas Futter.
Ein Blick auf den Slider mit dem Ausgangsfoto und dem fertigen Bild zeigt, was durch die Bildbearbeitung verändert wurde:
Schwaben lieben Perfektion. Das zeigt sich auch am Hörschbachwasserfall: Der ist nämlich bedienbar, hat also quasi eine eingebaute Regiefunktion. Sehr praktisch für Fotografen…
Der Plan war, den Hinterer Hörschbachwasserfall entlang des Flussbettes des Hörschbach zu erreichen. Durch zahlreichen Steinschläge war das jedoch leider nicht möglich: Der Bachweg war gesperrt. Da bei den Schwaben aber alles wohlorganisiert ist, gab es natürlich Ausweichrouten. Die führten durch den Wald zum Wasserfall, auch sehr schön.
Am Wasserfall angekommen machte sich zunächst große Enttäuschung breit: Das war kein Wasserfall, sondern ein armseliges Rinnsal! Waren wir umsonst hierher gewandert?

Aber natürlich hatten wir die baden-württembergische Fremdenverkehrsbranche grenzenlos unterschätzt. Weil der hintere Hörschbachwasserfall häufig optisch unter sehr geringen Wassermengen leidet, hat man etwas oberhalb des Falls ein Schleusensystem installiert. Dort sammelt sich Wasser. Ist zu viel Wasser gesammelt, läuft es über die Schleuse in den Wasserfall ab. Und wenn man die Klappe zieht, entleert sich das gesammelte Wasser schlagartig. Es folgen 30-40 Sekunden Wasserfall-at-its Best, in denen man seine Aufnahmen machen kann.
Dank meiner beiden Begleiter/innen konnte ich im Bachlauf in Ruhe die Kamera aufbauen, während mir oben das Wasser zugespielt wurde.

Ich hatte zwei Durchläufe fotografiert und währenddessen die Reflexionen im Bild über den Polfilter variiert.

In Photoshop montierte ich die Bilder übereinander. Dabei achtete ich darauf, überall einen kräftigen Wasserfluss zu haben. Da ich den Blick auf den Wasserfall lenken wollte, maskierte ich Bilder mit aktivem Polfilter insbesondere in den Randbereichen hinzu, weil dort Wasserspiegelungen und Glanzstellen im Bild weniger wurde.

Dass ich in einem meiner Fotodurchläufe oben links eine Person mit aufgenommen hatte, erwies sich in der Nachbearbeitung als Glücksfall. Die war nämlich entscheidend, um eine Größenreferenz in Bild zu bekommen. Und weil sie sich während der Aufnahme bewegt hatte, war das Gesicht so unscharf, dass ich für eine Veröffentlichung nicht um Erlaubnis fragen musste. Leider trug der Mensch ein dunkelgraues Shirt. Aber per Photoshop war das schnell in ein Weinrot umgefärbt.

Das fertige Bild übergab ich in Lightroom. Dort dunkelte ich die Randbereiche weiter ab, korrigierte die Kontrastwerte und gab dem Bild einen Farblook. Den Weg von einem der Ausgangsfotos zum fertigen Bild sieht man im vorher/nachher-Slider ganz gut:
Der Plan war, das Schloss Lichtenstein von den Traifelbergfelsen aus in einem sensationellen Sonnenuntergangslicht zu fotografieren. Aber manchmal funktionieren Pläne eben nicht so, wie gedacht…
Als ich nach kurzer Wanderung bei den Traifelbergfelsen gegenüber dem Örtchen Honau in Baden-Württemberg ankam, wurde schnell klar: An diesem Abend würde es keinen atemberaubenden Sonnenuntergang geben. Es würde eigentlich gar nichts geben, außer vielleicht etwas Nieselregen.

Ich suchte mir dennoch einen guten Standort gegenüber dem Schloss Lichtenstein, schnallte das 24-105 mm Objektiv auf, fuhr es ganz aus und machte einige Fotos. Bereits vor Ort wurde mir klar: Die Bilder sind entweder ein Fall für Lightroom & Photoshop – oder für die Tonne.
Ich übergab das RAW als Erstes an Photoshop. Dort entfernte ich einige störende Baumstämme im Vordergrund. Anschließend setzte ich eine Ebene über das Bild, auf der ich im Modus „negativ multiplizieren“ einige Lichtkanten an Gebäuden und Bäumen in das Bild malte. Mein Ziel war, Licht von rechts in das Bild kommen zu lassen.

Ich übergab aus Photoshop heraus eine Ebene mit dem Ausgangsbild an Topaz Sharpen AI. Aus dem Ergebnis maskierte ich nur das Schloss in das Bild. Ziel war eine knackige Schärfe beim Hauptdarsteller Schloss.
Anschließend wanderte das Bild in die Lightroom-Entwicklung. Mithilfe der Himmelsauswahl in Lightroom machte ich aus dem langweilig grauen Himmel eine Art „Sonne bahnt sich einen Weg nach dem Gewitter“. Das klappte überraschend gut.
Um das Schloss von den darunterliegenden Felsen etwas besser zu separieren, änderte ich den Weißabgleich der beiden Bereiche geringfügig.
Um den Weg vom Ausgangsfoto zum fertigen Bild am besten beurteilen zu können, eignet sich das vorher/nachher-Bild ganz gut. Aus dem langweiligen Ausgangsfoto mit diesigem Himmel ist am Ende noch ein ganz passables Bild geworden, ohne dass Bildbestandteile ausgetauscht wurden oder gar ein Skyreplacement stattfand:
Eine raue Küste, dem Wetter ausgesetzt, mit einer wichtigen Regel für Bäume: An der Bruce Bay ist der Platz in der ersten Reihe ein besonders gefährlicher 
Ich war morgens früh losgefahren und hatte versucht, am Lake Matheson Reflexionsbilder vom Fox Glacier zu schießen. Das ging komplett in die Hose, denn der Berg steckte in den Wolken und die Wasseroberfläche des meist glatten Sees war komplett zerkräuselt.

Bruce Bay stand eigentlich gar nicht auf meiner Liste der Fotolocations. Ich war unterwegs Richtung Westen auf der Südinsel von Neuseeland, unterwegs Richtung Haast. Um eine kurze Pause zu machen, fuhr ich einen kleinen Parkplatz an, als der State Highway 6 für wenige Kilometer aus dem Landesinneren zur Küste durchstach. Vor Ort war ich sofort gefesselt von der Bildgewalt der abbrechenden Küstenlinie mit den vielen Baumopfern.

Ein paar Tests mit der Kamera in der Hand lieferten enttäuschende Ergebnisse. Meine Position war einfach zu tief. Also kam mir die Drohne in den Sinn.

Ich checkte die Karten der neuseeländischen Behörden. Ein Flug über den Bäumen war nicht erlaubt. Hier handelt es sich um ein Naturschutzgebiet: Der Regenwald reichte hier direkt bis an das Wasser. Mir blieb also der Flug an der Wasserkante und Teilen des Strandes. Ich brachte die Drohne in die Luft. Sie hatte hörbar Mühe, eine Position zu halten, von der aus ich 9 Aufnahmen für ein Panorama schießen konnte.


Um ein Verhältnis der Größenverhältnisse ins Bild zu bekommen, wartete ich auf Menschen, die den Strand entlanglaufen. Aber ich war allein, außer mir lief dort niemand. Also stellte ich mich selber ins Bild.
Mein größtes Problem vor Ort war, dass sich der wunderbar dramatische Himmel in der Zwischenzeit verzogen und sich am Himmel Langeweile breit gemacht hatte.
Obwohl Photoshop bei diesem Bild nicht beteiligt war, gehört es zu einem meiner stärker manipulierten Aufnahmen. Alles begann mit dem Zusammensetzen der 9 Aufnahmen zu einem Pano in Lightroom.

Aus dem Ergebnis entfernte ich mit dem Reparaturpinsel einige Baumstämme und Strandgut, um das Bild ruhiger zu halten. Anschließend versuchte ich einen spannenden Farblook zu finden, der die stürmische, raue Stimmung vor Ort wiedergeben konnte. Das Ergebnis ließ ich links liegen. Über viele, viele Monate nahm ich mir das Bild immer mal wieder vor, schaffte jedoch kein Ergebnis, dass mich so begeisterte, dass es zu einer Veröffentlichung kam.
Eines Tages experimentierte ich mit dem Skyrepacement-Feature von Luminar. Ich wählte einige meiner Bilder zum Testen aus, diese war mit dabei. Das war der Moment, in dem mein Bild genau den Pop bekam, den es brauchte.
Das Ergebnis ließ ich aber nochmals liegen, weil die Lichtstimmung vom Himmel noch nicht zum Bild passte.

In einer weiteren Sitzung malte ich mithilfe von vielen Lightroom-Pinselstrichen Licht und Schatten in das Bild ein, damit die Lichtrichtung und das tiefe Licht von Links zur Stimmung am Strand von Bruce Bay passte. Auch der Nebel im Hintergrund entstand in Lightroom.
Final bekam das Bild noch eine Farbstimmung und einige Kontrastabstimmungen, zum Teil lokal. Den Weg vom Eingangspano zum fertigen Bild kann man ganz gut im vorher/nachher-Slider sehen:
Links zur Location
]]>Vielleicht zählt Duisburg in Nordrhein-Westfalen nicht zu den Top-Zielen für deutsche Urlauber. Umso mehr lohnt es sich, mal einen Blick auf den Bereich des alten Industriehafens zu werfen. Dieser Zeuge der industriellen Revolution hat längst seine ursprüngliche Aufgabe verloren und ist nun ein Industriemuseum und Rahmen für pulsierendes Leben.

Das daraus entstandene Büro-, Shopping- und Gastroareal nennt sich heute „Innenhafen Duisburg“ und enthält die Five Boats nur als eines von vielen optischen Highlights.
Dieses Bild ist eine geplante Aufnahme. Auf meiner Deutschland-Rundtour hatte ich einen Stopp in Duisburg eingeplant, um am nächsten Morgen die Skulptur „Tiger & Turtle“ abzulichten. Den Duisburger Innenhafen wollte ich besuchen, um die Five Boats in der blauen Stunde zu fotografieren.

Ich hätte mir ein paar Wolken gewünscht, so aber war es ein Abend mit beinahe wolkenlosem blauen Himmel.
Ich baute meine Kamera auf und warte ziemlich lange auf die Beleuchtung des Gebäudes. Die Häuser der Umgebung waren längst angestrahlt, die Five Boats jedoch blieben dunkel. Schon dachte ich, die Beleuchtung wäre vielleicht dauerhaft deaktiviert. Schließlich hatte der Ukraine-Krieg eine Schaufensterbeleuchtungsdiskussion in Deutschland in Gang gesetzt. Dann jedoch wurde es hell bei den Five Boats.
Passend zum russischen Angriff auf die Ukraine war die Farbgebung umgestellt worden. Als Solidaritätsbekundung waren die Verbindungsgänge in den Farben der ukrainischen Flagge beleuchtet.
Der Himmel war schon recht dunkel und die Lichter am Haus und im vorgelagerten Marina im Verhältnis extrem hell. Um die große Dynamik im Bild festhalten zu können, schoss ich einige Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Außerdem setzte ich einen leichten Grauverlaufsfilter vor das Objektiv.

Die Bildbearbeitung dieses Bildes war unspektakulär. Haupt Bearbeitungsvorgang war das Übereinanderlegen dreier Belichtungsvarianten. Die Helle im Hintergrund, darüber eine dunkle, aus der ich die Lichter im Bild zurückholte und dazwischen eine mittlere, mit der ich einzelne Bereiche gezielt etwas nachdunkeln konnte.

Das entstandene Sandwich gab ich als PSD-File zurück an Lightroom. Hier kamen der finale Farblook und die letztendlichen Kontrastwerte zustande.
Den Weg von einem der Ausgangsfotos zum fertigen Bild kann man im vorher/nachher-Slider ganz gut erkennen:
Wenn der Wecker in einem fremden Land lange vor Sonnenaufgang klingelt, dann stellt sich immer dieselbe Frage: Ob sich das lohnt? In diesem Fall war die Frage nicht so einfach zu beantworten…
Als der Wecker klingelte, war es noch dunkel draußen. Mein erster Blick fiel auf die aktuellen Wetterkarten und die Prognose: Würde ich das Aufstehen lohnen? Gab es eine Chance auf dramatisches Licht zum Sonnenaufgang?
Der Wetterbericht sagte: „Sturm am Nugget Point Lighthouse, starke Bewölkung, Regenschauer“. Dass ich dennoch die Bettdecke aufschlug, mir einen Instantkaffee aufbrühte und die Kameras bereitlegte, war einem Instinkt geschuldet, der in diesem Fall Recht behalten sollte.

Im Dunkeln, mit Stirnlampe bewaffnet, kämpfte ich mich durch heftige Windböen zum Leuchtturm vor. Ich war völlig alleine an diesem Morgen. Bei diesem Wetter hatte sich sonst niemand hierher getraut.

Zunächst schoss ich einige Bilder vom Nugget Point Lighthouse aus der klassischen Perspektive. Ich habe sie bereits veröffentlicht, hier kannst du sie dir anschauen: Sunrise at Nugget Point Lighthouse.
Die Stirnlampe war längst aus und es hatte angefangen zu regnen. Ich baute mein Stativ ab, schulterte den Rucksack und machte mich auf den Rückweg durch den Sturm zum Auto. Immer mal wieder drehte ich mich um und schaute herüber zum Nugget Point Lighthouse.

An einer Stelle, wo das Bild dieses Beitrags entstand, war der Himmel gerade zugezogen und bedrohliche Gewitterwolken zogen über mich hinweg.

Wahrend ich noch überlegte, ob ich die Kamera schnell wieder auspacken sollte, öffnete sich plötzlich der Himmel und die Sonne sorgte für einen Lichtfleck. Zum Glück hatte ich die Kamera mit noch aufgeschnalltem GND-Filter in den Rucksack gepackt, so war sie schnell zur Hand und ich konnte mein Foto schießen.
Das Ausgangs-RAW brachte alles mit, was das finale Bild ausmacht. Größere Manipulationen habe ich daher nicht vorgenommen. Die gesamte Entwicklung fand in Lightroom statt. Hauptsächlich kamen die lokalen Korrekturwerkzeuge zum Einsatz: Ein Dutzend Masken halfen dabei, den Fokus des Betrachters auf den Leuchtturm und den Weg dorthin zu lenken.

Der Vorher/nachher-Slider zeigt den Weg vom RAW zum fertigen Bild: