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Kommentare zu: Künstler gleich Gott
http://abgedichtet.org/?p=207
Das private Weblog von LeVampyreFri, 06 Jun 2014 21:21:59 +0000
hourly
1 https://wordpress.org/?v=7.1.4
Von: LeV
http://abgedichtet.org/?p=207#comment-366
Mon, 17 Mar 2008 12:49:12 +0000http://abgedichtet.org/?p=207#comment-366Die Tendenz dazu beginnt aber sehr viel früher. Vielleicht kann man sie gar vor 1000 ansetzen, als Geistliche erstmals probieren, mithilfe der lateinischen Buchstaben ihre sonst nur mündlich tradierte Volkssprache zu verschriftlichen. Umberto Eco greift diesen Aspekt in seinem (besonders für Mediaevisten spaßig zu lesenden) Roman „Baudolino“ auf. Aber es gibt ja keinen Schalter, der sich irgendwann umlegt, so dass sich plötzlich jeder als Individuum begreift, das aktiv in sein irdisches Dasein eingreifen kann. Das Ganze ist ein Prozess, der sich durch das gesamte Mittelalter hindurch an verschiedenen Orten mit verschiedener Ausprägung vollzieht. Frauenlob ist da für mich nur ein Beispiel unter vielen; eines, bei dem besonders das künstl(er)ische Moment bewußt betont wird. Das ist in der Zeit alles andere als selbstverständlich. Aber Dichtung in der Volkssprache gab es eben auch schon vor ihm.
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Von: Frederik Weitz
http://abgedichtet.org/?p=207#comment-365
Mon, 17 Mar 2008 06:51:40 +0000http://abgedichtet.org/?p=207#comment-365Etwas ähnliches lässt sich um das 14. Jahrhundert in Gebrauchstexten finden, zum Beispiel in Testamenten. Diese werden immer mehr im Deutschen abgefasst; mit einher geht ein Wandel der bürgerlichen Klasse, die sich als ökonomische Macht zu begreifen versteht. Zu der Zeit der Reformation sind dann die Flugblätter oft auf lateinisch und deutsch, unterstützt durch die picturas, für all diejenigen, die des Lesens nicht kundig sind. Die Volkssprache gibt den Menschen die Möglichkeit, sich auf das Spiel der Signifikanten einzulassen und so an ihm mitzuwirken. Man kann diesen Schritt durchaus für so wichtig nehmen, wie die Erfindung der Druckpresse. Die Weltbilder können sich weiter individualisieren, im Guten wie im Schlechten.
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