
Historischer Kalender des Landesarchivs Speyer 2027
Seltene Buntpapiere. Kamm-Marmor – Bronzefirnis – Goldbrokat
Herausgegeben vom Förderverein des Landesarchivs Speyer e.V., Speyer 2026
Preis: 10,00 €
Verkaufsstelle:
Landesarchiv Speyer, Lesesaal
Otto-Mayer-Straße 9, Speyer
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 9:00 bis 16:30 Uhr

Der Workshop findet an drei Terminen statt:
Donnerstag, 12.11.2026, 10-14:45 Uhr (Online)
Mittwoch, 18.11.2026, 10-14:30 Uhr (Online)
Freitag, 27.11.2026, 10-14:30 Uhr (Landeshauptarchiv Koblenz)
Weitere Informationen und Anmeldung über die Internetseiten des LVR:
Rheinische Vorfahr*innen – Einführung in die Methodik und zentrale Quellen für die Familienforschung

Zwei Generationen, zwei Wege ins Archiv
Was haben ein FSJ im Archiv und ein Archivreferendariat gemeinsam? Mehr, als man vielleicht denkt!
In unserer neuen Reihe „Kaffee & Tee im Archiv“ treffen zwei Generationen und zwei ganz unterschiedliche Wege ins Archiv aufeinander:
Wie landet man eigentlich im Archiv?
Was macht man dort den ganzen Tag?
Welche Vorurteile über Archive stimmen – und welche überhaupt nicht?
Und warum kann die Arbeit mit historischen Originalquellen so spannend sein?
Wir möchten Sie mitnehmen in den Archivalltag, von unseren persönlichen Erfahrungen erzählen und zeigen, dass Archive mehr sind als staubige Keller und alte Akten.
Also: Schnappen Sie sich einen Kaffee oder Tee und kommen Sie mit uns ins Gespräch!️
Wir sind für Sie da: post@lav.rlp.de
Video auf YouTube: Kaffee & Tee im Archiv Folge 1
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mit kurzer Einführung in die Bedeutung der Notariatsurkunden für die historische Forschung
Vom Handwerksbetrieb am Mittelrhein zur internationalen Möbelmarke: Die Geschichte von Michael Thonet und seinen wegweisenden Möbelentwürfen steht im Mittelpunkt eines Vortragsabends am Dienstag, 10. November 2026, im Landeshauptarchiv Koblenz. Unter dem Titel „Thonet – Beginn einer Weltmarke in Boppard“ beleuchten Dr. Wolfgang Thillmann und Bernd Breidenbach die frühen Jahre eines Unternehmens, dessen Möbelgeschichte bis heute Design und Einrichtungskultur prägt.
Die Wurzeln des späteren Welterfolgs liegen in Boppard. Hier entwickelte Michael Thonet seine handwerklichen Fähigkeiten weiter und legte mit seinen Innovationen in der Verarbeitung und Biegung von Holz wichtige Grundlagen für eine Möbelproduktion, die international Maßstäbe setzen sollte. 1842 verließ er Boppard in Richtung Wien. Gemeinsam mit seinen Söhnen baute er dort ein Unternehmen auf, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Möbelherstellern der Welt gehörte.
Doch welche Bedeutung hatte Boppard tatsächlich für diesen Aufstieg? Welche Erfolge konnte Michael Thonet am Mittelrhein erzielen, und welche wirtschaftlichen Schwierigkeiten führten schließlich dazu, dass er seine Heimatstadt fluchtartig verlassen musste? Diesen Fragen widmet sich der Vortrag und richtet den Blick auf eine entscheidende, bislang vielfach unterschätzte Phase der Unternehmensgeschichte.
Neue Quellen werfen ein anderes Licht auf die Thonet-Geschichte
Eine besondere Perspektive eröffnet die Auswertung umfangreicher, bislang unbekannter Dokumente und Archivalien. Sie ermöglicht es, die Geschichte des Unternehmens Gebrüder Thonet und seiner Möbel neu zu erzählen und bisherige Annahmen kritisch zu hinterfragen. Dabei zeigt sich: Manche vermeintlich gesicherten Erkenntnisse gehören eher in den Bereich der Legenden als zu den historisch belegbaren Tatsachen.
Der Vortragsabend verspricht damit nicht nur einen Einblick in die Anfänge einer außergewöhnlichen Unternehmergeschichte, sondern auch neue Erkenntnisse über die wirtschaftlichen und handwerklichen Voraussetzungen einer Weltmarke. Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf überraschende Einblicke in die Geschichte eines Design-Klassikers freuen, dessen Ursprünge eng mit der Stadt Boppard verbunden sind.
Termin und Veranstaltungsort
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Ursprünge einer Weltmarke neu zu entdecken und mehr über die spannende Geschichte Michael Thonets und seiner Möbel zu erfahren.
Bei einem Glas Wein wird sich die Möglichkeit für intensiven Austausch und Gespräch ergeben.
Kontakt: Dr. Christine Goebel, c.goebel(at)lav.rlp.de, Tel. 0261 9129-117
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„Ich tauchte meine Rechte in den Rhein und bekreuzigte mich. Welch ein göttlicher Strom.“ Mit diesen Worten beschrieb der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm – der spätere König Friedrich Wilhelm IV. – seine Begeisterung für die Landschaft und Architektur der Rheinlande. Seine Faszination steht beispielhaft für eine Entwicklung, die nach 1815 ihren Anfang nahm: Mit der Eingliederung des Rheinlandes in den preußischen Staat wurde der Rhein zu einem Anziehungspunkt für den europäischen Adel.
Schon wenige Jahre später zog es Königinnen, Könige, Fürsten und Prinzen an den Rhein – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Die einen suchten Erholung und die Schönheit der Landschaft, andere nutzten ihre Reisen, um politische Beziehungen zu pflegen oder ihre Macht zu demonstrieren. Der Rhein wurde so zu einer Bühne, auf der sich gesellschaftliches Leben, Politik und Repräsentation auf besondere Weise verbanden.
In ihrem Vortrag nimmt Lena Meyer die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise in die Welt der adeligen Rheinreisen des 19. Jahrhunderts. Anhand ausgewählter Fotografien und Akten aus den Beständen des Landeshauptarchivs Koblenz beleuchtet sie die Reisemöglichkeiten der damaligen Zeit, die Beweggründe der adeligen Gäste sowie die umfangreichen Vorbereitungen vor Ort, die mit den glanzvollen Besuchen verbunden waren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Ereignissen in Koblenz und der näheren Umgebung.
Tauchen Sie mit uns in die Geschichte des Rheins ein und lassen Sie sich von der Begeisterung und Reiselust vergangener Zeiten anstecken.
Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir Sie herzlich ein, den Abend bei einem Glas Wein ausklingen zu lassen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Kontakt: Dr. Christine Goebel, c.goebel(at)lav.rlp.de, Tel. 0261 9129-117
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Der Maler Hannes Möller kam am 9. Juli ins Landeshauptarchiv Koblenz – auf der Suche nach einem neuen Motiv. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit stehen Gebrauchsspuren und Schäden an historischen Büchern. Seit 2007 verfolgt er sein Bibliotheken-Projekt (https://bibliotheken-projekt.de/), indem er namhafte Bibliotheken in Deutschland und Europa besucht. Von ausgewählten Büchern malt er in seinem Atelier großformatige Buch-Porträts. Dabei bildet er detailliert Beschädigungen und Zerfall ab, wodurch Verlust und Zerstörung von Wissen ins Bild kommen.
Zufällig wurde Hannes Möller über einen Bericht des SWR auf den Fund im Koblenzer Görres-Gymnasium aufmerksam, wo im Keller des Schulgebäudes das nahezu vollständig erhaltene Schularchiv aufgetaucht war. Ein Teil der Unterlagen weist erhebliche Feuchtigkeitsschäden auf. Gerade dieser für das Archiv problematische Umstand weckte das Interesse des Künstlers.
Er fotografierte einige besonders stark vermoderte Amtsbücher und beabsichtigt nun, davon einige Bilder zu malen, vermutlich auch ein großformatiges Werk für seinen „SOLITAIRE-Zyklus“.
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Das Landeshauptarchiv Koblenz bietet kostenfreie Einführungsveranstaltungen zur Archivrecherche an. Das Angebot richtet sich an alle Interessierten, die Strategien und Möglichkeiten der Recherche im Archiv kennenlernen möchten. Darüber hinaus erhalten Sie einen Überblick über unsere Serviceangebote sowie eine Einführung in die Nutzung der Datenbank APERTUS.
Nach Ihrer Anmeldung per E-Mail an post(at)lav.rlp.de erhalten Sie den Zugangslink zur Online-Veranstaltung rechtzeitig per E-Mail.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
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Was verraten Veteranenvereine über das gesellschaftliche Leben im Kaiserreich?
Welche Bedeutung hatten Kameradschaft, Erinnerung und Vereinsleben?
Und welche Rolle spielte der Militarismus im langen 19. Jahrhundert?
Sebastian Schneichel lädt zu einer spannenden Reise in die Geschichte des Koblenzer Vereins „Eisernes Kreuz“ ein. Anhand ausgewählter historischer Originalquellen geht es um Kriegserinnerungen, Kameradschaftspflege und gesellige Vereinsabende – und damit um die Menschen und Gemeinschaften hinter den historischen Ereignissen.
Dabei eröffnet der Vortrag interessante Einblicke in das gesellschaftliche Leben des Kaiserreichs und zeigt, wie sich Geschichte auch in Vereinen, Erinnerungen und gemeinsamer Geselligkeit widerspiegelt.
Der Abend auf einen Blick
Vortrag: „Kriegserinnerungen, Kameraden und Kaiserschnitzel – Der Verein ‚Eisernes Kreuz‘ zu Koblenz“
Mit: Sebastian Schneichel
Termin: 1. Dezember, 18:00 Uhr
Ort: Landeshauptarchiv Koblenz
Eintritt: frei
Im Anschluss laden wir bei einem Glas Wein zu Gesprächen und einem geselligen Ausklang des Abends ein.
Wir freuen uns, Sie im Landeshauptarchiv Koblenz begrüßen zu dürfen.
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Der Podcast des Koblenzer Stadtarchivs für stadtgeschichtliche und archivische Einblicke
Neue Folge online:
Das “Lucassche Zeitbuch” – ein bedeutendes Editionsprojekt
Zum Interview mit Dr. Peter Brommer, Staatsarchivar und Historiker:
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ABGESAGT!!!
Einladung zum Vortragsabend im Landeshauptarchiv Koblenz,
Karmeliterstr. 1/3, 56068 Koblenz,
am Dienstag, den 1. September 2026, 18:00 Uhr
Eintritt frei
Anhand ausgewählter historischer Originalquellen führt Referent Sebastian Schneichel am Beispiel des Koblenzer Veteranenvereins sein Publikum durch ein ebenso informatives wie abwechslungsreiches „Menü“ aus Kriegserinnerungen, Kameradschaftspflege und gesellschaftlichem Leben. Dabei wird deutlich, welche Rolle Veteranenvereine im Kaiserreich spielten und wie sie das öffentliche und private Leben ihrer Zeit prägten.
Freuen Sie sich auf einen anregenden Abend mit spannenden Einblicken in die Geschichte und interessanten Gesprächen bei einem Glas Wein.
Kontakt: Dr. Christine Goebel, c.goebel@lav.rlp.de, Tel. 0261 9129-117
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Ausgewählt wurden mehrere zentrale (Teil-)Bestände (Regierungspräsidium Saar, Verwaltungskommission des Saarlandes, Staatskanzlei sowie Auswärtiges Amt) aus den Jahren 1945–1965. Diese Epoche ist im Saarland gekennzeichnet durch die französische Besatzungszeit, die Teilautonomie mit wirtschaftlichem Anschluss an Frankreich, die Volksabstimmung 1955, die politische und wirtschaftliche Rückgliederung des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland 1957/1959 sowie die frühen Jahre als Bundesland. Diese Überlieferung ist essentiell für die Erforschung der unmittelbaren Nachkriegszeit sowie der sog. Kleinen Wiedervereinigung. Der Bestand des saarländischen Auswärtigen Amtes aus den Jahren 1952–1956 stellt zudem ein Alleinstellungsmerkmal für das Saarländische Landesarchiv dar, ist doch ansonsten die Überlieferung der Auswärtigen Angelegenheiten Bundes- und nicht Ländersache. Alle vier (Teil-) Bestände werden häufig genutzt und ein weiterer Anstieg der Nutzungsfrequenz ist angesichts der bevorstehenden Landesjubiläen (2027/2029) zu erwarten. Insgesamt handelt es sich um 4.052 Akten, was 50 lfm entspricht.


Die ausgewählten Bestände weisen die zeittypisch schlechten Papierqualitäten auf und sind vom Schadensbild des säurebedingten Zerfalls industriell hergestellter Papiere bedroht. Zur Verlangsamung der Zerfallsprozesse und Verbesserung des Erhaltungszustandes sollen die Bestände daher zum einen konservatorisch behandelt und zum anderen neu verpackt werden. Hierzu wird im das Papier Rahmen der Massenentsäuerung neutralisiert, eine alkalische Reserve eingebracht und somit der pH-Wert auf mehr als 7,0 angehoben. Je früher Entsäuerungsmaßnahmen durchgeführt werden, desto wirksamer sind sie und desto nachhaltiger kann der Erhaltungszustand verbessert werden. Aus diesem Grund hat das Landesarchiv Bestände aus dem Entstehungszeitraum 1945–1965 ausgewählt, die zwar durch schlechte Papierqualitäten, aber noch keine extreme Schädigung gekennzeichnet sind.
Seit 2016 hat das Saarländische Landesarchiv bereits zum achten Mail erfolgreich eine Förderung durch die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des Schriftlichen Kulturguts (KEK), den Bundesbeauftragten für Kultur- und Medien (BKM) und der Kulturstiftung der Länder (KSL) eingeworben. Mit dem neu bewilligten Projekt, das bereits das zweite Projekt zur Massenentsäuerung nach 2022 ist, steigt das Gesamtvolumen an durchgeführten Bestandserhaltungsmaßnahmen mit erfolgreich eingeworbenen Fördermitteln des Bundes auf über 250.000,- EUR.
Text von Christine Frick (Saarländisches Landesarchiv)
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Der restaurierte Bestand mit 1.567 kolorierten Katasterkarten aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert zu insgesamt 69 saarländischen Orten, die überwiegend zum ehemaligen Fürstentum Nassau-Saarbrücken gehörten, ist für die Regional- und Lokalgeschichtsforschung von großer Bedeutung. Diese Karten stellen nicht nur die oft frühesten detailgetreuen Ortsaufnahmen aus dem Gebiet des heutigen Saarlandes, sondern auch die erste systematische Landesaufnahme an der Saar dar. Durch das Projekt wurde nun ein sehr früher Fonds von Katasterkarten aus der deutsch-französischen Grenzregion dauerhaft im Original gesichert.


Der Erhaltungszustand der großformatigen Karten war sehr heterogen. Bei der zu Projektbeginn durchgeführten Schadenserfassung wurden 229 Karten (14,6 % des Bestandes) mit schweren bis schwersten Schäden und 527 Karten (33,6 % des Bestandes) mit mittleren Schäden ermittelt. Gut die Hälfte des Bestandes (51,8 %) dagegen wies keine erkennbaren oder nur leichte Schäden wie Gebrauchsspuren auf. Diese letztgenannten 811 Karten wurden im Landesarchiv von einer eigens dafür eingestellten Projektkraft mit Naturkautschukschwamm und weichem Zeichenbesen gereinigt und fachgerecht in großformatige Mappen verpackt. Die erstgenannten 756 geschädigten Karten wurden in zwei Chargen bei einem Dienstleister, dem Zentrum für Bucherhaltung (ZFB) in Leipzig, restauratorisch bearbeitet und somit dauerhaft gesichert. Zu den häufigsten Schadensbildern zählten Schimmelbefall, Risse und Fehlstellen. Die betroffenen Bereiche wurden geschlossen und stabilisiert, so dass weiterem Substanzverlust bei Benutzung vorgebeugt wird.
Da weder das Landesarchiv noch ein anderes öffentliches Archiv im Saarland über eine eigene Restaurierungswerkstatt verfügen, unterstützen die Förderungen des BKM und der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) diese wichtigen bestandserhaltenden Maßnahmen. Das kürzlich abgeschlossene Projekt war bereits das sechste seiner Art innerhalb von acht Jahren; insgesamt führte das Landesarchiv seit 2016 Bestandserhaltungsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von knapp 194.000 EUR erfolgreich durch.


Weitere flankierende Maßnahmen, die nicht Teil des geförderten konservatorisch-restauratorischen Projekts waren, runden die Bearbeitung dieses Bestandes ab. So wurde zum einen bis Projektende die datenbankgestützte Verzeichnung des Bestandes abgeschlossen und zum anderen werden die Karten seit Februar 2026 sukzessive bei einem Dienstleister digitalisiert. Die Online-Stellung ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
Text von Christine Frick (Saarländisches Landesarchiv).
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Fotos: Dirk Uhrig
Alle drei Jahre veranstaltet der Fachverband der Standesbeamtinnen & Standesbeamten des Landes Rheinland-Pfalz e.V. eine Fachtagung und Mitgliederversammlung. Zur turnusmäßigen Tagung am 23. Juni 2026 in Bingen waren Bernd Breidenbach, Leiter des Stadtarchivs Neuwied und stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Kommunalarchive, sowie Michaela Hocke, Leiterin des Personenstandsarchivs Rheinland-Pfalz, gebeten worden, sich jeweils mit einem Vortrag an der Tagung zu beteiligen.
Bernd Breidenbach eröffnete den Vortragsblock mit einem Beitrag über die Archivierung und Nutzung der Personenstandserstregister in kommunalen Archiven. Anschließend stellte Michaela Hocke das Personenstandsarchiv Rheinland-Pfalz vor, das für die Zweitregister aus ganz Rheinland-Pfalz zuständig ist.
Für beide Überlieferungen, sowohl der Erst- als auch der Zweitschriften der Zivil- und Personenstandsregister, kommt in Rheinland-Pfalz den Standesämtern eine besondere Bedeutung zu. Knapp die Hälfte der rheinland-pfälzischen Kommunen verfügen weder über ein eigenes Kommunalarchiv, noch haben sie mit dem Landeshauptarchiv Koblenz oder dem Landesarchiv Speyer einen Verwahrungs- und Verwaltungsvertrag abgeschlossen. Das bedeutet in der Praxis: Die Erstregister und auch die zu den Erstregistern gehörenden Sammelakten verbleiben nach Ablauf ihrer Fortführungsfristen weiter in den Standesämtern. Nach § 61 (2) PStG unterliegen sie danach bei der Nutzung archivrechtlichen Vorschriften. In den rheinland-pfälzischen Standesämtern befinden sich zudem die noch den Fortführungsfristen unterliegenden Zweitregister.
An der Tagung nahmen mehr als 200 Personen teil, überwiegend rheinland-pfälzische Standesbeamtinnen und Standesbeamte, aber auch Vertreterinnen und Vertreter des Innenministeriums und von Fachverbänden anderer Bundesländer. Die Veranstaltung bot eine ausgezeichnete Plattform, das Personenstandsarchiv als zentrale Anlaufstelle für alle 170 Standesämter im Land einem breiten Fachpublikum vorzustellen und zugleich auf die Herausforderungen bei der Archivierung und Nutzung der zu Archivgut gewordenen Personenstandsunterlagen in den Standesämtern aufmerksam zu machen. Vielen Dank an den Fachverband für die Einladung und die gelungene Veranstaltung!