Den eingangs formulierten Versprechen wird er nicht ganz gerecht, weil der zweite Teil “auch nur” eine etwas umfangreichere Formanalyse ist
Ja, da hast du schon Recht. Ich denke aber, dass die Analyse sowieso Grundlage einer jeden wissenschaftlichen Aussage über ein Musikstück sein muß. Ich muß ja erst einmal gucken, was ich vor mir habe, bevor ich Vermutungen darüber anstellen kann, was es zu bedeuten hat. Aber natürlich hätte man diesen letzten Aspekt der Deutung sehr viel weiter ausdehnen müssen, um klar herauszustellen, dass es hier um einen semiotischen Ansatz geht. Man hätte weite Vergleiche mit anderen Rondeaux der Zeit ziehen müssen, um zu gucken inwieweit hier die Kontinuität einer Tradition besteht. Man hätte mehr über das Publikum in Erfahrung bringen müssen, über dei Rezeption, etc. Aber das ist eben auch eine ganz schöne Herausforderung, so weit zu gehen. Ich hatte durch die Vorbetrachtungen erst einmal versucht für mich zu klären, welchen theoretischen Ansatz man überhaupt bei einer solchen Untersuchung fahren könnte.
]]>ich habe mir fumeux im Netz angehört und finde es spannend. Zwar verstehe ich nichts von mittelalterlicher Musik, was über Gemeinplätze hinaus gehen würde, aber es scheint sich wirklich um das extravagante Stück zu handeln, als das es gedeutet wird. Der Satz deines profs „the table is still wobbling“ spielt doch nicht etwa auf die hallzinogene Wirkung an?
Dein Aufsatz hat noch einmal gut wiedergegeben, was die Musikologie und die Hirnforschung miteinander zu klären haben, „if it is even possible“. Den eingangs formulierten Versprechen wird er nicht ganz gerecht, weil der zweite Teil „auch nur“ eine etwas umfangreichere Formanalyse ist, wie sie Musikstudenten (oder auch Spezialschüler) fast täglich exerzieren, hier außerdem noch bezogen auf die Deutung der Lyrik und des Gesamtklanges.
Ich weiß nicht, was ich noch erwartet haben könnte, du sagst es ja selbst: Der Aufwand, die ausstehenden Fragen (z. B. die deines Profs) angemessen zu beantworten und zu Thesen beweisenden oder widerlegenden Resultaten zu kommen (besonders was die Aufführungs- und Interpretationsweise heute angeht, wo wir doch unsere Hörgewohnheiten aus der Klassik beziehen), wäre ziemlich gewaltig, zumal es Professionen alleine für diesen (Unter)Aspekt der großen Fragestellung gibt …..
Die Neurokognitionsansätze und die musikalische Form sind jedenfalls ansprechend beschrieben, und die Arbeit am Stück ist hervorragend, wie ich finde.
Ein paar Termini habe ich auf Englisch nicht verstanden, aber vermutlich würde ich sie auf Deutsch mangels Wissen auch nicht verstehen 😉
(und du hast dir freiwillig die Mühe mit deinen Nachforschungen zur mus. Semantik gemacht? Alle Achtung!)
Nein, nichts für ungut, ich habe deinen Essay sehr gerne studiert und etwas mitgenommen.
Danke fürs Lesendürfen und herzlichen Gruß!
fatcat
]]>Reception history:
The nature of the work:
Contemporary scholarship:
Anyways, the descent of melody, the distance of tonality, the grave register and the circular, repetitive structure of „Fumeux fume“ evoke an image of drowsiness, of fading away and loosing oneself. Music, by this realisation, destinctly embodies a hallucinogetic state
The imagery evoked by these features must be cross-examined. To what extent does it depend on the hypotheses controlling the modern performance, and to what extent might other approaches to performance change the resulting image? It is admirable that you have put the issue on the table—but the table is still wobbling quite a bit, and we might need a complete dissertation to stop it from shaking, if it is even possible to do so!
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