Moderne Wohnformen – Co-Living und Tiny House Siedlung
„Das Handlungskonzept Wohnen ist auch in der neuesten Fortschreibung nicht ausreichend innovativ. Wenn man z.B. über neue Wohnformen nachdenkt, dann gehören Mehrgenerationen-Wohnen und inklusive Wohnprojekte ganz klar dazu – Das alleine reicht aber nicht. Damit auch junge Berufseinsteiger nach ihrem Studium oder Ausbildung in Bochum bleiben und hier Steuern und Abgaben leisten, braucht es einen deutlichen Fokus auch auf spezielle moderne Wohnformen. Gebäude sowie ganze Quartiere sollten ein junges urbanes Wohnen mit Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten, Meetingräumen und Co kombinieren“, erklärt Dr. Volker Steude, Ökonom und Ratsmitglied der STADTGESTALTER.
„Zwar werden Tiny House als grundsätzlich geeignete Wohnform für Bochum erwähnt, aber es fehlt eine konkrete Maßnahme zur Umsetzung. Wir wollen die Verwaltung beauftragen, eine Fläche für eine Modellsiedlung aus Tiny Houses zu identifizieren und binnen fünf Jahren zu entwickeln“, sagt Dr. Steude.
Hochhausentwicklungsprogramm
„Wir denken in Bochum nicht groß und hoch genug“, sagt Dr. Steude mit Blick auf die Geschosszahl im Neubau. „Die Fläche der Stadt ist begrenzt. Wir können nicht jeden Quadratmeter der Stadt versiegeln. Das heißt wir müssen deutlich stärker in die in die Höhe bauen, um mehr Wohnungen pro Quadratmeter Fläche zu schaffen. Um das zu realisieren müssen wir Standorte für moderne und qualitative Wohnhochhäuser in der Innenstadt von Bochum festsetzen“, sagt Dr. Steude.
Günstiges Wohnen – Sozialer Mietkauf und „Muskelhypothek“ für Mieter
„Zwar legt das Handlungskonzept einen deutlichen Fokus auf die Realisierung von günstigen Wohnkosten. Aber auch hier fehlen innovative Ideen, die man über das mehrheitlich städtische Wohnungsbauunternehmen VBW umsetzen könnte. Mit Maßnahmen wie dem sozialen Mietkauf werden Mieter zum Eigentümer ihrer Wohnung werden, so im Alter fast kostenfrei wohnen und einen Vermögenswert an die nächste Generation weitergeben. Eine andere Idee, um günstige Mieten anzubieten, wäre eine „Muskelhypothek für Mieter“. Handwerklich begabte Menschen könnten die Sanierung einer nicht dem modernen Standard entsprechenden Wohnung selbst leisten und sich damit deutliche und dauerhafte Vergünstigungen bei der Miete verdienen“, so Die STADTGESTALTER.
Standorte für Quartiersgaragen sichern
„Wer vom Wohnen spricht, der redet immer auch vom Verkehr“, merkt Dr. Steude an. Das Thema Parken würde nach Ansicht der STADTGESTALTER im Handlungskonzept Wohnen „nicht ausreichend beackert“. Das Abstellen von Kfz müsse nicht nur in neu zu bauenden Quartieren neu geordnet werden, fordern die STADTGESTALTER. „Auch in Bestandssiedlungen muss die Verwaltung z.B. Garagenhöfe oder Brachen als Standort für Quartiersgaragen sichern. Die Wohnstraßen halten dem Parkdruck nicht Stand und sollen begrünt und verkehrsberuhigt auch Lebensumfeld für die Anwohner darstellen. Das Parken muss in Zukunft möglichst überall zentralisiert werden“, so Dr. Steude abschließend.
]]>Die Wählervereinigung verweist auf positive Erfahrungen aus anderen Städten. „In Stuttgart hat man im Rahmen eines Kunstprojektes eine öffentliche Musikbox vor dem Kunstmuseum am belebten Schlossplatz aufgestellt. Die mobile Jugendarbeit der Stadt sowie das Kunstmuseum selbst zogen eine positive Bilanz. Die Musikbox habe gerade junge Menschen dazu eingeladen, sich gegenseitig ihre Lieblingsmusik vorzuspielen. Es gab eine rege Teilnahme und ein ausgesprochen friedliches, vielfältiges Miteinander“, so Dr. Steude.
„Im besten Falle integriert man die Lautsprecher vandalismussicher in Stadtmöbeln, wie man dies in der schwedischen Stadt Umeå gemacht hat. Den dortigen Jugendplatz in einem Park haben Mädchen entworfen und auch an W-LAN und Co gedacht“, argumentieren die STADTGESTALTER.
Für Bochum schlagen die STADTGESTALTER den Einsatz der öffentlichen Bluetooth-Boxen für die Jugendplätze vor, wie z.B. auf dem neu entstehenden neben dem Lidl im Bermuda3eck. „Zeitweise können wir uns aber auch die Bespielung zentraler Plätze vorstellen, die besonders bei jungen Menschen beliebt sind, wie vor dem Schauspielhaus“, so Dr. Steude.
„Die Boxen können in der Lautstärke und in den Betriebszeiten begrenzt werden, um Nutzungskonflikte zu verhindern“, so die STADTGESTALTER. Dr. Steude lässt die Verwaltung nun prüfen, mit welchen Kosten die Boxen verbunden sind. Er selbst schlägt vor, hier nach Sponsoren zu suchen, die besonders die Jugendkultur adressieren. Ebenso solle die Stadt Vorschläge für mögliche Standorte prüfen.

„In Regensburg gibt es ein erstes Modellprojekt, das wir uns auch für Bochum vorstellen können. Das dortige kommunale Unternehmen Stadtbau bietet zwei erheblich sanierungsbedürftige Reihenhäuser zu einer sehr günstigen Miete mit unbefristeten Vertrag an, wenn der Mieter die Sanierung wortwörtlich selbst in die Hand nimmt“, erklärt Dr. Steude.
Die Stadtbau Regensburg gibt an, dass die Mietkosten, sollte sie klassischerweise selbst die Sanierungen bei Unternehmen in Auftrag geben, bei rund 3.000 EUR lägen. „Mit der ‚Mieter-Muskelhypothek‘ wird das Reihenhaus bei dem deutlich niedrigeren Mietpreis von nur 1.200 EUR für viel mehr Familien erschwinglich“, argumentiert Dr. Steude.
Die STADTGESTALTER verweisen auf die hohe Nachfrage für das Regensburg-Beispiel: Innerhalb kürzester Zeit hätten sich bereits 25 Interessenten gemeldet. „Auch in Bochum gibt es sicher viele handwerklich begabte Menschen, die etwas Schweiß gegen eingesparte Miete eintauschen würden“, meint Dr. Steude.

„Die Bochumer Innenstadt muss familienfreundlicher werden. Dazu gehört nicht nur ein Innenstadtspielplatz am Kuhhirten, wie die STADTGESTALTER bereits 2016 gefordert haben, sondern auch neue Ideen, die das Leben von Familien vereinfachen. Eine zentral gelegene BabyLounge würde sich an Citybesuchende richten, die mit Babies und Kleinkindern unterwegs sind“, erklärt Dr. Carsten Bachert, Ratsmitglied der STADTGESTALTER und beratendes Mitglied im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie.
„In der BabyLounge soll es in einer kindgerechten Einrichtung Möglichkeiten zum Spielen für Kleinkinder bei jedem Wetter in geschützten barrierefreien Räumlichkeiten geben. Ebenso können abtrennbare Stillbereiche für einen Rückzugsort mitten im Trubel sorgen. Mit Einbaumikrowellen kann Nahrung erwärmt werden. Da Familien mit kleinen Kindern oft vollbepackt unterwegs sind, bieten sich auch Schließfächer und ‚Parkplätze‘ für Kinderwagen an“, schildert Dr. Bachert die Idee der STADTGESTALTER.
„Aktuell haben wir in der Innenstadt rund 60 leerstehende Ladenlokale. In einem davon könnte eine BabyLounge eingerichtet werden. Im besten Falle bietet Bochum Marketing in Kooperation mit den Gewerbetreibenden sowie dem Familienbüro die Betreuung an. Ein dauerhafter Ansprechpartner vor Ort müsste gar nicht notwendig sein. Es genügt, wenn jemand regelmäßig nach dem Rechten sieht“, so Dr. Bachert. „Im besten Falle bündelt man Touristeninformation von Bochum Marketing mit der BabyLounge und hebt so Synergien.“
„Das Angebot soll für die Familien gratis sein. Wenn wir damit mehr Familien in die City locken, profitieren die Geschäfte und Gastronomen durch Umsatz und die Stadt wiederum durch Steuereinnahmen“, so Dr. Bachert. „Eine Win-Win-Win-Situation.“
Die Wählervereinigung verweist auf den Ruhr-Park. „Dort gibt es in einem vorherigen Ladenlokal bereits eine BabyLounge – Der Beweis, dass es klappen kann. Die Bochumer Innenstadt sollte in der Familienfreundlichkeit nicht hinter dem Ruhr-Park zurückfallen“, so Dr. Bachert abschließend.

Ein großes modernes Lebensmittelgeschäft sei ein attraktiver und bislang fehlender Baustein innerhalb des Innenstadtrings, so die beiden STADTGESTALTER. „Der Lobhudelei der Stadt, nach der das Angebot von Woolworth die Innenstadt stärken würde, können wir uns allerdings nicht anschließen“, so die beiden Kommunalpolitiker. „Eine Stärkung würde bedeuten, dass sich durch die Ansiedlung mehr Menschen entscheiden, die Innenstadt zu besuchen. Diese Rolle als Magnet kann Woolworth nicht erfüllen.“
„De facto fehlen der Bochumer Innenstadt Kunden mit Kaufkraft, sonst hätten sich auch Konzepte in dieser neuen Bestlage angesiedelt, die Kunden mit einem höheren Budget ansprechen. Bochum tut aber zu wenig und dies auch noch zu langsam, um ein attraktives Erlebnis bei einem Besuch der Innenstadtbesuch zu bieten. Viele Bochumer meiden die Innenstadt und nehmen lieber weite Wege auf sich, um anderswo einzukaufen. Kunden mit Kaufkraft haben regelmäßig einen hohen Anspruch an Stadtbild, Flair und Ambiente mit viel Grün, modernen Verkehrskonzepten und interessanten Plätzen, wegen eines weiteren Woolworth-Geschäftes werden eher weniger neue Nutzergruppen angesprochen“, so Dr. Steude und Lange. Die STADTGESTALTER verweisen auf die erfolgreichen Entwicklungen in den Niederlanden und Skandinavien.
„Mit der Neugestaltung des Husemannplatzes geht man Schritte in die richtige Richtung. Die Stadt verstolpert aber die Umsetzung und Finanzierung. Zur Eröffnung des Karrees sollte der Platz als Teil der Gesamtkomposition fertig sein. Jetzt ist nicht mal das Budget im Plan“, so Dr. Steude und Lange.
„Nicht zuletzt haben die Städte im Ruhrgebiet insgesamt weniger Kaufkraft als der NRW-Durchschnitt. Eine nachhaltige, lebenswerte Stadtentwicklung wird nur erreichbar, wenn man zusätzlich mehr gut ausgebildete Fachkräfte und Unternehmen für den Standort Bochum gewinnt und auch hält. Mit der lokalen Hochschullandschaft hat Bochum grundsätzlich große Potenziale“, so die STADTGESTALTER abschließend.

„Betonwüsten heizen sich enorm auf. Eine begrünte Gestaltung, die auf Plätzen und Wegen Schatten spendet, ist die Grundlage für eine menschenfreundliche Innenstadt im Zuge des Klimawandels“, so Dr. Steude, der auf die vielen Initiativen der STADTGESTALTER zur Neugestaltung von Plätzen verweist. „Auch kurzfristig kann man ohne größeren Aufwand große Mietpflanzen in Kübeln aufstellen.“
„Im Laufe des Klimawandels werden sich die Extremwetterlagen wie starke Hitze verschärfen. Deswegen muss man auch unkonventionelle Lösungen prüfen. In Tokio werden Bereiche, in denen sich Menschen im Alltag regelmäßig aufhalten und zum Teil aufhalten müssen gezielt durch fein versprühte seidige Wassertropfen in der Luft heruntergekühlt. In der japanischen Hauptstadt wird dieser angenehme Sprühnebel z.B. an ÖPNV-Haltestellen oder in Parks eingesetzt. Dieser Nebel nässt nicht besonders, aber kühlt die Haut herunter. Das können wir uns besonders für die Sitzgelegenheiten auf den Innenstadtplätzen in Bochum vorstellen“, erklärt Dr. Steude.
Es sei energetisch sinnvoller mit Wasser, das ins Kreislaufsystem der Natur zurück geht, zu kühlen als mit Strom.
]]>„Warum sich für das Filetstück an der neuen Hauptachse Viktoriastr. nur ein wenig attraktiver Discounter interessiert, der in seiner extremen Expansionsstrategie aktuell Land auf Land ab eh fast jede halbwegs in Frage kommende Immobilie bezieht, fragt sich im Rathaus niemand. Die Antwort darauf wollen SPD und Grüne als politisch Verantwortliche wohl auch lieber nicht hören“, erklärt Dr. Steude und führt aus, „die Bochumer Innenstadt besteht auf dem Markt einfach nicht, weil sie über Jahre nicht attraktiv genug gestaltet wurde.“
„Schuld daran ist nicht ein Unternehmen wie Woolworth, sondern SPD und Grüne, die einfache ökonomische Zusammenhänge nicht erkennen wollen. Qualitative Geschäfte lassen Bochum links liegen, weil es nur wenige belebte Plätze mit ‚Dolce Vita‘-Gefühl und anziehende Attraktionen wie z.B. Dachparks gibt“, so Dr. Steude, der selbst promovierter Ökonom ist.
Die STADTGESTALTER appellieren aber auch an die gesamte Stadtgesellschaft, u.a. mit einem offenen Brief an die lokalen Händler: „Bochum muss den Anspruch haben, wieder die Blume im Revier zu werden. Besser zu sein als Gelsenkirchen und Oberhausen ist keine 5-Sterne-Bewertung. Auch die Immobilienbesitzer und Händler sollten die Gelegenheit nutzen und sich fragen, ob sie den nötigen Druck auf Politik und Verwaltung ausgeübt haben“, so Dr. Steude abschließend.
]]>„In direkter Nähe knubbeln sich mit zwei Tedi, einem LeckerLecker und einem Zeemann bereits viele Discounter in unserer so genannten 1A-Lage. Dazu kommt eine Bestandsfiliale von Woolworth im City Point und zwei weitere in Wattenscheid. Uns fehlt also nicht ein weiterer Discounter, sondern vielmehr ein neues qualitatives Angebot mit Magnetwirkung und Alleinstellungs- merkmal“, erklärt Ökonom Dr. Steude. „Die Bedürfnisse der Einwohner, die bei einem Besuch ihrer Innenstadt nicht in sechs verschiedenen Billig-Läden einkaufen wollen, kommen zu kurz“, resümiert das Ratsmitglied.
Natürlich könne die Politik nicht entscheiden, welche Angebote in das Karree einziehen. „Das entscheidet letztlich der Markt“, sagt Dr. Steude. Die Verantwortung der Verwaltung und der Politik würden aber bereits bei der Entwicklung von Standorten und den vorausgehenden politischen Beschlüssen liegen. „In der Verwaltung und in der Mehrheit der Kommunalpolitik fehlt die ökonomische und stadtgestalterische Kompetenz, um Standorte wie den Husemannplatz ganzheitlich zu entwickeln und zukunftsorientiert für den Markt von Morgen zu denken. Alle wurschteln irgendwie vor sich hin und wiederholen die Lösungen von gestern, die bereits die Probleme von heute darstellen“, kritisiert Dr. Steude.
„Ein Kernproblem der Bochumer Politik ist, dass sie die Standorte Innenstadt und Ruhrpark nicht zusammen betrachtet. Anstatt zu überlegen, wie sich Ruhr Park und Innenstadt gemeinsam entwickeln können, wird alles getan, um Gräben zu ziehen. Eine direkte, günstige und schnelle Seilbahnverbindung macht die beiden bislang solitär stehenden Standorte zu zwei tragenden Säulen. Dazu muss viel mehr getan werden für Attraktivität und Aufenthaltsqualität der Innenstadt, um ein besonderes Flair und Ambiente als Alleinstellungsmerkmal im Ruhrgebiet zu schaffen. Der von den STADTGESTALTERn vorgeschlagene Dachpark und die Virtual-Reality-Box wären solche Attraktivitäten mit Magnetwirkung, wegen denen auch interessante Geschäfte eine Ansiedlung in Bochum in Betracht ziehen würden“, fasst Dr. Steude zusammen.
]]>„Wer durch den Jardin du Luxembourg flaniert, dem sind die eisernen Stühle, die frei herumstehen und zum Verweilen einladen, bestimmt schon aufgefallen. Immer wieder finden sich dort Studenten, Rentner, Touristen oder Büroangestellte in sonnigen oder schattigen Plätzen zusammen und kommen ins Gespräch. Anders als bei uns, wo starre und festverankerte Bänke die Blickrichtung vorgeben, lassen sich die Pariser Stühle individuell gruppieren. Damit kommt Leben und Kommunikation in den öffentlichen Raum“, fasst Dr. Steude zusammen.
Seine STADTGESTALTER wollen die speziellen Pariser Sitzmöbel nach Bochum holen. „Was dort klappt, funktioniert auch hier“, ist sich Dr. Steude sicher und verweist darauf, dass die eisernen Stühle bereits weltweit Einsatz finden. „Zuletzt hat auch die kommunale Wirtschaftsförderung in Freiburg 80 baugleiche Stühle im öffentlichen Raum aufgestellt. Genau so wie in Paris werden sie auch dort direkt angenommen. Das wird auch in Bochum so sein“, sagt das Ratsmitglied. „Bochums und Wattenscheids Innenstädte könnten etwas französischen Flair sicher gut gebrauchen.“
Mit einer Anfrage zur Ratssitzung am 21.06.2022 soll nun geklärt werden, welche Plätze in Bochum mit den Pariser Stühlen ausgestattet werden könnten. „Auch die Kosten sollen geklärt werden“, kündigt Dr. Steude an. Ebenso thematisieren die STADTGESTALTER auch den Diebstahlschutz. „In Freiburg werden immer jeweils zwei der Stühle fest verbunden und wie beim Vorbild Paris abends eingesammelt. Das stellen wir uns auch für Bochum vor. Zusätzlich lassen sich heute aber alle beweglichen Gegenstände sehr günstig mit GPS-Sender, zum Beispiel in den Stuhlbeinen, ausstatten. Verlässt jemand einen Platzbereich mit den Stühlen, bekommt z.B. das Ordnungsamt direkt Bescheid und kann sich den Ort der Sitzmöbel auf digitalen Karten punktgenau anzeigen lassen. Diebstahl wird so fast unmöglich“, sagt Dr. Steude.
]]>„Über das Wohl und Wehe des gastronomischen Angebots wird in der Marktwirtschaft grundsätzlich ganz demokratisch von den potentiellen Gästen entschieden. Und hier genießen die Shisha-Bars in der Brüderstraße eine große Beliebtheit“, argumentiert Ökonom Dr. Steude für seine sozialliberale Wählervereinigung. Der Politik fehle ein echter Zugang zu dieser Bevölkerungsgruppe, weswegen sie tendenziell als störend empfunden würde, vermuten die STADTGESTALTER.
„Tatsache ist, dass die Brüderstr. vor den Shisha-Bars in keinem Fall besonders attraktiv war. Der Bereich war schon immer das Stiefkind im Bermuda. Manche wollen jetzt, dass es wieder wird, wie es früher schon nicht war“, sagt Dr. Steude. Was den STADTGESTALTERn fehle, sei der Blick auf die Wurzel des Problems. „Die Brüderstraße ist zu unattraktiv gestaltet, um auch Bedingungen für die klassische hochwertige Gastronomie zu erfüllen, wozu eben auch großzügige Freisitzmöglichkeiten und die Gestaltung als Fußgängerzone gehören. Erst auf Drängen der damaligen Fraktion FDP/STADTGESTALTER wurde die Durchfahrt zum Südring gesperrt. Aber noch immer nehmen Autos im Bermuda zu viel Platz ein, den sonst auch andere Gastros mit neuem Leben füllen würden“, so Dr. Steude, “Das ist auch an der Viktoriastraße im Bereich des 3Ecks der Fall, wo sich die Stadt seit Jahren nicht zu einer Umgestaltung zu Gunsten von großzügigen Freisitzen der Gastronomie und einer Flaniermeile zu Lasten von Autofahrbahnen durchringen kann.
„Hinter vorgehaltener Hand will man mit den Änderungen der Bebauungspläne auch die Clan-Kriminalität bekämpfen. In der Brüderstr. gab es immer wieder Polizei-Razzien. In der offiziellen Begründung der Verwaltungsvorlage ist davon allerdings keine Rede, denn damit würden die Satzungen vor Gericht angreifbar. Wir möchten nicht, dass Planungsausschuss und Bauordnungsamt zu Hilfspolizisten werden“, ergänzt Jonas Herbertz, für die STADTGESTALTER im zuständigen Ausschuss für Planung und Grundstücke. Die Arbeit der Polizei in diesem Thema sei in Bochum sehr gut und müsse nicht mit dem Baurecht flankiert werden.
„Wir STADTGESTALTER haben selbst Gastronomen in unseren Reihen. Und mit dem Blick auf die Auslastung der Shisha-Bars wird schnell klar: Die Läden finanzieren sich ganz ohne Geldwäsche allein durch die vielen Gäste”,, so Herbertz. “Zu überlegen ist wie man die Shisha-Bars zum Beispiel mit dem Einbau von Absauganlagen verpflichten kann, etwas gegen die durch das Rauchen entstehenden Geruchsbelästigungen zu tun, die Menschen abschrecken, die sich in benachbarten Freisitzen zum Essen niederlassen möchten. In diesem Punkt sehen die STADTGESTALTER Handlungsbedarf.”
Das Fazit der STADTGESTALTER: Ein spannendes und vielseitiges Gastronomieangebot im Bermuda3Eck schafft man nicht durch Verbote in Bebauungsplänen, sondern über eine attraktive Stadtgestaltung, die angesagte Gastronomiebetriebe und viele Gäste ins 3Eck lockt. Dafür tut die Stadt im Bermuda3Eck leider bisher zu wenig.