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Aus Myanmar (Birma) hört man in letzter Zeit immer erfreulichere Nachrichten, seit sich das Land langsam von der Militärdiktatur hin zu einer Zivilgesellschaft entwickelt. Mit Aung San Suu Kyi steht eine Friedensnobelpreisträgerin im Fokus für den gerechten Kampf für die Freiheit der Birmaninnen und Birmanen. Fast unbemerkt spielt sich im äussersten Westen des Landes im Bundesstaat Rakhine (früher Arakan) aber eine Tragödie ab, die Hierzulande kaum wahrgenommen wird.

Es handelt sich um das muslimische Volk der Rohingya, das von den national orientierten buddhistischen Kräften als fremdes Element abgestempelt wird. Dies geht soweit, als das den Rohingya 1982 durch ein umstrittenes Gesetz die Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Damit werden die seit Menschengedenken in dieser Region sesshaften Rohingya zu Ausländern im eigenen Land. Dies dient fortan als Grund für wiederkehrende Progrome gegen das Volk der Rohingya. Bei diesen werden Dörfer geschliffen, Menschen umgebracht und Hundertausende in die Flucht getrieben. In Myanmar leben an die 8 Millionen Muslime, was ca. 15% der Bevölkerung entspricht. Die Regierung verschleiert diese Zahlen und nennt die Muslime mit 4% grundsätzlich eine fremdes Element im buddhistischen Birma. Die Rohingya sind aber ein altes Volk, welches schon rein geografisch separiert vom Resten Myanmars siedelte.

Die geschätzten Bevölkerungszahlen für den gesamten Bundesstaat Rakhine (Arakan) liegen bei ca. 3,8 Millionen Menschen. Seit der Unabhängikeit Myanmars (Birma) von Grossbritannien sind etwa 1.5 Millionen Rohingya vertrieben worden und leben heute in verschiedenen Ländern der Erde. Dies führte dazu, dass die Rohingya nur noch knapp die Hälfte der Bevölkerung in Arakan stellen. Die andere grosse Bevölkerungsgruppe der Rakhine stellen heute bereits etwas 50% der Bevölkerung und mit weiteren Vertreibungen der Rohingya wird sich dieser Trend wohl so weiter entwickeln, sodass die Rohingya noch mehr an Einfluss verlieren werden.
Als Volk sind die Rohingya verwandt mit der Bevölkerung Indiens und auch geografisch ist ihr Land als Fortsetzung Südasiens anzusehen, welches im Osten durch die gleiche Gebirgskette vom Rest Myanmars getrennt, welche auch Indien von Birma trennt. Nach offizieller birmanischer Leseart sind die Rohingya deshalb Einwanderer aus Bangladesh und gehören somit auch wieder dorthin zurück. Einen Eindruck gibt das folgende Bild von Demonstranten vor dem BBC Gebäude in Rangoon:

Die Demonstranten verweisen darauf, dass die Rohingya keine birmanische Ethnie darstellen. Unausgesprochen steht dahinter der Gedanke, dass diese also in Myanmar keine Rechte haben. Der Vergleich mit der Ausgrenzung der jüdischen Deutschen im dritten Reich liegt nahe, auch dort sah man die Juden nicht als Deutsche, sondern als fremdes Element, welches letzlich eben kein Recht hat, sich im Land aufzuhalten. Dies ist aber eine klare Geschichtsfälschung.
Schaut man sich die historischen Dokumente an, so wird schnell ersichtlich, dass die muslimischen Rohingya historisch belegbar zu Arakan hören. Gemäss einer britischen Karte von 1909 stellten die muslimischen Rohingya zwischen 50 und 70 Prozent der Bevölkerung in ihren Stammlanden in Arakan:

Myanmar macht grosse Fortschritte auf dem Weg zu Freiheit und Demokratie, nicht zuletzt dank Aung San Suu Kyi. Leider scheint dies nicht für alle Menschen des Landes gleichermassen zu gelten, im Gegenteil. Je mehr Macht die demokratische Mehrheit bekommt, desto härter wird das Los für die Minderheit der Rohingya. Ihnen bleibt oft nur ein Ausweg, die Flucht.

Weitere Infos zum Thema:
Rohingya Flüchtlingskomittee in Malaysia
Arakan Rohingya National Organisation (ARNO)
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Bis 1979 die Sowjetunion in Afghanistan einmarschierte, kannte kaum jemand Afghanistan und ebenso wenig Pakistan. Durch den Kampf gegen die UdSSR kam diese Weltregion immer mehr ins Bewusstsein des Westens. Die Mudschaheddin, die Helden des Hindukusch‘, welche die Kommunisten aus dem Land vertrieben, haben im Westen vielerorts grosse Bewunderung ausgelöst. Der Westen fürchtete, dass die Sowjetunion es schaffen würde, ihren Einfluss bis an den indischen Ozean resp. Golf von Persien zu vergrössern und das wollte man um jeden Preis verhindern. Als strategischen Partner kam nur ein Land in Frage und das war Pakistan. Der Iran, der lange Zeit der wichtigste Partner der USA in der Golfregion war, hatte mit der islamischen Revolution unter Ayatollah Khomeni den Kontakt mit dem Sheitan Akbar (grossen Teufel) USA abgebrochen.
Dies zeigt strategisch die absolute Wichtigkeit Pakistans im Kampf gegen die sowjetische Besatzung in Afghanistan auf. Eine Alternative war nicht vorhanden und so entwickelte sich zwangsläufig eine starke v.a. militärische Beziehung zwischen den USA und Pakistan. Förderlich mag hier die wichtige Rolle des Militärs in Pakistan sein, welche eine Art nationales Bindemittel darstellt. Das Militär steht vollends in britischer Tradition und die kulturelle Verständigung zwischen den beiden Ländern wird auf dieser Ebene problemlos gewesen sein.
Die Folgen der Invasion
Die Folgen der sowjetischen Invasion waren für Afghanistan und Pakistan verheerend. Der afghanische Blutzoll wird auf ca. 1 bis 2 Millionen Todesopfer geschätzt und an die 10 Millionen Afghanen flüchteten ins Ausland. 2/3 davon nach Pakistan, d.h. fast 10 Prozent der damaligen (etwa 80 Millionen Menschen) pakistanischen Bevölkerung waren afghanische Flüchtlinge. Dies hatte für Pakistan schwerwiegende Konsequenzen. Stellt man sich die aktuelle Flüchtlingspolitik und Diskussion z.B. aus der EU vor, so sind heute (Stand 2011) bereits 25’000 Flüchtlinge aus Nordafrika für Europa mit einer Bevölkerung von 500 Millionen Menschen nicht tragbar.
Künstliche Grenze – Durand Linie
Die Aufnahme der Flüchtlinge zeigt die grosse Verbundenheit der Pakistaner mit den Afghanen. Diese hat hauptsächlich ethnische Gründe. Die nordwestliche Grenze Pakistans ist eine künstliche, die während dem British Raj (Britische Kolonialzeit) erstellt wurde und zieht sich direkt 2’500 km durch die Stammlande der Paschtunen, welche die grösste Bevölkerungsgruppe Afghanistans darstellen.

Diese Grenzlinie hat einen Namen und heisst Durand Linie nach dem Aussensektretär der Britischen Kolonialverwaltung Sir Mortimer Durand. Die Briten führten insgesamt drei Kriege gegen Afghanistan, wobei die ersten zwei die wohl wichtigsten waren. Den ersten Anglo-Afghanischen Krieg (1839-1842) verloren die Briten, was für diese eine traumatische Erfahrung darstellte, da sie bis anhin auf dem indischen Subkontinent grossmehrheitlich siegreich waren. Erst im zweiten Anglo-Afghanischen Krieg konnten sich die Briten 1880 durchsetzen und sicherten sich ihre Territorialgewinne später mit der erwähnten Durand Linie ab.
Einfluss Afghanistans in Pakistan
Im Grunde kann man sagen, dass ein Teil Afghanistans in Pakistan liegt. Somit wird auch klar, dass politische Verbandelungen in der Region des Nordwestens unumgänglich sind. Dazu kommen die vielen Flüchtlinge, die v.a. in den grösseren Städten zu finden sind, so auch in den Millionen-Metropolen Islamabad, Karachi oder Lahore. Wenn heute Pakistan als unzuverlässiger Partner im Kampf gegen den Terror angesehen wird, so muss man diese Situation mitberücksichtigen. Die Zentralregierung, die ohnehin durch ein langjähriges politisches Sturmtief navigiert, hat nur einen beschränkten Einfluss auf die Afghanisch-Pakistanischen Beziehungen. Ein Staatsfunktionär aus Karachi, der beruflich im Nordwesten Pakistans arbeitet, ist zwar in Pakistan, wird aber de Facto als Fremder angesehen. Nicht im Sinne von Fremdenfeindlichkeit, gemeint ist eine gewisse Distanziertheit. Ein afghanischer Paschtune hingegen bewegt sich im Nordwesten Pakistans wie ein Einheimischer.
Dazu kommt, dass es nach dem Abzug der Briten und der daraus folgenden Unabhängigkeit Pakistans Bestrebungen gab, den Nordwesten mit Afghanistan wiederzuvereinigen. Diese Forderung ist heute zwar nicht besonders stark, ist aber ein gutes Druckmittel gegen die Regierung, damit der Nordwesten möglichst in Ruhe gelassen wird und viel politische Autonomie geniesst.
Schlussfolgerungen
Historische Ereignisse haben dazu geführt, dass Pakistans Nordwesten eine Region ist, die eine Sonderrolle in Pakistan einnimmt und sehr stark mit Afghanistan verbunden ist. Teilweise ist die Bindung zwischen dem Nordwesten Pakistans und Afghanistan sogar grösser als zum restlichen Teil Pakistans. Dies führt dazu, dass es auch immer Fraktionen in Pakistan gibt, die loyal die afghanischen Talibans unterstützen und somit auch verbündete Qaida-Mitglieder dieser Talibans. Die Zentralregierung ist hierbei nahezu machtlos, da die Region praktisch ausserhalb des Zugriffs der offiziellen Stellen liegt. Vergleichen kann man diesen Zustand mit der Mafia in Süditalien, die dermassen stark ein Staat im Staat bildet, dass die staatlichen Organe ebenfalls machtlos sind. Das offizielle Pakistan hat in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass es auf der Seite des Westen steht und hat dafür viele Opfer in Kauf genommen. Doch durchdringt der Staat nicht alle Teile des Landes und diese Regionen entgehen der Kontrolle der Zentralregierung.
Until the Soviet Union invaded Afghanistan in 1979, hardly anyone knew neither Afghanistan nor Pakistan. Through the struggle against the Soviet Union the West became increasingly aware of this region of the world. The mujahideen, the heroes of the Hindu Kush, which drove the Communists out of the country, have caused great admiration all over the world. The West feared that the Soviet Union would manage to increase its influence down to the Indian Ocean, respectively the Gulf of Persia and wanted to avoid this scenario at all costs. As strategic partner, only one country was to be considered and that was Pakistan. Iran, which for a long time was the principal partner of the U.S. in the Gulf region had broken off contact with the Sheitan Akbar (Great Satan) after the Islamic Revolution under Khomeini.
This shows strategically the absolute importance of Pakistan in the fight against the Soviet occupation of Afghanistan. An alternative was not available and thus the circumstances developed a strong relationship between the U.S. and Pakistan. Beneficial here may be the important role of the military in Pakistan, which is a kind of national binder. The military is fully in British tradition and the cultural understanding between the U.S. and Pakistan must have been unproblematic at this level.
The consequences of the the Soviet invasion were devastating for Afghanistan and Pakistan. Afghanistan’s death toll was estimated at about 1 to 2 million deaths and about 10 millions Afghans fled, two thirds to Pakistan.The latter means that almost 10 percent of Pakistan’s population in the eighties (about 80 million people) were refugees. This had enormous consequences for Pakistan. If one imagines the current (2011) refugee policy and discussion in the EU, even 25,000 refugees from North Africa are not acceptable to Europe with a population of 500 million people.
The large accomodation of refugees shows the great affinity of Pakistanis with the Afghans. This has mainly ethnic reasons. The northwestern border of Pakistan is an artificial one, created during the British Raj (British colonial era) and stretches 2500 km directly through the land of the Pashtuns, which represent the largest population group of Afghanistan.
This boundary line has a name and is called the Durand Line after the British colonial administration foreign secretary Sir Mortimer Durand. The British had fought a total of three wars against Afghanistan, the first two were probably the most important ones. The first Anglo-Afghan War (1839-1842) was lost by the British, which was a traumatic experience for them, as they were mainly victorious on the Indian subcontinent. Only in the second Anglo-Afghan War, the British could establish themselves and were able to enforce their territorial gains in 1880 and secured it with the aforementioned Durand Line.

Theoretically one could say that a part of Afghanistan lies in Pakistan. Thus, it is also clear that political affiliations in the region of the North West are inevitable. In adition there are the many refugees who settled mainly in the larger cities, as in the million cities Islamabad, Karachi or Lahore. If Pakistan today is viewed as an unreliable partner in the fight against terror, one must take into account this situation. The central government, which already navigated through a long-standing political storm, has only a limited impact on the Afghan-Pakistani relations. A state official from Karachi, who works professionally in the north-west Pakistan, is indeed in Pakistan, but is de facto considered a stranger. Not in the sense of xenophobia, more as a degree of detachment. An Afghan Pashtun, however, moves in north-west Pakistan like a local.
Moreover after the British withdrawal and the subsequent independence of Pakistan some people were ambitions to reunify Northwestern Pakistan with Afghanistan. This demand is not particularly strong today, but it is a good pressure on the government so that the North West is left alone and enjoys much political autonomy.
Past events explain why Pakistan’s northwestern region occupies a special position in Pakistan and is very strongly related to Afghanistan. Sometimes the bond between Northwestern Pakistan and Afghanistan is even greater than with the remaining part of Pakistan. This means that there are always groups in Pakistan which are supporting the Afghan Taliban and loyalty in this context allied al-Qaida members. The central government is virtually powerless in this case, since the region is practically beyond the reach of official agencies. You can compare this situation with the Mafia in southern Italy, where one can observe a state within a state situation, where the central Italian government is powerless as well. In recent decades the official Pakistan has shown that it fights on the side of the West and has made many sacrifices in this regard. But the state does not penetrate all parts of the country and regions such as the Nord-West seem to escape the control of the central government.
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Seit 2000 die Internet Blase platzte und weltweit die Börsen zum Einbrechen brachte, hat sich in Europa und den USA die wirtschaftliche Situation nicht effektiv stabilisieren können. Die Börse erholte sich jeweils kurzfristig, um dann wieder in einem neuen Crash unterzugehen. Letztes Grossereignis war die Immobilienkrise (Subprime Mortgage Crisis) in Folge dessen sich praktisch der ganze Westen von den Staatsbanken her total verschuldete, indem die einzelnen Länder probierten, in Notaktionen Banken und andere Finanzinstitute zu retten. Dies führte bis zum Staatsbankrott in Island und beinahe Bankrotte in anderen Staaten z.B. Griechenland oder Irland.
Ohne diese Argumentationslinie weiter vertiefen zu wollen, zeigt sich in USA und Europa ein Bild von wirtschaftlicher Unsicherheit, welches sich gesellschaftlich ebenso niederschlägt. Vielerorts sind die Menschen verunsichert und haben Angst vor der Zukunft. Verstärkt wird diese durch die offensichtliche Resistenz Chinas gegenüber dieser Krise. Es scheint sogar, dass die chinesische Wirtschaft von der Krise profitieren kann, weil sie durch den zunehmend sparsamen Westen noch mehr von ihren preiswerten Gütern absetzen kann.
Bereits nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde sichtbar, dass die Vormachtstellung Europas gebrochen war. Das britische und das französische Imperium lösten sich auf und sowohl Frankreich wie auch Britannien landeten langsam aber sicher in der Versenkung der politischen Bedeutungslosigkeit. Dank den USA und der UdSSR verlagerte sich die Macht anfänglich nur innerhalb der westlichen Mächte. Asien, Afrika und Lateinamerika hatten auf der politischen Weltbühne weiterhin nichts zu bestellen.
Während sich die UdSSR ab den 1980er Jahren langsam auflöste, probierte Europa durch die Bildung der EU wieder an wirtschaftlichen und politischen Einfluss zu gewinnen und in diesem Stadium des Versuchs ist sie heute noch. Wirklichen Einfluss hat sich nicht, es sei denn durch einzelne Exponenten wie Frankreich oder England. Der einzige verbliebene Machtfaktor, ist ein militärischer, nämlich die Nato, welche aber oft auch nur ein zahnloser Tiger zu sein scheint. So konnte sie nicht einmal auf europäischem Territorium das wahnwitzige Massaker von Srebrenica verhindern.Wirtschaftlich hat der Westen Mühe, die Arbeitslosigkeit ist in vielen Ländern nicht zu bändigen und nimmt eher zu als ab. Die Angst vor der aufstrebenden Macht China scheint berechtigt.
Es wird zwar oft vom Schreckensgespenst China gesprochen und nicht wenig wird Nostradamus’ „Prophezeiung“ der gelben Gefahr heraufbeschworen. Das ist eher ein Phantom. Die Angst, die Europa wirklich bedrückt ist, die Angst im Wettbewerb mit dem Rest der Welt, allen voran China, nicht mehr bestehen zu können und als Folge den Lebensstandard nach unten anpassen zu müssen. Vielleicht steht auch noch mehr dahinter, nämlich die Konfrontation mit dem Selbstbild, dass Europa der Nabel der Welt ist Dies gekoppelt an die Vorstellung, dass zwar alle Menschen gleich sind, die Europäer aber trotzdem irgendwie besser sind als die Asiaten, Afrikaner oder Lateinamerikaner. Diesem Selbstbild wird der Spiegel in Form der erfolgreichen Chinesen entgegen gehalten. In den Schulbüchern hat der Europäer die Bilder von kollektiv denkenden, jeder Individualität deprivierten Wesen im Kopf, die mit primitivsten Mitteln irgendwo Steine schleppten. Und nun sind wie aus dem Nichts eben diese Menschen die neuen Wirtschaftskapitäne der Welt.
Diese Konfrontation zusammen mit den wirtschaftlichen Problemen führt in Europa zu einer zunehmend isolationistischen Politik. Statt einer offenen Einstellung, klammert man sich an das Wenige, das man hat. Die neusten Ereignisse in Nordafrika zeigen dies sinnbildlich. Warum sich von den Diktatoren distanzieren? Sie stehen doch für Stabilität, sprich für den Status Quo. Ob dieser menschenverachtend ist, spielt keine Rolle, Hauptsache, Europa muss sich nicht bewegen. Erst im letzten Moment und nur auf Drängen Frankreichs hat der Western eigelenkt, gegen Gadaffi vorzugehen. In Syrien, Algerien, Jemen oder Marokko übt sich die europäische Politik in Schweigen. Dazu kommt die unsägliche Flüchtlingspolitik. Eine Europäische Union mit 500 Millionen Einwohnern hat keinen Platz für ein paar zehntausend Flüchtlinge aus Nordafrika. Statt den befreiten und sich befreienden Ländern die maximale Solidarität anzubieten, windet sich Europa und zeigt unverkennbar den Menschen Nordafrika die kalte Schulter.
In der Wirtschaftslehre spricht man häufig von Opportunities, Chancen, die es zu ergreifen gilt. Europa ist so beschäftigt mit sich und seiner Angst, dass es die Gelegenheiten nicht erkennt, nicht einmal wenn diese gerade vor der eigenen Haustüre sitzen. Es würde mich nicht überraschen, wenn die Chinesen bereits jetzt mit den neuen und zukünftign Machthabern in Nordafrika die Verträge unter Dach und Fach haben!
Since the Internet bubble burst in the year 2000 and brought the world’s stock markets to collapse neither Europe and nor the U.S. could really stabilize the economic situation. The stock market rebounded shortly only to crash unnoticed again soon after. The most recent major event was the subprime mortgage crisis. As a result of this, virtually all national banks of the western countries tried to rescue private banks and other financial institutions. This led to national bankruptcy in Iceland and almost bankruptcies in other states as Greece and Ireland.
Without further deepening this line of argument it does show in the U.S. and in Europe a picture of economic uncertainty, which is reflected in society as well. In many places people are insecure and are afraid of the future. This is reinforced by the apparent resistance of China towards to the crisis. It even seems that the Chinese economy can profit from the crisis because it sells more goods to the increasingly thrifty western countries.
Even after the end of World War II was a sign that the supremacy of Europe was broken. The British and the French empire dissolved and both France and Britain ended up slowly but surely in the sinking of political irrelevance. Thanks to the U.S. and the USSR, power has shifted initially only within the Western powers. Asia, Africa and Latin America had to order on the world political stage still nothing.
As the USSR broke slowly from the 1980s, tried to win Europe due to the formation of the EU to regain economic and political influence, and at this stage of the experiment it is today. Real influence has not, except by individual exponents such as France or England. The only remaining power factor, is a military, namely NATO, but which often seems to be just a toothless tiger. So they could not even verhindern.Wirtschaftlich on European territory, the insane massacre of Srebrenica, the West has trouble, unemployment in many countries, not to subdue and take rather than decrease. The fear of the rising power China seems justified.
Although it is spoken often of the specter of China and not a little to be Nostradamus‘ „prediction“ of the yellow peril invoked. This is more of a phantom. The fear that Europe is really depressed, fear competing with the rest of the world, especially China to survive, and can not adapt as a result the standard of living down to need. Perhaps is even more to it, namely the confrontation with the self-image, that Europe is the center of the world, this coupled with the notion that while all people are equal, the Europeans but still somehow better than the Asians, Africans or Latin Americans. This self-image is held against the mirror in the form of the successful Chinese. In the textbooks, the Europeans, the images of collective thinking, being deprived of any individuality in mind, the most primitive equipment dragged somewhere stones. And now, out of nowhere the same people, the new captains of industry in the world.
This confrontation with the economic problems in Europe leads to an increasingly isolationist policy. Instead of an open mind, you cling to what little you have. The latest developments in North Africa show this symbolically. Why distance themselves from the dictators? They are but for stability, that is for the status quo. Whether this is inhuman, does not matter, main thing is that Europe must not move. Only at the last moment and only at the insistence of France, the Western eigelenkt has to take action against Gaddafi. In Syria, Algeria, Yemen, Morocco, the European policy acts in silence. Then there is the unspeakable refugee policy. A European Union with 500 million inhabitants, has no place for a few tens of thousands of refugees from North Africa. Instead of the liberated and liberating countries offer the maximum solidarity to overcome Europe and unmistakably shows the people of Northern Africa the cold shoulder.
In economics it is often of opportunities, opportunities that need to be taken. Europe is so concerned with himself and his fear that it will not recognize the opportunities, even if they just sit in his own front door. It would not surprise me if the Chinese are now with the new and zukünftign rulers in North Africa have the contracts signed and sealed!
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Ein Diktator, der die Bevölkerung seines eigenen Landes mit der Armee bekämpft, schafft sich wenig Freunde. Dennoch umgibt Oberst Gaddafi, der sich selbst Revolutionsführer nennt, eine Aura, die bei vielen Menschen in der arabischen Welt derjenigen von Che Guevara ähnelt. Auch im Westen hat Gaddafi Bewunderer, so äusserte sich z.B. der schweizer Intellektuelle Jean Ziegler mehrmals anerkennend, wenn es um die Person Gaddafis ging. Jean Ziegler ist ein differenzierter Mensch und seine Bewunderung hat berechtigte Gründe. Wenn heute in der Euphorie des Sieges über Gaddafi alle, die jemals etwas Positives über Gaddafi geäussert haben, in der Öffentlichkeit geächtet werden, ist das äusserst kritisch zu betrachten. Die Argumentation, die in diesem Artikel vertreten wird, geht in die Richtung, dass es wichtige Gründe sind, warum Gaddafi bei vielen Menschen hohes Ansehen geniesst. Ohne in die Details gehen zu wollen, soll hier eine Übersicht über das Phänomen „Gaddafi als Symbolfigur“ aufgezeichnet werden.
Grund für die Bewunderung Gaddafis
Wenn die westlichen Alliierten heute berechtigterweise militärisch gegen das Regime Gaddafis vorgehen, so hat der Westen doch in der Vergangenheit eine sehr umstrittene und zwiespältige Nahost- und Arabien Politik betrieben. Diese Politik zielte in ganz verschiedene Richtungen, meistens aber gegen die Interessen der jeweils lokalen Bevölkerung. Allem voran steht die blinde Unterstützung Israels mit der parallel laufenden Anprangerung und Benachteiligung der Palästinenser. Daneben wurden oftmals Regimes unterstützt, die ähnlich wie Gaddafi die Rechte der Bevölkerung mit Füssen traten, z.B. Iran unter dem Shah, Saudi-Arabien, Ägypten, Marokko, Kuwait, Bahrein oder dem Irak unter Saddam Hussain.
Diese politische Inkonsistenz des Rufes nach Menschenrechten und Demokratie des Westens bei gleichzeitiger Unterstützung anti-demokratischer Regime führte bei vielen Menschen der arabischen resp. in der ganzen islamischen Welt zu anti-westlichen Gefühlen. Auf diesem Nährboden konnte Gaddafi seine oft populistischen Parolen verbreiten und sich in Szene setzen als derjenige, der sich als einziger arabischer Machthaber nicht scheute, nicht nach der Pfeife des Westens zu tanzen. Das war und ist immer noch attraktiv. Das viele Geld aus dem Ölgeschäft hat es ihm zusätzlich ermöglicht, eine gut laufende Propaganda aufzuziehen und gleichzeitig Libyen zu modernisieren und so gleichsam den (Schein-)Beweis zu liefern, dass er ein modernen Herrscher zum Wohle seines Landes ist. Gaddafi provozierte den Westen auf vielfältige Weise u.a. mit Anschlägen, worauf der Westen mit harten Sanktionen reagierte und damit Gaddafi quasi zum lebenden Märtyrer machte. Auch das gehört zu einer Legende, provozieren und dennoch immer wieder heil aus Konflikten hervorgehen. Das wirkt und hat die Macht einen Diktator wie Gaddafi zum Helden zu stilisieren.
Nun scheint aber das Image von Gaddafi angeschlagen und auch die beste Propaganda kann nicht verschleiern, dass es sich bei Gaddafi eben einfach nur um einen Diktator handelt, der „sein“ Volk ausnutzt und der einem Menschenleben keinen hohen Stellenwert beimisst.
Historische Chance des Westens
Wenn der als Symbol für den Kampf gegen den „bösen“ Westen, Gaddafi, gerade von ebendiesem Westen angegriffen wird und dies mit Unterstützung der arabischen Liga und noch wichtiger von grossen Teilen der arabischen Bevölkerung erfolgt, so ist das eine einzigartige Chance auf einen Neuanfang in den Beziehungen zwischen dem Westen und der arabischen Welt. Bedingung ist allerdings, dass sich jetzt auch der Westen anpasst und seine Unterstützung von Unrechtsregimen überdenkt und korrigiert. Hier miteingeschlossen ist eine Neuausrichtung der Israel/Palästina-Politik. Wenn dies gelingen sollte, so könnte der Fall des Symbols Gaddafi zu einer nachhaltigen positiven Kehrtwende in der politischen Landschaft der südlichen und östlichen Mittelmeer Anrainer (und darüber hinaus) werden.
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Die Europäische Union entstand als Endpunkt einer unsäglich blutigen Geschichte in Europa und durch die imperiale Politik vieler europäischer Länder zog sich diese blutige Spur über die ganze Welt. Heute ist man in Europa stolz, in einer neuen Ära zu leben. Die Abkürzung EU steht gleichermassen für den Slogan „Nie wieder Krieg“. Mit dem Ende des 2. Weltkrieges zerfielen praktisch alle imperialen Ansprüche der europäischen Staaten, was über die Jahre spürbare ökonomische Folgen hatte. Wenn auch aus heutiger Sicht der politische Zusammenschluss der europäischen Länder im Vordergrund steht, so ist es doch nicht zu verneinen, dass der politischen Annäherung eine ökonomische vorausging. Diese manifestierte sich in den Zusammenschlüssen der EWG (Europ. Wirtschaftsgemeinschaft) und der EGKS (Europ. Gemeinschaft für Kohle und Stahl). Somit suchten die Länder der Gemeinschaft sich gegen andere Länder und Weltregionen zu behaupten und nicht zu letzt auch ihre Pfründe aus der Kolonialzeit zu retten. Dadurch entstanden gerade im arabischen Raum, der vielerorts mit Öl gesegnet ist, wichtigste Handelsinteressen, die es durchzusetzen und zu verteidigen galt. Dies führte dazu, dass Europa vielfach Regimes unterstützte, die Menschenrechte und Demokratiebewegungen mit Füssen traten. Italiens ehemalige Kolonie Libyen ist ein Paradebeispiel.
Mit brutalsten Mitteln eroberten die Italiener das heutige Libyen und fingen, an die nordafrikanische Küstenregion zu besiedeln, bis sie ca. 20 % der Bevölkerung stellten. Gipfel der italienischen Eroberung war die Ermordung des Senussi-Führer Omar al Mukhtar 1931.

Nach dem 2. Weltkrieg erlangte Libyen seine Unabhängigkeit in Form einer Monarchie unter König Idris und die Italiener verliessen das Land. Kurz darauf erfolgten die ersten Ölfunde und in der Folge davon wurde das Land interessant für westliche Länder, allen voran die USA, Grossbritanien und Italien. Dieser erneute Influx von ausländischen Kräften führte wieder zu Unruhen und gipfelte 1969 in der Machtübernahme von Oberst Gaddafi. Trotz seiner provokativen Politik gegen den Westen wurde er von verschiedenen westlichen Ländern mit Samthandschuhen angefasst und teilweise richtiggehend umgarnt. Als 2009 Gaddafi erstmals Italien besuchte, begrüsste er Silvio Berlusconi in einer Uniform, welche auf seiner rechten Brusttasche ein Foto der Festnahme des libyschen Freiheitskämpfer Omar al Mukhtar zeigte:

Detail des Fotos auf der rechten Brustasche von Gaddafis Uniform:

Trotz dieser (vielleicht berechtigten) Provokation, wurde Gaddafi in Berlusconi’s Italien als Freund empfangen. Über seine „Entgleisungen“ wurde geflissentlich hinweggesehen und obwohl lange bekannt war, dass Gaddafi ein Diktator der üblen Sorte war, wurde er unterstützt und hoffiert. In diesem Fall von Italien, einer Nation, die in der Vergangenheit ebenfalls das libysche Volk unterdrückte und terrorisierte.
Die unerwartete Revolution in Tunesien und die noch weniger erwartete Ausbreitung der Befreiungsbewegung auf andere arabische Länder stellt nun den Westen vor ein Problem. Wer werden die neuen Ansprechpartner in diesen Ländern sein? Und wie verlässlich sind diese im Beibehalten der vergangenen wirtschaftlichen Abkommen? Bleiben wir gedanklich bei Libyen und nehmen wir an, dass sich die jetzige Opposition durchsetzen kann. Dann wird es Italien unter Berlusconi schwer haben, verhandlungstaktisch seine Interessen bei den neuen Regenten durchzubringen. Sollte sich in der italienischen Wirtschaft die Meinung durchsetzen, dass die neue Regierung ökonomische Interessen gefährde, dann wird auch politisch der Druck gross, die neuen Machthaber zu destabilisieren.
Ähnlich der Europäischen Union gibt es auch in der Arabischen Welt Bestrebungen, alle arabischen Länder in einer Union, der sog. Umma al Arabiya zusammenzuschliessen. Aus europäischer Sicht müsste dies der einzig logische Schluss sein, nie wieder Krieg auch für andere Nationen. Doch lässt dies die machpolitische Ausrichtung Europas auch zu? Wie das Beispiel Libyen in der neusten Geschichte gezeigt hat, vermutlich nicht. Zu gross sind die Partikularinteressen.
Den menschenverachtenden Diktatoren Ben Ali, Mubarak und Gaddafi wurden alle möglichen Privilegien und Unterstützung zugestanden, hoffen wir, dass den neuen demokratischen Bewegungen mindestens ebenso viel Unterstützung entgegengebracht wird. Auch wenn diese Bewegung vielleicht auf den ersten Blick eine Herausforderung in Form eines neuen und starken arabischen Nationalismus sein wird.
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]]>The post Demonstranten schützen das ägyptische Museum first appeared on Dorsum - Der ethnopolitische Blog.
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In den Wirren um die Demonstrationen in Ägypten fiel heute eine Meldung auf, dass wegen den vielen Plünderungen und Demolierungen eine Menschenkette aus Demonstrierenden das ägyptische Museum für antike Kunst (oft nur als ägyptisches Museum abgekürzt) schützte. Das ägyptische Museum ist ohne jeden Zweifel eines der bedeutetsten Museen der Welt und beherbergt an die 120’000 Exponate aus der alt-ägyptischen Geschichte.
Es ist damit ein Zeitzeuge für die ganze Menschheit und bedarf deren besonderen Schutz. Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere, wie es in Kabul oder Baghdad vorging, als bedeutende Teile der nationalen Museen in den von den westlichen Ländern (UDSSR, USA, u.a.) initiierten Kriegswirren gestohlen wurden. Afghanistans Museen sind vermutlich unwiederbringlich verloren und wer die Sammulungen über die dortigen buddhistische Kunst kannte, weiss was dort verloren ging.
Zurück nach Kairo, jetzt ist es weder der Westen, noch die ägyptischen Sicherheitskräfte, sondern das Volk, welches sich mit ihrem nackten Leben schützend vor das Museum stellt. Das sind die zivilen Kräfte, die es zu erwähnen und zu fördern gilt. Die Erkenntniss, dass Ägypten über diese zivilen Kräfte verfügt und dass diese auch bereit sind in schwierigen Zeiten Verantwortung zu übernehmen.
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]]>The post Kyoichi Tsuzuki – Das andere Gesicht Japans first appeared on Dorsum - Der ethnopolitische Blog.
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Jeder hat seine eigenen Bilder von Japan, Kyoichi Tsuzukis Werke und Arbeiten haben die Macht, vorgefertigte Ansichten über Japan zu korrigieren. In seinem Fokus stehen die vergessenen oder übersehenen Seiten des Landes. Seiner Aussage gemäss kennt er z.B. niemanden, der so wohnt, wie in den Designbüchern über Japan dargestellt wird. Nicht, dass es diese oft im Westen dargestellte Welt nicht gäbe, aber sie existiert eben nur an einem kleinen Ort, bei wenigen Menschen. Nach Tzusuki leben die gewohnten Bilder über Japan von einer ausgewählten Gruppe, die aber nur zehn Prozent der Bevölkerung repräsentieren. Tzusuki ist an den aderen 90 Prozent interessiert und stellt diese in seinen Photographien dar. Was wir da zu sehen bekommen sind keine schönen Zen-Gärten oder Luxuswohnungen in Tokyo. Es ist das Leben der normalen Leute, der 90 Prozent Menschen, die sonst nirgends Erwähnung finden. Stundenhotels, Mini-Appartements, Karaoke-Imbisslokale, Enge und Chaos.
Wer sich für Tzusuki interessiert, kann hier ein Interview des Schweizer Radios DRS2 hören.
Sein bekanntestes Werk Tokyo Style:

Eine kleine Kostprobe seiner Photgraphien findet man unter http://www.ajapanesebook.com/ .
Wer sich gerne näher mit Kyoichi Tsuzuki vertraut machen möchte, kann hier seinen Blog lesen.
Ein anderes Beispiel ist der folgende Ausschnit aus dem Werk „Happy Victims „, welche die Thematik Konsumsucht künstlerisch aufnimmt aber auch dokumentarisch darstellt. Was immer wieder verblüfft, ist die Tatsache, dass seine Bilder obwohl sehr intim, doch nicht voyeuristisch wirken :


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In der Silvesternacht explodierte vor einer koptischen Kirche in Alexandria ein Fahrzeug und riss nach bisherigen Angaben 21 Menschen in den Tod, 80 Personen wurden verletzt. (Quellen: Tagesanzeiger, Copts United).
Die Kopten gehören zu den orientalischen Christen und machen etwa 10 bis 20 Prozent (Quelle) der Bevölkerung Ägyptens aus, je nach Region sind es sogar mehr. In den letzten Jahren ist es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Kopten gekommen, bei denen leider auch Tote zu beklagen waren. Meist auf Seiten der Kopten.
Die Kopten sehen sich selber als die Nachfahren der antiken Ägypter und gehören zu den ältesten christlichen Gemeinden im Nahen Osten. 641 wurden die byzantinische Armee von den Muslimen besiegt und Ägypten wurde Teil des aufstrebenden islamischen Reiches. In der Folge konvertierten viele Christen zum Islam und so lebten fortan Christen und Muslime als Nachbarn im gleichen Land. Spannungen gab es immer wieder, aber wenn man die religiösen Spannungen weltweit vergleicht, so ist es meiner Ansicht legitim, zu sagen, dass es sicher weniger Konflikte gab, als zwischen Katholiken und Reformierten in Europa. Vielfach herrscht die Meinung die Christen seien aus allen islamischen Ländern vertrieben worden. Das Beispiel Ägypten zeigt aber gerade, dass dem nicht so ist. Trotzdem ist es heute so, dass die Kopten grossem Druck ausgesetzt sind. Und wie das jüngste Beispiel zeigt auch Gewalt in Form von Anschlägen.
Vordergründig hat der Anschlag eine rein religiöse Komponente, eine religiöse Gruppe (die Muslime) bekämpfen eine andere, die Kopten. Das ist die Oberfläche. Es muss bedacht werden, dass Ägypten ein armes Land ist und viele Menschen in für europäische Umstände erbärmlichen Verhältnissen leben. Das führt zu einer Abwanderung der Landbevölkerung in die Städte, wo die Menschen zusätzlich sozial entwurzelt werden. Gleichzeitig ist die Alterspyramide so verteilt, dass es im Verhältnis viel mehr Junge hat, als alte Menschen. Diese Jungen haben, auch mit guter Ausbildung, kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Wie wenn dies nicht genug wäre, geht die jetzige Regierung nicht zimperlich mit der eigenen Bevölkerung um. All dies führt zu einem gefährlichen sozialen Cocktail, der schnell zum Explodieren kommt. Leider greifen die Menschen in solchen Situationen schnell zu einfachen Lösungen und was ist einfacher, als sich einen schwachen Sündenbock zu suchen? Erinnern wir uns, wie das damals mit den Juden in Deutschland war? Das entschuldigt in keiner Art und Weise einen Anschlag, jede Art von Terror ist auf das Äusserste zu verurteilen. Wer aber an echten Lösungen interessiert ist, der muss die Symptome von den Ursachen unterscheiden können.
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