Für uns war eigentlich gesetzt, dass das nächste Auto ein E-Auto wird. Lediglich das “wann?” war noch unklar. Als am 20. August 2023, 5km nach Abreise vom Campingplatz unser Diesel-Kleinbus verreckte, war das “wann” dann auch geklärt.
Die Reparatur war hmfpgrmltausend Euro teuer und wenn man fragt, warum so ein Teil im Motor, von dem man noch nie etwas gehört hat, kaputt gehen kann, ist die Antwort des mit ölverschmierten Armen vor Dir stehenden Mechanikers lediglich “Tja…”.
Ich bin dann also in dieses “Total Cost of Ownership” Rabbithole gefallen und habe sämtliche Rechnungen von Kauf bis zum fatalen 20. August in einen Spreadsheet gehackt. Dann noch Verbrauch mit gefahrenen Kilometern multipliziert, Diesel-Durchschittspreise beim Statistischen Bundesamt nachgeschaut, TÜV, Steuern und Versicherungen aufaddiert und …
Donnerwetter! So teuer ist die Karre? Mag sein, dass wir mit dem Auto einfach Pech hatten, aber unterm Strich waren wir bei 300€ monatlich für Steuern, Versicherung, TÜV, Werkstatt und Diesel bei 15.000km pro Jahr. Eigentlich gehört da noch die Abschreibung des Kaufpreises mit rein, wenn man es genau nimmt. Dann wären wir bei 470€. Ganz schön viel Kohle für “ich kann wann ich will und wo ich will im Stau stehen”.
Diese ganze Rechnerei war schon mal der erste Fehler. Jetzt habe ich nämlich versucht zu schätzen, was uns ein E-Auto im Unterhalt kosten würde und wenn man geringere Unterhaltskosten annimmt, kann man damit sich ja auch den höheren Kaufpreis schön rechnen …
Die Probefahrten waren der nächste Fehler. Da weiss man nämlich dass man unbedingt ein Elektroauto braucht und jede Fahrt im inzwischen reparierten Diesel-Ungetüm fühlt sich wie ein Rückschritt in das Zeitalter der Dampfmaschinen an.
Unzählige Abende in meinen Spreadsheets später stand der Entschluss fest und ein unschlagbar “günstiges” Angebot kam gerade zur rechten Zeit.
Es gibt so viel gutes, aber wir fangen mit dem allergrößten Nachteil an: Die Vorurteile. Dank der Diesel-Presse mit den großen Buchstaben, weiss jeder Verbrenner-Fahrer (ja es sind _immer_ Männer) ganz genau, dass der Akku nach 10 Jahren Sondermüll ist und ich immer eine Stunde neben dem Auto an der Ladesäule stehen muss wie beim Tanken. Es ist wirklich anstrengend… Ich sage dazu nur noch wenig und schreibe lieber die Dinge ins Internet.
Also was ist schön, nein, was ist das Beste? Eindeutig die Klimaanlage. Wir können sie nämlich jederzeit einschalten. Wenn das Auto in der prallen Sonne steht und wir gerade am Strand einpacken? Erstmal auf solide 21°C abkühlen. Es gibt Dinge im Auto (Einkäufe, Medikamente), die nicht super warm werden sollen? Wir lassen die Klimaanlage einfach eingeschaltet.
Es sind knackige -10 Grad draußen und ich habe keine Lust auf das Freikratzen der Scheiben? Ich nehme mein Telefon von Nachttisch, knipse die Klimaanlage an und wenn ich mich dann geduscht und angezogen ins Auto setze, sind die Scheiben frei, das Lenkrad vorgewärmt und ein Grinsen in meinem Gesicht.
Ja, das kostet Strom, aber weniger als man denkt und der Komfortgewinn ist so unfassbar groß, dass ich so etwas nie mehr missen möchte. Da fällt mir ein, dass es im Auto gar keinen Eiskratzer gibt. Solche Snobs sind wir 
Großartig ist auch die Rekuperation, also die Rückgewinnung von Strom durch das Bremsen mit dem e-Motor. Das klingt erstmal nicht so spannend, aber wenn man über die Alpen fährt und die Familie bei jedem hinzugewonnenem Prozent jubelt, ist das schon großartig. Beim letzten Mal über den St. Bernhard Pass stieg der SoC von 51% auf 58%. Nicht übel.
Ansonsten: die Ruhe. Man gleitet sanft dahin, beschleunigt linear, keine Lastwechsel beim Schalten, und überhaupt: fahren im Verbrenner fühlt sich so nach Handarbeit an. Man muss sich um so viele Nebensächlichkeiten kümmern, damit es dem Auto gut geht. Der richtige Drehzahlbereich, oh der Partikelfilter wird gereinigt, Motor jetzt bloß nicht ausschalten, die Öllampe leuchtet, was bedeutet die gelbe Motorkontollleuchte, kannst Du mal im Handbuch nachschauen bitte?
Das ist für Menschen mit dem Selbstbild “Kraftfahrer” sicherlich alles total wichtig und logisch, ich bin aber eher der faulste anzunehmende Fahrer und möchte mich mit solchen Details nicht auseinandersetzen.
Ein weiterer netter Aspekt: Kurzstrecken sind nicht ungesund für den Motor. Klar gibt es das Fahrrad, aber den Hänger voller Grünschnitt ziehe ich damit nicht. Beim Verbrenner plagt einen das schlechte Gewissen, für 2km den Motor angelassen zu haben, der ölverschmierte Mechaniker erscheint vor dem inneren Auge und runzelt die Stirn. Mit e-Motor ist das weitestgehend egal.
Besonders schön, aber eher nur für mich attraktiv: die API. Das Auto hat eine Datenschnittstelle und ich kann dort alle nur erdenklichen Werte rausziehen. Großartig für Zahlennerds wie mich.
In jedem “Warum sind E-Autos besser” Artikel darf natürlich nicht fehlen, dass die Beschleunigung so unfassbar großartig ist und überhaupt. Mir ist das relativ egal, ich bin eher Team 120, Tempomat und Mittelspur. Wobei mir auch schon attestiert wurde, dass ich mit dem neuen Auto gelegentlich zu schwungvoll fahre. Das ist eine unschöne Nebenwirkung, deswegen eindeutig ein Nachteil beim E-Auto.
Was außerdem oft thematisiert wird, aber völlig irrelevant ist: die Reichweite. Ich sage immer “400 km im Sommer, 300km im Winter”. Warum ist das egal? Weil Parkzeit gleich Ladezeit ist. Wenn ich nach hause komme, hänge ich das Auto an den Strom. Es ist also bei der Abfahrt _immer voll_. Wenn ich Langstrecke fahre, muss ich spätestens nach 200km aufs Klo. Und einen Kaffee hole ich mir dann auch noch, oh ein Schokoriegel ist jetzt genau das richtige. Und – zack – ist die Karre wieder 2/3 voll.
Was man als nicht E-Auto Fahrer so vielleicht nicht auf dem Schirm hat: man muss das Auto gar nicht auf 100% laden. Es genügt so viel Strom, dass man zur nächsten Ladesäule oder ans Ziel kommt (an dem natürlich auch wieder eine Lademöglichkeit vorhanden ist). Dementsprechend kurz sind die Ladepausen. Da wir auf Langstrecken meist mit Kindern unterwegs sind, essen wir oft etwas und hängen dementsprechend länger am Ladekabel, was zu vollerem Akku bei der Weiterreise führt. Im Schnitt haben wir im letzten Jahr 22 Minuten am Schnellader verbracht. Als Einzelreisender wäre das vermutlich eher so 15 Minuten.
Viel wichtiger als Reichweite ist in der Praxis die Ladegeschwindigkeit. Also wie schnell lädt das Auto seinen Akku wieder voll. Bei uns sind das knapp 180kW, d.h. der 60kWh-Akku ist theoretisch in 20 Minuten voll. Praktisch fällt die Ladekurve ab 50%-60% Ladestand und die Ladegeschwindigkeit wird geringer.
Das Laden ist unterwegs also kein Problem, aber dafür ist das Bezahlen fürchterlich nervig. Bei Diesel stecke ich den Rüssel ins Auto, warte bis es voll ist, hänge ihn wieder ein, an der Kasse halte ich meine Karte hin, piep, Dankeschönentagnoch. Ich kann auch an jeder Tanke mit meiner Girocard bezahlen.
Fährt man Tesla, steckt man das Kabel an, wenn das Auto genug Strom hat, zieht man es wieder ab und fährt weiter. Keine Kasse, keine Karte, kein Piep. Die Rechnung bekommt man in der App.
Bei allen anderen Herstellern muss man einen QR-Code scannen oder eine RFID-Karte an die Säule halten oder die Säule in der jeweiligen App freischalten. Wenn man einen Account hat. Wenn nicht, steht man erstmal 10 Minuten bei Eiseskälte sitzt man im schön warmen Auto (wir erinnern uns an die immer funktionale Klimaanlage) und versucht die passende App runterzuladen, ein Zahlungsmittel einzurichten und dann die Säule freizuschalten.
Ja, es gibt Plug and Charge (PnC), aber in der Praxis kommt es sehr darauf an, ob Auto und Säule es können und ob die Kombination aus Auto, Säule und Ladeanbieter unter einem guten Stern steht.
Wenn man alles zum ersten Mal macht, jede App ist anders ist, der Mobilfunkempfang in Deutschland auch seinen Teil dazu beiträgt, ist allein diese Erfahrung schon sehr abschreckend.
Also Profi-Fahrer hat man natürlich sein Lieblingsladenetz und fährt die Säulen gezielt an und hat seine Routine, die dann auch nur noch aus Kabel einstecken, Säule freischalten und hinterher Kabel wieder abziehen besteht.
Eigentlich wollte ich mir selbst beweisen, dass ein E-Auto in der Gesamtkostenrechnung günstiger als unser vorheriges Auto ist. Also was kostet der Unterhalt? Kommen wir unter die obszönen 300€ im Monat? Wenn ja, wie weit?
Der größte Posten ist Strom. Den tanken wir zu 74% zu Hause, für aktuell 0.2731ct/kWh. Unterwegs sind die Preise höher, in Ladenetzen mit Monatspreis meist zwischen 39 und 49 Cent. Für sämtlichen Strom zu Hause und unterwegs haben wir im letzten Jahr im Schnitt 0,3122€ pro kWh bezahlt.
Muss man nur noch wissen, was das Auto verbraucht. Das Infotainment behauptet 16,1kWh pro 100km. Das ist allerdings nur der Verbrauch vom Akku in den Motor. Es gibt noch den Bruttoverbrauch, der beinhaltet zusätzlich die Wandlungs- und Speicherverluste vom Ladeport in den Akku. Da wären wir bei 19.1kWh. Die Wallbox hat auch noch einen Zähler: dieser steht bei 20,2592 kWh 
Der Hintergrund ist, dass das Auto selbst auch noch etwa 300-400W Strom verlangt, wenn es nicht im Standby ist. Die geliebte Klimaanlage kühlt den Akku beim Laden im Hochsommer oder erwärmt ihn bei Minusgraden, dieser Strom landet ebenfalls nicht im Akku.
Für die Kostenrechnung ist letztendlich relevant, was an der Ladesäule und Wallbox gemessen wird. Die 20,2592kWh * 0,3122€ ergeben Stromkosten von 6,32€ pro 100km.
Der obligatorische Diesel-Vergleich (mit dem Vorgängerfahrzeug): 8,5L x 1,60€ sind 13,60€ – mehr als das Doppelte.
Der Vergleich hinkt natürlich, weil ich einen Kleinbus mit einem Elektro-SUV vergleiche. Für Kostengleichheit müsste das zu vergleichende Diesel-Auto 3,9L verbrauchen.
Mit 15.000km im Jahr sind wir pro Monat bei 80€ Stromkosten zu vorher 170€ Diesel-Kosten, also 90€ günstiger.
Ebenfalls gut vorherzusehen sind fixe Kosten wie die KFZ-Steuer. Diese zahlen wir erst 2031, auf 10 Jahre gerechnet sind das 22,20€ im Jahr (Dieselbus: 340€). Zum TÜV müssen wir 4x in den nächsten 10 Jahren. Die Abgasuntersuchung entfällt zu Glück. Damit sind diese beiden Posten 325€ günstiger im Jahr, also weitere 27€ im Monat gespart.
Etwas teurer ist die Versicherung. Bei unseren Jahreskilometern und Schadenfreiheitsklasse sind das 580€ im Jahr mit Vollkasko. Puh, sollte E-Auto fahren nicht günstiger sein? Es kommt sehr auf das Auto und den Wohnort an. Vergleichbar wäre den vorherigen Kleinbus als Neuwagen versichern lassen, das würde uns 512€ kosten. Dadurch ist unser E-Auto 5,60€ teurer im Monat zu versichern. Häufig sind E-Autos aber nicht teurer, viele Versicherungen bieten einen kleinen Rabatt für E-Autos an. Ein “Vernunfts-SUV” wie einen Skoda Enyaq bekämen wir mit den gleichen Parametern 200€ günstiger versichert, der wäre aber deutlich teurer im Kauf.
Weniger schlecht vorhersagen lässt sich die Wartung. Neue Autos kosten erstmal wenig und ab 7-10 Jahren Alter kommen die kleinen und großen Reparaturen. Positiv ist, dass schon mal nichts kaputt gehen kann, was das Auto nicht hat. Ölwechsel, diverse Ölfilter und Dichtungen fallen nicht an. Genauso wenig Mittel- und Endschalldämpfer, Lichtmaschine, Keilriemen, Spannrolle und nicht zu vergessen die Riemenscheibe.
Worum man nicht herum kommt: Fahrwerk und Klimaanlage. Was das kostet – unklar. Meine Annahme ist, dass die Wartungskosten ungefähr die Hälfte eines Verbrenners betragen, also habe ich optimistisch 500€ im Jahr angenommen. Dafür kann man den erwartbaren Verschleiss am Fahrwerk beheben und hoffen, dass die Klimaanlage nicht mehr als ein mal undicht wird.
Ein erfreulicher Kostenpunkt beim Elektroauto ist die THG-Quote: hier bekommt man Geld, dafür dass man ein Elektroauto besitzt, weil man seine CO2-Emissionsrechte an Poolinganbieter weiterverkaufen kann.
Im Jahr 2022 lag die Auszahlung pro Fahrzeug noch bei über 400 €. Leider ist der Markt aufgrund von als CO₂-neutral deklariertem Frittierfett aus China eingebrochen. Diese Lücke im System wurde inzwischen geschlossen, dennoch gibt es aktuell nur noch Beträge im zweistelligen Bereich. Theoretisch könnten die Prämien in den kommenden Jahren wieder steigen, falls Zertifikate vom Markt genommen werden. Allerdings lassen sich diese Einnahmen schwer einplanen – sie sind dennoch ein netter Bonus.
Noch ein netter Bonus ist das Laden mit eigenem Solarstrom. Der kostet uns letztendlich 0,082€ pro kWh, deutlich weniger als der schon günstige Haushaltsstrom. Da die Solaranlage aber die Gewinnschwelle noch nicht erreicht hat, können wir streng genommen den günstigen Strompreis nicht ansetzen. Würden wir es tun, könnten wir für 1,66€ / 100km fahren.
Ich hatte vorab geschätzt, dass wir 25% des Fahrstroms von der Sonne bekommen können, nach einem Jahr sind wir tatsächlich bei 34%. Allerdings steht das Auto auch tagsüber zu Hause und nimmt sich jede überschüssige Kilowattstunde.
Vom Komfort her – auf jeden Fall. Die vermeintlichen Nachteile sind in der Praxis nicht relevant. Aber hier geht’s ja um das liebe Geld, also rechnen wir mal: Strom 90€, Steuern/TÜV 27€ günstiger, Versicherung 5,60€ teurer: wir sparen 111,40€ pro Monat. Das klingt nach nicht viel, aber in 10 Jahren Betrieb sind es in Summe 13.368€. Diese Ersparnis ist ziemlich sicher. Dazu kommen dann noch die eventuellen Einsparungen und Vergünstigungen: 5000€ weniger Wartungskosten, wenn meine Rechnung aufgeht und noch ein bisschen THG-Quote oben drauf – pessimistisch vielleicht 500€.
In Summe sparen wir also zwischen mindestens 13.368€ und hoffentlich 18.868€ in 10 Jahren Betrieb. Wenn in 6 Jahren die Solaranlage die Gewinnschwelle erreicht hat, tanken wir zwischen März und Oktober zu Hause noch günstiger und vergrößern den Abstand zum Verbrenner.
Natürlich ist diese ganze Rechnung und die Annahmen höchst individuell. Eine große Überraschung ist auch nicht, dass E-Auto fahren günstig ist. Vielmehr ist die Überraschung wie günstig es ist. Und das wollte ich für unseren Fall eben ganz genau wissen.
Das ist jetzt natürlich nicht bedeuten, dass jeder seinen Verbrenner stehen lassen und ein E-Auto kaufen soll (Und ja, weniger Autos sind besser, wir sind jedoch in der Situation auf eins angewiesen zu sein). Aber wenn das aktuelle Auto sein Lebensende erreicht hat bzw. der Unterhalt langsam unverschämt teuer wird, sollte man sich mal einen Abend hinsetzen und schonungslos aufsummieren, was der Spaß letztendlich kostet.
]]>Die nächste Aktion: den südlichen Teil des EG – das ist der Teil, der in den 60ern mit Hohlblocksteinen „saniert“ wurde – mit Perimeterdämmung versehen.
Problem: die Fundamentsteine ragen ein Stück heraus. Wir wissen nicht nicht so richtig, wie wir die Dämmung dann anschließen.
Ok, erstmal aufmachen und nachsehen.
Ein weiteres Problem: auf dem westlichen Nachbargrundstück liegen diverse große Steine im Weg. Zum Glück sind die Minions mit vollem Elan dabei.
Nächster Programmpunkt: vom alten Putz die letzen Tapetenreste abweichen. Ein großer Spaß für die ganze Familie.
Wir entfernen nur den Putz, der lose ist und den von Feuchtigkeit geschädigten Teil unten. Dann kommt insgesamt eine Schicht Gipsputz drauf. Dafür muss aber alle Tapete runter, sonst fällt der neue Putz wieder von der Wand.
Unschöne Überraschung: im Schlafzimmer sind die Deckenbalken etwas gammelig.
Erstmal runter mit dem Putz für eine genaue Diagnose.
*Hust* *Hust*
Draußen ist inzwischen das Haus ringsum frei gelegt. Wir lassen gleich noch ein Drainagerohr verlegen. Wenn der Graben einmal auf ist, kostet das auch nicht viel mehr.
Wir sind etwas panisch wegen des Wassers. Vermutlich hat jede Erneuerung der Straße das Niveau etwas erhöht. Damit stand Wasser von der Straße oft am Haus an und konnte die Feuchteschäden verursachen.
Falls das Wasser jedoch vom Hang kommt – auf der anderen Straßenseite ist ein Brunnen – kann die Drainage anstehendes Wasser ebenfalls ableiten. Insgesamt das unwahrscheinlichere Szenario, aber sicher ist sicher.
So, Dichtschlämme ist auch dran, Wasser sollte jetzt nicht mehr das Problem sein.
Das Fließ verhindert, dass feine Bestandteile aus der Erde ins Rohr wandern und es mit der Zeit verstopfen.
Die Drainage geht einmal um die Süd- und Westseite des Hauses und vereinigt sich dann mit dem Ablauf der Regenrinne.
Dann kommt noch die Perimeterdämmung dran.
Drinnen wüte ich derweil und versuche im bröckeligen Putz Kabel zu verlegen. Normalerweise kann man einfach mit ein paar Nägeln das Kabel in der richtigen Position halten es dann mit einem Klecks Gips befestigen. Aber ohne Putz lande ich direkt in den Hohlblocksteinen – dort klopfe ich die Nägel eher krumm. Selbst in den Fugen ist kaum ein Nagel reinzubekommen. Ich fluche vielfältig.
Im Gasbeton in es dagegen total entspannt, weil der Stein relativ weich ist.
Irgendwann halten dann die Kabel. Zum Glück kommt Putz drüber und keiner sieht, was ich da hingepfuscht habe.
Auch so eine nervige Arbeit, um die ich mich immer gedrückt habe: Im Stall hängt ein Brett an der Decke halb im Putz. Ich muss erstmal den Putz runter klopfen und dann versuchen mit Nageleisen und Hebelgesetzen das blöde Brett zu lösen.
Nach dem Regen kommt die Sonne.
Dann geht’s dem Balken in der Küche an den Kragen. Unter dem verrußten Lehm ist verrußtes Holz, vermutlich weil es zum Schutz vor Holzschädlingen „angebrannt“ wurde.
Zur Erholung widme ich mich den wirklich wichtigen Dingen im Leben und lege schon mal ein paar Netzwerkkabel. Die Tante soll ja immer genug Bits haben.
Die Decke im Flur wird abgehängt. Genug Platz um alle Kabel und Deckenspots ect.
unterzubringen.
Küche und Bad bekommen noch Abluftöffnungen. Eine schöne Gelegenheit das Kernbohrgerät wieder zum Einsatz zu bringen.
Das zukünftige Bad hat eine Fensteröffnung bekommen. Was fehlt, ist ein Sturz.
Zack.
Nervig: Dosen setzen. Zum Glück hilft B. Er hat die Konsistenz vom Gips raus und bekommt in der kurzen Zeit, in der der Gips es zulässt, die Dosen in allen drei Achsen gerade eingesetzt.
Wichtig bei Elektro: immer alles gut beschriften. Meine Nomenklatur ist Etage (Erdgeschoss, Obergeschoss, Dachgeschoss, Außen), dann Raumnummer (einmal im Uhrzeigersinn alle Räume durchnummeriert), Minus, Typ (Antennenkabel, Binäreingang, Steckdosen, Netzwerk, …), Nummer. Total logisch.
Wir blicken also auf das Antennenkabel 1 und 2 für Raum 2 im Ergeschoss – das Schlafzimmer vom Tantchen.
Profis benutzen diese tollen Abrollgeräte für Kabeltrommeln. Ich hingegen …
Interessenkonflikt: Balken vs. Dose. Ich weiß ja wie die Balken oben aussehen, da wurde ohne Rücksicht auf Verluste Platz geschaffen für Kabel und Dosen. Mein Dogma ist daher: keine Balken schlitzen, keine Dosen in Balken.
Neben der Tür soll aber potentiell ein Schrank stehen, d.h. ich kann den Lichtschalter nicht so weit in den Raum schieben, wie es der Balken erfordern würde. Außerdem sind in der Wohnung alle Lichtschalter und Dosen in Abstand X von der Türöffnung verbaut… Es kam, wie es kommen musste.
(Natürlich steht an der Wand bis heute kein Schrank…)
Der Balken ist soweit frei gelegt und vielleicht hole ich noch mehr lose Lehmbrocken von der Decke, weil es so einen Spaß macht.
Der Sturz über der Eingangstür ist auch von eher mangelnder Qualität. Die Steine darüber sind ebenfalls locker. Also – weg damit.
Z. konstruiert eine Schalung, biegt Stahl, mischt Beton…
und schon haben wir einen neuen Sturz incl. eingelassener Gewindestangen, an die Kanthölzer geschraubt werden sollen, damit man ggf. später ein Vordach montieren könnte.
(Natürlich montieren wir dort nie ein Vordach…)
Die Eingangschwelle wird auch gleich noch saniert. Wie üblich mit Schalung, Stahl, Beton und großer Genauigkeit.
Und vielen kleinen Helfern natürlich.
Temporär wird ein neuer Rahmen konstruiert, damit die alte Tür nochmal eingebaut werden kann. Soweit hätte ich gar nicht gedacht, aber wir können das Haus ja nicht mit Flatterband absperren.
]]>Natürlich hält das Gaffa-Tape nicht und wir müssen mit schwerem Gerät das Loch vergrößern.
Im Zielbereich fehlen noch ein paar Wände. Wir haben an der Stelle etwas konstruiert, um alle Leerrohre und Kabel an die richtige Position zu bringen. Im Hintergrund: der günstige neue Wasseranschluss.
Derweil Analyse im zukünftigen Wohnzimmer der Einliegerwohnung: Der Balken wird freigelegt und wir schauen, wie man hier mehr Stabilität rein bringt. Spoiler: es ist kompliziert.
Das Zuluftrohr für den Ofen hat eine leichte Zementdecke bekommen, damit beim Einbringen des Schotters nichts passiert. Nach außen hin muss das Loch noch verschlossen werden. Z. hat Quellmörtel besorgt, der – wie der Name schon sagt – aufquillt und damit hoffentlich alles abdichtet.
Wir mischen das auf der Futterwaage an. Bei kleinen Mengen braucht man sehr kleine Gegengewichte…
Dann drücken wir den Mörtel mit einer sauberen Kartusche und einem Gummischlauch in die Ritze zwischen KG-Rohr und Kernbohrungsloch.
Wenn wir das große Gerät schon einmal ausgepackt haben, können wir auch in der Scheune gleich noch ein Loch bohren.
Auch hier kommt Leerrohr hin, in der Scheune kommt irgendwann einmal eine Unterverteilung hin, die alle Gartenbeleuchtung, den Hoftorantrieb und sonstwas alles draußen so geplant ist versorgen soll.
Im Haus wird jetzt alles für die Bodenplatte vorbereitet. Also erstmal alles rausräumen.
Hier muss noch etwas hinkonstruiert werden, damit man Rohre von einem Niveau ins andere bekommt. Es soll auch kein Beton durch das rechte Loch in den Stall laufen. So ganz klar ist mir die Lösung dafür noch nicht, aber uns (Z.) wird schon etwas einfallen.
Auch im Heizraum haben die Rohre einen Zementbuckel bekommen. Das Abwasserrohr neben der Wasserleitung ist für die gesamte obere Wohnung vorgesehen. Das andere Rohr muss eigentlich noch bis in die diagonale Ecke verlängert werden.
Wir rätseln noch ein wenig, wo die beste Position für das Zuluftrohr für den Ofen ist. Wie immer gilt: wenn der Beton drauf ist, kann man nichts mehr dran drehen.
So, erstmal muss der Schotter ins Haus.
Zum Glück haben wir drei sehr arbeitswillige Minions.
Die Küche sieht schon ganz gut aus.
Stau.
Simple Lösung für ein kniffliges Problem.
In den fertigen Schotter kratzen wir wieder Kanäle für die fehlenden Abwasserrohre rein. Man hätte auch erst alle Rohre legen können, aber wir waren zu langsam und der Betoniertermin steht kurz vor der Tür. Ausserdem möchte Z. die Rohre lieber einsanden, damit kein Schotter ans Rohr kommt.
Die Leerrohre für Carport, Scheune und Keller enden ebenfalls an einer „virtuellen“ Wand.
In der Küche das gleiche Spiel: Rinne kratzen, Rohre rein, Sand rein.
Damit sich Bodenplatte und Fundament gut verbinden, gibt es noch mehr Stahl. Der wird in die minimal zu kleinen Löcher eingeschlagen und sitzt dann bombenfest.
Wir messen zum hundertsten Mal, ob die Rohre an der richtigen Stelle liegen. Es sieht soweit gut aus.
Eine Sache, die uns ein bisschen Sorgen macht, ist die Östliche Hausecke. Hier sind die auf den Fundamenten liegenden Eichenbalken durch je eine Tür unterbrochen. Die abstrakte Gefahr wäre, dass die Ecke des Hauses nach außen wegrutscht. Wir gehen wie immer auf Nummer sicher und bauen eine Extraportion Stahl ein.
Die Rohre hier sind für die Waschmaschine und die „Gartentoilette“. Das klingt dekadent, aber man braucht im Heizraum schon mal die Möglichkeit sich die Hände zu waschen. Außerdem will man vom Garten aus nicht extra durchs ganze Haus um aufs Klo zu gehen. Dekadent wäre es, wenn wir die ursprünglich geplante Dusche eingebaut hätten. Dafür ist aber kein Platz mehr, weil die Heizung so viel Raum einnimmt…
Mattenpuzzle.
Zack. Unten drunter ist PE-Folie als Trennlage, die Abstandshalter sorgen dafür, dass die Stahlmatten tatsächlich im Beton landen und nicht darunter.
Fun Fact: Beton und Stahl haben nahezu den gleichen Ausdehnungskoeffizienten, nur deswegen klappt das so gut.
Abwasser von rechts nach links: Waschmaschine, Spüle / Spülmaschine, Dusche, Klo, Waschbecken, Klo 1. OG. Das extra Klo war so eine Idee, die wir später verworfen haben (wir hätten dann 4 Klos in der Wohnung gehabt). Zu dem Zeitpunkt war das aber noch eine Idee, für die wir das Abwasserrohr vorsehen mussten.
Im Stall werden auch noch Matten gelegt und dann kann es auch gleich losgehen…
Der Beton rutscht durchs Fenster rein.
Wenn man die Rutsche verlängert, erreicht man auch die hinteren Zimmer.
Unklar, wie der Beton glatt werden soll, wenn alle darauf rumtreten.
Ok, aber man sieht, es sind Profis am Werk.
Ich lerne ein neues Wort: Flügelglätter.
Kontrolle am nächsten Tag.
Das erste Opfer der jetzt sehr gut schließenden Fenster wird leider zu spät gefunden 
Alle Abwasserrohre müssen im zentralen Abwasserrohr münden, waagerecht sollte das Gefälle 1-2% sein. Ist das Gefälle steiler, fließt das Wasser weg und die festen Bestandteile nicht.
Wir legen die Rohre erstmal ohne Gummis um zu schauen, wo wir landen. Neben dem Gefälle müssen wir die exakte Endposition schon jetzt bestimmen. Auf die Wand kommt noch Putz. Oh die Wand ist schief? Unten ist der Putz also dicker. Und dann kommen noch Fliesen drauf? Wie dick ist so eine Fliese? Ok, wie weit steht das Klo von der Wand weg? Gut, dann muss das Abwasserrohr genau hier hin. Rien ne va plus, wenn der Beton drauf kommt, ist das endgültig. Wir messen sehr oft nach, leider ist es ohne Wände schwierig gute Referenzpunkte zu finden.
Zum Stall hin, was später Heizraum und Eingangsbereich werden soll, wird auch ein Abwasserrohr verlegt. Kind 2 hilft mit. „Papa, hier ist ein Loch!“. Oha. Wir vergrößern das Loch und finden: die Wasserleitung, hurra! Der Wasseranschluss wurde um 2000 rum neu verlegt und unterm Haus durch bis in den Gewölbekeller gebohrt. Dort ist die Wasseruhr montiert und von dort geht aktuelle Wasserversorgung des Hauses los.
Der Keller ist aber zur Nordseite nicht ganz frostsicher, deswegen war mir die Wasseruhr dort nicht so ganz geheuer. Durch diesen Zufallsfund können wir den Wasseranschluss in den frostsicheren Heizraum umverlegen lassen.
Der Zugang zum Keller wird verschlossen. Z. betoniert erstmal eine kleine Barriere hin, damit der Beton der Bodenplatte nicht in den Keller läuft.
Als die BG nicht guckt, montieren wir den französischen Balkon von innen ohne Gerüst. Es geht, ist aber nicht zu empfehlen.
Als an der Stelle alle Rohre drin sind, wird das Fundament der neuen Stallwand betoniert.
Natürlich ist ordentlich Stahl drin, wir machen ja keine halben Sachen.
Diese Wand (wir erinnern uns) bekommt auch ein neues Fundament.
Das Wetter ist so mittelgut.
Auf dem Fundament kommt erstmal wieder ein Schicht der alten Hohlblocksteine. Die Türöffnungen werden frei gehalten, weil hier die Rohre von der Fußbodenheizung durch müssen. Durch die Öffnung rechts davon kommen Vorlauf / Rücklauf der Heizung, Wasser und Strom. Diese Dinge werden oberhalb des Rohfussbodens in der Dämmebene, aber unterhalb vom Estrich verlegt.
Da wir zwei verschiedene Höhenniveaus haben, wird die Bodenplatte auf der Südseite des Hauses höher sein, als die der Nordseite des Hauses. Das sieht man hier ganz schön. Auch in der anderen Wand brauchen wir eine Öffnung für Wasser, Heizung und Strom.
Der gerade abgestütze Balkens im Stall würde direkt auf den Gasbetonsteinen aufliegen. Um die Last besser zu verteilen, betoniert Z. erstmal einen Sturz.
So sieht das dann eingebaut aus:
Die letzten Steine fehlen noch …
… dann können die Stützen weg.
Pünktlich, sieben Monate, nachdem wir das Problem bemerkt haben, sind alle kaputten Wände im Erdgeschoss erneuert. Der Fehler im Plan: wir haben noch zwei Paletten Steine übrig… 
Heute werden die neuen Fenster eingesetzt.
Zack, fertig. Die Holzwürmer fangen gleich mit der Fassade an. Die genaue Einteilung der Bretter ist eine Wissenschaft für sich.
Wichtiges Detail: Insektenschutz
Die Schwalben sind mäßig begeistert von den neuen Fenstern.
Der Gasanschluss ist zwar zurückgebaut, der Zähler hängt aber noch. Mitnehmen wollte ihn die Baufirma nicht („andere Abteilung…“), einfach abbauen darf ich ihn aber auch nicht, weil das wiederum ins Themenfeld „Erschleichung von Leistungen“ fällt.
Probesitzen im neuen Esszimmer. Noch etwas rustikal, der Ausblick ist aber super.
Die Wand sieht schon prima aus, allerdings sind noch Heizungsrohre entlang der Fußleiste verlegt. Bonus: es sind noch Wasserreste drin.
Ich bin so kluk! Druckluft drückt das Wasser aus den Rohren…
Allerdings landet nicht alles davon im Eimer.
Lecker.
Die Rohre sind schnell weggeflext, dann wird weiter Putz abgehackt.
Für gutes Internet auf der Baustelle strapse ich einen Access Point bei uns an den Schornstein. Es sind ja nur ~150m Luftlinie, da bekommt man ohne große Mühe genug Bits durch die Luft.
Der Heizungsbauer hat inzwischen die beiden Heizkessel auf die Baustelle liefern lassen. Eigentlich wären die noch gar nicht dran, aber da eine Preiserhöhung vom Hersteller droht, wurden die jetzt schon bestellt und kosten von nun an wertvollen Platz in der Scheune.
Warum eigentlich zwei Kessel? Wir haben viel und lange darüber nachgedacht. Zur Auswahl stehen bei uns Gas, Holz oder Strom.
Holz ist bei uns eigentlich gesetzt. Wir haben Wald, kommen sehr günstig an Holz. Deswegen war früh klar, dass wir einen Holzvergaserkessel wollen. Auch wenn der die Verbrennung automatisch regelt, muss er immer manuell bestückt werden. Wir sind jedoch auch mal im Urlaub, ich bin gelegentlich dienstlich unterwegs oder auch einfach mal faul. Wir brauchen also eine Automatiklösung.
Wenn man neu baut (und sich keine Gedanken macht), nimmt man vermutlich eine Wärmepumpe. Das kommt aber bei uns nicht in Frage, unser Wärmebedarf ist höher als ein KfW70 Neubau und letztendlich heizt man mit Strom. Gas als fossiler Energieträger kommt für uns aus Prinzip nicht in Frage – wir haben deswegen ja gerade den Gasanschluss zurückbauen lassen. Dann bleiben eigentlich nur noch Pellets. Eine Pelletheizung abeitet automatisch (gelegentlich verlangt sie die Leerung des Aschekastens), allerdings braucht man Platz für das Pelletlager. Hinzu kommt, dass man Pellets besser lokal bezieht. Es macht keinen Sinn, in Russland Wälder abzuholzen, die zu Pellets zu verarbeiten und dann mit einem LKW nach Deutschland zu fahren.
Wir haben dank des Scheitholzkessels erheblichen Platzbedarf, der Kessel erzeugt nämlich so viel Wärme, dass ein Pufferspeicher nicht ausreicht und man zwei braucht. Wenn dazu jetzt noch das Pelletlager kommt, können wir quasi sämtlichen Platz im Erdgeschoss für die Heizung verplanen. Nachdem aber T. noch eine sehr gute Idee zur Raumaufteilung im Erdgeschoss hatte, konnten wir zumindest auf dem Papier alles so anordnen, dass genug Platz für Pelletlager, Puffer und Heizkessel vorhanden ist.
Unschönes Detail: der Fensterbauer hat die Fensterbretter zu schmal angefertigt.
Jetzt ragen die Abschlussprofile unter dem Holz der Laibung hervor. Das wäre mir gar nicht aufgefallen, aber die Holzwürmer haben gleich auf das eigentliche Problem hingewiesen: Wenn Wasser von oben kommt, läuft es über das Abschlussprofil hinter die Fassade. Den Fensterbauer alle Fensterbretter nochmal bauen lassen wäre etwas übertrieben. Zum Glück hat er dann auch die rettende Idee: es werden andere – schmalere – Abschlussprofile verwendet, so dass das Wasser von der Laibung auf das Fensterbrett tropfen kann.
Z. war fleißig und hat das alte, mit Lehmsteinen zugemauerte Fenster „richtig“ zugemauert.
Stillleben.
Die Fassade ist im OG jetzt dran und 10 cm mehr hätten es bei dem Kabel schon sein können. Ich freue mich schon auf den Moment, wenn ich versuche hier eine Lampe anzuschließen…
Noch so ein Punkt, bei dem ich mir nicht sicher bin: wohin mit dem Antennenmast. Das Tantchen hat einen Fernseher, also muss eine SAT-Antenne auf’s Dach. Ich will aber auch noch LTE-Antenne und ein bis drei Outdoor-Router montieren. Also kommt der Antennenziegel neben das Fenster vom Arbeitszimmer. Er wird so positioniert, dass ich von innen gut ran komme. Dass wir dann immer die Rückseite der SAT-Antenne angucken, geht mir auch erst auf, als ich nochmal länger drüber nachdenke.
Kurzer Test mit der alten Antenne bestätigt: es sieht scheiße aus 
Erstmal Dielen im zukünftigen Kinderzimmer von dem ganzen Schmoder befreien, der im Laufe der Jahre drauf geklebt wurde.
So langsam erkennt man, was es mal werden soll.
Das Rohr für die KWL-Abluft sitzt jetzt auch.
Rettende Idee von Z.: warum kommt der Antennenziegel nicht eigentlich neben die Ausstiegsluke für den Schornsteinfeger? Gesagt getan.
Das Ergebnis ist um Längen besser. Ich kann vernünftig stehen, komme viel einfacher an den Mast und der Blick aus dem Arbeitszimmer wird nicht durch die SAT-Antenne getrübt.
Zwischendurch bastle ich etwas mit 1wire Sensoren. Zum Glück gibt’s bei Voltus lila Kabel, so komme ich mit meiner Nomenklatur nicht durcheinander.
Trockentest um das Lüftungsgitter für die KWL außen zentriert zu montieren.
Zack. Vier Schrauben und ordentlich Silikon – hält.
Die Fassade der unteren Etage ist auch fast fertig. Wir haben die Fassade im östlichen Viertel des Hauses auch im Erdgeschoss als Holzfassade geplant. So sieht es von jeder Seite anders aus. Von den Nachbarn sieht man die Natursteinwand des Gewölbekellers, von der Straße die geputzte Fassade, von Hof und Garten sieht man alles: Putzfassade, Holzfassade und den Gewölbekeller.
Derweil geht es in der schwarzen Küche weiter. Das Problem bei sanierten Häusern ist die Dichtigkeit. Wenn man einen Kaminofen aufstellt, ist der Schornsteinfeger sehr darauf bedacht, dass genug Zuluft vorhanden ist und dass es z.B. durch eine Dunstabzugshaube nicht zur Situation kommen kann, dass Abgase in den Wohnraum geraten. Weil ich keine Lust auf Diskussionen mit dem Schornsteinfeger habe, habe ich den Ofen raumluftunabhängig geplant. Das heißt aber, dass wir jetzt in der schwarzen Küche stehen und überlegen, wie wir das 125er KG-Rohr verlegen können, durch das mal die Zuluft für den Ofen im Wohnzimmer vom Tantchen strömen soll.
Das Ziel ist die andere Seite des Raumes, dort hat Z. schon mit dem Kernbohrgerät ein Loch gebohrt.
Der abgelaufene Boden bestand aus Ziegelsteinen, die letztendlich nur in den Dreck gelegt wurden. Bevor wir Beton drüber kippen, nehmen wir die Steine lieber raus und verlegen sie später an anderer Stelle.
Hier ist jetzt etwas genauere Planung angesagt. In der Ecke, wo die Türen stehen soll mal ein Bad hin. Ein Bad braucht Abwasserrohre. Und Wasser fließt nur in eine Richtung. Wir müssen also das Zuluftrohr für den Ofen so tief verlegen, dass wir mit dem kreuzenden Abwasserrohr gut drüber hinweg kommen…
Der grobe Plan für die Badwände.
Das nächste Problem: Wir brauchen für die Schlafzimmerfenster im Dachgeschoss einen französischen Balkon. Die Maße der Fassadenbretter sind so ungünstig, dass keine Fertigware von Amazon passt. Ich rufe beim Schmied zwei Dörfer weiter an. „Nee, keine Zeit, alles voll“. Verflixt, das Gerüst ist bald weg und wir finden keinen Schmied…
Z. sitzt plant und zeichnet. „Das machen wir selbst!“.
Stahl gekauft, das Rohmaterial zugeschnitten und damit geht es dann zum Bekannten S., der hat ein Spezialschweißgerät mit dem das noch etwas besser geht.
Und kurze Zeit später steht ein französischer Balkon auf der Baustelle
Er muss nur noch verzinkt werden.
Leider sind die Holzwürmer schon fertig und bauen das Gerüst ab 
Allerdings sehen wir das Haus jetzt erstmalig in einem (zumindest von außen) fast fertigen Zustand. Das ist schon relativ beeindruckend, insbesondere, wenn man weiß wie es vorher mal aussah. Plötzlich kommen (mir wildfremde) Menschen vorbei und gratulieren zur Fertigstellung und „da könnt Ihr ja bald einziehen!“. Ich lächle und verdränge die Gedanken an den Innenausbau für einen Moment.
Nachdem wir uns gefreut haben, stellt Z. fest, dass in der Scheune ein Balken gebrochen ist. Unsereins wäre das vermutlich nie aufgefallen… Nach kurzer Diagnose und Erörterung der Optionen läuft die Therapie auf ein Exoskelett hinaus. D.h. es wird eine Stahlkonstruktion gebaut, die den gebrochenen Balken stützt. Das ist einfacher als den Balken zu wechseln oder anderweitig zu sanieren.
Kleinere Anpassungsarbeiten…
Schon sitzt alles wie es soll.
Zwischendurch planen wir super professionell die Küche und legen Zollstöcke als Möbel aus.
Der Französische Balkon wurde ins Zinkbad getaucht und funkelt uns an. Wir grübeln noch, wie wir ihn ohne Gerüst in 9m Höhe montieren können.
Fortschritt derweil in der schwarzen Küche: das Zuluftrohr für den Ofen liegt. Blöderweise ist mir ein 2m Stück KG-Rohr umgefallen und hat ein Loch davongetragen. Wir tapen es mit Gaffa – es muss ja nur Luft durch’s Rohr, kein Abwasser.
So sieht das Zuluftrohr draußen aus. Es kommt in einem 1m breiten Stück zwischen unserem Haus und einem kleinen Schuppen der Nachbarn raus. Hinten im Bild: Die Rolle Rundstahl, die mal die Erdung für unseren Elektroanschluss werden soll. Es müsste ihn nur noch mal jemand verbuddeln…
So langsam müssen wir uns für eine Konkrete Aufteilung von Küche und Bad entscheiden, damit das Abwasser gelegt werden kann.
Zusammen mit den Leerrohren für Elektro soll hier auch das Abwasser entlang gelegt werden.
Erstmal müssen ein paar der alten Fundamentsteine weg.
Wir gucken uns die Treppenstufen zum Gewölbekeller an. Die würden unterm Beton verschwinden. Wäre eigentlich schade.
Als ich mich das nächste Mal umdrehe ist die „Operation Hinkelstein“ schon in vollem Gange. Z. und Kind 2 operieren die oberste Stufe unter Anwendung der Helbegesetze und mit den Tricks aus dem alten Ägypten Richtung Haustür.
Die nächste Stufe ist ein anderes Kaliber. Mindestens doppelt so groß und garantiert mindestens doppelt so schwer. Wir schätzen 400-500kg bringt der Stein auf die Waage.
Wir bauen erstmal eine Art Gerüst darüber.
Vierfach hält besser.
Trommelwirbel
Tataaa! Physik fetzt.
Jetzt noch vorsichtig drehen und dann Zentimeter für Zentimeter Richtung Tür bugsieren.
Aber wir wollten ja eigentlich Abwasser verlegen. Das graue Rohr führt Richtung Hof, dort ist die Klärgrube. 2006 wurde die Straße erneuert inclusive Kanalisation. Es gibt auch im Hof ein Rohr an das wir direkt anschließen könnten, aber der Ort selbst hängt noch nicht am Klärwerk. Wenn der große Tag X kommt, müssen wir theoretisch nur im Hof an der richtigen Stelle ein Loch buddeln und das Rohr zur Klärgrube Richtung Straße umleiten.
Was man auf dem Bild nicht so gut erkennt: das PVC-Rohr mündet in ein größeres Steinzeugrohr. Verbunden sind beide mit einer „Zementplombe“. Z. kann sich auch noch genau erinnern, wie er das zusammen mit Onkel W. in den 80ern gemacht hat. Leider war er schon damals sehr gewissenhaft und hat sicherheitshalber eine Kelle Zement mehr genommen.
Der Versuch das PVC-Rohr sauber zu entfernen schlägt fehl. Wir würden nur das Steinzeugrohr beschädigen.
Wir sind also pragmatisch und weiten das PVC-Rohr etwas um dann neues KG-Rohr dort direkt anzuschließen.
Fundstücke: Ein Stück von einem Schrank, an dessen Rückseite ein Stück einem Postformular (?) von 1905 klebt.
]]>Die Dämmung für die Fassade wurde geliefert.
Der Heizungsbauer deponiert ebenfalls schon sein Material im Hof. Langsam wird es eng,
sehr eng…
Z. denkt derweil sehr weit in die Zukunft und schneidet aus den alten Dachlatten Zaunlatten. Gute Vorbereitung ist alles: die Latten werden mit einem Brett und Schraubzwingen eingespannt, dann mit der Handkreissäge 45° schräg abgeschnitten.
Zack.
Nächstes Puzzlestück: das Rohr für die Lüftung muss mit eingebaut werden. Zum Glück haben wir ein Sägeblatt für Gasbeton.
Das Thema Lüftung ist nicht ganz frei von Diskussionen. Einerseits planen wir viel Wohnfläche, dreifach verglaste Fenster und Lehmputz. Ob man da eine Lüftungsanalge wirklich braucht, ist fraglich. Außerdem sind das nochmal 10k€ oben drauf.
Andererseits habe ich gesehen, was Feuchtigkeit im Laufe der Zeit mit Holz anstellt. Ich habe keine Lust auf Feuchteschäden. Frische Luft finde ich auch gut, ich bekomme schon mal Kopfschmerzen, wenn zu viel CO2 in der Luft ist. Und natürlich spekuliere ich auf den Spaß bei der Automatisierung.
Weil wir unentschlossen sind, gucken wir uns auch nach dezentralen Lüftungsgeräten um. Ein Anbieter projektiert 5 dezentrale Geräte – die ungefähr so unauffällig wie ein Heizkörper sind – sowie 7 Abluftventilatoren. Der Preis ist dann in der gleichen Liga, die Komplexität ist jedoch erheblich gestiegen. Wer weiß schon, wohin die Luft später wirklich strömt? Plus x Motoren und Elektronik, die irgendwann ausfällt.
Wenn wir bei einer Sache nicht sicher sind, machen wir das, was wir immer machen. Wir sehen baulich alles dafür vor und verschieben die Entscheidung darüber. Ein KG-Rohr kostet nichts und wenn wir die Lüftung doch nicht einbauen, kommt halt ein Deckel drauf. Besser so, als sich hinterher ärgern.
Zur Entspannung suche ich mir Loch in der Wand aus, das genau mein „Maurer-Level“ zu sein scheint.
Ich lerne beim Betrachten des Resultats von Innen: Ich bin kein Maurer.
Oha, die Dachfenster sind da.
Eingebaut…
…und für gut befunden.
Der Heizungsbauer montiert die Halterung für die Solarthermie, und die Dachdecker dürfen dann erstmal weiter eindecken.
Hier wieder so ein Kompromiss, als Folge unserer Unentschlossenheit bezüglich der Lüftungsanlage (KWL): wir haben zwei Lüfterziegel einbauen lassen.
Einen brauchen wir auf jeden Fall, um das Abwasserrohr zu entlüften (sonst saugt der Unterdruck beim Spülen die Geruchsverschlüsse leer). Den zweiten haben wir montieren lassen, für den Fall, dass wir uns gegen eine KWL entscheiden: dann kann das Bad mit einem Kleinraumventilator nach oben hin entlüftet werden (Kondensatfalle nicht vergessen!).
Falls wir doch eine KWL einbauen, wäre ein Lüfterziegel überflüssig. Aber was sind schon 235 Euro netto zusätzlich, wenn man dafür eine Entscheidung weiter vor sich her schieben kann.
Schlafzimmerpanorama.
Arbeitszimmer. Noch etwas staubig.
Bei dem Wetter ist Dachdecker der schönste Beruf der Welt.
Zack, fertig:
Das ist das erste Mal, dass ein Stück vom Haus richtig neu und fertig aussieht. Der Anblick ist zumindest für uns beeindruckend, weil wir natürlich die ganze Zeit mit dem Mindset gearbeitet haben, dass wir seit 1.5 Jahren ein 200 Jahre altes Haus sanieren.
Jetzt ist aber ein Teil abgeschlossen, der dem Haus ein komplett neues Gesicht verleiht und uns plötzlich bewusst macht, was für ein krasses Projekt das eigentlich ist und dass endlich ein für uns sichtbarer Meilenstein erreicht ist. Das fühlt sich ziemlich gut an.
Genug gefreut, jetzt wartet der nervige Kleinkram bei den Innenwänden im Erdgeschoss auf uns.
Die Schwalben probieren es in diesem Jahr wieder…
Das Lehmlager #2 wächst.
Ich spiele zwischendurch mit 1wire Sensoren herum. Die Einliegerwohnung für die Tante soll eine KNX-Installation bekommen, aber ich will das so günstig wie möglich machen. Ein KNX-Lichtschalter mit Temperatursensor bei einem Markenhersteller kostet mal eben 300 Euro, bei 5 Räumen ist klar, dass hier eine andere Lösung her muss.
Als Lichtschalter bekommt die Tante ganz normale Taster, die auf einen Binäreingang gelegt werden. Mit einem Doppeltaster kann man zwei Lampen schalten und mit einem langen Tastendruck zwei weitere Funktionen auslösen. Das sollte an Komplexität genügen.
Die günstigsten Binäreingänge kosten 8-9€ pro Kanal. Wenn ich die Öffnungskontakte der Fenster pro Raum brücke, brauche ich je Raum nur einen Binäreingang für die Information, ob irgendein Fenster offen ist. Das genügt um die Heizung abzudrehen oder beim Abschließen der Haustür eine Warnung auszulösen.
Da jetzt kein KNX-Taster mehr die Temperatur liefert, sollen hier 1wire-Sensoren einspringen. Diese kosten < 1€ pro Stück via Ali-Express. Allerdings scheint die Zuverlässigkeit von 1wire Systemen eher zu schwanken, wenn man sich im Netz so umschaut. Ich lasse es drauf an kommen und plane erstmal in jedem Raum einen Sensor. Wenn es nicht funktioniert, kann ich immer noch teurer KNX-Lichtschalter verbauen.
Ich hole noch schnell den letzten Lehm aus den Wänden.
Beschäftigungstherapie für die Kinder: Rasen mähen. Der Andrang ist groß, die Nachbarskinder wollen auch.
Der auf 1/3 seines Durchmessers reduzierte Balken hat zwar die letzten 50 – 80 Jahre gehalten, wir stützen ihn aber sicherheitshalber doch mal ab. Rechts vorm Fenster: eine Schwalbe versucht es mal wieder…
Kind 3 lernt jetzt Mauern beim Profi.
Eine größere Menge Elektromaterial ist angelandet. Große Vorfreude bei mir: Elektro mache ich am liebsten.
Dieser Balken ragte aus dem Haus raus und ging direkt in die angrenzende Scheune über. Die Scheune wurde 1983 abgerissen, das Stück Natursteinmauer mit dem Balken oben drauf, blieb übrig. Wir wollen die Mauer erhalten, aber der Balken muss weichen. Die Schnittfläche sieht super aus, dem 200 Jahre alten Balken geht’s prima.
(Als Z. knapp zwei Jahre später den abgeschnittenen Teil spaltet, riecht es nach frischem Harz).
Ausgleich an der Nordseite.
Und die Westseite ist jetzt auch dran.
Die Schwalben probieren es dieses Mal in der schwarzen Küche. Über dem Balken ist Lehm rausgefallen, dort gab es erste Nestbauversuche. Wir mussten das leider sofort unterbinden.
Wir ernten sehr vorwurfsvolle Blicke.
Blick an der Nordseite nach oben, hier kann man die Neigung des Hauses erahnen.
Top Catering.
Nicht so schön: ein Paket Dämmung war nicht ganz dicht und es hat geregnet. „Ach, das macht gar nix, kein Problem!“. Nunja, ich vertraue mal auf die Meinung der Profis.
Es ist zwar noch Kraut und Rüben, aber ich fange schon mal an Kabel zu ziehen, die in der Fassade verschwinden. Dort wo die Leiter steht, kommt später mal der Stromkasten hin.
Der Heizungsbauer montiert die Solarthermiemodule.
Size matters.
Als Naturfreunde kompostieren selbstverständlich auch die Katzen.
Leerrohr für die Nebeneingangstür.
Die Stalltür wird mal unsere Haupteingangstür, hier kommt auch ein Rohr für die Klingel + Gegensprechanlage hin. Ich will eigentlich einen RFID-Reader auf Hosentaschenhöhe haben, aber da noch gar nicht klar ist, wie hoch der Weg außen wird, kann ich das Rohr nur so ungefähr verlegen…
Z. hat derweil etwas sehr schlaues gemacht: Es gab „Lüftungsöffnungen“ im Bereich über dem Gewölbekeller. Diese wurden irgendwann zugemauert. Damit war der Luftaustausch eingeschränkt, die Balken über dem Keller hatten bessere Chancen wegzugammeln.
Also wird ein KG-Rohr eingemauert, damit so etwas nicht noch einmal passieren kann. Eine passive Lüftung durch den Wind sollte dafür genügen.
Die Dämmung ist an der Fassade und ist gegen Wasser geschützt verpackt.
Unterm Dach gucken die Anschlüsse für die Solarthermie vor.
Sichtbarer Fortschritt ist bester Fortschritt.
Ich habe den Rolladen eines Dachliegefenster mit der beiliegenden Fernbedienung getestet und bereue es etwas. Wie ich im Internet lerne, sind Steuerung und Rolladen jetzt „smart“.
Das Problem bei Velux: die Steuerung ist zunächst „dumm“ und lässt das Rollo mit +/- 24V einfach hoch und runter fahren. Sobald aber das Rollo einmal mit einer Steuereinheit („KUX 110“) verbunden ist, spricht es auf den beiden Adern ein proprietäres Protokoll und ignoriert die einfache Ansteuerung über die Polumkehr.
Ich möchte aber die Velux Steuereinheit nicht verwenden: dann kann ich die Außenrollos nur über die Funkfernbedienung ansteuern. Das Problem mit Fernbedienungen: sie sind nie dort, wo man sie sucht, sondern in der Sofaritze. Außerdem haben sie eine Batterie, die irgendwann mal leer ist. Bei 6 Rollos ist das insgesamt einfach nur nervig.
Ich möchte meine Rollos mit dem Lichtschalter oder per cronjob steuern. Die Lösung von Velux für dieses Problem heißt „KLF 050“ und übersetzt potentialfreie Eingangssignale in Funksignale, die dann an die KUX-Steuereinheit gesendet werden, die dann das Rollo hoch und runter fahren lassen. Das ist doch eine einzige smarte Scheiße.
Ich baue mir erstmal in meinem Test-Kasten ein Setup zusammen, um die verbliebenen Rollos mit einem 24V Jalousieaktor zu testen. Der sendet einfach nur 24V in der richtigen Polung an das Rollo und spricht auf der anderen Seite KNX. So muss das sein.
Die anderen fünf Rolläden funktionieren an dem Setup und ich bin erleichtert, könnte mich aber auch in den Hintern beißen, dass ich mich meiner Neugier hingegeben habe und die blöde KUX-Steuerung angeschlossen habe.
Aber zum Glück ist auch dieses Problem eins, das man mit Geld lösen kann: Techniline, eine sehr freundliche Firma in Polen, baut Controller-Platinen, die zu Velux Rohrmotoren kompatibel sind und nur mit +/- 24V angesteuert werden.
Der Controller-Wechsel ist einfach, an ihn heranzukommen, wenn alles schon auf dem Dach montiert ist, gestaltet sich etwas schwieriger. Zum Glück sind die Dachdecker hilfsbereit und ich kann den Austausch schnell vornehmen.
Erste Dosenbohrung beim Tantchen im Wohnzimmer.
Z. hat schweres Gerät ausgeliehen. Ein Kernbohrgerät. Wir wollen große Löcher bohren.
In die Wand über dem Gewölbekeller soll ein zweites Lüftungsloch, damit der Luftwechsel zuverlässig stattfindet.
Größtes Problem: man muss das Gerät irgendwie verankern. Die Mauer ist zum Glück noch etwas löchrig unter dem neuen Balken, so dass wir einen Gewindestab durchstecken können, an dem das Gerät an die Wand geschraubt werden kann.
Die Bohrkrone dreht sich langsamer als bei einer Bohrmaschine. Das Wasser wird in die Krone geleitet, um den Abrieb abzutransportieren. Dann kann man sich langsam in die Mauer arbeiten.
Mit Geduld kommt man durch die Wand.
Bohrung Nummer zwei wird zum Garten hin vorbereitet. Hier sollen Leerrohre Richtung Scheune und Carport durchgelegt werden. Erstmal muss die große Flex ran: ein paar Steine ragen ungünstig in den Arbeitsbereich rein.
Das Gerät sitzt.
Solide Befestigung.
Wenn das Wasser schon durch die Wand kommt, ist es nicht mehr weit.
Hurra!
Nächster Punkt auf der Liste: die Fensteröffnungen in der Einliegerwohnung müssen etwas vergrößert werden. Wenn wir die große Flex schon mal ausgepackt haben, müssen wir sie schließlich auch gebührend benutzen.
*hust* *hust*
Nun sind es doch ganz ansehnliche Fensteröffnungen.
Wem werfe ich das Ding jetzt über den Zaun?
Die neu geschnittenen Laibungen werden verputzt, damit das Quellband sauber anliegen kann.
Ok, und wir betonieren hier noch etwas hin, weil die alten Betonfensterbänke so einen hässlichen Krater hinterlassen haben. Natürlich kommt Stahl mit rein, sicher ist sicher.
Wir wollen keine fossilen Energieträger mehr. Deswegen ist eine Firma da und klemmt den Gasanschluss ab (das ist sogar kostenlos). Weil die Dämmung unten am Haus sonst keinen Platz hätte, muss der Hausanschlusskasten für Strom umgesetzt werden (das kostet ein paar hunter Euro…).
Die Suche nach der Gasleitung gestaltet sich langwieriger als gedacht. Ich lerne viele neue Schimpfwörter.
Der Neue Stromkasten sitzt. Angeblich darf man die großen Sicherungen nur mit Spezialhandschuhen einsetzen, aber was weiß ich schon von Sicherheit bei Elektroinstallationen…
Die Baufirma sieht das mit der Ordnung eher entspannt.
Das Haus wird immer weiter eingepackt.
Die nächste Kernbohrung nimmt die Elektrofirma in der schwarzen Küche vor (4€/cm). Hier soll der neue Hausanschluss durch. Ich ärgere mich kurz, dass wir das nicht selbst gebohrt haben.
Letzter ungedämmter Teil ist die Gartenseite.
Letzter Blick auf die Kabel auf Höhe der Terrasse bevor sie verpackt werden.
Ein paar Wohnzimmersteckdosen habe ich schon von außen gelegt. Es gibt firmen, die machen das nur so, damit man von innen das Fachwerk sichtbar lassen kann. Das ist bei uns nicht relevant, weil ja Lehmputz an die Wand soll. Trotzdem eine elegante Lösung, weil man keine Balken schlitzen muss.
Z. dichtet die Fassade von unten gegen Viechzeug ab. Die Dämmung ist sonst vermutlich schnell bewohnt.
Terassenbeleuchtung.
Fluchen von den Klempnern, weil es keine Zeichnung o.ä. gibt. Wir sagen immer nur ad-hoc wie es gemacht werden soll.
Fundstück: Eine eingestaubte Motte oder so etwas ähnliches.
]]>Die Dachrinne muss auch runter. Z. macht das mit der großen Flamme aus der Propangasflasche. Mir ist etwas mulmig, weil das Haus nunmal aus Holz ist. Aber die Sorge ist unbegründet, die Dachrinne ist ab, das Haus steht noch.
Nachdem die Rinne und Dachlatten runter sind, bleibt noch ein Haufen Kleinkram über. 1 Millionen kleiner und großer Nägel. Zeug, was aus unklaren Beweggründen an die Sparren genagelt wurde…
Der spannende Teil ist dann, das Dach wieder wetterfest zu machen. Die Planen sind riesengroß, das Gerüst viel zu klein und der Wind ist auch noch im Spiel. Das Tantchen muss mit auf’s Gerüst und wird zum Mithelfen verdonnert. Im Hintergrund rücken schon die Regenwolken an.
Drinnen sieht jetzt alles grün aus und man kann sich noch schwerer vorstellen, dass hier mal ein Schlafzimmer entstehen soll.
Ach und Gerümpel steht hier auch noch rum.
Am nächsten Tag ruft wieder der Schornstein. Genauer gesagt der Schornsteinkopf, das Ding, was oben drauf sitzt und auch einiges auf die Waage bringt. Zum Glück gibt es den Bauaufzug.
Ein paar Schornsteinteile kommen auch noch mit nach oben.
Innen werden sie mit dem Flaschenzug auf den Spitzboden gezogen. Da liegen nur ein paar lose Bretter und Schaltafeln auf den Kehlbalken. Wir verteilen das Gewicht gleichmäßig und hoffen das beste.
Montag früh steht die Baufirma im Hof und will am Dach loslegen. Es sollen erstmal die Aufschieblinge hergestellt werden.
Die Aussicht ist mal wieder prächtig.
Es wird alles ganz genau untersucht.
An der Ecke des Hauses gibt es nachdenkliche Gesichter, Bartkratzen und „hm…“.
Die Motorsäge erklingt und den Rest kann man sich ja denken.
Der Ersatz ist ordentlich eingepasst und der hintere Teil des Balkens wird auch gleich zurechtgeschnitzt.
Der Giebel an der Straßenseite sieht auch nicht so toll aus. Finstere Gesichter bei den Holzwürmern bedeuten meist nichts gutes. Die Gesichter sind sehr finster, es wird viel im Bart gekratzt und in den Balken Probebohrungen gemacht. Die Faustregel ist wohl, wenn mehr als 1/3 vom Querschnitt des Balkens marode sind, muss er getauscht werden.
Zwischen der alten Gastherme links und altem kram Rechts (Türen, lauter Türen…) liegen die Schornsteinrohre.
Wir sollen die Ziegel auswählen und über die Farbe der Ziegel entspinnen sich heftige Diskussionen. Ich versteife mich auf „Hellrot engobiert“, es stellt sich raus, die Farbe gibt es gar nicht. Naja. Wir entscheiden uns für die Farbe, die dem am nächsten kommt. Alles eine Gewohnheitsfrage.
Oben am Giebel finden sich diverse Kabelwege, über die früher der Strom ins Haus kam.
Das sieht aus wie ein Knochen, ist aber eine Art eingegipstes Leerrohr, ebenfalls für die Zuleitung.
Oha, hier wurde auch etwas ausgebessert.
Die Scheune ist voll, ich habe aber immer noch Lehm, der irgendwohin muss. Also wird in einer weiteren Ecke der Scheune etwas abgeteilt.
Noch mehr Möbel müssen außer Haus. Dieses Element hätten wir natürlich auch die Treppe runter tragen können, aber wir haben einen Bauaufzug, den wir maximal ausnutzen wollen.
Vertrauen ist gut…
(Die Gurte haben 2 Tonnen Maximallast)
Die Elektriker haben Telefonkabel, Erde, Stromkabel verlegt, ich hab noch ein Leerrohr mit dazu gepackt. Falls mal Glasfaser kommt. Ich weiß, wir sind in Deutschland. Man wird ja noch träumen dürfen. Das ganze Ensemble muss so verpackt werden, dass kein Wasser durch die Löcher aufsteigen kann.
Z. Besorgt aus dem Spezialhandel Quellmörtel. Der – wer hätte es gedacht – quillt noch etwas vorm Aushärten. Wir rühren etwas an und benutzen eine leere Acryl-Kartusche und einen Gummischlauch um dem Mörtel in die Löcher zu bekommen.
Der Giebel zur Straßenseite ist dank Außenputz in schlechtem Zustand. Als sich die Holzwürmer den genauer angeschaut haben, ist klar, dass hier nichts mehr zu retten ist. Die Reparatur war nicht im Budget eingeplant, aber wenn man einmal an der Substanz ist, will man ja keine halben Sachen machen.
Ich verbringe also den Tag mit Lehm aus der Wand holen (Goldstaub!), ihn mit der Schubkarre über den Dachboden fahren, an der anderen Seite ist der Bauaufzug, dort kommt der Lehm rein, Aufzug runter, Lehm raus und ab ins Lehmlager…
Wir sind geizig und wollen alles selbst machen. Das Dach abdecken ist dann aber eine größere Nummer, zumal die Dachziegel erhalten bleiben sollen. Der Nachbar kann sie noch auf seiner Scheune verwerten. Was wir nicht bedacht haben: statt sie einfach nach unten in den Container zu schmeißen, müssen wir sie jetzt vorsichtig nach unten transportieren. Zum Glück haben wir fleißige Helfer.
Wir haben mehr Ziegel als gedacht, also landen dann doch noch ein paar im Container.
Die Schweinearbeit hinterher ist, das Dach wieder regensicher zu machen. Wir sind so mittelmäßig geschickt. Aber irgendwann sind wir mit dem Ergebnis zufrieden.
Die Ausbeute für den Nachbarn ist beachtlich.
Ich lerne: Betonziegel fängt man besser mit dicken Handschuhen.
Am nächsten Tag schaffen wir Zeug, was das Tantchen temporär nicht braucht zu einer Bekannten im Dorf. Das Tantchen selbst wird zu ihrer Schwester ziehen und eine Rentner-WG gründen.
Wie in jedem guten Haushalt gibt es auch hier einen Brockhaus, der natürlich nicht weggeschmissen wird.
Während am nächsten Tag die Holzwürmer den Dachstuhl ausbessern…
… tragen wir noch mehr Möbel aus dem Haus.
In dieser Bauphase ist Z. hauptsächlich damit beschäftigt das anfallende Holz kleinzusägen.
Es muss doch einiges ausgebessert werden.
Die Wohnung vom Tantchen ist fast leer. Nur noch der Ofen und ein paar Schränke, die niemand möchte (aber verbrannt werden dürfen sie auch nicht…).
Ich bin gerade auf Montage in der großen Stadt als T. anruft: „Es hat in der Scheune gebrannt!“. Achduscheiße!
Es war wohl so, dass Z. Holz geschnitten hat und die Kreissäge nicht mehr ging. Die Sicherung war draußen. Also Sicherung wieder rein, weiter geschnitten. Als die Säge wieder nicht ging, stiegen Rauchwölkchen aus der Scheune auf.
T. war auf dem Gerüst, relativ weit weg und hat den Wunsch nach Wasser in seiner Dringlichkeit nicht ganz erkannt. Als dann klar war, worum es geht, war sie dann doch ganz schnell unten und mit vereinten Kräften war der Brand auch schnell gelöscht.
Gebrannt hat die Steckdose oder die Verteilerdose, das ist nicht mehr so ganz eindeutig zu identifizieren. Ich hatte damals das ankommende Alu-Kabel mit Wago 221 Klemmen auf die Kupfer-Leitungen geklemmt. Es ging auch recht eng in der Dose zu.
Entweder sind die Alu-Kontakte korrodiert, damit steigt der Widerstand unter Wärmeabgabe an. Für das Problem gibt es eigentlich spezielle Kontaktpaste, die man in die Klemmen schmiert. Blöd, wenn man das erst hinterher lernt.
Die alternative Erklärung ist, dass ein Draht rausgerutscht ist und einen Fehlstrom erzeugt hat. Eigentlich ist dafür der FI-Schutzschalter vorgesehen, aber wie wir hinterher mit Haus- und Hof Elektriker B. feststellen, sind nicht alle Sicherungskreise am FI angeschlossen. Nur die Wohnung selbst war abgesichert. Das kommt davon, wenn man kein Fachmann ist und an maroder Elektrik rumbastelt.
Alles in Allem sind wir echt glimpflich davon gekommen. Mein Plan, die Elektrik im Haus selbst zu machen, genießt verständlicherweise nicht mehr das Vertrauen der Familie.
Ich ordere erstmal drei Feuerlöscher und verteile sie strategisch in Scheune und Haus.
Der Plan für den Giebel wird professionell auf eine rumliegende Pappe gekritzelt.
Bevor es losgehen kann, müssen erstmal die alten Dachboden-Dielen raus. Die sind vermutlich seit längerer Zeit dort oben verlegt, es wurden nämlich handgeschmiedete Nägel verwendet. Ich habe keinen Sinn für Nostalgie und schneide die Dielen mit der Handkreissäge nach einem Meter ab und versuche den kurzen Teil zu entfernen. Die Dielen sind sehr wurmig und zerbröseln teilweise sehr schnell.
Z. zerstört inzwischen den Kachelofen in der Wohnung.
Das Konzept war schon sehr durchdacht: der Ofen wurde vom Flur aus beheizt. Die Abgase gingen durch den Wärmetauscher und erst dann in den Schlot. Mit den Warmluftklappen wurden Bad und Wohnzimmer und Schlafzimmer beheizt.
Am Abend ist das alles Geschichte. Den eigentlichen Ofen will Z. noch aufheben, auf der Baustelle ist ja auch irgendwann mal Winter.
Ich knuspre mich derweil durch die Decke, die muss für die Giebelerneuerung auch weichen.
Als ein großer Regenschauer kommt, merken wir, wo die provisorische Dachabdeckung Schwächen hat. Ich stelle erstmal ’ne Gießkanne hin und versuche andere Wasserwege mit einer Styroporplatte umzuleiten.
Hier wurde die Unterspannbahn wohl etwas grob behandelt. Ich markiere die Fundstellen mit Sprühfarbe und mache in meiner endlosen ToDo-Liste einen Punkt „Löcher abkleben“.
Im ehemaligen Wohnzimmer vom Tantchen, was mal eins der Kinderzimmer werden soll, geht es weiter. Die Wände sind mit Styropor-kaschierten GK Platten verkleidet. Also quasi eine Innendämmung ohne Dampfbremse. Mit wird leicht blümerant, aber Z. sagt „da passiert nichts“ und ich muss zugeben, dass die Balken dahinter recht gut aussehen. Erstaunlich ist doch Theorie und Praxis der Bauphysik.
Wenn man es geschickt macht, kann man die Platten am Stück von der Wand abziehen. Allerdings hat man dann auch das ganze Gewicht der Platte in der Hand, und das Gewicht ist kein kleines.
Unter den Platten findet sich Kalkputz und wenn man diesen anhustet, fällt er von der Wand und gibt den alten Lehmputz frei. Hurra.
Wie immer, wenn ich nicht weiß, wohin, lagere ich den Bauschutt erstmal irgendwo. Blöderweise ist das nicht einfach Bauschutt, sondern sogenannter Baumischabfall. Gerade ist auch eine kleine Hysteriewelle in der Dachdecker-Branche, weil Styropor nur noch entsorgt werden kann, wenn man ein Zertifikat über das verwendete Flammschutzmittel vorweisen kann. Das ist natürlich super bei ca. 35 Jahre alten Platten – zu der Zeit war Flammschutz vermutlich noch gar kein Thema bei Styropor.
Die Futterstelle der Katzen ist jetzt in der Scheune. Der Umzug wäre bei diesen eigenwilligen Tieren vermutlich ein größeres Drama, also bleiben sie auf dem Grundstück und das Tantchen radelt dann zweimal her um die armen Tiere vorm Verhungern zu bewahren.
Wenn man früh auf die Baustelle kommt und bereits der Giebel weg ist, waren die Zimmerer schon fleißig.
Futter für die Säge (und später den Ofen…)
Der Anfang des neuen Giebels.
Er nimmt Gestalt an.
In die ausgebesserten Fensterlöcher kommen erstmal die alten Fenster. Das kleine Loch unterhalb muss „nur noch“ zugemauert werden…
Raketenwissenschaft: wie teilt man die Dachlatten ein, dass genug Überlappung ist und die Länge der Ziegel genau aufgeht, d.h. man oben oder unten keine halben Ziegel benötigt. Oh und das Dach ist leicht schief…
Das unter dem Putz versteckte zugemauerte Fenster lassen wir wie es ist. Die Lehmsteine halten noch und man muss ja nicht alles aufrupfen. Unklar ist, wann das Fenster verschlossen wurde. Vermutlich vor 1900, denn zu der Zeit wurden Häuser aus Feuerschutzgründen verputzt. Außerdem würde man nach dieser Zeit vermutlich Ziegelsteine verwenden.
In einem kurzen Anfall geistiger Umnachtung hatten wir beschlossen, dass wir die Bretter für den Dachkasten selbst streichen. Das muss vor dem Einbau geschehen, weil später das Holz etwas schwindet und dann unterstrichene Streifen sichtbar werden.
Also stehe ich mit dem Topf Lasur da und fluche. Die Bretter sind sehr lang und müssen natürlich zum Trocknen irgendwo hin. Ich baue mir mir Steinen und Paletten irgendwas…
Das Problem ist die begrenzte Lagerfläche. Natürlich müssen die Bretter mehrfach gestrichen werden und brauchen Zeit zum Trocknen.
Der Container ist auch wieder voll.
Wir sind mit dem Schornstein beim Dach angekommen und jetzt kommt wieder etwas um Einsatz, von dem ich nicht mal wusste, dass es das gibt: ein Schornsteingerüst. Zusammen mit diesem Gerät, das Material genau auf den Dachlatten entlang rollen kann, ist das doch ein sehr entspanntes Arbeiten.
Auch spektakulär: die Konstruktion, um den Flaschenzug zu befestigen. Damit können wir auch den letzten Stein bequem hochziehen. Die Konstruktion ist gleichzeitig die vertikale Führung, weil wir ab hier keine Schnur mehr zur Orientierung haben.
Zack, letzter Stein:
Schornsteinkopf, Deckel druff, fertich:
Kind 3 will aufs Gerüst.
Dachziegel werden geliefert und bei den Nachbarn im Garten gelagert.
Auf der anderen Hausseite kommen auch ein paar Paletten hin.
Der Dachkasten ist inzwischen montiert, die Streicherei hat sich gelohnt.
Von innen sieht’s auch dufte aus. Ich wollte eigentlich sehen, ob man ggf. noch Spots im Dachkasten montieren kann, die dann den Weg und die Fassade beleuchten. Diese Idee wurde jedoch abschlägig beschieden. Ich trage mich trotzdem mit dem Gedankten „sicherheitshalber“ Strom dort hinzulegen – falls T.’s Meinung zur Fassadenbeleuchtung sich noch einmal ändert 
Mein liebster Sport ist Trapezleisten nageln… Aber wer viel Löcher in der Fassade hat, muss viel Mauern, sprich muss viel nageln…
Z. ist mit Kind 2 am neuen Giebel schon fleißig am zumauern.
Natürlich werden die Steine trocken möglichst lange hingepuzzelt, damit wenig Verschnitt anfällt.
Der Merkwürdige Spalt zwischen Dachsparren und äußerem Aufschiebling wird verfüllt. Z. rührt mit Zement und einer Schüttung aus leichten Tonkügelchen etwas an, das dann dort reingeschmiert wird. Dank der Nägel fällt es hoffentlich auch nicht mehr raus.
Kind 3 nagelt derweil irgendwas aus alten Dachlatten zusammen.
Fundstücke: alte Knochen.
So ein Gerät um Bohnerwachs zu verteilen.
Eine Futterwaage 1:10, d.h. man stellt einen 50kg Sack drauf und auf die andere Seite 5kg Gewichte, dann ist sie ausgewogen.
Außerdem der Holztrog mit dem wohl schon W. und Z. in der Jüchse (lokales Gewässer) in See gestochen sind.
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]]>Jetzt habe ich auch verstanden, wie man die letzte Reihe Steine setzt: Stein so zurecht sägen, dass oben und unten 1-1.5cm Platz bleiben, Mörtel oben drauf, Stein hochkeilen, Mörtel mit Fugenkellen unten drunter. Fest werden lassen, Keile raus, den Rest verfugen. Das klingt fummelig, ist es auch.
Wir wenden uns dem Schornstein zu. Er wird zwei Züge bekommen (der alte hatte nur einen), weil wir Heizkessel und Kaminofen anschließen wollen. Die Teile sind recht schwer. Weil Z. ein sein Geld früher mit Hebelgesetzen verdient hat, holt er natürlich gleich den Flaschenzug. Es ginge auch ohne, aber wir wollen die Teile genau positionieren, das soll beim ersten Mal im Mörtel klappen. Wir üben erstmal trocken.
Ganz unten im Schornstein sitzen zwei Töpfe, die Kondens- und Regenwasser auffangen und ableiten sollen. Hoffentlich denke ich daran, hier einen Abwassereinlauf vorzusehen…
Die Schnüre gehen bis ganz nach oben unters Dach und sind natürlich perfekt ausgerichtet. Mit so viel Planung kann ja fast nichts schief gehen.
In die nächste Etage kommen die Rußklappen. Also zumindest die Löcher dafür.
Ab dann müssen wir eigentlich nur immer weiter machen, bis wir oben angekommen sind.
Draußen ist Frühling.
Drinnen kämpfen wir mit den Details. In den Schornstein muss nämlich noch Dämmung – die sehr gerne an dem groben Betonelementen hängen bleibt – sowie das eigentlich Rauchrohr aus Keramik. Das Rohr muss mit einem speziellen Kit verklebt werden. Dieser ist ein Mysterium für sich, man darf nur drei Tropfen Wasser zum Pulver geben, knetet dann mühsam die staubtrockene Pampe ewig durch, aber nach fünf Minuten Wartezeit hat das ganze dann genau die richtige, fast zu flüssige Konsistenz.
Die Rohre und die Steine außen haben nicht das gleiche Maß. Wir kürzen das nächste Rohr möglichst exakt, weil das darüber liegende Rohr einen Rauchrohramschluss hat und der muss auf der richtigen Höhe liegen. Planung ist alles.
Top Trick, wenn es im Rohr dunkel ist: unten eine Taschenlampe rein legen.
Das arbeitet sich gleich viel besser.
Jetzt wird es kompliziert.
Von Oben kommt man noch nicht gut ran, von unten ist es verdammt eng.
Herausfordernd ist auch, wann man das innere Rohr setzt. Es hat fast Armlänge. man muss aber noch den Kit innen abwischen können. Wir vollführen unter Fluchen einige bizarre Verrenkungen um die Rohre ordentlich zu verkleben.
Der kurze Moment, an dem das Arbeiten echt angenehm ist.
In der nächsten Etage soll am linken Zug der Kaminofen angeschlossen werden. Auch hier messen wir dreifach nach, bevor wir das nur einmal vorhandene Rohr mit Rauchrohranschluss zersägen.
Rien ne va plus.
Zwischen Stall und Flur kann man inzwischen bewundern, welchen Schaden Feuchtigkeit anrichten kann. Das War mal ein Eichen(?)balken mit bestimmt 16er Kantenlänge.
Zwischendurch werden ein paar Löcher zugemauert.
Was einem ja keiner sagt: Der Schornstein wird 11 Meter hoch, ein Element hat 25 cm Höhe, d.h. wir müssen 44 dieser 50kg schweren Teile durchs Haus schleppen. Die Hälfte davon auf den Dachboden…
Die Baustelle ist voller angefangener Baustellen. Im Flur der Einliegerwohnung habe ich die Zwischendecke nur soweit runtergerissen, dass wir die Wände aufmauern können. Den Rest … später dann mal. So wird man ständig beim Gang durchs Haus daran erinnert, was man noch alles machen wollte / sollte / müsste.
Wir fangen erstmal etwas neues an, nämlich die Wand zwischen Stall und Flur rauszureißen.
Erst abstützen, dann kaputt machen!
Zwischendurch werden diese unheimlich günstigen, aber schwer zu koordinierenden Bauhelfer geliefert.
Zum Glück können sie ihre überschüssige Energie beim Fundamente ausschalen abbauen.
Inzwischen ist die Wand weg, man hat freien Blick auf den Stall. Die frei hängende Treppe kommt jetzt erst richtig schön zur Geltung.
Jetzt ist die andere Flurwand zur schwarzen Küche dran.
Der Querschnitt des Balkens zeigt ganz gut, dass er von rechts im Beton gesteckt hat und dort die Feuchtigkeit ganze Arbeit geleistet hat.
Kurzer Prozess.
Ich versuche mich auch einmal daran einen Holznagel mit einer Schraube rauszuklopfen. Die Schraube bleibt stecken und beim Versuch sie zu befreien, klopfe ich auch zuverlässig den zu Hilfe genommenen Meißel im Holz fest. Einmal mit Profis…
Zack! Weg ist die Wand.
Die guten ins Töpfchen, die schlechten in den Ofen.
Das Haus hat noch ein paar Löcher, die geschlossen werden müssen. Man kann aber ahnen, was es mal werden soll.
Super Kinderbeschäftigung: Holz zum Anzünden hacken. Es klappt auch fast ohne Verletzungen.
]]>Heute sollen die Fundamente betoniert werden. Z. hat erstmal Rampen gebaut, damit wir mit der Schubkrarre überall gut hin kommen.
Ich stehe am Mischer und habe kein Gefühl für das richtige Verhältnis. Zu wenig Zement ist nicht gut, weil dann wird der Beton nicht fest. Zu viel Zement führt zu Schwundrissen. Bei zu wenig Wasser kann der Beton nicht abbinden, bei zu viel Wasser schwimmt er weg.
Lieblingswerkzeug des Tages: die Rüttelflasche, holt die Luftblasen aus dem Beton und sorgt so für höhere Festigkeit. So tief wie möglich in den Beton stecken und dann langsam hoch ziehen.
Fertig.
Auf das Fundament kommt Sperrbahn. Hält die Feuchtigkeit von unten aus der Mauer raus. Sparfuchs Z. zersägt mit einem alten Blatt auf der Kreissäge die 1m breite Bahn in zwei 50cm Stücken. 2€ haben und nicht haben…
Die neuen Wände parallel zum Giebel werden 17.5cm dick, die entlang des Firstes 24cm. Dickere Wände bringen mehr Stabilität, kosten aber auch Raumvolumen… Wir hätten vermutlich auch alle Wände gleich dick machen können, aber wir wollen auch in den nächsten 100 Jahren das nicht noch einmal machen müssen, also gehen wir auf Nummer sicher und machen die Wände dicker, bei denen wir den größeren Lasteintrag vermuten.
Wir bestellen Steine mit höherer Dichte und erhoffen uns damit mehr Druckfestigkeit und Schallschutz. Gegenüber „normalen“ Porenbetonsteinen (leichter, bessere Wärmedämmung) sind das Exoten und der Baustoffhandel kündigt schon mal an, dass wir nicht verbrauchte Steine nicht zurück geben können. Die Mengenkalkulation ist also schon eine kleine Herausforderung.
Innen geht es erstmal mit zwei lagen alter Steine los, Kalksandstein und Ziegel im bunten Mix. Damit sind wir knapp über dem Fußbodenniveau mit dem Porenbeton und die letzten Promille Wahrscheinlichkeit, dass Feuchtigkeit in der Wand nach oben steigen kann sind gebannt. Außerdem haben wir gleich ein paar Steine verarbeitet, die schon ewig auf dem Hof rumlagen.
Damit es losgehen kann, muss irgendjemand die Steine an Ort und Stelle schaffen. Doppelte Druckfestigkeit bedeutet auch doppeltes Gewicht…
Gemauert wird auch nicht einfach mit Zement-Mörtel, sondern mit einem Kalk-Mörtel.
Z. besorgt dafür extra hydraulischen Kalk aus einem Spezialbaustoffhandel.
Der Grund ist nicht etwa gesteigertes Interesse an historischen Bauverfahren, sondern ganz trivial: „Der verarbeitet sich viel schöner“.
Der abgestützte Balken wird in der Mauer enden und soll auch wieder durch einen Holzpfosten abgestützt werden. Damit er nicht wegrutschen kann, hat Z. extra eine Aussparung in den Sockel betoniert.
Die Operation ist dann recht knifflig. Der neue Balken soll exakt passen, zu viel Spiel ist nicht gut, hat er zu wenig, bekommen wir ihn nicht eingebaut. Erstmal den Balken oben sauber ausklinken.
Dann das Gegenstück genau anpassen.
Keinen Fehler machen.
Unten rum sieht’s auch schon ganz gut aus.
Jetzt kommt der spannende Teil: wie bekommen wir den eigentlich fest? Wie sich rausstellt: mit Keilen. Der Balken wird damit so weit wie möglich „hoch gekeilt“ und in die Lücke zwischen Sockel und Balken stopfen wir mit Fugenkellen Mörtel. Die Keile kommen am nächsten Tag raus und dann sitzt der Balken bombenfest.
Tadaa.
Die nicht mehr zu verwertenden Balken wurde inzwischen in ein handliches Format konvertiert.
Wir üben erstmal demütig mit Lehm an der Fassade.
Die Gefache sind geschwunden und ausgewaschen. Wir stopfen Lehm in die Ritzen zwischen Holz und Gefach und gleichen den ausgewaschenen Lehm aus. Später kommt von außen die Dämmung drauf und je weniger Luft zwischen Dämmung und Fassade ist, desto besser. Angesicht der Matscherei, die wir veranstalten ist es auch ganz gut, wenn unsere Gehversuche später hinter der Fassade verschwinden.
Das Resultat ist nach ein paar Tagen nicht ganz überzeugend.
Gelernt: Der Quirl ist nicht ganz so effektiv, wenn Stroh im Lehm ist.
Wir matschen uns so langsam an der Fassade entlang.
Ein großer Spaß.
Wir haben für den südlichen Schornstein eigentlich keine Verwendung, aber das Tantchen hat sich einen Kaminofen gewünscht, falls mal Krieg ist und -30°C oder so. Also wird zumindest ein Zug angeschlossen, vielleicht können wir den anderen noch für Installationszwecke Nutzen.
Mauern ist jetzt anstrengender, weil wir auf dem Gerüst arbeiten und dort alles hoch schleppen müssen. Die Decke hängt doch recht tief und ständig fallen mir die Kellen runter…
Kind 1 darf mithelfen und pinselt fleißig Steine mit Wasser ein. Ohne einpinseln würden die Steine das Wasser aus dem Mörtel saugen und so sein Abbindeverhalten verschlechtern.
Der Sturz an unserem Spezialbalken muss auch noch rein. Das Auflager ist recht schmal geraten, aber wir beschließen, dass es schon ok sein wird und bauen ihn so ein.
Die anderen Stürze kommen auch rein.
Jeder Stein ist jetzt fummelig, viele müssen geteilt werden – es stehen ja immer noch die ganzen Stützen herum und stützen die Decke ab.
Fast geschafft.
Fundstücke: Mäusenest mit Zeitungsfetzen in Frakturschrift.
Algebra am Schornstein.
]]>Die Stützen werden mehr, die Wände weniger.
Die Schwelle vom Flur in die schwarze Küche ist in ähnlichem Zustand wie die zwischen Schlafzimmer und schwarzer Küche: außen bombenfest und die zubetonierte Seite ist weggefault.
Draußen derweil knackiger Frost.
Drinnen wachsen die Eisblumen.
Ich nehme erstmal die Lehmgefache in der Flurwand raus. Von unten ist es ganz einfach, die Schwerkraft ist dabei behilflich.
Für den Ofen klein schneiden oder gleich in die Feuerschale?
Das wird mal das Wohnzimmer.
Top Trick beim Fachwerk zerlegen: zuerst die Holznägel rausklopfen. Dann muss man überhaupt nichts zersägen.
Ich nehme eine alte Maschinenschraube mit einer Mutter am Ende. Holznägel sind konisch, wenn man von der richtigen Seite klopft geht es auch relativ einfach.
Die Wand Flur / Wohnzimmer ist geschafft, jetzt ist das Stück zur schwarzen Küche bis zum Schornstein dran.
Top Idee: die alten Fenster erstmal in die neuen Fensterlöcher setzen. Zieht nicht so und im Frühling hält es die Schwalben draußen.
Pfusch am Bau. Die Dachdecker haben eine Falte in die Plane gebaut, an der das Wasser an die Fassade läuft. Kein großer Schaden, aber das müssen wir erstmal reparieren.
Weiter geht’s im Flur. Putz ab, Lehm raus, Balken zurückbauen.
Das Lehmlager füllt sich weiter. Mit der Schubkarre die schmale Bohle hoch ist auch ein Riesenspaß.
Stück für Stück.
Draußen ist auch schön.
Hier sieht man den ganzen Schlamassel sehr schön: die Eichenschwelle war rechts einbetoniert und ist dort weggefault. Unter der Last vom Haus hat sie sich langsam weggedreht und die Wand ist ebenfalls nach rechts gewandert. Also, auch wenn sich Eichenschwellen super fest anfühlen, wenn sie schräg liegen, stimmt etwas nicht. Im Zweifel einfach mal eine Probebohrung machen.
Jetzt kann eingeschalt werden, hurra. Die Fundamentsteine können liegen bleiben, so lange genug Überdeckung der Bewehrungsmatte sichergestellt ist.
Das sieht doch schon ganz gut aus.
Die Bewehrung wird auch nicht einfach reingeknallt, sondern so geschnitten, dass man sie räumlich biegen kann. D.h. an der Seite der Matten wird noch ein Bein nach unten gebogen, das gibt mehr Festigkeit.
Nicht unerwähnt bleiben sollte auch der Schnittplan, den Z. anfertigt. Damit können wir die 6m x 2.3m große Matte gleich beim Abholen so zuschneiden, dass möglichst kein Verschnitt entsteht.
Zwischendurch finalisiere ich die Beleuchtung der Scheune.
Das schwarze Alu-Erdkabel kommt vom Haus, darunter ist die Abzweigdose, aus der Steckdose und Lampen gespeist werden. Dieses Bild bitte gut merken, das wird später noch wichtig…
Zack, Licht in der Scheune. Tantchen I.: „Super! Das hat uns schon immer gestört, dass man da Abends nichts mehr drin gesehen hat.“. Nunja, ich freue mich auch, wenn ich nicht mehr im Dunkel über den ganzen Kram stolpere, der dort so herumsteht.
Äußerst wichtiges Detail: Trapezleisten. Das frische Holz schwindet etwas. Wenn man einfach so ein Feld ausmauert, wackelt nach 1-2 Jahren die Mauer, weil dank des Holzwschwundes das Loch größer geworden ist. Die Trapezleisten halten den Mörtel fest und dann wackelt es nicht.
Trapezleisten reinnageln ist so eine richtig schöne Trottelarbeit. Ich haue jeden zweiten der 30mm Nägel krumm, die Quote steigt noch beim über Kopf Nageln…
Nichts hält länger als ein Provisorium.
Zack, weg damit!
Fundstück: Ein Hühner(?)knochen.
Eine Holzrolle, war vermutlich die Umlenkrolle um eine Luke für die Hühner im Stall zu öffnen.
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