Advertise with Googlier.com ALTON - Kultur https://alton.at/aktiv/kultur de The Branding Mys(t)ery in Free Software Projects, Products & Services https://alton.at/roland/rolog/branding-mystery-free-software-projects-products-services <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Great open source tools often were not given a name that makes them remember easily or explain what they are about in one word.&nbsp; These are just two of the classical branding principles. At the LinuxDay 2025 I am giving a talk on challenges for software branding. During the last years I have collected some examples which we analyse.&nbsp;What are good practices? Should a brand&nbsp; try to tell a story? Can I rescue my crappy software name with a fancy logo?&nbsp; Why should we spend some effort to give a software a convincing brand identity? I will guide through some methods of brand creation and give some examples for brands I could help to develop.&nbsp; &nbsp; </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SlideBrandingMysery.jpg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SlideBrandingMysery.jpg?itok=cgoGUjI8" width="300" height="186" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SlideGiveOrientation.jpg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SlideGiveOrientation.jpg?itok=0v9rMW35" width="300" height="178" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SlideDisplayEuropeBrandDevelopment.jpg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SlideDisplayEuropeBrandDevelopment.jpg?itok=ySlssD6l" width="300" height="169" alt="" /></a></figure></div></div> Wed, 24 Sep 2025 06:03:59 +0000 ras 684 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/branding-mystery-free-software-projects-products-services#comments Back on Social Media https://alton.at/roland/rolog/back-social-media <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Ja ich war auch mal ziemlich viel auf Facebook. Habe auch Instagram ausprobiert, aber damals hatte mein Smartphone noch eine schlechte Kamera und ich blieb wohl deshalb erfolglos. Als @fairmover hatte ich getweeted und alle paar Wochen schaue ich auf LinkedIn vorbei. Eigentlich habe ich so um 2018 Social Media Konkurs angemeldet. Ich fand keinen Mehrwert mehr, anderen Leuten zu folgen, Katzen zu liken und Alltagsgeschichten zu kommentieren. Vermutlich wohl auch deswegen, weil mir die Algorithmen der grossen Social Media Plattformen vor allem Beiträge vorgeschlagen haben, die nach (Eigen-)Werbung rochen oder Fakten, die ich schon aus anderen Medien kannte. Mit Spannung beobachtete ich die Entwicklung des Fediverse, einem verteilten Social Media Konzept. Da gibt es keine Zentrale, sondern jede:r sucht sich einen Betreiber wie beim E-Mail Service und alle können sich kreuz und quer abonnieren und einander folgen. Kein Algorithmus filtert Beiträge, keine Werbung will mir was verkaufen. 2020 setzte ich den ersten Schritt und baute mit fair.tube eine Videoplattform auf Basis der PeerTube Software. Channels auf anderen PeerTube Instanzen können einfach abonniert werden.&nbsp; Ende 2022 folgte die Mastodon Instanz fairmove.net, auf der ich nun mit meinem Nickname rasos zu Hause bin. Auch baute ich 2020 mit Studierenden der FH Vorarlberg auch eine Pixelfed Instanz und Friendica muss ich mir nochmal genauer ansehen, vielleicht lässt sich das parallel mit der selben Mastodon Identität aber quasi als alternatives Frontend das sich besser zum Diskutieren eignet betreiben. Die fairmove.net Mastodon Instanz deployten wir auf dem Kubernetes Cluster der fairkom, der auch bei hohem Andrang gut skaliert. Ich baute noch einen eigenen S3 Minio Speicher dazu, damit uns nicht so schnell der Plattenplatz ausgeht mit Bildern, Audio und Videobeiträgen, die gepostet werden. Anfang 2023 installierte ich noch einen Mastodon-Twitter-Crossposter auf einem anderen Server, der Tweets trötet und umgekehrt. Jede:r kann diese Mastodon Instanz nutzen, einfach mit einem fairlogin Konto anmelden bzw registrieren. Nun teile ich wieder Fotos, Erkenntnisse, Begenungen und Fundstücke. Mal sehen, wie viel Aufmerksamkeit ich dem widmen werde, denn Social Media kostet ziemlich viel Zeit. Die stecke ich wohl wieder lieber in konkrete Projekte, wie ich mich kenne, aber noch macht es ziemlich Spass auch auf anderen Instanzen zu stöbern und Leute aufzuspüren denen ich gerne folgen möchte. Weshalb heisst die Mastodon Instanz nun fairmove? Von 2014 bis 2018 war ich bei einem dutzend Netzwerktreffen von Nachhaltigkeitsinitiativen und ich hielt dort Workshops zu Kommunikation und Branding.&nbsp; Die bunten Initiativen hatten das Bedürfnis einer einheitlicheren Bezeichnung, und fairmove war ein klarer Favorit. Das habe ich beim Ars Electronica Festival gemeinsam mit einer Label Commons Public License, die die Nutzungsrechte klärt, auf fairmove.org vorgestellt. IT Dienstleister, die nachhaltige Projekte schaffen, taten sich unter dem Label zusammen und präsentierten sich auf der Webseite fairmove.it. Das Echo war aber ansonsten eher verhalten, wohl auch weil Fridays for Future die Rolle einer gemeinsamen Sichtbarkeit übernahm. Um den Vorschlag, fairmove als generische Bezeichnung für Nachhaltiges Tun zu verwenden, weiter zu promoten agierte ich auf Twitter als @fairmover. Als wir bei fairkom zu entscheiden hatten, wie denn die Mastodon Instanz heissen soll, war bald klar, dass wir diesen Brand verwenden sollten, um einen virtuellen Ort für engagierte Menschen und Institutionen zu schaffen. Dieser Ort ist nun fairmove.net und Teil des Fediverse. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/MastodonWelcome.png"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/MastodonWelcome.png?itok=La4Q1g3g" width="300" height="158" alt="Welcome at Mastodon" /></a></figure></div></div> Sat, 07 Jan 2023 20:57:20 +0000 ras 667 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/back-social-media#comments Der Netzpolitische Abend https://alton.at/roland/rolog/der-netzpolitische-abend <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">2015 starteten wir den Netzpolitischen Abend. Jeden ersten Donnerstag im Monat gibt es zwei bis drei Kurzvorträge, Diskussion und Ankündigungen zu Rahmenbedingungen im Internet. Datenschutz, Künstliche Intelligenz, Medienethik, Urheberecht, Vorratsdatenspeicherung und unzählige weitere Themen wurden beleuchtet, zerlegt und weiter getragen. Entfernungsbedingt durfte ich nur selten den Netzpolitischen Abend in Wien im metalab miterleben. Zum Corona Lockdown habe ich eine BigBlueButton Instanz als virtuellen Veranstaltungsort angeboten. Beim 50. Netzpolitischen Abend durften wir "das Original" aus Berlin zuschalten: Markus Beckedahl hat von gemeinsamen Anliegen und Herausforderungen in Deutschland berichtet, dort läuft ein Netzpolitischer Abend bereits seit 2011. Was tun, wenn Freunde, Verwandte oder Bekannte mit Aussagen kommen, die ins Reich der Verschwörungsmythen und Fake News gehören? Ingrid Brodnig war am Donnerstag den 4.2.2021 zu Gast beim 52. Netzpolitischen Abend, den diesmal ich auf fairteaching moderieren durfte: In Diskussionen über das Coronavirus, die Klimakrise oder Migration verzweifeln wir über Spekulationen und Falschmeldungen. Wir müssen uns fragen: Wann ist Diskutieren überhaupt sinnvoll? Warum sind unseriöse Stimmen sichtbarer, und welche rhetorischen Tricks sollte man kennen? Das Buch Einspruch! ist frisch im Brandstätter Verlag erschienen und liefert unter anderem Strategien für eine kluge Diskussionsführung und Tipps für Formulierungen, die auch in emotionalisierten Diskussionen wirken. Nicht weniger spannend war am selben Abend der Bericht von Julia Reda zum Digital Service Act werden. Sollen die Algorithmen, die unser Filterblasen bauen, offengelegt werden?&nbsp; Also es lohnt sich sicher wieder live dabei zu sein und beiden Expertinnen direkt Fragen zu stellen. Einstieg und Aufzeichnung hier zum Nachsehen. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/meme-verschwoerungsmythen.jpeg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/meme-verschwoerungsmythen.jpeg?itok=Wsj1wWqO" width="266" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/Einspruch_Farbe_klein-864x648.jpeg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/Einspruch_Farbe_klein-864x648.jpeg?itok=dLq63Bgd" width="300" height="225" alt="" /></a></figure></div></div> Sat, 13 Feb 2021 17:07:47 +0000 ras 644 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/der-netzpolitische-abend#comments 7 Wünsche zu den ORF Radio Journalen https://alton.at/roland/rolog/7-wuensche-zu-den-orf-radio-journalen <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Ich höre regelmässig Ö1 Journale: um 7 das Morgenjournal, manchmal noch um 8 auch wenn ein gutes Interview kommt, und um 12 oder 18 Uhr beim Kochen. So bin ich top informiert und die Beiträge sind abwechslungsreich und gut gestaltet. Doch mir fällt auf, dass sich einige spezielle Sprachgewohnheiten im ORF Journal - Team eingeschlichen haben. Und bei manchen Beiträgen fehlt mir der Blick über den Tellerrand. Hier meine Wunschliste. 1. Wenn die Politik etwas ausverhandelt dann bleiben oft Details noch offen. Diese werden von Journalisten gerne als technische Details bezeichnet, obwohl es sich meist um administrative oder juristische Fragestellungen handelt, die noch zu klären sind. Auch wenn der Technikbegriff historisch weitläufig war, so wird er heute vor allem im Umfeld von Innovation, Digitalisierung, Fertigkeiten oder technischen Artefakten und Gewerken verwendet. Auch in der Wissenschaft hat die Technik einen klaren Platz, genauso in den sogenannten MINT Fächern. Nein, beim Ausformulieren von Richtlinien werden keine Schraubenzieher oder Software Bug Tracker verwendet. (Auch wenn letzteres ein geeignetes Werkzeug wäre, um politische Prozesse zu begleiten - ich verwende gitlab mittlerweile für alle Projekte, auch jene die nichts mit Technik zu tun haben.) 2. Bei Wirtschaftsthemen ist oft die Rede vom "kleinen Installateur". Hey, KMUs sind das Rückgrat der Wirtschaft in Österreich und Installateure haben meist eine gut gebaute Figur, sie müssen ja auch zupacken können. Also bitte einfach auf "klein" verzichten. Überhaupt, kommen die KMUs viel zu bwenig zu Wort, stets wird über Konzerne und Industrie oder Fluglinien berichtet, aber über eine Bäckereigenossenschaft, Handwerkszunft oder Softwareschmiede? Nein, die haben keine Presseabteilung und ja, da muss man halt recherchieren und hingehen. 3. In vielen Beiträgen wird der Kontext viel zu selten wiederholt. Worum oder um welches Land geht es in dem Beitrag? Manchmal steigt man ja mitten drin ein und zumindest der*die Moderator*in der Sendung sollte dies bei einem Interview öfter wiederholen, aber auch in einem vorproduzierten Beitrag wäre es öfter angebracht, den Kontext aus verschiedenen Perspektiven darzustellen. 4. Journalisten sollten Redewendungen gewisser Lobbygruppen&nbsp; nicht mantraartig wiederholen. Zum Beispiel: E-Autos hätten ein "Reichweitenproblem". Nein, wir müssen Mobilität anders denken, 300 km reichen doch bis zur nächsten Ladestation (davon gibt es in Österreich mittlerweile wesentlich mehr als Zapfsäulen). Und nicht das Framing der Diesel-Lobby zementieren helfen. 5.&nbsp; Kommunikationswerkzeuge sollen herstellerunahängig bezeichnet werden. Skype ist ein Produkt von Microsoft, aber ORF Journalisten scheinen es gerne zu verwenden und machen auch gleich Produktwerbung dafür. Sie sagen ja auch nicht bei einem Telefoneinsteig, dass sie jetzt mit Huawei sprechen. Es gibt zahlreiche andere gute Audio- und Videokonferenzlösungen. (Disclaimer: eine davon habe ich selbst mit aufgebaut: fairmeeting auf Basis der Open Spurce Lösung Jitsi Meet, so heisst auch die App dazu). 6.&nbsp; Manchmal fehlt mir der kritische Blick, speziell bei Berichterstattungen von Pressekonferenzen. Wenn etwa über den Jobabbau bei der AUA berichtet wird sollte vielleicht auch eine Anmerkung mit einfliessen, ob eine nationale Fluglinie in Zeiten des Klimawandels ein notwendiges Aushängeschild ist. Und dass hinter dem Verdrängungswettbewerb massive Kapitalinteressen stehen, um nach der gewonnenen Schlacht - wenn monopolartige Verhältnisse herrschen - erst Recht zur Kassa zu bitten. Da genügt ein Blick in die Softwarebranche, welchen volkswirtschaftlichen Schaden die Übermacht einiger weniger amerikanischer US Anbieter anrichtet. Solche kritischen Überlegungen gehören für mich in einen Beitrag hinein, auch wenn in der Pressekonferenz diese nicht thematisiert worden sind oder es keine Gelegenheit gab, entsprechende Fragen zu stellen. 7. Als jemand der lange in Wien, aber auch schon lange nicht mehr dort seinen Lebensmittelpunkt hat, fällt mir die starke Fokussierung in den Journalsendungen und überhaupt auf allen Kanälen des ORF ausser den Regionalsendern auf Wien auf. Beiträge aus den Bundesländern fallen oft qualitativ stark ab und berichten selten über etwas anderes als zur Chronik. Jedes Landesstudio sollte auch Mitarbeiter*innen haben, die vorwiegend für die bundesweite ORF Journalredaktion arbeiten. Oder von einem Pool freischaffender Journalist*innen Beiträge bestellen, die auch mal über gesellschaftliche oder politische Themen etwas tiefgründiger berichten. Gut finde ich dass vermehrt aus Brüssel berichtet wird. Man muss ja auch nicht jeden Tweet von Trump nochmal im Radio wiederholen. Schön, dass Radio wieder vermehrt Gehör findet. Ein guter Nachrichtenservice ist sicher ein wichtiger Attraktor. Und so werde ich weiterhin viele Journalsendungen hören. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/JournalORF.png"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/JournalORF.png?itok=bwLWx2KY" width="300" height="164" alt="" /></a></figure></div></div> Fri, 08 Nov 2019 06:04:05 +0000 ras 631 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/7-wuensche-zu-den-orf-radio-journalen#comments Label Commons Public License https://alton.at/LCPL <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Nun ist es soweit: Nach mehreren Jahren Vorbereitung habe ich die Gelegenheit, ein Konzept für die Absicherung von Bezeichnungen vor Kommerzialisierungstendenzen einem Fachpublikum zu präsentieren. Die Labels Commons Public License soll jenes für Labels, Marken und Bezeichnungen leisten, was Creative Commons für Werke macht. Da es nicht nur um Urheberrecht geht, ist die Regelung etwas komplexer, da es bei Marken und Bezeichnungen keinen automatischen Schutz gibt. Mit der öffentlichen Postulation ist zunächst ein Signal gesetzt, dem weitere Schritte folgen können, etwa die Eintragung in ein Markenregister. Wer einen Begriff schützen möchte, kann auch festlegen wofür. Die Lizenz lässt hier die Definition von Nutzungsszenarien zu. Eine Watchdog Organisation darf sie schützen und im Ernstfall auch Verstösse abmahnen oder ahnden, mit allen Mitteln unseres Rechtssystems. Anlass ist der Prozess, eine gute Bezeichnung für Aktivitäten für Nachhaltigkeit zu entwerfen, der auch international funktioniert und den üblichen Kriterien einer professionellen Markenbildung entspricht. Weshalb dies notwendig ist erläutere ich in einem früheren Blogbeitrag. Nun habe ich für #fairmove eine vorläufige Webseite geschnitzt und einen Instagram und Twitter Account übertragen. Diese sollen als Beispiel dienen, ob ein Schutz möglich und sinnvoll ist. Die Präsentation findet am Montag den 9.9.2019 von 10-13 Uhr beim Ars Electronica Festival in Linz (Postcity, Campus Area, Raum 261) statt. In der Diskussion werden wir unter anderem der Frage nachgehen: 99 Unternehmen haben den Begriff oder ein Logo "Vegan" bereits als Marke eingetragen. Dürfen wir ihn dennoch nutzen? Feedback willkommen! </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/VeganTrademark2.png"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/VeganTrademark2.png?itok=AXuX-LBG" width="300" height="204" alt="" /></a></figure></div></div> Mon, 26 Aug 2019 16:14:44 +0000 ras 628 at https://alton.at https://alton.at/LCPL#comments Kärnten - aus der Zeit gefallen https://alton.at/juliane/julog/kaernten-aus-der-zeit-gefallen <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Wer durch Klagenfurt schlendert und einen Blick auf den Dom aus dem 16. Jahrhundert werfen will, dem kann es passieren, dass er eines eigenartigen Gedenksteins gewahr wird. In Sichtweite der SPÖ Parteizentrale steht dieser 2002 renovierte Stein: Ich habe mit wachsendem Erstaunen die Inschrift gelesen und bin um den Stein herum gegangen in der Erwartung, dass sich auf der Rückseite ergänzende Erklärungen, eine historische Einordnung oder eine entgegengesetzte Sichtweise finden ließen. Doch die Rückseite ist leer, es gibt keine Einordnung, keine Erklärung. Vieles wäre zu ergänzen, damit der Stein da stehen bleiben kann, ohne Widerwillen hervor zu rufen, ein paar Ideen dafür: Die Geschichte der Besiedlung Südkärntens und das Zurückdrängen der Slowenischen Bevölkerung nach Süden im 8. Jahrhundert durch Franken und Baiern. Die Volksabstimmung am 10. Oktober 1920, als sich die slowenischsprachige Bevölkerung Südkärntens für den Verbleib bei Österreich aussprach Die Versuche der Zwischenkriegszeit, die slowenischsprachige Bevölkerung durch die Schule deutschsprachig zu machen Die Absiedlungspläne des Naziregimes, das sich 1942 daran machte, die slowenischsprachige Bevölkerung zu deportieren, um „Volksdeutsche“ in Südkärnten anzusiedeln Die Verbrechen der Wehrmacht und der SS an der Zivilbevölkerung, beispielhaft dafür das Verbrechen am Peršmanhof zwei Wochen vor Kriegsende: SS Polizeieinheiten brachten auf dem Hof elf Zivilist*innen um, davon sieben Kinder. Die Täter wurden nie zur Verantwortung gezogen Die Rolle des bewaffneten Widerstands der Kärntner slowenischen Partisanen, ohne den die Wiederentstehung eines freien, ungeteilten Österreichs kaum denkbar gewesen wäre (siehe Moskauer Deklaration) Der Ortstafelstreit 1972 bis 2011, der außerhalb Kärntens Unverständnis und Widerwillen hervorrief … Nichts davon. Und noch immer kommt es vor, dass slowenische Gesänge auf Volksfesten oder in der Kirche unterbunden werden. Es ist erstaunlich, dass es in Kärnten noch immer nicht recht gelingt, die Zweisprachigkeit der Kärntner Slowen*innen als Ressource, als großen Wert zu betrachten im vielsprachigen Europa. Es ist verblüffend, dass Italien es schon seit langem schafft, seine deutsch- und ladinischsprachigen Minderheiten wertschätzend zu behandeln, während für Kärntner Slowen*innen bis heute die Frage von Bedeutung ist, ob sie „nun tatsächlich ‚echte‘ Österreicher sind.“ (Maja Haderlap 2019) Die diskriminierende Wirtschaftspolitik der Kärntner Landesregierungen, welche die ökonomische Entwicklung der slowenischsprachigen Gebiete nach Möglichkeit bremste, insbesondere, wenn das Mutterland Jugoslawien investieren wollte, hat dazu geführt, dass eine Region mit großen landschaftlichen Ressourcen und vielfältigsten Bildungsmöglichkeiten hinter fast allen anderen Bundesländern zurück bleibt. Das hat niemandem genützt. Im Sinn eines Zusammenwachsens in der Region; im Sinn einer wirtschaftlichen Entwicklung in einem Land großer Möglichkeiten; im Sinn von Kooperation und Vertrauen gäbe es viel zu tun. Ein Kleines wäre es, den Gedenkstein einzubetten in seinen geschichtlichen Hintergrund. Hinweise: Florjan Lipuš: Boštjans Flug Birgit Sommer: Der Graben / Grapa Maja Haderlap: Engel des Vergessens, Im Langen Atem der Geschichte </div></div></div> Tue, 06 Aug 2019 12:27:36 +0000 juliane 626 at https://alton.at https://alton.at/juliane/julog/kaernten-aus-der-zeit-gefallen#comments Vokabular für das Gemeinsame Tun https://alton.at/roland/rolog/vokabular-fuer-das-gemeinsame-tun <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Mehrere Jahre lang haben Silke Helfrich und David Bollier Commons - Initiativen besucht und versucht herauszufinden, nach welchem Muster diese funktionieren. Dabei sind sie auf ein deskriptorisches Vakuum gestossen: ihnen fehlten die Begriffe, zu beschreiben, was uns antreibt, etwas gemeinsam zu leisten. Die Ontologie des Kapitalismus kennt vor allem die Marktlogik und vermag allenfalls Chancen oder Marktversagen zu beschreiben, mit Gewinnaussichten für jene, die investieren. Doch Commoning funktioniert ganz anders: Menschen engagieren sich für ein gemeinsames Ziel und kümmern sich gleichzeitig um die Ressourcen. Egal ob selbstorganisierte WLAN Netzwerke für Regionen, wo kein Internetprovider&nbsp; die Versorgung durchführt, Almwirtschaften (Dornbirn hat mit der Binnelalpe seit dem 14. Jahrhundert eine der ältesten) oder modernere Solidarische Landwirtschaften. SoLaWis haben innovative Finanzierungsmodelle entwickelt. So wird in Bieterrunden versucht, das Jahresbudget zu generieren, das benötigt wird für angestellte Landwirtschaftsfachkräfte oder Maschinen, wobei jede/r selbst einschätzt, wie viel er/sie beitragen kann. Auf den geernteten Produkten klebt dann kein Preisschild, jedes Mitglied nimmt wieviel er/sie braucht oder ihm/ihr zusteht. Wenn das Jahr verregnet ist oder eine Fäule den Ernteerfolg schmälert, tragen dies alle und sehen es auch ein, wenn es weniger Tomaten gibt oder die Kartoffeln Drahtwürmer haben. Gemeinsam wird dann beraten, wie im nächsten Jahr der Einsatz optimiert werden kann. Ein gewisses Mindestmass an Beteiligung ist erforderlich, wer weniger mitarbeiten kann zahlt üblicherweise mehr ein. Dieses Modell auf andere Wirtschaftssektoren zu übertragen wäre spannend, hebt es sich doch wesentlich von herkömmlichen Formen des Crowdfunding ab. Silke Helfrich habe ich nach Dornbirn eingeladen, sie spricht am 12. Juni 2019 um 18 Uhr bei der Open Idea in der Aula der FH Vorarlberg. Ihr neues Buch "Frei Fair &amp; Lebendig - Die Macht der Commons" gibt es dort in der Bibliothek, zu kaufen bei transcript und Creative Commons lizensiert dort auch als gratis Download. "Das Buch „Frei, fair und lebendig – die Macht der Commons“ belegt, dass es weltweit viele Beispiele gibt, dass Wirtschaft ganz anders funktionieren kann: Orientiert am Bedarf der Beteiligten werden Wohnhäuser und Software, Lebens- und Transportmittel, Prothesen und Maschinen produziert, gemeinsam Supermärkte und Bauernhöfe betrieben. Eine Blaupause für diese Projekte kann es nicht geben, weil sie geprägt sind durch die Möglichkeiten vor Ort und die Beteiligten. Aber es gibt Muster – und die beschreibt das Autorenduo." TAZ http://www.taz.de/!5591180/ &nbsp; Das soziale Leben des Commoning muss stets neu ausverhandelt werden. Das Gefühl, an etwas Gemeinsamen zu arbeiten und Werte zu teilen, stellt sich nicht ein, indem es forlam auferlegt wird. Die Macht der Commons p 99 Doch gilt das tatsächlich für alle Commons Gemeinschaften? Almbetriebe haben eine jahrhundertealte Tradition mit starren Rollen. Freiwillige Feuerwehren funktionieren in jedem Dorf nach dem selben Muster und die Governance in Genossenschaften ist in Gesetzen, Statuten und Geschäftsordnungen geregelt. Ich würde mal als Gegenthese in den Raum stellen, dass bewährte Muster sich auch fortpflanzen dürfen und nicht immer neu ausverhandelt werden müssen. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/FreFairLebendigHelfrich.jpg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/FreFairLebendigHelfrich.jpg?itok=sQk4jQ_o" width="194" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/IMG_20190603_123859.jpg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/IMG_20190603_123859.jpg?itok=rI1_wlq5" width="169" height="300" alt="" /></a></figure></div></div> Sat, 25 May 2019 12:00:52 +0000 ras 625 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/vokabular-fuer-das-gemeinsame-tun#comments Peter und Paula https://alton.at/roland/rolog/peter-und-paula <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Der Architekt und Künstler Angeolo Roventa stellte zur Handwerk+Form Ausstellung im Oktober 2018 in Andelsbuch neben den Kirchturm einen zweiten Turm aus Baumstämmen. Der neue, vorübergehend errichtete Turm, soll ein deutliches Zeichen für die Gleichstellung zwischen Mann und Frau bilden. Peter und Paula bekommen ein Symbol. Frigga Haug hat mit der Vier-in-Einem Perspektive ein Lebensmodell entwickelt, mit dem sich Gleichstellung und ein erfülltes Leben erzielen lässt. Der Schlüssel liegt bei ihr darin, die vier Lebensbereiche Erwerb, Sorgearbeit, Kultur und Engagement als gleichwertig zu betrachten. Mehr dazu hier. Bei Jean Baudrillard ist es genau der Doppelturm, der die eigentliche Bedeutung eines einzelnen Turms überblendet. Die Verdoppelung ist ein besonders starkes Signifikat, das den Signifikanten auslöscht. In seinem Buch "Der symbolische Tausch und der Tod" hat er 1976 das doppeltürmige World Trade Center als ultimatives Symbol des Kapitalismus beschrieben, das 2001 zum Einsturz gebracht worden ist. Doch nur kurz hat die Erde gebebt. Wenn Peter und Paula nicht mehr beieinander stehen, wird die Gleichstellung wieder aufgehoben sein. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/IMG_20181014_131812.jpg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/IMG_20181014_131812.jpg?itok=LKJu-v4r" width="300" height="169" alt="" /></a></figure></div></div> Fri, 19 Oct 2018 11:39:04 +0000 ras 613 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/peter-und-paula#comments fairmove https://alton.at/roland/rolog/fairmove <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Initiativen für einen nachhaltigen Lebensstil spriessen in vielen Orten und Regionen aus dem Boden. Aber sie sind nicht so leicht zu finden. Manche sind auf der Karte von morgen eingezeichnet, andere finden sich vielleicht auf der Webseite der Transition-Initiativen und bei Human Connection kann man/frau als Pate aktiv werden. Doch wofür stehen die Plattformen, wer steht dahinter und um welche Ziele geht es? Mit einem klaren Label würde ein gemeinsames Anliegen gleich mitkommunziert werden können. Mit #fairmove haben wir nun einen Kandidat für eine Bezeichnung, die lokal und global das leisten könnte, was "occupy" zur Bankenkrise geschafft hat: dem kollektiven "Wandeln"&nbsp; einen universell verständlichen Namen geben. "Buen vivir", abgeleitet vom indogenen "Sumak kawsay" ist ein ähnlicher Versuch für eine gemeinsame Bezeichnung, funktioniert aber nicht besonders gut im angelsächsischen oder deutschen Sprachraum. Weshalb sind die derzeit verwendeten Begriffe nicht ideal? Wandel, Transition oder Change funktionieren zwar in einschlägigen Communities, aber schlecht in der Aussenkommunikation, weil jede/r unter diesen Begriffen was anderes versteht. Degrowth ist schwer aussprechbar und die Gemeinwohlökonomie wird in jeder Sprache anders übersetzt - und die Webseite heisst nochmals ganz anders. Und wenn man vor einem Gemeinschaftsgarten steht, gibt es mitunter gar keine Tafel. Die Bezeichnungen sind zwar recht originell, wie etwa "Gemeinschaftsgarten Glückliches Gemüse" - aber eben solitär. Da tun wir uns schwer, im Strom der Marken und Lebensstile als Leuchttürme für ein "Gutes Leben für alle" sichtbar zu sein. Ich habe von 2014 bis 2018 ein dutzend Netzwerktreffen von Nachhaltigkeits-AktivistInnen in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland besucht. Dort bildete sich meist eine Arbeitsgruppe zum Wunsch, gemeinsam "lauter" auftreten zu wollen und für Wandelbewegte und die Politik besser sichtbar zu werden. Ich arbeitete mit ihnen an einem Branding - Prozess in mehreren Zyklen. Bei den Workshops auf der Degrowth Konferenz 2014 in Leipzig und bei der Solikon 2015 in Berlin gab es keine klaren Ergebnisse. 2016 hatten wir in Zürich eine Zwischenetappe erreicht: FairLife war schon besetzt, also probierten wir es mit FairVita. Wir haben eine Webseite und prototypische Nutzungsregeln entworfen. Doch es klang zu sehr nach Kosmetik. 2017 entwickelte Christian, ein Masterstudent im Studiengang InterMedia an der FH Vorarlberg eine weitere Variante mit "MoveFair". Als Symbol wählte er die Spirale, inspiriert vom aufgehenden Farn. Damit fuhren wir zu Pfingsten 2018 zum Makers4Humanity Treffen an einem ehemaligen Bergbauwerk in Nordostdeutschland. In den Präsentationsfolien zeigte ich unter anderem einige Beispiele für gelungene Markenentwicklungen im Nachhaltigkeitssektor. Roman warf ein, dass wir etwas ähnliches wie die Redewendung "das war ein good move" in die Welt setzen könnten. Da lag "fairmove" auf der Zunge - und wurde vor Ort gleich ausprobiert. Das Feedback einige der 140 anwesenden Weltverbesserer war ermutigend - vor allem auch jener, die sich schon lange mit Medien und Kommunikation beschäftigen. Spontan organisierten wir ein Fotoshooting - und Leute stellten ihren "fairmove" in einer Pose dar. Welche Kriterien haben wir angewendet? Hier die Eigenschaften einer guten Bezeichnung, zusammengetragen aus diversen Quellen und wie ich sie an der FH Vorarlberg unterrichte: bezeichnet, worum es geht (und zwar nicht nur für Insider!) guter Klang universell verwendbar international verwendbar (auch "exportierbar") mit einem regionalen oder funktionalen Zusatz versehbar (zB fairmove Philosophiecafe Kufstein oder fairmove Servicestelle Österreich oder fairmove FoodCoop Wieden) auch in anderen Sprachen zumindest auszusprechen oder sogar verständlich (zB mit lateinischen Wurzeln) schmeckt oder riecht vielleicht sogar nach etwas oder hat was mit einer Bewegung / einem Körperteil zu tun ist keine Abkürzung kurz und bündig oder sprechend (muss nicht unbedingt aus Hauptwörtern bestehen - Beispiel "ja natürlich") Die nächsten Schritte in diesem Prozess wären, Anwendungsbeispiele aufzuzeigen und Nutzungsrichtlinien zu erstellen. Am einfachsten ist es, #fairmove als Hashtag in Sozialen Medien zu verwenden. Als Zusatz zu bestehenden Bezeichnungen kann der Zugehörigkeit zu einer Gesinnung Ausdruck verliehen werden. Und wer für eine Initiative noch keine Bezeichnung hat, kann diese einfach "fairmove Gemeinschaftsgarten Mayrhofen" nennen und verwendet das grafische Erscheinungsbild von fairmove, das es noch auszuarbeiten gilt. Ob und wie auch Unternehmen das fairmove Label nutzen können oder sollen, das gilt es noch zu diskutieren. Prinzipiell wäre es wohl begrüssenswert, wenn auch Teile der Wirtschaft sich zur fairmove Bewegung bekennen, wenn sie nach deren Werten handeln. Einen eigenen fairmove Wertefächer auszuarbeiten, wäre wohl ein jahrelanger, aufwändiger Konsensierungsprozess. Alleine zu klären, welche Institutionen oder Nachhaltigkeitsinitiativen hier mit beteiligt werden sollen, verlangt Ausdauer. Nutzungsrichtlinien könnten daher zu Beginn als vorläufige "Beta-Version" offen und einfach formuliert werden. Hier ein erster Versuch in einem Satz: Jede/r darf die fairmove Bezeichnung nutzen, der/die nicht konträr zu den SDGs und Menschenrechten der Vereinten Nationen, der Gemeinwohlökonomie oder ähnlichen nachhaltig orientierten Wertefächern handelt. Welche Wertefächer das sein könnten, dazu haben wir 2017 in einer Arbeitsgruppe in Wien eine brauchbare Sammlung zusammengestellt.&nbsp;&nbsp; Für den Fall, dass fairmove in ganz anderen Kontexten - etwa im Motorsport - genutzt werden würde, könnte man ein mehrstufiges Abmahnverfahren vorsehen, um einer Verwässerung des Begriffs vorzubeugen. Die Nutzungsbedingungen könnten in einer Vereinbarung ähnlich den Creative Commons Lizenzen formuliert werden. Ebenso könnte das Label #fairmove in mehreren Stufen sichtbar gemacht werden. Neben der einfachen und unkomplizierten Form für Privatpersonen oder Initiativen könnten Organisationen oder Unternehmen angeboten werden, das #fairmove Label zu nutzen, wenn sie einmal jährlich an einem Peer-to-Peer Audit teilnehmen, oder - noch eine Stufe höher - sich extern auditieren lassen, ähnlich wie es die Gemeinwohlökonomie vorsieht, um zu einer Gemeinwohlbilanz zu kommen.&nbsp; Es gibt also schon zahlreiche Überlegungen, wie fairmove eingesetzt werden könnte. Doch passt dieser Slogan tatsächlich als Meta-Label? Wie führen wir diesen Prozess weiter? Zunächst soll in einer kleinen Gruppe nochmal die Zielsetzung und die Anwendungsfelder eines komplementären Meta-Labels überprüft werden. Dann wären einige mediale Grundlagen zu schaffen, also eine Webpräsenz, die fairmove erklärt und wie es angewendet werden kann.&nbsp; In einem weiteren Schritte wären die Stufen, dem Weg zu den einzelnen Stufen, deren Darstellung und allfällige Anerkennungsmechanismen auszuarbeiten.&nbsp; Zur weiteren Koordination wurde ein öffentlicher Chat - Kanal und ein Board für gemeinsame Notizen eingerichtet. Es ist freilich kein Zufall, dass sich "fair" quasi als Vorsilbe schon mehrfach bei Namensprozessen bewährt hat, etwa bei fairkom, die u.a. Internet Cloud Dienste anbieten und wo ich mit im Vorstand bin. Die Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten von fairmove ist gross. Von der solidarischen Landwirtschaft, über Repair Cafes bis zu zukunftsweisenden Investitionen in eine leistbare Wohn - Zukunft. Der Aspekt der Fairness und Nachhaltigkeit wäre mit fairmove sichtbarer. Die "Siedlung Kalkbreite" in Zürich, eine von mehreren Mehrgenerationen-Wohnprojekten wurde kooperativ geplant, gebaut und besiedelt. "Wir haben das realisiert, wovon die Politik mit der 2000 Watt Gesellschaft nur redet" meint Fred, einer der Mitinitiatoren der Siedlung und Teilnehmer am Labelfindungsprozess in der Schweiz. Architekten aus ganz Europa kommen und staunen. Aber es gibt noch passende Bezeichnung, welche diese selbstorganisierte, kooperative Bewegung, die Triebfeder gut beschreibt. Manche sagen zu den Initiatoren "die neuen Wilden", weil einige der Zürcher Subkultur zuzuordnen sind. Die Bezeichnung&nbsp; "fairmove Mehrgenerationenhaus Kraftwerk1", würde mit dem Meta-Label im Namen neben der Idee des "Cluster-Wohnens" auch die Klima- und Menschenfreundlichkeit mit transportieren. Also das Label "fairmove" soll dort ergänzend wirken, wo die ethisch-nachhaltige Ausrichtung in der Bezeichnung schwer erkennbar ist. &nbsp; Weitere Anwendungsfelder, wo fairmove passt und wo nicht, müssen einfach ausprobiert werden, etwa in Sozialen Medien als Hashtag. Also dann mal los! Wir sind #fairmove! &nbsp; &nbsp; </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/fairmover_rotated2.jpg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/fairmover_rotated2.jpg?itok=xrOoiBfS" width="225" height="300" alt="" title="fairmove Fotosession beim Makers4Humanity Meeting" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/inlinebilder/FairMove1.gif"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/inlinebilder/FairMove1.gif?itok=uoHpIXKn" width="300" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/FairMove2.gif"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/FairMove2.gif?itok=hZ4St773" width="300" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/FairMove3.gif"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/FairMove3.gif?itok=8E2-z7o_" width="300" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/FairMove4.gif"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/FairMove4.gif?itok=0V2XjqEx" width="300" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/FairMove5.gif"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/FairMove5.gif?itok=AIfy_DEH" width="300" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/FairMove6.gif"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/FairMove6.gif?itok=EUt42w5-" width="300" height="300" alt="" /></a></figure></div></div> Sun, 03 Jun 2018 19:52:18 +0000 ras 609 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/fairmove#comments Hurrah - wir sind Kulturnation!! https://alton.at/juliane/julog/hurrah-wir-sind-kulturnation <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Zum "Kulturkapitel" des Regierungsprogramms Schon im ersten Absatz schwankt das Bekenntnis zur öffentlichen Förderung von Kunst und Kultur hin zur Unterstützung privater Stiftungen und Vereine. Dabei ist im Kunstförderungsgesetz klar die Aufgabe des Bundes definiert: Das künstlerische Schaffen und seine Vermittlung zu fördern. Gefördert werden können nur vom Bund verschiedene Rechtspersonen (Einzelpersonen, Künstlergruppen, Vereine, Stiftungen - egal). Mehr ist dazu nicht zu sagen. Die Zieldefinitionen des Regierungsprogramms geben zu denken: 1. Schaffung klarer und einheitlicher strategischer Schwerpunkte für das Kulturland Österreich in enger Abstimmung mit den beteiligten Gruppen Wie geht das mit der Freiheit der Kunst zusammen? Wenn ein Schwerpunkt festgelegt ist, was heißt das für die Kunstproduktion außerhalb des Schwerpunktes? Da werden Steuerungsphantasien deutlich, die mit der Kunstfreiheit in Wirklichkeit unvereinbar sind. Foto: Glasobjekte von Eva Moosbrugger 2. Förderung österreichischer Kunst und Kultur mit besserer Planbarkeit und klarer Ergebnisorientierung – weg vom Gießkannenprinzip Planbarkeit für wen? Für den Fördergeber? Denn Planbarkeit für die Fördernehmer/innen ist leicht zu erreichen: Klare fristen für Einreichung und Zu- bzw. Absage, klare Regelungen (auch terminliche) für die Auszahlung und Abrechnung. Mehrjährige Förderverträge, wo es sinnvoll erscheint. Was heißt Ergebnisorientierung? Dass ein Film produziert wird, wenn für ein Filmprojekt eingereicht wurde? Solche Selbstverständlichkeiten müssen nicht festgelegt werden, kann es also um ein festzulegendes inhaltliches Ergebnis gehen? Von wem wird das festgelegt? Betreffend Transparenz der Förderungen: Die Kulturförderungen von Bund und Ländern sind transparenter als jeder andere Förderbereich. In den Kultur- und Kunstberichten kann ein Reisekostenzuschuss an eine namentlich genannte Person von 42,20 nachgelesen werden, meistens ausreichend zeitnah. Hingegen gibt es in anderen Bereichen (z.B. Wirtschaftsförderung) eine Menge Nachholbedarf. Erstaunlich, dass mit einem solchen Passus die Unkenntnis der Situation so deutlich gezeigt wird. 3. Einfache Strukturen, klare Kompetenzen und weniger Bürokratie für die Kultureinrichtungen des Bundes Haben die Ersteller des Regierungsprogramms die einschlägigen Gesetze gelesen? Bundestheater und Bundesmuseen haben je eigene Rechtspersönlichkeit als GmbHs und Körperschaften öffentlichen Rechts mit ihrem jeweiligen kulturpolitischen Auftrag und den vereinbarten Basisabgeltungen. Es gelten die allgemeinen Rechtsvorschriften (z.B. die kaufmännische Sorgfalt) und klare Verantwortlichkeiten. Das ICG-Weißbuch für die Bundesmuseen greift vor allem eine Problemlage auf: Dass einzelne Museen (v.a. die Albertina und zeitweise die Österreichische Galerie Belvedere) ihre eigentliche, definierte Aufgabe vernachlässigt haben und mit Blockbuster-Ausstellungen dem Magnet „Kunsthistorisches Museum“ nacheiferten. 4. Das Gedenkjahr 2018 als gemeinsames Projekt für das ganze Land etablieren Wir sind gespannt! 5. Kinder und Jugendliche für Kunst und Kultur begeistern Ja, das versuchen viele, und es gelingt auch einigen. Der Maßnahmenkatalog lässt zentralistische Steuerungsgelüste erkennen: Wir wollen uns gemeinsam auf klare Leitbilder für die Weiterentwicklung unserer Kunst- und Kulturlandschaft verständigen. Geht es da um inhaltliche Leitbilder? Also um eine Art "Leitkultur"? Oder um strukturelle Steuerung? Doch die wird hier beschrieben: Schaffung einer Kunst- und Kulturstrategie, übergreifend über alle Gebietskörperschaften und alle Ebenen der öffentlichen Verwaltung unter enger Einbindung aller Gruppen [...] Bessere Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden, klare Kompetenz- und Aufgabenteilung sowie strategische Kohärenz sicherstellen; Doppelgleisigkeiten vermeiden. Die Aufgaben und Zuständigkeiten sind gesetzlich klar geregelt, zunächst einmal in den Kompetenz­artikeln der Bundesverfassung, wo dem Bund die Zuständigkeit für die Bundesmuseen und Bundestheater zugeordnet sind und alle anderen Aufgaben, z.B. jene der Kulturförderung den Ländern vorbehalten ist. Die Gemeinden fördern im eigenen Interesse Kunst und Kultur, haben aber keine Verpflichtung dazu. Der Bund hat sich über seine Aufgabe als Erhalter der Bundeseinrichtungen hinaus 1988 selbst dazu verpflichtet, das künstlerische Schaffen und seine Vermittlung zu fördern und die dafür notwendigen Mittel bereit zu stellen. Das ändert nichts an der grundsätzlichen Zuständigkeit der Länder. Wenn der Bund alle „eng einbinden“ will in eine Bundesstrategie, wird es wohl intensive Reibungsflächen geben. Mit einem regelmäßigen Kultur-Dialog: Austausch von Kulturschaffenden und deren Interessenvertretungen mit Ministerien- und Ländervertretern wird eine Idee des vormaligen SPÖ-Kunststaatssekretärs Wittmann wieder belebt. Viel mehr als eine Gesprächsbasis zu pflegen und dann und wann Dampf abzulassen, hat der Dialog damals nicht bewirkt. Die eigentliche Arbeit geschah in der Gruppe (u.a. mit Gerhard Ruiss), die das damalige Kulturweißbuch erarbeitete. Schön, dass die Kultur im Rahmen der EU-Präsidentschaft eine Rolle spielen soll, das war schon immer so. Interessant wäre es, die Rolle ohne Scheuklappen zu überlegen. Den Denkmalschutz zu verbessern steht durchaus an: Erhaltung des baulichen Erbes im Eigentum der Republik und Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes in Österreich [...] gleichzeitig richtige Rahmenbedingungen für innovative Neubauten schaffen. Ob dafür eine Eingriffsmöglichkeit des Bundes in die Bau- bzw. Raumordnung notwendig ist, darf hinterfragt werden. Auch da schimmern Allmachtsphantasien durch, denn Raumordnung ist klar Ländersache – neben der Kulturförderung eine der zentralen Befugnisse der Länder. Sonst ist der Regierung die Einhaltung völkerrechtsverbindlicher Staatsverträge&nbsp; auch nicht so wichtig, man denke an die Genfer Flüchtlingskonvention. Das Vorhaben der Entbürokratisierung der Vorschriften des Denkmalschutzes für private Bauherren und Beseitigung von Rechtsunsicherheiten, um Eigentümer von Bausubstanz, die als schützenswert gilt, auch serviceorientiert bei ihrer Aufgabe zu unterstützen ist grundsätzlich berechtigt. Tatsächlich besteht hier eine Schwierigkeit: Die Auflagen des Denkmalamtes sind oft sehr teuer, Mehrkosten werden nur zu einem Bruchteil an private Eigentümer refundiert. Es ist deshalb nicht unbedingt vorteilhaft, ein denkmalgeschütztes Objekt zu besitzen, weshalb sich wehrt, wer kann, wenn ein Objekt unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Eine Bundeseinrichtung zum zentralen Ankauf von wichtigen Kunst- und Kulturobjekten klingt interessant, auch wenn dies grundsätzlich durch die Bundesmuseen, die ja wissenschaftliche Einrichtungen sind geschehen sollte – und mit der notwendigen finanziellen Ausstattung auch möglich wäre. Als besonderes Anliegen darf die Förderung österreichischer Kunst und Kultur mit besserer Planbarkeit und klarer Ergebnisorientierung gelten, deshalb Österreich-Quote im ORF. Diese uralt-Forderung wurde von der letzten schwarz-blauen Regierung auch schon nicht umgesetzt. Im Film- und Doku-Bereich gibt es Instrumente, eine entsprechende Produktionstätigkeit zu entfalten (Film-/Fernsehabkommen). Im Musikbereich wird der Kulturauftrag auf den Sender Ö1 abgeschoben. Die Schwierigkeit besteht darin, einerseits den ORF zugunsten von privaten Medienunternehmen finanziell schwächen zu wollen und ihm gleichzeitig entsprechende Verpflichtungen auf zu erlegen, denn: Ganz ohne öffentliche Teilfinanzierung wird es nicht möglich sein, österreichische Identität in den Medien auf Dauer zu sichern. Ob eine Neudefinition des Begriffes „öffentlich-rechtlich“ hilfreich ist, darf bezweifelt werden. Es geht darum, dass nicht nur der ORF Angebote in öffentlich-rechtlicher Qualität bereit stellt, aber nur er die dafür mehr oder weniger geeigneten Rahmenbedingungen vorfindet. Und schon wieder wird das Gießkannenprinzip schlecht gemacht. Der Gießkanne verdanken wir einen guten Teil der Artenvielfalt im kulturellen Biotop. Und damit auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber prekärer werdenden Lebensbedingungen. Auch hier lässt das vorliegende Regierungsprogramm an zentral gelenkte „Staatskunst“ denken. Den ländlichen Raum durch Kultur zu stärken, haben sich schon seit langem die Kulturinitiativen zur Aufgabe gemacht, welche mit Hilfe ihrer Interessenvertretungen auch eine stete Ausweitung ihrer strategischen Arbeit mit ländlichen Gemeinden bestreiten. Die Kulturinitiativen standen schon oft als wichtige und besser zu fördernde Kultureinrichtungen in Regierungsprogrammen. Geschehen ist das nie, schon gar nicht mit der letzten schwarz-blauen Regierung, die das auch angekündigt hatte. Ob das etwas mit der Eigenständigkeit und teilweisen strukturellen Querköpfigkeit dieser zivilgesellschaftlichen Errungenschaften zu tun hat? Dass Kinder und Jugendliche sich bereits in Kindergarten und Schule mit Kultur auseinandersetzen, wurde von der vormaligen ÖVP-Kulturministerin Elisabeth Gehrer wesentlich erschwert, weil sie musische Schulstunden abschaffte, um Geld zu sparen. Die sonstigen Maßnahmen werden von den Künstler/innen selbst, meistens mit Unterstützung von Kulturkontakt, verwirklicht. Man darf gespannt sein, ob Kulturkontakt ungestört weiter arbeiten darf und entsprechend finanziell ausgestattet wird. Eine Schule, die ihre Schüler/innen ernsthaft in er Auseinandersetzung mit Kultur und Kunst fördert, muss wohl eine integrierte Ganztagesschule sein, also jene Schulform, der die schwarz-blaue Regierung eine Absage erteilt. Oder werden künftig Deutsch- und Mathestunden durch z.B. Instrumentalunterricht ersetzt? In einer integrierten Ganztagesschule spielen Musikschulen, Sport- und Kulturvereine eine wichtige Rolle und kümmern sich um das genannte Anliegen. Zusammenfassend sehe ich in diesem Kapitel des Regierungsprogramms kaum wichtige Anliegen der Kunst- und Kulturschaffenden aufgegriffen. Dazu fehlte den Verfassern möglicherweise ein Stück Sachkenntnis. Auch wird ein Hang zu Allmachtsphantasien sichtbar. Plötzlich greift der Bund in Länderkompetenzen ein, es klingt fast nach Staatskunst. Zuversichtlich stimmt das Kulturkapitel des Regierungsprogramms nicht. </div></div></div> Fri, 22 Dec 2017 14:46:55 +0000 juliane 603 at https://alton.at https://alton.at/juliane/julog/hurrah-wir-sind-kulturnation#comments Digitaler Tausch mit der EthifyBox https://alton.at/roland/rolog/digitaler-tausch-mit-der-ethifybox <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Wer im Internet unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Völlig anonym eBooks, Musik und Videos tauschen kann man jedoch während der Ausstellung "Who Pays" bis 21.5.2017 im Kunstmuseum Liechtenstein. Mittels PirateBox Technologie wird ein eigenes WLAN "EthifyBox" erzeugt, das nicht ins Internet verbindet, sondern nur auf einen lokalen Speicher. So lassen sich mit jedem Smartphone Dateien hoch oder herunterladen oder es kann auch gechattet werden. Es werden keine Logfiles mitgeschrieben, niemand hinterlässt Datenspuren, ausser was man selbst an Inhalten beiträgt. Die EthifyBox habe ich schon 2014 gebaut und verwende sie gerne bei Events oder Ausstellungen. Danke an das Team vom Symbiose Verein für die Bespielung dieses tollen Pop-Up Sharing Stores samt Kiosk und die Einladung, Teil eines Raumes zu sein, in dem Fragen zur Ökonomisierung unserer Lebenswelten gestellt werden. Am 20.4.2017 (nicht am 6.4.) mache ich im Kunstmuseum Liechtenstein einen Workshop zu FairCoin (ab 14:30)&nbsp; und um 19 Uhr einen Vortrag zur Open Source Business Kultur. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/BeschriftungEthifyBox.png"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/BeschriftungEthifyBox.png?itok=nE3PCm2n" width="212" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/EthifyBoxKunstmuseumLiechtenstein2017.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/EthifyBoxKunstmuseumLiechtenstein2017.JPG?itok=q6J94-rC" width="300" height="200" alt="" title="EthifyBox bei der Tauschstation" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/IMG_20170223_181725.jpg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/IMG_20170223_181725.jpg?itok=0cTRJfxP" width="300" height="225" alt="" /></a></figure></div></div> Sat, 25 Feb 2017 09:04:20 +0000 ras 594 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/digitaler-tausch-mit-der-ethifybox#comments "Verliehen für die Flucht vor den Fahnen" - Rede zur Präsentation https://alton.at/juliane/julog/verliehen-fuer-die-flucht-vor-den-fahnen-rede-zur-praesentation <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Erinnern Sie sich, geschätzte Damen und Herren, wie dieses Stückchen Stadt ausgesehen hat, bevor das Denkmal für die Verfolgten der NS Militärjustiz errichtet worden ist? Sie sind alle hin und wieder da vorbei gegangen, nehme ich an. Es war ein unauffälliger, schmuck­loses Ort. Manchmal parkten Autos da. Fand eine Demonstration in der Nähe statt, lagerten hier Tretgitter der Polizei. Leute mit einem Blick für Architektur mögen sich gefragt haben, warum der Volksgartenzaun dieses Eck aussparte. Mit der Errichtung des Denkmals hat sich das geändert. Dieses Stückchen Stadt hat eine Bedeutung bekommen. Es ist nicht mehr eine unerklärliche Nische, es ist ein öffentlicher Raum, den wir nicht mehr nur zum Durchqueren oder zum Parken verwenden. Das Denkmal ist ein Ziel, wo Menschen hingehen - um sich das Denkmal anzuschauen - um auf das Denkmal hinauf zu steigen - um die Tafeln zu lesen und sich zu vergewissern - oder einfach um hier eine Jause zu verzehren. Und da das Denkmal der Sockel ist, auf dem wir die fehlenden Figuren darstellen, sind alle, die schon einmal hinauf gestiegen sind, Teil des Denkmals. Und damit beteiligen sich alle an der Diskussion des Themas, dem das Denkmal gewidmet ist: Den Verfolgten der NS-Militärjustiz – auch ihren Nachkommen und in weiterer Folge uns allen. Beteiligt sind auch diejenigen, die den Zweck des Denkmals hinterfragen oder sich dagegen stellen – hier an diesem Ort. Denn diejenigen, die sich viele Jahre lang um die Errichtung bemüht haben, und diejenigen die froh sind, dass es dieses Denkmal endlich gibt, würden sich für diesen öffentlichen Ort und die ihm zugewiesene Bedeutung einsetzen und dabei viel Unterstützung erhalten. So ist etwas Wertvolles gelungen. Nachdem die zeithistorischen Daten zusammen­getragen worden sind, nachdem Gerichte Urteile gesprochen haben, nachdem eine Vielzahl von Auseinandersetzungen zu geschichtlichen Fragen und zu einzelnen Per­sönlichkeiten stattgefunden haben und nachdem schließlich das Parlament die notwendigen Gesetze zur Rehabilitierung der Deserteure verabschiedet hat: Es ist gelun­gen, eine weithin akzeptierte Sichtweise eines Stücks gemeinsamer Ge­schichte zu erarbeiten und ein einprägsames Bild dafür zu finden. Eines von vielen möglichen Bildern. Und die dazugehörige moralische Auffassung. Heinz Fischer hat das anlässlich der Eröffnung so ausgedrückt, jedenfalls ist das meine Erinnerung an seine Rede: Wir können nicht wissen, was wir in der Situa­tion eines Wehrmachtsoldaten getan hätten. Aber wir wissen, was wir hätten tun sollen. Das Buch, das wir Ihnen heute präsentieren, setzt das Ansinnen fort, an einer gemeinsamen, weithin akzeptierten Sichtweise der Geschichte zu arbeiten. Und damit die Voraussetzung für ein gutes, gedeihlichens Miteindander in einer Stadt, in einem Staat – kurz in einem Gemeinwesen zu schaffen. Denn wenn es keine Gemeinsamkeit gibt (…) dann entstehen Feindbilder, schreibt Markus Muliar in seinem Beitrag im Buch. Wenn nicht geklärt und weithin akzeptiert ist, was das Richtige zu tun gewesen wäre, kann jedeR das Richtige für sich und seine Gruppe reklamieren. Damit schiebt er gleichzeitig das „Falsche“, eine „Schuld“ einer anderen Gruppe zu. So lebten nicht nur in meiner Heimat Vorarlberg ganze Talschaften entzweit durch gegensätzliche Sichtweisen der Geschichte des 2. Weltkriegs. Mühsam ist es da und dort gelungen, sich auf der Basis von Geschichtswerkstätten einander anzunähern und historische Fakten, gerade die lokal bedeutsamen, anzuerkennen. Oft hat das Schaffen von einem öffentlichen Raum mit einem Gedenkzeichen - auch die Auseinandersetzungen darum - dazu beigetragen, manchmal auch ein Buch. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, nur wenn die genützt wird, kann das gelingen. Das Buch ergänzt und erweitert den physischen Raum, den wir heute gewinnbringend nutzen, um einen Gedankenraum. Leserinnen und Leser können eintreten und vielen Spuren folgen. Indem das Buch eine Vielzahl von Annäherungen an das Thema wiedergibt, die aus verschiedenen Richtungen kommen und hoffentlich ein Bild schaffen, das nicht nur für die HerausgeberInnen Geltung hat, gelingt es, ein weiteres Gemeinsames zu schaffen. Das ist zumindest meine Hoffnung. Das Buch versammelt die Reden anlässlich der Übergabe des Denkmals an die Öffentlichkeit. Es sind lesenswerte Reden, die zusammen mit dem Denkmal selbst diesen Platz zu einem zentralen Platz der Republik gemacht haben. Es versammelt Forschungsbeiträge jener, die als HistorikerInnen dazu beigetragen haben, dass das Denkmal hier steht. Das war zähe Arbeit. Im Buch finden Sie Erinnerungen an Deserteure, die von Nachkommen aufgeschrieben wurden. Das ist ein völlig anderer Zugang als jener der HistorikerInnen. Persönliche, subjektive Erzählungen über Personen und deren Geschicke sind ein notwendiger Bestandteil eines umfassenden Bildes, das emotional packt und einen tiefen, kaum hinterfragbaren Eindruck hinterlässt. Die Betrachtungen zum Denkmal schließen das Buch ab. Sie sind aus folgendem Grund wichtig. Sie zeigen, dass auf die Kunst – oder besser auf Künstlerinnen und Künstler Verlass ist. Alle eingeladenen KünstlerInnen haben sich der histo­rischen Einführung oder Instruktion durch Magnus Koch unterzogen, Vera Frenkel in Kanada virtuell. Alle haben ihre Entwürfe persönlich der Jury vorgestellt (Frenkel wiederum virtuell) und waren froh, diese Möglichkeit zu bekommen. Alle haben ernsthafte, starke Projekte vorgelegt und damit die Jury vor eine schwierige und lohnende Aufgabe gestellt. Sich vorab mit den Einreichungen zu beschäftigen und sich dann einen Tag lang gemeinsam mit den Entwürfen auseinander zu setzen, war rückblickend gesehen zwar nicht wenig an Aufwand, der Dichte der Ideen und ihrer Ausformungen aber immer noch nicht ganz angemessen. Die Skulptur Olaf Nicolais ist nicht der einzige Entwurf gewesen, der hier stehen könnte. Man kann sich fragen, woher Künstlerinnen und Künstler die Kraft nehmen, die sich in ihren Arbeiten ausdrückt. Ich möchte sagen, sie holen sie sich mitten aus der Gesellschaft und geben sie dorthin auch wieder zurück. Olaf Nicolai sagt es im Buch: Österreichische SchriftstellerInnen haben sich schnell an die Aufarbeitung der NS-Geschichte dieses Landes gemacht: H.C.Artmann, Valie Export, Ernst Jandl, Conrad Bayer, Fritz Wotruba... und natürlich Ingeborg Bachmann, die wir im Titel des Buches zitieren. Ohne die Inspiration durch Kunst, die schon da ist, hätte es neu entstehende Kunst um vieles schwerer, eine so große Dichte und Kraft zu erlangen. Das Zurückgeben hat noch einen wichtigen Aspekt: Kunst erobert einfach dadurch, dass sie sich irgendwo festsetzt, öffentliche Räume für die Allgemeinheit zurück, die ja andauernd Gefahr laufen, privatisiert zu werden – sei es auch nur durch parkende Autos oder durch Logos und Banner, die mehr und mehr zudecken. KünstlerInnen gehen hin, besetzen Räume und machen sie wieder öffentlich: Arena, WUK und Kabelwerk; Literaturhaus, vormaliges Punzierungsamt, Filmhaus; Albertina, Theseus Tempel und eben den Ballhausplatz. Öffentliche Räume, in denen ideologische Auseinandersetzungen stattgefunden haben und wohl weiter stattfinden werden, sind meistens gut erforscht und ziemlich sauber. Jegliche Art von Kontaminierung wird aufgearbeitet und saniert. Nichts bleibt unhinterfragt, alles wird ans Licht gezerrt – und das tut gut. Die Kunst mag Dreck als Ausdrucksmittel verwenden, Granit oder Beton, Poesie oder Musik, egal. Soweit sie ernsthaft, unerschrocken und mit Phantasie auf die Kontaminationen trifft und sie aufgreift, wirkt sie. Gemeinsam mit der Forschung, gemeinsam – oft auch gegen die Politik, gemeinsam mit den Betrachter/innen. In diesem Buch, das wäre meine Hoffnung, sind all diese Zugänge und diese Wirkungsweisen, die sich gegenseitig verstärken können, zwischen die Buchdeckel gepackt. Und deshalb ist es hoffentlich ein wirksames Reisegepäck. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/Deserteursbuch-Foto.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/Deserteursbuch-Foto.JPG?itok=3oHE35in" width="300" height="225" alt="" /></a></figure></div></div> Sun, 25 Sep 2016 16:15:20 +0000 juliane 592 at https://alton.at https://alton.at/juliane/julog/verliehen-fuer-die-flucht-vor-den-fahnen-rede-zur-praesentation#comments Wildwuchs https://alton.at/juliane/julog/wildwuchs <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Wildwuchs Für Wildwuchs gibt es seit einiger Zeit eine Belohnung. Was unserer Elterngeneration der Blumenschmuckwettbewerb war – viele Blumenkisten an Fenstern und Balkonen mit viel Substral – das ist uns jetzt der Naturgarten: prämiert mit einer Plakette, die dem Gärtner und der Gärtnerin bescheinigt, ihn naturnah zu bewirtschaften. Vielleicht ist bewirtschaften das falsche Wort: Wer wenig Zeit hat für den Garten und trotzdem für ein Stück Grün verantwortlich ist, dem bleibt nicht viel anderes übrig, als einen Naturgarten zu gestalten. Was geschnitten wird, bleibt im Garten liegen – hoffentlich etwas zerkleinert. Was sich an Laub, Holz oder Steinen ansammelt, bleibt ebenfalls in Haufen liegen. Igel und Eidechse freut das. Was sich an Gebüsch ansiedelt, wird akzeptiert und (mühsam) im Zaum gehalten. Hartriegel, Holunder und vielleicht auch eine Kornelkirsche kommen von selber und bieten wunderbares Vogelfutter. Der Haselnussstrauch wird nur oberflächlich abgeerntet, für weitere Feinspitze wie Eichhörnchen oder Gartenschläfer bleibt genug hängen und liegen. Der Kompost wird nicht so oft umgesetzt, Blindschleichen nehmen dort ihre Wohnstatt. Was lang und üppig blüht, ohne viel Pflege zu benötigen, ist willkommen: Mohn, Borretsch, Beinwell, Rucola, Bormbeeren (meine sind immerhin stachellos) und Himbeeren. Das freut die Bienen, die schon im März ihr erstes Futter an der Kornelkirsche findet, die ist viel besser als die Forsythie, welche bis heute viele Gärten schmückt, von den Bienen aber nicht genutzt wird. Apfelbaum – bei uns ein alter Gravensteiner Hochstamm, der schon im Juli reift – , Kiwi und Traube machen auch nicht viel Arbeit, stiften aber nicht nur für die Menschen Nutzen. Natürlich bleibt auch der „Rasen“ oft lange stehen: Gänseblümchen, Klee und kleine blaue Nesseln blühen. Wem nach etwas Bewegung ist, nimmt den Handmäher und sportelt sich durch das hohe Gras. Und das Unkraut? Das will Wildkraut genannt werden und muss nicht mehr „sauber“ gejätet werden. Meine Mutter sagt: Wovon du zu viel hast, das iss! Also, Giersch in den Salat – schmeckt würzig und frisch. Alles würde ich wohl nicht essen wollen, was da so wächst. Aber das Löwenzahnstechen macht Sinn, wenn im Frühjahr der Salat noch knapp ist. Und jetzt habe ich meine Belohnung für „faules Gärtnern“ bekommen: Die Naturgartenplakette. Info: www.faktornatur.com </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/Natur-im-Garten.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/Natur-im-Garten.JPG?itok=Fdc1nd2e" width="300" height="225" alt="" /></a></figure></div></div> Sat, 06 Aug 2016 18:05:38 +0000 juliane 589 at https://alton.at https://alton.at/juliane/julog/wildwuchs#comments Region Vorarlberg als Kulturhauptstadt? https://alton.at/roland/rolog/region-vorarlberg-als-kulturhauptstadt <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Meine Begeisterung für den Vorschlag, eine Kulturregion Rheintal nach den üblichen Vorbildern Ruhr oder Graz hält sich in Grenzen. Vor allem wenn mit den Fördermitteln schlussendlich doch Gebäude gebaut werden, die dann ewig erhalten werden müssen. Besser das Schaffen an sich fördern? Der Kulturbegriff ist ja wieder einmal gerade total im Umbruch, da geht es nicht mehr um Schönes, auch nicht um Provokantes, sondern um das Leben jedes Einzelnen: wie kann dies zu einem Gesamtkunstwerk gelingen: Balance finden in Erwerb, Reproduktion, Kulturarbeit und Engagement. Beispiele gibt es auch in Vorarlberg dazu zahlreiche, doch die Kultur scheint sie (noch) nicht zu sehen. Diese wären vor den Vorhang zu holen oder besser: wir sollten neugierig auf diese Menschen zugehen. Susanne Bosch hat dies mit ihrem Kunstprojekt "Das Mögliche im Sein" im Vorfeld der Tage der Utopie 2015 gewagt. Da entstand nicht nur eine Medieninstallation mit 100 Lautsprechern, sondern nun auch eine Radioreihe bei Radio Proton. Da bin ich übrigens stolz, einer jener zu sein, die portraitiert worden sind. &nbsp; </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/Kulturhauptstadt2024Vorarlberg.png"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/Kulturhauptstadt2024Vorarlberg.png?itok=tzel09uD" width="300" height="175" alt="" /></a></figure></div></div> Fri, 11 Dec 2015 14:58:35 +0000 ras 578 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/region-vorarlberg-als-kulturhauptstadt#comments Stella Preisverleihung für Brigitte Walk - Laudatio https://alton.at/juliane/julog/stella-preisverleihung-fuer-brigitte-walk-laudatio <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Es ist mir eine Ehre und große Freude, liebe Brigitte, geschätzte Künstlerinnen und Künstler, meine Damen und Herren, heute eine Lobrede für Brigitte Walk zu halten. Wir kennen Brigitte als Schauspielerin, eine Regisseurin, eine Theaterpädagogin. Auch als Produzentin und Veranstalterin, viele kennen sie auch als Lehrerin. In Vorarlberg aber ist Brigitte Walk eine Erscheinung. Eine Erscheinung, die zuverlässig, unübersehbar und heftig wieder und wieder auftaucht. Von vielen wird das Auftauchen ersehnt, von manchen auch gefürchtet. Warum viele gespannt und neugierig auf ihre nächste Produktion warten, ist leicht zu verstehen. Nicht umsonst erhält sie heute den Sonderpreis des Vorstands der Assitej, zu dem ich Brigitte Walk an dieser Stelle herzlich gratulieren möchte. Den Vorstand beglückwünsche ich zur gut überlegten Wahl. Brigitte Walk als künstlerische Erscheinung ist immer spannend, ihre Vielfalt groß, die Themenwahl&nbsp; einerseits erwartbar aktuell und andererseits überraschend in der Ausformung. Die Zugrichtung ist klar, die Zuspitzung oft schmerzhaft genau. Ihre Produktionen werden von einer immer noch wachsenden Fangemeinde besucht und diskutiert. Manchmal gelingt es dem Publikum auch, mit einem ihrer Theaterstücke davon zu schweben. So ist es mir mit ihrer aktuellen Produktion gegangen... Ein Musiker, ein Tänzer und eine Schauspielerin greifen Äußerungen der Sammlerin, Verlegerin und Schriftstellerin Gertrude Stein auf und bringen diese zusammen mit dem Publikum zum Schwingen... Warum manche Brigitte Walk als Erscheinung fürchten ist auch nicht so schwer zu verstehen. Es ist dafür aber hilfreich, wenn Sie mich auf einen kurzen Tauchgang in die – durchaus schlammigen – Untiefen des Landes Vorarlberg begleiten. (Ich darf das als Umweltstadträtin sagen, Schlamm kann ja durchaus fruchtbar sein). Vorarlberg war in früher Zeit ein Armenhaus. Die Industrialisierung in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und der einzige Besuch des Kaisers Franz Josef vermochten daran zunächst nichts zu ändern. Auch in den 1930er Jahren und darüber hinaus war Vorarlberg ein Abwanderungsland, in dem dichter katholischer Mief den Blick vernebelte. Franz Michael Felders treffende Schilderungen vom Beginn des 19. Jahrhunderts blieben lange gültig. In den 1960-er Jahren – Brigitte Walk war da schon auf der Welt, in eine große Familie hineingeboren – in den 1960er Jahren äußerte der damalige Kulturamtsleiter Arnulf Benzer im Brustton der Überzeugung, die wahre Kultur sei die Religion. Kino, Theater und dergleichen seien nur das Gerede von der Kultur. Dieses Land ist natürlich durch Zuwanderung und durch die Kultur weltoffener geworden und hat sich in großen Schritten erstaunlich bewegt. In diesem Land in Bewegung ist Brigitte aufgewachsen. Nach ihrer Ausbildung in Wien und Wanderjahren an deutschen, österreichischen und anderen Häusern und freien Gruppen ist sie nach Vorarlberg gekommen mit einem Engagement am Theater für Vorarlberg. Dass es in Vorarlberg nette, interessante und anziehende Leute gibt ist unbestritten, und so kam sie immer wieder zum Arbeiten ins Land, wurde schließlich Anfang der 1990er Jahre mit Familie da sesshaft. Eine Künstlerin braucht – egal wo sie in der freien Szene lebt und arbeitet – viel künstlerische Energie und Zuversicht. Ist sie, so wie Brigitte Walk, Feministin, bekommt die Anstrengung eine weitere Dimension. Eine, die stets den Finger in die Wunde legt, die immer kämpft und niemals schweigt, die immer Partei ergreift für Frauen, für Geflüchtete, für Lehrlinge und viele andere – eine solche Frau wird nicht nur respektiert, sie trifft auch auf Missbilligung und Ablehnung: Weil man ihr kaum widersprechen kann, denn die Fakten sprechen für sich. Lesen Sie den Vorarlberger Kulturbericht, die Förderungen für Einzelpersonen sind nach Geschlecht aufgeschlüsselt. (Noch interessanter wäre eine genaue Betrachtung der Kultureinrichtungen). Dabei hat Vorarlberg Brigitte Walk viel zu verdanken: - Sie und einige wenige weitere Künstlerinnen haben zeitgenössischen Tanz in Vorarlberg eingeführt, den gab es einfach nicht. Sie hat Tanzstücke gemacht, sie hat eine nächste Generation von Tänzerinnen und Tänzern auf den Weg gebracht, sie hat ein Tanzpublikum aufgebaut. - Sie hat am Vorarlberger Landestheater eine Kunstvermittlung und Theaterpädagogik begründet und lange geleitet. Dafür hat sie neben dieser Arbeit und ihren Produktionen eine Ausbildung absolviert (obwohl sie von Natur aus eine begnadete Pädagogin ist. Ich darf das sagen, denn wenn Sie heute verstehen, was ich zu sagen versuche, dann verdanken sie das auch ihr: sie hat mich in Sachen Atmung und Artikulation geschult). - Sie hat als erste Theaterprojekte mit Lehrlingen in Vorarlberg gemacht. Etwas das immer noch bitter nötig aber schwer zu bewerkstelligen ist. - Sie engagiert sich kulturpolitisch: sieben Jahre lang war sie Mitglied im Theaterbeirat des Landes Vorarlberg, sie war Bundeslandvertreterin der IG Freie Theaterarbeit, nicht zu vergessen am heutigen Tag: langjähriges Vorstandsmitglied der Assitej Austria und Jurorin für Stella. Alles neben ihrer freien Theaterarbeit. - Sie hat schon vor vielen Jahren, 2008 wenn ich mich recht erinnere, in ihren Theaterproduktionen mit Flüchtlingen gearbeitet. So hat sie ein interkulturelles Lernfeld für alle Beteiligten geöffnet, das heute umso dringender bespielt werden muss... Ich könnte noch eine Weile fortfahren mit der Aufzählung von Leistungen, doch möchte ich lieber noch meine persönliche Wertschätzung ihrer Arbeit und ihrer Person schildern: - Brigitte Walk nimmt ihre Arbeit ernst und verlangt für sich selbst Respekt, das ist gut so. Kindern und Jugendlichen begegnet sie auf Augenhöhe, gleichzeitig fordernd und empathisch. Sie&nbsp; konfrontiert die Jugendlichen mit Inhalten und Methoden, die diese aufs Äußerste fordern. Das ist den Produktionen auch anzumerken. Das ist etwas Besonderes, denn es entsteht Kunst, nicht einfach pädagogische Projekte. Ich habe Brigitte Walk kennengelernt, als ich für die IG Freie Theaterarbeit tätig war. Sie hatte ein&nbsp; leidiges Problem, das alle freien Theaterschaffenden kennen, für sich mit Phantasie und Sorgfalt gelöst: Das Problem beginnt mit „Gebiet“ und hört mit „kasse“ auf. Ich konnte das damals zur Nachahmung empfehlen. Zuletzt haben wir über viele Jahre einen Büroraum in Feldkirch geteilt. Ich arbeitete für die IG Kultur Vorarlberg, sie nutzte unser Büro mit. Das war gut, wir haben nur leider von dieser Nähe zu wenig Gebrauch gemacht. Aber: Es liegt ja eine Zukunft vor uns. Eine die uns fordern wird, denke ich. Brigitte hat die vor uns liegende Aufgabe ja schon formuliert. In Vorarlberg gibt es etliche Künstler im Theaterbereich, die beträchtliche Förderungen erhalten. Förderungen für Künstlerinnen in diesem Feld bewegen sich alle in Bereichen bei weniger als der Hälfte. Warum? Fragen Sie mich nicht. Aber diese gläserne Decke zu durchbrechen, das ist doch eine lohnende Aufgabe für die nahe Zukunft! Vielen Dank. </div></div></div> Fri, 06 Nov 2015 13:56:54 +0000 juliane 576 at https://alton.at https://alton.at/juliane/julog/stella-preisverleihung-fuer-brigitte-walk-laudatio#comments DELPHI DIGITAL 2015 https://alton.at/roland/rolog/delphi-digital-2015 <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Überwachung? Nicht mit einem völlig autarken Netz. Mit Margot Pilz habe ich ein Update von DELPHI DIGITAL konzipiert, das ich mit Leonhard Alton und Michael Kneidl gerade fertigstelle und diese Woche nach Wien liefere, wo es im MUSA zu bestaunen und zu benützen sein wird. Vor 24 Jahren konzipierten Margot Pilz und ich eine Skulptur zur Ars Electronica 1991. Der Zugang zum Internet war erst das Privileg weniger Wissenschafter. Verschiedene Initiativen betrieben damals Mailboxsysteme, die über Nacht mit Modems Beiträge in Diskussionsforen austauschten. Die Skulptur Delphi Digital war ein Vorbote moderner Suchmaschinen und der Nutzung von Foren: sie erlaubte, Fragen zu stellen, die Antworten kamen von Netzpionieren und NGOs. 2015 heisst unsere Installation "DELPHI DIGITAL enters the Piratebox": Besucher der Ausstellung "Meilensteine" zum Werk von Margot Pilz wählen mit ihrem Smartphone das autonome WLAN Netz "DELPHI DIGITAL" und können über einen Browser Dateien und Nachrichten austauschen, ohne Spuren zu hinterlassen. Materialien der beiden Künstler sowie freie Werke können down­geloaded werden. Zu hören ist etwa ein Beitrag Margot Pilz zur Podiumsdiskussion „Künstliche Kunst“ aus dem Jahr 1988, die ich mit Kollegen zur 16.5ten "Konferenz der Informatikfachschaften" anlässlich der ersten Medienkunstausstellung in Wien mit dem Titel "Zwischen Null und Eins" organisierte. DELPHI DIGITAL2015 ist durch eine Solarversorgung mit Pufferbatterie völlig energieautonom und nicht mit dem Internet verbunden. Es werden keine Logdateien aufgezeichnet, beliebige Dateien können über das WLAN der Piratebox von den BesucherInnen der Ausstellung ausgetauscht werden. Das verzahnte Acrylgehäuse wurde im Interactive Media Lab an der FH Vorarlberg&nbsp; mit einem Lasercutter geschnitten und dort zusammengebaut. Die Belüftung erfolgt über 1/10 mm kleine Löcher. Zu sehen im MUSA beim Wiener Rathaus vom 18.11.2015 bis 26.3.2016, Eröffnung am 17.11. um 19 Uhr im Rahmen der Vienna Art Week. Performance und Lesung am 21.1.2016 um 19 Uhr. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/_MG_7483.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/_MG_7483.JPG?itok=ZbFZFOLE" width="300" height="200" alt="" title="DELPHI DIGITAL 2015 Detailansicht" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/_MG_7485.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/_MG_7485.JPG?itok=pATY3CRO" width="300" height="200" alt="" title="DELPHI DIGITAL 2015" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/DELPHI_DIGITAL_2015_Montage_RAS.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/DELPHI_DIGITAL_2015_Montage_RAS.JPG?itok=IrSW8bXN" width="169" height="300" alt="" title="Bestückung von DELPHI DIGITAL" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/DELPHI_DIGITAL_Elektronik_Leonhard.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/DELPHI_DIGITAL_Elektronik_Leonhard.JPG?itok=BYNbhirA" width="300" height="169" alt="" title="Verkabelung von Stromversorgung, Raspberry Pi, Piratebox, Verstärker" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/DELPHI_DIGITAL_Lasercutter_MK.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/DELPHI_DIGITAL_Lasercutter_MK.JPG?itok=67wxp-SH" width="300" height="169" alt="" title="FH Kollege Michael Kneidl am Lasercutter" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/DELPHI_DIGITAL_Lautsprecherhalterung.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/DELPHI_DIGITAL_Lautsprecherhalterung.JPG?itok=vt2YJFKr" width="300" height="169" alt="" title="Tüfteln an der Lautsprecherhalterung" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0874.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0874.JPG?itok=KAUB4_pS" width="300" height="169" alt="" title="Prototyp des Acrylgehäuses Gehäuses aus MDF" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0876.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0876.JPG?itok=ZY1r8bHz" width="300" height="169" alt="" title="Schneidedaten für den Lasercutter" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0912.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0912.JPG?itok=PSV0vhe4" width="300" height="169" alt="" title="Kuratorin SIlvie Aigner und Christof Aigner helfen bei der Montage" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0914.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0914.JPG?itok=XcKOVQLu" width="300" height="169" alt="" title="Vorne ein Plot des DELPHI DIGITAL 1991" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0916.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0916.JPG?itok=ANYEJIMC" width="300" height="169" alt="" title="Margot Pilz mit Restauratorin" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/IMG_20151217_194936.jpg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/IMG_20151217_194936.jpg?itok=YoAhDlGP" width="300" height="224" alt="" /></a></figure></div></div> Wed, 04 Nov 2015 23:07:01 +0000 ras 575 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/delphi-digital-2015#comments Komponieren mit Sonic PI https://alton.at/roland/rolog/sonic-pi <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Endlich kann ich meine bescheidenen Synthesizer Kenntnisse produtiv anwenden. Auf dem zündholzschachtelgrossen, etwa EUR 35.- teuren Microrechner Raspberry Pi ist auf dem auf Debian basierenden Betriebssytem Raspbian Sonic Pi vorinstalliert. Diese Lernsoftware erlaubt es jedem/jeder, in wenigen MInuten Klangsphären und Rhythmen zu zaubern und nebenbei die Grundlagen der Programmiersprache Python zu verstehen. Der Beispielcode lässt sich leicht anpassen, verschiedene Samples werden mitgeliefert und können eingebaut werden. Hier meine erste Komposition, eine Sequenz, die voraussichtlich im Kunstprojekt Delphi Digital 2015 zum Einsatz kommen wird:&nbsp; # Sonic Pi Sequence for Delphi Digital # CC-by-sa roland.alton.at r = 4 i = 16 in_thread do r.times do # play in 4 octaves randomly, reduce tech sound by adding distortion with_fx :pitch_shift, pitch: (8+rand_i(3)*8*-1), pitch_dis: 0.005, time_dis: 0.005 do # transpose randomly with_transpose (rrand_i(1, 8)) do # play strings of 3 chords i times randomly with sytnesizer sound tri use_synth :tri # apply flanger effect with_fx :flanger do i.times do play chord(:e, :minor).choose sleep 0.4 end i.times do play chord(:a, :minor).choose sleep 0.4 end i.times do play chord(:b, :minor).choose sleep 0.4 end end # play main chord with reverb and echo effect use_synth :tb303 with_fx :reverb do with_fx :echo, phase: 0.4, decay: 6 do (i*8).times do play choose(chord(:E3, :minor)), release: 0.35, cutoff: rrand(60, 120) sleep 0.3 end end end # sleep for i seconds before starting over r times sleep i end end end end Dieses algorithmisches Komponieren hört sich dann so an: Your browser does not support the audio element Steve Reich hätte seine Freude damit gehabt. Ich werde noch mit Sonic Pi mit phasenverschobenen Wortsamples experimentieren, ähnlich wie er es mit Tonbandmaschinen gemacht hatte, die nicht genau gleich schnell liefen bzw. Pausen herausgeschnitten worden sind. Delphi Digital 2015 wird als Statement gegen die totale Überwachung ab 18.11.2015 im MUSA in Wien bei der Ausstellung zum Werk von Margot Pilz gezeigt (Vornissage 17.11.2015 19 Uhr, Felderstraße 6-8, 1010 Wien). Ich konzipiere und setze wie schon zum Delphi Digital bei der Ars Electronica 1991 Kommunikation und Technik um. Bis dahin gibt es noch einiges zu löten, in Acrylglas zu bohren und auf dem Raspberry Pi zu programmieren. &nbsp;</div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/sonicPIlogo.png"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/sonicPIlogo.png?itok=fCQnfhwo" width="300" height="292" alt="" /></a></figure></div></div> Sun, 20 Sep 2015 15:58:45 +0000 ras 572 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/sonic-pi#comments Kommunikationsworkshops auf der SOLIKON 2015 in Berlin https://alton.at/roland/rolog/kommunikationsworkshops-auf-der-solikon-2015-berlin <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">September ist Konferenzzeit und Gelegenheit sich zu vernetzen. 2015 bin ich mit Eric vom 10.-13.9. an der TU Berlin bei der Konferenz für Solidarische Ökonomie. Wir bieten dort zwei Workshops an und werden einen Stand mit WLAN, Cloud-Diensten und Pirate Box aufbauen und eine Netz-Initiative lüften, die nach Koriander riecht (1. Stock bei Cafeteria). Kommunikation für Initiativen Gute Kommunikation ist für Initiativen und sozial orientierte Unternehmungen essenziell und nicht immer einfach. Transition - JA! - aber ist allen klar, wohin? Wenn ich eine Bezeichnung für meine Initiative erst langwierig beschreiben muss, ist der Name nicht ideal, zumindest für jene, die noch nicht wissen worum es geht.&nbsp; Was macht authentische, klare Kommunikation nach innen und außen heute aus? Wir lernen im Workshop Methoden der Bildung einer Marke am Beispiel Ethify Yourself, "probieramol.at" und "FAIRVITA" kennen, sehen uns gelungene und unglückliche Namen von Initiativen an und üben eine Überarbeitung des Erscheinungsbildes für die eigene Initiative. Bei Bedarf lernen wir noch Werkzeuge für die Online Kommunikation (Mailing Listen, Webauftritt, Adressverwaltung) kennen und wie ich eine Kampagne aufbauen kann. Hier sind die Vortragsfolien dazu. VERSCHOBEN auf Samstag 12. 9. 2015, 14h30-16h00 TU Berlin Raum MA642 &nbsp; Internetwerkzeuge für Menschen mit Gewissen Wir wollen raus aus Dropbox, Google, Facebook und stattdessen auf Freier Software basierende Cloud Dienste nutzen und gemeinsam weiterentwickeln. Digitale Subsistenz bedeutet die Unabhängigkeit von den großen Konzernen die uns längst vom Nutzer zum Produkt gemacht haben. Gemeinsam können wir eine faire Alternative realisieren, die auch für Nutzer von älteren Geräten und Open Source Software gut funktioniert. Mit ALLMENDA.net betreiben wir eine solche Infrastruktur und wollen nun neue Produkte und Möglichkeiten mit den TeilnehmerInnen erkunden, wofür wir die Marke korianda vorschlagen. Freitag 11. 9. 2015, 9-10h30 TU Berlin Raum MA649 Zum Präsentationsteam: Roland Alton lehrt und forscht an der FH Vorarlberg und ist mit David Ayers und Eric Poscher Teil des Netzwerks osAlliance und Genossenschafter der ALLMENDA eG. Sie begleiten seit vielen Jahren Projekte im Umfeld von Open Source, Open Content und Open Innovation. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/Brands_Herbs_Initiatives.png"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/Brands_Herbs_Initiatives.png?itok=8L4WJZLg" width="300" height="212" alt="" title="Which brands do you know?" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/korianda-A6.png"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/korianda-A6.png?itok=G-hRjrsF" width="300" height="213" alt="" title="Umfrage zu einem fairen Cloud Service &quot;korianda.net&quot;" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0724.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0724.JPG?itok=EVBjHnvX" width="300" height="225" alt="" title="Upcycled Laptops für die Umfrage auf korianda.net" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0715.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0715.JPG?itok=pvfwNFHR" width="300" height="225" alt="" title="Improvisierter Messestand mit Obstkisten und Korianderpflanzen" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0737.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0737.JPG?itok=nqQAhW-1" width="300" height="225" alt="" title="Vegane Volksküche für 1000 Leute im Hof der TU Berlin" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0738.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0738.JPG?itok=nhrV1hVW" width="300" height="225" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0741.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0741.JPG?itok=k4rGDKG7" width="300" height="225" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0748.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0748.JPG?itok=frDXL6EO" width="300" height="225" alt="" title="Konvergenzpanel" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0749.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0749.JPG?itok=xlXdr4Fb" width="300" height="225" alt="" title="Joachim vom Kompostkreis baut Mikrovergaser aus Dosen" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0734.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0734.JPG?itok=JnaHz4An" width="300" height="225" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0743.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0743.JPG?itok=bsXsUgac" width="300" height="225" alt="" title="Diskussion zu Bedingungen einer solidarischen Ökonomie" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0739.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0739.JPG?itok=q-Tzna4q" width="300" height="225" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0753.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0753.JPG?itok=vNNKkX-O" width="300" height="225" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0766.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0766.JPG?itok=tT5rhhXF" width="300" height="225" alt="" title="Besuch der legendären C-Base mit Josef und Gualtar von transformap" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0757.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0757.JPG?itok=O05pqR_r" width="300" height="225" alt="" /></a></figure></div></div> Thu, 27 Aug 2015 07:55:59 +0000 ras 571 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/kommunikationsworkshops-auf-der-solikon-2015-berlin#comments Verbrannte Erde oder doch blühende Wiesen? Gute Gründe, nicht Kulturhauptstadt werden zu wollen https://alton.at/juliane/julog/verbrannte-erde-oder-doch-bluehende-wiesen-gute-gruende-nicht-kulturhauptstadt-werden-zu <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">&nbsp; Dornbirn in einer Reihe mit San Sebastiàn, Wrocław (Breslau), Aarhus, Paphos, Leeuwarden, Valetta, Matera und Plowdiw? Das werden die Kulturhauptstädte 2016 bis 2019 sein, das steht schon fest. 2015 sind es Plzeň (Pilsen) und Mons. Und in einer Reihe mit Graz 2003 und Linz 2009? Also Dornbirn 2024 gemeinsam mit einer noch nicht bekannten estnischen Stadt? Keinesfalls aber in einer Reihe mit Wien, Rom, London, die niemals Kulturhauptstädte Europas werden, es aber dennoch sind? Hat Dornbirn den „schlechten Ruf“, der die ideale Voraussetzung dafür ist, dass es Kulturhauptstadt Europas wird?* Dann wäre es – vielleicht – in guter Gesellschaft mit St. Pölten, nicht unbedingt aber mit Innsbruck und Bregenz, die sich ebenfalls eine Bewerbung überlegen für 2024. Und damit sind wir beim Kern der Fragen, die wir uns in Dornbirn stellen müssen. Die Kulturhauptstädte Europas sind seit 1999, der zweiten Phase, ein Stadtentwicklungstool. Nur mehr wenige Kapitalen erhielten seither den Titel und zwar fast nur solche, die es dringend brauchten. Kulturhauptstadt werden seither herunter gekommene Städte, die Anschub brauchen (z.B. Lille und Liverpool) und solche, die man nicht in erster Linie mit „Kultur“ verbindet (Essen, Umeå, Marseille), wo „City-Branding“ die Stadt neu als Kulturstadt positionieren will. Dass Kultur nicht die erste und auch nicht die zweite Assoziation mit der Stadt ist, trifft zweifellos ja auch auf Dornbirn zu. Wer mit glänzenden Augen an die rund 70 Millionen Euro denkt, die üblicherweise für eine Kulturhauptstadt ausgegeben werden, sollte auch an deren Aufbringung denken. Denn das Geld kommt ja nicht aus dem Nirgendwo in die Kulturhauptstadt geflogen. Es muss an Ort und Stelle, in der Region und auf nationalstaatlicher Ebene aus den knapper werdenden Budgets gequetscht werden. Natürlich könnte man sich auch eine Kulturhauptstadt mit 25 Millionen überlegen... Über deren Verteilung entscheiden üblicherweise Intendanten (Kulturmanager), die mit der Abwicklung beauftragt werden. In Graz war dies der frühere ORF-Unterhaltungsintendant Wolfgang Lorenz, in Linz der Schweizer Kulturmanager Martin Heller. Über die zu erreichenden Ziele sollten im Idealfall zeitgerecht die zuständigen politischen Gremien entscheiden – und das nach reiflicher Überlelgung und nach sehr viel öffentlicher Diskussion. Wenn es also um Stadtentwicklung und City-Branding geht, müssen wir uns die Frage stellen: Brauchen wir das? Wollen wir das? Dornbirn wächst und bewegt sich stetig und gar nicht langsam auf 50.000 Einwohner/innen zu, eine längerfristige Prognose lässt 70.000 erwarten. Es ist also eine Stadt mit beträchtlicher Anziehungskraft, die wohl in erster Linie auf der wirtschaftlichen Stärke und der zentralen Lage im Ballungsraum Rheintal beruht. Wollen wir schneller wachsen? Wohl kaum, der Vorsprung gegenüber den anderen Zentren im Rheintal bleibt. Die Infrastruktur muss Zeit haben, mit zu wachsen. Auch Stadtplanung benötigt die Zeit zur Reflexion über das Erreichte und das Erwünschte. Die letzten Branding-Versuche gingen nicht in Richtung Kultur. Wir waren „Gartenstadt“ und sind es vielleicht immer noch – ohne jedoch bislang große Gartenausstellungen an Land gezogen zu haben. Wir wollen „Wirtschaftsstadt mit hoher Lebensqualität“ sein, was immer das genau heißt. Wollen wir jetzt unser Image in Richtung Kulturstadt verändern und entwickeln? Ist das die „hohe Lebensqualität“, von der die Rede ist? Der Begriff kommt in mehr als einem Leitbild der Stadt vor (z.B. auch im Umweltleitbild), wird aber nicht genauer beleuchtet. Im aktuellen Kulturleitbild werden folgende Ziele definiert: Stärkung eines unverwechselbaren kulturellen Profils der Stadt Dornbirn Belebung und Gestaltung von öffentlichen Räumen Verbesserung der räumlichen Infrastruktur für kulturelle und künstlerische Nutzungen Erhaltung und Stärkung der Vielfalt der Kulturen und künstlerischen Aktivitäten sowie Förderung der interkulturellen Kommunikation Etwas verschämt wird in der „Extro“ des Kulturleitbildes ein weiteres Ziel genannt: Prüfung einer Bewerbung von Dornbirn und regionalem Umfeld als Europäische Kulturhauptstadt 2024. Ein unverwechselbares kulturelles Profil gibt es derzeit nicht. Bevor es also „gestärkt“ werden kann, muss eines gefunden und beschrieben werden. Wurden Ansätze dazu 2005 an den „4 A's“ angelehnt (Alltagskultur, Alternativkultur, Avantgarde, Architektur – auf „Tanz“ beginnend mit „T“, wurde verzichtet), so sind in der Neuauflage des Kulturleitbildes 2015 immer noch Alltagskultur und Architektur präsent, dazu aber auch Industriekultur sowie Kunst und Kultur im öffentlichen Raum. Ein paar weitere, nicht näher erläuterte Schlagwörter, tragen zur Profilierung nichts bei. Die Alternativkultur ist in erster Linie durch den Spielboden präsent, ist er doch eine der ältesten Kulturinitiativen im Land, die sich seit vielen Jahren (nach schwierigen Phasen am Beginn) durchaus der Wertschätzung der Politik erfreut, jener des Publikums und der Künstler/innen sowieso. Die vielversprechenden Ansätze zum Wachstum (z.B. duch das Vielfaltenarchiv) wurden zu spät wahrgenommen, die Politik ließ sie ziehen (und bemüht sich erst seit kurzem zögerlich um Rückholung). Der Wert der Tanz- und Zirkusinitiativen wird ebenso wenig erkannt und gewürdigt. Die Avantgarde wohnt im Flatzmuseum und im Kunstraum, sie beschränkt sich auf die bildende Kunst. Architektur ist institutionell über das vielfältige Wirken des Vorarlberger Architekturinstituts präsent und abseits davon natürlich in den Gebäuden der Stadt und in einer lebendigen Vermittlungsarbeit. Die Industriekultur schleicht sich über das Bekenntnis der Landesregierung zu einem Industriemuseum ein, obschon sie baulich natürlich schon lange da ist und durch die Aktivitäten des Bundesdenkmalamtes ein Stück weit gewürdigt wird. 2008 hat die Kunst im öffentlichen Raum einen Rückschlag erlitten, indem mit Impuls ein jährliches Ereignis der höchsten Qualität im öffentlichen Raum beendet wurde. Auch da war den politisch Verantwortlichen offenbar nicht bewusst, welche Perle sie sich entgleiten lassen. Das alles erfordert Überlegung, Auseinandersetzung und diskursive Reibungsflächen, damit nicht zur Unzeit und ohne die notwendigen Fragen zu stellen entschieden wird. Bevor wir wissen, dass wir – wenn überhaupt – mit Friedrichshafen kooperieren wollen, müssen wir uns die Fragen stellen: Wie wollen wir leben? Was heißt Lebensqualität? An welche Nachbarn wollen wir näher heranrücken? Und das sind nur drei von hundert Fragen. * Ulrich Fuchs im "Parnass" 1/2015, S. 89 </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/Europa_Wappen.jpg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/Europa_Wappen.jpg?itok=zLtIMpxi" width="277" height="300" alt="Montage: Vase 480 v. Chr. Europa und der Stier mit Wappen der Stadt Dornbirn" title="Stier mit Dornbirn im Bauch" /></a></figure></div></div> Fri, 05 Jun 2015 19:29:34 +0000 juliane 570 at https://alton.at https://alton.at/juliane/julog/verbrannte-erde-oder-doch-bluehende-wiesen-gute-gruende-nicht-kulturhauptstadt-werden-zu#comments Kunst für Frieden https://alton.at/kunst-fuer-frieden <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">&nbsp; Das Poolbar Festival ist eines der lebendigsten und spannendsten Festivals in Vorarlberg. Zwischen 20.000 und 30.000 Besucherinnen und Besucher erfreuen sich jeden Sommer am vielfältigen und immer spannenden Programm: von Musik über Architektur, Film, Tanz bis Literatur. Es liegt in der Natur eines solchen Festivals, dass es auch zu gesellschaftlichen Fragen Stellung nimmt, so auch unter dem Motto "Trieb und Frieden" 2011. Mit Interventionen im Alltag machte es auf die zunehmenden Zwänge aufmerksam, Körper nach den Vorstellungen der Werbebranche zurecht zu stutzen. Freiheit für den menschlichen Körper war das Thema des Festivals. Herwig Bauer, der Leiter des Festivals, fragte bei mir um Unterstützung an. Die Models, die Unterwäsche mit dem Friedenssymbol trugen, waren Freundinnen und Förderer des Festivals. Mit den Poolbar-Künstler/innen zusammen wurden Szenen in Alltagssituationen, aber nicht in Alltagskleidung gestellt. So kommt es auch, dass ich auf Fotos mit mir bislang unbekannten Männern zu sehen bin. Bei der Verleihung des Vorarlberger Werbepreises Adwin 2013 errang das Projekt den ersten Preis in der Kategorie Kunst, Kultur &amp; Soziales. Ich freue mich ebenso wie die Poolbar über diese Bestätigung unserer Arbeit durch eine hochkarätige und internationale Jury. 2015 erhielt das Poolbar Festival den Österreichischen Staatspreis für Kunst. Die Grafiker vom Zeughaus, die für die Gestaltung verantwortlich waren, schreiben: "Ja zum Frieden, ja zur Körperlichkeit, ja zum Leben. Wunderbar einfach, ein wenig bizarr, ein wenig wünschenswerte Science Fiction." Die Schauspielerin Jane Fonda hat ihren Körper für den Umweltschutz ebenso eingesetzt und ihren Busen gezeigt. Auch die Femen Aktivistinnen haben mit ihren "oben ohne" Aktionen schon viel erreicht. Befremdlich, dass der Busen einer Bürgermeisterkandidatin für den Online Boulevard interessanter ist, als ihr politisches Programm. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/TriebFriedenWein.jpeg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/TriebFriedenWein.jpeg?itok=0FXtb2Sn" width="300" height="205" alt="" title="Poolbar 2011 &quot;Trieb und Frieden&quot;" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/Damenslip.jpg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/Damenslip.jpg?itok=7Ekcbgdk" width="300" height="224" alt="" title="Damenslips mit Kultstatus" /></a></figure></div></div> Wed, 11 Mar 2015 20:22:06 +0000 juliane 565 at https://alton.at https://alton.at/kunst-fuer-frieden#comments 69 Jahre zu spät: Das Deserteursdenkmal in Wien https://alton.at/juliane/julog/69-jahre-zu-spaet-das-deserteursdenkmal-wien <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Am 24. Oktober 2014 wurde in Wien am Ballhausplatz das Mahnmal für die Opfer der NS-Militärjustiz der Öffentlichkeit übergeben. Es war ein wichtiger und berührender Akt, der gleichzeitig den einen oder anderen Zug des Absurden trug. Der 96-jährige Deserteur Richard Wadani, dessen zweiter Versuch, von der Front zu fliehen erst geglückt ist, war die wichtigste treibende Kraft hinter dem langwierigen Prozess, der schließlich dazu führte, dass künftige Staatsgäste, die vom Bundekanzler- oder Präsidentenamt auf den Ballhausplatz blicken, die Skulptur sehen. Richard Wadani sprach im Rahmen der Feier von der Verbitterung vieler Deserteure (anwesend waren nur drei, denn viele sind nicht mehr am Leben), die eine wichtige, richtige und sehr schwierige, risikoreiche Entscheidung in ihrem Leben fällten, dafür später nur Ablehnung, Bösartigkeit und jede Menge administrative und finanzielle Nachteile zu erleiden hatten - sie, die für die Selbständigkeit ihres Landes gekämpft hatten. Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl hatte sich offenbar kurzfristig entschlossen, diesen - doch wichtigen? - Termin selber mit einer Rede zu schmücken und seinen Kulturstadtrat aus dem Programm zu drängen. Von seiner Rede ist mir nur in Erinnerung geblieben, dass es ihm eine gute Viertelstunde lang gelang, das Wort "Deserteur" nicht in den Mund zu nehmen. Bundespräsident Heinz Fischer schließlich gelang es, zwei entscheidende Dinge zu sagen. Er wisse zwar nicht, wie er selbst damals gehandelt hätte in der Situation eines Wehrmachtsoldaten. Er wisse jetzt aber genau, welche Handlung die richtige gewesen wäre, nämlich die Desertion. Weiters sprach er aus, dass es traurig und beschämend für Österreich sei, dass es so lange gebraucht habe, von der ablehnenden Haltung abzugehen und erst 2009 eine rechtliche Rehabilitation durch zu setzen sowie noch einmal fünf Jahre später endlich ein Mahnmal zu errichten. Weitere Informationen: http://www.pk-deserteure.at/ </div></div></div> Tue, 11 Nov 2014 20:20:07 +0000 juliane 556 at https://alton.at https://alton.at/juliane/julog/69-jahre-zu-spaet-das-deserteursdenkmal-wien#comments Degrowth Konferenz in "Heipzig" https://alton.at/roland/rolog/degrowth-konferenz-heipzig <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Wie sieht der typische Lebenszyklus einer Initiative im Umweltbereich aus? Mit Ethify Yourself wurde ich eingeladen, bei der degrowth Konferenz einen Workshop zur Optimierung der Kommunikation anzubieten. Dabei verglichen wir die Wiedererkennbarkeit von Marken und Labels, arbeiteten Kampagnenideen aus und übten das Schreiben eines Universaltextes. Zwei Stunden waren freilich zu kurz, um auch über Bildsprache oder Social Media zu reden, doch die TeilnehmerInnen wurden auf jeden Fall sensibilisiert, welche Qualitätsunterschiede es bei der Kommunikation mit Bürger/innen, Stakeholdern oder Mitarbeiter/innen geben kann. Hier sind die Unterlagen zum Download. In mehr als 200 Workshops und Podiumsdiskussionen diskutierten 3000 BesucherInnen, wie ein gutes Leben für alle ohne Wachstumszwang aussehen kann. Modelle aus verschiedenen Kontinenten wurden präsentiert und es wurde klar, dass Wachstumsrücknahme nicht nur als Phänomen in einzelnen Milieus saturierter Gesellschaften der ersten Welt zu beobachten ist, sondern eine neue Bewegung zu "Simplicity" und einer neuen Überschaubarkeit mit regionalem Fokus abzusehen ist. Exportorientierte Standorte sollten sich mittelfristig wieder stärker auf Binnenmärkte ausrichten, das gilt gerade auch für den Süden. Eine kenianische Rosenexportindustrie schafft immense Abhängigkeiten, von denen es sich zu befreien gilt. Dies geht aber nur Hand in Hand mit Landreformen, Entschuldung und Umverteilung, und zwar überall. Nach Leipzig zog es auch Eric, der dort das Lastenfahrradgeschäft rad3.de aufbaute. Er lieh mir ein upgecycletes Mifa Fahrrad, mit Rücktrittzweigangschaltung. Ein Höhepunkt der Kulturveranstaltungen war die Projektion von Kunstvideos an Häuserwände in der Innenstadt mit einem mobilen Kino, sehr lustig war Die Währung, eine Frau, die Geld zu essen versuchte.&nbsp; Auch der Deutschen Nationalbibliothek stattete ich einen Besuch ab, wo es mir nicht erlaubt war, einige Kopien einer Zeitschrift aus den 1930er Jahren&nbsp; über das Kraft Knäckebrotwerk herzustellen oder in Auftrag zu geben, obwohl jeglicher Urheberrechtsanspruch schon verjährt sein musste. Mal sehen, ob es als Fernleiheauftrag klappen wird. Die DDR Bürokratie mit grünem Linoleum liess freundlich grüßen. Ansonst sprudeln in Leizpig nur so die Initiativen, Gemeinschaftsgärten, Volxküchen, Bioläden und Radgeschäfte. Wohnen ist preiswert, viel Platz und Parks, ein Spielplatz für erwachsene Idealist/innen, wie ein hinzugezogener die Stadt bezeichnete. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0472.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0472.JPG?itok=sxrYtkDH" width="300" height="225" alt="" title="Dresscode: Second Hand Kleidung, Barfuss, altes Mobiltelefon " /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0475.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0475.JPG?itok=sIaImoQD" width="300" height="225" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/InitaitivesLifeCylceV2.png"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/InitaitivesLifeCylceV2.png?itok=6CfZoP-t" width="300" height="212" alt="" title="Life Cycle of an Initiative" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0450.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0450.JPG?itok=_teydwZ5" width="300" height="225" alt="" title="Workshop &quot;Ethify Yourself or how to communicate goof life&quot;" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0443.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0443.JPG?itok=GY8kVCg9" width="300" height="225" alt="" title="Umverteilung jetzt!" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0435.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0435.JPG?itok=gdVDH5vV" width="300" height="225" alt="" title="So unübersichtlich für Aussenstehende." /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0437.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0437.JPG?itok=wINUFcue" width="300" height="225" alt="" title="Folderparade" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0428.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0428.JPG?itok=twoLF4GV" width="300" height="225" alt="" title="Gepäckträgermarketing" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0426.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0426.JPG?itok=CywrRQxb" width="300" height="225" alt="" title="Le Sabot kochte 2000 Mahlzeiten täglich." /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0415.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0415.JPG?itok=SVRYX7N7" width="300" height="225" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0420.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0420.JPG?itok=ZhogErwu" width="300" height="225" alt="" title="Abwaschkollektiv" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0405.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0405.JPG?itok=nGWy7Jdi" width="300" height="225" alt="" title="15 Millionen Medien inside." /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0398.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0398.JPG?itok=5gSToQSg" width="300" height="225" alt="" title="Den ökologischen Fussabdruck beim Wohnen sichtbar machen." /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0384.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0384.JPG?itok=Y1munrjZ" width="300" height="225" alt="" title="Die Aula der Uni Leipzig mit 800 Sitzplätzen war viel zu klein für die Haupt-Vorträge." /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0474.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0474.JPG?itok=ibszQc0T" width="300" height="225" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0460.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0460.JPG?itok=KQEV6kTt" width="300" height="225" alt="" title="Mobiles Kino: Kurzfilm Geld essen." /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0436.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0436.JPG?itok=SdY_vWel" width="300" height="225" alt="" title="Ziemlich viele Weltverbesser/innen da" /></a></figure></div></div> Sat, 13 Sep 2014 08:46:41 +0000 ras 550 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/degrowth-konferenz-heipzig#comments Ach, die Bundestheater! https://alton.at/juliane/julog/ach-die-bundestheater <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">&nbsp; Ein schweres Erbe, das die Republik von der Monarchie übernehmen musste. Die feudalen Strukturen ist man in den fast 100 Jahren nicht los geworden. Da geht es nicht nur um einen Burgtheaterdirektor, der mehr verdiente als der Bundeskanzler und jetzt - vielleicht - wieder Schaden gut machen muss. Und strafrechtlich wird er nicht behelligt, wenn er auf seinen arbeitsrechtlichen Prozess verzichtet. Da geht es auch um eine Ministerin (Claudia Schmied), die nicht nur im freien Kulturbereich keine Ahnung hatte, was zu tun ist. "Die Einkommensprobleme der freien Kulturarbeit sind über das Budget der Kunstsektion nicht zu lösen", meinte sie, man solle auf das bedingungslose Grundeinkommen warten, dafür sei aber nicht sie sondern das Sozialministerium zuständig. (Gott sei Dank!) Sie bestellte auch eine Effizenzprüfung der Bundestheater, deren Ergebnisse sie dann bis zum Ende ihrer Amtszeit vor der Öffentlichkeit versteckt hielt. Und dann verabschiedete sie sich aus der Politik mit "großer Grandezza", wie sie dachte, wobei schon die Formulierung die ersehnte Größe vermissen ließ. Verantwortung für die Schäden, die sie durch ihre Unterlassungen den Steuerzahler/innen zugefügt hat? Der Anwalt ihres Nachfolgers meint: Da sie nicht mehr Ministerin ist, gibt es keine Ministerverantwortung. Weil ihr ein Schädigungsvorsatz nicht nachweisbar sein werde, kann es auch keine strafrechtlichen Folgen geben. Wofür bekommen "Verantwortungsträger/innen" dann ihr Geld?? Jetzt bestellt ihr Nachfolger Kulturminister Ostermayer ein Gutachten bei der Infora Consulting Group, was mit der Bundestheaterholding anzufangen sei - hat denn die Effizienzprüfung dazu so überhaupt nichts ergeben? Die Infora hat übrigens ein dünnes, aber kostspieliges Gutachten zum Feldkirch Festival im Auftrag der Stadt verfasst. Die öffentlichen Subventionen wurden als Teil der "Wertschöpfung" eingestellt, als deren wesentlicher Teil, denn sonst gab es ja keine "Wertschöpfung" im ökonomischen Sinn (Wertschöpfung = Gesamtleistung minus Vorleistung, oft auch als 'Gewinn' bezeichnet). Infora hat auch eine hohe Umwegrentabilität berechnet. Wie das ging, ist schwer nachvollziehbar, denn nachgewiesen ist, dass es im Zeitraum des Festivals nicht mehr Übernachtungen in Feldkirch gab als zu jedem anderen beliebigen Zeitpunkt im Jahr. Griffiger hat Peter Füßl das in der Kulturzeitschrift formuliert: "Das Feldkirch Festival ist eine Reise wert - aus Frastanz." Jetzt wird uns also die Infora Consulting Group sagen, was denn mit der Bundestheaterholding zu geschehen hat. Denn Minister Ostermayer hält sich ja, wie er sagt, an die Vorschläge seiner Berater. Was ist eigentlich mit den zuständigen Fachbeamt/innen? Haben die alle immer nur auf Befehl der Minister/innen gehandelt? Haben die keine eigenen Auffassungen davon, wie die Bundestheater zu organisieren wären? Ich würde mit einem Gehaltsschema für die Leitungspositionen beginnen, das sich z.B. am Gehalt eines Nationalratsabgeordneten orientiert. Dieses Schema gilt schließlich für alle politischen Funktionsträger/innen. Dann wäre man schon diejenigen "Führungskräfte" los, denen es in erster und zweiter Linie ums Geld geht. Als nächstes wäre dafür zu sorgen, dass das Bundestheatergesetz eingehalten wird - auch was die Programmierung betrifft. Die Staatsoper verstößt seit Jahren dagegen. Oder sollte zunächst einmal gefragt werden, wofür es die Bundestheater braucht? Die Frage ist ja teilweise durch das Bundestheatergesetz beantwortet. Wie gesagt - ein schweres Erbe. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/440px-Burgtheater_Weitwinkel.jpg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/440px-Burgtheater_Weitwinkel.jpg?itok=ML_BZvKQ" width="300" height="142" alt="" /></a></figure></div></div> Thu, 07 Aug 2014 19:20:00 +0000 juliane 547 at https://alton.at https://alton.at/juliane/julog/ach-die-bundestheater#comments Besuch eines Eco-Hackcamp in Kroatien https://alton.at/roland/roland/mmkamp2014 <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Auf dem Rueckweg von einer Woche Badeaufenthalt mit Familie in Vela Luka auf der Insel Korčula stieg ich in Gračac aus dem Zug, um beim Aufbau des MMkamp14 mitzuwirken. In dieser Karstlandschaft mieten Gruppen guenstig Flaechen in unberuehrter Natur, um ihrer Passion nachzugehen: beim "Lost Theory" Camp ist es die Liebe, bei "Fokus" die Spiritualitaet und beim MMkamp der innovative Umgang mit Natur und Technik. Alles in naechster Umgebung, gemeinsamer Nenner scheint ein reduzierter Lebensstil mit Raum fuer Begegnungen zu sein. Mit dem Label gentlejunk.net entwickelte Kruno Jost seit 2006 das MMkamp von einem Hackerfestival zu einem Artist in Residence Programm. KuenstlerInnen, MedienaktivistInnen, ForscherInnen und Gaeste sind eingeladen, eine intensive Zeit miteinander zu verbringen. Nicht ein Endprodukt oder ein unterhaltenes Publikum sind das Ziel, sondern ein Prozess der Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen zu Lebensstil, Technikeinsatz, Verhaeltnismaessigkeit oder was uns gluecklich macht. Bei meiner Ankunft gab es schon ein Solarkraftwerk, eine Solardusche und Kochgeschirr. Ich baute mein Zelt auf und erkundete die Umgebung mit Quellen und Baechen rundum. Der Grundstuecksbesitzer dane fuehrte uns tags darauf in einen Wald, in dem wir in knapp 2 Stunden mehr als 5 kg Eierschwammerln und auf einer Wiese Riesenchampions fanden. Wir uebrlegten varianten der Konservierung: lufttrocknen und in etwas Pflanzenoel roesten.&nbsp; Auf dem MMkamp2014 stehen noch Automatisierungen mit BeagleBoard und astronomische Beobachtungen auf dem Programm und was die Leute sonst noch fuer Ideen mitbringen werden. Beim Hackcamp vom 19. bis 24. August 2014 werde ich leider nicht mehr dabei sein koennen. Kroatien hat eine sehr aktive Medienszene. Mit Kruno Jost hatte ich schon beim iCommons Treffen 2007 in Dubrovnik zu tun, er betrieb dort mit MedienaktivistInnen ein Piratenradio. Als die Polizei wegen der Lautstaerke der DJs fragte, wer der Boss hier sei, bekamen sie die Antwort "niemand" und mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Beim iCommons Treffen gab es die historische Einigung zwischen Jimmy Wales und Lawrence Lessig, dass Wikipedia auf Creative Commons Lizenzen umsattelt. Ein Geo - Dome bildet das Zentrum des Camps, hier wird die Technik verstaut, gearbeitet und geworkshopt. Jugendliche halfen mit, die Holz-Verstrebungen zu verschrauben. Der Dome kann auch zu einer Buehne umgebaut werden. Vage ausgemacht haben wir bereits einen Gegenbesuch in Vorarlberg, wo er mit Lokalpolitikern die Bemuehungen um Energieautonomie und die Experimente mit probieramol.at erkunden moechte. Vielleicht ergibt sich daraus eine intensivere Zusammenarbeit. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0316.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0316.JPG?itok=vtNsorxM" width="300" height="225" alt="" title="Schild Version 1 - die Schrauben hielten dann beim Einschlagen doch nicht" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0297.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0297.JPG?itok=Y4sDVSjG" width="300" height="225" alt="" title="Ernte nach knapp 2 Stunden " /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0290_0.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0290_0.JPG?itok=vrovyl2E" width="300" height="225" alt="" title="Prachtexemplare" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0287.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0287.JPG?itok=LF0_9nl2" width="300" height="225" alt="" title="Dane, unser Guide und Kruno, der Host" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/mmkamptent.gif"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/mmkamptent.gif?itok=yxUAHYWD" width="300" height="224" alt="" title="Aufbau des Zelts" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/MMkampBett.jpg"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/MMkampBett.jpg?itok=V0dY8kMm" width="300" height="192" alt="" title="Wer sich weich bettet ..." /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0282.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0282.JPG?itok=LrDAOvuk" width="300" height="225" alt="" title="Basisstation" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0321.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0321.JPG?itok=I-qxIjOS" width="300" height="225" alt="" title="Kruno kocht Mlinci - eine beliebte kroatische Beilage aus getrockneten Fladen" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0318.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0318.JPG?itok=lglSiFH7" width="300" height="225" alt="off-the-grid Solarversorgung" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0317.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0317.JPG?itok=D9OpOJIe" width="300" height="225" alt="" title="Abdichtung der Haut für den geo-Dome" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0346.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0346.JPG?itok=MhyiSMr7" width="300" height="225" alt="" title="Der Bahnhofsvorstand will Kruno gleich ein paar gebrauchte Bahnschwellen privat für das Camp verkaufen" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/mmdome572x428.gif"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/mmdome572x428.gif?itok=M4ZL60Sf" width="300" height="224" alt="" title="Aufbau des Geo-Dome startet" /></a></figure></div></div> Thu, 07 Aug 2014 11:42:41 +0000 ras 546 at https://alton.at https://alton.at/roland/roland/mmkamp2014#comments Berufsbild: Social Designer https://alton.at/roland/rolog/berufsbild-social-designer <div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Das Design Symposium 2014 an der FH Vorarlberg stand unter dem Motto Kritik. Von allen Seiten wurde beleuchtet, wozu Design im Stande ist, was es noch alles kann aber auch wo Design gesellschaftliche oder wirtschaftliche Ziele verfehlt. In ihrer Keynote berichtete Joanna Choukeir von spannenden Anwendungsfeldern des Designs, nämlich wenn nicht Produkte oder Dienstleistungen, sondern soziale Prozesse gestaltet werden dürfen. Sie konzipierte eine schier unlösbare Aufgabe: im Libanon Verständnis zwischen Gruppen verschiedener religiöser Zugehörigkeiten herzustellen. Mit Interviews tastete sie sich an konkrete Angelpunkte vor, etwa die unklare Rechtslage bei Mischehen. Da ist etwa die Hürde der Beigaben und Erbregelugen bei einer Heirat, die inkompatibel aber auch nicht klar geregelt sind, sodass Ehen zwischen Religionen bisher kaum stattfanden. Mit interaktiven Karten konfrontierte sie junge Leute mit den Herausforderungen und schaffte so ein messbares Verständnis füreinander. Tags darauf hatte ich Gelegenheit, ihrem Workshop zum Thema "Armut in Vorarlberg" beizuwohnen. In Sprint-Einheiten von je 20 Minuten wurde das Briefing analysiert, Persona wurden entwickelt Stakeholder und Möglichkeiten ausgelotet, und schlussendlich wurden fünf Lösungsansätze formuliert. The ideas generated were as follows: Poverty is invisible - public campaign targeted towards the general population, featuring members of the public dressed as everyone else, but with a caption demonstrating their lifestyle in poverty. The aim of the campaign is to normalise talking about poverty, and to encourage people to signpost friends, family members, colleagues, neighbours who may be going through financial difficult to one or more of the services available that offer support. All day school and sharing childcare - all day school is a policy that will soon be implemented by the government to allow more single mothers the time to take on full-time work. Alternatively, a childcare sharing initiative can be set up, where mums connect with one another and share the care for their children, so that each one has more time to invest in work. Time bank - often, people in poverty have a lot of skills to share, but these skills are rarely monetised. By joining the existing time bank initiative in Vorarlberg, people in poverty can share skills they have, and receive skills they need support in without the need for a monetary exchange. The time bank initiative currently requires a subscription fee, which might be subsidised by the government for people in need. Older females on AirBnB - the participants' experiences pointed to a majority of older women living in larger, traditional, and not well maintained houses since their family members moved out/passed away (empty nesters). Volunteers could support these women to maintain their houses, and list their empty rooms on AirBnB (www.airbnb.com), they can rent to young people visiting the countryside of Vorarlberg on holiday. Each older person would have a volunteer 'home manager' who would manage the listing, bookings, and reviews online on AirBnB. This would help older women generate revenue from an asset they already have. Community restaurant - this is targeting migrants. A restaurant is set up employing migrants to use their culinary skills to cook a 'menu of the day' for restaurant visitors. The employers keep a large share of the profits. A similar concept exists in London: http://www.bonningtoncafe.co.uk/. Apparently, there is a vacant space near FHV which might be suitable for this purpose. Die Ergebnisse wurden so von der Workshopleiterin an Dowas (der Ort für Wohnungs- und Arbeitssuchende) weiter kommuniziert und müssten in einer weiteren Runde auf ihr Potenzial getestet und als Social Business ausformuliert werden. So klar kann eine Methode sein, sehr kompexe gesellschaftliche Fragestellungen strukturiert anzugehen! Damit könnten Bildungseinrichtungen ihr Portfolio stark aufwerten. Joanna Choukeir arbeitet für uscreates, eine Agentur in London, welche sich auf Social Design spezialisiert hat und unterrichtet an Hochschulen. </div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0274.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0274.JPG?itok=KuQH7UC5" width="300" height="169" alt="Joanna Choukeir @ FHV" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0298.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0298.JPG?itok=yhqVQ3rH" width="300" height="169" alt="Briefing für Workshopteilnehmer/innen" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0299.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0299.JPG?itok=Hc3pC2Hx" width="300" height="169" alt="Annäherung an das Thema Armut in Vorarlberg" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0301.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0301.JPG?itok=Rf5lqBrf" width="300" height="169" alt="Stakeholder bei Armut in Vorarlberg" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0305.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0305.JPG?itok=B9LyIrfG" width="300" height="169" alt="Persona, die von Armut betroffen ist" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0302.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0302.JPG?itok=72QKz2eJ" width="300" height="169" alt="Drivers &amp; Barriers, um das Problem zu lösen" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0303.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0303.JPG?itok=_TjHCS9F" width="300" height="169" alt="Impaktanalyse (to be done)" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0304.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0304.JPG?itok=9ZJ44syg" width="300" height="169" alt="Social Business Model Canvas (to be done)" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="https://alton.at/sites/default/files/field/image/SANY0275.JPG"><img class="image-style-medium" src="https://alton.at/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SANY0275.JPG?itok=cy8TEYOn" width="300" height="169" alt="Social Designer Joanna Choukeir @ FHV" /></a></figure></div></div> Wed, 04 Jun 2014 16:22:02 +0000 ras 545 at https://alton.at https://alton.at/roland/rolog/berufsbild-social-designer#comments