Dazu auch die Abbildung https://archivalia.hypotheses.org/267944
]]>Vielen Dank für Ihren wichtigen Beitrag und Hinweis:
Dadurch angeregt habe ich im Netz noch diesen Beitrag passend zum Thema gefunden:
https://inp.jura.uni-koeln.de/sites/inp/user_upload/10_Haferkamp_181-199.Fahne_pdf.pdf
]]>Die Lehrer haben einen großen Anteil. In den Lehrerzimmern grassiert eine Kultur des Übernehmens. Zwar schreiben Pädagogen selten wissenschaftliche Arbeiten, doch bei der Erstellung von Klausuren bedienen sie sich allzu gerne bei den Aufgabentexten von Kollegen oder greifen direkt zu Lehrmaterialien der Marke „STARK-Verlag“. Das ist im schulischen Rahmen rechtlich zulässig, wird aber in der Praxis brandgefährlich: Spätestens dann, wenn Schüler vorab genau wissen, welche Verlagshefte als Blaupause für die nächste Schulaufgabe dienen. Solche Materialien fordern natürlich nicht zum Abschreiben auf – sie wollen transparent an realen Prüfungsmaßstäben orientieren. Das System belohnt dieses plagiatsähnliche Verhalten jedoch fatalerweise. Eine Lehrerschaft, die in weiten Teilen die exakte Reproduktion standardisierter Erwartungshorizonte honoriert, erzieht sich genau die Schüler, die sie verdient: Was am Ende herauskommt, ist eine Generation angepasster Kopisten mit einem erschreckend geringen Grad an geistiger Selbstständigkeit, herangezogen durch ein System der Bequemlichkeit.
Dass die Pisa-Ergebnisse mittlerweile selbst im Freistaat Bayern nicht mehr berauschend sind, verwundert da kaum noch. Doch das eigentliche Drama spielt sich zeitversetzt ab. Wenn diese Generation angepasster Kopisten erst einmal in den Chefetagen und Ministerien sitzt, wird sie das System ihrer eigenen Sozialisation reproduzieren (Klon-Effekt, Homos Social Reproduction). Als Vorgesetzte werden sie genau das belohnen, was sie selbst nach oben gebracht hat: das fehlerfreie Abbeten von Standards, das unkritische Abarbeiten von Checklisten und das strikte Einhalten vorgegebener Denkschablonen. Für eine Wirtschaft, die dringend auf Denker, Innovatoren und mutige Problemlöser angewiesen ist, ist diese Aussicht der eigentliche Offenbarungseid. Der Dienst nach Vorschrift, die Ja-Sagerkultur und der damit verknüpfte Inoovationskollaps ist längst im Gange. Ich denke auch, dass in der Wissenschaft dieser Typ von Nachwuchs mittlerweile dominiert.
]]>Das kann ich nicht beurteilen. – Sichtbar ist, dass derlei bei Ebay ‘rauf und ‘runter angeboten wird – woher das stammt, steht in der Regel nicht dabei (vermutlich aus Entsorgungscontainern, aus denen sich’s Publikum bedienen durfte). Wenn Archive und Schulmuseen Einzelstücke aus den ja nicht ganz kleinen Produktionen im Bestand haben und sie präsentieren, ist das doch zumindest schon mal die Kenntnisgabe, dass es das gibt und gegeben hat.
]]>Um die Jahrtausendwende begannen Karten und Bildtafeln indes – vermutlich sogar flächendeckend und rasant – entsorgt zu werden aus im Wesentlichen zwei Gründen: 1. Der größte Teil der Landkarten war durch die Umbrüche des 20. Jahrhunderts weltweit ohnehin unterrichtlich bereits weitestgehend zur raumgreifenden Makulatur geworden. 2. Die digitale Aufbereitung der Welt und ihrer Natur stellte zunehmend spektakuläres, moderner visualisiertes, wie z.B. bewegtes, und didaktisch präziser aufbereitetes Anschauungsmaterial zur Verfügung – Material, das gar keine Sammlungsräume mehr brauchte, sondern nur noch eine Datenbank und einen Beamer oder eine digitale Schulzimmertafel.
Am Rande sei vermerkt: Die “Wunderkammern” der Gymnasien, das waren (und sind gelegentlich noch) ihre Naturaliensammlungen für die Naturwissenschaften. Verstärkt produziert bzw. gesammelt um die Jahrhundertwende bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, könnten sie als nächstes im Visier des Überflüssigen stehen (wenn sie’s nicht bereits unbemerkt gewesen sind). Vielleicht ebenfalls eine Anregung für eine vor-/fürsorgliche Bilderdatenbank?
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