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Jetzt wird blank gefickt
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Die Fotze bei der AO-Schlampen-Prüfung
Cuckold, fremder Fatboy bumst mich
Wisst ihr bescheid?
Ganz herzlich
Euer Jürgen Adorf
Fortwährend neue Arbeiten von mir seht Ihr im Portfolio
Schreiben könntet Ihr mir via Kontaktformular
Ich bedanke mich für’s Interesse!
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1
Inflationär und damit etwas willkürlich gespendeter Applaus mag gut gemeint sein, erschwert allerdings das Erkennen und Auszeichnen wirklich außergewöhnlicher Leistungen und genauso das Streben nach solcher Exzellenz.
2
Gegenwärtig werden zwei Begriffe geradezu strapaziert, aber scheinbar nicht hinterfragt: Normalität und Systemrelevanz. Bei mir schwingt etwas Missmut mit, wenn ich an das Gewöhnliche und Übliche denke, denn so uneingeschränkt gut finde ich beides nicht, sondern eher in gleicher Weise kritikwürdig wie ‘das System’. Ich meine das überhaupt nicht negativ, sondern würde mich freuen, wenn wir das, für das wir keinen treffenderen Ausdruck finden wollten als einen englischen – den Lockdown -, eher als Chance begreifen wollten denn als Einschränkung. Uns genau nicht nach den vorherigen Zuständen zurücksehnten, sondern sie stattdessen bessern wollten. Solange wir Fussball, Ferienreisen und Friseure für systemrelevant halten, uns Schulschließungen aufregen, weil wir unsere Kinder plötzlich auch betreuen sollen, muss sich niemand Sorgen um ‘das System’ machen. Es funktioniert doch offenbar bestens.
3
‘See the blind man shooting at the world …’ (Deep Purple – Child In Time)
Vielleicht sind die Fotos, die ich diesmal vorzeigen möchte, unspektakulär. Jedenfalls auf den ersten Blick. Ich finde das abrupte Verschwinden des tiefen Winters und Temperaturunterschiede von fast 40°C innerhalb einer Woche bemerkenswert. Wir können wieder weinen, ohne dass unsere salzigen Tränen schon im Gesicht gefrieren. Und wenn wir früh aufstehen, besteht die Möglichkeit, der Sonne zuzuschauen, wie sie bei passender Topografie parallel zum Boden in den Wald hineinscheint, ihr horizontales Licht also den Wald dort durchdringt, wo das dichte Dach der Baumkronen einen Lichteinfall von oben verhindern würde. Für mich schwierig zu fotografieren, aber ich habe ja noch ein Weilchen Gelegenheit zum Üben …

4
Für die Ohren: Diablo Swing Orchestra – Sing Along Songs For The Damned And Furious, Jeff Beck – Live In Las Vegas. Diesmal bleiben die Tipps unverlinkt, weil die mir bekannten Fundorte zu sehr werbekontaminiert und deshalb nicht mehr vergnüglich sind. :-(
5
Eine kleine Auswahl aus freien Projekten, mit denen ich mich befasse.
Falls Du mir etwas schreiben möchtest, besteht hier und jetzt die Möglichkeit. Dankeschön!
Falls Du Fotos von mir verwenden oder als hochwertige Fotodrucke besitzen möchtest, bitte ich freundlich um eine diesbezügliche Anfrage. Von der unautorisierten Verwendung bitte ich abzusehen, sondern stattdessen darüber nachzudenken, ob Du mein Wirken nicht lieber unterstützen möchtest, z.B. durch Zuspruch, Empfehlung oder finanzielle Zuwendung. Ein dauerbeauftragter monatlicher Euro in meinem Hut würde schon sehr helfen. Dankeschön!
Es mag Ender 60er Jahre gewesen sein, ich ein kleiner Junge. Vor dem Gebäuderiegel, in dem wir eine Wohnung im vierten Stock bewohnten, eine große Brachfläche, darauf meterhoch Wildpflanzen und ein Hügel zusammengeschobenen Mutterbodens, der uns Kindern als Abenteuerspielplatz diente, im Winter als Rodelberg, im übrigen Jahreslauf als Revier vor allem für die Fahrräder.
Vielleicht war es ein später Herbstnachmittag, jedenfalls begann es bereits zu dämmern, als ich hinter diesem Hügel den Schein eines Feuers sah und meiner Neugier folgend auf einem Trampelpfad dorthin radelte. Während ich mich also vorsichtig dem kleinen Spektakel näherte, sah ich neben den Flammen einen älteren, gepflegten Herrn stehen, mit Hut, Wollmantel, einer dunklen Hose und tadellos geputzten Schuhen. Er verbrannte dort seine Erinnerungen, hat er mir erzählt und wirkte dabei sehr still und ein bisschen traurig, und er warf Kleinbildnegativstreifen in die Flammen, einen nach dem anderen. Ich muss gespürt haben, dass er mir den Grund für sein Tun nicht erklären wollen würde, und so standen wir uns ein Weilchen schweigend gegenüber, zwischen uns das Feuer, und ich war sehr fasziniert, wie leicht entflammbar die Filmstreifen waren.
Was mag auf den Fotos zu sehen gewesen sein? Obwohl ich zu jung war, um Gedanken an ein nahendes Lebensende, eine gescheiterte Liebe oder politische Umwälzungen entwickeln zu können, waren die Intensität, die Emotionalität, die Intimität und die Endgültigkeit der Situation greifbar.









Auf dem Gehsteig vorm Friseur ein Schild, darauf ‘Alles ab 14 Euro’. Na dann, dankeschön, aber ich trage schon eine Fleischmütze. Ein Aufkleber am Schaukasten des Kindertheaters fordert auf: ‘Fick die Bitch spirituell’. Ich wüsste gerne, wie das geht. Hilfe. Nur ein paar Meter weiter eine Galerie für dekorative Auftragsmalerei, die ihre Werke mit kleinen Schildern schmückt, auf denen ein rot durchgestrichenes Kamerapiktogramm zu sehen ist.
Kurz, nachdem ich im ausklingenden Sommer an einem Alpenmarsch teilgenommen hatte, erreichte mich unerwünschte Werbung per eMail. Für Treppenlifte.
Auf dem Bildschirm des Selbstbedienungschalters der Bibliothek erscheint der Hinweis ‘Es gibt ein Problem’. In den Gossen, am Rinnstein und entlang der Häuserwände neuerdings weggeworfene Tütchen mit Hundekot. Auf den Tütchen ein Aufdruck: ‘Zu verschenken’.
Überwachungsverein.
Seit 2007 lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, 2030 werden es 70 % sein. Wird das schön. Jedenfalls außerhalb derselben. Falls es das dann noch gibt. Die Zahl der Slumbewohner wächst jährlich um ca. 10 %.
Der amerikanische Präsident empfiehlt seinem Volk, sich zum Jahreswechsel warm anzuziehen. Es wird kalt.
Alles Gute für’s neue Jahr, bleibt fröhlich! Hilft ja nix …
Bleibt mir gewogen.
Euer Jürgen Adorf
Links
World Urbanization Prospects
UN Habitat
Mein Hut
Schssdrck
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Wrbng
Hunter S. Thompson – ‘Königreich der Angst’. Kauft das Buch beim Buchhändler eures Vertrauens.
Daraus:
Einhandklatschen
Ich kannte mal einen Buddhisten, und seither bin ich mir selbst ein Dorn im Auge. Die ganze Sache war ein Fehlschlag.
Er war eine Art Priester und außerdem steinreich. Man nannte ihn einen Mönch und er trug safranfarbene Gewänder und ich hasste ihn wegen seiner Arroganz. Er hielt sich für allwissend.
Eines Tages wollte ich ein großes Haus in der Innenstadt von ihm pachten, und er verspoottete mich. “Sie sind dumm”, sagte er. “Sie sind geliefert, wenn Sie in diesem Geschäft bleiben. “Die Blöden werden ganz schnell weggeputzt.”
“Ich verstehe”, sagte ich. “Ich bin blöde. Ich bin geliefert. Aber ich glaube, ich weiß etwas, das Sie nicht wissen.”
Er lachte. “Unfug”, sagte er. “Sie sind ein Narr. Sie wissen gar nichts.”
Ich nickte respektvoll und beugte mich näher zu ihm, als wollte ich ihm ein Geheimnis zuflüstern. “Ich kenne die Antwort auf das größte Rätsel überhaupt”, sagte ich.
Er musste lachen. “Und was soll das sein?”, fragte er. “Ich kann Ihnen nur raten, damit Recht zu haben. Ansonsten bring ich Sie um.”
“Ich kenne den Klang des einhändigen Klatschens”, sagte ich. “Endlich habe ich die Antwort gefunden.”
Jetzt lachten mehrere andere Buddhisten im Raum laut auf. Ich wusste, dass sie mich demütigen wollten, und sie dachten, ich wäre ihnen in die Falle gegangen – weil es auf diese Frage keine Antwort gibt. Diese Safranbastarde haben uns seit Ewigkeiten mit dieser Frage zum Narren gehalten. Dass wir an ihr scheitern, bereitet ihnen diebisches Vergnügen.
Ho ho. Ich ging abrupt in die Hocke und ließ meine linke Hand locker hinterm Knie hängen. “Kommen Sie näher”, sagte ich zu ihm. “Ich möchte Ihre erhabene und unlösbare Frage beantworten.”
Als er seinen glänzenden Glatzkopf ein wenig näher in meinen Bannkreis neigte, sprang ich plötzlich auf und schlug ihm mit der Innenfläche meiner linken Hand heftig aufs Ohr. Ich hatte absichtlich mit hohler Hand zugeschlagen, um dem Aufprall maximale Wucht zu verleihen. Eine kleine isolierte Luftpackung wird abrupt und mit Quantengeschwindigkeit durch die Eustachische Röhre und ins Mittelhirn getrieben. Das verursacht starke Schmerzen, Angst und eine extreme Gewebeschädigung.
Der Mönch taumelte seitwärts, umfasste in Höllenqualen mit beiden Händen den Kopf und schrie vor Schmerzen. Dann fiel er zu Boden und beschimpfte mich: “Sie Schwein”, krächzte er. “Warum haben Sie mich so geschlagen, dass mein Trommelfell geplatzt ist?”
“Weil genau das”, sagte ich, “der Klang des einhändigen Klatschens ist. Genau das ist die Antwort auf Ihre Frage. Ich bin jetzt im Besitzt der Antwort, und Sie sind taub.”
“Das stimmt”, sagte er. “Ich bin taub, aber ich bin auch klüger geworden. Ich bin jetzt auf andere Art weise.” Er grinste geistesabwesend und reichte mir die Hand.
“War mir ein Vergnügen”, sagte ich. “Als Doktor ist das ja schließlich mein Job.”
Tatsächlich bemühen wir uns zum Beispiel im Bereich der gesprochenen bzw. geschriebenen Sprachen um Verständigung, betrachten sie als Kommunikationsmittel. Wir wünschen uns also kein eigenes, sondern im Gegenteil ein gemeinsames Zeichensystem. Warum also sollte jemand auf der Suche nach einer eigenen Bildsprache sein?
Vermutlich geht es den meisten auch nicht um einen Bildstil, sondern – so meine Befürchtung – eher um Unverwechsel- und Wiedererkennbarkeit. Das jedenfalls ist mein Eindruck, wenn ich beobachte, dass Inhalte verschiedenster Art mit stets denselben Gestaltungsmitteln ins Bild gesetzt werden. Dass also z.B. ein Industrieroboter, eine Landschaft, eine 20jährige Nackte und ein Pflanzenstillleben im Querformat mit offener Blende, Verlaufs- und Weichzeichnungsfilter bei hochfrontalem Licht digital fotografiert und anschließend die Ergebnisse in den Gelb- und Rottönen entsättigt werden. Das klingt nicht nur albern, sondern ist es auch, wird aber dennoch nicht selten so ähnlich praktiziert. Die Ergebnisse sind in ihrer Gesamtheit so unverwechselbar wie Leute, die übelriechend, schlecht frisiert und mit Speiseresten befleckt in Erscheinung treten – außergewöhnlich, aber nicht einmalig, dafür aber stets unerwünscht. Um beim Thema zu bleiben: Es wird allenfalls trunken gelallt und nicht gesprochen.
Mich beschleicht der Verdacht, bis hierher etwas polemisch zu klingen, und ich gelobe Besserung. Ich schreibe diese Zeilen nämlich nicht, um mich lustig zu machen, sondern, weil ich mich leidenschaftlich für die Bildnerei im Allgemeinen und die Fotografie im Besonderen begeistere und mich für ihre Entwicklung engagiere. Es geht mir – die Überschrift deutet es an – um den Zusammenhang zwischen Bildern und Wirklichkeit, zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Autor und Motiv. Um Klarheit und Präzision im Denken, im Schaffen. Um Zeichen und Bedeutung. Um Wirkkraft, Mut, Authentizität.
Die bildsprachlichen Gestaltungsmittel, z.B. Form(at), Fläche und Linie, Farbigkeit, Kontrast usw., sind vielfältig, das Vokabular unerschöpflich, das Regelwerk komplex, aber nicht undurchschaubar. In aller Regel gehen vom Sujet eines Bildes im Zusammenspiel mit dem Verwendungszweck auch Erfordernisse aus. Wir können deshalb nicht mit einer stets gleichen Manier oder Masche jedem beliebigen Bildgegenstand gerecht werden. Wir sollten uns Fragen stellen: Wer, wie, wo, was, warum soll abgebildet werden? Wir sollten die Ergebnisse sorgfältig daraufhin kontrollieren, ob sie frei von technischen und gestalterischen Fehlern den Erfordernissen genügen. Wir sollten den Mut und die Souveränität besitzen, unzureichende Ergebnisse zu vernichten, bevor sie jemand zu Gesicht bekommt. Wenn wir regelmäßig und dauerhaft auf die so angedeutete Weise vorgehen, wird schnell und verläßlich etwas entstehen, was die Arbeit sehr erleichtert: Klarheit, Präzision, ein Gespür für Qualität und zuletzt intuitive Sicherheit. Klingt das nicht begeisternd, animierend, wünschenswert?
Es werden sich aber auch Vorlieben herauskristallisieren, und ich kenne nur sehr wenige ernstzunehmende Fotografen, die sich allem widmen. Vielmehr erfolgt fast immer irgendwann schon aus ökonomischen Gründen eine Spezialisierung, eine Selbstbeschränkung auf wenige Themen. Vielleicht bildet sich dann ein eigener Stil, der sich aber hoffentlich immer aus dem Bildgegenstand entwickelt und eben nicht aus dem krankhaften und/oder verzweifelten Bemühen um Einmalig-, Unverwechsel-, um Wiedererkennbarkeit.
Solltest Ihr an diesem Punkt jemals ankommen und schon angekommen sein, bleibt weiter bemüht, stellt euch weiter jede Menge Fragen. Wäre es nicht toll, sich über die grundlegende Erkenntnis freuen zu können, warum ihr Autos, künstlerischen Akt, Landschaft oder Reportagefotografie zu eurem Betätigungsfeld auserkoren habt? Warum ihr in die Schwärze des Nachthimmels fotografiert, bevorzugt im Winter an hochgelegenen, meist schwer zugänglichen und unwirtlichen Orten? Was ist so spannend am Mond, der Milchstraße, den Planeten? An Haut, Gesichtern, Augen? An Glanz und Gloria? An der Abstraktion?
Warum Bilder schaffen und nicht am Strand liegen, sich sonnen, ein Buch lesen? Ficken, fressen, saufen, spielen?

Hier steht mein Hut. Falls Du etwas hineinwerfen möchtest, freue ich mich sehr und bedanke mich recht herzlich! Falls nicht, hoffe ich trotzdem, dass diese Zeilen für dich in irgendeiner Weise nützlich sind oder zumindest die Lektüre eine Freude.
PS: ‘Sinn machen’ gibt es im Duden (noch) nicht. Warum bloß? Genauso übrigens wie die stark einsturzgefährdete Sprachkonstruktion, [Hauptsatz], weil [Hauptsatz], also z.B. “Das funktioniert nicht, weil das ist kaputt.” Ach ja, die Sprache. Wer es noch nicht gehört hat: Kanak Sprak. Herr Zaimoglu braucht auch Geld. Obwohl es ihm hoffentlich deutlich besser geht als mir … Finanziell betrachtet. ;-)
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An den Adern reiben, das Blut pulsieren sehen

Was sonst noch? Weil sich mein malträtierter Körper mal wieder etwas launenhaft gezeigt hat – vor allem die Knie -, ich aber noch ein ambitioniertes sportliches Ziel erreichen möchte, habe ich nach den auskurierten Beschwerden an einem Wandermarathon teilgenommen, um mich mental durch ein kleines Erfolgserlebnis zu stärken. Mir fehlte das Vertrauen in den eigenen Körper und seine Belastbarkeit, aber jetzt ist alles wieder gut, so dass ich mich voller Zuversicht auf die größere Herausforderung vorbereiten kann.
Ich erwähne das an dieser Stelle, weil der Sport wieder einmal exemplarisch die Wirksamkeit einer mE sehr geeigneten Methode, mit Verunsicherungen aller Art, also auch künstlerischer, umzugehen bzw. sie zu beseitigen, nachgewiesen hat.

Beim Auswählen der Fotos, die ich euch zeigen würde, hat mich musikalisch das Herbert Pixner Projekt begleitet. Hört mal rein, richtig geiler Scheiß!

Wenn euch die Bilder gefallen, ihr mein Wirken unterstützen wollt, mir nicht nur wohlgesonnen seid, sondern das auch zeigen wollt, beschenkt mich oder bewerft mich mit Geld. Hier steht mein Hut.
Falls speziell du das noch nie getan hast und dich fragst, warum am Ende jedes Beitrags ein Hinweis dieser Art geschrieben steht, erläutere ich das gerne: Die Tatsache, dass ich gerne Bilder produziere und Texte schreibe, befreit auch mich leider nicht von der Notwendigkeit, verschiedene Dinge mit Geld zu bezahlen. Außerdem tut auch die Bestätigung nicht nur richtig gut, die sich durch kleine oder große Geschenke manifestiert, sie ist vielmehr ein Quell der Freude und des inneren Antriebs. Danke für Deine Aufmerksamkeit, für Dein Verständnis!
J. Adorf – Ortlos I, 2016, als Print erhältlich
In dem Film ‘Pink Cadillac‘ gibt es eine Szene, in der eine hübsche Blondine – sie ist mittels am Türgriff befestigter Handschellen auf dem Beifahrersitz des titelgebenden Autos gefesselt und allein – von einem Exhibitionisten mit den Worten ‘Na, wie gefällt Dir das?’ belästigt wird.
Hier hat nun kürzlich der ‘Chefausbilder’ des DFB nebensächlich zu einem Thema den Mantel aufgeschlagen, zu dem er vielleicht besser geschwiegen hätte. Er sagte: “Das ist wie bei einer Vernissage, wo dann Menschen ergriffen vor einer Leinwand mit Farbklecksen stehen, sich fragen, was ihnen der Maler sagen wollte und anschließend irrsinnig viel Geld dafür bezahlen. Was uns der Maler sagen wollte? Nichts.”
Meine Eltern hielten Fußball in den 1970er Jahren für einen Proletensport und deshalb für mich ungeeignet – oder umgekehrt. Mich konnte das seinerzeit nicht davon abhalten, mich einige Jahre neben den üblichen leidigen Pflichten eines Schülers fast ausschließlich mit diesem Sport zu beschäftigen, und ich habe dabei sehr viel gelernt, das weit über die kreidigen Grenzen des Spielfelds hinausweist. Herrn Wormuth ist möglicherweise dieses Glück weder auf dem Fußballplatz noch andernorts zuteil geworden, könnte mal wohlwollend befürchten und sich so die traurige Gestalt erklären, die er im Zusammenhang mit Kunst abgibt.
Aber auch mit Epson-Bronzemedaillen geehrte Wettbewerbsfotografen haben zu ihren Fotos befremdliche Meinungen. So erläutern sie ‘Die wichtigsten Zahlen und Fakten des Projektes vorweg:
– Mehr als 3 Monate Vorbereitung für die Set-Ideen, Masken, Kostüme und Locations
– Drei volle Tage Fotoshooting on Location
– Mehrere, individuell gestaltete Szenen mit professionellem Lichtsetup
– Professionelle, individuelle Maske per Set
– 25 Gigabyte an Rohdaten
– 165 Gigabyte an TIF- und JPG-Dateien
– Native Panoramagrößen von 10.500 x 5.750 Pixeln mit bis zu 15 Photoshop Ebenen
– Mehr als 100 Stunden Panorama- und Photoshop Post-Retusche’
und halten diese Daten offenbar für aussagekräftig oder wollen damit die Qualität ihrer Fotos untermauern. Ich befürchte, das Publikum interessiert sich überhaupt gar nicht für diese Angaben, weil die genannten Features keinen spürbaren Einfluss auf das Seherlebnis haben, sondern allenfalls etwas über die Haltung der Bildautoren bzw. ihre Qualifikation preisgeben.
Na ja, vielleicht klinge ich etwas mürrisch, aber mal ehrlich: Wollt ihr wissen, wie lange jemand braucht, bis er eine brauchbare Idee hat, wie umständlich er Bilder bearbeitet, bis er sie vorzeigbar findet, ob ein Lichtsetup ‘professionell’ ist usw.?
Meine Bilder – und damit auch ich als Kunstschaffender – wollen übrigens tatsächlich weder den Frank Wormuths dieser Welt noch meinem hoffentlich geneigteren Publikm etwas sagen, sondern sie wollen exakt das Gegenteil: Sie wollen kluge Fragen stellen. Deshalb ist mir schon diese dümmliche Was-will-mir-der-Künstler-sagen-Haltung suspekt, gleicht sie doch dem sprichwörtlichen Aufzäumen eines Pferdes von hinten.
Glücklicherweise äußern sich ab und zu auch Leute anderen Kalibers, z.B. Sir Simon Rattle: “All the next years the arts are going to have to struggle to an extraordinary degree,” sagt er, “and we’re going to have to remind people that they need the arts. It’s a necessity – like the air they breathe and the water they drink.”
“Was ist der Unterschied zwischen Ignoranz und Arroganz?” “Das weiß nicht, aber es ist mir auch egal!”
Die eingangs erwähnte Blondine antwortet im Film: “Sieht aus wie ein Pimmel, nur kleiner.”
Schickt mir Geld, beschenkt mich! Dankeschön!
]]>Ein gutes Foto – was auch immer der Einzelne darunter verstehen mag – gelingt wahrscheinlich den allermeisten irgendwann. Täglich und jederzeit auf hörchstem Niveau zu fotografieren, können hingegen nur wenige. Eine außerordentlich hilfreiche Methode, sich solchen Ansprüchen zu nähern, sind m.E. genau solche kurzen erläuternden, ergänzenden oder über das Bild hinausweisenden Texte, weil sie früher oder später, ganz sicher aber zwangsläufig zu wesentlich konzentrierteren und zielgerichteren Betrachtungen führen. Sie ergänzen die bereits früher empfohlene präzise und gründliche, vor allem aber unvoreingenomme Revision, der zumindest die eigenen Hauptwerke unterzogen werden sollten.
Dass dieses Foto ausreichendes Interesse geweckt hat, um es letztlich in die Selektion zu schaffen, freut mich sehr und würdigt ein wenig meinen Forschergeist an der Grenze zwischen Malerei und Fotografie. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich!
In Abfall I hatte ich versprochen, über den ungesuchten und doch gefundenen Schatz des erwähnten Diakonvoluts zu berichten und damit angedeutet, der Beitrag habe doch noch eine Pointe. Ich käme mir seltsam vor, sie als Fotograf zu beschreiben, anstatt sie zu zeigen. Zum großen Glück besteht nämlich diese Möglichkeit, und auch das ist ein sehr wichtiges Bild des vergangenen Jahres: Danke, Stefanie!

Für 2017 wünsche ich euch ganz herzlich Glück, Gesundheit und Erfolg! Bleibt mir gewogen.
Euer Jürgen Adorf
Es war zwar gerade erst Weihnachten, falls Du mich aber trotzdem beschenken möchtest …
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1
Dieses Jahr habe ich in einem frisch erworbenen Konvolut von Dias eine Schachtel mit der Aufschrift ‘Abfall’ entdeckt und gehofft, in genau dieser wahre Schätze heben zu können. Doch sie war für mich eher eine Enttäuschung, es befanden sich lauter technisch einwandfreie Fotos in ihr, der Zahn der Zeit, Aufnahme- oder Entwicklungsfehler hatten sie unbeachtet gelassen, es waren weder das Bernsteinzimmer noch die Rückseite des Mondes abgebildet.
2
Eine ganze Schubkarre voller in braunen C5-Umschlägen verpackten Fotoabzüge fand sich im Straßengraben an einer nachts unbeleuchteten Stelle. Dort lagen die verworfenen Bilder einige Tage oder Wochen bei Sonnenschein und Regen, bei Wärme und Kühle, bis sie auf meinem Operationstisch landeten. Es lebten Krabbeltiere zwischen ihnen, wurde ich gewarnt. Auf den Abbildungen fand ich sehr mutig bekleidete Gäste von zahllosen Schaustellerbällen oder Diskoveranstaltungen in der deutschen Provinz. Ich konnte verstehen, dass sie keine Verwendung mehr fanden. Ungeziefer habe ich nicht entdeckt.

Fotoabzüge, ungezieferfrei – einfach mal draufklicken!
3
Täglich finde ich im Eingangsordner meines eMail-Programms Nachrichten, die ich ungelesen, aber händisch lösche. Leider kann ich diesen Vorgang nicht automatisieren, weil sie sämtlich von den eMail-Providern stammen und deren Blacklists sich konsequent weigern, den jeweiligen Provider aufzunehmen. Meine Lieblingsbetreffzeile zwischen all den Gewinncodes, den ultimativ letzten Möglichkeiten für einen günstigen Handytarif, den wahrheitswidrigen Behauptungen, ich liebte Fernsehen, ist jedoch die Aufforderung: ‘Entfernen Sie Datenmüll von Ihrem PC’. Mach’ ich ganz unaufgefordert, aber gezwungenermaßen ständig.

4
Als kürzlich ein Gasversorger anrufen ließ, um mir mittels einer verführerischen Telefonstimme ein unwiderstehliches Angebot zu unterbreiten, obwohl ich gar keinen Gasanschluss habe, begann ich zu verstehen, dass etwas so sehr falsch sein kann, dass noch nicht mal das genaue Gegenteil richtig wäre …
5
Mein Personalausweis ist nun auch Abfall, weil er abgelaufen ist und solche Dokumente nicht verlängert werden. Es könnte ja sein, dass ich das Geschlecht gewechselt habe und/oder mich nun doch entschlossen habe, einen Gott anzubeten. Dass ich mich frisch rasiert fotografieren lassen und mir sofort anschließend einen IS-Hipster-Bart wachsen lassen könnte – oder umgekehrt -, ist hingegen völlig irrelevant. Die Biometrie für das neue Passbild werde ich mittels Bildbearbeitung minimalinvasiv korrigieren, schließlich möchte ich gerade bei Kontrollen einen guten Eindruck hinterlassen.
Über die ganz oben erwähnten Dias und den Schatz, den ich gar nicht gesucht, aber dennoch gefunden habe, berichte ich dann nächstes Mal. So ganz pointenfrei soll dieser Beitrag zwar heute enden, aber schließlich nicht bleiben.
Eigentlich schon 50 Shades of Grey gelesen? Nine Inch Nails gehört? Gemüsetartar gegessen? Pirna besucht? Manches davon habe ich getan, aber nicht alles. Zum Glück!
Dankeschön für die Treue, mit der sich immer noch viele von euch begeistert für meine Bilder und Beiträge interessieren, obwohl ich 2016 an dieser Stelle nur wenig vorgezeigt habe. Mein Wunschzettel freut sich auch immer, wenn ihm die eine oder andere Last von den schmalen Schultern genommen wird.
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