Mehr zum Fallbeispiel Zürich, Turnerstrasse
Suchen Sie ein gutes Beispiel für eine Begegnungszone? Fussverkehr Schweiz bietet Ihnen auf dieser Seite eine Auswahl an «best practices» aus verschiedenen Kontexten: Altstadt, Bahnhofplatz, Geschäftsquartier, Schule, Wohnquartier, öffentlicher Verkehr und Kantonsstrasse.
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]]>Mit rund 150 kleinen Begegnungszonen verfügt Bern in vielen Quartieren über ein wachsendes Netz von Quartierstrassen, in denen die Verkehrssicherheit und die Lebensqualität verbessert werden konnten. Seit 2015 ist die Stadt einen Schritt weiter gegangen und hat insbesondere in den folgenden Quartieren grossflächige Begegnungszonen über mehrere Strassenzüge eingerichtet: Beaumont, Burgfeld, Breitfeld, Eisenbahnerquartier, Hochfeld, Marzilli, Muesmatt, Obstberg, Wylerquartier und Gryphenhübeli (in Planung).



Fotos: Muesmatt Quartier, Bern © Fussverkehr Schweiz
Bei der Planung von Begegnungszonen werden im Vorfeld auch Markierungsversuche und temporäre Umgestaltungen durchgeführt, wobei die Quartierbenutzer:innen in den Planungsprozess einbezogen werden. Dies ist beispielsweise im Muesmattquartier (Nähe Länggassstrasse) der Fall, wo eine grossflächige Begegnungszone geplant wurde. Zuerst wurde eine Testphase mit stadträumlichen Gestaltungselementen durchgeführt, um die geeignetsten Aufwertungsmassnahmen zu identifizieren.
Als Sonderfall einer Begegnungszone ist die Mittelstrasse zu erwähnen. Diese Begegnungszone liegt an einer Einkaufsstrasse und ist stark befahren (ohne ÖV) und wird im Sommer jeweils Donnerstag-, Freitag- und Samstagabend temporär für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Die Einrichtung ist sehr einfach – zwei Absperrgitter auf jeder Strassenseite, mobiles Mobiliar und Blumentöpfe – und wird sehr gut angenommen.



Fotos: Mittelstrasse, Bern © Fussverkehr Schweiz
Quelle
]]>Städte wie Sion, Delémont, Chur, Martigny oder Langenthal, die mit ihren Begegnungszonen positive Erfahrungen gemacht haben, haben diese in Fussgängerzonen umgewandelt oder wollen dies tun.
Ein Überblick über einige Beispiele, die ursprünglich als Begegnungszonen eingerichtet wurden und nun ganz oder teilweise zu Fussgängerzonen geworden sind:
Mit dem Abschluss der Arbeiten am Churer Bahnhofplatz wurde 2007 zunächst eine provisorische Begegnungszone südlich des Bahnhofs eingerichtet. Während der einjährigen Versuchsphase dienten Testgestaltungen als Entscheidungsgrundlage für die definitive Gestaltung der Begegnungszone und der umliegenden Strassen (Bahnhofstrasse, Alexanderplatz, Steinbockstrasse, Quaderstrasse, Zeughausstrasse). Zwischen 2009 und 2015 wurde das Projekt realisiert. Der letzte Schritt war schliesslich die Fussgängerzone, die den Bahnhof mit dem Martinsplatz in der Altstadt verbindet, was die Attraktivität der Zone verbessert hat.



Die Neugestaltung der früher stark vom Autoverkehr benutzten Place du Midi in Sion ist die erste Etappe einer Reihe von Neugestaltungen der öffentlichen Räume in der Walliser Hauptstadt. Der Erfolg der Begegnungszone auf der Place du Midi wurde unter anderem dadurch ermöglicht, dass die Parkplätze auf dem Platz stark reduziert wurden, wodurch der Fahrzeugstrom auf dem Platz verringert wurde. Seit 2022 ist die Place du Midi während der Sommerpause eine Fussgängerzone. Ein Bouleplatz, Sitzgelegenheiten und begrünte Schattenplätze werden für diese Zeit eingerichtet, und die Buslinien werden vorübergehend umgeleitet. Im Anschluss an den Platz wurden die Avenue du Midi, die Rue des Remparts und die Rue du Grand-Pont ganz oder teilweise zu Fussgängerzonen.



Der Bahnhofplatz Delémont wurde 2003 zunächst als Einbahnstrassen-Begegnungszone umgestaltet und 2016 mit der Eröffnung des Busbahnhofs für den motorisierten Verkehr (ausser Bussen und Taxis) gesperrt. Diese Entwicklung konkretisiert eine Planung, die in Etappen und mit Einbezug der Bevölkerung und des Gewerbes umgesetzt worden ist.



Weitere Informationen
]]>Der direkte Zürichseeanstoss der Gemeinde Richterswil – also das Thema Wasser und der historische, kulturelle, wirtschaftliche und soziale Bezug zum See – ist zentraler Inhalt des Neugestaltungskonzepts. Die ringförmige Belagsstruktur stellt ein Wellenmuster dar und schafft einen übergeordneten Zusammenhang, der den Dorfkern lesbar macht. Das Gestaltungsprinzip ist durch Belagswechsel einerseits und die Anordnung des öffentlichen Strassenraums à-Niveau ohne Trennung von Geh- und Fahrbereich andererseits gekennzeichnet.
Die à-Niveau-Gestaltung eröffnet Spielräume für eine flexiblere Nutzung des öffentlichen Strassenraums, etwa bei Anlässen wie Märkten oder Festen. Verschiedenartige Möblierungs- und Gestaltungselemente schaffen Aufenthaltsbereiche, Sitzmöglichkeiten, Wasserflächen und Pflanzinseln.
Das «Lädelisterben», das Richterswil stark beschäftigt hat, konnte dank der Umgestaltung des Dorfkerns gestoppt werden. Den Geschäften im Dorf geht es erfreulicherweise wieder besser. Die neu geschaffene und attraktive Begegnungszone zieht neue Geschäftsideen an – Richterswil führt sogar eine Warteliste.
Einweihung: 2022
Dauer: 2018-2022
Kosten der Arbeiten: 2,981 Mio.
Bauherrschaft: Gemeinde Richterswil, Werke
Bauleitung: P. Meier & Partner AG
Unternehmer: Hagedorn AG
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]]>Die Schweizer Städte und ihre Einwohnerinnen und Einwohner setzen sich zunehmend für eine Aufwertung der öffentlichen Räume ein. Dies setzt eine Neuverteilung der Verkehrsflächen inklusive der Parkplatzangebote voraus. Während die Strassenräume bis in die 1980er-Jahre weitgehend dem motorisierten Individualverkehr (MIV) vorbehalten blieben, ist in den letzten Jahrzehnten, eine Ausbreitung von Fussgänger-, Tempo-30- und Begegnungszonen zu konstatieren.
Mit der Publikation der Studie «Urbane Strassenraumnutzung in der Schweiz – Explorative Studie zu verschiedenen Instrumenten mit Fokus auf den Superblock», zieht die Städtekonferenz Mobilität (SKM) Bilanz über das Massnahmenspektrum zur Aufwertung der öffentlichen Räume in den letzten 25 Jahren.
Die von der HEIG-VD und der ZHAW verfasste Studie gibt einen Überblick über die Lösungsansätze und Instrumentarien zur Umgestaltung des öffentlichen Raums in der Schweiz und im Ausland. Ausführlich wird auf das Konzept der Superblocks eingegangen, das in der Stadt Barcelona entwickelt und umgesetzt wurde. Im Hinblick auf das Wohl der Bevölkerung und der Verbesserung der Klimabedingungen berücksichtigt dieser integrierte Planungsansatz ein breites Massnahmenspektrum: öffentliche Räume, Förderung der aktiven Mobilität, Stadtgrün, Wasser- und Versickerungsflächen sowie eine angemessene Hierarchisierung des Strassennetzes. Mehrere Schweizer Städten klären zurzeit die Umsetzbarkeit des Superblock-Ansatzes ab.

Foto: Superblocks von Sant Antoni, Barcelona, © RdA Suisse
]]>Die Einrichtung von Begegnungszonen in Wohnquartieren ist ein wichtiger Ansatzpunkt, um die Lebensqualität in dichten Quartieren zu verbessern. Dennoch findet heute in diesen Zonen noch zu wenig Aneignung durch die Bevölkerung statt. Ziel des Pilotprojekts war es, Erfahrungen zu sammeln und Empfehlungen zu formulieren, wie die Belebung in Quartierstrassen gefördert werden kann.
Das Institut Siedlung, Architektur und Konstruktion der Berner Fachhochschule begleitete das Projekt wissenschaftlich und veröffentlichte eine Studie, die die Wirkung der durchgeführten temporären Gestaltungen dokumentiert. Einfache Massnahmen während des Projekts führten zu einer stärkeren Nutzung der Strasse und zu mehr Interaktionen. Temporäre Strassenumgestaltungen können tatsächlich einen Beitrag an die Verbesserung der Aufenthaltsqualität leisten. Sie erzeugen attraktivere Freiräume zum Spielen vor der Haustür, tragen zur Stärkung des sozialen Austausches im Quartier bei und fördern die aktive Mobilität.
Fussverkehr Schweiz und DOJ haben nach Abschluss des Projekts Empfehlungen formuliert, um bessere Rahmenbedingungen für die Realisierung von temporären Gestaltungen zu schaffen.
Resultate des Projekts: Anleitung und Empfehlungen
]]>Ein grosser Teil des Einzelhandelsangebots ist in der Regel in den Stadtzentren zu finden. Diese Einkaufsstrassen sind in der Schweiz und insbesondere in den Altstädten häufig entweder Fussgängerzonen oder mit dem Auto unter dem Regime einer Begegnungszone zugänglich.
Geschwindigkeitsreduzierungen und die damit einhergehenden Umgestaltungen sollen das Flanieren angenehmer machen, die Zentren beleben, aber auch Kunden bringen.
Eine aktuelle Studie dokumentiert in sechs mittelgrossen Städten der Westschweiz Mobilitätsweisen um in jene Einkaufsstrassen gelangen. Sie zeigt, welche Verkehrsmittel bevorzugt werden, wie die Einkaufsstrassen wahrgenommen werden und welche Erwartungen an den öffentlichen Raum gestellt werden.
In Vevey gehört die Rue du Conseil, die sich in einer Begegnungszone befindet, zusammen mit der Rue du Lac (Fussgängerzone) zu den untersuchten Strassen. Die Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Personen heute aktive Verkehrsmittel benutzt, um ins Stadtzentrum zu gelangen, nämlich 45% zu Fuss und 10% mit dem Velo. Personen, die in Vevey wohnen, nutzen fast ausschliesslich aktive Mobilitätsarten. Die Frequentierung von ausserhalb der Gemeinde ist jedoch beträchtlich und erfordert unter anderem, dass das Stadtzentrum vom Hinterland aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist. Darüber hinaus sind die Erwartungen an mehr Sitzbänke in der gesamten Altstadt hoch.
Ein zusammenfassendes Merkblatt enthält Empfehlungen, wie der Rahmen der Rue du Conseil genutzt und die Attraktivität der Innenstadt gesteigert werden kann. Darin wird unter anderem eine Harmonisierung der Geschwindigkeitsregelungen in der gesamten Altstadt erwähnt.
Vollständiger Bericht, Daten nach Städten (Zusammenfassung auf Deutsch)
Zusammenfassende Publikation (auf Deutsch)






Fotos: Die Rue du Conseil in Vevey, eine Begegnungszone mit Geschäften (© Fussverkehr Schweiz).
]]>Temporäre Gestaltungen des öffentlichen Raums haben in den letzten Jahren in der ganzen Schweiz an Bedeutung gewonnen. Sie bieten die Möglichkeit, die aktive Mobilität wieder in den Vordergrund zu rücken, das Gehen zu fördern und den Aufenthalt und die Begegnung durch die Neugestaltung und Verbesserung der Attraktivität des Strassenraumes zu verbessern. Insbesondere nicht gestaltetet Begegnungszonen können von solchen Massnahmen profitieren. Ein Beispiel dafür ist die Begegnungszone an der Kyburgstrasse in Zürich, die im Rahmen des Modellvorhabens «Bewegen, Begegnen und Beleben in Quartieren von Bern und Zürich» von Anwohnerinnen und Anwohnern aller Altersgruppen temporär umgestaltet werden konnte.
Auf Wochen, Monate oder Jahre befristete Interventionen im öffentlichen Raum ermöglichen der Bevölkerung ihre Stadt neu zu entdecken. Gleichzeitig wird mit partizipativen Prozessen gezielt auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingegangen.
Welches sind die Erfahrungen und was sind die Herausforderungen? Anhand von Beispielen wird gezeigt, dass temporäre Gestaltungen die Chance bieten, im urbanen Raum zu experimentieren, sich diesen anzueignen und ihn gegebenenfalls weiterzuentwickeln.
Diese Publikation wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) anlässlich der Fachtagung von «Fussverkehr Schweiz» vom 28. Juni 2023 zum Thema «Probieren geht über studieren» erstellt.
Materialien Langsamverkehr Nr. 163, Fussverkehr Schweiz, ASTRA, 44 Seiten, Juni 2023