Die von Binet in seinen Stoff eingeflochtene Existenz einer
siebten Sprachfunktion klingt plausibel, ist jetzt auf gespenstische Weise aktuell, spielt aber im Diskurs über die
Sprachfunktionen keine Rolle. Noch nicht? Oder ist das egal?
Liest hier noch jemand?
.
]]>Ähem, da steht seit Ewigkeiten eine E-Mail-Adresse auf meiner Kontakt-Seite?
]]>Ich denke ja bei dem Begriff „Palatalisierung“ immer an ein grammatisches Phänomen, nämlich die Angleichung eines tiefen Wurzelvokals an einen palatalen Vokal [i, j] in der schwachtonigen Nebensilbe, was u.a. der Grund dafür ist, dass die Mehrzahl von /Gast/ auch heute noch /Gäste/ lautet. Ein ähnliches Phänomen wie die nord-west-germanische Hebung also.
]]>herzlichen Glückwunsch erst einmal zu deinem Magister. Wenn ich es zeitlich schaffe, werde ich diese Arbeit kursorisch lesen.
Viele Grüße
Patrick
]]>Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist schön und gut. Aber das allein reicht nicht, wir brauchen auch Rahmenbedingungen, in denen dieses Recht realisiert werden kann. Wir brauchen Möglichkeiten, am Datenverkehr teilzunehmen, ohne uns auf die datenausbeuterischen Bedingungen einlassen zu müssen, die uns diejenigen auferlegen wollen, die diese Kommunikationskanäle anbieten/verkaufen. Wir brauchen eine Ethik, die es unethisch findet, so viele Daten wie möglich zu sammeln, zu speichern, meistbietend zu verkaufen oder auszuwerten, wie nur irgend möglich. Und diese Ethik soll Ausdruck in gemeingültigen Datenschutzbestimmungen finden. Gemeingültig deshalb, weil jeder gleichberechtigt am Datenverkehr teilnehmen können und nicht etwa ausgeschlossen sein soll, weil er nicht bereit ist, sich daten-ausbeuterischen Bedingungen zu unterwerfen.
Die Spackeria, das was ich von ihr mitbekommen habe, vertritt den Standpunkt: „Ach, was soll’s. Soll’n sie doch meine Daten sammeln, speichern, meistbietend verkaufen und auswerten. Daran kann ich doch eh nichts ändern.“ Sie geben ihr Recht auf informationelle Selbstbestimmung kampflos auf. Denn wenn sie sich widerstandslos den Bedingungen unterwerfen, die ihnen jemand anbietet, der daraus Gewinn zieht, dann bestimmen sie nicht selbst über ihre Informationen, sondern unterwerfen sich einer Fremdbestimmung.
]]>3 Et clamabat alter ad alterum et dicebat:
“ Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus exercituum;
plena est omnis terra gloria eius ”.
[…]
7 Quia tres sunt, qui testificantur:
8 Spiritus et aqua et sanguis; et hi tres in unum sunt.
Das liegt in der Tat näher an dem „Duo Seraphim“ Text dran, als das Hohelied. Wie auch immer ich zu dieser Info gekommen bin. Danke für die Korrektur!
]]>Ich finde tatsächlich im „Canticum Canticorum“ [Link] keine identische oder ähnliche Textstelle; das ist ja auch thematisch was ganz anderes. Ich kann leider nicht mehr nachvollziehen, ob ich die Info aus Kurtzmann oder Bartlett habe. Gut möglich, dass ich einfach etwas verwechselt habe. Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass es falsch in den Quellen steht, zumal ja die Zahl der bibelfesten Leser groß genug ist, als dass das früher schon mal aufgefallen wäre.
Kannst du vielleicht genauere Textangaben zu Jesaia etc. machen, am besten mit Direktlinks zur Vulgata? Dann kann ich der Sache noch mal genauer nachgehen. Jedenfalls ist der Text nicht marianisch assoziiert, der Teil der Info dürfte korrekt sein.
]]>Ich finde es immer wieder erschreckend, auf welch Reaktionen man stößt, wenn man solch Gedankengut gegenüber Anderen äußert und wie sich dieser „Virus“ in vielen festgesetzt hat, dass es sich hierbei um etwas absolut Falsches handelt, obwohl es diese Art der Beziehungen schon länger als dieses Jahrhundert gibt.
Was tut mehr weh? Das Geheime, hinter dem Rücken seines Partners oder das offene Gespräch darüber, seine Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen zu äußern und zu versuchen, gemeinsam auf einen Nenner zu kommen und ggf. einen gemeinsamen Weg einschlagen, Erfahrungen sammeln, anstatt es zu Verheimlichen, Eifersucht und misstrauen zu schüren und dem Anderen nicht mal die Chance zu geben, sich damit auseinander zu setzten und entscheiden zu können ob man selbst diesen Weg mitgehen möchte/kann. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis habe ich leider viel zu oft die Erfahrung gemacht, dass in einigen Partnerschaften einfach viel zu wenig geredet wird. Was man mit guten Freunden bis ins kleinste Detail auseinander pflückt und sich ungezwungen über so ziemlich alles unterhält und auch amüsiert, ist es in manch einer Beziehung der größte Horror darüber zu sprechen.
]]>ich habe vor einiger Zeit selbst begonnen mich etwas autodidaktisch an Jazz-Klavier zu versuchen.
Kann dazu sehr die Bücher von Mark Levine empfehlen der Idiotensicher (also wie für mich geschaffen) von den Basics bis zum fortgeschrittenen Grad alles wichtige beibringt.
Falls du also noch keinen Lehrer gefunden hast, kannst du ja mal reinschnuppern – und vor allem: Alle wichtigen Kadenzfolgen fleisig durch alle Tonarten üben z.B.(II- 7 9 V 7 9 13 Imaj 7 9 und nicht vergessen: im daumen der rechten hand liegt in 99% der fälle die terz oder die septime)
Frohe Übetage!
Eugen
]]>So. Wenn ich von geschütztem Verkehr spreche, dann meine ich selbstverständlich auch geschützten Oralverkehr und was den Jungen betrifft: Kinder sind weit weniger vorurteilsbehaftet als Erwachsene. Wenn sie mit bestimmten Situationen aufwachsen, finden sie sie einfach normal. Ansonsten spreche ich mit ihm über Aspekte der Sexualität ebenso ungezwungen wie über Anderes auch. Denn ich möchte nicht, dass er wegen meines verklemmten Rumgedruckses selbst verklemmt wird.
]]>Was mich auch noch interessieren würde: Wie erklärst du die ganze Sache eigentlichen eurem Sohn?
]]>Ich weiß, dass in meinem Chor das Latein meist nach den Aussprachekonventionen gesprochen wurde, die im Land des Komponisten für das Lateinische üblich sind. Da Orff Deutscher war, würde ich hier auch deutsche Konventionen ansetzen, also c vor hellen Vokalen (e/i) wie [tz] und vor dunklen (a/o/u) wie [k]. Das ist ja im Grunde genommen auch das, was mein Vorredner sagt. Viel Erfolg!
]]>Wie Sie selber sagen, sprach jeder entsprechend seiner muttersprachlichen Zugehörigkeit die Laute unterschiedlich, und so ist es ja heute noch. Wenn ein Amerikaner z. B. „Jesus Christus“ sagt, klingt das ganz anders, als wenn ein Deutscher das ausspricht, und wieder anders von einem Franzosen usw.
In Ihrer Anfrage geht es praktisch nur um die Aussprache des „c“ in verschiedener lautlicher Umgebung. Die deutsche Aussprache des c, die im 19. und 20. Jahrhundert und jedenfalls zu Zeiten Orffs an den Schulen üblich war, ist leicht erklärt: vor dunklen Vokalen und dunklen Diphthongen (a, au, o, u) und vor Konsonant wie ein k, vor hellen Vokalen und hellen Diphthongen (ae, e, oe, i) wie ein z.
(Beispiele: casa -> kasa; causa -> kausa; contra -> kontra; custos -> kustos; Caesar -> Zäsar; ocelli -> ozelli; coeptum -> zöptum; crescit -> kreszit)
Im übrigen kann man sich selbst ein ganz brauchbares Bild machen, wenn man davon ausgeht, wie bekannte lateinische Namen oder Wörter in den einzelnen Sprachen heute ausgesprochen werden, z. B. Cato, Caesar, Cicero. Da werden Sie schnell merken, dass das „tsch“ typisch italienisch ist, das „ss“ typisch französisch usw.
Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!
]]>Das, was Maenner von sich geben, dient immer und ausschlieszlich der Erhaltung unbewuszter Privilegien, und niemals, um eine Argumentation inhaltlich zu fuehren.
Das würde ich jetzt so auch nicht unterschreiben. Ich kenne ausreichend Männer, die inhaltlich mit mir diskutieren.
Den Rest deines Kommentars verstehe ich nicht.
]]>http://techniknoergler.wordpress.com/2012/10/07/der-wahn-um-die-statistische-gleichverteilung/
]]>Das mit dem, was Butler wirklich gesagt hat? Neulich war das noch bei der FR verlinkt, und das waren ja fast schon beiläufige Bemerkungen im Rahmen einer Diskussion. Worauf sich seitdem die Welt stürzt. Bei Foucault waren es wenigstens noch Zeitungsartikel, und weil der wenigstens noch Mann war, wurde das auch nicht so brutal ausgefochten wie bei Butler.
Findest Du wirklich, dasz hier das Geschlecht Foucaults in irgendeinem Zusammenhang zur oeffentlichen Bewertung zu seinen Sympathien zu Khomeini steht?
oder auch hier:
Bei ihr rasten Männer einfach aus. Was übrigens auch daran liegt, dass ihr ganzer Denkstil auf plumpes Draufhauen und Verdichtung verzichtet, das macht die auch nervös, die lieber an Polarisierungen entlang denken.
Ah, so sind die Maenner also: immer auf Polarisierung aus! Mit gegen ganze Menschengruppen gerichtete pauschale Vorverurteilungen hat das aber nix zu tun.
Wie man sieht, spielt das Geschlecht desjenigen, der ein Argument vortraegt, die entscheidende Rolle, ob es stichhaltig ist. Das, was Maenner von sich geben, dient immer und ausschlieszlich der Erhaltung unbewuszter Privilegien, und niemals, um eine Argumentation inhaltlich zu fuehren.
Der Artikel, dem ich beide Zitate entnommen habe, koennte ueberhaupt ein Lehrbeispiel fuer schlechtes Diskutieren abgeben. Da werden mutwillig Zusammenhaenge hergestellt, wie der zwischen Butlers juedischer Abstammung, Israel, Antiimperialismus, der Gendertheorie und weisz der Geier was, um weiszen, heterosexuellen Maennern Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit hereinzuschmieren, sobald sie Gender doof finden. Mit Butlers Arbeiten, und der Kritik an ihnen beschaeftigt man sich nicht. Viel lieber unterstellt man weiszen, heterosexuellen Maennern pauschal persoenliche Feindschaft geggenueber Butler auf Grund ihres Judentums und ihres weiblichen Geschhlechts.
Das ist ein Einzelfall. dielillys Bemerkung bezieht sich sicherlich aber auf dieselben Erfahrungen.
]]>Es gibt weitere Beispiele dafür in der mhd. / mnd. Literatur, z. B. Bei Heinrich von Veldeke:
„Tristrant muste ane sinen danc / stade sin der koninginnen, / want poisun heme dar tu dwanc / mere dan di cracht der minnen.“
Wenn es dich beruhigt, ich vertrete das nicht und ich glaube, auch Frau von der Leyen nicht und sonst niemand, weil das absoluter Quatsch ist. Ich vertrete einen Feminismus, der darauf aufmerksam macht, dass die biologische Disposition eines Menschen den gesellschaftlichen Umgang, den wir miteinander pflegen, sehr viel weniger bestimmt, als es unsere Sozialisation tut. Unter „Gender“ verstehe ich eine geschlechts-spezifische Sozialisation, z.B. die gesellschaftliche Erwartungshaltung, dass eine biologische Frau schwach und einfühlsam ist, während ein biologischer Mann kämpfen muß und nicht weinen darf. Ich glaube auch, dass Männer darunter, dass man ihnen allein aufgrund ihres biologischen Geschlechts bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensweisen unterstellt oder von ihnen erwartet, ebenso leiden wie Frauen und bin daher der Meinung, dass wir eine männliche Emanzipation von gesellschaftlichen Rollenbildern von „Männlichkeit“ dringend nötig haben.
Was nun die Benachteiligung betrifft, so behaupte ich, dass eine weibliche Sozialisation durchaus zu Benachteiligung in Wettbewerbssituationen führt und dass der Grund dafür, dass Frauen in Medizin-Einstufungstest schlechter abschneiden als Männer, durchaus dort zu suchen ist. Wenn du meinst, die Erziehung sei nicht der Grund dafür, was ist dann deiner Meinung nach der Grund? (Ernstgemeinte Frage) Falls du jetzt etwas antwortest wie: „Frauen sind halt einfach schlechter, ungeeigneter für das Medizin-Studium“, dann wiederholst du genau die Hypothese, die es jahrelang verhindert hat, dass Frauen überhaupt studieren durften. Frauen wären aufgrund ihrer Biologie ungeeignet, an der Biologie könne man nichts ändern, daher müsse man akzeptieren, dass Frauen nicht studieren (können/sollen/dürfen), hieß es. Die Gender-Studies behaupten aber, Frauen seien nicht aufgrund ihrer Biologie, sondern aufgrund ihrer Erziehung ungeeignet, sich in Wettbewerbssituation ebenso durchzusetzen wie Männer. An der Erziehung kann man etwas ändern, also was ändern wir und wie, um ein Gleichgewicht herzustellen?
An diesem Punkt kann man Anfangen, darüber zu diskutieren, ob eine Quote sinnvoll ist oder nicht. Aber wenn man das Problem nicht erkennt, nämlich dass es eher eine Frage der Erziehung und weniger eine Frage der Biologie ist, dann kann man gar nicht sinnvoll über Lösungsmöglichkeiten nachdenken, nämlich weil uns unsere Biologie gegeben ist.
Also frage ich dich: Was verstehst du unter „gesellschaftliches Geschlecht“, was verstehst du unter „Benachteiligung des gesellschaftlichen Geschlechts“, „Warum schneiden deiner Meinung nach Frauen in dem Medizin-Eingangstest im Schnitt schlechter ab als Männer?“, „Warum weinen Männer seltener in der Öffentlichkeit als Frauen?“, „Was, wenn überhaupt, willst du dagegen unternehmen, was ist d.E. der richtige Weg?“ und „Was, in Eris Namen, hat all das mit Frau von der Leyen und den Netzsperren zu tun?“.
]]>Aber man kann die Probe auf’s Exempel ja mal machen: Das nächste Mal, wenn du das Gefühl hast jemand sage „Du bist X, also Y“, dann schau ihm in die Augen und frage ruhig nach: „Hast du gerade gesagt, ich sei X also Y?“ Ich bin mir sicher, dass die meisten Menschen darauf „Nein, (ich habe gesagt, das…)“ antworten werden. Und wenn dem so ist, dann kommt die Debatte eventuell sogar weiter, wenn man dem „Nein“ erst einmal glaubt und ernsthaft versucht herauszufinden, was der Gegner eigentlich meint, bzw. warum man etwas anderes versteht.
Dass Leute über wichtigen Themen wie Rassismus oder Feminismus in hitzige Wortgefechte ausbrechen, ist ja kein Zeichen von Dummheit, sondern eigentlich ein Zeichen dessen, dass ihnen diese Themen am Herzen liegen. Wenn sie ihnen aber am Herzen liegen, dann lohnt es sich auch zu versuchen, ihre Ansichten zu verstehen, weil es wahrscheinlich ist, dass sie sich dazu Gedanken gemacht haben.
]]>Die Frage ist also, werden die jungen Männer „gegen ihren Willen zur Liebe gezwungen“ (âne ir dank) oder werden sie „unter Lob/Jubel zur Liebe gezwungen“ (an ir dank). Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass tatsächlich das Erste gemeint ist.
]]>Die Frage ist: Was kann man tun, wenn man von dem Vorwurf, „Du weiß, du Rassist“, „Du Mann, du Frauenfeind“ oder „Du deutsch, du Nazi“ frustriert ist, weil einem immer wieder vorgeworfen wird, man sei etwas (Rassist, Fauenfeind, Nazi), mit dem man sich so ganz und gar nicht identifizieren kann? Was tut man, wenn man, sobald man sich über diesen Vorwurf beschwert, den Vorwurf nur noch zu verstärken scheint? Wie kommt man aus diesem Dilemma wieder heraus?
Also, als ich glaubte, ein guter Freund werfe mir Antisemitismus vor und sehr verletzt deswegen war, da war ich auf dem Standpunkt: „Man wird ja wohl noch Israel kritisieren dürfen, ohne gleich eins mit der Antisemitismuskeule übergebraten zu bekommen!“ Aber weil der Vorwurf von einem guten Freund kam, wollte ich verstehen, warum er mir das vorwirft. Also habe ich mir Leute angeschaut, die ICH für Antisemiten halte. Ich habe mir angeschaut wie sie reden, was sie ihren Gegnern vorwerfen und welche Argumente sie verwenden. Ich habe festgestellt, dass sie blöderweise genau dasselbe taten wie ich: Sie wehrten sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus, indem sie dem Gegner eine absurde Behauptung unterschoben (z.B. „Du behauptest, ich sei ein Nazi, nur weil ich stolz auf die Deutsche Nationalelf bin“), um sich anschließend darüber lustig zu machen, wie lächerlich diese Behauptung ist. Und das Publikum fragte nicht etwa, ob der Gegner das wirklich behauptet hatte, sondern schloss sich nur dem Gelächter über die Blödsinnigkeit der vermeintlichen Behauptung an. Ich erkannte, dass mein Freund mir gar nicht vorgeworfen hatte, Antisemit zu sein, weil ich Israel kritisierte, sondern dass er mir vorgeworfen hatte, das Verhalten echter Antisemiten zu kopieren, indem ich, wie sie, eine unwahre Behauptung aufstellte – nämlich die, dass man mir Antisemitismus vorwerfe, weil ich Israel kritisiere.
Mein Tipp: Schau dir das Verhalten derjenigen an, die DU (nicht irgendjemand) für Frauenfeinde, Rassisten oder was auch immer hältst, analysiere es! Und wenn einer darüber lacht, dass ein anderer behauptet, er sei Frauenfeind nur weil er einen Penis habe, dann schließe dich nicht dem Gelächter an, sondern frag nach, ob das wirklich, ernsthaft behauptet wurde – und zwar bei der Person, der das vorgeworfen wird. Mir hat das geholfen zu verstehen, was mir mein Freund eigentlich vorgeworfen hatte. Ich sehe nun deutlich, dass ich es, als ich noch glaubte, er werfe mir Antisemitismus vor, nur weil ich Israel kritisiert hatte, nicht verstanden hatte.
]]>Bei mir war das nie in persönlich geführten Gesprächen – da versuche ich Leute so lange plattzureden bis sie endlich mal aufhören, um den heißen Brei zu schießen und ihre eigentlichen Bedenken vorbringen. 😉
Meine Fälle waren gelesene, an die Allgemeinheit gerichtete, Argumente in Blogposts o.ä. (Was auch mein Mangel an Interesse erklärt, nachzuverfolgen, ob die Person patent dumm oder einfach nur „argumentativ komisch“ (aus meiner Sicht) ist.)
Ich erkenne Deinen Punkt an – unter der Annahme, dass ich das nicht falsch interpretiert habe, wo ich gerade keine entscheidbare Aussage zu fällen kann. Sollte jemand etwas _trotzdem_ schreiben gehe ich nicht hin und tue das als Phänomen ‚der Bewegung‘ ab. Das wäre zu einfach.
Der Punkt, den ich rüberbringen will: Ich verstehe es aber genau so gut, dass es Leute gibt, die von sowas extrem frustriert sind – und ich vermute(!), dass es tatsächlich dumme Menschen gibt, die ursprungs erwähnte ‚Argumente‘ voller Überzeugung bringen.
Und da habe ich dann tatsächlich nicht mehr Potential als für Spott – über das Individuum.
Das Problem ist, dass es zu viele Menschen gibt, denen abhanden geht, dass sich über eine einzelne Person lustig machen, je nach Person, schnell zu einem Abgrenzen von der ganzen „subjektiv definierenden Eigenschaft“ der Person führen kann, wie Du auch schon sagtest. Leider passiert das natürlich nicht nur beim Verfasser von solchem Spott, sondern auch bei den Lesern – so dass auch dort Überreaktionen vorkommen ob vermeintlicher Bagatellisierung von „Gedankendelikten“. [Ja, die Formulierung ist überspitzt.] Und das ganze sich dann hoch- und hinwegeskaliert.
]]>Auch das gibt es und dessen werde ich mir jetzt erst richtig bewußt, weil ich es vor kurzem selbst erlebt habe. Ein guter und sehr schlauer Freund warf mir vor Antisemit zu sein, nur weil ich Israel kritisiert hatte – oder zumindest hatte ich das Gefühl, er werfe mir das vor, nur weil ich… Aber das tat er eigentlich gar nicht. Er warf mir völlig zu Recht etwas ganz anderes vor, was ich aber damals nicht verstanden habe, weil ich mich durch den vermeintlichen Vorwurf des Antisemitismus derart schwer angegriffen und verletzt fühlte, dass ich selbst gar nicht mehr in der Lage war, sachlich zu debattieren. Ich war kurz davor hinzuschmeißen und zu sagen: Scheiße, dann bin ich halt ein Scheiß-Antisemit, Scheiße nochmal!
Jedenfalls, was ich damit sagen will, ist: Wenn man die absolut hohlköpfige, unsinnige Behauptung „Penis = Frauenfeind“ als Argument ernst genug nimmt, als dass man glaubt, sich davon durch Spott abgrenzen zu müssen, dann hat man die sachliche Debatte darüber, was Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus wirklich sind, bereits verlassen. Niemand, der nicht für dumm gehalten werden möchte, kann ernsthaft behaupten, jemand sei allein deshalb Frauenfeind, weil er einen Penis hat. Was aber an der Sache noch viel tückischer ist, ist das: Der Redetrick „Du behauptest, ich sei Frauenfeind, nur weil ich einen Penis habe, dabei sieht jeder, wie lächerlich diese Behauptung ist!, wird halt auch von echten Frauenfeinden verwendet, um Kritik an Frauenfeindlichkeit generell ins Lächerliche zu ziehen. Wenn man das verwendet und also das Niveau der sachlichen/vernünftigen Debatte freiwillig aufgibt, dann macht man es damit echten Frauenfeinden, Rassisten und Nazis einfacher. Indem man ihr unversehentliches Verhalten versehentlich kopiert oder wiederholt, schafft man allgemeine Akzeptanz für dieses rassistische, frauenfeindliche, antisemitische Verhalten. Mir war das selbst lange Zeit nicht so klar, daher finde ich es umso wichtiger mich jetzt sehr entschieden davon abzugrenzen.
]]>Alledings halte ich den tweet auch nicht für ironisch, sondern eher für so augenrollend-übertreibend-überdrüssig.
]]>Mit dem deutschen Pass habe ich nicht exakt so ein Erlebnis gehabt, aber auf die Aussage hin „Ich bin Deutscher“ wurde ich schon Faschist geschimpft. [Und wehe, man findet es sogar gut, in Deutschland zu leben.]
Das sind bedauerliche Einzelfälle (welche man leider nicht wegen offensichtlicher Geisteskrankheit abtuen könnte), aber sie existieren.
]]>In Deinem Bericht waren auf jeden Fall ein paar sehr gute Denkanstöße. Regel 1 und 3-5 sind mir intuitiv auch schon gekommen, Regel 2 ist neu und sinnvoll.
Interessant wäre auch mal ein Erfahrungsbericht von einem (Ehe-)Paar, welches schon zwanzig/dreißig Jahre so lebt und wie es beiden emotional geht.
]]>Besten Dank und Gruß!
]]>Danke LeV, dann hat sich das schon erledigt….
LG, Marisa
]]>Du behauptest, meine Beziehung, die ich als eine feste geschildert habe, sei in Wirklichkeit nicht fest, sondern aufgrund ihrer Offenheit unfest/lose. Vielleicht betrachtest du Offenheit sogar als das Gegenteil von Festigkeit oder bist der Meinung, dass nur eine „unfreie“ (d.h. monogame?) Beziehung wirklich fest sein könne. Jedenfalls kommst du zu dem absurden Schluß, in einer offenen Beziehung könne es kein gegenseitiges Vertrauen geben.
Ich sehe das alles sehr anders und Vernunft und Logik geben mir da Recht. Die Festigkeit einer Beziehung macht sich meinem Verständnis nach an der Enge der Bindung fest, die Offenheit hingegen an der Zahl der Bindungen. Offenheit und Festigkeit sind ergo zwei verschiedene Dimensionen. Und weil sie keinen kausalen Zusammenhang haben, unterliegen sie der Möglichkeit freier Kombinatorik: Eine Beziehung kann fest und geschlossen sein (Monogamie), sie kann fest und offen sein (Polygamie), sie kann lose und geschlossen sein (monogame Fickfreundschaft) oder lose und offen (polygame Fickfreundschaft) sein. Würde sich Festigkeit an der Zahl der Bindungen fest machen, wie es deinem Verständnis entspricht, könnte es nur entweder Mono-Ehen oder Poly-Freundschaften geben, wofür es in der Realität zahlreiche Gegenbeispiele gibt. Der Begriff der „Offenheit“ wäre in diesem Falle redundant, was er in Wirklichkeit aber nicht ist. Festigkeit und Geschlossenheit, bzw. Unfestigkeit und Offenheit synonym zu verwenden, wie du es tust, ist nicht sprachökonomisch. Dein Verständnis von Festigkeit ist ergo nicht besonders plausibel.
Was nun die Festigkeit meiner offenen Ehe betrifft: Ein gemeinsames Bett, einen gemeinsamen Alltag, den Wunsch, füreinander da zu sein und miteinander alt zu werden, aber vor allem auch eine auf Vertrauen und Ehrlichkeit basierende emotionale Bindung sowie intellektuelle Geborgenheit im Gedankenaustausch – das alles empfinde ich doch als ziemlich eng. Ich sehe keinen Punkt, in dem die Enge (d.h. nach meinem Verständnis die Festigkeit) meiner Beziehung der Enge monogamer Beziehungen irgendwie nachstünde. Sie ist, im Gegenteil, von derselben, wenn nicht sogar von höherer Güte, da wir uns trotz Offenheit, trotz der Existenz anderer Partner, jeden Tag neu für das gemeinsame Leben entscheiden. Das Gegenteil wäre erst noch zu beweisen.
Welche konsistenten Definitionen, welche Beweise kannst du für die „Richtigkeit“ deiner Gedanken anführen?
]]>Wie kann ich als Urheber im Zweifelsfall beweisen, dass das Gedicht mein Gedankengut ist?
Wie dem auch sei, danke schonmal für die oben aufgeführten Infos, aber es wäre echt super, wenn da noch jemand eine Antwort zu hätte….
LG, Marisa
]]>@Ole: Ja, wie gesagt, ich muß da noch ein bisschen an mir arbeiten, bis das für mich ohne Nummer 5 geht.
]]>Ich für meinen Teil, habe nicht so ein großes Problem mit dem Vorschwärmen, so lange ich zeitnah ebenfalls etwas Bestätigung erhalte.
Sonst verfalle ich ebenfalls schnell in Unsicherheit, was letztlich ja der Grund für Eifersucht ist.
Regel 1-4 könnte ich aber so als Grundsatz gut unterschreiben.
]]>Was soll überhaupt dieser persönliche Angriff? Das hat doch überhaupt nichts mit der Sache zu tun, genauso wenige wie folgendes:
„Mir rabulistische Rhetorik und Strohmann-Argumente zu unterstellen, beeindruckt mich nicht. Auch ich habe die antiken Schriften zur Redekunst gelesen… im Original, du Aufschneider!“
Schön, und wofür ist das jetzt relevant? Deswegen kannst du keine Strohmann-Argumente bringen? Doch, kannst du…
„Aber sie hat auch gezeigt, dass Frauen nicht von Natur aus ungeeignet sind, auf die Universität zu gehen, an Wahlen teilzunehmen, Berufe zu ergreifen und in den Chefetagen zu sitzen und dass Männer nicht von Natur aus ungeeignet sind, Kinder zu erziehen und den Geschirrspüler einzuschalten.“
Stimmt, aber darum ging es ja nicht. Strohmann halt.
Es geht um den Gender-Feminismus (der, wie ich schon schrieb, das biologische Geschlecht nicht leugnet, aber das für relevanter gehaltene gesellschaftliche Geschlecht als das benachteiligte Geschlecht _definiert_!). Und den gibt es, denn du scheinst ihn ja offenbar auch zu vertreten.
„Und wenn du jetzt nicht langsam ein valides Argument gegen meine anfängliche Kritik (die Sache!) anführst oder wenigstens erklärst, worin der logische Zusammenhang zwischen Netzsperren und Feminismus d.E. bestehen sollte, dann schließe ich die Kommentare in diesem Artikel und bitte dich, dein Recht auf freie Meinungsäußerung an anderer Stelle wahrzunehmen.“
Dann empfehle ich dir mal meinen Beitrag hier (http://abgedichtet.org/?p=1037#comment-843) nochmal zu lesen. Da schrieb ich:
„War auch nicht direkt die Behauptung. Punkt (4) habe ich zumindest nicht behauptet. Kann aber sein das FvL Forderung auch ein Auswuchs der Mentalität des Gender-Feminismus ist, den es natürlich gibt.“
Was ich jedoch verteidige ist die Kritik am Gender-Feminismus, der sich zum Beispiel in so etwas heir äußert:
http://derstandard.at/1343743730235/Mediziner-Test-Maenner-fuehlen-sich-benachteiligt
“ und was wir als Gesellschaft tun können, um die Nachteile, die uns aus unserer sozialen Prägung erwachsen, zu überwinden.“
Quoten wären hierzu auf jeden Fall der falsche Weg. Ebenso persönliche Angriffe.
]]>Es nutzt nichts, meine Kritik besteht fort: Die Forderung nach Netzsperren als feministische Forderung darzustellen, um dann die Aversion der Netzwelt gegen Netzsperren als Argument gegen den Feminismus zu verwenden, ist unangemessen und ergo demagogisch. Keines deiner Argumente konnte das bisher widerlegen und dein verschämtes Ausweichen auf eine allgemeine Gender-Debatte (von wegen „zur Sache“, die Sache ist eine ganz andere!), die an anderer Stelle zu führen ich explizit erbeten hatte, zeigt mir, dass du a) keine Argumente gegen meine Kritik vorzubringen im Stande und b) ein ziemlicher Ignorant bist.
Ich glaube indes nicht, dass deine Ignoranz und dein Aufschneidertum (typisch männliches Verhalten) biologisch begründet sind. Ich denke auch nicht, dass der Umstand, dass überwiegend Männer Täter und Frauen Opfer von sexueller Gewalt sind, dass überwiegend Männer in den Chefetagen sitzen und Frauen den Haushalt schmeißen und die Kinder erziehen, dass überwiegend Männer für die gleiche Arbeit besser bezahlt werden als Frauen – dass diese Unterschiede biologisch bedingt sind. Das ist angewöhnt, weil wir so erzogen wurden, dass wir uns in einer Weise verhalten, die diese Folgen hat. Und daher wären wir auch in der Lage, die Welt durch Sensibilisierung und Verhaltensänderung zum Besseren, d.h. zu einer Augenhöhe zwischen den Geschlechtern zu wenden. (Wobei Augenhöhe nicht Gleichmachung der biologischen Unterschiede, sondern einen Ausgleich der Machtverhältnisse meint.) Für die Frage, ob wir unsere Gesellschaft verändern können oder nicht, ist die Frage, ob unser Verhalten angeboren oder anerzogen ist, sehr relevant. Denn wenn es nämlich angeboren ist, brauchen wir es gar nicht erst zu versuchen.
Die Historie hat zwar gezeigt, dass Frauen überwiegend am Herd standen. Aber sie hat auch gezeigt, dass Frauen nicht von Natur aus ungeeignet sind, auf die Universität zu gehen, an Wahlen teilzunehmen, Berufe zu ergreifen und in den Chefetagen zu sitzen und dass Männer nicht von Natur aus ungeeignet sind, Kinder zu erziehen und den Geschirrspüler einzuschalten. Und deshalb lohnt es sich, für eine Veränderung der Gesellschaft, für einen Ausgleich der Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern zu kämpfen. Es lohnt sich für Männer ebenso wie für Frauen, um jedem, unabhängig von seinem Geschlecht, die freie Selbstentfaltung zu ermöglichen.
Und wenn du jetzt nicht langsam ein valides Argument gegen meine anfängliche Kritik (die Sache!) anführst oder wenigstens erklärst, worin der logische Zusammenhang zwischen Netzsperren und Feminismus d.E. bestehen sollte, dann schließe ich die Kommentare in diesem Artikel und bitte dich, dein Recht auf freie Meinungsäußerung an anderer Stelle wahrzunehmen.
]]>In wie fern nun irgendwelche Verhaltensunterschiede angeboren oder anerzogen sind ist nicht so einfach a priori zu klären. Auch bei Primaten finden sich schon Verahltensunterschiede im Kleinkinderalter, egal ob in freier Wildbahn oder in Gefangenschaft. Wieso man da keine sachlichen Gegenargumente, sondern nur Dogmatismus entgegensetzen kann (kombiniert mit rabulistischer Rhetorik)…
Ist aber auch ziemlich irrelevant (außer für die Forschung), denn was macht es denn z.B. für die Frage einer Quote für einen Unterschied ob die statistischen Unterschiede nun durch anerzogene oder angeborene Verhaltensunterschied kommen? Unterschiedliches Verhalten erklärt unterschiedliche Ergebnisse. Durch eine Quote die eine Anpassung des Verhalten überflüssig macht, würde man das ja gerade nicht ausgleichen. Was nicht heißt das andere Umerziehungsmaßnahmen besser seien, wenn sie effektiver und nicht kontraproduktiv wären.
Über die Frage wie man eine Verstärkung von anerzogenen Rollenklisches im Kleinkinderalter und während der Erziehung mindern kann, darüber mag es sich zu reden lohnen. Aber ich habe eh schon den Eindruck, dass unsere heutige Kultur eher Unterschiede ausgleich, anstatt sie zu verstärken. Den Eindruck gewinnt man zumindest, wenn man bedenkt, dass sich bisher fast nur sexistische Kulturen gebildet haben und zwar unabhängig von einander. Es gab im Vergleich zu heute weitaus gefestigtere Rollenklischees und Rollenverteilung nach Geschlecht und meistens (wohlgemerkt: unabhängig voneinander entwickelt, auf verschiedenen Kontinenten!) wurde der männlichen Rolle dabei auch die Machtrolle zugewiesen. In den wenigen matriachalischen Kulturen die sich entwickelt haben, hatten zwar die Frauen das sagen, dann haben sie aber auch fast die komplette Arbeit gehabt und die Männer waren eher wenig sesshafte Drohnen, die zwar auch mal körperliche Arbeit zu verichten hatten, aber überwiegend doch eher von Ort zu Ort faltterten, um als Befruchtungspartner in einer Ehe auf Zeit zu dienen – und sich dann vom Acker zu machen. Für die Versorgung während der Ehe auf Zeit war die Frau zuständig. Kein feministisches Ideal also. Das Urmatriachat ist dagegen eine Legende.
]]>War auch nicht direkt die Behauptung. Punkt (4) habe ich zumindest nicht behauptet. Kann aber sein das FvL Forderung auch ein Auswuchs der Mentalität des Gender-Feminismus ist, den es natürlich gibt.
“ Es gibt keinen wie auch immer gearteten homogenen “Gender-Feminismus” und die Unterstellung einer “Sektenartigkeit” ist diffamierender Bullshit!“
Von homogen war nicht der Reden, das ist ein Strohmann, und wenn der „Gender-Feminismus“ nicht existiert, wie kann ich ihn dan diffamieren?
]]>Aber ist das, war diese bescheuerten Forderungen ausspricht nicht idiotisch?
Der, welcher diese bescheuerten Forderungen ausspricht, ist ein Mensch. Ein Mensch kann ein Idiot und seine Forderungen können idiotisch sein. Sofern er daraus eine Lehre macht, kann auch die Lehre idiotisch sein.
Du behauptest, es gäbe eine Lehre (1), es gäbe eine Gruppe von Menschen, die dieser Lehre anhinge, bzw. davon indoktriniert sei (2), diese Lehre oder Gruppe sei eine bes. Strömung des Feminismus (3) und VdLs Forderung nach Netzsperren sei zugleich ein Beweis für die Existenz und Idiotie dieser Strömung (4).
Ich widerspreche deinen Behauptungen 3 und 4 und finde daher eine Debatte über 1 und 2 an dieser Stelle sinnfrei. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, die Forderung nach Netzsperren sei eine feministische gewesen, d.h. eine, die die Gleichstellung von Frauen zum Ziel oder sonstig irgend etwas mit dem Frau-Sein zu tun gehabt hätte. Hier fehlen Beweise. Dass sie von einer Frau mit dem Argument des Kinderschutzes geäußert wurde, heißt nicht, dass es sich um eine feministische Forderung handelt.
Der Begriff „Gender“ wurde eingeführt, um auf den Unterschied zwischen biologischem und sozialisiertem Geschlecht hinzuweisen. Niemand negiert die Existenz biologischer Unterschiede. Was negiert wird, ist die m.E. völlig richtige Erkenntnis, dass die sozialen Unterschiede in erstaunlich geringem kausalen Zusammenhang zu den biologischen stehen. Es sind nicht deshalb weniger Frauen in Führungspositionen, weil Frauen von Natur aus kein Interesse daran haben oder weil sie ihrer Biologie nach ungeeignet dafür sind. Das ist anerzogen, das ist von Kleinauf trainiert, weil es für uns alle, Männer wie Frauen, seit Generationen normal war/ist, dass Männer die Chefs sind. Deshalb fordert eine entsprechend sozialisierte Gesellschaft implizit (nicht explizit, sondern durch ihre Umgangsformen), dass Menschen sich in die für ihr biologisches Geschlecht vorgesehenen sozialen Rollenbilder von Männlichkeit und Weiblichkeit fügen, dass sie sich „normal“ verhalten. Dagegen begehren Feministen zu Recht auf und diesen Diskurs markiert der Begriff „Gender“. Es gibt sehr verschiedene Ansichten darüber, wo die Grenzen zwischen biologischem und sozialem Geschlecht verlaufen, welches die Mechanismen sind, die soziales Geschlecht prägen und was wir als Gesellschaft tun können, um die Nachteile, die uns aus unserer sozialen Prägung erwachsen, zu überwinden. Das sind die Punkte, die man diskutieren kann und sollte*. Das passiert natürlich und führt auch innerhalb des Feminismus zu ganz heterogenen Ansichten. Es gibt keinen wie auch immer gearteten homogenen „Gender-Feminismus“ und die Unterstellung einer „Sektenartigkeit“ ist diffamierender Bullshit!
Aber das alles hat nichts, aber auch gar nichts mit der idiotischen Forderung nach Netzsperren zu tun! Wenn Danisch das nun durch eine Schilderung persönlicher Eindrücke aktiv in einen Zusammenhang bringt, dann ist das keine Feminismus-Kritik, sondern die Instrumentalisierung eines populären Themas zum Zwecke der Diffamierung feministischer Positionen. Das ist idiotisch und du fällst auch noch darauf rein!
* an anderer Stelle
]]>Weil du dich darüber aufgeregt hast, das die genannte Lehre als Sektenlehre bezeichnet wurde. Das klang so, als wolltest du sie verteidigen.
„Was ich Danisch und dir vorwerfe, ist zu versuchen, die Welt von der Idiotie des konkreten Allesmöglichen zu überzeugen, in dessen Namen angeblich diese bescheuerte Forderung ausgesprochen wurde.“
Aber ist das, war diese bescheuerten Forderungen ausspricht nicht idiotisch? Warum nicht darauf hinweisen? Weil die meinst, das gäbe es nicht? Doch, ist sogar recht weit verbreitet, nennt sich Gender-Mainstreaming bzw. Gender-Feminismus. Natürlich nicht in der Bevölkerung weit verbreitet, aber es gibt die entsprechenden Kreise.
Ging es dir nur um das Reizwort Feminismus? Feminismus sei nur dass, was du dafür hälst? Nun, der Gender-Feminismus hat mit dem ursprünglichen Feminismus auch nicht viel gemeinsam, aber warum dann nicht den Gender-Feminismus anprangern, sondern sich durch Kritik am Gender-Feminismus selber angesprochen fühlen?
]]>Ich distanziere mich von Netzsperren, ich distanziere mich von Forderungen, die zur Unterdrückung von Menschen egal welchen Geschlechts und Alters beitragen. Ich distanziere mich davon, dass alle Forderungen, die von einer Frau geäußert werden, für feministische Forderungen gehalten werden. Und – du wirst staunen – ich distanziere mich sogar von dem kurzsichtigen Irrglauben, dass alle Forderungen, die von einem Feministen im Namen des Feminismus geäußert werden, feministische Forderungen sind.
Hey, natürlich fordern Idioten weltweit im Namen Allesmöglichen irgendwelchen dämlichen Scheiß. Ein sachlicher Umgang wäre es, dann erläuternd die Idiotie einer solchen Forderung sichtbar zu machen (wie es ja im Falle der Netzsperren vielfach geschah). Was ich Danisch und dir vorwerfe, ist zu versuchen, die Welt von der Idiotie des konkreten Allesmöglichen zu überzeugen, in dessen Namen angeblich diese bescheuerte Forderung ausgesprochen wurde. Denn das ist selbst idiotisch; mal ganz abgesehen davon, dass ich es nicht für faktisch gegeben halte, dass Netzsperren überhaupt im Namen eines wie auch immer gearteten Feminismus gefordert wurden.
]]>Ein hervorragender Kommentar. Besonders dieser Satz bringt es auf den Punkt.
Mit einer der besten Artikel, die ich zu dem Thema gelesen habe!
]]>„Alles klar, na das ist ja an der jüdischen Weltverschwörung schon nah dran.“
Gegen eine solche Unterstellung muss ich mich allerdings noch verwahren. Wenn die genannten Lehren und das widersprüchliche Verhalten gegenüber Feministen auf der einen und Nicht-Feministen auf der anderen Seite dich nicht dazu bringen dich vom Genderfeminismus zu distanzieren (nach der Motto: „Das hat nicht mit meinem Feminismus zu tun“), sondern du dich nur über die Bezeichnung dieser Lehre als Sektenartig aufregst, hängst du dieser von mir skizierten Lehre dann an? Das würde mich ernsthaft interessieren, ich hoffe ich erhalte da noch eine Antwort.
]]>„Daran, Gleichberechtigung für Frauen zu fordern, kann ich auch erst einmal nichts Schlechtes erkennen.“
Das ist nun aber schlicht ein Strohmann-Argument (http://de.wikipedia.org/wiki/Strohmann-Argument). Als wenn der Wunsch nach Gleichberechtigung der heute verbreitete Kritikpunkt am Feminismus wäre. Vielleicht bei den Piusbrüdern.
Vielmehr wird der heute Gender-Feminismus kritisiert. Dieser zeichnet sich durch einige interessante Aspekte aus:
1. Geschlecht ist (von den offensichtlich vorhandenen, aber nur für die Fortpflanzung relevanten, körperlichen Unterschieden einmal abgesehen) nur ein gesellschaftliches Konstrukt. Ist das Geschlecht aber nur ein gesellschaftliches Konstrukt, wie definiert man dann überhaupt Frau bzw. weiblich? Na klar: Über die Diskriminierung bzw. die (angeblich) diskriminierende, logisch-mathematisches Denken angeblich abgewöhnende Erziehung von Mädchen.
2. Dies nun über ihre Diskriminierung und (angeblich) mangelnden mathematisch-logischen Fähigkeiten verursachte Benachteiligung soll (evt. mit staatlichen Regulierungen und Zwang) später ausgeglichen werden. Schlieslich können Mädchen ja nichts dafür, dass man ihnen mathematisch-logisches Denken von klein auf ausgetrieben habe.
3. In Talkshows, Reden, Texte und Diskussionen an und mit Nichtfeministen bzw. der Öffentlichkeit reden Gender-Feministen plötzlich ganz anders. Wie bei einer Sekte. Da kommt man ja auch nich gleich mit der Geschichte vom intergalaktischen Diktator Xenu, der uns in Kinos Gehirngewaschen habe, bevor (oder nachdem?) er unsere Seelen alle in Supervulkane steckte um uns mit Atombomben in die Atmosphäre zu sprengen und psychisch zu schädigen…
]]>Es gibt nicht DEN Feminismus. Es gibt auch die DEN Gender-Feminismus. (Was auch immer das sein soll.) Natürlich ist Feminismus auch eine politische Strömung, weil Politik nun einmal die Arena ist, in der wir um gemeingesellschaftliche Umgangsformen ringen. Daran, Gleichberechtigung für Frauen zu fordern, kann ich auch erst einmal nichts Schlechtes erkennen. Aber auch die Fragen nach konkreten politischen Forderungen oder Zielen des Feminismus, sind alles andere als banal, einseitig oder geschlossen (s. Quoten, da haben auch Feministen verschiedene Ansichten).
Natürlich gibt es auch Politiker, die bestimmte Forderungen mit feministischen oder vermeintlich feministischen Positionen verargumentieren (s. Forderung nach Verbot von Prostitution, weil die armen Frauen). Es mag sogar sein, dass VdL das getan hat, obwohl ich mich an derlei echt nicht erinnern kann. Ich glaube aber, dass die Zahl von Politikern, die sich bspw. aus religiösen, moralischen oder machtpolitischen Gründen für eine Internetzensur ausgesprochen haben, weitaus überwiegen dürfte. Dieser Versuch bürgerlicher Entmündigung, deren Gallionsfigur VdL war, war, entgegen Danischs Darstellung, keine geheime, feministische Verschwörung. Das ist absurd und wer das glaubt, der hat entweder eine beschränkte Weltsicht oder der verfolgt Ziele, denen eine derartig verzerrte Darstellung zweckdienlich ist. Beides ist abzulehnen.
]]>Und ja, bei politischen Strömungen wird gerne pauschalisiert, obwohl selber niemand zu einer Schublade gehören will, teilt man andere doch darin ein. Natürlich gibt es verschiedene Unterströmungen und Differenzen. Aber ständig den vom Inhalt her selbstverständlichen Satz „Außnahmen bestätigen die Regel“ oder auch weitergehend „Natürlich ist die Lage diferenzierter“ mantraartig hinter jeden Absatz dran zu hängen zerstört irgendwann jeden Textfluss.
Aus dem Kontext heraus wird denke ich klar, dass es um den Gender-Feminismus geht, also eine heute verbreitete und offensiv vorgehende Spielart des Feminismus, welche auch massive Lobby für eine Politik betreibt, in der das Gesetz wieder auf das Geschlecht achtet (wie sonst sollen Quoten funktionieren?) und durchschaubaren Lobbyismus betreibt. Mit dem Feminismus der ersten Hälfte des 20. Jahunderts hat das nicht viel zu tun.
]]>m(
]]>Das muss ich ihn aber verteidigen: Danisch hat nicht Frauen als solche angegriffen, sondern Feministinnen.
Zitat von Danisch:
„[…] da [b]feministische[/b] Strömungen dem Internet und technischer Innovation gegenüber im allemeinen feindselig eingestellt sind Feministen stehen ja im Kampf gegen das Internet an vorderster Front. Rationalität gilt als patriarchalisches Denken.“
„Feministische Ströumg“ und nicht „Frauen“ steht da!
Ich vermute außerdem, dass sich seine Kritik nicht gegen den Feminismus von vor 100 Jahren, sondern gegen den heutigen Feminismus wendet.
]]>Wir sind aber auf einem guten Weg, denn die Internetgemeinschaft ist verknüpft und man hatte (zumindest am anfang) auch bei den Protesten gegen ACTA gesehen, wie wir zusammen hängen. Leider hatte auch dies schnell nachgelassen, aber die Hoffnung stirbt zu letzt.
Hoffen (und handeln) wir, damit es nicht soweit kommt!
Beste Grüße und: Remember Remember the 5th of November…
ich möchte Sie gerne nach dem Begriff „Hochton“ fragen. Mir ist dieser Terminus bisher noch nie untergekommen. Können Sie mir diesen genauer erläutern, d.h. in welchem Zusammenhang er gebraucht wird. Ist damit auch in anderen Musikepochen das Gleiche wie mit „Spitzenton“ oder „höchster Ton in einem Abschnitt“ gemeint? Es wäre wichtig für mich, dies zu wissen, da ich mich als Musiklehrer damit beschäftige.
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Herzliche Grüße, Fritz Schuler
]]>ich habe geglaubt, dass du mit Sprache umgehen kannst. Ich habe keinen Zweifel an deiner Friedfertig keit und bin sicher, dass du du keine Krieg führst.
Sinngemäß bedeutet, seinen Frieden machen, sich abfinden damit wie es ist, weil du die Menschen nicht ändern kannst. Das haben schon andere versucht und sind gescheitert.
Solange du nicht gesteinigt wirst als Ungläubiger, muss es dir egal sein (es könnte dir woanders noch passieren)!
Glaube hat nichts mit Wissen zu tun, daher ist es auch abwegig nach Wahrheit oder nach sonstwas zu suchen.
Ca. 80% der Weltbevölkerung hat spirituelle Gene, du gehörst zu einer Minderheit und die
lebt auch schon mal gefährlich.
Also richte dich ein!
Dass Menschen sich ihrem Glauben (und übrigens meist auch ihren Emotionen) nicht rational stellen wollen, toleriere ich schon mein ganzen Leben, auch wenn es meinem Anspruch an mich selbst und meine Mitmenschen keineswegs gerecht wird und von mir als maximal enttäuschend empfunden wird. Dass aber die Forderung nach Zurückhaltung aus Respekt vor dem Andersdenkenden nicht nur die Gläubigen untereinander betrifft, sondern auch das Verhältnis zwischen Gläubigen und Nicht-Gläubigen, darum ging es mir in diesem Artikel. Die historisch und traditionell schwächere Position ist dabei aber nicht die des Gläubigen, sondern im Gegenteil die des Nicht-Gläubigen. Das Andersdenken des Nicht-Gläubigen wurde und wird m.E. zu wenig respektiert, ganz deutlich wird das am Beispiel USA.
]]>Gefühlte Ablehnung bringt übrigens niemanden weiter. Der Nutzen eines lästigen Gegners liegt darin, dass man an ihm seine eigenen Ansichten und Argumente schärft. Und wenn sich eine liebgewonnene Ansicht dabei als nicht haltbar erweist, ist es doch nicht schlimm. Im Gegenteil.
]]>Die Idee dahinter mag unbewußt am Konzept des advocatus diaboli orientiert sein, die Umsetzung ist aber zu inkonsequent, um dessen Funktion innerhalb der Debatte tatsächlich zu erfüllen. Wäre sie aber konsequent, so wäre das einzig konstruktive Verhalten gegenüber dieser extremistischen Position, ihr eben jene Ablehnung entgegen zu bringen, die sie als advocatus diaboli bewußt provozieren möchte. Auch dann spräche für mich also einiges dagegen, ihr eine Bühne zu geben oder überhaupt mit ihr zu sympathisieren. Denn warum ich solch extremistische Haltungen für Mist hielte, würde sie ernsthaft jemand vertreten, habe ich ja oben argumentativ begründet.
]]>Der Weg der Erkennntnis führt nicht durch die Mitte, sondern über die Extreme. Nur aus den verschiedenen Extrempositionen können wir sehen, was hält und was wir verwerfen müssen und wo der gesunde Mittelweg eigentlich liegt.
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