Kurz über richtige Polittechnologien
Das Geheimnis von Trumps Wahlsieg ist auf dieser Graphik von ZH sichtbar. Es besteht darin, dass diesmal ca. 15 Millionen Friedhofwähler von Biden (aus dem Jahr 2020) aus irgendeinem Grund nicht abstimmen konnten – auf der Graphik ist das der blaue Balken 2020, da ist die Anzahl der Wählerstimmen in Millionen. Das war’s. Das ist die ganze Polittechnologie.
PS: Auf die Frage, warum sie nicht abstimmen konnten, habe ich eine Arbeitshypothese: wie wir aus den Leaks des CIA-Journalisten Hersh wissen, hat die Administration Biden-Harris (insbesondere Blinken & Sullivan) die Beziehung zum CIA-Leiter Burns gründlich vermasselt (indem sie ihn schmutzig verarschten). Zur Rache wurden zuerst Informationen über die Sprengung der Nord Stream Pipelines publik gemacht, und als das Weiße Haus die Botschaft nicht verstand, wurde der Mieter des Weißen Hauses getauscht.
Quelle, Übersetzung von mir
Und eine weitere spannende Notiz zum möglichen Zusammenhang zwischen der US-Wahl und den aktuellen Verwirbelungen in der deutschen Politik:
Wir sind keine Insider, aber wir wagen zu vermuten, dass die US-Wahlen irgendwie Einfluss auf die deutsche Scheidung haben könnten – denn nicht nur in Deutschland zerbröselt es (in Israel auch).
Diese Nachrichten [über den Zerfall der deutschen Regierungskoalition] sind interessant, weil die nahegerückten Wahlen in Deutschland ein großes und interessantes Geschenk sind, es ist nur unklar für wen. Wenn alles wie bisher geblieben wäre, wäre es ein Geschenk für die primäre Oppositionspartei, die CDU, dessen Merz lautstark mehr Militärhilfe für die Ukraine fordert, einschließlich Raketen-Drohungen im Stil „wir befehlen ihnen, aus der Ukraine zu verschwinden oder wir feuern unsere Taurus auf Russland ab“. Aber zum März hin wird im Weißen Haus in den USA schon gute drei Monate Trump im Amt sein, und was Trump befehlen wird und wie die Ukraine zu diesem Zeitpunk aussehen wird, kann aktuell niemand vorhersagen. So gesehen kann das Geschenk auch an Deutschlands „Tauben“ gerichtet sein – also an die BSW und die AFD.
Quelle (mit Bezahlschranke), Übersetzung von mir
Eine Regierungskoalition aus BSW und AFD wäre doch was, oder?
Kommentar zum Ausgang der US-Wahl:
Wer des russischen mächtigen ist, dem sei Oleg Yanovsky empfohlen. Er lehrt am Staatlichen Moskauer Institut für Internationale Beziehungen (Eliteuni für russische Diplomaten). Gefällt mir sehr. Er verfolgt konsequent den Ansatz, der hier im Blog schon immer beworben (und manchmal demonstriert) wurde – Studium wichtiger öffentlicher Dokumente und Ziehen von Rückschlüssen daraus – macht das aber in Vollzeit und auf einem viel höheren Level als hier im Blog.
Aus seiner Feder ein paar interessante Beobachtungen:
Von eigener Seite sei auf eine klitzekleine aktuelle Kleinigkeit verwiesen. US-Außenminister Blinken hat nach einem neuerlichen Besuch in China vor der Presse unter anderem das zu Protokoll gegeben:
(…) Beijing cannot achieve better relations with Europe while (…)
Übersetzt: Beijing kann seine Beziehungen zu Europa nicht verbessern, solange …
Das ist eingebettet in den Kontext europäischer Sicherheit und NATO, bla-bla. Aber ganz spannend ist es schon, dass der US-Außenminister entscheidet, wie gut Europas Beziehungen zu China sein dürfen und welche Bedingungen von China erfüllt werden müssen, damit Europa seine Ansichten ändern darf.
Die EU in ihrer neuen Rolle als Dulder.
]]>Und damit einen herzlichen Glückwunsch an uns alle – der hybride Weltkrieg ist zu einem offenen Weltkrieg geworden, und er hat keinen schnellen Sieger gefunden, also werden wir diesem Krieg noch lange beiwohnen dürfen. Für die einfachen Leute bedeutet Krieg immer Not und Verarmung.
Im Stellungskrieg gewinnt derjenige, der die Not länger durchhalten kann, weil er mehr Ressourcen für das Durchhalten zur Verfügung hat. Ressourcen sind Menschen (Soldaten, Arbeiter, Wissenschaftler, Führungskräfte), Verbündete, Technologien, materielle Ressourcen (Energie, Nahrung, Rohstoffe).
Die EU ist besonders schlecht aufgestellt. Sie hat einen eklatanten Ressourcenmangel und hat sich dazu verleiten lassen, gegen ihren wichtigsten Ressourcenlieferanten in den Krieg zu ziehen. Zeitgleich ist die EU dabei, ihre Beziehungen zu China auch zu verschlechtern. Alles in allem wächst die EU in Japans Rolle hinein. Passend zum Thema auch diese Fimkritik – das ist der Weg, den die EU genommen hat. Ach ja, damit die EU nicht umdenkt, hat jemand die Gasleitungen, die die EU auf eigene Kosten und für den eigenen großen Nutzen gebaut hat, gesprengt.
Hier im Blog wurde geschrieben, dass die Welt versucht, den Hegemon sachte vom Thron zu führen. Manche Leser sehen im selbstzerstörerischen Verhalten der EU einen Beitrag dazu (so interpretiere ich es aus den Zuschriften). Anschließen kann ich mich dieser Meinung nicht. In der Merkel-Ära hatte die EU noch ein Mindestmaß an Souveränität. Den USA wurde nach dem Mund geredet, aber eigene Interessen wurden entgegengesetzt zum Gerede verfolgt. Inzwischen verfolgt die EU keine eigenen Interessen mehr, die Souveränität ist aufgegeben worden. Die USA können sich auf Kosten der EU eine Zeitlang weiter geopolitisch über Wasser halten. Die EU heult von den höchsten Rängen, dass sich die USA unfair verhalten. Viel EU-Industrie wird abwandern, die Frage ist nur, wohin. Die USA locken.
Auf dem Thron können sich die USA damit aber nicht halten. Die Isolation Rußlands ist gescheitert. Die USA haben außer dem West-Block keine große Kraft gegen Rußland mobilisieren können. Der größere Teil der Welt weigert sich, für den gefallenen König zu kämpfen. Die Selbstopferung der EU wird die große geopolitische Neuordnung nicht verhindern, sondern nur hinauszögern.
Parallel spielen die USA das Ukraine-Szenario auch in Ost-Asien aus. Sie militärisieren Taiwan im Eiltempo, was China unter Zugzwang setzt, militärisch einzugreifen. In diesen Krieg wollen die USA Japan und Südkorea reinziehen. Absolut identisches Drehbuch wie in Europa, die Rollen der Akteure sind:
Alles spricht dafür, dass die USA auch diesen Brand erfolgreich entfachen werden. Die ganze Welt soll brennen, vor diesem Hintergrund sollen die USA der einzige ruhige Hafen sein, wohin sich Industrie, Technologie und Finanzen retten. Anders können die USA nicht wettbewerbsfähig sein. Sie haben der Welt weiterhin nicht genug Konstruktives zu bieten. Um vorteilhaft zu sein, müssen sie alle anderen in Chaos stürzen.
]]>
]]>Der Krieg in der Ukraine hat nicht vor drei Tagen begonnen. Er geht dort seit acht Jahren. Seit acht Jahren stehen in der Ukraine Russen unter Artilleriebeschuss. Eine ganze Generation russischer Kinder ist in Kellern aufgewachsen. Acht Jahre hat sich Russland vorbereitet, um dem ein Ende zu legen.
Acht Jahre Vorbereitung für den Donbass? Natürlich nicht. Der Donbass ist zwangsläufig nur der Beginn einer Eskalationskette. Vor acht Jahren war Russland militärisch und wirtschaftlich nicht stark genug, um diese Eskalationskette sauber bis zum Ende auszuhalten und siegreich aus ihr hervor zu gehen (Atomwaffen sind außen vor, sie können nicht als primäres Mittel für Siege eingesetzt werden, sondern dienen der Abschreckung).
Nun ist Russland stark genug, um Nazis und NATO von seinen Grenzen zu verscheuchen. Im Dezember 2021 hat Russland seine Forderungen öffentlich gemacht, unter anderem: Die NATO muss auf den Stand von 1997 zurück. Wem nicht klar ist, was das bedeutet, kann sich die NATO-Erweiterungen hier anschauen. Das bedeutet, dass alle Staaten, die nach 1990 der NATO beigetreten sind, aus ihr wieder raus müssen. So ist das im Krieg. Du besiegst andere oder andere besiegen dich. Und wenn du besiegt wurdest, musst du.
Diese Forderung wirkt hahnebüchen? Wissen Sie, wenn Putin ein Problem öffentlich anspricht (einfach nur anspricht, ohne irgendetwas zu versprechen), dann bedeutet es, dass er bereits begonnen hat, an einer Lösung zu arbeiten. Wenn Putin ein Ultimatum stellt, bedeutet es, dass er bereits einen Plan hat, das gestellte Ziel gegen jeden Widerstand zu erreichen. Man kann von Putin halten, was immer man will, ihn lieben oder hassen, aber so funktioniert er. Er ist außerordentlich diplomatisch, lehnt sich nie weiter aus dem Fenster, als er greifen kann. Wenn er so hart das Ziel formuliert – und es ist hart formuliert und Russland wiederholt es täglich über alle diplomatischen und öffentlichen Kanäle – dann gibt es bereits einen Plan.
Putin hat auch mindestens zwei mal öffentlich betont, dass Russland strikt nach Plan handelt und weiter handeln wird. Alle möglichen Szenarien sind durchgerechnet worden und für jedes Szenario hat Russland einen Plan.
Ich weiss nicht, wie dieser Plan aussieht. Ich habe nicht erwartet, dass Putin eine große Militäroperation in der Ukraine beginnen wird. Da ich seinen Schachzug nicht vorhergesehen habe, bin ich schlecht beraten, den nächsten Zug vorherzusagen.
Der Weg ist nicht klar, aber das Ziel schon: Die NATO muss an die Grenzen von 1997 zurück. Der Donbass und die Ukraine sind nur ein erster Schritt. Klar ist, dass die Ukraine in den russischen Orbit zurückkehren wird. Klar ist auch, dass Putin die Ländereien westlich der Ukraine nicht haben will. Klar ist, dass diese Ländereien militärisch neutral sein müssen. Militärisch neutrales Land zwischen Russland und der NATO. Einen neuen Warschauer Pakt wird es nicht geben.
Militärische Operationen können sich auf dem europäischen Kontinent weiter nach Westen ausbreiten (müssen nicht, können aber), wenn sich das Ziel nicht anders erreichen lässt.
Blutbäder wie im Ersten oder Zweiten Weltkrieg wird es nicht geben, auch wenn die Situation sich nach dem kritischsten aller Szenarien entwickeln wird. Das sieht man z.B. auch jetzt in der Ukraine: Weder Russland noch die Ukraine haben die Bevölkerung mobilisiert. Da zerstört ein Militär ein anderes Militär. Die Zivilisten stehen daneben, filmen das Geschehen auf ihre Handys und laden das unmittelbar in die sozialen Netzwerke hoch. Surreal. Für die Zivilbevölkerung in Europa geht von den jetzigen und den kommenden Militäroperationen keine direkte Gefahr aus.
Die politische Ordnung in Europa und der Welt wird sich natürlich verändern. Der Westen wird diesen Krieg fraglos verlieren. Offen ist nur, wie viel Schaden der Westen sich selbst noch zufügen will, bevor er kapituliert.
Für Sie, Leser, besteht die größte Gefahr dieses Krieges darin, dass Sie sich zu viele Gedanken darum machen und zu viele Nachrichten schauen und lesen. Wenn Sie sich von sämtlichen Nachrichtenkanälen abkappen, werden Sie den Krieg kaum bemerken. Sie werden sehen, dass alle um Sie herum nervös sind, aber das war es auch. Sie werden weiter zur Arbeit gehen, werden in Ihrer Freizeit sehr viel Freude haben (weil Sie keine Nachrichten gucken und folglich etwas anderes tun müssen), werden abends schlafen gehen und morgens vom Wecker geweckt werden, um wieder zur Arbeit zu gehen.
Für Sie, Leser, wird dieser Krieg entweder nur in Ihrem Kopf stattfinden oder gar nicht. Und auch wenn es vielleicht unglaublich klingt: Sie haben tatsächlich die Wahl, ob Sie an diesem Krieg teilnehmen oder nicht. Ihre Wahl hat überhaupt keinen Einfluss auf den Ausgang des Krieges, dafür aber größten Einfluss auf ihr Wohlbefinden.
Der Fairness halber muss man dazu sagen… Der Westen wird einiges von seinem Lebensstandard einbüßen. Aber Sie werden glücklich damit sein. Denn die Eliten prügeln Ihnen schon jetzt in den Kopf, dass es großartig ist, wenn man kein Eigenheim hat, sondern ein 2×3 m „Tiny House“ mietet. Und dass man ein Held ist, wenn man kein Fleisch verzehrt und sich mit Bohnen begnügt. Und dass ein eigenes Auto auch total von gestern ist und ein gemieteter Elektroroller sehr viel geiler ist. Im Großen und Ganzen bringt man Ihnen schon jetzt bei, dass alle Träume der Mittelschicht total bäh sind und dass Sie mit asketischer Lebensweise (früher Armut genannt) viel glücklicher und moderner sein werden.
]]>Sämtliches Gelaber über Demokratie kann man sich schenken. Das einzige, was sich lohnt, ist ein genauer Blick auf die Liste der geladenen Gäste. Das sind die Länder, welche die USA in ihrem Lager haben oder von denen sie hoffen, diese in ihr Lager ziehen zu können.
Selbstredend fehlen in der Liste Russland und China. Es fehlt aber auch der NATO-Staat Türkei. Es fehlt auch Ungarn, während Polen dabei ist. Das ist ganz spannend, denn aus offizieller EU-Sicht sind Polen und Ungarn gleichwertige Problemfälle für die Demokratie. Bloß tanzt Polen dabei nach angelsächsischer Pfeife, während Ungarn sich davon befreit hat und inzwischen eine enge Kooperation zu Russland sucht.
Auf der anderen Seite stehen auf der Liste der geladenen Gäste Länder, die zum russischen Lager gehören, z.B. Serbien und Armenien. Hier sehen die USA Hoffnung, diese entweder an sich zu ziehen, oder mit dem Unterbreiten eines solchen Angebotes zumindest ergiebige Unruhe in diesen Ländern und ihren Beziehungen zu Russland stiften zu können. Analoge Spielchen gibt es mit Chinas Nachbarn. Aber das sind alles Peanuts…
Der spannendste Eingeladene ist Indien. In Eurasien bildet sich das große Dreieck Russland-China-Indien. Wenn es sich endgültig formiert hat, ist es der Alptraum der Angelsachsen. Die USA (und ihre Partner, allen voran Großbritanien) versuchen dieses Dreieck an allen Kanten zu zerschlagen. Die Beziehung zwischen China und Indien ist angespannt. Aber Russland hat beste Beziehungen sowohl zu Indien als auch zu China und dient in diesem Dreieck als Vermittler und Stabilisator.
Schon seit langer Zeit umwerben die USA Indien mit dem QUAD-Bündnis („Asian NATO“) – ein Militärbündnis von USA, Japan, Australien und Indien, gerichtet gegen China. Das Ziel ist hier identisch: das Dreieck Russland-China-Indien aufbrechen. Indien spielt beim „Security Dialog“ mit, lässt sich aber auf ein handfestes Militärbündnis nicht ein. Zuletzt hat Indien dieses militärische Forum mit dem Covid-Thema getrollt, da ging es um die Produktion und Verteilung der Impfstoffe.
Jetzt also ein Online-Demokratie-Forum und erneut der Versuch, Indien ins US-Lager zu locken. Ob die USA etwas neues anzubieten haben?
Am 6. Dezember war Putin in Indien zu Besuch. Putin bezeichnet Indien als Großmacht. Das ist eine Übertreibung zum jetzigen Zeitpunkt, verdeutlicht aber die Rolle, die Indien in Aussicht steht.
Indien hat die Wahl zwischen:
Indien hat seine Wahl schon getroffen.
Die USA müssen natürlich trotzdem ihr Bestes geben. Das tun sie, auch wenn ein Teams-Meeting zur Stärkung der Demokratie etwas armselig erscheint. Ein Versuch, die Welt in zwei Lager zu spalten, das US-Lager und das russisch-chinesische Lager, und dabei möglichst viele Länder in das eigene Lager zu ziehen. Das ist die Fallhöhe. Schauen wir uns an, was daraus wird.
]]>Im letzten Jahrzehnt hat sich die EU einen freien Markt für Erdgas aufgebaut. Es gibt mehrere große Börsen, auf denen gehandelt und spekuliert wird, was das Zeug hält. Überall in der EU wurden Anlagen für die Annahme und Weiterleitung von Flüssiggas eingerichtet – die Leistungsfähigkeit all dieser Anlagen würde es erlauben, sämtlichen Gasimport der EU über Flüssiggas zu decken.
Gasprom wurde mittels EU-Direktiven dazu gezwungen, die langfristigen Verträge mit den EU-Partnern so umzuschreiben, dass die Preisbindung nicht allein an Erdöl gekoppelt ist, sondern auch an die Preise an den EU-Erdgas-Börsen.
Die EU hat Gesetze erlassen und durchgesetzt, nach denen Gasprom die Gasleitungen aus Russland nur zu 50% auslasten darf. Das soll Konkurrenz stärken, bloß kann es keine Konkurrenz geben, weil eine Gasleitung aus Russland nur von Russland befüllt werden kann. Kanada oder Australien können da nun mal kein Gas einleiten, gewisse physikalische Gesetzmäßigkeiten verhindern das.
Was hat die EU davon? Die Gaspreise sind im Sommer 2021 in den Himmel geschossen und haben sich dort verankert. Hin und wieder schießen sie bis in den Kosmos hoch. Seit Monaten hält dieser Zustand schon an. Die Heizperiode hat noch gar nicht begonnen, d.h. die eigentliche Zeit, in der die Preise zu steigen haben, steht der EU noch bevor. Hinzu kommt, dass die Erdgasspeicher der EU nach dem letzten kalten Winter und Frühling immer noch nicht auf den notwendigen Stand gefüllt wurden. Wenn der kommende Winter erneut kalt werden sollte, kann es passieren, dass in der EU das Erdgas physisch knapp wird. Dann darf sich die EU entscheiden, ob sie die Bürger frieren lässt oder die Industrie herunterfährt. Das sind absolute Horrorszenarien, von deren Existenz die meisten EU-Bürger keine Ahnung haben. Die meisten EU-Bürger wissen auch nicht, dass es Erdgasspeicher gibt und wofür sie da sind und was wäre, wenn es sie nicht gäbe.
Jedenfalls sollte das alles kein Problem sein, denn die EU hat ja jetzt einen freien Markt für Erdgas und unfassbar viele Kapazitäten für die Aufnahme von Flüssiggas. Wollten die USA nicht Russland komplett ersetzen? Lang sind diese Versprechen her, bestimmt schon um die vier Jahre.
Es gibt nur ein kleines Problem. Auf dem freien Weltmarkt sind die Preise für Flüssiggas noch höher als die Preise in der EU (die für die EU schon jetzt inakzeptabel hoch sind). Katar, USA und Australien liefern ihr Flüssiggas nach China, Japan und Südkorea, weil die noch mehr zahlen als die EU. So ist er, der freie Markt. Niemand steht bereit, um die Nachfrage der EU nach den Wunschpreisen der EU zu decken.
Und wer ist jetzt schuld an allem? Sie ahnen es – Gasprom. Gasprom erfüllt alle Verträge mit der Zuverlässigkeit eines schweizer Uhrwerks. Aber die EU hat aktuell zu wenig Gas und Gasprom ist schuld. Gasprom könnte doch über seine Verträge hinaus zusätzliches Gas zu Schnäppchenpreisen liefern? Warum tut Gasprom das nicht?
Derweil hat die EU eine neue Gasleitung aus Russland, über die man sicher und auf Jahrzehnte hinaus zu stabilen und planbaren Preisen Erdgas beziehen könnte. Aber die EU selbst tat alles und tut weiter alles, um die Nutzung dieser Gasleitung zu verhindern oder zumindest zu halbieren und den Beginn der Nutzung hinauszuzögern. Man könnte meinen, dass es schizophren ist. Ist es aber nicht. Die EU ist nicht so sehr schizophren, vielmehr ist sie von Feinden unterwandert und agiert nicht im Interesse der EU.
In Großbritannien gibt es erste große Schließungen in der Industrie wegen der hohen Gaspreise. Geschlossene Kohlekraftwerke werden wieder in Betrieb genommen. Ach ja, die Preise für Kohle haben sich in den letzten Monaten mehr als verdoppelt, aber das sind Kleinigkeiten im Vergleich zu den Preisanstiegen auf dem Gasmarkt.
Die europäische Industrie ist nicht konkurrenzfähig, wenn sie ihr Erdgas auf dem freiem Weltmarkt in freier Konkurrenz zu Ostasien erwerben muss. Kaum ein EU-Bürger hat davon gewusst. Aber die EU sorgt dafür, dass das Wissen darum auf die bösartige Art und Weise vermittelt wird. Über schmerzhafte Erfahrungen, ohne Vorwarnung.
Idioten! – möchte man schreien. Aber nein, das sind keine Idioten. Genau so wurde das gewollt. Unterwandert von Feinden, ist die EU nicht in der Lage, für ihre eigenen Interessen einzustehen.
Vor diesem Hintergrund sieht Merkel wie ein vorbildlicher Patriot aus, denn sie hat gegen die härtesten Widerstände von Innen und Außen die Verlegung der Gasleitung durchgeprügelt, die jetzt zumindest physikalisch die Grundlage bietet, um zumindest Deutschland stabil mit Erdgas zu versorgen. Jetzt muss das „nur noch“ juristisch abgesegnet werden. Aber wenn der Arsch physikalisch friert, können Unterschriften schnell gesetzt werden.
Mal sehen, wie viel Arsch Deutschland und die EU abfrieren müssen, bevor Ideologie gegen Pragmatismus eingetauscht wird.
]]>Als Trump Australien an die Chinesen verkauft hat, hat sich Australien im Prinzip gefügt. Aber die Globalisten haben den Kampf gegen Trump angenommen und Australien witterte wohl seine Chance auf „Rettung“. Hinter verschlossenen Türen ist der verstoßene Vasall heimlich zum alten Herren gelaufen und hat gebettelt, ihn zurück zu nehmen. Beweise deine Treue, Vasall! Beweise, dass du würdig bist, wieder mein Vasall zu sein!
Und Australien hat bewiesen. Es hat sich mit dem neuen Herren China gestritten, was das Zeug hält. Dafür wurde Australien hart geprügelt. Australien ist einer der wichtigsten Rohstofflieferanten für China, exportiert gewaltige Mengen Kohle und Flüssiggas dorthin. Diesen Platz an der Sonne musste Australien bereits teilweise räumen und wird das weiter tun. Und dann das aktuelle Highlight: Ein Vertrag über 60 Milliarden Dollar mit Frankreich über die Lieferung von 12 U-Booten wurde von Australien aufgekündigt. Stattdessen gibt es 8 U-Boote von den Brüdern aus UK und USA. Frankreich ist entsetzt. Die EU hat es nicht kommen sehen.
Herr, war das gut genug? Ich habe mich mit allen zerstritten, mit denen ich Geschäfte gemacht habe. Ich bin jetzt ganz dein! Ja, das war gut, Vasall.
Was hat Australien davon? Heimkehr in die angelsächsische Familie und sich nicht von Chinesen kommandieren lassen zu müssen. Dafür ist es jetzt den angelsächsischen Vettern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert – ein zweifelhaftes Vergnügen. Was haben die USA davon? Sie können Australien gegen China einspannen. 8 U-Boote, wenn es die wirklich einmal geben sollte, wären schon ein Pfund in der Region. Was hat UK davon? Es hat wieder Freunde und einen Deppen gefunden, der britisches Zeug kaufen will.
Dieses Militärbündnis auf unmittelbare Kosten von Frankreich ist aber auch ein massiver Schlag gegen die NATO. Die beiden NATO-Mitglieder USA und UK haben das NATO-Mitglied Frankreich in die Eier getreten und Aufträge im Wert von 60 Milliarden Dollar abgenommen. Das fördert nicht die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Frankreich dürfte sich jetzt noch mehr für die EU-Armee einsetzen.
Die Schlangen fangen an, sich gegenseitig aufzufressen.
]]>Die Taliban marschierten ohne Widerstand in Kabul ein (wie auch fast überall sonst im Land) und übernehmen nun die Regierung. Die westlichen Demokratiebringer flüchten panikartig aus dem Land. USA, Deutschland und Frankreich haben die Botschaften evakuiert. Afghanen klammerten sich am Flughafen von Kabul an die US-Militärflugzeuge. Die Amis verlassen das Land in Schande. Wie damals in Saigon.
US-Präsident Biden sieht sich zu einer Rechtfertigung gezwungen. Hätte er doch lieber geschwiegen.
Was lernen wir aus dieser Geschichte?
Putins diplomatischer Sondergesandter für Afghanistan Kabulow hat auch sehr Interessantes zu erzählen.
Russland verhandelt demnach schon seit sieben Jahren mit den Taliban. Im Ergebnis hat Russland im Gegensatz zu den westlichen Staaten keine Probleme in Afghanistan. Die russische Botschaft wird von den Taliban geschützt. Für die an Afghanistan grenzenden ehemaligen Sowjetrepubliken gibt es Sicherheitsgarantien und Kabulow betont, dass es aktuell keinen einzigen Anlass für eine Gefährdung dieser Garantien gibt. Die Taliban hält er für bessere Verhandlungspartner als die geflüchtete afghanische Regierung.
Warum waren die USA überhaupt in Afghanistan? Wegen der geopolitischen Lage. Aus Afghanistan heraus kann man Russland destabilisieren. Man kann China destabilisieren (die Uiguren, die durch die westliche Presse gejagt werden, sind ganz in der Nähe). Man kann Integrationsprojekte verhindern, die von Russland und China in Eurasien geplant und angestrebt werden. Und nebenbei haben die USA aus Afghanistan eine Drogenfabrik für die ganze Welt aufgebaut.
Der US-Knochen im Hals der asiatischen Integrationsprojekte ist jetzt weg. Zwei große Infrastrukturprojekte in Afghanistan sind bereits in Planung. Zum einen eine Gas-Pipeline von Turkmenistan nach Pakistan und Indien, zum anderen eine Eisenbahnlinie von China nach Iran.
Um genau solche Projekte zu verhindern, waren die USA dort. Und genau solche Projekte werden jetzt Fahrt aufnehmen.
Und warum sind die USA aus Afghanistan raus, wenn das doch so vorteilhaft für sie war? Weil sie den Dritten Weltkrieg verloren haben. 2016 konnte man bereits klar erkennen, wie sie eingeknickt sind, seitdem sind sie überall auf dem Rückzug. Der Rückzug aus Afghanistan reiht sich ein in eine lange Liste der Rückzüge. Beachten Sie, dass der Wechsel der US-Regierung das nicht verhindern konnte. Trump hat den Rückzug aus Afghanistan eingeleitet, Biden hat ihn zu Ende geführt. Keine Wende. Es kann keine Wende geben. Nicht so kurzfristig – und bei kurzfristig reden wir von einem Jahrzehnt.
Der Fall der USA wird weiter gehen. Irak und Syrien gehören zu den nächsten Ländern, in denen die USA ihre Präsenz werden aufgeben müssen. Und sogar das Überleben der NATO ist überhaupt nicht sicher. In diesen Tagen erleben wir sehr anschaulich, was die Schutzherrschaft der USA wert ist, wie sehr man sich auf ihre Ausbildung, ihre Militärtechnologien und ihren Schutz verlassen kann. Vergleichen Sie das mit Syrien oder Venezuela, die Moskau als Schutzpatron haben. Die Eliten überall auf der Welt sind nicht blind. Der Umbau der Welt geht weiter.
]]>Zeitlich liegt diese Entscheidung nach der Klärung der Verhältnisse in Libyen, die nicht zu Gunsten der EU ausgefallen ist. In Libyen herrschen jetzt Putin und Erdogan, und mit beiden hat es sich die EU verscherzt. Die Gebiete, aus denen sich Frankreich zurückzieht, liegen geographisch hinter Libyen (von der EU aus gesehen), in militärischer Hinsicht also abgeschnitten von der EU.
Wenn man den zeitlichen Horizont etwas weiter fasst, passieren diese Ereignisse, nachdem Ende 2019 die große Afrika-Konferenz in Russland stattgefunden hat. Alle afrikanischen Staaten waren dort vertreten. Solche Konferenzen finden nicht zum Spaß statt, schon gar nicht in einer Phase, in der sich die Welt geopolitisch neu sortiert. Auf dieser Konferenz wurde beschlossen, welche afrikanischen Staaten ins russische Lager wechseln. Die Folgen dieser Beschlüsse sehen wir gerade und werden wir noch mehr in den kommenden Jahren sehen.
Yurasumy hat sich zum französischen Rückzug geäußert und berichtet unter anderem folgendes: