Advertise with Googlier.com Petra Schleifer | Belly and Mind https://bellyandmind.de Die Anti-Diät für intuitives Essen Tue, 15 Nov 2022 09:55:37 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.2 https://bellyandmind.de/wp-content/uploads/2022/08/bm-logo-web-e1418487506900-150x150.webp Petra Schleifer | Belly and Mind https://bellyandmind.de 32 32 Fischsuppe https://bellyandmind.de/fischsuppe/ Fri, 04 Nov 2022 14:15:25 +0000 http://bellyandmind.de/?p=1925 Eine Pfanne mit mittlerer Hitze mit dem Öl erhitzen und darin die Schalotten und den Knoblauch und Chiliflocken 2 Min. andünsten.

Den Fischfond dazugeben und 10 Min. köcheln lassen. Dann das Gemüse mit dem Fisch hineingeben, salzen und pfeffern und 5 Min köcheln lassen. Die Zitronenschale abreiben, Petersilie fein hacken. Ziehen lassen bei kleiner Hitze, bis der Fisch gegart ist.

Zutaten: Für 4 Personen

1 Tl Olivenöl

4 Schalotten, geschält, fein geschnitten

2 Knoblauchzehen in Scheiben geschnitten

1TL getrocknete Chiliflocken

750 g Fischfond

400 g Kirschtomaten oder alternativ anderes Gemüse wie Stangensellerie oder Möhren

750 g festes Fischfilet, ohne Haut und Gräten, grob gewürfelt

Meersalz, Pfeffer aus der Mühle

1 Bund glatte Petersilie

1 El geriebene Schale einer Bio-Zitrone

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Emotionales Essen https://bellyandmind.de/emotionales-essen/ Mon, 20 Apr 2020 16:44:00 +0000 http://bellyandmind.de/?p=5791 Was ist emotionales Essen?

Es kommt häufig vor, dass Klienten mich beim Erstkontakt fragen, ob ich auch etwas gegen ihr emotionales Essen tun kann. Oft frage ich dann, wie sie überhaupt auf die Idee kämen emotionale Esser zu sein. Meist höre ich dann die immer gleiche Geschichte. „Ich versuche so stark, mich zusammen zu reißen, und schaffe es oft mich den ganzen Tag lang gut zu ernähren. Ich hungere nicht, ich koche und esse genug und dann abends, wenn ich zur Ruhe komme, geht es los, ich will nur ein Stück Schokolade essen und schwups ist die ganze Tafel vertilgt.“ Oder Geschichten wie „ich komme gestresst von der Arbeit, habe die Kinder noch schnell eingeladen, fahre einkaufen, muss kochen und sobald, wenn ich zur Ruhe komme, esse ich alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist.“

Ist das Emotionales Essen?
In meinem Verständnis nicht, denn ich esse oft nicht aus emotionalen Gründen, sondern weil ich den ganzen Tag lang durch die Gegend gehetzt bin und nicht ausreichend und in Ruhe gegessen und getrunken habe. Wenn ich etwas zu mir genommen habe, dann im Laufen oder am Schreibtisch, ohne wirklich hinzuschmecken oder zu spüren, ob ich hungrig bin, auf was ich Appetit habe und wann ich satt bin.
Das bedeutet, der Körper wird den ganzen Tag auf später vertröstet. Und wenn dann endlich „später“ ist, haue ich alles rein, was nicht niet und nagelfest ist. Das machen wir aber nicht aus Disziplinlosigkeit oder weil wir uns nicht im Griff haben. Sondern weil der Körper verzichtet hat und in der ständigen Angst lebt, dass, wenn er „Hunger“ meldet, er ignoriert wird. Wenn wir ständig den Hunger, wegschieben, nicht sehen und fühlen wollen, der Körper aber Nahrung, Energie und Nährstoffe benötigt, meldet der Körper sich entsprechend deutlich.

Wie macht der Körper das?
In dem er uns mehr Appetit spüren lässt, weniger Sättigung erlebt, Speisen leckerer riechen und schmecken als sonst. Wir mehr Antrieb haben zu essen und noch einige mehr. Der Körper will alles aber nicht hungern – auch nicht freiwillig für eine gute Figur. Der Körper will überleben und das Überleben mit aller Kraft sichern. Dafür ist das Reptilien-Gehirn zuständig. Dieses liegt im Hirnstamm und ist mit gutem Zureden und Diät-Tricks nicht hinters Licht zu führen. Erst wenn der wir gut gesättigt sind, alles gegessen haben, was wir brauchen, kommt es zur Ruhe. Wer ständig in Diäten und Hunger-Modus lebt, wird erleben, wie mächtig das Gehirn für uns kämpft.

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Was steht zwischen Dir und Deinem Wunsch Dich zu verändern? https://bellyandmind.de/was-steht-zwischen-dir-und-deinem-wunsch-dich-zu-veraendern/ Tue, 26 Nov 2019 16:10:35 +0000 http://bellyandmind.de/?p=5097

In meiner täglichen Arbeit bin ich im Kotakt mit Menschen, die ihr Leben in Bezug auf ihr Essen, ihre Emotionen und ihr Verhalten verändern möchten. 

Ich weiß, dass viele schon so viel probiert haben und am Ende frustriert sind, weil sie nicht aufhören können, zu bingen, zu viel zu essen oder davon besessen sind ihre  Nahrung oder ihren Körper zu kontrollieren obwohl sie sich größte Mühe geben.
Du hast wahrscheinlich schon zu dir gesagt: „Irgend etwas steht mir im Weg.“
Wenn ja, dann hattest du wahrscheinlich Recht: Grundlegende Überzeugungen, die du nicht bewusst wahrnimmst, können deinen Fortschritt in Richtung deines gewünschten Ziels blockieren. 

Aber diese ungesunden Grundüberzeugungen auch Glaubenssätze genannt, müssen dich nicht kontrollieren. Wenn du verstehst, was sie sind und wie sie sich entwickelt haben, welchen Nutzen sie in der Vergangenheit hatten, kannst du sie verändern – und sie durch gesunde Leitsätze und Überzeugungen ersetzen, die dir helfen Neues zu zu lassen.

Ein Glaubenssatz ist eine Lebensauffassung oder -regel, die sich üblicherweise als Reaktion auf eine Situation entwickelt hat, in der du das Gefühl hattest, dass dein Überleben bedroht ist oder für die du keine ausreichenden Bewältigungsfähigkeiten hattest. Glaubenssätze entstehen meist in der Kindheit oder bei intensiven emotionalen oder traumatischen Erfahrungen. 

Zum Beispiel, wenn deine Eltern sich scheiden lassen, und deine Beziehung zu einem von ihnen getrennt ist, kannst du überwältigende Emotionen fühlen, mit denen du in diesem Alter nicht umgehen kannst. So wirst du das Beste aus dir rausholen und eine Verhaltensregel entwickeln, die deine Gefühle unter Kontrolle hält. Diese Regel kann lauten: “ Zeig dich nie wieder verärgert vor jemandem“ oder “ Wenn ich esse fühle ich mich nicht so wütend „. Damals „rettet“ diese Regel dich, zumindest emotional. Wie du dir vorstellen kannst, wird diese Regel jedoch mehrere Probleme verursachen, wenn du groß bist. 

Hier sind einige Aussagen von Patienten über ihre Glaubenssätze:

Ich denke, ich zog den Schluss, dass etwas mit mir nicht stimmte, weil meine Mutter sich nicht um mich kümmern wollte. Auch wenn ich jetzt intellektuell weiß, dass dies nicht wahr ist, fühlte ich als Kind, dass meine Bedürfnisse nicht wichtig waren, dass Bedürfnisse haben dazu führen würden, dass die Menschen mich nicht lieben würden. Also versuchte ich, niemandem meine Bedürfnisse mitzuteilen.

Als ich klein war, hatte ich das Gefühl, dass ich auf mich selbst aufpassen musste, weil niemand sonst da war, der es für mich tat. Ich entschied auch, dass es besser war, meine Bedürfnisse und Probleme für mich zu behalten, denn als ich es nicht tat, konnte meine Mutter nicht damit umgehen. 

Wenn du älter wirst, wirst du dir dieser Grundüberzeugungen vielleicht nicht mehr bewusst sein. Infolgedessen kannst du aus Überzeugungen handeln, die dir nicht länger dienen – oder tatsächlich deinen aktuellen Wünschen und Bedürfnissen zuwiderlaufen. So können Kernüberzeugungen, obwohl sie bei ihrer ersten Entstehung einen sehr wichtigen Zweck erfüllt haben später im Leben dazu führen, dass sie dich sabotieren. 

Bevor man veraltete Kernüberzeugungen beseitigt, ist es wichtig zu verstehen, wie die Überzeugungen dir in der Vergangenheit gedient haben, denn ein Teil von dir benutzt diese Überzeugungen immer noch für den gleichen Zweck. Stell dir vor, du könntest deine veralteten Grundüberzeugungen operativ entfernen – wie würden die Bedürfnisse, die sie erfüllen, befriedigt werden? 

Vielleicht hast du ein Bedürfnis, auf dich selbst aufzupassen, weil du als Kind vernachlässigt wurdest. Oder du musst dich emotional schützen, und hart zu dir sein, weil du als Kind missbraucht wurdest. Wenn du frühzeitig Widrigkeiten durchleben musstest, hast du vielleicht als Kind nicht verstanden, dass es nicht um dich ging, es war nicht deine Schuld. Stattdessen hast du begonnen zu glauben: „Ich bin nicht gut genug“ (damit meine Eltern auf mich achten), „Ich bin nicht liebenswert“ (weil du verlassen oder vernachlässigt wurdest) oder „Ich bin wertlos“, weil du emotional oder physisch missbraucht wurdest. 

Diese Überzeugungen sind dann auf Autopilot und bis du ein Erwachsener bist, hast du vergessen, wie und warum die Überzeugungen sich gebildet haben. Und jetzt leiten sie dein Leben. Wenn du zum Beispiel einen Streit mit deinem Chef hast, kann dein Glaube „Ich bin wertlos“ aufkommen, und wenn er das tut, kommt er mit all den Emotionen, die du als Kind vielleicht gefühlt hast. Diese emotionale Erschütterung kann dazu führen, dass man mit dem Essen seine Schmerzen selbst lindert oder betäubt.

Aus diesem Grund können Diäten das Problem des Bingens, der Nahrungsabhängigkeit oder des Überessens nie lösen. Denn Gewicht ist nicht das Problem. Das Problem ist, was mit dir passiert ist, als du jünger warst, und wie dies zu Kernüberzeugungen geführt hat, die auf Autopilot laufen und dein Leben erschweren. Ohne sich dieser Glaubenssätze bewusst zu werden und wie sie sich auf dein Leben auswirken, wird es schwierig sein, dein Verhalten zu verändern.

Das ist ein Teil der Arbeit der Heilung. Möchtest du mehr erfahren?

 

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Die BMI Lüge https://bellyandmind.de/die-bmi-luege/ Tue, 20 Aug 2019 12:22:45 +0000 http://bellyandmind.de/?p=4962

Warum ist es so schwer, einfach abzunehmen?

 
Ich habe mich ein halbes Leben lang gefragt warum es „verdammte Axt“ so schwer ist dauerhaft Gewicht zu verlieren. Es gibt doch diese einfache Formel die wir alle gelernt haben Kalorien rein gegen Kalorien raus, also wer mehr verbraucht als er gegessen hat, nimmt ab.

Wenn das nicht reicht, dachte ich, dann muss ich mehr wissen über diesen ganzen Ernährungskram und hab dann Ernährungswissenschaften studiert. Nicht nur, dass ein großer Teil der Dinge die ich gelernt habe heute total veraltete und überholt sind. Sie bringen nur sehr bedingt einen Nutzen, wenn man dauerhaft etwas verändern will.

 

Warum ist das so und was kann man tun?

Natürlich ist das ein wahnsinnige komplexes Thema aber ich versuche ein paar Punkte kurz zu umreißen um zumindest einen Überblick fürs Erste zu geben.

Unser Gewicht und unser Körperbau sind genetisch festgelegt. Wir haben einen Bauplan und einen sogenannten Gewichtssetpoint der besagt bei welcher Gewichtsspanne wir uns am wohlsten und gesündesten fühlen. Diese Spanne kann so zischen 5-10 Pfund variieren aber eben nicht 20 oder 50. Das besagt nicht, dass jemand der 130 Kilo wiegt maximal 5 Kilo verlieren kann. Es bedeutet, dass wenn ein genetisches Gewicht bei 130 Kilo liegt, dann ist es sinnlos, zu versuchen dies auf 70 verändern zu wollen.

Wo genau sich dieser Setpoint für den Einzelnen befindet, hat absolut nichts mit dem BMI oder ähnlichen Berechnungen zu tun. Es gibt Menschen, die sind von Natur aus dicker oder dünner als andere und das ist auch nicht besser oder schlechter, sondern einfach nur, wie es ist. (Wie Du herausfindest, wo dein Setpoint liegt, findest Du im Kurs.) 
 So sehr wir also einem Ideal entsprechen wollen, es ist nicht möglich aus einem Pykniker (einem kleinen, stämmigen Menschen) ein Leptosom zu machen (einen eher hageren, großen Menschen). Natürlich haben äußere Faktoren einen Einfluss. Sport und auch Ernährung aber eben nicht ansatzweise in dem Maß wie es uns gerne erzählt wird.

Die BMI Lüge und die Massenhysterie:

Viele von uns berechnen ihren BMI und stellen voller Erschrecken fest, dass sie in die Gruppe der Übergewichtigen gehören. Wir fühlen uns bestätigt in der Annahme, dass die Zeitungen recht haben und eine Adipositas-Epidemie auf uns zurollt und wollen mit aller Macht verhindern dieser zu erliegen. 


Der BMI berechnet sich wie folgt: Man teilt die Masse eines Menschen (in KG) durch das Quadrat der Körpergröße (in Meter).
Ist der
Wert größer, als 25 gilt der Mensch als übergewichtig, über 30 lautet die Diagnose Adipositas.

Schauen wir uns an, wie dieser Wert entstanden ist und was er wirklich über unsere Gesundheit aussagt: Die Berechnung des BMI ist bereits 1832 von Adolphe Quetelet (Statistiker) erfunden und von Ignaz Kaup (Sozialhygieniker) weiterentwickelt worden. Es handelt sich um eine rein mathematische Formel, die nicht einmal mit Medizinern entwickelt wurde.

Der BMI berücksichtigt weder das Geschlecht noch das Alter noch den Körperbau einer Person, geschweige denn irgendwelche Labordaten über den Gesundheitszustand des Menschen.

Trotzdem nehmen sich Krankenkassen heraus einen höheren Beitrag von Menschen mit hohem BMI zu kassieren, auch wenn dieser einer großen Körperlänge oder einer ausgeprägten Muskulatur zu verdanken ist.

Sehen wir uns das Gewicht von Vladimir Klitschko an, der bei einer Körpergröße von 1,98 M 109,6 kg wiegt und somit einen BMI von 27,8 vorweist. Somit scheint Herr Klitschko in der Risikogruppe der Übergewichtigen gelandet zu sein, was absurder nicht sein könnte. 
 Zudem wird beim BMI nicht berücksichtig, welche Fettverteilungsmuster vorliegen oder welche Konstitution.

Interessant ist auch die Frage: „Wie sieht es eigentlich mit der Lebenserwartung der unterschiedlichen BMIs aus?“ Bei dieser Betrachtung kommt erstaunlicherweise heraus, dass Personen mit einem höherer BMI (25-30) länger leben als welche mit einem niedrigen oder normalen BMI (18,5-25). Sogar dann, wenn diese einen Typ II Diabetes aufweisen.

Haben also 52,9 % der deutschen Männer einen BMI von 25-30, müssten wir vor Begeisterung in die Luft springen, statt Angst zu schüren.

Selbst bei den 22,5 Prozent mit einem BMI über 30 besteht kein Grund zur Panik.

Lediglich bei Menschen mit einem BMI über 35 und Menschen mit einem BMI unter 18,5 dürfte man sich Gedanken machen.

Ein BMI von 18,5 ist für ein Model oft schon eher zu dick für bestimmte Jobs. 


Woher stammen die Zahlen, die so gerne zitierten werden? Die Grundlage der Panikmeldungen kommen von der International Association for the Study of Obesity (IASO) für 25 europäische Länder.

Laut dieser Studie sind 75,4 % der Deutschen übergewichtig. Diese Daten sind weder nach Geschlecht noch nach Alter unterschieden worden.

Es wurden Menschen zwischen 25 und 69 Jahren befragt. Ein älterer Mensch ist von Natur aus dicker als ein Mensch in jungen Jahren.

Zudem sind die jüngeren Menschen unter 25 nicht einmal befragt worden. Man hat also nicht alte Menschen in Deutschland mit alten Menschen in Frankreich verglichen, sondern einfach alles über den Daumen gerechnet.

Auch die IASO selbst hält die Daten nicht geeignet für den Ländervergleich.

Aber die Presse, die Politik und unsere Regierung scheinen sich über die Nachricht wir müssen etwas gegen Übergewicht unternehmen unheimlich zu freuen.

Nachfolgend schreibt einer vom anderen ab und wir sind kurz vor dem Übergewichtssupergau. Was für ein großartiges Beispiel für Massenhysterie ohne Grund – aber alle sind beschäftigt und verdienen Geld. 




Wie sieht es denn eigentlich mit dem Gewicht der Kinder aus? Ist es wirklich so gravierend, wie es behauptet wird?

Auch hier kursiert eine Meldung, die immer und immer wieder abgeschrieben wurde, nämlich, dass die Kinder die heute in Großbritannien aufwachsen ihre Eltern nicht überleben würden, wenn es mit der Ernährunssituation so weiter gehe. Die Kinder würden dann vor ihren Eltern an Diabetes Typ II sterben. 



Abgesehen davon, dass diese Berichterstattung nicht auf Studien oder Grundlagen basieren ist sie absolut unhaltbar. Sehen wir uns die Zahlen in Deutschland an und beachten auch hier, dass weder berücksichtig wurde, dass der BMI nicht aussagekräftig ist noch, dass sich der Körperbau von Kindern verändert hat.

(Die guten Lebensbedingungen von heute lassen Kinder deutlich größer werden als früher.)

 Selbst dann, kommen wir zu folgendem Ergebnis: 



6,3 % der Kinder sind fettleibig


8,7 % sind übergewichtig


78 % der Kinder sind normalgewichtig


5,1 % sind untergewichtig und


1,9% stark untergewichtig. 


Macht nach Adam Riese 85 % Kinder mit Normal- oder Untergewicht.

Auffällig an diesen Daten ist noch, dass der Anteil von dicken Kindern in sozial benachteiligten Familien und in Familien mit Migrationshintergrund zu finden sind. 
 Die hier genannten Migranten sind in der KIGGS Studie besonders türkisch stämmige Kinder. Hier muss, berücksichtig werden, dass andere Ethnien und Volksgruppen andere Fettverteilungsmuster und türkisch stämmige Kinder von Natur aus einen höheren BMI aufweisen. Sie benötigen also weder Ernährungsschulung noch Therapie, sondern einfach nur jemanden, der sie in Ruhe lässt.

Lediglich die Kinder sind dicker geworden, die prozentual schon immer vorhanden waren.

Dass wir also das Gefühl haben, mehr dicke Kinder zu sehen, liegt nicht an den tatsächlichen Zahlen, sondern daran, dass dicke Menschen in unserer Gesellschaft so gerne zur Schau gestellt werden – siehe Sendeformate wie The Biggest Loser.

Je mehr wir Kinder und verunsicherte Eltern auf das Thema Gewichtsabnahme bei Kindern setzen, umso mehr werden diese das Verhalten ihrer Kinder kontrollieren und bewerten und den Kindern die Kompetenz, für Hunger und Sättigungsgefühl und dem Körper vertrauen zu können aberziehen.

Ich denke da, kommt eher eine Flut an essgestörten Kindern auf uns zu als an diabetischen Kindern.

Je mehr Kinder und natürlich auch Erwachsene dazu erzogen werden sich Dinge zu verkneifen, umso mehr Fressanfälle, Frust-Essen, Belohnungs-Essen und vor allem vermindertes Selbstwertgefühl werden diese haben.

Wenn dicke Menschen also immer dicker werden, dann durch Diäten und der Diskriminierung ihres Körpers bis hin zum Body und Fat-Shaming.


Ob bei Erwachsenen oder Kindern, Menschen die mit dem Gewicht kämpfen gelten als schwächer, undisziplinierter, unsympathischer und weniger leistungsfähig.

Nicht weil sie mehr essen, sondern weil ihr Körperbau zufällig nicht dem eines Athleten entspricht.

Gerade da, wo die größten Anstrengungen unternommen werden abzuspecken, wie in den USA gibt es einen Gewichtsanstieg bei Kindern. 


Ist doch auch logisch oder? Konzentriere Dich mal so richtig doll darauf, so mit aller Macht, den Kuchen nicht zu essen. Was passiert? Genau, schon ist er verputzt. 


Studien (Myles Faith, Psychologe der Universität of Pennsylvania, an der medizinischen Fakultät) zeigten, wenn Eltern sich Sorgen um das Gewicht ihrer Kinder machen, nehmen diese überdurchschnittlich zu. Ganz besonders die Kinder in der Hochrisikogruppe.

Versuchten die Eltern, die Nahrungsaufnahme zu beschränken, nahmen alle Kinder zu. Stark überproportional jedoch die Hochrisikogruppe.

Einen gewichtssteigernden Einfluss hatte auch eine gesteigerte Gewichtswahrnehmung (wie das regelmäßige Wiegen).

Fühlten Eltern sich für die Ernährung besonders verantwortlich, nahmen die Kinder in der Niedrigrisikogruppe stark ab, während die Gewichtsentwicklung in der Hochrisikogruppe davon unbeeindruckt blieb.

Versuchten Eltern den Fettverzehr zu überwachen, nahm die Niedrigrisikogruppe stark ab, die Hochrisikogruppe leicht zu.

Versuchten die Eltern das Motto umzusetzeniss Kind, damit was aus dir wird“, also große Portionen austeilten, nahmen alle Kinder deutlich ab. 



Wir bringen Kindern mit den Abspeckprogrammen bei, dass sie so wie sie sind, nicht gut genug sind. Dass sie ihrem Körper nicht vertrauen dürfen, sich zusammen reißen sollten, um geliebt zu werden. Wir malen ihnen Zukunftsszenarien aus, die ihnen sagen, dass sie nichts werden können in dieser Welt. Keinen Partner finden, keinen Erfolg haben werden. Sie werden wahrscheinlich nicht den Selbstwert haben sich zu zeigen, sich zu behaupten, sondern sich eher verstecken und zurücknehmen. Wenn ich keine Anerkennung für mein Aussehen bekomme, dann doch zumindest dafür brav zu sein. Dafür nicht aus der Reihe zu tanzen und mich ruhig zu verhalten.

Gerade Mädchen kämpfen oft ein Leben lang gegen einen Körper voller Makel, entspricht er doch nicht dem der Models. Sowohl Kinder als auch Erwachsene kämpfen ständig mit ihrer Unsicherheit aufgrund des Gewichts bzw. ihres Wertes und sind dadurch im Dauerstress. Stress durch die Diskriminierung, die Sorge der Eltern, die Einschränkungen, den Druck Sport zu machen, nicht gut genug zu sein.

Dieser Stress sorgt nicht nur für die Umverteilung des Körperfettes, sondern auch für vermehrten Appetit, Selbstzweifel, Scham und dem Wunsch nicht da zu sein.

Dicke Menschen gehen weniger Schwimmen und stellen sich weniger zur Schau der Wettbewerben im Sport, um nicht verspottet zu werden. Sie gehen weniger zum Arzt, denn wer möchte ständig hören er solle abnehmen, ohne ein funktionierendes Konzept oder der Kenntnis des Arztes, dass der BMI Schrott ist?

Natürlich gibt es wundervolle Ausnahmen!

Dass was uns Menschen wirklich krank macht, ist nicht das Gewicht, sondern der gesellschaftliche Umgang damit. Werte wie der BMI, der nur dünne, kleine Menschen gut aussehen lässt und alle anderen bestraft, obwohl längst bewiesen ist, wie schwachsinnig der Wert ist. 



Was hier deutlich wird, ist:

Mollige Kinder und auch Erwachsene brauchen weder die Sorge der Eltern/Gesellschaft noch die Essensbeschränkungen. Beides führt zur überproportionalen Zunahme.

Schlank zu sein ist ein Privileg, wie weiß zu sein oder ein Mann zu sein oder in einer reichen Welt zu leben. Keines davon geht auf unser Können unser Dazutun oder unseren Erfolg zurück. 


Was ist also die Lösung?

Aus meiner persönlichen Sicht gibt es nur die Möglichkeit zurück zur Basis zu gehen. Wieder zu lernen so zu essen, wie die Natur sich das einst überlegt hat:

Intuitiv! Dem Körper vertrauend, frei von Zwängen die uns krank machen und frei von Schönheitsvorstellungen denen 98,8 Prozent aller Menschen nun mal nicht entsprechen.
Ich denke wir müssen lernen uns zu emanzipieren, wenn wir nicht wollen, dass der Druck schlank sein zu müssen und krank und klein macht. Es ist unser Geburtsrecht gesund und glücklich zu sein und wir haben die Möglichkeit uns gegen die Gelddruckmaschine „Du bist nicht schlank genug“ zu wehren.

Wir haben ein Recht darauf uns gut zu ernähren, gut für uns zu sorgen, uns zu lieben und anzuerkennen. Und dieses auch an unsere Kinder weiterzugeben: Zuversicht und Vertrauen in sich selbst, den eigenen Körper und die eigenen Fähigkeiten.

 

Wie das gehen kann?

Wir können lernen Intuitiv zu essen, ein Programm in 10 Schritten, dass uns wieder zu einem gesunden Essverhalten führt.

Unser Body Image zu verändern, sprich unser Bild, dass wir von uns selbst und unserem Körper haben.

Unseren Selbstwert erhöhen, indem wir an uns und unserer Geschichte arbeiten und lernen, dass sich die Vergangenheit zwar nicht verändern lässt aber unser Blickwinkel schon.

Wir können lernen, wie wir unsere Bedürfnisse wieder wahrnehmen, ihnen nachkommen und gut für uns sorgen. Nicht nur mit nahrhaftem Essen, sondern auch in unseren Beziehungen zu anderen Menschen wie den Eltern, dem PartnerIn, Kindern, Geschwistern, Vorgesetzten usw.

Wenn wir lernen wollen uns zu emanzipieren, müssen wir zuerst einmal wissen, wo in unserer Welt wir die Glaubenssätze, dass dünn gut und gesund und dick schlecht und ungesund sein muss, uns überall begleitet. Wir müssen lernen die Fakten zu unterscheiden und uns einen Weg erarbeiten durch den Dschungel der Fehlinformationen hin zu einem gesunden, individuellen Lifestyle, der zu uns passt.

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Warum Intuitives Essen manchmal Fake ist und nicht immer zwangsläufig zu Gewichtsverlust führt. https://bellyandmind.de/warum-intuitives-essen-manchmal-fake-ist-und-nicht-immer-zwangslaeufig-zu-gewichtsverlust-fuehrt/ Mon, 22 Jul 2019 13:00:36 +0000 http://bellyandmind.de/?p=4671 Warum Intuitives Essen manchmal Fake ist und nicht immer zwangsläufig zu Gewichtsverlust führt. 

Es gibt einen neuen Trend, vielleicht ist es Dir aufgefallen. Nach Low Carb kommt nun eine Welle Intuitives Essen auf uns zu. 

Eigentlich eine tolle Sache, wenn diese richtig, im ursprünglichen Sinne verstanden wird. Intuitives Essen wird in vielen Programmen als Intuitives Abnehmen beworben, also wie eine Diät, mit Vorher-Nachher-Bildern und dem Versprechen, das intuitive Esser weniger wiegen als andere. 

Theoretisch stimmt das auch – aber wenn man genauer hinsieht, werden Menschen verglichen, die schon immer intuitiv gegessen haben und noch nie Hungerkuren machen mussten und Menschen, wie viele von uns, die jede mögliche Ernährungsweise ausprobiert haben in der Hoffnung, endlich schlank zu werden und zu bleiben. 

Das ist aber nicht sinnvoll, denn wer viele Diäten hinter sich hat, reagiert anders sowohl emotionale als auch körperlich auf Essen als jemand, der sich noch nicht beschränken und schinden musste, wenn er Hunger hatte. 

Intuitives Essen ist keine Form einer weiteren Maßregelung, nur zu essen, bis man das erste Sättigungsgefühl wahrnimmt. Sondern ein Prozess in dem man lernen soll alle Regeln, Ängste, all die Diät bezogenen Informationen zu neutralisieren, die uns sagen, dass nur dünn gut und dick schlecht ist.

Wir wollen mit dem Intuitiven Essen wieder Vertrauen zum eigenen Körper aufbauen. Wir wollen lernen uns anzunehmen wie wir sind und uns aus den richtigen Motiven, nämlich aus der Selbstliebe oder zumindest dem Respekt unserem Körper gegenüber, gut versorgen. Zu dieser guten Versorgung gehört es nicht nur sich mit ausreichend Nährstoffen, Vitaminen und natürlichen Lebensmitteln zu ernähren, sondern auch den eigenen Bedürfnissen zu lauschen und ihnen einen entsprechenden Raum einzuräumen. Dem Wunsch nach Ruhe, Anerkennung, Spaß und auch Spaß-Essen wie Schokolade oder Kuchen zu erlauben. 

Mir ist es wichtig klar zu machen, dass wenn ich kein gutes Bild von mit selbst habe, wenn ich nicht liebevoll mit mir spreche, meine Bedürfnisse, wenn sie auch noch so schräg sind, ernst nehme, das Intuitive Essen nicht gelingen kann. 

Warum nicht fragst Du Dich vielleicht?

Weil die Intuition unseres Körpers für den Kopf nicht immer logisch erscheint. Weil unser Unbewusstes über die Intuition zu uns spricht und unserem Ratio nicht entsprechen muss. 

Ein Beispiel:Wenn wir mittags gut gegessen haben, und schon wenige Stunden später wieder hungrig sind, sagt der Kopf: „Na das kann kein Hunger sein, ich habe ja vor 2 Stunden erst ordentlich reingehauen“. 

Betrachten wir den Hunger aber körperlich, kann es sehr wohl sein, dass wir etwas zu Essen brauchen. Hunger ist veränderlich nicht statisch. Er wird durch extrem viele unterschiedliche Faktoren beeinflusst und ist ein Zeichen dafür, dass wir etwas benötigen. Wenn wir das Vertrauen zwischen Körper und Kopf wieder herstellen wollen, ist es wichtig diese Signale ernst zu nehmen, die er uns schickt und ihnen nachzukommen. 

Intuitives Essen bedeutet nicht zu urteilen, nicht zwischen guten und schlechten Lebensmitteln unterscheiden zu müssen, sondern dem Körper die Entscheidung zu lassen. 

Viele Kritiker des Intuitiven Essens (war ich übrigens auch lange) führen an dieser Stelle an, dass wir unserem Hunger nicht vertrauen können, denn wenn wir zwischen Pommes und Gemüse entscheiden sollen, werden wir immer die Pommes wählen. Das hat für mich gestimmt – genau so lange, wie ich mir die Fritten verboten habe. Sobald ich mich entschieden habe, sie essen zu dürfen und wirklich meinem Bauch die Wahl zu überlassen, habe ich ungefähr genauso oft Gemüse gewählt wie die Pommes. 

Es ist wie mit den Dingen, die wir in der Kindheit nicht durften: Lange aufbleiben, Fernsehgucken bis in die Puppen. Sobald die Eltern im Urlaub waren, wurde fern gesehen wie verrückt – aber kaum einer macht das noch, wenn er erwachsen ist. 

Ähnlich ist es mit dem Essen. Der Reiz des Verbotenen verschwindet, sobald es keine Verbote mehr gibt. Die zweite Hürde ist es, bereit zu sein zu lernen und dem Prozess zu vertrauen. Wer anfängt intuitive zu Essen und die Verbote aufhebt, wird oft erst mal mehr essen, mehr Süßes wollen und mehr von dem, was er sich vorher ewig verwehrt hat. Das kann dazu führen, dass wir zunehmen und das war für mich zu Beginn wirklich beängstigend. Wenn wir immer auf Diät gelebt haben und plötzlich die Kontrolle abgeben sollen, ist das eine große Herausforderung.

Trotzdem glaube ich, ist es der einzige Weg um Frieden mit sich und dem Essen zu schließen. Es ist wie, wenn eine Mutter mit dem Älterwerden ihrer Kinder lernen muss, sie nicht mehr ständig zu kontrollieren, ob beim Essen, bei den Schulaufgaben, der Körperhygiene oder was auch immer. Sie soll dem Kind vertrauen, damit ein vertrauensvolles Verhältnis entstehen kann. Das ist eine Wahnsinns Herausforderung für viele Mütter – auch, für die, die nicht im Helikopter unterwegs sind. Trotzdem ist es notwendig, wenn wir ein langfristig vertrauensvolles, liebevolles, wertschätzendes Verhältnis wollen. 

Das was uns Menschen heilt, ist die bedingungslose Liebe, nicht die Überwachung, die Abwertung, Regeln und Strafen, deshalb kann ich nur jedem ans Herz legen:
Lerne Dir wieder zu vertrauen, lass Dich selbst aus dem Schwitzkasten der Kontrolle ausbrechen. Liebe Dich selbst bedingungslos, dann ist es os viel einfacher gut für Dich zu sorgen.

Hör auf die Signale, die Dein Körper Dir mitteilt. Sie sind IMMER wichtig und halten wertvolle Informationen für Dich bereit. 

Lass Dir Zeit, gib Dir und Deinen Bedürfnissen Raum, dann kannst Du aufhören nach Spaß in Form von Konsum, nach Anerkennung in Form von Arbeitswut und nach Liebe in Form von Diäten oder Essen zu suchen. 

Du bist gut so, wie Du bist – JETZT und HEUTE und dass schon immer. Vertraue auf Deine Erfahrungen und erkenne, dass Diäten und Schlanksein dich nicht frei gemacht haben. 

Was habe ich davon, wenn ich nicht dünner werde? Das habe ich mich lange gefragt und deshalb auch nicht angefangen wirklich die Leinen zu lockern. 

Heute kann ich guten Herzens sagen: Mit jedem Schritt des Prozesses, wirst Du unabhängiger von der Meinung anderer. Die Angst nicht zu bestehen, abzunehmen und wieder zuzunehmen, kann endlich gehen. Egal wie Dein Körper sich verändert und das wird er mit dem Älterwerden zwangsläufig, muss Dein Selbstwert nicht davon abhängen.

Wir leben in einer Zeit, in der die Anforderungen an Äußerlichkeiten so absurd geworden sind, dass wir ihnen ohne chirurgische Eingriffe, ein Leben auf Dauerdiät und mit täglichen Sporteinheiten nicht ansatzweise nahekommen können. Ich denke, wir sollten uns überlegen, ob es sich lohnt einem unerreichbaren Ideal folgen zu wollen. Ob wir selbst permanent den eigenen Wert über das Äußere definieren wollen. Ob wir unsere Willenskraft, unseren Fokus, unsere Konzentration auf das „Schlank sein“ richten wollen. Oder ob wir uns mit dem Spaß, unseren Werten, den Dingen die wir in der Welt verändern wollen zuwenden. Wir haben eine bestimmte Menge an Energie zur Verfügung und nur wir bestimmen, wofür wir sie einsetzen. Damit will ich nicht sagen, dass es oberflächlich ist sich gut zu ernähren sondern, dass wir uns aus der Liebe heraus ernähren sollten und nicht aus dem übersteigerten Ego. Denn das Ego wird immer sagen: „Du bist nicht genug“. Die Liebe wird sagen „Du bist großartig, genau wie Du bist“ und nur Du entscheidest was Deine Wahrheit ist.

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Gewicht und Trauma oder Trauma-Gewicht? https://bellyandmind.de/gewicht-und-trauma-oder-trauma-gewicht/ Fri, 19 Jul 2019 10:32:42 +0000 http://bellyandmind.de/?p=4666 Gewicht und Trauma oder Trauma-Gewicht?

„Was soll das denn?“

Viele Betroffene, die schon immer mit den Themen Gewicht, Ernährung, Figur zu tun haben wissen nicht, dass sie ihre Probleme aufgrund von traumatischen Erlebnissen haben. 

„Hm, hab ich nicht“, sagen dann viele Frauen darauf hin. „Bei mir ist immer alles ok gewesen: gute Kindheit, keine Übergriffe, alles gut“. 

Davon will ich auch niemanden abbringen, wir müssen nicht alle eine schlimme Kindheit gehabt haben um dick zu sein oder uns zu fühlen,

ABER…

Wir leben heute in einer Welt, in der wir nicht mit einem wirklichkeitsnahes Menschenbild oder realistischen Vorstellungen von Körpern konfrontiert werden, sondern in der uns vorgegaukelt wird, durch die Medien, die Werbung, Ratgeber etc., dass alle Menschen, wenn sie sich nur genug bemühen, aussehen können wir Athleten:
Schlank, stromlinienförmig, schnittig und muskulös. 

Was wir vergessen ist, dass das einfach nicht der Wahrheit entspricht.

So wie Menschen unterschiedlich große, dicke, lange, gerade oder mit Höcker geformte Nasen haben, so vielfältig sind auch die Figuren der Menschen. 

Es gibt die Kleinen, die Großen, die Hageren, die Molligen, die Schmächtigen, Athleten und Mischformen. 

Wir haben unterschiedliche Augenfarben, Haarfarben, Geschmäcker, Vorlieben aber sollen alle das gleiche Verhältnis von Körpergröße und Gewicht aufweisen.

Nur wer dem standardisierten BMI, (dem Body Mass-Index = Körpergewicht in KG geteilt durch Körpergröße in Meter hoch 2 ) entspricht, soll gesund sein?

Diese Annahme ist extrem unwissenschaftlich und geradezu absurd. Der BMI hängt mehr von der Beinlänge ab, als davon wie gesund oder ungesund wir sind. 

Jeder der durch die Welt läuft, sieht, dass Personen sehr divers gebaut sind. In allen Erfahrungsheilkunden wie der Traditionellen Chinesischen Medizin, der indischen Ayurveda Lehre oder bei den alten Römern, selbst bei der Mayr-Medizin, der Vier-Typen-Lehre der Humoralmedizin der Antike oder der Konstitutionslehre gilt, dass alle einen unterschiedlichen Körperbau aufweisen. 

So wie es verschiedenartige Hunderassen gibt, existieren unterschiedliche Typen von Menschen und so wie nicht jeder sich einen Dackel kauft, müssen wir nicht alle dem Standard der weißen, heterosexuellen, dünnen Frau von „Typ Barbie“ entsprechen, um schön zu sein.

Und auch, wenn wir es noch so sehr wollten, wird aus dem Retriever kein Dackel werden Punkt.

Wir sind die erblichen Produkte unserer leiblichen Eltern und können dies willentlich nicht verändern. 

Nun zurück auf das Ursprungsthema was soll das alles mit Trauma zu tun haben? 

Ganz einfach, wenn wir dem kleinen, moppeligen Mädchen ein Leben lang erzählen, dass es um gut auszusehen, wie Barbie sein muss, dann ist das traumatisierend und nicht wahr. 

Dass wir dicke Frauen oft als weniger hübsch empfinden, liegt nicht daran, dass dies der Wahrheit entspricht, sondern, dass wir durch die Medien ein entsprechendes Schönheitsideal erlernen.

Warum haben sich die Werbetreibenden genau dieses Ideal gewählt? Ganz einfach in allen Regionen wird präferiert, was schwer zu erreichen ist. Sprich in der westlichen Welt sollen wir dünn sein, in armen Ländern ist schön, wer fett ist.
Dies zeigt deutlich, dass es nicht einen Universal-Geschmack gibt, sondern dass das Schönheitsideal ein Konstrukt unserer Zeit ist. 

Was passiert mit Menschen, die dem Ideal oder zumindest dem Standard nicht entsprechen? Sie empfangen permanent die Information: „Mit dir stimmt etwas nicht. So wie du bist, bist du nicht ok. Du musst dich verändern, um gemocht und akzeptiert zu werden.“ 

Wir leben in einer Welt, in der es furchtbar schwer ist, fett zu sein, obwohl es immer fette Menschen gegeben hat. Ob in Urvölkern oder in jeder anderen Zeit.

Wir wissen schon längst, dass die Stigmatisierung von Gewicht, extrem schädigend ist. Sie geht einher mit einem schlechten Selbstwert, Depressionen, vermehrt Essstörungen und vielen anderen negativen Begleiterscheinungen. Anstatt aber gegen die Diskriminierung vorzugehen, wettern wir gegen fette Menschen  – das ist grausam, ungerecht und traumatisierend. 

Wie wirkt sich ein Trauma aus? 

Es sorgt dafür, dass wir uns ohnmächtig fühlen und uns schämen. Wir können uns nicht zur Wehr setzten und uns nicht verteidigen. Wir fühlen uns ungerecht behandelt und ungeliebt. Wir bemühen uns mit aller Kraft, die Kontrolle zurückzuerlangen über unser Leben. Häufig zeigt sich dies, in dem wir versuchen, unser Essen zu planen. Wir zählen Kalorien, Punkte, Fette, Kohlenhydrate, Stunden zwischen den Mahlzeiten. Wir wiegen alles ab und versuchen unseren Hunger durch den Verstand zu steuern. 

Und was passiert, wenn wir Diät leben? Das Pendel, das in die eine Richtung schwingt, schlägt in gleichem Maße auf der Gegenseite aus. Das bedeutet, je länger ich mir etwas vorenthalte, umso häufiger werde ich Fressanfälle haben.

Wenn wir nach einer Hungersnot (auch, wenn sie selbst herbeigeführt wurde durch eine Diät) wieder Essen zur Verfügung haben, werden wir alles worauf wir verzichtet haben nachholen. 

Je mehr wir unser Herz daran hängen, ob wir abnehmen oder nicht, umso verschärfter wird die Situation. Wenn unser Seelenheil und unser Selbstwert davon abhängen, wie wir aussehen, sind wir ewig auf den Applaus der anderen angewiesen. Unser Lebensglück hängt am Wohlwollen der anderen. 

Wir geben uns damit selbst die Information, die wir als Kinder von den Eltern oder der Gesellschaft gelernt haben: „Wenn Du nicht schlank bist…“

Hier kannst Du selbst überprüfen, was Du alles für Überzeugungen in Dir trägst: 

…dann bekommst Du keinen Partner

…wirst Du nicht geliebt

…bist Du nicht schön 

…wirst Du niemals erfolgreich sein

…bist Du nicht genug.

All diese Gedanken sind traumatisierend und fühlen sich existenzbedrohend an.

Immer, wenn unsere Existenz sich bedroht fühlt, nimmt der Körper dies als Notlage wahr. Jede Notlage könnte eine Hungersnot mit sich bringen und der Körper fängt an, sein Schutzprogramm zu tätigen.

Er fängt an, mit den Reserven zu haushalten, drosselt den Stoffwechsel um länger mit den Vorräten auszukommen. Er senkt die Körpertemperatur und bewegt sich weniger gerne. Er hat mehr Hunger, lagert schneller ein und schützt das Überleben mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. 

Unser Körper ist ein Wunderwerk der Natur. Sobald wir ihn in Angst und Schrecken versetzen (das kann auch durch das „OMG ich bin zu fett und hab nichts anzuziehen sein“) schaltet er ins Notfallprogramm. 

Das Fazit: 

Je mehr wir uns selbst ablehnen und unseren Stress nicht beachten, umso stärker wir der Körper mit dem Notfallprogramm reagieren. 

Stressauslöser sind häufig:

Mit dem Älterwerden sammelt der Körper mehr Fett an.

Der Körper verändert sich durch das Kinderkriegen.

Wir nehmen aufgrund von dauerhaftem Stress zu.

Unsere Beziehungen fühlen sich nicht gut an.

Wir haben Stress mit den eigenen Eltern oder den Schwiegereltern.

Die Kinder sind anstrengend.

Oder unserer Existenz ist wirklich bedroht, wie durch Arbeitslosigkeit oder wodurch auch immer. 

Je größer der Druck auf den Einzelnen wird, umso stärker fühlen wir die Bedrohung.

Versicherungen, die wollen, dass wir unseren BMI angeben. Arbeitgeber, die auf uns einwirkt, dass wir abnehmen sollten, fett-phobische Familienmitglieder oder eine Gesellschaft, die uns weiß machen will, dass mit uns etwas nicht stimmt, vergrößern den Schmerz und diskriminieren statt zu helfen.

Es wird Zeit, dass wir unser Mindset verändern, unsere Glaubenssätze und Überzeugungen überprüfen. Dass wir liebevoller und toleranter mit uns und anderen umgehen. Nur wer sich angenommen fühlt, wer sich als Teil der Gesellschaft wahrnimmt, kann sich entspannen und mehr für die eigene Gesundheit tun. Es führt zu keiner gesunden Lösung sich selbst hässlich, blöd und als Versager zu fühlen und ins Fitness-Center zu prügeln. Wir müssen lernen, dass Pferd von der anderen Seite aufzuzäumen, damit unsere Bemühungen uns nicht schädigen, sondern weiter bringen. 

Gesundheit ist kein Zustand, den man erzwingen oder kontrollieren kann. 

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Warum wir immer noch Diäten machen https://bellyandmind.de/warum-wir-immer-noch-diaeten-machen/ Mon, 15 Jul 2019 12:36:22 +0000 http://bellyandmind.de/?p=4638 Warum machen wir immer wieder Diäten obwohl wir wissen, dass sie uns nichts bringen?

Wir wissen aus Studien längst, dass Diäten langfristig betrachtet, also über einen Zeitraum von 1 bis 5 Jahren, absolut nichts bringen und oft sogar eine Gewichtszunahme zur Folge haben.

Trotzdem machen jedes Jahr Millionen von Menschen weiterhin Diäten in der Hoffnung, dass sie es dieses Mal schaffen werden ihr Gewicht zu reduzieren.

Aus der Psychologie wissen wir, dass Menschen nichts ohne einen zumindest unbewussten Nutzen tun. Jedem ist der Nutzen des Essens klar: 

  • Es schmeckt gut, 
  • beruhigt uns, 
  • sorgt für einen erhöhten Serotoninspiegel (Glückshormon)
  • dient als Belohnung 
  • und vieles mehr.

Aber welche Nutzen haben die Diäten?

Diäten dienen uns im Kern, ebenso wie das Essen, als Bewältigungsstrategie.

Es ist eine Strategie, die wir erlernt haben, um unsere Angst, unsere innere Unruhe und unsere Scham zu bewältigen und mit diesen Gefühlen besser umgehen zu können. Gleichzeitig aber auch, um endlich in der Gesellschaft anerkannt zu sein.

Eine Gesellschaft, in der es kaum etwas Verwerflicheres gibt als fett zu sein. Denn fett sein steht nicht für den Körper-Fett-Anteil, sondern für Disziplinmangel und Faulheit. 

Einige der seelischen Belastungen, die uns zum Diätleben bringen, entstammen also aus dem Stress als nicht schlanker Mensch in einer Fett-phobischen Welt zu leben. 

Dicke Menschen erleben tägliche Diskriminierungen von Arbeitgebern, Ärzten, Institutionen und werden ständig aufgefordert sich zu verändern. 

Wir versuchen mit den Diäten die Kontrolle über etwas zu erlangen (generalisierte Angst vor dem Zunehmen, oder als fett bezeichnet zu werden), dass uns helfen soll unsere Gefühle, wie Angst und Scham zu managen.

Wer wie ich eh schon zu den ängstlicheren Menschen gehört, wird sich in unsicheren Zeiten besonders intensiv darum bemühen, das eigene Essverhalten zu kontrollieren. Wenn wir uns besonders angreifbar und verletzlich fühlen, versuchen wir mit Verboten von bestimmten Lebensmitteln, exzessivem Sport, Fasten, Detoxing und anderen als Wellness verkleideten Diäten unser Leben und unsere Emotionen in den Griff zu bekommen. 

Das Problem ist, dass Diäten und alle gewichtskontrollierenden Verhaltensweisen von Natur aus, nicht sinnvoll sind (da unser Gewicht nicht maßgeblich durch Essen , sondern durch das Gehirn gesteuert wird). 

Wir nehmen uns mit der Konzentration auf die Kontrollmaßnahmen mehr, als dass wir uns etwas Gutes tun:

  • Wir verschwenden unsere Zeit mit Sorgen um Dinge, die wir nicht ändern können, weil sie genetisch festgelegt sind: Unserem Sollgewicht.

    (Das Sollgewicht, ist das Gewicht, dass genetisch vorgegeben ist. Es variiert zwischen 5 und 10 Kilo ist aber langfristig nicht zu unterschreiten ohne gesundheitliche Schäden.)

  • Wir strengen uns wie besessen an, etwas zu erreichen, dass uns vor schlechten Gefühlen schützen soll. Wir denken, „wenn wir schlank sind, sind wir sicher“.

    Aber wie können wir wirklich sicher sein, wenn unser eigener Glaube an uns von einer äußerlichen Bewertung abhängt?

  • Unsere körperliche Gesundheit leidet unter der Gewichtsreduzierung, Fressanfällen, und JoJo Diäten. 
  • Unsere Beziehung zu uns selbst und unserem Körper verschlechtert sich.

    Denn wir trauen uns selbst nicht mehr über den Weg, da jede Diät ein übermäßiges Essen auslösen (Binge-Eating) wird.

    Wir denken dann, wir seien zu schwach, obwohl der Fressanfall eine natürliche Konsequenz des Hungerns (der Einschränkung) ist. 

  • Unser Selbstwertgefühl verschlechtert sich von Diät zu Diät.
  • Je mehr wir versuchen uns durch das Diätleben vor Anfeindungen von Außen zu schützen, umso schwächer werden wir und umso trauriger und enger wird unser Leben. 

Vielleicht kennst Du all das auch: 

  • dass Du nicht essen magst, wenn andere dabei sind, weil Du denkst Du bist zu dick um in der Öffentlichkeit Burger zu essen. 
  • dass Du heimlich, wenn keiner zuguckt, Süßigkeiten und Dinge isst, die Du meinst nicht essen zu dürfen. 
  • dass Du ohne Genuss und Ruhe isst, und die Dinge in Sekunden vertilgst. 
  • dass Du schnell ein schlechtes Gewissen bekommst, wenn Deinen Ernährungsregeln nicht folgst oder den Sport schwänzt. 

Glaub mir, je mehr Du Dich bemühst, Deinen Willen aktivierst, um gegen Dein Dickes-Ich anzukämpfen, je mehr Du Dich selbst ablehnst, je härter Deine Diätregeln sind, umso enger und kleiner wird dein Leben. Und umso höher wird langfristig Dein Gewicht sein.

All die Regeln die wir uns selbst auferlegen, 

  • was wir alles nicht zeigen und sein dürfen
  • was wir nicht tragen (kurzer Rock, ohne Ärmel…) und tun (mit Arschbombe in den Pool, Sport am Strand…) dürfen
  • auf was wir alles verzichten (wilden Sex mit Licht an …) 

weil wir denken, dass andere sich daran stören und uns angreifen könnten, macht unser Leben nicht besser, sondern ärmer.

All dies führt dazu, dass wir weniger leben, uns weniger zeigen, unseren Bedürfnissen weniger Raum und Aufmerksamkeit geben. Schließlich denken wir andere sind mehr wert als wir selbst und wir sollten uns lieber zurück halten. 

Alles dies ist ungesund, denn wir unterdrücken unser Selbst. 

Vielleicht bist Du eines Tages bereit, dich aus der Diätmentalität zu verabschieden und neue Wege zu erkunden.

Mir haben dabei folgende Dinge geholfen:

  • Meine eigenen Erkenntnisse darüber, wie Diäten meine Gesundheit und mein Leben geschädigt haben.
  • Offene, kritische Worte darüber, warum der Großteil der Menschen, so fest davon überzeugt ist, dass nur dünn gleich gesund sein kann. Denn eine Milliarden starke Industrie füttert dieses Denken.
  • Zu verstehen, wie mein Bild von „schön“ und „nicht-schön“ entstanden ist und wie ich es verändern konnte. Wie ich mich von der ständigen Manipulation durch die Medien befreien kann, wenn ich mein Medienverhalten verändere. 
  • Wie es ohne Angst geht, wieder mehr mit meinen Gefühlen und meinen Bedürfnissen in Kontakt zu kommen.
  • Gesündere Bewältigungsstrategien zu erlernen um mich vor Ängsten und Scham zu schützen. 

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das nicht einfach ist und wie man so schön sagt „die Hoffnung stirbt zuletzt“ aber vielleicht ist es gerade jetzt Deine Zeit Dich zu befreien und neue Wege zu probieren. 

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Essen sollte leicht sein https://bellyandmind.de/4629-2/ Tue, 09 Jul 2019 10:09:06 +0000 http://bellyandmind.de/?p=4629 Hallo, toll das Du hier bist.

Fragst Du Dich auch oft wo die Zeit geblieben ist? Gerade erst hat das Jahr begonnen, schon ist die Hälfte rum. 

Und wie ist es bei Dir bis jetzt gelaufen? Hast Du von Deinen Zielen, die Du Dir zum Jahrsbeginn vorgenommen hast etwas umgesetzt?

Ich hoffe es waren nicht die Dauerbrenner abzunehmen oder viel mehr Sport zu machen, denn die meisten scheitern schon in den ersten zwei Monaten.

Früher habe ich dann gedacht, ich hätte mich einfach nicht genug bemüht, mich nicht genug zusammen gerissen. Dann habe ich den Ton mir selbst gegenüber verschärft, mich noch mehr runter gemacht und bin noch härter mit mir ins Gericht gegangen. Nach dem Motto: Je mehr Daumenschrauben ich mir anlege umso erfolgreicher werde ich sein. Und hat es geklappt? 

Nein, natürlich nicht. Wenn wir Kinder mehr anschreien oder den Hund härter rannehmen hilft es ja auch nicht – also warum sollte es bei uns helfen?

Heute sind meine Ziele andere als früher. Ich vertraue meinem Körper. Ich habe gelernt auf meinen Hunger und meine Sättigung zu vertrauen. Meinem Körper die Kompetenz zuzurechnen, zu fühlen wann ich genug gegessen habe oder ob ich noch Hunger habe, was mein Körper möchte und manchmal auch was einfach nur meiner Lust zu Essen nachzugeben. 

Und was habe ich dabei festgestellt?

Dass sobald ich aufhöre mein Essen in gut und schlecht in gesund und ungesund einzuteilen, sobald ich aufgehört habe etwas wie Kalorien oder Kohlenhydrate zu zählen, je mehr ich mir alle Lebensmittel inklusive Zucker erlaubt habe, umso einfacher ist es einfach „normal“ zu essen. Keine Kraft mehr aufwenden zu müssen für Diätpläne, Gedanken über die Bikini-Figur, was ich essen darf oder nicht ist unglaublich befreiend.

Früher dachte ich, wenn ich mir alles erlaube, dann höre ich nie wieder auf zu essen. Ich bin süchtig, ich werde kein Ende finden. Die Wahrheit ist genau anders herum: Ich esse was ich möchte, bis ich satt bin und höre dann auf. Warum das plötzlich geht? Weil ich es morgen oder in 5 Minuten wieder essen darf. Ich muss nicht mehr essen wenn sich die Gelegenheit bietet, ich muss kein schlechtes Gewissen mehr haben, das mich verleitet noch mehr zu essen und ich muss auch keine Situation wie „heute ist es eine Ausnahme“ mehr ausnutzen, denn ich brauche keine Ausnahmen mehr. Heute brauche ich keine Erlaubnis mehr zu essen, sondern ich habe sie und bemerke, dass ich ein komplett anderes Essverhalten entwickelt habe. 

Früher hab ich mich zwischen Fressen und Diät befunden, dann jahrelang auf Low-Carb und heute gibt es keine Regeln mehr außer den größt möglichen Genuss und Stress zu vermeiden. 

Meine Ziele haben sich über die Jahre komplett verändert. Damals dachte ich, dass es mir das Gefühl von Freiheit gibt, wenn ich schlank bin. Ich dachte „dann kann ich alles machen, mich trauen alles anzugehen“. Aber die Wahrheit ist, dass ich immer noch die Angst hatte die Freiheit wieder abgeben zu müssen, wenn ich zunehme. 

Heute besteht meine wahre Freiheit darin, mich von Bedingungen wie „ich muss schlank sein, jung auszusehen, erfolgreich zu sein“ frei zu machen. 

Wir alle sind wer wir sind und genauso sind wir genug, schön, wunderbar und auf unsere eigenen Art und Weise erfolgreich. Unser Gewicht verändert nichts daran. Wenn wir denken, dass wir eine andere sind, wenn wir abnehmen als wenn wir mehr auf den Rippen haben, dann liegt das nicht am Gewicht, sondern an unserem Selbstbild an unserem Body Image.
Wir machen uns die Welt kleiner, indem wir an uns selbst Erwartungen stellen, die mit uns nichts zu tun haben. Anstatt dessen sollten wir uns darin übern uns bedingungslos zu lieben, so wie wir sind. 

Dann lassen wir uns gehen?

Ja, viele Menschen denken „nur wenn wir uns quälen, wenn wir uns alles abverlangen und uns ständig disziplinieren sind wir etwas wert und wenn wir unsere Ziele nicht erreichen, haben wir uns nicht ausreichend bemüht.“
Das kannst du sehen wie du willst, aber wenn ich mir das Ziel setze 60 Kilo zu wiegen und mein genetisches Sollgewicht bei 70 Kilo liegt, dann kann ich so lange dagegen vorgehen wie ich möchte – mein Körper wird sich IMMER durchsetzen, denn mein Körper hat alle biologischen Trümpfe im Gepäck: 

Die Hormone, die Regelung von Hunger und Sättigung, die emotionale Steuerung der Bedürfnisse, die Fettverteilung, den Drang zu Essen, die Attraktivität von Essen, wie intensiv wir den Geruch, die Farbe der Speisen wahrnehmen usw..
Gibt es eine Möglichkeit all das zu beherrschen?

Vielleicht gibt es Ausnahmen die das hinbekommen, je nachdem was Du sonst noch für Ziele und Herausforderungen im Leben hast. Wenn er Dein einziger Plan ist „dünn zu sein“ kann es für eine Zeit lang funktionieren aber oft wird daraus schnell eine Essstörung.

Wir reden in Bezug auf Gesundheit so oft vom Abnehmen, aber genau das Abnehmen ist oft so ungesund, körperlich wie emotional ist es oft sogar die Quelle unseres größten Stresses. 

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Dick bedeutet ungesund? https://bellyandmind.de/dick-bedeutet-ungesund/ Thu, 02 May 2019 11:08:31 +0000 http://bellyandmind.de/?p=4611 Ist es wirklich ungesund dick zu sein?

Viele meiner Kundinnen und Kunden (ja auch da gibt es paar wenige Männer) befinden sich zwischen dem Wunsch unbedingt abnehmen zu wollen und sich endlich annehmen zu können wie sie sind -auch dann, wenn das Gewicht immer wieder schwankt.
Alle sind sich jedoch einig, sich nicht mehr verbiegen zu wollen wie eine Brezel um ein paar Pfunde los zu werden. Sie wollen keine Diäten mehr machen. 

Die meisten meiner Klienten wissen theoretisch, wie sie abnehmen könnten, berichten aber von Verhaltensweisen, Gedanken und Mustern, die sie immer wieder zu alten Essgewohnheiten zurück führen.

Wenn man dann genauer hinsieht, kann man zwei Gruppen unterscheiden. 

Eine Gruppe von Menschen die wirklich etwas verändern sollten, weil sie gesundheitliche Probleme haben durch das stetig steigende Gewicht, die ungesunde Lebensweise oder durch das ständige Diäthalten, dass letztendlich dazu geführt hat, dass sie immer dicker und ungesünder wurden. Und eine zweite Gruppe von Menschen, die meint sie müssten abnehmen, damit die Außenwelt sie endlich so sieht wie sie sind: Diszipliniert, fleißig, engagiert, schlau, schön und wertvoll.

Wir befinden uns in einem ständigen Kampf zwischen„was denken die anderen“ und einem „was will ich wirklich“? Und sind zerrissen zwischen den unterschiedlichen Stimmen in unserem Kopf. 

Auch ich selbst habe mich sehr lange zwischen dem Wunsch schlank zu sein, Kontrolle über mein Gewicht zu haben und dem Wunsch so geliebt zu werden wie ich bin – unabhängig vom Gewicht, befunden. 

Unsere Gesellschaft und auch unsere Medizin hält hartnäckig an dem Glauben fest, dass schlank zu sein gesund und dick zu sein ungesund bedeutet. Dass dicke Menschen sich zu wenig bewegen, Diabetes bekommen und allerlei andere Probleme haben, schlanke Menschen hingegen agil und auf der sicheren Seite sind. 

Sehen wir uns die Statistiken an, ist das definitiv nicht wahr. Gesundheit drückt sich nicht in Körpergewicht aus, sondern ist ein sehr viel komplexeres und unerforschteres Thema als wir es wahrhaben wollen. 

Viele Menschen denken, wenn sie ihr Essen und ihren Sport unter Kontrolle haben, haben sie ihr Leben und ihre Gesundheit unter Kontrolle – weit gefehlt, wer kennt nicht die schlanke Yoga-Prinzessin die vegetarisch lebt und schwer erkrankt? Den Nichtraucher der Lungenkrebs bekommt oder den schlanken Freund der plötzlich einen Diabetes hat. Krankheit hat nichts mit Schuld oder Schwäche zu tun, sondern ist sehr vielschichtig. Was gesund ist und was ungesund, bestimmen nicht die Ärzte, sondern wir Menschen selbst. Wer täglich Joggen geht und es hasst, tut sich keinen Gefallen, sondern übt sich in Selbstverletzung. Alles sollte in Balance sein – auch das Essen und der Sport. 

Moderne Werbung wie „das Neue schlank ist gesund“ oder „das Neue skinny ist strong“ haben zwar einen etwas veränderten Ansatz aber alle vergessen eine ganz wesentliche Sache, nämlich, dass es schon immer und in allen Völkern Menschen mit unterschiedlichen Körperformen und Größen gegeben hat. Dass Menschen einfach dick sein können und trotzdem sportlich, agil und top fit. Dass wir nicht von Außen sehen wie sich jemand ernährt oder wie gesund er ist.

Dass Menschen die sich sehr diszipliniert ernähren, sehr sportlich sind auch gleichzeitig eine Essstörung haben können. Menschen die uns ganz besonders erfolgreich und stark vorkommen, können Angst davor haben ein Stück vom Kuchen zu essen. Sind diese dann gesund, nur weil sie schlank sind?

Ist es gesünder, wenn mir Lebensmittel wie Zucker und Gluten Angst machen als ein paar Kilo mehr auf die Waage zu bringen? Und wer will das eigentlich bewerten können?

Menschen sind verschieden und wir sollten aufhören zu denken, dass Körperformen, Größen und äußerliche Merkmale uns das Recht geben, zu werten oder urteilen zu wollen ob jemand gesund oder ungesund ist. Und wir sollten aufhören so zu tun, als hätten wir immer alles unter Kontrolle.

Kontrolle und Sicherheit sind eine Illusion, die wir niemals beherrschen können. Kontrollverlust bedeutet nicht, dass wir Verlierer sind. Das Leben besteht aus Hochs und Tiefs. Wenn die Lebenslinie nur noch waagerecht verläuft sind wir tot. Wer das Scheitern nicht mit einplant, wird immer enttäuscht werden. Scheitern bedeutet zu lernen. 

Haben wir im Politischen doch meist schon die Überzeugung, dass alle Menschen, egal welcher Herkunft, gleich viel wert sind, so hält sich beim Gewicht hartnäckig die Meinung, dass Dicksein ein Ausdruck von Disziplinlosigkeit ist.

Vergessen wird dabei, dass nicht unser Wille den Körper formt, sondern unsere Gene und diese lassen sich dauerhaft nun mal nicht austricksen, es sein denn wir halten eine Essstörung für eine clevere Strategie: „Lieber tot als fett“. 

Selbst wenn wir modernen Menschen dies alles schon wissen und meinen bei uns ist das anders, wir wollen nicht dünn sein, weil das in unseren Augen besser aussieht, sondern wir wollen uns einfach wieder wohl fühlen in einem schlanken Körper, lügen wir uns doch oft selbst eins in die Tasche. 

Wenn wir in uns hineinhorchen werden wir feststellen das das Wort „fett“ eine große Macht hat. Es ist ein Wort, dass wir niemals mit uns in einem Satz genannt hören wollen – auch, wenn kein Mensch ohne Körperfett überleben könnte. 

Fett ist gleich faul, undiszipliniert, dreckig, charakterlos, dumm, schlampig und noch eine Menge mehr. 

Aber was ist Fett noch?

Fett ist gespeicherte Energie, Energie die uns hilft zu überleben in Notzeiten. Vielleicht ist eine Gewichtszunahme ein Zeichen dafür, dass wir uns endlich von den Diäten abgewandt haben oder nun nachholen was wir uns lange verwehrt haben – ausreichend zu essen.
Vielleicht ist eine Gewichtszunahme eine Art Anker in emotional schweren Zeiten und wir haben das Essen genutzt haben um uns zu beruhigen und eine schwierige Lebensphase zu überstehen.
Körperfett ist oft die schlaue Strategie unseres Gehirns, ein Notfallprogramm gegen das Verhungern (das wir während der ständigen Diäten fühlen), gegen die eigene Vernachlässigung des Körpers.
Fett ist der Geschmacksträger des Essens, lebensnotwendiger Nährstoff. Es ist die Weichheit, die das Kind so liebt. Vielleicht die Nachgiebigkeit die wir in harten Zeiten brauchen. Es kann so viele Liebe im Fett stecken.

Erst wenn wir annehmen, dass Fett, Gewichtszunahme oder viel zu essen einen Sinn hat oder hatte und uns manchmal sogar gerettet hat, wenn wir lernen unser Fett zu lieben, können wir lernen es loszulassen. Nicht weil wir es „weg“ haben wollen, sondern weil wir es nicht mehr brauchen. 

Weil sich unser Körper, unser Geist, unsere Psyche entspannen kann. Weil der Krieg ums Essen und um die Figur beendet werden kann. Weil unser Wert nicht mehr von der Zahl auf der Waage abhängt. Wenn all diese Last wegfällt, ist es oft gar nicht mehr notwendig mehr zu essen als der Körper braucht.

Wenn morgen nicht die nächste Diät beginnt, brauche ich den Rest der Pizza nicht mehr zu essen, obwohl ich satt bin, denn ich kann sie morgen wieder essen, wenn ich sie brauche. Viele Menschen führt das in ein entspannteres Verhältnis zu sich selbst, zum eigenen Körper und auch zu allem anderen.

Wenn wir uns mit uns selbst anfreunden, wieder mehr auf unseren Bauch hören und uns selbst mit unseren Bedürfnissen wahrnehmen, brauchen wir oft sehr viel weniger Trost- und Frust-Essen.

Wer sich beim Sport nicht mehr quälen muss, um Kalorien zu verbrennen oder Muskeln zu stählen, sondern Sport macht der Spaß macht, kann aufhören nach  Ausreden zu suchen um nicht hinzugehen. Wir dürfen auch faul sein und das Ausruhen genießen.

Ich denke ob dick oder dünn, Pizza oder Salat, es gibt kein „Richtig“ und kein „Falsch“, es gibt nur ein „wie ist es für Dich“ und darauf kommt es an. Darauf dass Du Dich wohl fühlst. Deine Entspannung, Dein Körpergefühl zurück bekommst und nicht mehr denken musst, dass Du jetzt satt sein müsstest, sondern wieder fühlen kannst was Du brauchst und wann Du satt und zufrieden bist. 

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Verzicht macht dick! https://bellyandmind.de/verzicht-macht-dick/ Tue, 18 Dec 2018 14:28:27 +0000 http://bellyandmind.de/?p=4149 Alle Jahre wieder…

Bald ist es wieder soweit, das Weihnachtsfest ist um, wir haben geschlemmt, ordentlich Glühwein und Kekse inhaliert, Silvester steht vor der Tür und wir nehmen uns für das kommende Jahr wieder einmal vor, es gesünder zu beginnen. 

Neujahrsvorsätze halten in der Regel 14 Tage, bis sie dann wieder als „nicht erfüllbar“ abgetan werden. Ein wirklich beachtlicher Anteil der Menschen nimmt sich jedes Jahr vor abzunehmen und die Weihnachtszeit ist immer wieder eine gern genommen Ausrede, um weit über die Sättigung hinaus zu schlemmen. 

Also starten wir mit einer Diät. Das Abschwören von Alkohol, Zucker, Weizen, Fleisch, Milchprodukte oder was auch immer wir gerade als Feind auserkoren haben, beginnt – für kurze Zeit. 

Was die meisten aber nicht wissen ist, dass genau dieses Vorhaben schon zum Überessen führen kann. 

Gerade diejenigen, die schon mehrfach Diäten gemacht haben neigen dazu beim bloßen Gedanken an die nächste Diät mehr zu essen als zuvor. Allein das gedankliche Androhen des Verzichts sorgt für den unbewussten Wunsch einen Ausgleich zu schaffen, nach dem Motto: „Bald darf ich lange Zeit keinen Zucker mehr, dann muss ich jetzt noch schnell die Lage nutzen und besonders viel davon essen.“ 

Kaum jemand weiß, wie stark unser Hunger und unsere Sättigung mit der Psyche verbunden sind, selbst Tiere wie Ratten reagieren genauso wie wir.
In Versuchen hat man herausgefunden, dass Ratten denen für eine längere Zeit die Nahrungsmenge oder die Art der Nahrung vermindert wurde, danach nur umso mehr gegessen haben, um das Defizit auszugleichen.

Jede Form von Verzicht, jede Form von Restriktion ob psychisch oder physisch führt zu einem „Mehr“ an Nahrungsaufnahme. 

Wollen wir also das kommende Jahr nicht mit mehr Gewicht starten, sollten wir uns nicht innerlich schon auf die nächste Diät vorbereiten.
Nachweislich scheitern über 91 Prozent aller Diäten. Trotzdem bleibt die Frage ungestellt was eine Diät überhaupt ist. „Ich mache eine Ernährungsumstellung“ höre ich oft. Beim genaueren Nachfragen stellt sich aber heraus, dass auf Lebensmittel verzichtet wird, die man gerne isst , dann handelt es sich doch um eine Diät.

Was also ist eine Diät? 

Eine Diät ist jede Form des sich zurück halten müssen’s. Also, wenn ich etwas nicht esse, obwohl ich es gerne essen würde oder hungrig bin. Die Entscheidung etwas nicht essen zu dürfen kommt bei einer Diät aus dem „ich bin zu dick“ nicht aus dem „das tut mir nicht gut, davon bekomme ich Bauchschmerzen.“

Kling so als, wenn jede Regulation eine Diät wäre?
Eine Diät ist wie das Gefühl des Mangels, etwas nicht ausreichend zu bekommen oder zu dürfen. Es ist wie das kindliche Gefühl „alle dürfen – nur ich nicht“.

Wenn dann noch die körperliche Nahrungslimitierung dazu kommt, wird die Lage noch verschärft. Nicht selten kommen alle Komponenten zusammen:

  1. Wir fühlen uns dick und hässlich, wollen unbedingt Gewicht verlieren
  2. Wir machen eine Diät und nehmen auch ab
  3. Die Gewichtsabnahme wird langsamer und wir unzufrieden, dass es so langsam geht,
  4. die Verführung durch das Essen wird größer, wir essen wieder mehr.
  5. Wir nehmen wieder zu und fühlen und als Looser. 
  6. Zurück zu Punkt 1

Viele Menschen, wie auch ich selbst, kennen diesen Kreislauf aus dem Effeff.  

Was wäre dann keine Diät?

Keine Diät wäre auf den Körper zu hören. Ihn zu fragen wie hungrig bist du? Worauf hast du Lust, was nährt dich, was brauchst du?
Ihm zu vertrauen und die Möglichkeit zu geben auszuprobieren wieviel der richtigen Menge entspricht. Essen nicht per se in gut und schlecht einzuteilen, sondern es dem Körper und manchmal auch der Emotion zu überlassen. 

Ist intuitives Abnehmen eine Diät? Vielleicht, je nachdem ob diejenige die sich daran versucht verstanden hat worauf es ankommt und das auch umsetzen kann. 

Intuitives Essen als Intuitives Abnehmen zu bezeichnen, wäre bereits der erste Denk- und Verfahrensfehler, denn bei diesem Konzept geht es nicht darum abzunehmen.
Intuitives Essen wird oft falsch verstanden und es wird daraus eine Diät mit den Regeln „du darfst NUR essen wenn du hungrig bist, bis du satt bist“. Isst du außerhalb des Hungers hast du etwas falsch gemacht. DAS ist nicht intuitives Essen.

Wer meint intuitiv abnehmen zu können, versucht mit dem Kopf im Schwitzkasten in die volle Entspannung zu kommen. Ein absolutes No-Go. 

Erst, wenn wir das Abnehmen wirklich in den Hintergrund rücken und dem Körper das volle Vertrauen entgegen bringen, kann am Ende ein Nebeneffekt sein, dass man abgenommen hat.

Warum ist es meiner Meinung nach so wichtig endlich mit dem Diätleben aufzuhören?

Weil Diäten dick machen, den Selbstwert verringern, zu Essstörungen führen können und uns das Gefühl gibt Versager zu sein. 

Dabei ist in Wahrheit nicht der Mensch zu schwach, sondern jede Diät führt ab absurdum. 

Der Körper ist nicht darauf ausgelegt zu hungern, sondern zu überleben. Das Überleben wird durch unser Gehirn gesichert und dieses will Schmerz vermeiden und Freude erzeugen. Wer also isst ohne Freude zu empfinden, ein schlechtes Gewissen durch das Essen bekommt, sich schämt, weil sie wieder zu viel oder falsch gegessen hat, wer sich selbst zum Hungern zwingt, der bedroht sich selbst.
Wenn unser Gehirn sich bedroht fühlt reguliert es unseren Hunger nach oben. Wir essen mehr um das Überleben zu sichern und weil Essen Dopamin ausschüttet. Dopamin soll helfen unseren Schmerz aus der Scham, dem schlechten Gewissen und dem Selbsthass zu lindern. Um das Verhungern zu verhindern, schaltet der Stoffwechsel die Gänge herunter, nutzt jede Kalorie so gut es geht aus und schützt die Fettreserven mit aller Macht. 

Diäten, so wie wir sie machen führen dazu, dass wir gegen uns und unseren Körper ankämpfen. Wir versuchen die Natur des Menschen zu besiegen mit Diätdrinks und Ernährungsplänen. Wer je unsere Evolution verstanden hat, muss an dieser Stelle herzhaft lachen. 

Wer also gesünder in das neue Jahr starten möchte, der sollte aufhören Diäten zu machen und sich mehr dem Genuss und der Erlaubnis zu Essen widmen. Dem Körper wieder lernen zu vertrauen und die eigenen Körpersignale zu schätzen lernen. 

Unser Körper ist ein Meisterwerk der Natur, er dient uns treu und tapfer, wenn wir krank sind, Kinder bekommen, Stress haben und ihn vernachlässigen. Anstatt zu trainieren wie wir wieder mit ihm in Kontakt kommen, versuchen wir uns vom eigenen Körper abzuschneiden. Nicht zu fühlen und nicht auf seine Signale wie Migräne, Schilddrüsen- Funktions-Störungen, Übergewicht, Magen-Darm-Problemen usw. zu reagieren. 

Wir mussten an so vielen Ecken des Lebens schon lernen, dass sich die Natur nicht bezwingen lässt, vielleicht ist es an der Zeit wieder mit der eigenen Natur in die Kommunikation zu gehen und zu fühlen was es wirklich ist – was uns nährt und glücklich macht. 

Euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

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