
Menschen mit Behinderungen bringen in vielen Forschungsfeldern Expert*innenwissen ein. Dies macht sie zu wichtigen Co-Forschenden für zahlreiche Disziplinen und Forschungsfragen. Doch gleichzeitig wird vielen Menschen mit Behinderungen ein Zugang zu wissenschaftlichem Arbeiten durch physische oder soziale Barrieren verwehrt. Wie also kann inklusives gemeinsames Forschen von Menschen mit und ohne Behinderungen gelingen?
Ein inzwischen weit verbreiteter Ansatz für Forschung mit Bürger*innen ist Citizen Science. Hier forschen Bürger*innen zu Themen, die ihnen besonders am Herzen liegen.
In einem nun Open Access erschienenen Buchbeitrag „Citizen Science für alle: Ansätze für inklusive Forschung (auch) mit Menschen mit Behinderungen“ erläutern Ann Christin Schulz, Daniel Krüger, Jessica Klassen und Bastian Pelka, wie Citizen Science barrierefreier gestaltet werden kann. Sie nennen konkrete Beispiele und Handlungsempfehlungen für inklusive Bürger*innenwissenschaft. Dies umfasst beispielsweise die Darstellung bereits existierender inklusiver Ansätze in Citizen-Science-Projekten. Darüber hinaus wird ebenfalls thematisiert, wie Forschungsprojekte inklusiv und partizipativ geplant und umgesetzt werden können. Beratungsangebote und Hilfsmittel werden dafür aufgeführt, um die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in der Forschung a) zu ermöglichen und b) zu erhöhen. Der Aufsatz macht also deutlich, dass inklusive Projekte zur Normalität werden müssen und dass nicht nur Menschen mit Behinderungen von der Teilhabe profitieren, sondern allen voran das Wissenschaftssystem.
„Im Projekt IncluScience“ haben wir Methoden inklusiven wissenschaftlichen Forschens entwickelt“, erklärt Projektleiter Vertr.-Prof PD Dr. Bastian Pelka. Gemeinsam mit dem Berliner Sozialheld*innen e.V. wurde eine Barrierefreiheitslandkarte entwickelt – in gemeinsamen Prozessen mit Expert*innen mit Behinderungen.
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Vor über 1.000 Gästen in den Leipziger Messehallen begründete die Laudatorin Dr. Irmgard Plößl die Entscheidung der Jury: „Mit dem partizipativen Ansatz des Projektes wurden Menschen mit Behinderungen von Anfang an eingebunden. So trägt das Projekt dazu bei, die Chancen Künstlicher Intelligenz für Menschen mit Behinderungen nutzbar zu machen. Zugleich schafft das Projekt eine große Nähe zum allgemeinen Arbeitsmarkt und ist auf andere Einrichtungen übertragbar. Besonders ausschlaggebend für die Auszeichnung waren die starke Personenzentrierung sowie die Förderung von Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit“.
Mit den „exzellent“-Preisen zeichnet die Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e. V. (BAG WfbM) jährlich Projekte aus, die Teilhabe an Bildung und Arbeitsleben für Menschen mit Behinderungen in innovativer Weise ermöglichen und voranbringen. Im Projekt „Arbeiten, wie ich es will“, gefördert mit Mitteln des Ausgleichsfonds Schwerbehindertenabgabe, wird ein KI-gestütztes Tool zur eigenständigen beruflichen Orientierung von Menschen mit Behinderungen erstellt. Das Ziel ist, dass sich die Nutzenden selber über eigenen Stärken, den Arbeitsmarkt sowie berufliche Möglichkeiten und Anforderungen informieren können. Das technische Tool ist in einen sozialen Nutzungskontext eingebunden, den Fachkräfte, Unternehmen oder Angehörige nutzen können, um die Verwendung des Tools durch Menschen mit Behinderungen zu fördern.
Das Projekt wird durch das Franz-Sales-Haus (Essen) geleitet und in Kooperation mit der Münster School of Design, dem Fraunhofer FIT und der Sozialforschungsstelle der TU Dortmund umgesetzt. Besonders gefreut hat uns die Anerkennung durch zahlreiche Praktiker*innen, Betroffenenvertretenden sowie die anwesende Politik: Staatssekretärin Leonie Gebers (BMAS) sowie die sächsische Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Petra Köpping, gratulierten.
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Es nimmt Lesende mit auf eine Reise durch die Soziologie der Behinderung. Dazu werden u. a. mikrosoziologische (rollen-, handlungs-, interaktions-, gruppen- und sozialisationstheoretische) sowie makrosoziologische (sozialstrukturelle, systemtheoretische und modernisierungstheoretische) Perspektiven vorgestellt. Aus der jeweiligen Perspektive diskutieren wir ausgewählte Aspekte von Behinderung. Über 40 konkrete Beispiele übertragen soziologische Theorie auf Praxisfelder und geben Denkanstöße. Das Lehrbuch leistet einen Beitrag dazu, Behinderung und gesellschaftliche Mechanismen, die Exklusion und Teilhabe bedingen, erzeugen, verstetigen, verändern und beenden, besser zu verstehen.
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In meinem eher launig geschriebenen Essay geht es um Ego-Shooter, meine Erfahrungen als Gamer und was das alles mit KI und lebenslangem Lernen zu tun hat. Mehr unter:
Pelka, Bastian (2025): 62 zu 1. Oder: Warum ich für verpflichtende Weiterbildung zur Digitalisierung bin. In: Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete. 2/2025: 77-81
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