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]]>spannende Themen sprichst Du an. Du erinnerst Dich noch an unsere Begegnung bei Walter Seitter?
Gruß
Wilfried Gärtner
…Dioxin! Seitdem die Industrie im großen Rahmen mit chlorchemie produziert sind die Spermienzahlen rapide runtergegangen. 1/2000stel der Menge unterhalb des Grenzwertes von Dioxin ist bereits hormonell wirksam, wirkt “verfraulichend”, androgyn genaugesagt. Ein Fertilisationsmediziner druckste mal drumherum, als ich ihn konfrontierte, es gäbe nur die Vermutung, keine Beweise usw. Nachwuchs ging dann auch ohne Hilfe, obwohl es völlig unmöglich auf natürlichem Wege sei usw. usf. Wenn Sie ein Gespräch möchten, ich würde mich freuen, 01772426606, viel Erfolg, weiter so. VG Michael Andreae
]]>zum Thema Kornelius und Süddeutsche habe ich Ende August einen Offenen Brief an die Redaktion verfasst, den ich Ihnen gerne zur Kenntnis gebe:
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Sehr geehrte Redaktion,
Ihre Ressort Außenpolitik wird heute von einem Joffe-Schüler geleitet. Er steht nahtlos in der Kontinuität dieses Journalisten, der 1998/99 den politischen Teil Ihres Blattes – bei der ersten sich bietenden Gelegenheit nach 1945 – zum Propagandainstrument für einen völkerrechtswidrigen Luftkrieg machte, lediglich einmal unterbrochen von einem Interview, das von einem leitenden Redakteur außerhalb seiner eigentlichen Zuständigkeit geführt wurde. Wann immer es seitdem darum geht, unter der Tarnkappe der Humanität anglo-amerikanische geopolitische Interessen militärisch durchzusetzen, steht Stefan Kornelius Gewehr bei Fuß. Ich vermute, dass ihm seine Affinität zu der Vormacht und ihrem ersten Pudel während seines Washingtoner Aufenthaltes als journalistischer Jungspund auf die eine oder andere Weise zugeflogen ist. Wie geschickt und langfristig planend unsere amerikanischen Freunde dabei vorgehen, kann man übrigens vor der Münchner Haustür, beim Agieren des George C. Marshall Center in Garmisch beobachten, einem der zahlreichen Einrichtungen für US-Noopolitik weltweit.
In dieser Tradition lesen wir in der gestrigen Ausgabe Ihrer Zeitung zu Syrien: „Russlands Veto im Sicherheitsrat ist wertlos angesichts der humanitären Verpflichtung, diesen Krieg nun von außen zu beeinflussen – zur Not auch mit gezielten militärischen Schlägen gegen Abschussvorrichtungen, Flughäfen, militärische Depots. Entscheidend ist, dass nun schnell gehandelt wird. Die Bilder der sich krümmenden Menschen werden nicht verlöschen.“
Wieder einmal plädiert Kornelius für das Faustrecht und gegen die Charta der Vereinten Nationen, die einzige Barriere zwischen Zivilisation und Barbarei. Der Journalist Kornelius befindet sich jedoch nicht privat in einem politikwissenschaftlichen Seminar, sein Kommentar ist auch keine Hausarbeit. Vielmehr richtet er eine Forderung an die Öffentlichkeit und an die Politik. Er will also Entscheidungen beeinflussen und die Menschen in diesem Land auf einen Krieg gegen Syrien einstimmen. Und hier wird die Sache justiziabel, oder besser würde justiziabel, wenn deutsche Staatsanwälte, wie sich unsere amerikanischen Freunde auszudrücken pflegen, had the guts. Nämlich endlich einmal einen journalistischen Kriegshetzer generalpräventiv vor Gericht zu bringen:
http://dejure.org/gesetze/StGB/80a.html
Im Knast von drei Monaten bis fünf Jahren hätte Kornelius dann Zeit und Muße darüber nachzudenken, was kodifiziertes Völkerrecht bedeutet, welches historische Muster aktuell wiederbelebt wird, was Wesley Clark und Roland Dumas zur Entstehungsgeschichte des jetzigen Krieges und die Motive der Anglo-Amerikaner wissen. Schließlich könnte er sich vom Passauer Neuhistoriker Hans-Christoph Kraus erklären lassen, worum es eigentlich geht, in Nordafrika und im Nahen Osten. Jedenfalls nicht um einen Diktator, von dem man das syrische Volk befreien will. Herrscher dieser Art sind ganz im Gegenteil willkommene und gehätschelte Verbündete, solang sie nicht von der Fahne gehen. In einer Stellungnahme des Vatikans zum bevorstehenden Irakkrieg schrieb die offiziöse „Civilità Cattolica“ am 18. Februar 2003:
„Zwar sehen zahlreiche Beobachter in Saddam Hussein einen Diktator, dem schwere Verbrechen, unter anderem auch gegen eigene Familienangehörige, vorgeworfen werden, doch existieren heutzutage viele diktatorische Regime, die durchaus nicht weniger hart und grausam sind als das des Irak. Einige davon sind mit den Vereinigten Staaten befreundet, genießen deren Schutz und werden wirtschaftlich von ihnen subventioniert.“
Bereits heute jedoch könnte sich Kornelius die Frage stellen, wie es wäre, wendete man seine Handlungsempfehlung für den syrischen Konflikt angesichts der Kräfteverhältnisse im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen – dem einzigen Organ auf der Welt, das militärische Gewalt legitimieren darf – auf seine Person an. Er möge sich vorstellen, dass ein Bürger im Wissen um die Unmöglichkeit, den gegen das Völkerrecht – das den Gesetzen in Deutschland vorgeht und Rechte und Pflichten unmittelbar für die Bewohner des Bundesgebietes erzeugen – schreibenden Stefan Kornelius mit juristischen Mitteln aus der Redaktion seiner Zeitung zu entfernen, einen Aufruf verfasste, ihn mit körperlicher Gewalt in einen Zustand zu versetzen, der ihm künftiges Schreiben verwehrt. Dies wäre zweifellos eine Art von Lynchjustiz, die unsere Rechtsordnung verbietet, und gegen die Ihr Redakteur zu recht juristisch vorginge. Sie meinen, sehr geehrte Redaktion, das Beispiel hinke? Keineswegs, es zeigt vielmehr, wie weit sich Kornelius, und mit ihm die Süddeutsche, vom Kategorischen Imperativ unseres großen Königsbergers entfernt hat. Solche Zustände hatten wir schon einmal, nicht nur in den Redaktionen, sondern im ganzen Land. Am Ende dieser tausend Jahre stand das Nürnberger Tribunal.
Mit freundlichen Grüßen
Jochen Scholz
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Das erwähnte Interview eines Nicht-Zuständigen erschien Anfang April 1999 mit Willy Wimmer und wurde von Heribert Prantl geführt.
Mit freundlichen Grüßen
Jochen Scholz