Advertise with Googlier.com Kommentare zu: Die lyrische Eingangspforte http://abgedichtet.org/?p=128 Das private Weblog von LeVampyre Fri, 06 Jun 2014 21:29:23 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 Von: pringles http://abgedichtet.org/?p=128#comment-457 Mon, 06 Oct 2008 15:02:42 +0000 http://abgedichtet.org/?p=128#comment-457 Hallo Geo, hallo Lev 🙂

Von einem Tippfehler des Wortes „andere“, ging ich eigentlich nicht aus, ich nahm an es war ein einfaches Versäumnis in der Betonung. Kann ja passieren das man eine unbetonte mal überhört, oder überliest. Die Originalversion würde mich allerdings dahingehend auch Interessieren, denn solcherlei augenscheinliche Fehler können meiner Meinung nach auch des öfteren zum Tragen eines näherliegenden Inhaltes genutzt werden, um eine Verbindung des Inhaltes zum gewählten metrischen Aspekt zu erstellen. Wie zum Beispiel das von Lev erwähnte Moment im Erlkönig, wo man den Gallopp des Pferdes mit jedem „Holperer“ verspürt. Ich stimme zu, man verspürt wie Lev den Galopp des Pferdes, man kann aber auch in diesem Sinne einen angsterfüllten und gehetzten Herzschlag empfinden, welches das Pferd auf dem Rücken trägt, anstatt den Galopp des Pferdes auszumachen. Ein unrythmischer Herzschlag. Beide Empfindungen sind sicher möglich und geben den Moment des Empfindens frei. Sie sind nämlich von einem identischen Moment geleitet. Nämlich das Metrum als tragendes Element einer Gefahr. Für mein empfinden des Textes im übrigen eine schleichende und todbringende Kindeserkrankung. Da der Erlkönig mit Kron und Schweif dargstellt wird, nimmt er desweiteren auch noch Bezug zur Lilitu, der ersten Frau Adams. Die, wie jeder mancher weiß, Kindern gerne Todesängste bereitete und sie tötete.
Man kann den Erlkönig auf vielerlei Arten lesen und wenn ich sage, das ich ihn sogar im Ansatz als pädophile Abhandlung ausmachen kann, werden das auch einige sicher nicht abstreiten, aber dahingehend würde das Metrum schon wieder nicht ganz mitspielen, oder vielleicht doch? Im Allgemeinen ein sehr bemerkenswerter Text, wie ich finde.

Zum eigentlichen Text, dem von Geo als Gastschreiber zitierten, kann man durch die metrische Nutzbarkeit, eine weitere Verschachtelung und Übersteigung ausmachen. Das „andere“ welches das „obere“ wasser nochmals übersteigt
bzw, das „andere“ und das „obere“ gehen eine Verbindung ein, denn irgendwo muss das andere Wasser ja hin…demnach wäre das obere Wasser, also nicht das oberste aus meiner Sicht. Für mich persönlich, wie ich finde ein schönes Extra des Textes. Das Wasser spielt, sogar inneralb der Verse weiter. 🙂
Allerdings sehe ich, das es nicht dem Originaltext entsprungen sein kann, denn in diesem ist nur von zwei Becken die rede, also wäre das „andere“ in dem Falle wohl wirklich eine unnütze übersteigung des Momentes. Insofern man denn davon ausgeht, das die Becken nicht in sich auch noch Becken türmen, welche eine Übersteigung doch möglich machte. Dahingehend könnte man viel zu viel spekulieren und streiten denke ich. denn von solchen Becken wäre nicht die Rede, das wäre eher ein Moment des weiterführenden Gedankens glaube ich.
Was allerdings auch wieder zeigt, das der Text dahingehend sehr offen scheint, da er zum Interpretieren anregen kann. Ein Überinterpretieren ehrt einen Text finde ich. Denn für mein Empfinden ist es das schönste Zeichen, das Empfinden des Lesenden noch angeregt haben zu können. Gedanken über die Zeilen hinaus, sind ein schönes Geschenk finde ich. 🙂

glg pringles

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Von: GEO http://abgedichtet.org/?p=128#comment-456 Sun, 05 Oct 2008 13:36:28 +0000 http://abgedichtet.org/?p=128#comment-456 Hallo Pringles

Bei der von Dir angemerkten Stelle handelt es sich offenbar um einen Tippfehler. Statt „andere“ müsste es „andre“ heißen. Ich habe damals das Gedicht aus irgendeiner Internetseite herauskopiert und dabei den „Fehler“ gleich mit. Bei solch einer Feinheit wäre es natürlich interessant wie es bei der Uhrsprungsversion tatsächlich lautete und ob es hier tatsächlich zu Übertragungsfehlern gekommen ist.

Viele Grüße
Jonas

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Von: LeV http://abgedichtet.org/?p=128#comment-454 Sun, 05 Oct 2008 10:39:53 +0000 http://abgedichtet.org/?p=128#comment-454 Der Artikel ist von Geo ihm Rahmen der Gastautorschaft geschrieben, denn ich lasse hier auch gerne mal andere Autoren zu Wort kommen, sofern das Interesse besteht und sie etwas zu sagen haben. Mit dem Metrum der Strophe gebe ich dir übrigens Recht und denke, dass sich solche „Holperer“ in einem Gedicht über einen Springbrunnen durchaus nicht schlecht machen. Ich hatte ja mal über Goethes holpernden Erlkönig gesprochen, in dem der galloppierende Rhythmus des Pferdes deutlich spürbar wird.

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Von: pringles http://abgedichtet.org/?p=128#comment-452 Sat, 04 Oct 2008 12:05:12 +0000 http://abgedichtet.org/?p=128#comment-452 hallo lev 🙂
ist das jetzt von dir oder sind die ansätze allesamt von geo? da blick ich nicht ganz durch.
auf gut glück, hallo geo 🙂
das sind sehr interessante interpretationsansätze, mit denen ich mich weitestgehend identifizieren kann, allerdings wurde mir bei der metrischen darstellung von II.3 „Römische Fontäne (Villa Borghese) [Rainer Maria Rilke]“ etwas eigenartig, mir fiel die erste verszeile auf, sie beherbergt an vorletzter stelle eine auslassung soweit ich das beurteilen kann und ist kein durchgängig jambisches fünfmaß mit gesenkter kadenz wie dargestellt. ich denke du hast schlichtweg eine unbetonte übersehen 🙂
es könnte durchaus der inhalt mit dem übersteigenden moment des metrums in verbindung gestellt sein. das wäre eine metrisch-sprachlich dargestellte komponente.
meines wissens müsste die betonung dann derart dargestellt sein.

Zwei Becken, eins das andere übersteigend
aus einem alten runden Marmorrand,
und aus dem oberen Wasser leis sich neigend
zum Wasser, welches unten wartend stand,

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🙂 glg pringles

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