Von einem Tippfehler des Wortes „andere“, ging ich eigentlich nicht aus, ich nahm an es war ein einfaches Versäumnis in der Betonung. Kann ja passieren das man eine unbetonte mal überhört, oder überliest. Die Originalversion würde mich allerdings dahingehend auch Interessieren, denn solcherlei augenscheinliche Fehler können meiner Meinung nach auch des öfteren zum Tragen eines näherliegenden Inhaltes genutzt werden, um eine Verbindung des Inhaltes zum gewählten metrischen Aspekt zu erstellen. Wie zum Beispiel das von Lev erwähnte Moment im Erlkönig, wo man den Gallopp des Pferdes mit jedem „Holperer“ verspürt. Ich stimme zu, man verspürt wie Lev den Galopp des Pferdes, man kann aber auch in diesem Sinne einen angsterfüllten und gehetzten Herzschlag empfinden, welches das Pferd auf dem Rücken trägt, anstatt den Galopp des Pferdes auszumachen. Ein unrythmischer Herzschlag. Beide Empfindungen sind sicher möglich und geben den Moment des Empfindens frei. Sie sind nämlich von einem identischen Moment geleitet. Nämlich das Metrum als tragendes Element einer Gefahr. Für mein empfinden des Textes im übrigen eine schleichende und todbringende Kindeserkrankung. Da der Erlkönig mit Kron und Schweif dargstellt wird, nimmt er desweiteren auch noch Bezug zur Lilitu, der ersten Frau Adams. Die, wie jeder mancher weiß, Kindern gerne Todesängste bereitete und sie tötete.
Man kann den Erlkönig auf vielerlei Arten lesen und wenn ich sage, das ich ihn sogar im Ansatz als pädophile Abhandlung ausmachen kann, werden das auch einige sicher nicht abstreiten, aber dahingehend würde das Metrum schon wieder nicht ganz mitspielen, oder vielleicht doch? Im Allgemeinen ein sehr bemerkenswerter Text, wie ich finde.
Zum eigentlichen Text, dem von Geo als Gastschreiber zitierten, kann man durch die metrische Nutzbarkeit, eine weitere Verschachtelung und Übersteigung ausmachen. Das „andere“ welches das „obere“ wasser nochmals übersteigt
bzw, das „andere“ und das „obere“ gehen eine Verbindung ein, denn irgendwo muss das andere Wasser ja hin…demnach wäre das obere Wasser, also nicht das oberste aus meiner Sicht. Für mich persönlich, wie ich finde ein schönes Extra des Textes. Das Wasser spielt, sogar inneralb der Verse weiter. 🙂
Allerdings sehe ich, das es nicht dem Originaltext entsprungen sein kann, denn in diesem ist nur von zwei Becken die rede, also wäre das „andere“ in dem Falle wohl wirklich eine unnütze übersteigung des Momentes. Insofern man denn davon ausgeht, das die Becken nicht in sich auch noch Becken türmen, welche eine Übersteigung doch möglich machte. Dahingehend könnte man viel zu viel spekulieren und streiten denke ich. denn von solchen Becken wäre nicht die Rede, das wäre eher ein Moment des weiterführenden Gedankens glaube ich.
Was allerdings auch wieder zeigt, das der Text dahingehend sehr offen scheint, da er zum Interpretieren anregen kann. Ein Überinterpretieren ehrt einen Text finde ich. Denn für mein Empfinden ist es das schönste Zeichen, das Empfinden des Lesenden noch angeregt haben zu können. Gedanken über die Zeilen hinaus, sind ein schönes Geschenk finde ich. 🙂
glg pringles
]]>Bei der von Dir angemerkten Stelle handelt es sich offenbar um einen Tippfehler. Statt „andere“ müsste es „andre“ heißen. Ich habe damals das Gedicht aus irgendeiner Internetseite herauskopiert und dabei den „Fehler“ gleich mit. Bei solch einer Feinheit wäre es natürlich interessant wie es bei der Uhrsprungsversion tatsächlich lautete und ob es hier tatsächlich zu Übertragungsfehlern gekommen ist.
Viele Grüße
Jonas
Zwei Becken, eins das andere übersteigend
aus einem alten runden Marmorrand,
und aus dem oberen Wasser leis sich neigend
zum Wasser, welches unten wartend stand,
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🙂 glg pringles
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