Das, was Maenner von sich geben, dient immer und ausschlieszlich der Erhaltung unbewuszter Privilegien, und niemals, um eine Argumentation inhaltlich zu fuehren.
Das würde ich jetzt so auch nicht unterschreiben. Ich kenne ausreichend Männer, die inhaltlich mit mir diskutieren.
Den Rest deines Kommentars verstehe ich nicht.
]]>Das mit dem, was Butler wirklich gesagt hat? Neulich war das noch bei der FR verlinkt, und das waren ja fast schon beiläufige Bemerkungen im Rahmen einer Diskussion. Worauf sich seitdem die Welt stürzt. Bei Foucault waren es wenigstens noch Zeitungsartikel, und weil der wenigstens noch Mann war, wurde das auch nicht so brutal ausgefochten wie bei Butler.
Findest Du wirklich, dasz hier das Geschlecht Foucaults in irgendeinem Zusammenhang zur oeffentlichen Bewertung zu seinen Sympathien zu Khomeini steht?
oder auch hier:
Bei ihr rasten Männer einfach aus. Was übrigens auch daran liegt, dass ihr ganzer Denkstil auf plumpes Draufhauen und Verdichtung verzichtet, das macht die auch nervös, die lieber an Polarisierungen entlang denken.
Ah, so sind die Maenner also: immer auf Polarisierung aus! Mit gegen ganze Menschengruppen gerichtete pauschale Vorverurteilungen hat das aber nix zu tun.
Wie man sieht, spielt das Geschlecht desjenigen, der ein Argument vortraegt, die entscheidende Rolle, ob es stichhaltig ist. Das, was Maenner von sich geben, dient immer und ausschlieszlich der Erhaltung unbewuszter Privilegien, und niemals, um eine Argumentation inhaltlich zu fuehren.
Der Artikel, dem ich beide Zitate entnommen habe, koennte ueberhaupt ein Lehrbeispiel fuer schlechtes Diskutieren abgeben. Da werden mutwillig Zusammenhaenge hergestellt, wie der zwischen Butlers juedischer Abstammung, Israel, Antiimperialismus, der Gendertheorie und weisz der Geier was, um weiszen, heterosexuellen Maennern Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit hereinzuschmieren, sobald sie Gender doof finden. Mit Butlers Arbeiten, und der Kritik an ihnen beschaeftigt man sich nicht. Viel lieber unterstellt man weiszen, heterosexuellen Maennern pauschal persoenliche Feindschaft geggenueber Butler auf Grund ihres Judentums und ihres weiblichen Geschhlechts.
Das ist ein Einzelfall. dielillys Bemerkung bezieht sich sicherlich aber auf dieselben Erfahrungen.
]]>Aber man kann die Probe auf’s Exempel ja mal machen: Das nächste Mal, wenn du das Gefühl hast jemand sage „Du bist X, also Y“, dann schau ihm in die Augen und frage ruhig nach: „Hast du gerade gesagt, ich sei X also Y?“ Ich bin mir sicher, dass die meisten Menschen darauf „Nein, (ich habe gesagt, das…)“ antworten werden. Und wenn dem so ist, dann kommt die Debatte eventuell sogar weiter, wenn man dem „Nein“ erst einmal glaubt und ernsthaft versucht herauszufinden, was der Gegner eigentlich meint, bzw. warum man etwas anderes versteht.
Dass Leute über wichtigen Themen wie Rassismus oder Feminismus in hitzige Wortgefechte ausbrechen, ist ja kein Zeichen von Dummheit, sondern eigentlich ein Zeichen dessen, dass ihnen diese Themen am Herzen liegen. Wenn sie ihnen aber am Herzen liegen, dann lohnt es sich auch zu versuchen, ihre Ansichten zu verstehen, weil es wahrscheinlich ist, dass sie sich dazu Gedanken gemacht haben.
]]>Die Frage ist: Was kann man tun, wenn man von dem Vorwurf, „Du weiß, du Rassist“, „Du Mann, du Frauenfeind“ oder „Du deutsch, du Nazi“ frustriert ist, weil einem immer wieder vorgeworfen wird, man sei etwas (Rassist, Fauenfeind, Nazi), mit dem man sich so ganz und gar nicht identifizieren kann? Was tut man, wenn man, sobald man sich über diesen Vorwurf beschwert, den Vorwurf nur noch zu verstärken scheint? Wie kommt man aus diesem Dilemma wieder heraus?
Also, als ich glaubte, ein guter Freund werfe mir Antisemitismus vor und sehr verletzt deswegen war, da war ich auf dem Standpunkt: „Man wird ja wohl noch Israel kritisieren dürfen, ohne gleich eins mit der Antisemitismuskeule übergebraten zu bekommen!“ Aber weil der Vorwurf von einem guten Freund kam, wollte ich verstehen, warum er mir das vorwirft. Also habe ich mir Leute angeschaut, die ICH für Antisemiten halte. Ich habe mir angeschaut wie sie reden, was sie ihren Gegnern vorwerfen und welche Argumente sie verwenden. Ich habe festgestellt, dass sie blöderweise genau dasselbe taten wie ich: Sie wehrten sich gegen den Vorwurf des Antisemitismus, indem sie dem Gegner eine absurde Behauptung unterschoben (z.B. „Du behauptest, ich sei ein Nazi, nur weil ich stolz auf die Deutsche Nationalelf bin“), um sich anschließend darüber lustig zu machen, wie lächerlich diese Behauptung ist. Und das Publikum fragte nicht etwa, ob der Gegner das wirklich behauptet hatte, sondern schloss sich nur dem Gelächter über die Blödsinnigkeit der vermeintlichen Behauptung an. Ich erkannte, dass mein Freund mir gar nicht vorgeworfen hatte, Antisemit zu sein, weil ich Israel kritisierte, sondern dass er mir vorgeworfen hatte, das Verhalten echter Antisemiten zu kopieren, indem ich, wie sie, eine unwahre Behauptung aufstellte – nämlich die, dass man mir Antisemitismus vorwerfe, weil ich Israel kritisiere.
Mein Tipp: Schau dir das Verhalten derjenigen an, die DU (nicht irgendjemand) für Frauenfeinde, Rassisten oder was auch immer hältst, analysiere es! Und wenn einer darüber lacht, dass ein anderer behauptet, er sei Frauenfeind nur weil er einen Penis habe, dann schließe dich nicht dem Gelächter an, sondern frag nach, ob das wirklich, ernsthaft behauptet wurde – und zwar bei der Person, der das vorgeworfen wird. Mir hat das geholfen zu verstehen, was mir mein Freund eigentlich vorgeworfen hatte. Ich sehe nun deutlich, dass ich es, als ich noch glaubte, er werfe mir Antisemitismus vor, nur weil ich Israel kritisiert hatte, nicht verstanden hatte.
]]>Bei mir war das nie in persönlich geführten Gesprächen – da versuche ich Leute so lange plattzureden bis sie endlich mal aufhören, um den heißen Brei zu schießen und ihre eigentlichen Bedenken vorbringen. 😉
Meine Fälle waren gelesene, an die Allgemeinheit gerichtete, Argumente in Blogposts o.ä. (Was auch mein Mangel an Interesse erklärt, nachzuverfolgen, ob die Person patent dumm oder einfach nur „argumentativ komisch“ (aus meiner Sicht) ist.)
Ich erkenne Deinen Punkt an – unter der Annahme, dass ich das nicht falsch interpretiert habe, wo ich gerade keine entscheidbare Aussage zu fällen kann. Sollte jemand etwas _trotzdem_ schreiben gehe ich nicht hin und tue das als Phänomen ‚der Bewegung‘ ab. Das wäre zu einfach.
Der Punkt, den ich rüberbringen will: Ich verstehe es aber genau so gut, dass es Leute gibt, die von sowas extrem frustriert sind – und ich vermute(!), dass es tatsächlich dumme Menschen gibt, die ursprungs erwähnte ‚Argumente‘ voller Überzeugung bringen.
Und da habe ich dann tatsächlich nicht mehr Potential als für Spott – über das Individuum.
Das Problem ist, dass es zu viele Menschen gibt, denen abhanden geht, dass sich über eine einzelne Person lustig machen, je nach Person, schnell zu einem Abgrenzen von der ganzen „subjektiv definierenden Eigenschaft“ der Person führen kann, wie Du auch schon sagtest. Leider passiert das natürlich nicht nur beim Verfasser von solchem Spott, sondern auch bei den Lesern – so dass auch dort Überreaktionen vorkommen ob vermeintlicher Bagatellisierung von „Gedankendelikten“. [Ja, die Formulierung ist überspitzt.] Und das ganze sich dann hoch- und hinwegeskaliert.
]]>Auch das gibt es und dessen werde ich mir jetzt erst richtig bewußt, weil ich es vor kurzem selbst erlebt habe. Ein guter und sehr schlauer Freund warf mir vor Antisemit zu sein, nur weil ich Israel kritisiert hatte – oder zumindest hatte ich das Gefühl, er werfe mir das vor, nur weil ich… Aber das tat er eigentlich gar nicht. Er warf mir völlig zu Recht etwas ganz anderes vor, was ich aber damals nicht verstanden habe, weil ich mich durch den vermeintlichen Vorwurf des Antisemitismus derart schwer angegriffen und verletzt fühlte, dass ich selbst gar nicht mehr in der Lage war, sachlich zu debattieren. Ich war kurz davor hinzuschmeißen und zu sagen: Scheiße, dann bin ich halt ein Scheiß-Antisemit, Scheiße nochmal!
Jedenfalls, was ich damit sagen will, ist: Wenn man die absolut hohlköpfige, unsinnige Behauptung „Penis = Frauenfeind“ als Argument ernst genug nimmt, als dass man glaubt, sich davon durch Spott abgrenzen zu müssen, dann hat man die sachliche Debatte darüber, was Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus wirklich sind, bereits verlassen. Niemand, der nicht für dumm gehalten werden möchte, kann ernsthaft behaupten, jemand sei allein deshalb Frauenfeind, weil er einen Penis hat. Was aber an der Sache noch viel tückischer ist, ist das: Der Redetrick „Du behauptest, ich sei Frauenfeind, nur weil ich einen Penis habe, dabei sieht jeder, wie lächerlich diese Behauptung ist!, wird halt auch von echten Frauenfeinden verwendet, um Kritik an Frauenfeindlichkeit generell ins Lächerliche zu ziehen. Wenn man das verwendet und also das Niveau der sachlichen/vernünftigen Debatte freiwillig aufgibt, dann macht man es damit echten Frauenfeinden, Rassisten und Nazis einfacher. Indem man ihr unversehentliches Verhalten versehentlich kopiert oder wiederholt, schafft man allgemeine Akzeptanz für dieses rassistische, frauenfeindliche, antisemitische Verhalten. Mir war das selbst lange Zeit nicht so klar, daher finde ich es umso wichtiger mich jetzt sehr entschieden davon abzugrenzen.
]]>Alledings halte ich den tweet auch nicht für ironisch, sondern eher für so augenrollend-übertreibend-überdrüssig.
]]>Mit dem deutschen Pass habe ich nicht exakt so ein Erlebnis gehabt, aber auf die Aussage hin „Ich bin Deutscher“ wurde ich schon Faschist geschimpft. [Und wehe, man findet es sogar gut, in Deutschland zu leben.]
Das sind bedauerliche Einzelfälle (welche man leider nicht wegen offensichtlicher Geisteskrankheit abtuen könnte), aber sie existieren.
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