Das Material zur den Veranstaltungen sowie Audioaufzeichnungen stellen wir nach und nach auf der Dokumentationsseite zur Verfügung. Schaut mal immer wieder vorbei
Michael Zander spricht zur Vorbereitung und zu Inhalten der Ferienuni, zu Status und Praxis der Kritischen Psychologie und zu sozialen Bewegungen:
Quelle: freie-radios.net
]]>Nachdem ich durch meine mehrjährige Tätigkeit als Streetworkerin mehr oder weniger tief in die Lebenswelt von Jugendlichen aus unterschiedlichen sogenannten „sozialen Brennpunkten“ Berlins hereingelassen wurde, möchte im Rahmen meines Dissertationsprojektes den für mich noch offen gebliebenen Fragen weiter nachgehen. Im Sinne von Biographieforschung sollen Geschichten über das Leben von sogenannten „bildungsbenachteiligten“ Jugendlichen heute nachgezeichnet und auf den Begriff gebracht werden. Wie sehen sie ihr Leben? Mit welchen gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsstrukturen müssen sie sich auseinandersetzen? Wie nehmen sie diese wahr? Wie tun sie das? Welche Wendungen, Ereignisse, Zufälle, Entscheidungen waren es, die ihr Leben/ ihre Lebensführung nach ihrer Auffassung nachhaltig beeinflusst haben? Welche Wünsche, Träume, Hoffnungen haben sie? Welche Vorstellung von Freiheit haben sie?
Forschungsgegenstand ist die (Lebens-)Welt der Jugendlichen. Wie haben die Jugendlichen diese im Laufe ihres Lebens erlebt, wie nehmen sie sie wahr und wie begründen sie ihr Handeln in ihr? Insbesondere soll erforscht werden, mit welchen gesellschaftlich vermittelten Handlungsbehinderungen und Widersprüchen sie sich in ihrer Lebensführung konfrontiert sahen, wie sie diese beurteilen und sich zu ihnen verhalten. Die ganz spezielle Chance, die in der Biographieforschung liegt, ist, über die individuellen Lebensgeschichten Zugang zu kollektiven Dimensionen von Erfahrung und Möglichkeitsräumen zu erlangen.
In diesem Workshop möchte ich mit euch mein Forschungsvorhaben diskutieren. Es wurden bisher noch keine biographischen Interviews durchgeführt.
]]>Im Workshop steht der Austausch von Menschen im Mittelpunkt, die als Bildungsaufsteiger_innen Erfahrungen mit sozialer Scham, Angst, Selbstausschlüssen und anderen Bearbeitungsformen haben. Schwerpunkt wird die Frage sein, wie wirksam Klasse als eine Dimension sozialer Ungleichheit in psychologischen Konzepten und Theorien ist.
Inwiefern gelingt es in therapeutischen und gesellschaftskritischen Psychologien wie Psychoanalyse und Kritischer Psychologie auf Klassenerfahrungen besonders einzugehen? Sind solche Ansätze ein Weg zum produktiven Umgang mit den Widersprüchen von jenen, die zwischen „zwei Welten“ leben oder am Ende nur ein Oneway-Ticket ins Bürgertum?
Ein Workshop für Menschen aus working class/poverty class-Background
]]>„Was wünschen sich Trans*menschen von Menschen in ihrer Umgebung?“ „Was denken sie darüber, wie Menschen sie gut unterstützen können?“ Den Stimmen und Wünschen von Trans*personen Gehör zu verschaffen und ihre Verständnisse von Trans*verbündetenschaft vorzustellen, ist das Anliegen dieses Vortrags, der auf einer Interviewstudie mit sieben Trans*menschen beruht. Die Interviews wurden mit Hilfe der zusammenfassenden, qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ausgewertet, und ein Kategoriensystem der Unterstützungswünsche von Trans*menschen wurde erstellt. Die geäußerten Wünsche an Unterstützung und Verbündetenschaft lassen sich nach Wünschen in Bezug auf Haltungen zum Thema trans*, Wissen über trans* und sich selbst in Bezug zum Thema trans* sowie Wünschen an konkretes Verhalten unterscheiden. In die Konzeption der Studie sind Überlegungen zu verantwortungsvollem Forschen aus subjektwissenschaftlicher, Kritisch-psychologischer Perspektive eingeflossen und es wurde der Versuch unternommen, Konzepte aus Forschung zu Mehrfachdiskriminierung und Intersektionalität sowie kritischer Weißseinsforschung und Trans*feminismus im Forschungsdesign zu berücksichtigen.
Dieser Beitrag wurde über den Call for Paper eingereicht.
]]>Ein Basiswissen zur Kritischen Psychologie (Holzkamp) wird vorausgesetzt. An diesem Punkt wird sich dann auch die spannende Frage stellen, wie libertär/ anarchistisch die Kritische Psychologie ist. Ziele und Mittel des Anarchosyndikalismus werden in diesem Zusammenhang als ein mögliches Werkzeug zur Gewinnung verallgemeinerter Handlungsfähigkeit betrachtet. Wir wollen heraustreten aus einer akademischen Verwendung der Kritischen Psychologie und schauen, wie wir uns gemeinsam mit anderen Arbeiter*innen organisieren können.
Dieser Beitrag wurde über den Call for Paper eingereicht.
]]>Wir freuen uns über Rückmeldungen und Anregungen für zukünftige Veranstaltungen – und alles, was euch noch auf den Nägeln brennt.
]]>Studierende der Universität Hamburg und Klagenfurt stellen bereits durchgeführte studentische Lehrveranstaltungen, mitsamt den möglichen Potentialen aber auch Schwierigkeiten, vor. Des Weiteren wird der Lesekreis der Universität Marburg etwas über seine Entwicklung und Arbeit berichten.
Wenn ihr daran interessiert seid, kritisch-psychologische Themen an der Universität, zum Beispiel im Rahmen eines Lesekreises oder einer studentisch organisierten Lehrveranstaltung, zu bringen, seid ihr herzlich eingeladen zu unserer Veranstaltung zu kommen. Wir hoffen, dass dort einige Fragen beantwortet und Ideen für neue Projekte angestoßen werden können. Es wird auch empfohlen einen Laptop, Stick, oder eine externe Festplatte für den Austausch von Quellen und Arbeitsmaterial mitzubringen.
]]>Die Einbeziehung gesellschaftliche Lebensbedingungen spielt in den modernen Verhaltens-, Gesprächs-, Gestalttherapien sowie in psychoanalytischen und systemischen Therapien eine untergeordnete und vernachlässigte Rolle. Alle gegenwärtigen psychotherapeutischen Ansätze sind hingegen in gewisser Weise subjektwissenschaftlich, da sie das Erleben, die Erfahrungen, Handlungen und Wünsche der Subjekte in ihrer Lebenswelt zum Ausgangspunkt für ihre Analysen und Interventionen machen, da sie anders als im Forschungssetting nicht davon abstrahieren können, wenn Leiden reduziert oder geheilt werden soll. Welche Aufgabe eine kritisch-intendierte Psychotherapie darüber hinaus hat, soll an einem Fallbeispiel aus der integrativ-verhaltenstherapeutischen Praxis veranschaulicht werden.
Tabea Bernges stellt anschließend die Arbeit der studentischen psychologischen Beratung des AStAs der Uni Hamburg vor. In hochschulischen Kontexten tragen die aktuellen (Studien)Bedingungen unter anderem dazu bei, dass laut CampusKompass der TK fast die Hälfte der Studierenden sich durch Stress erschöpft fühlt. Dies hängt damit zusammen, dass im Rahmen des Bachelor-Master-Prozesses strukturelle und inhaltliche Handlungsspielräume Studierender stark eingeschränkt wurden.
Leistungsdruck im Studium ist beispielsweise ein Thema, das in der Beratung häufig vorkommt. Die Kritische Psychologie sieht die „Ausgeliefertheit an aktuelle Situationen, die Unmöglichkeit, Einfluß auf meine eigene Lebensperspektive zu gewinnen“ als das zentrale Moment der Beeinträchtigung der eigenen Subjektivität. Damit ist die Überwindung dieser Ausgeliefertheit „die zentrale perspektivische Entwicklung meiner individuellen Lebensqualität.“ (Holzkamp 1985[1]). Statt von der Unzulänglichkeit des Individuums (und Selbstoptimierungsangeboten als „Lösung“) auszugehen, müssen die Probleme verursachenden Strukturen in der Beratung mitgedacht und die „je eigenen“ Möglichkeiten der Ratsuchenden, ihre Handlungsfähigkeit zu erweitern, ausgelotet werden.
Wie sich psychologische Therapie, Beratung und politische Praxis zueinander verhalten kann u.a. im Anschluss diskutiert werden.
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