
Mein Elevator Pitch: Euer Newsletter mit den besten Filmdeals bei Prime Video, Apple TV, Youtube & Co. – immer persönlich und pünktlich vor dem Wochenende. Teurer als 99 Cent pro Film wird es nicht!
Wenn ich damit bei euch offene Türen einrenne, würde ich mich wirklich sehr über ein kostenloses Abo freuen – und über eine Weiterempfehlung natürlich auch 😊 Zum Aufwärmen gibt's heute schon den ersten Tipp, am Freitag geht's dann richtig los.
Und wer keine Lust auf noch einen Newsletter hat, darf natürlich gerne bei auch über RSS mitlesen.
P.S.: War ja klar, dass ROTE STERN ÜBERM FELD zwischen letztem Check heute Vormittag und Versand heute Nachmittag aus dem 99-Cent-Angebot geflogen ist. Na ja, gilt noch nicht, erst ab Freitag dann 🤞
]]>Andrew Callaghan spricht mehr als zwei Stunden lang mit Louis Theroux über dessen Arbeit. Callaghan hat noch nie ein Geheimnis darum gemacht, dass Theroux einen großen Einfluss auf seine journalistische Arbeit hatte und hat.
Nun bin ich niemand, der Callaghans Arbeit als gangbar für einen
]]>
Andrew Callaghan spricht mehr als zwei Stunden lang mit Louis Theroux über dessen Arbeit. Callaghan hat noch nie ein Geheimnis darum gemacht, dass Theroux einen großen Einfluss auf seine journalistische Arbeit hatte und hat.
Nun bin ich niemand, der Callaghans Arbeit als gangbar für einen „neuen“ Journalistmus hält. Denn im Gegensatz zu Theroux gelingt es ihm meiner Meinung nach nur extrem selten, den absurden Quatsch, den viele seiner Protagonist:innen von sich geben, einzuhegen. Beide pflegen den Ansatz, ihre Gesprächspartner:innen viel reden und sich selbst in eine Sackgasse manövrieren zu lassen.
Doch während Theroux dann eben oft genau dann, wenn sich sein Gegenüber (zu) sicher fühlt, mit einer präzise gesetzten Frage Ideologien, Propaganda und Verschwörungsmythen entlarvt. Callaghan fehlt genau diese eine Frage oft. Sein Konzept setzt bisher zu sehr auf sogenannte Selbstentzauberung. Und wie gut dieses Konzept aufgeht, sehen wir in den USA wie auch hier in Deutschland. Callaghans Inhalte bleiben oft eben nur eine Predigt für die Bekehrten.
Aber mehr als zwei Stunden Glazing von Louis Theroux? Count me the fuck in! 😅
]]>Angela Schanelec schafft es immer wieder, etwas ganz tief in mir drin zu erreichen. Das ist gleichzeitig extrem unangenehm und total euphorisierend. Sie schafft es zuverlässig, mit ihrem extrem spröden Werk elementare Dinge offenzulegen – und das kann mitunter schon mal wehtun.
„Kannst du nichts hören ohne deine Brille?“
Menschen reden aufeinander ein, gegeneinander an, aneinander vorbei, übereinander hinweg – aber fast nie miteinander. Menschen versagen dabei, mit dem so mächtigen Instrument der Sprache Verständnis und Verstehen herzustellen, weil der Einsatz als Machtwerkzeug zu verführerisch ist.
]]>Schade, dass hier Komplexität und
]]>Schade, dass hier Komplexität und Vielschichtigkeit stellenweise unnötig einfach nur vorgetäuscht werden. Alex Garlands Drehbuch versucht sich immer wieder in Ambiguität, erreicht aber ein paarmal zu oft lediglich Diffusität. Nicht alle Motive scheinen ausreichend klar gezeichnet, nicht alle Metaphern konsequent durchdacht. Das Verwirrspiel folgt nicht selten eben keinem ästhetischen oder inhaltlichen Ziel, sondern reduziert sich unnötig auf den reinen Effekt.
Die für mich ergiebigste und wasserdichteste Lesart war letztlich die einer Beobachtung der Ästhetik der politischen Rechten. Die kultartige Gang der Jimmys greift immer wieder zurück auf Motive einer Welt, die mit den Infizierten untergegangen ist – eine Welt, die der Anführer der Jimmys selbst kaum noch klar in Erinnerung und deshalb verklärt, die der Rest der Gang nie kennengelernt hat. Die Jimmys hegen und pflegen so eine fehlgeleitete Nostalgie für eine Welt, die in der vermeintlich erinnerten/überlieferten Form niemals existiert hat.
Das dem zugrunde liegende „Wann wird es wieder so, wie es niemals war?“ steht in unserer Realität natürlich in riesigen Lettern über dem hierzulande von etwa durch CDU/CSU und AfD vorangetriebenen Kulturkampf.
Das alles ist eingebettet in ein im Vorgänger entwickeltes visuelles Konzept, das Nia DaCosta hier zwar nicht unbedingt weiterentwickelt, aber sehr konsequent fortführt – inklusive drastischer Gewaltdarstellung, die natürlich weitestgehend genrebedingt ist und in diesem Kontext auch klargeht. Dass die heftigsten Bilder nun von Menschen sind, die dem Menschen ein Wolf sind, mag zwar in dieser Welt konsequent sein, aber dennoch kam dir das ein bisschen zu sehr suhlend und damit zynisch vor.
★★★☆☆
]]>„I made the entire Criterion Closet as a website - browse all 1,247 films by walking the shelves and pulling any one off!“ Mehr schreibt olievans nicht auf Reddit. Und mehr braucht es eigentlich auch nicht, um das Projekt einzuführen. Einfach klicken, den Criterion Closet in
]]>„I made the entire Criterion Closet as a website - browse all 1,247 films by walking the shelves and pulling any one off!“ Mehr schreibt olievans nicht auf Reddit. Und mehr braucht es eigentlich auch nicht, um das Projekt einzuführen. Einfach klicken, den Criterion Closet in 3D im Browser betreten und anfangen, Filme aus dem Regal zu ziehen! (Sein Beweispolaroid kann man dann einfach mit Criterion Wrapped generieren.)
(via dunderklumpen)
]]>Luca Guadagnino arbeitet gerade ja bekanntermaßen an ARTIFICIAL, einer Mischung aus Comedy und Drama über die Zeit, in der OpenAI-Boss Sam Altman mal für ein paar Stunden von seinem eigenen Aufsichtsrat – mutmaßlich, weil Altman Berichten zufolgen ein Manipulator und Lügner ist – vor die Tür gesetzt wurde.
Bei Testscreenings soll die Filmversion von Altman, gespielt von Andrew Garfield, gar nicht mal so gut weggekommen, der ganze Film gut angekommen sein. So, wie es also sein sollte. Jüngst hat Amazon MGM die Produktion jedoch fallen gelassen. „We believe that ‘Artificial’ will be better served if it were released by a different studio and are working closely with the filmmaking team to find the film a new home“, hieß es.
Wie Amazons Studioarm zu dieser Entscheidung gekommen ist, wird nirgendwo von niemandem offengelegt. Dass Amazon jüngst 50 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert hat, spricht hingegen Bände.
David Gerard hat die ganze Geschichte auch samt ausführlicher Linksammlung zu entsprechender Berichterstattung auf Pivot to AI zusammengetragen.
Dadurch bin ich auf dieses pikante Detail aufmerksam geworden: „Mike Hopkins, head of Prime Video and Amazon MGM, dropped the film after he watched an early cut. This also undercut Amazon’s head of film Courtenay Valenti, whose project it was.“
Diese Markt- und Machtkonsolidierung macht uns alle – im übertragenen Sinne und wortwörtlich – ärmer, da gibt es einfach nichts zu diskutieren.
Immerhin: Neon, die sowieso alles einkaufen, was nur einen Hauch von Festivalerfolg in Aussicht stellt, hat das Projekt mittlerweile übernommen.
]]>Aber bevor ich mich jetzt selbst wieder in Rage schreibe, Katharina Thoms:
Die Bundesregierung blamiert sich nach dem historischen Rekordhitzewochenende. Sie reagiert mit Worthülsen, Desinteresse und schiebt Verantwortung ab. Sollte der Schutz der Bevölkerung vor den Klimafolgen nicht Chefsache werden? Na, das ändert ja das Wetter nicht, meint der Regierungssprecher salopp. So viel Ignoranz macht fassungslos und gefährdet Menschenleben, Infrastruktur, wirtschaftlichen Erfolg. Aber das scheint die Bundesregierung nicht zu interessieren.
Auch in diesem Jahr habe ich die vergangenen Tage damit begonnen, parallel Hitze, Arbeit und die Lesetage des diesjährigen Bachmannpreises zu jonglieren. Ich will jetzt gar nicht zu irgendwelchen großen Ausschweifungen ansetzen, denn dazu fehlt mir auf jeden Fall das Wissen. Ich genieße es einfach, jedes Jahr mit Texten, Menschen und Diskussionen konfrontiert zu werden, die in meinem Alltag sonst gar nicht so viel Platz finden würden, und mich eher von meinen textinduzierten Gefühlen treiben zu lassen.
Dahingehend am meisten Gefallen hat mir der Text (PDF) von Lena Schätte, der den Titel Was wir tragen, nun ja, trägt 😅 Wie bei vielen literarischen Texten, die mich packen, habe ich auch hier einen Zugang über meinen Filmhintergrund gefunden. Lena Schätte macht sich nämlich irgendwie David Cronenberg zu eigen:
Wenn uns die anderen hinterherbrüllen, stelle ich mir vor, wie ich mit einem scharfen Löffel das Fett von meinen Knochen schabe und auf ihre Körper schmiere wie Lehm. Wie ich es glattstreiche auf ihren Taillen, ihren Bäuchen und ihren Hälsen, bis sie dick und rund sind.
Wenn das Licht schwindet, es dunkel wird und die von der Kamera eingefangenen Bilder
]]>Wenn das Licht schwindet, es dunkel wird und die von der Kamera eingefangenen Bilder zu rauschenden, konturlosen Schemen verkommen, wenn diese Welt kaum noch fassbar ist, scheint sie am erträglichsten zu sein. Sobald der erste Lichtstrahl wieder Form in die Welt bringt, werden Geschäftspläne ausgeheckt, weil diese Welt Glauben gemacht hat, dass es nicht auch anders gehen könnte.
]]>Was für ein absurdes wie folgerichtiges Szenario, das YALDA hier anrührt. Tod, Vergebung und Rechtsprechung werden zum Massenspektakel. Brot und Spiele. Die Verantwortung, die Entscheidungsgewalt über Leben und Tod wird scheinbar dem Volk™ auferlegt.
Was bleibt, ist die Illusion von Selbstbestimmtheit und Vertrauensverlust in sowie Zersetzung von Gemeinschaft. Und ein terrorgestütztes Regime, das dabei zusehen kann, wie die Menschen sich lieber gegenseitig anstelle der Unterdrücker:innen zerfleischen.
★★★½☆
]]>Der Film ist viel zu sehr damit beschäftigt, Dinge nicht sein zu wollen, und verpasst deshalb, etwas zu sein. Hier bleibt einfach alles derart vage, dass man ihm auch nicht mehr zugestehen könnte, seine Themen vorrangig implizit zu verhandeln. Er entzieht sich eher aus falschen Motiven jeglicher Verantwortung.
★½☆☆☆
]]>Es ist die selbst noch heranwachsende Halbschwester, die den drei bereits erwachsenen Schwestern ermöglicht, selbst einen Teil der eigentlich vergangenen Kindheit und Jugend noch einmal
]]>Es ist die selbst noch heranwachsende Halbschwester, die den drei bereits erwachsenen Schwestern ermöglicht, selbst einen Teil der eigentlich vergangenen Kindheit und Jugend noch einmal zu erfahren, nachzuholen, zu vollenden. Nun, nicht mehr getrieben davon, erwachsen werden zu müssen, scheinen sie sich zum ersten Mal richtig Fragen danach stellen zu können, was sie sich vom Leben erhoffen, wovon sie träumen dürfen, wovon sie sich lösen können und was/wem sie vielleicht zu Unrecht nachgetrauert haben.
Sehr einfühlsam beobachtet ist die Rolle des Hauses, in dem erst die drei, dann die vier Schwestern zusammenleben. Denn das ist nicht nur ein austauschbares Dach überm Kopf oder zweckdienliches Erbstück, es ist Protagonist mit klarem Profil und gewissermaßen selbst eine der Schwestern, Teil der Familie. Ein Ort der Geborgenheit und der Urteilsfreiheit.
Ich liebe, wie Hirokazu Kore-eda all das mit einer unendlich behutsam durch die Szenen gleitenden Kamera einfängt. Fast nie bewegt sie sich in den Raum hinein oder hinaus, vollzieht nur elegante Parallelbewegungen. Aber genau dadurch, durch den entstehenden Parallax-Effekt, entsteht eine räumliche Tiefe, die die emotionale Tiefe andeutet und behutsam unterstreicht.
★★★★☆
]]>Achronologische Aktstrukturen wie hier geben mir – und letztlich auch den Filmen – nur selten
]]>Achronologische Aktstrukturen wie hier geben mir – und letztlich auch den Filmen – nur selten etwas. Mike Flanagan verlässt sich jedoch darauf, dass er ein Ende vorwegnehmen und dennoch produktiv bleiben kann. Dadurch gelingt ihm hier ein positiver Nihilismus, gepaart mit einer Art melancholischem Zynismus.
Letztlich entsteht ein Plädoyer für das Leben, das wir alle trotz der Gewissheit unserer Endlichkeit, der des Planeten und des Universums, als Kaninchen vor der Schlange führen müssen. Ein Leben, in dem die, in ultimativer Konsequenz, Sinnlosigkeit aller Taten ein Quell großer Erleichterung sein kann.
Es geht nicht darum, dem Ende entgegenzutrauern, sondern es im übertragenen Sinne mit offenen Armen anzunehmen.
★★★☆☆
]]>Durch diese Geschichte zieht sich eine melancholische und ganz merkwürdig hoffnungsvolle Stimmung, obwohl eigentlich vom hinausgezögerten, aber letztlich unweigerlichen Ende erzählt wird.
Vielleicht liegt es daran, dass hier eine Gesellschaft beschrieben wird,
]]>
Durch diese Geschichte zieht sich eine melancholische und ganz merkwürdig hoffnungsvolle Stimmung, obwohl eigentlich vom hinausgezögerten, aber letztlich unweigerlichen Ende erzählt wird.
Vielleicht liegt es daran, dass hier eine Gesellschaft beschrieben wird, die jegliche Menschlichkeit outgesourct hat. Die jegliche Bezüge zu Zeit, Körper und Gefühlen gekappt hat und damit gar nicht mehr in der Lage ist, den Schrecken des hausgemachten Endes wahrzunehmen. Die verkannt hat, dass der Mensch ohne den Schmerz – oder zumindest die Möglichkeit des Schmerzes – verkümmert.
Schmerz und Trost sind so eng miteinander verbunden, dass die Abwesenheit von Schmerz unendliche Trostlosigkeit nach sich zieht.
Das verwebt Bov Bjerg mit jeder Menge kleiner präziser Beobachtungen zu Klasse, die alles in allem darauf hinauslaufen: Eine soziale Oberschicht, die sich durch ökonomische Überlegenheit definiert, grenzt sich nicht durch Eigentum ab, sondern durch die genutzten Codes – Codes, die mitunter einer sogenannten Niederschicht entrissen wurden.
Zentrales Merkmal dieser Oberschicht ist das Wissen um die Nutzung dieser Codes. Doch da die Bedingungen dafür aus eben jener Oberschicht heraus definiert werden, die Regeln jederzeit verändert werden können, ist ein Aufstieg aus der Niederschicht aus eigener Kraft unmöglich.
★★★½☆
]]>Ich gehöre ja auch zum eher kleinen Lager von Menschen, die Julia Ducournaus ALPHA echt gut fanden. Daher freue ich mich umso mehr darüber, dass auch Ipke F. Cornils diese Begeisterung auch teilt und sie hinaus in die Welt trägt – hier etwa bei Marcus Stiglegger in den Projektionen.
Die (Almost) Dailies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!
Wer noch nicht eh schon über ein dringend zu empfehlendes Podcastabo der Langen Nacht darauf aufmerksam gemacht wurde: Die Kolleg*innen haben anlässliches des Todes von Alexander Kluge im Archiv gegraben.
Kollegin Bena hat drüben auf Instagram eine großartige Auswahl von Filmen der 2020er, die von Frauen inszeniert wurde, zusammengestellt. Reinfolgen lohnt sich!
Unbedingt lesens- und/oder hörenswert ist die Recherche von Ronan Farrow und Andrew Marantz im New Yorker zu OpenAI-Chef Sam Altman, die sich über rund anderthalb Jahre gezogen hat und unter anderem Gespräche mit mehr als Hundert Menschen zu einem Porträt eines Typen zusammenführt, der mir am Ende echt Jan-Marsalek-Vibes gibt.
Ähnlich wie Julia Ducournaus ALPHA wird auch Olivier Assayas' nun ebenfalls im Kino laufender THE WIZARD OF THE KREMLIN kontrovers diskutiert. Für mich ist er Teil einer Entwicklung, Teil einer Reihe von Filmen, die entweder einen konkrete Innenperspektive aus Russland bieten oder sich in sie hinein imaginieren. Drüben habe ich die Kollegen also mal dazu angeregt, ein bisschen mit mir in dieser Gemeleage zu baden.
Auch drüben war Alexander Kluges Tod Anlass, noch mal auf einen Aspekt seines Schaffens und Wirkens hinzuweisen: dctp.tv.
Terrence Malicks DAYS OF HEAVEN ist noch bis Monatsende bei Arte in der Mediathek.
So nämlich!
Bevor ich gezwungen werde 5 Sekunden Werbepausen bei Instagram anzuschauen, schließe ich lieber die App und scrolle über was anderes.
— extrakaese (@extrakaese.bsky.social) 2026-04-09T15:37:44.272Z