Herausgegeben von Maria Hummel, Leonie Knebel, Christian Küpper, Michael Zander
Das vorliegende Sonderheft des Forum Kritische Psychologie (ISBN 978-3-86754-601-0, 13 €) enthält ausgewählte Beiträge der neunten Ferienuniversität Kritische Psychologie, die 2014 unter dem Titel „Den Gegenstrom schwimmen“ stattfand. Die Mehrzahl der Beiträge setzt sich mit bedeutenden Ansätzen und ihrem Verhältnis zur Kritischen Psychologie auseinander, mit der Psychoanalyse und dem Poststrukturalismus. Themen sind u.a. die Diskussion zwischen psychoanalytischen Ansätzen und der Kritischen Psychologie über das Unbewusste, das Verhältnis von Feminismus, historischem Materialismus und Poststrukturalismus, der Einfluss der Romantik auf die Geschichte der Psychologie, feministische Perspektiven auf die Austeritätspolitik und Praxisforschung über Psychotherapie.
Die folgenden Bilder sind von Cedric Bergmann und können unter Beachtung der CC-by-nc-sa-Lizenz in nicht-kommerziellen Kontexten verwendet werden.
Videoaufzeichnungen und Audiomitschnitte finden sich in der Dokumentation.

Das Profil der Ferienuni hat sich weiter geschärft, und der Spagat zwischen Einstieg und Vertiefung ist gelungen. Es gab wieder sehr viele Einführungsveranstaltungen, waren doch mehr als die Hälfte der Teilnehmenden zum ersten Mal bei einer Ferienuni. Daneben kamen auch die Menschen zum intensiven Austausch, für die die Kritische Psychologie schon länger eine bedeutende Rolle in der Berufspraxis, im Studium, in Bewegungen oder in der alltäglichen Lebensführung spielt.
Habt ihr noch Hinweise, Anmerkungen, Lob oder Kritik zur Ferienuni? Das Orgateam freut sich über alle Hinweise. Bitte schreibt einen Kommentar!
]]>Josef Held guckt für uns durch die universitäre Brille der Tübinger Forschungsgruppe, Ariane Brenssell macht den Spagat zwischen Hochschule und psychosozialer Praxis; Annette Schlemm berichtet aus dem Blickwinkel der emanzipativen Lebensführung, Eric Sacher und Lukas Herbst schildern ihre Perspektive als BA-Psychologiestudenten. Aus dem Orga-Team berichten Hannah Stuhler und Eileen Wengemuth, die dieses Jahr neu dazu gestoßen sind, sowie Janek Niggemann, der die Ferienuniversitäten seit 2010 inhaltlich und organisatorisch begleitet. Mit welchen Erwartungen kamen sie zur Ferienuni, was war aus ihrer Perspektive relevant und was nehmen sie in ihren Alltag, ihre Arbeit oder ihr Studium mit? Danach ist natürlich Zeit für ergänzende Berichte und Diskussionsbeiträge aus dem Publikum.
Morus Markard, der schon am ersten Kongress der Kritischen Psychologie 1977 mitbewirkt hat, übernimmt die Moderation.
]]>Wie üblich bei einem Open Space gibt es keine vorab vorgegebenen Themen; jede_r Teilnehmer_in hat die Möglichkeit, ein Thema einzubringen. Im Hörsaal 1a findet zunächst die gemeinsame Eröffnung statt, auf der die Prinzipien des Open Space vorgestellt werden. Dann haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit, eigene Aspekte oder Fragestellungen vorzustellen und dazu jeweils einen Workshop anzubieten. Die Teilnehmenden können sich dann zu den eingebrachten Themen zusammenfinden und diese in Seminarräumen diskutieren.
]]>Das emanzipatorisch intendierte Interesse am Phänomenbereich des Unbewussten ist unter anderem motiviert von der Frage nach den Ausdrucksformen psychischen Leidens. Umstritten ist dabei nicht nur, welchen Einfluss ein angenommenes Unbewussten auf das Handeln und die Erfahrungswelt Einzelner hat, sondern auch, wie genau Struktur, Inhalt und Funktionsweise selbigen zu bestimmen ist, vorausgesetzt ein solches existiert.
Die Kritische Psychologie entwickelte ihre Konzeption des Unbewussten in Auseinandersetzung mit der Freudschen Psychoanalyse. In dieser Veranstaltung werden zunächst einige kritisch-psychologische Überlegungen zu einem möglichen Zusammenhang zwischen psychischem Leiden, dessen Ausdrucksformen und dem Unbewussten entfaltet und daran anschließend Problemfelder markiert. Auf Basis eines Ko-Referats – aus Perspektive eines gesellschaftskritisch motivierten Psychoanalyseverständnisses -, in welchem weitere Unklarheiten und Leerstellen thematisiert sowie offene Frage benannt werden, soll es möglich sein, gemeinsam das Dargestellte zu diskutieren.
]]>Angst begegnet uns in unserer alltäglichen Lebensführung auf vielfältige Art und Weise: z.B. als diffuser emotionaler Hintergrund; als Prüfungsangst; als Angst, eigene oder fremde Anforderungen nicht erfüllen zu können; als Angst vor Spinnen oder Katzen; als Angst vor Krieg; als Angst vor Übergriffen; als Angst, beobachtet oder verfolgt zu werden; als Angst vor Problemgesprächen mit nahestehende Menschen; als Panikattacke.
Ziel emanzipatorischer Bestrebungen sollte es sein, den Menschen die Angst zu nehmen. Auf welchem Weg dies geschehen kann, ist empirisch offen, erst recht in Anbetracht der Unterschiedlichkeit ihrer Erscheinungsweisen. In diesem Workshop möchte ich unter Bezugnahme auf Begriffe wie Handlungsfähigkeit und Emotionalität versuchen, die kritisch-psychologische Perspektive auf den Phänomenbereich Angst zu entwickeln. Zwar ausgehend von der unmittelbaren sinnlichen Gewissheit subjektiver Angsterfahrungen steht diese Perspektive quer zu Vorstellungen, denen zufolge Angst lediglich als individuelles oder gar pathologisches Problem zu verhandeln sei.
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