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]]>Diese Woche haben wir erfahren, dass die Dachsanierung unseres Hauses sehr, sehr viel teurer wird, als ursprünglich gedacht (Shoutout an Russland für den Angriffskrieg). Wir reden von einer Preissteigerung um etwa 100.000 €. Das zwingt uns dazu, unsere gesamte Finanzplanung für die nächsten Jahre zu ändern. Wir können einen KfW-Kredit zu günstigeren Konditionen bekommen, aber nur wenn wir den Energieausweis Haus 70 vorlegen, für den wir jedoch erstmal neue Fenster einbauen lassen müssen – was eigentlich nicht geplant war.
Wir müssen also den Gürtel enger schnallen, wenn das alles funktionieren soll. Meine Ersparnisse, die eigentlich für mein kostspieliges Autoren-Hobbie eingeplant waren, werden nun anderweitig gebraucht.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe aktuell keine 600-800 € für das Endkorrektorat bei Mentorium.
Ich habe lukrative Projekte, die Geld einbringen könnten. Darauf werde ich mich konzentrieren, wenn Band 3 durch ist: Ein Online-Kurs und ein dazugehöriger Podcast zum Thema Werbetexten in der Immobilienbranche. Aber ich befürchte, dieses Geld wird von laufenden Kosten aufgefressen werden.
Kommt also Crowdfunding infrage? Das Problem ist, dass es nicht nur um das Korrektorat und den Druck von Band 3 geht. Ich wollte für die ersten 3 Bände professionelle Cover von einem Grafikdesigner gestalten lassen und dann alle drei Bände neu herausbringen. Das wären weitere Kosten zusätzlich zum Korrektorat. Wir wären also locker bei mind. 1.500 €, die erst mal gesammelt werden müssten.
Ich bin noch unsicher, ob ich diesen Weg soll.
Gar nicht. Ich werde nichts ohne endgültige Korrektur drucken lassen – den Fehler habe ich einmal gemacht und für immer daraus gelernt.
Für diejenigen, die unbedingt wissen möchten, wie es weitergeht, wird es den Text auf Anfrage vorab als PDF geben. Evtl. für 5 €, die ich dann bereits für das Korrektorat zurücklegen kann.
Mehr erfahrt ihr, wenn die Überarbeitung abgeschlossen ist. Bis dahin verbleibe ich mit liebsten Grüßen!
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]]>Ich kam auf diesen Gedanken im Rahmen der Diskussion um die Casting-Entscheidungen zu Ringe der Macht. In Tolkiens Welt gab es ein diverses Casting, das dem Ursprungsmaterial nicht entspricht.
Mir persönlich war das egal, aber ich kann verstehen, dass man sich darüber ereifert.
Was mir jedoch aufgefallen ist: Ringe der Macht nimmt sich selbst extrem ernst.
Es gibt eine andere Serie, die im mittelalterlichen Europa spielt und ein diverses Casting hat. Auch diese Serie basiert auf einer extrem langen Erzähltradition fantastischer Geschichten, die noch weiter zurückreicht als Tolkien: Die König Artus Sage.
Die Rede ist von Merlin von 2008. Soweit ich mich erinnere, gab es weder damals noch heute einen großen Aufschrei, dass die Hautfarbe in Camalot eher etwas Arbiträres ist.
Es ist keine getreue, realistische Nacherzählung der epischen Artussage, sondern ganz offen eine lighthearted Neuinterpretation, die die Geschichte aus der Sicht einer beliebten Randfigur erzählt – deswegen auch der Titel “Merlin”.
Warum stößt es in der einen Serie auf und macht Schlagzeilen und in der anderen nicht?
Zum einen liegt ein Jahrzehnt der PC-Bewegung dazwischen. Zum anderen jedoch, so bin ich überzeugt, liegt es am Storytelling.
Character-driven Plots gelten allgemeinhin als die besseren Plots, die allerdings auch schwerer zu schreiben sind, weil man sich sehr genau Gedanken machen muss. Man braucht Erfahrung, Empathie und die Fähigkeit, sich selbst un andere zu Reflektieren – das können heutige Hollywood-Autoren nicht mehr, wie in meinem letzten Video beschrieben.
Die Show Merlin nimmt sich absolut nicht ernst: Die meisten Bösewichte sind Karikaturen, manche Plots sind vorhersehbar, aber trotzdem sind die Hauptcharaktere ernstzunehmende Figuren mit Tiefe, Fehlern, Motivationen, Wünschen und klaren Charaktereigenschaften (fleshed out).
Für Ringe der Macht reichte es nur für einen Plot-driven Plot, bei dem eine Sache nach der anderen passiert, weil – muss halt. Wenn die Figuren nur leere Hülsen sind, die nur sagen und wollen, was der Plot ihnen vorschreibt, fällt es schwer, über die Oberfläche hinweg zu blicken – weil außer dieser Oberfläche nicht viel da ist. Ich denke, auch das ist ein Grund, warum viele sich so auf die Hautfarbe fokussieren.
Ringe der Macht hat sich mit seinem enormen Produktionsvolumen von einer Milliarde Dollar und seinem aggressiven Marketing auf die Fahnen geschrieben, nicht nur eine treue. sondern ein verbesserter Bestandteil der bestehenden Geschichte zu sein, als sei es ein legitimer Nachfolger, ein legitimer Eintrag in Tolkiens Werk selbst. Diese Serie nimmt sich extrem ernst und versucht jeden, von ihrer Bedeutung und ihrem Status in der Popkultur zu überzeugen.
Wer sich selbst so ernst nimmt, wird allerdings auch ernsthaft bewertet. Und eine Kritik ist nun mal, dass es bei Tolkien keine gemischtrassigen Völker gab, bei denen die Hautfarbe nach Belieben wechselt.
Guinevere aus der Artussage war ebenfalls keine Woman of Colour, aber bei Merlin geht es nicht um die akkurate Nacherzählung der Urpsungsmaterials, sondern um die Figuren, ihre Interaktion, ihre Konflikte.
Die Hautfarbe ist zweitrangig, wenn die Schauspieler gut harmonieren, eine gute Chemie haben und die Figur mit Leben füllen – was man bei Ringe der Macht nicht sagen kann.
Eine Serie, die alles mit einem Augenzwinkern betrachtet und sich selbst nicht zu ernst nimmt, dafür sehr gut ausgearbeitete Figuren hat?
Teils ja, teils nein. Nach Serien wie Game of Thrones, Vikings & Co. erwarten die Menschen epische Fantasyabenteuer, die sich durchaus ernst nehmen, mit dem entsprechenden Produktionsbudget. Aber ich denke, wenn Ringe der Macht so gut geschrieben wäre wie die ersten Staffeln von Game of Thrones – intensive character-driven Plots mit hohen Stakes und viel Spannung – dann würde kaum jemand über die Hautfarbe der Figuren sprechen.
Wir tun es, weil es nichts anderes zu sagen gibt. Und deswegen wird Ringe der Macht bald in Vergessenheit geraten.
Fazit: Man sollte die richtigen Elemente einer Geschichte ernst nehmen, vor allem die Figuren. Abgesehen davon ist nichts davon wirklich ernst zu nehmen – immerhin ist es nur eine Geschichte.
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]]>Und dann wachte ich auf und dachte: Hey … das ist gar nicht so dumm. Also lasse ich euch an meinen Gedanken teilhaben.
Also: Ihr seid ein Schriftsteller, ihr habt ein Studium absolviert, viel gejobbt und hart trainiert, um ein guter Autor zu werden. Es ist euer Traum, Filmdrehbücher zu schreiben, also geht ihr nach Hollywood – wo sonst könnte man als Drehbuchautor international erfolgreicher werden?
Ihr habt also ein Drehbuch oder werdet beauftragt, eines zu schreiben. Ihr setzt euch hin und gebt alles, der erste Entwurf ist Mist, hat aber viel Schönes und nach ein paar Wochen habt ihr ein wirklich gutes Drehbuch für einen Blockbuster: Spaß, Unterhaltung, aber auch herzergreifende, bittersüße Momente – das perfekte Filmerlebnis.
Dann kommt der erste Vertreter des Studios und streicht alles raus, was nicht im Budget ist.
Ihr müsst das Drehbuch also umschreiben. Kein Problem – es funktioniert nicht ganz so flüssig wie zuvor, aber ihr schafft es, den Kern der Geschichte zu bewahren, schließlich bist du ein professioneller Geschichtenerzähler.
Dann kommen die nächsten Vertreter des Studios: Die Gleichstellungsbeauftragte prüft alles auf politische Korrektheit. Der Marktforscher möchte alles im Skript haben, was bei Test-Vorführungen, Meinungsumfragen und anderen Filmen gut ankam, und umgekehrt alles löschen, was den Leuten nicht gefällt.
Ihr sollt euer Drehbuch mehr und mehr ändern, anpassen, selbst Kernelemente der Geschichte werden gnadenlos gestrichen. Aber trotz aller Hindernisse schaffst du es, eine solide Geschichte aus den verbleibenden Trümmerstücken zu machen und darauf bist du stolz – zurecht!
Dein Job ist getan. Ab jetzt beginnt die Produktion. Was du nicht weißt: Mit ein paar fragwürdigen Casting-Entscheidungen, werden Elemente der Handlung ad absurdum geführt.
Nachdem die Dreharbeiten abgeschlossen sind, landet deine Geschichte in der Post-Produktion: Und dort nimmt das Studio gehörig Einfluss: Szenen werden gelöscht, die Reihenfolge wird verändert.
Nach ein paar Testscreenings, ruft dich das Studio an, um die Dialoge für Reshoots zu schreiben, die überhaupt keinen Sinn ergeben.
Und am Ende bleibt von deiner Geschichte nur ein verstümmeltes Monster, das mit dem ursprünglichen Skript keine Ähnlichkeit mehr hat – aber dein Name steht dort als Autor.
Und als du das nächste Mal ein Skript anbietest oder nach einem neuen Auftrag suchst, sehen die Leute deinen Namen bei IMDB und dass du das Drehbuch zu diesem furchtbaren Film geschrieben hast. Du vergehst vor Scham.
Wer würde unter solchen Bedingungen arbeiten wollen? Welcher Drehbuchautor mit Integrität macht dieses Prozedere mehr als einmal mit? Ich denke: Nicht so viele. Schließlich kann man als cleverer Schriftsteller viele Jobs finden, die weniger rufschädigend sind: Marketing, Buchautor, Theater, Streaming-Services, Journalismus …
Aber wer bleibt dann in Hollywood noch übrig? Es sind diejenigen, die Tippen können, aber nie Schreiben gelernt haben. Für die Schreiben keine Kunst ist, sondern die nur nach Checkbox vorgehen.
Die nie gelernt haben, sich selbst zu reflektieren, um besser zu werden. Die nicht wissen, dass 80 % von allem, was man schreibt, für die Tonne ist. Die alles, was sie schreiben, für pures Gold halten, weil es die Mindestanforderungen erfüllt und die Studios glücklich macht. Sie schreiben nach Schema: Malen nach Zahlen für Autoren.
Gute, integre Autoren haben Hollywood verlassen. Und das merkt man.
Das Schreiben ist der erste und einfachste Arbeitsschritt bei der Filmproduktion. “Einfach” in dem Sinne, dass das Schreiben die wenigsten Ressourcen erfordert: All die Leute im Nachspann fangen erst mit ihrer Arbeit an, wenn es ein Skript gibt. Und für die Erstellung eines Skripts braucht es nicht mehr als Stift und Papier und ein cleveres Gehirn. Vielleicht auch einen Writers Room, aber selbst das ist im Vergleich zur Gesamtproduktion eines Blockbusters ein verschwindend kleiner monetärer und personaler Aufwand.
Wenn man teure Produktionen sieht, wo selbst ICH sage, das hätte ich besser schreiben können, dann ist der Film einfach scheiße.
Das Schlimme ist: Dem Großteil der Menschen ist es egal. Sie sehen bewegte Bilder und schalten ihr Gehirn aus. Wie bei dem Baby mit dem Schlüssel reicht ihnen stupide Beschallung als Unterhaltung. Sie wollen nicht denken, nicht fühlen, nicht reflektieren. Und deswegen machen Studios Geld mit schlechten Filmen.
Herzlichen Glückwunsch: Wir sind in der Fahrenheit 451 Ära der Unterhaltung angelangt.
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]]>Ein vierjähriges Kind empfindet mit seinen ca. 1.500 Tagen Lebenszeit einen Tag als lange Zeitspanne. Für einen 35-jährigen Erwachsenen hat ein einzelner Tag eine andere Relevanz, weil diese 24 Stunden als Einheit vor seinen ca. 12.800 Tagen verblassen.
Für Erwachsene verschwindet zunehmend das Empfinden für die Dauer einzelner Zeitabschnitte wie Tage, Wochen, Monate oder Jahre. Trotzdem können wir auf der Mikroebene die Relativität der Zeit noch immer spüren.
Hören wir einen uns vertrauten Song, während wir ruhig und entspannt nur so da sitzen, kommt uns das Lied vielleicht unnötig hitzig und schnell vor. Der gleiche Song kann beim Sport plötzlich fast langsam wirken.
Die Geschwindigkeit des Songs ist in beiden Fällen identisch, nur der Maßstab, mit dem wir den Takt vergleichen und ihn ins Verhältnis setzen, ändert sich. Unser inneres Metronom ist unser Herzschlag. Beim Sport schlägt das Herz schnell, möglicherweise schneller als der Beat, der im Vergleich dazu langsam erscheint. Sind wir umgekehrt sehr entspannt mit einem ruhigen Herzschlag, macht der Rhythmus vielleicht mehr Schläge in einer Minute als unser Herz.
Es ist eine Volksweisheit: “Die Zeit vergeht schneller, wenn man Spaß hat.” Aber warum empfinden wir so? Bei allen Tätigkeiten ist unser Gehirn mit von der Partie und verbraucht einmal mehr, einmal weniger Ressourcen – der Sand unserer inneren Sanduhr.
Haben wir Spaß und geht und etwas mühelos von der Hand, verbraucht das Gehirn weniger Kapazität – es fließt wenig Sand durch die Sanduhr, also empfinden wir das Vergehen der Zeit als langsamer, als es in Wirklichkeit ist. Schauen wir dann auf die Uhr, sind wir erschrocken, wie spät es bereits ist.
Befassen wir uns im Gegenzug mit unspaßigen, komplizierten Angelegenheiten, wie der Steuererklärung oder dem Lebensmitteleinkauf, verbraucht unser Gehirn mehr Transferleistung, um die gestellte Aufgabe zu bearbeiten – in kurzer Zeit fließt also viel “Sand” durch die Sanduhr. Die Minuten fühlen sich an wie Stunden.
Zurück zum Ausgangspunkt: Je älter man also ist, desto kürzer erscheint einem der Tag. Für ein unsterbliches, uraltes Wesen müsste ein Tag sich folglich wie ein winziger Augenblick anfühlen. Das wirft ein anderes Licht auf den christlich-jüdischen Schöpfungsmythos, in dem die Erschaffung der Erde sieben Tage dauerte. Aber ist mit Tag hier wirklich eine Rotation der Erde gemeint? Oder eher ein göttlicher Zeitabschnitt, der jeweils einen Schritt der Schöpfung umfasste?
In diesem Sinne könnte ein göttlicher Tag durchaus mehrere Millionen unserer Jahre dauern,
Warum befasse ich mich überhaupt mit dem Thema? In “Energia” gibt es eine unsterbliche Figur, über deren Zeitempfinden ich mir Gedanken gemacht habe. Wie empfindet Sileon mit seinen über 800 Jahren einen Tag? Was ist eine Woche für Athanasius mit einem Alter von über 1.400 Jahren? Ich stelle mir vor, dass sie die Tage als solches nicht mehr wahrnehmen, sondern Zeit nur noch projektbasiert wahrnehmen. Ist ein Ziel erreicht, beginnt ein neues Projekt und damit ein neuer Zeitabschnitt. Vielleicht war das bei Gott und der Schöpfung genauso.
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]]>Mein Spektrum an Hobbies ist beispielsweise breit gefächert. Seit Jahren stört mich daran, dass ich keines meiner Hobbies auf ein professionelles Level bringen kann – ganz einfach weil ich zu viel gleichzeitig mache.
Mein Messestand repräsentierte dieses Problem ebenfalls: Comics, Postkarten in verschidenen Stilen, Bücher, Broschen …
Statt alles auf einmal zu wollen, sollte man sich auf eine Sache oder eine kleine Auswahl konzentrieren.
Auf keines meiner Hobbies möchte ich verzichten. Aber wenigstens meinen Messestand kann ich “aufräumen”. Daher habe ich ein neues Standkonzept geplant, das sich auf Bücher und Spatzehirne spezialisiert.
Spatzenhirne? Ja. Wer schon mal an meinem Stand war, erinnert sich vielleicht an das Motiv des geflügelten Gehirns. Dies wird mein neues Logo sein.
Es wird also nur noch wenige Sachen an meinem Stand geben – dafür wird die Auslage häufiger gewechselt, sodass ich nicht 3 Jahre in Folge mit identischen Produkten fahre. Und diese wenigen Produkte werden eine bessere Qualität haben, getreu dem Motto “Klasse statt Masse”.
So der Plan. Ich verbuche das als Teil des Seblstfindungsprozesses. Immerhin habe ich erst vor wenigen Jahren mit dieser ganzen Messe-Sache angefangen, ohne selbst genau zu wissen, was ich damit erreichen wollte. So ganz genau weiß ich das immer noch nicht, aber wir nähern uns der Sache gemeinsam an.
Ich freue mich auf jeden Fall darauf, im April bei der nächsten Comiciade in Aachen dabei zu sein.
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]]>Der Beitrag Learning: Over Engineering vs. einfach drauf los erschien zuerst auf artificus.
]]>Das exzessive Planen kann sowohl den Plot als auch das reine Worldbuilding betreffen. Wer alles haargenau durchplanen möchte, bevor er den ersten Satz schreibt, kommt vermutlich niemals dazu. Warum? Geschichten, Figuren und Welten sind immer im Fluss, sie verändern sich ständig und bedingen sich gegenseitig.
Tipp: Wenn ihr eher die Planer seid und leicht in die Falle tappt, zu viel zu planen, dann macht Folgendes: Setzt einen fixen Endpunkt. Definiert ein klares Ziel, auf das die Geschichte zusteuert. Auf diese Weise habt ihr immer einen Kompass, falls ihr vor lauter Planerei einmal die Richtung aus dem Auge verliert.
Es gibt Schriftsteller, denen reicht eine grobe Idee. Sie legen einfach los und die Geschichte entwickelt sich beim Schreiben. Häufig genug passiert es jedoch, dass der erste Impuls an Motivation verfliegt und damit das Interesse an der Weiterführung der Geschichte. Oder es entwickelt sich kein richtiger Plot, die Geschichte meandert so vor sich hin und bekommt keinen Schwung.
Tipp: Selbst wenn ihr nicht gerne plant, plottet wenigstens in groben Stichworten den ungefähren Verlauf der Handlung. Genau wie beim Overengineering ist hier ein fixer Endpunkt hilfreich, selbst wenn ihr beim Schreiben merkt, dass sich eure Geschichte ganz anders entwickelt. In dem Fall setzt euch hin und plottet den Fortlauf de Geschichte neu. Mit einem groben Ablaufplan verhindert ihr, dass ihr nach der ersten Euphorie und vielleicht nach ein paar Tagen Pause nicht vergesst, was ihr euch bei dem Projekt gedacht habt.
Das Vorgänger-Projekt von Energia hatte den Arbeitstitel Schwarzer Drache. Von 2009 bis 2014 habe ich an dieser Geschichte herumgeplant: Es gab immer mehr Schauplätze, immer mehr Figuren, allesamt mit Lebenslauf und eigener Geschichte. Das Projekt wurde immer größer, sodass ich drohte, den Überblick zu verlieren.
Mein größtes Problem: Ich fand einfach kein Ende, es entwickelte sich immer weiter. Und das lag am Plot, denn so richtig gab es den nicht. Es war eher eine Prämisse á la “Was wäre wenn?” Es war also ein strukturelles Problem und mein Impuls war, dies mit immer detaillierterer Planung wett zu machen. Ohne Erfolg. Das Resultat? Abbruch des Projektes. Jetzt dient es als Fundus für Energia.
Leider verstand ich den Zusammenhang damals noch nicht so recht, daher war meine erste Reaktion nach dieser Erfahrung, eine Geschichte einfach ohne jede Planung zu schreiben. So entstand der Comic PLEx.
Ein Comic erfordert pro Seite sehr, sehr viel mehr Arbeit als eine getippte Geschichte, daher ist es hier umso schlimmer, wenn nicht von Anfang an feststeht, wohin die Reise geht. Ich hätte mir viel Arbeit ersparen können, wenn direkt an klar gewesen wäre, wie die Geschichte endet.
Das Projekt ruht im Moment, bis ich mir einen soliden Plot überlegt habe. Es gibt nämlich ein weiteres Problem bzgl. Comics: Das, was man als Text schnell aufgeschrieben hat, braucht mehrere Panels oder gar Seiten, bis man es mit Bildern erzählt hat.
Ich muss noch das rechte Maß finden, damit der Comic nicht 2.000 Seiten lang wird.
Ich hoffe, das hilft euch weiter!
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]]>Der Beitrag Sileon wird zu Energia erschien zuerst auf artificus.
]]>Sileon ist ein Übungsprojekt. Das war nie anders und genauso habe ich das von Anfang an kommuniziert. Ich wollte mir die Freiheit geben, in Ruhe Fehler zu machen, denn ich bin ein Fehler-Lerner: Ich muss die Dinge erst auf meine Weise versuchen, um zu verinnerlichen, warum man etwas so und nicht anders macht.
Das erste Learning kam bereits vor dem Druck von Band 1. Der Veröffentlichungstermin hatte ein fixes Datum, nämlich die Epic Con 2018. Wegen privater Dinge und Verzögerungen beim Lektorat konnte der Termin nicht eingehalten werden, sodass ich für die Con ein paar Exemplare ohne Endlektorat drucken ließ. Das war peinlich.
Ein weiteres Problem war der Titel. Sehr lange Zeit hieß das Projekt Weltenschlüssel. Im Vorfeld der Veröffentlichung stellte ich fest, dass es bereits eine Selfpublishing-Reihe mit diesem Titel gab. Wochenlang habe ich nach Alternativen gesucht. Meiner Meinung nach wäre ein Eigenname besonders wirkungsvoll als Titel, am besten nur ein einzelnes Wort. Etwas besseres als Figuren-Namen fielen mir dabei nicht ein, zumal viele erfolgreiche Reihen den Namen eines Protagonisten Tragen (Harry Potter, Percy Jackson, Perry Rhodan …).
Und so fiel die Wahl auf Sileon. Damit war ich nie glücklich, weil er eigentlich nur ein McGuffin ist und (noch) keine richtige Figur. In Ermangelung einer besseren Alternative blieb ich dabei. Ich redete mir ein, dass Sileon als Akteur in gewisser Weise das Zentrum ist, um den herum sich alle Ereignisse entwickeln, und es deswegen legitim wäre, ihn zum Titelgeber zu machen.
Dabei lag die Lösung seit dem Lektorat von Band 1 auf der Hand. Die liebe Nathalie fragte mich damals, warum die Halbinsel, die der Schauplatz der Geschichte ist, keinen Namen hat. Ich fand das damals unnötig und irgendwie witzig. Heute weiß ich es besser und schäme mich ein bisschen für meine Naivität. Aber genau dafür mache ich das Projekt ja.
Die Halbinsel hat also ab Band 3 einen Namen – und dieser wird von nun an der Titel der ganzen Reihe:
Energia.
Das ist thematisch sehr viel passender, denn schließlich ereignet sich die komplette Geschichte dort.
Ich wollte Erscheinungstermine ja nicht mehr von Veranstaltungen abhängig machen. Trotzdem sind Events ein guter Anlass, die Dinge ins Rollen zu bringen. Aktuell ist also der Plan, dass ich bis April 2023 alle drei Bände fertig haben möchte.
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]]>Der Beitrag Kurzgeschichte: Licht & Schatten erschien zuerst auf artificus.
]]>Eine Sache gab es jedoch, die war flinker als sie beide: Der goldene Hirsch. Er war ein mächtiges, prachtvolles Tier mit einem gigantischen Geweih, zwischen dessen Sprossen eine gelbe und eine weiße Lichtkugel schwebten. Man sagte, bei den Reisen des goldenes Hirsches verfingen sich die Ideen und Träume der Bewohner des Kosmos seinem Geweih. Niemand konnte das bestätigen, denn nie war es jemandem gelungen, den Hirsch zu fangen.
Wie ein Komet raste der goldene Hirsch durch den Himmel, so schnell, dass weder Lichtstrahl noch Schatten ihn einholen konnten. Oft hatten sie es versucht, doch beide waren gescheitert.
Eines Tages sagte die Dunkelheit zum Schatten: “Du hast mir gute Dienste erwiesen, treuer Schatten. Einen weiteren Gefallen muss ich von dir erbitten.”
“Alles, liebe Mutter”, sagte der Schatten.
“Der goldene Hirsch ist verbündeter des Lichts, sonst hätte er niemals diese leuchtenden Kugeln in seinem Geweih. Gehe hin und töte den goldenen Hirsch.”
“Aber wie nur, liebe Mutter? Der Hirsch ist schneller als ich.”
“Keine Sorge. Hier hast du Pfeil und Bogen. Die Sehne ist aus Finsternis und die Pfeilspitze aus Obsidian. Jeder Pfeil, den du aus diesem Bogen abschießt, wird schneller sein als der Hirsch.”
Der Schatten nahm die Waffe und begab sich auf die Pirsch.
Die Jagd blieb nicht verborgen und so sagte das Licht zu dem Lichtstrahl:
“Du musst den goldenen Hirsch zuerst erlegen, mein kleiner Lichtstrahl. Dann werden wir ein für allemal beweisen, dass Licht über Dunkelheit triumphiert.”
“Aber liebe Mutter, ist der goldene Hirsch nicht unser Freund?”, fragte der Lichtstrahl.
“Nicht, wenn er tot ist. Diesen Sieg dürfen wir der Dunkelheit nicht überlassen. Hier hast du Pfeil und Bogen. Die Sehne ist aus Klarheit und die Pfeilspitze aus Feuer. Jeder Pfeil, den du aus diesem Bogen abschießt, wird schneller sein als der Hirsch.”
Der Lichtstrahl nahm die Waffe ehrfürchtig entgegen und begann seinerseits die Jagd nach dem Hirsch.
Lichtstrahl und Schatten suchten den ganzen Himmel nach dem goldenen Hirsch ab. Das Schicksal wollte, dass sie ihn im gleichen Moment erblickten. Der Lichtstrahl versteckte sich hinter einer Staubwolke und nahm den Hirsch ins Visier. Unbemerkt lag derweil der Schatten in einem Asteroidenfeld auf der Lauer und spannte den Bogen. Im gleichen Augenblick surrten die Sehnen und zwei Pfeile schossen aus verschiedenen Richtungen in dasselbe Ziel. Der goldene Hirsch warf ruckartig den Kopf nach hinten, er verdrehte die Augen und mit einem röhrenden Schrei stürzte er ab.
Der Schatten suchte nach dem Kadaver, doch den Hirsch zu finden war gar nicht so leicht, denn sein goldener Schein war erloschen. Die zwei Kugeln aus seinem Geweih hatten sich befreit und schwebten als Sonne und Mond am Himmel. Als der Schatten den leblosen Körper des Hirsches endlich fand, erreichte auch der Lichtstrahl die Stelle.
“He, weg da! ich habe den goldenen Hirsch erlegt!”, rief der Schatten wütend.
“Unsinn! Mein Pfeil hat ihn getötet!”, antwortete der Lichtstrahl aufgebracht.
Da merkten sie, dass zwei Pfeile in dem Tier steckten.
“Mein Pfeil traf das Herz!”, rief der Lichtstrahl.
“Nein, mein Pfeil hat das Herz getroffen, also erhebe ich Anspruch auf den Erfolg!”, widersprach der Schatten. Missmutig zog der Lichtstrahl ein feines Messer mit einer strahlenden Klinge. “Dann lass uns nachsehen”, sagte er und schnitt die Wunde des Hirsches auf: Beide Pfeile hatten das Herz des Hirsches durchbohrt, ihre Spitzen berührten sich genau in der Mitte.
Schatten und Lichtstrahl sahen sich an. Diese Jagd bewies ein für allemal, dass Licht und Dunkelheit ebenbürtig waren.
In diesem Moment regte sich der Hirschkörper. Er verformte sich, Wurzeln sprossen aus seinem Innern heraus, es bildeten sich Knospen, Sprossen und letztendlich schossen Ranken in die Höhe. Ein Wald entstand mit mächtigen Bäumen, saftigen Pflanzen und vielen Tieren. Gleichmäßig bedeckten Lichtflecken und Schatten den Waldboden. Von dem toten Hirsch war nichts mehr zu sehen.
Als der Schatten und der Lichtstrahl dieser übersprudelnden Pracht des Lebens gewahr wurden, verflog jeder Gedanke an den Wettstreit. Stattdessen erfüllte sie Wärme und Güte. Die Wälder waren erfüllt mit Leben, kreativer Kraft und Träumen von grenzenlosen Möglichkeiten.
“Hier ist genug Platz für uns beide.”
Der Beitrag Kurzgeschichte: Licht & Schatten erschien zuerst auf artificus.
]]>Der Beitrag Kleine Texterschulung erschien zuerst auf artificus.
]]>Bei Erzählungen geht es darum, dass der Text den Leser packt und im Gedächtnis bleibt. Geht man eine Stufe zurück, geht es bei Texten allgemein um die Wirkung.
Wie Texte wirken und wie man wirkungsvoll schreibt, habe ich neulich in einer kleinen
Schulung erklärt.
Vielleicht hilft es euch, eure Texte zu optimieren.
Der Beitrag Kleine Texterschulung erschien zuerst auf artificus.
]]>Der Beitrag Neue Geschichten erschien zuerst auf artificus.
]]>Sileon geht langsam aber stetig weiter. Allerdings möchte ich ein neues Cover-Konzept. Band 1 und 2 erhalten für die Neuauflage ein neues Cover und werden geringfügig überarbeitet. Im Zuge dessen habe ich mich für einen neuen Titel entschieden, die Reihe wird also mit Band 3 umbenannt.
Band 3 ist zu 100 % geplottet und zu 60 % getextet.
Nach längerer Unterbrechung aus gesundheitlichen Gründen ging es mir bei diesem Projekt darum, wieder ins Schreiben rein zu kommen. Entstanden ist eine kleine Kurzgeschichten-Reihe im Urban-Fantasy-Genre, die ich gerne als Mini-Hörspiele umsetzen möchte. Episode 1 ist bereits eingesprochen und muss noch geschnitten werden.
Ich bin Texter von Beruf(ung) und habe nun eine Zielgruppe gefunden, die sich meinem Helfersyndrom nicht entziehen kann. Ich werde ihnen das Texten beibringen, ob sie wollen oder nicht!
Was als kleines Gedankenexperiment begann, hat sich – wie so oft – verselbstständigt. Zu viele Videos über das Storytelling in den Disney’s Star Wars Filmen brachten mich dazu, mir zu überlegen, wie man es konkret besser machen könnte … Letzten Endes gefielen mir die Figuren und einige Szenen so gut, dass ich ernsthaft etwas daraus machen möchte. Damit das ganze keine Ähnlichkeit zu Star Wars hat, spielt die Handlung unter Wasser. Es ist noch viel World Building notwendig, denn das Projekt steht erst ganz am Anfang.
Der schwarze Hengst, Flipper (der erste Film), Free Willy, Drachenzähmen leicht gemacht … Dieses Konglomerat aus Kindheitserinnerungen manifestiert sich in einer banalen Geschichte: Kind + Tier schließen Freundschaft. Das Tier ist in diesem Fall ein Drache. Nicht sehr originell, aber eine schöne Fingerübung für zwischendurch.
Was braucht man, um einen Superschurken zu fangen? Einen noch größeren Superschurken. Ebenfalls eine Fingerübung, die die Grenze zwischen gut und böse auslotet.
Alles, was ich bisher mache, betrachte ich lediglich als Training, um eines Tages ein richtiges, bedeutungsvolles Buch zu schreiben. Ich weiß schon seit Jahren, worüber ich schreiben will, aber nicht was ich schreiben will.
Zur Erklärung: Als Germanist lernt man, die Botschaften in Texten durch Interpretation zu abstrahieren. Man identifiziert Bedeutungen, die mit subtilen Mitteln im Text verborgen wurden. Durch diese Praxis habe ich das Gespür für Subtilität verloren: Immerzu habe ich das Bedürfnis, direkt alles klar beim Namen zu nennen ohne Spielraum für Interpretation. Ich mache also das Gegenteil von “Show, dont tell”. Das wird zum Problem, wenn man abstrakte Themen hat und diese versucht in einer Geschichte umzusetzen.
Seit etlichen Jahren fasziniert mich das Spannungsverhältnis zwischen Kultur und Zivilisation und der Wert von kulturellen Artefakten – das sind die abstrakten Ideen. Geschichten mit diesem Thema haben mich bereits früh geprägt und in verschiedenen Inkarnationen begleitet. Das Thema lässt mich einfach nicht los, genau deswegen möchte ich darüber schreiben. Allerdings wusste ich nie, welches Szenario, welche Figuren, welcher Plot für ein so abstraktes Thema geeignet wäre.
Eine Doku auf Arte hat das Problem im Frühjahr 2022 gelöst. Jetzt habe ich immerhin ein Setting: Stonehenge. Aber bis es soweit ist, muss ich noch viel üben!
An vielen Fronten ist in 2 Jahren immerhin ein wenig passiert.
Der Beitrag Neue Geschichten erschien zuerst auf artificus.
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