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Viel Erfolg! Katja
]]>Auf Dauer geht solche geistige Prostitution nur mit Doppeldenk, Dissonanzreduktion und Ironie: Doppeldenk, weil man das Wissen um diese Zustände ausblenden können muss, um im Job zu funktionieren, Dissonanzreduktion, um sich mit dem Spatz in der Hand abzufinden („Als Student konnte ich mir vielleicht Idealismus leisten, aber jetzt muss ich erst mal Geld verdienen“, „Der Job ist besser als nix“, „Pia lebt inzwischen von der Stütze“, „Is nur n Übergangszustand und wer weiß: vielleicht wird hier ne Stelle frei“) und die heilige Ironie für Mittagspause und Cocktailbar: Die Distanzierung, die Meta-Position, welche die augenzwinkernde (Selbst-)Ironie ermöglicht, gilt als wunderbar intelligent und der Situation angepasst: Wehe dem armen Irren, der sich durch Überzeugungen und Ideale angreifbar macht. Teflon-Menschen sind gefragt, Menschen, die sich ihres Tuns und Seins so sehr bewusst sind, dass sie mindestens eine Stufe darüber stehen – die Anführungszeichen der Ironie umschließen im Idealfall das ganze Leben. Deswegen ist es durchaus möglich, dass ein Praktikant einen Artikel über die „Generation Praktikum“ schreibt, dafür bei seinen Mitpraktikanten recherchiert, nicht mit erschreckenden Details über Lebensumstände und prekäre Situation geizt, eine geistreiche Pointe druntersetzt, sich über sein gelungenes Werk freut und am nächsten Tag wieder zur Arbeit erscheint.
In der Medienbranche findet man die Profi-Ironiker, die nicht nur von dem Kakao, durch den sie gezogen werden, trinken, sondern auch einen eigenen Strohhalm haben und über die Qualität des Kakaos und den Milchlieferanten lästern. Und über die, für die kein Kakao mehr übrig ist.
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