ALTON - Kultur
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The Branding Mys(t)ery in Free Software Projects, Products & Services
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<div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Great open source tools often were not given a name that makes them remember easily or explain what they are about in one word. These are just two of the classical branding principles.
At the LinuxDay 2025 I am giving a talk on challenges for software branding. During the last years I have collected some examples which we analyse. What are good practices? Should a brand try to tell a story? Can I rescue my crappy software name with a fancy logo? Why should we spend some effort to give a software a convincing brand identity?
I will guide through some methods of brand creation and give some examples for brands I could help to develop.
</div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/SlideBrandingMysery.jpg"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SlideBrandingMysery.jpg?itok=cgoGUjI8" width="300" height="186" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="/sites/default/files/field/image/SlideGiveOrientation.jpg"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SlideGiveOrientation.jpg?itok=0v9rMW35" width="300" height="178" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/SlideDisplayEuropeBrandDevelopment.jpg"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/SlideDisplayEuropeBrandDevelopment.jpg?itok=ySlssD6l" width="300" height="169" alt="" /></a></figure></div></div>
Wed, 24 Sep 2025 06:03:59 +0000
ras
684 at
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Back on Social Media
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<div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Ja ich war auch mal ziemlich viel auf Facebook. Habe auch Instagram ausprobiert, aber damals hatte mein Smartphone noch eine schlechte Kamera und ich blieb wohl deshalb erfolglos. Als @fairmover hatte ich getweeted und alle paar Wochen schaue ich auf LinkedIn vorbei. Eigentlich habe ich so um 2018 Social Media Konkurs angemeldet. Ich fand keinen Mehrwert mehr, anderen Leuten zu folgen, Katzen zu liken und Alltagsgeschichten zu kommentieren. Vermutlich wohl auch deswegen, weil mir die Algorithmen der grossen Social Media Plattformen vor allem Beiträge vorgeschlagen haben, die nach (Eigen-)Werbung rochen oder Fakten, die ich schon aus anderen Medien kannte.
Mit Spannung beobachtete ich die Entwicklung des Fediverse, einem verteilten Social Media Konzept. Da gibt es keine Zentrale, sondern jede:r sucht sich einen Betreiber wie beim E-Mail Service und alle können sich kreuz und quer abonnieren und einander folgen. Kein Algorithmus filtert Beiträge, keine Werbung will mir was verkaufen. 2020 setzte ich den ersten Schritt und baute mit fair.tube eine Videoplattform auf Basis der PeerTube Software. Channels auf anderen PeerTube Instanzen können einfach abonniert werden. Ende 2022 folgte die Mastodon Instanz fairmove.net, auf der ich nun mit meinem Nickname rasos zu Hause bin. Auch baute ich 2020 mit Studierenden der FH Vorarlberg auch eine Pixelfed Instanz und Friendica muss ich mir nochmal genauer ansehen, vielleicht lässt sich das parallel mit der selben Mastodon Identität aber quasi als alternatives Frontend das sich besser zum Diskutieren eignet betreiben.
Die fairmove.net Mastodon Instanz deployten wir auf dem Kubernetes Cluster der fairkom, der auch bei hohem Andrang gut skaliert. Ich baute noch einen eigenen S3 Minio Speicher dazu, damit uns nicht so schnell der Plattenplatz ausgeht mit Bildern, Audio und Videobeiträgen, die gepostet werden. Anfang 2023 installierte ich noch einen Mastodon-Twitter-Crossposter auf einem anderen Server, der Tweets trötet und umgekehrt. Jede:r kann diese Mastodon Instanz nutzen, einfach mit einem fairlogin Konto anmelden bzw registrieren.
Nun teile ich wieder Fotos, Erkenntnisse, Begenungen und Fundstücke. Mal sehen, wie viel Aufmerksamkeit ich dem widmen werde, denn Social Media kostet ziemlich viel Zeit. Die stecke ich wohl wieder lieber in konkrete Projekte, wie ich mich kenne, aber noch macht es ziemlich Spass auch auf anderen Instanzen zu stöbern und Leute aufzuspüren denen ich gerne folgen möchte.
Weshalb heisst die Mastodon Instanz nun fairmove? Von 2014 bis 2018 war ich bei einem dutzend Netzwerktreffen von Nachhaltigkeitsinitiativen und ich hielt dort Workshops zu Kommunikation und Branding. Die bunten Initiativen hatten das Bedürfnis einer einheitlicheren Bezeichnung, und fairmove war ein klarer Favorit. Das habe ich beim Ars Electronica Festival gemeinsam mit einer Label Commons Public License, die die Nutzungsrechte klärt, auf fairmove.org vorgestellt. IT Dienstleister, die nachhaltige Projekte schaffen, taten sich unter dem Label zusammen und präsentierten sich auf der Webseite fairmove.it. Das Echo war aber ansonsten eher verhalten, wohl auch weil Fridays for Future die Rolle einer gemeinsamen Sichtbarkeit übernahm. Um den Vorschlag, fairmove als generische Bezeichnung für Nachhaltiges Tun zu verwenden, weiter zu promoten agierte ich auf Twitter als @fairmover. Als wir bei fairkom zu entscheiden hatten, wie denn die Mastodon Instanz heissen soll, war bald klar, dass wir diesen Brand verwenden sollten, um einen virtuellen Ort für engagierte Menschen und Institutionen zu schaffen. Dieser Ort ist nun fairmove.net und Teil des Fediverse.
</div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/MastodonWelcome.png"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/MastodonWelcome.png?itok=La4Q1g3g" width="300" height="158" alt="Welcome at Mastodon" /></a></figure></div></div>
Sat, 07 Jan 2023 20:57:20 +0000
ras
667 at
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Der Netzpolitische Abend
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<div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">2015 starteten wir den Netzpolitischen Abend. Jeden ersten Donnerstag im Monat gibt es zwei bis drei Kurzvorträge, Diskussion und Ankündigungen zu Rahmenbedingungen im Internet. Datenschutz, Künstliche Intelligenz, Medienethik, Urheberecht, Vorratsdatenspeicherung und unzählige weitere Themen wurden beleuchtet, zerlegt und weiter getragen. Entfernungsbedingt durfte ich nur selten den Netzpolitischen Abend in Wien im metalab miterleben. Zum Corona Lockdown habe ich eine BigBlueButton Instanz als virtuellen Veranstaltungsort angeboten. Beim 50. Netzpolitischen Abend durften wir "das Original" aus Berlin zuschalten: Markus Beckedahl hat von gemeinsamen Anliegen und Herausforderungen in Deutschland berichtet, dort läuft ein Netzpolitischer Abend bereits seit 2011.
Was tun, wenn Freunde, Verwandte oder Bekannte mit Aussagen kommen, die ins Reich der Verschwörungsmythen und Fake News gehören? Ingrid Brodnig war am Donnerstag den 4.2.2021 zu Gast beim 52. Netzpolitischen Abend, den diesmal ich auf fairteaching moderieren durfte: In Diskussionen über das Coronavirus, die Klimakrise oder Migration verzweifeln wir über Spekulationen und Falschmeldungen. Wir müssen uns fragen: Wann ist Diskutieren überhaupt sinnvoll? Warum sind unseriöse Stimmen sichtbarer, und welche rhetorischen Tricks sollte man kennen? Das Buch Einspruch! ist frisch im Brandstätter Verlag erschienen und liefert unter anderem Strategien für eine kluge Diskussionsführung und Tipps für Formulierungen, die auch in emotionalisierten Diskussionen wirken.
Nicht weniger spannend war am selben Abend der Bericht von Julia Reda zum Digital Service Act werden. Sollen die Algorithmen, die unser Filterblasen bauen, offengelegt werden? Also es lohnt sich sicher wieder live dabei zu sein und beiden Expertinnen direkt Fragen zu stellen. Einstieg und Aufzeichnung hier zum Nachsehen.
</div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/meme-verschwoerungsmythen.jpeg"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/meme-verschwoerungsmythen.jpeg?itok=Wsj1wWqO" width="266" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="/sites/default/files/field/image/Einspruch_Farbe_klein-864x648.jpeg"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/Einspruch_Farbe_klein-864x648.jpeg?itok=dLq63Bgd" width="300" height="225" alt="" /></a></figure></div></div>
Sat, 13 Feb 2021 17:07:47 +0000
ras
644 at
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7 Wünsche zu den ORF Radio Journalen
/roland/rolog/7-wuensche-zu-den-orf-radio-journalen
<div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Ich höre regelmässig Ö1 Journale: um 7 das Morgenjournal, manchmal noch um 8 auch wenn ein gutes Interview kommt, und um 12 oder 18 Uhr beim Kochen. So bin ich top informiert und die Beiträge sind abwechslungsreich und gut gestaltet. Doch mir fällt auf, dass sich einige spezielle Sprachgewohnheiten im ORF Journal - Team eingeschlichen haben. Und bei manchen Beiträgen fehlt mir der Blick über den Tellerrand. Hier meine Wunschliste.
1. Wenn die Politik etwas ausverhandelt dann bleiben oft Details noch offen. Diese werden von Journalisten gerne als technische Details bezeichnet, obwohl es sich meist um administrative oder juristische Fragestellungen handelt, die noch zu klären sind. Auch wenn der Technikbegriff historisch weitläufig war, so wird er heute vor allem im Umfeld von Innovation, Digitalisierung, Fertigkeiten oder technischen Artefakten und Gewerken verwendet. Auch in der Wissenschaft hat die Technik einen klaren Platz, genauso in den sogenannten MINT Fächern. Nein, beim Ausformulieren von Richtlinien werden keine Schraubenzieher oder Software Bug Tracker verwendet. (Auch wenn letzteres ein geeignetes Werkzeug wäre, um politische Prozesse zu begleiten - ich verwende gitlab mittlerweile für alle Projekte, auch jene die nichts mit Technik zu tun haben.)
2. Bei Wirtschaftsthemen ist oft die Rede vom "kleinen Installateur". Hey, KMUs sind das Rückgrat der Wirtschaft in Österreich und Installateure haben meist eine gut gebaute Figur, sie müssen ja auch zupacken können. Also bitte einfach auf "klein" verzichten. Überhaupt, kommen die KMUs viel zu bwenig zu Wort, stets wird über Konzerne und Industrie oder Fluglinien berichtet, aber über eine Bäckereigenossenschaft, Handwerkszunft oder Softwareschmiede? Nein, die haben keine Presseabteilung und ja, da muss man halt recherchieren und hingehen.
3. In vielen Beiträgen wird der Kontext viel zu selten wiederholt. Worum oder um welches Land geht es in dem Beitrag? Manchmal steigt man ja mitten drin ein und zumindest der*die Moderator*in der Sendung sollte dies bei einem Interview öfter wiederholen, aber auch in einem vorproduzierten Beitrag wäre es öfter angebracht, den Kontext aus verschiedenen Perspektiven darzustellen.
4. Journalisten sollten Redewendungen gewisser Lobbygruppen nicht mantraartig wiederholen. Zum Beispiel: E-Autos hätten ein "Reichweitenproblem". Nein, wir müssen Mobilität anders denken, 300 km reichen doch bis zur nächsten Ladestation (davon gibt es in Österreich mittlerweile wesentlich mehr als Zapfsäulen). Und nicht das Framing der Diesel-Lobby zementieren helfen.
5. Kommunikationswerkzeuge sollen herstellerunahängig bezeichnet werden. Skype ist ein Produkt von Microsoft, aber ORF Journalisten scheinen es gerne zu verwenden und machen auch gleich Produktwerbung dafür. Sie sagen ja auch nicht bei einem Telefoneinsteig, dass sie jetzt mit Huawei sprechen. Es gibt zahlreiche andere gute Audio- und Videokonferenzlösungen.
(Disclaimer: eine davon habe ich selbst mit aufgebaut: fairmeeting auf Basis der Open Spurce Lösung Jitsi Meet, so heisst auch die App dazu).
6. Manchmal fehlt mir der kritische Blick, speziell bei Berichterstattungen von Pressekonferenzen. Wenn etwa über den Jobabbau bei der AUA berichtet wird sollte vielleicht auch eine Anmerkung mit einfliessen, ob eine nationale Fluglinie in Zeiten des Klimawandels ein notwendiges Aushängeschild ist. Und dass hinter dem Verdrängungswettbewerb massive Kapitalinteressen stehen, um nach der gewonnenen Schlacht - wenn monopolartige Verhältnisse herrschen - erst Recht zur Kassa zu bitten. Da genügt ein Blick in die Softwarebranche, welchen volkswirtschaftlichen Schaden die Übermacht einiger weniger amerikanischer US Anbieter anrichtet. Solche kritischen Überlegungen gehören für mich in einen Beitrag hinein, auch wenn in der Pressekonferenz diese nicht thematisiert worden sind oder es keine Gelegenheit gab, entsprechende Fragen zu stellen.
7. Als jemand der lange in Wien, aber auch schon lange nicht mehr dort seinen Lebensmittelpunkt hat, fällt mir die starke Fokussierung in den Journalsendungen und überhaupt auf allen Kanälen des ORF ausser den Regionalsendern auf Wien auf. Beiträge aus den Bundesländern fallen oft qualitativ stark ab und berichten selten über etwas anderes als zur Chronik. Jedes Landesstudio sollte auch Mitarbeiter*innen haben, die vorwiegend für die bundesweite ORF Journalredaktion arbeiten. Oder von einem Pool freischaffender Journalist*innen Beiträge bestellen, die auch mal über gesellschaftliche oder politische Themen etwas tiefgründiger berichten.
Gut finde ich dass vermehrt aus Brüssel berichtet wird. Man muss ja auch nicht jeden Tweet von Trump nochmal im Radio wiederholen. Schön, dass Radio wieder vermehrt Gehör findet. Ein guter Nachrichtenservice ist sicher ein wichtiger Attraktor. Und so werde ich weiterhin viele Journalsendungen hören.
</div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/JournalORF.png"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/JournalORF.png?itok=bwLWx2KY" width="300" height="164" alt="" /></a></figure></div></div>
Fri, 08 Nov 2019 06:04:05 +0000
ras
631 at
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Label Commons Public License
/LCPL
<div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Nun ist es soweit: Nach mehreren Jahren Vorbereitung habe ich die Gelegenheit, ein Konzept für die Absicherung von Bezeichnungen vor Kommerzialisierungstendenzen einem Fachpublikum zu präsentieren. Die Labels Commons Public License soll jenes für Labels, Marken und Bezeichnungen leisten, was Creative Commons für Werke macht. Da es nicht nur um Urheberrecht geht, ist die Regelung etwas komplexer, da es bei Marken und Bezeichnungen keinen automatischen Schutz gibt. Mit der öffentlichen Postulation ist zunächst ein Signal gesetzt, dem weitere Schritte folgen können, etwa die Eintragung in ein Markenregister.
Wer einen Begriff schützen möchte, kann auch festlegen wofür. Die Lizenz lässt hier die Definition von Nutzungsszenarien zu. Eine Watchdog Organisation darf sie schützen und im Ernstfall auch Verstösse abmahnen oder ahnden, mit allen Mitteln unseres Rechtssystems.
Anlass ist der Prozess, eine gute Bezeichnung für Aktivitäten für Nachhaltigkeit zu entwerfen, der auch international funktioniert und den üblichen Kriterien einer professionellen Markenbildung entspricht. Weshalb dies notwendig ist erläutere ich in einem früheren Blogbeitrag. Nun habe ich für #fairmove eine vorläufige Webseite geschnitzt und einen Instagram und Twitter Account übertragen. Diese sollen als Beispiel dienen, ob ein Schutz möglich und sinnvoll ist.
Die Präsentation findet am Montag den 9.9.2019 von 10-13 Uhr beim Ars Electronica Festival in Linz (Postcity, Campus Area, Raum 261) statt. In der Diskussion werden wir unter anderem der Frage nachgehen: 99 Unternehmen haben den Begriff oder ein Logo "Vegan" bereits als Marke eingetragen. Dürfen wir ihn dennoch nutzen? Feedback willkommen!
</div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/VeganTrademark2.png"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/VeganTrademark2.png?itok=AXuX-LBG" width="300" height="204" alt="" /></a></figure></div></div>
Mon, 26 Aug 2019 16:14:44 +0000
ras
628 at
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Kärnten - aus der Zeit gefallen
/juliane/julog/kaernten-aus-der-zeit-gefallen
<div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Wer durch Klagenfurt schlendert und einen Blick auf den Dom aus dem 16. Jahrhundert werfen will, dem kann es passieren, dass er eines eigenartigen Gedenksteins gewahr wird. In Sichtweite der SPÖ Parteizentrale steht dieser 2002 renovierte Stein:
Ich habe mit wachsendem Erstaunen die Inschrift gelesen und bin um den Stein herum gegangen in der Erwartung, dass sich auf der Rückseite ergänzende Erklärungen, eine historische Einordnung oder eine entgegengesetzte Sichtweise finden ließen. Doch die Rückseite ist leer, es gibt keine Einordnung, keine Erklärung.
Vieles wäre zu ergänzen, damit der Stein da stehen bleiben kann, ohne Widerwillen hervor zu rufen, ein paar Ideen dafür:
Die Geschichte der Besiedlung Südkärntens und das Zurückdrängen der Slowenischen Bevölkerung nach Süden im 8. Jahrhundert durch Franken und Baiern.
Die Volksabstimmung am 10. Oktober 1920, als sich die slowenischsprachige Bevölkerung Südkärntens für den Verbleib bei Österreich aussprach
Die Versuche der Zwischenkriegszeit, die slowenischsprachige Bevölkerung durch die Schule deutschsprachig zu machen
Die Absiedlungspläne des Naziregimes, das sich 1942 daran machte, die slowenischsprachige Bevölkerung zu deportieren, um „Volksdeutsche“ in Südkärnten anzusiedeln
Die Verbrechen der Wehrmacht und der SS an der Zivilbevölkerung, beispielhaft dafür das Verbrechen am Peršmanhof zwei Wochen vor Kriegsende: SS Polizeieinheiten brachten auf dem Hof elf Zivilist*innen um, davon sieben Kinder. Die Täter wurden nie zur Verantwortung gezogen
Die Rolle des bewaffneten Widerstands der Kärntner slowenischen Partisanen, ohne den die Wiederentstehung eines freien, ungeteilten Österreichs kaum denkbar gewesen wäre (siehe Moskauer Deklaration)
Der Ortstafelstreit 1972 bis 2011, der außerhalb Kärntens Unverständnis und Widerwillen hervorrief
…
Nichts davon. Und noch immer kommt es vor, dass slowenische Gesänge auf Volksfesten oder in der Kirche unterbunden werden. Es ist erstaunlich, dass es in Kärnten noch immer nicht recht gelingt, die Zweisprachigkeit der Kärntner Slowen*innen als Ressource, als großen Wert zu betrachten im vielsprachigen Europa. Es ist verblüffend, dass Italien es schon seit langem schafft, seine deutsch- und ladinischsprachigen Minderheiten wertschätzend zu behandeln, während für Kärntner Slowen*innen bis heute die Frage von Bedeutung ist, ob sie „nun tatsächlich ‚echte‘ Österreicher sind.“ (Maja Haderlap 2019)
Die diskriminierende Wirtschaftspolitik der Kärntner Landesregierungen, welche die ökonomische Entwicklung der slowenischsprachigen Gebiete nach Möglichkeit bremste, insbesondere, wenn das Mutterland Jugoslawien investieren wollte, hat dazu geführt, dass eine Region mit großen landschaftlichen Ressourcen und vielfältigsten Bildungsmöglichkeiten hinter fast allen anderen Bundesländern zurück bleibt. Das hat niemandem genützt.
Im Sinn eines Zusammenwachsens in der Region; im Sinn einer wirtschaftlichen Entwicklung in einem Land großer Möglichkeiten; im Sinn von Kooperation und Vertrauen gäbe es viel zu tun. Ein Kleines wäre es, den Gedenkstein einzubetten in seinen geschichtlichen Hintergrund.
Hinweise:
Florjan Lipuš: Boštjans Flug
Birgit Sommer: Der Graben / Grapa
Maja Haderlap: Engel des Vergessens, Im Langen Atem der Geschichte
</div></div></div>
Tue, 06 Aug 2019 12:27:36 +0000
juliane
626 at
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Vokabular für das Gemeinsame Tun
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<div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Mehrere Jahre lang haben Silke Helfrich und David Bollier Commons - Initiativen besucht und versucht herauszufinden, nach welchem Muster diese funktionieren. Dabei sind sie auf ein deskriptorisches Vakuum gestossen: ihnen fehlten die Begriffe, zu beschreiben, was uns antreibt, etwas gemeinsam zu leisten. Die Ontologie des Kapitalismus kennt vor allem die Marktlogik und vermag allenfalls Chancen oder Marktversagen zu beschreiben, mit Gewinnaussichten für jene, die investieren. Doch Commoning funktioniert ganz anders: Menschen engagieren sich für ein gemeinsames Ziel und kümmern sich gleichzeitig um die Ressourcen. Egal ob selbstorganisierte WLAN Netzwerke für Regionen, wo kein Internetprovider die Versorgung durchführt, Almwirtschaften (Dornbirn hat mit der Binnelalpe seit dem 14. Jahrhundert eine der ältesten) oder modernere Solidarische Landwirtschaften.
SoLaWis haben innovative Finanzierungsmodelle entwickelt. So wird in Bieterrunden versucht, das Jahresbudget zu generieren, das benötigt wird für angestellte Landwirtschaftsfachkräfte oder Maschinen, wobei jede/r selbst einschätzt, wie viel er/sie beitragen kann. Auf den geernteten Produkten klebt dann kein Preisschild, jedes Mitglied nimmt wieviel er/sie braucht oder ihm/ihr zusteht. Wenn das Jahr verregnet ist oder eine Fäule den Ernteerfolg schmälert, tragen dies alle und sehen es auch ein, wenn es weniger Tomaten gibt oder die Kartoffeln Drahtwürmer haben. Gemeinsam wird dann beraten, wie im nächsten Jahr der Einsatz optimiert werden kann. Ein gewisses Mindestmass an Beteiligung ist erforderlich, wer weniger mitarbeiten kann zahlt üblicherweise mehr ein. Dieses Modell auf andere Wirtschaftssektoren zu übertragen wäre spannend, hebt es sich doch wesentlich von herkömmlichen Formen des Crowdfunding ab.
Silke Helfrich habe ich nach Dornbirn eingeladen, sie spricht am 12. Juni 2019 um 18 Uhr bei der Open Idea in der Aula der FH Vorarlberg. Ihr neues Buch "Frei Fair & Lebendig - Die Macht der Commons" gibt es dort in der Bibliothek, zu kaufen bei transcript und Creative Commons lizensiert dort auch als gratis Download.
"Das Buch „Frei, fair und lebendig – die Macht der Commons“ belegt, dass es weltweit viele Beispiele gibt, dass Wirtschaft ganz anders funktionieren kann: Orientiert am Bedarf der Beteiligten werden Wohnhäuser und Software, Lebens- und Transportmittel, Prothesen und Maschinen produziert, gemeinsam Supermärkte und Bauernhöfe betrieben. Eine Blaupause für diese Projekte kann es nicht geben, weil sie geprägt sind durch die Möglichkeiten vor Ort und die Beteiligten. Aber es gibt Muster – und die beschreibt das Autorenduo." TAZ
Das soziale Leben des Commoning muss stets neu ausverhandelt werden.
Das Gefühl, an etwas Gemeinsamen zu arbeiten und Werte zu teilen, stellt sich nicht ein, indem es forlam auferlegt wird. Die Macht der Commons p 99
Doch gilt das tatsächlich für alle Commons Gemeinschaften? Almbetriebe haben eine jahrhundertealte Tradition mit starren Rollen. Freiwillige Feuerwehren funktionieren in jedem Dorf nach dem selben Muster und die Governance in Genossenschaften ist in Gesetzen, Statuten und Geschäftsordnungen geregelt. Ich würde mal als Gegenthese in den Raum stellen, dass bewährte Muster sich auch fortpflanzen dürfen und nicht immer neu ausverhandelt werden müssen.
</div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/FreFairLebendigHelfrich.jpg"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/FreFairLebendigHelfrich.jpg?itok=sQk4jQ_o" width="194" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="/sites/default/files/field/image/IMG_20190603_123859.jpg"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/IMG_20190603_123859.jpg?itok=rI1_wlq5" width="169" height="300" alt="" /></a></figure></div></div>
Sat, 25 May 2019 12:00:52 +0000
ras
625 at
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Peter und Paula
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<div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Der Architekt und Künstler Angeolo Roventa stellte zur Handwerk+Form Ausstellung im Oktober 2018 in Andelsbuch neben den Kirchturm einen zweiten Turm aus Baumstämmen. Der neue, vorübergehend errichtete Turm, soll ein deutliches Zeichen für die Gleichstellung zwischen Mann und Frau bilden. Peter und Paula bekommen ein Symbol.
Frigga Haug hat mit der Vier-in-Einem Perspektive ein Lebensmodell entwickelt, mit dem sich Gleichstellung und ein erfülltes Leben erzielen lässt. Der Schlüssel liegt bei ihr darin, die vier Lebensbereiche Erwerb, Sorgearbeit, Kultur und Engagement als gleichwertig zu betrachten. Mehr dazu hier.
Bei Jean Baudrillard ist es genau der Doppelturm, der die eigentliche Bedeutung eines einzelnen Turms überblendet. Die Verdoppelung ist ein besonders starkes Signifikat, das den Signifikanten auslöscht. In seinem Buch "Der symbolische Tausch und der Tod" hat er 1976 das doppeltürmige World Trade Center als ultimatives Symbol des Kapitalismus beschrieben, das 2001 zum Einsturz gebracht worden ist. Doch nur kurz hat die Erde gebebt. Wenn Peter und Paula nicht mehr beieinander stehen, wird die Gleichstellung wieder aufgehoben sein.
</div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/IMG_20181014_131812.jpg"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/IMG_20181014_131812.jpg?itok=LKJu-v4r" width="300" height="169" alt="" /></a></figure></div></div>
Fri, 19 Oct 2018 11:39:04 +0000
ras
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fairmove
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<div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Initiativen für einen nachhaltigen Lebensstil spriessen in vielen Orten und Regionen aus dem Boden. Aber sie sind nicht so leicht zu finden. Manche sind auf der Karte von morgen eingezeichnet, andere finden sich vielleicht auf der Webseite der Transition-Initiativen und bei Human Connection kann man/frau als Pate aktiv werden. Doch wofür stehen die Plattformen, wer steht dahinter und um welche Ziele geht es?
Mit einem klaren Label würde ein gemeinsames Anliegen gleich mitkommunziert werden können. Mit #fairmove haben wir nun einen Kandidat für eine Bezeichnung, die lokal und global das leisten könnte, was "occupy" zur Bankenkrise geschafft hat: dem kollektiven "Wandeln" einen universell verständlichen Namen geben. "Buen vivir", abgeleitet vom indogenen "Sumak kawsay" ist ein ähnlicher Versuch für eine gemeinsame Bezeichnung, funktioniert aber nicht besonders gut im angelsächsischen oder deutschen Sprachraum.
Weshalb sind die derzeit verwendeten Begriffe nicht ideal? Wandel, Transition oder Change funktionieren zwar in einschlägigen Communities, aber schlecht in der Aussenkommunikation, weil jede/r unter diesen Begriffen was anderes versteht. Degrowth ist schwer aussprechbar und die Gemeinwohlökonomie wird in jeder Sprache anders übersetzt - und die Webseite heisst nochmals ganz anders. Und wenn man vor einem Gemeinschaftsgarten steht, gibt es mitunter gar keine Tafel. Die Bezeichnungen sind zwar recht originell, wie etwa "Gemeinschaftsgarten Glückliches Gemüse" - aber eben solitär. Da tun wir uns schwer, im Strom der Marken und Lebensstile als Leuchttürme für ein "Gutes Leben für alle" sichtbar zu sein.
Ich habe von 2014 bis 2018 ein dutzend Netzwerktreffen von Nachhaltigkeits-AktivistInnen in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland besucht. Dort bildete sich meist eine Arbeitsgruppe zum Wunsch, gemeinsam "lauter" auftreten zu wollen und für Wandelbewegte und die Politik besser sichtbar zu werden. Ich arbeitete mit ihnen an einem Branding - Prozess in mehreren Zyklen. Bei den Workshops auf der Degrowth Konferenz 2014 in Leipzig und bei der Solikon 2015 in Berlin gab es keine klaren Ergebnisse. 2016 hatten wir in Zürich eine Zwischenetappe erreicht: FairLife war schon besetzt, also probierten wir es mit FairVita. Wir haben eine Webseite und prototypische Nutzungsregeln entworfen. Doch es klang zu sehr nach Kosmetik. 2017 entwickelte Christian, ein Masterstudent im Studiengang InterMedia an der FH Vorarlberg eine weitere Variante mit "MoveFair". Als Symbol wählte er die Spirale, inspiriert vom aufgehenden Farn. Damit fuhren wir zu Pfingsten 2018 zum Makers4Humanity Treffen an einem ehemaligen Bergbauwerk in Nordostdeutschland. In den Präsentationsfolien zeigte ich unter anderem einige Beispiele für gelungene Markenentwicklungen im Nachhaltigkeitssektor. Roman warf ein, dass wir etwas ähnliches wie die Redewendung "das war ein good move" in die Welt setzen könnten. Da lag "fairmove" auf der Zunge - und wurde vor Ort gleich ausprobiert. Das Feedback einige der 140 anwesenden Weltverbesserer war ermutigend - vor allem auch jener, die sich schon lange mit Medien und Kommunikation beschäftigen. Spontan organisierten wir ein Fotoshooting - und Leute stellten ihren "fairmove" in einer Pose dar.
Welche Kriterien haben wir angewendet? Hier die Eigenschaften einer guten Bezeichnung, zusammengetragen aus diversen Quellen und wie ich sie an der FH Vorarlberg unterrichte:
bezeichnet, worum es geht (und zwar nicht nur für Insider!)
guter Klang
universell verwendbar
international verwendbar (auch "exportierbar")
mit einem regionalen oder funktionalen Zusatz versehbar (zB fairmove Philosophiecafe Kufstein oder fairmove Servicestelle Österreich oder fairmove FoodCoop Wieden)
auch in anderen Sprachen zumindest auszusprechen oder sogar verständlich (zB mit lateinischen Wurzeln)
schmeckt oder riecht vielleicht sogar nach etwas oder hat was mit einer Bewegung / einem Körperteil zu tun
ist keine Abkürzung
kurz und bündig oder sprechend (muss nicht unbedingt aus Hauptwörtern bestehen - Beispiel "ja natürlich")
Die nächsten Schritte in diesem Prozess wären, Anwendungsbeispiele aufzuzeigen und Nutzungsrichtlinien zu erstellen. Am einfachsten ist es, #fairmove als Hashtag in Sozialen Medien zu verwenden. Als Zusatz zu bestehenden Bezeichnungen kann der Zugehörigkeit zu einer Gesinnung Ausdruck verliehen werden. Und wer für eine Initiative noch keine Bezeichnung hat, kann diese einfach "fairmove Gemeinschaftsgarten Mayrhofen" nennen und verwendet das grafische Erscheinungsbild von fairmove, das es noch auszuarbeiten gilt. Ob und wie auch Unternehmen das fairmove Label nutzen können oder sollen, das gilt es noch zu diskutieren. Prinzipiell wäre es wohl begrüssenswert, wenn auch Teile der Wirtschaft sich zur fairmove Bewegung bekennen, wenn sie nach deren Werten handeln.
Einen eigenen fairmove Wertefächer auszuarbeiten, wäre wohl ein jahrelanger, aufwändiger Konsensierungsprozess. Alleine zu klären, welche Institutionen oder Nachhaltigkeitsinitiativen hier mit beteiligt werden sollen, verlangt Ausdauer. Nutzungsrichtlinien könnten daher zu Beginn als vorläufige "Beta-Version" offen und einfach formuliert werden. Hier ein erster Versuch in einem Satz:
Jede/r darf die fairmove Bezeichnung nutzen, der/die nicht konträr zu den SDGs und Menschenrechten der Vereinten Nationen, der Gemeinwohlökonomie oder ähnlichen nachhaltig orientierten Wertefächern handelt.
Welche Wertefächer das sein könnten, dazu haben wir 2017 in einer Arbeitsgruppe in Wien eine brauchbare Sammlung zusammengestellt. Für den Fall, dass fairmove in ganz anderen Kontexten - etwa im Motorsport - genutzt werden würde, könnte man ein mehrstufiges Abmahnverfahren vorsehen, um einer Verwässerung des Begriffs vorzubeugen. Die Nutzungsbedingungen könnten in einer Vereinbarung ähnlich den Creative Commons Lizenzen formuliert werden.
Ebenso könnte das Label #fairmove in mehreren Stufen sichtbar gemacht werden. Neben der einfachen und unkomplizierten Form für Privatpersonen oder Initiativen könnten Organisationen oder Unternehmen angeboten werden, das #fairmove Label zu nutzen, wenn sie einmal jährlich an einem Peer-to-Peer Audit teilnehmen, oder - noch eine Stufe höher - sich extern auditieren lassen, ähnlich wie es die Gemeinwohlökonomie vorsieht, um zu einer Gemeinwohlbilanz zu kommen.
Es gibt also schon zahlreiche Überlegungen, wie fairmove eingesetzt werden könnte. Doch passt dieser Slogan tatsächlich als Meta-Label? Wie führen wir diesen Prozess weiter? Zunächst soll in einer kleinen Gruppe nochmal die Zielsetzung und die Anwendungsfelder eines komplementären Meta-Labels überprüft werden. Dann wären einige mediale Grundlagen zu schaffen, also eine Webpräsenz, die fairmove erklärt und wie es angewendet werden kann. In einem weiteren Schritte wären die Stufen, dem Weg zu den einzelnen Stufen, deren Darstellung und allfällige Anerkennungsmechanismen auszuarbeiten. Zur weiteren Koordination wurde ein öffentlicher Chat - Kanal und ein Board für gemeinsame Notizen eingerichtet. Es ist freilich kein Zufall, dass sich "fair" quasi als Vorsilbe schon mehrfach bei Namensprozessen bewährt hat, etwa bei fairkom, die u.a. Internet Cloud Dienste anbieten und wo ich mit im Vorstand bin.
Die Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten von fairmove ist gross. Von der solidarischen Landwirtschaft, über Repair Cafes bis zu zukunftsweisenden Investitionen in eine leistbare Wohn - Zukunft. Der Aspekt der Fairness und Nachhaltigkeit wäre mit fairmove sichtbarer. Die "Siedlung Kalkbreite" in Zürich, eine von mehreren Mehrgenerationen-Wohnprojekten wurde kooperativ geplant, gebaut und besiedelt. "Wir haben das realisiert, wovon die Politik mit der 2000 Watt Gesellschaft nur redet" meint Fred, einer der Mitinitiatoren der Siedlung und Teilnehmer am Labelfindungsprozess in der Schweiz. Architekten aus ganz Europa kommen und staunen. Aber es gibt noch passende Bezeichnung, welche diese selbstorganisierte, kooperative Bewegung, die Triebfeder gut beschreibt. Manche sagen zu den Initiatoren "die neuen Wilden", weil einige der Zürcher Subkultur zuzuordnen sind. Die Bezeichnung "fairmove Mehrgenerationenhaus Kraftwerk1", würde mit dem Meta-Label im Namen neben der Idee des "Cluster-Wohnens" auch die Klima- und Menschenfreundlichkeit mit transportieren. Also das Label "fairmove" soll dort ergänzend wirken, wo die ethisch-nachhaltige Ausrichtung in der Bezeichnung schwer erkennbar ist. Weitere Anwendungsfelder, wo fairmove passt und wo nicht, müssen einfach ausprobiert werden, etwa in Sozialen Medien als Hashtag. Also dann mal los! Wir sind #fairmove!
</div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/fairmover_rotated2.jpg"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/fairmover_rotated2.jpg?itok=xrOoiBfS" width="225" height="300" alt="" title="fairmove Fotosession beim Makers4Humanity Meeting" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="/sites/default/files/inlinebilder/FairMove1.gif"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/inlinebilder/FairMove1.gif?itok=uoHpIXKn" width="300" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/FairMove2.gif"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/FairMove2.gif?itok=hZ4St773" width="300" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="/sites/default/files/field/image/FairMove3.gif"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/FairMove3.gif?itok=8E2-z7o_" width="300" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/FairMove4.gif"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/FairMove4.gif?itok=0V2XjqEx" width="300" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="/sites/default/files/field/image/FairMove5.gif"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/FairMove5.gif?itok=AIfy_DEH" width="300" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/FairMove6.gif"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/FairMove6.gif?itok=EUt42w5-" width="300" height="300" alt="" /></a></figure></div></div>
Sun, 03 Jun 2018 19:52:18 +0000
ras
609 at
/roland/rolog/fairmove#comments
Hurrah - wir sind Kulturnation!!
/juliane/julog/hurrah-wir-sind-kulturnation
<div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Zum "Kulturkapitel" des Regierungsprogramms
Schon im ersten Absatz schwankt das Bekenntnis zur öffentlichen Förderung von Kunst und Kultur hin zur Unterstützung privater Stiftungen und Vereine. Dabei ist im Kunstförderungsgesetz klar die Aufgabe des Bundes definiert: Das künstlerische Schaffen und seine Vermittlung zu fördern. Gefördert werden können nur vom Bund verschiedene Rechtspersonen (Einzelpersonen, Künstlergruppen, Vereine, Stiftungen - egal). Mehr ist dazu nicht zu sagen.
Die Zieldefinitionen des Regierungsprogramms geben zu denken:
1. Schaffung klarer und einheitlicher strategischer Schwerpunkte für das Kulturland Österreich
in enger Abstimmung mit den beteiligten Gruppen
Wie geht das mit der Freiheit der Kunst zusammen? Wenn ein Schwerpunkt festgelegt ist, was heißt das für die Kunstproduktion außerhalb des Schwerpunktes? Da werden Steuerungsphantasien deutlich, die mit der Kunstfreiheit in Wirklichkeit unvereinbar sind.
Foto: Glasobjekte von Eva Moosbrugger
2. Förderung österreichischer Kunst und Kultur mit besserer Planbarkeit und klarer Ergebnisorientierung – weg vom Gießkannenprinzip
Planbarkeit für wen? Für den Fördergeber? Denn Planbarkeit für die Fördernehmer/innen ist leicht zu erreichen: Klare fristen für Einreichung und Zu- bzw. Absage, klare Regelungen (auch terminliche) für die Auszahlung und Abrechnung. Mehrjährige Förderverträge, wo es sinnvoll erscheint. Was heißt Ergebnisorientierung? Dass ein Film produziert wird, wenn für ein Filmprojekt eingereicht wurde? Solche Selbstverständlichkeiten müssen nicht festgelegt werden, kann es also um ein festzulegendes inhaltliches Ergebnis gehen? Von wem wird das festgelegt? Betreffend Transparenz der Förderungen: Die Kulturförderungen von Bund und Ländern sind transparenter als jeder andere Förderbereich. In den Kultur- und Kunstberichten kann ein Reisekostenzuschuss an eine namentlich genannte Person von 42,20 nachgelesen werden, meistens ausreichend zeitnah. Hingegen gibt es in anderen Bereichen (z.B. Wirtschaftsförderung) eine Menge Nachholbedarf. Erstaunlich, dass mit einem solchen Passus die Unkenntnis der Situation so deutlich gezeigt wird.
3. Einfache Strukturen, klare Kompetenzen und weniger Bürokratie für die Kultureinrichtungen
des Bundes
Haben die Ersteller des Regierungsprogramms die einschlägigen Gesetze gelesen? Bundestheater und Bundesmuseen haben je eigene Rechtspersönlichkeit als GmbHs und Körperschaften öffentlichen Rechts mit ihrem jeweiligen kulturpolitischen Auftrag und den vereinbarten Basisabgeltungen. Es gelten die allgemeinen Rechtsvorschriften (z.B. die kaufmännische Sorgfalt) und klare Verantwortlichkeiten. Das ICG-Weißbuch für die Bundesmuseen greift vor allem eine Problemlage auf: Dass einzelne Museen (v.a. die Albertina und zeitweise die Österreichische Galerie Belvedere) ihre eigentliche, definierte Aufgabe vernachlässigt haben und mit Blockbuster-Ausstellungen dem Magnet „Kunsthistorisches Museum“ nacheiferten.
4. Das Gedenkjahr 2018 als gemeinsames Projekt für das ganze Land etablieren
Wir sind gespannt!
5. Kinder und Jugendliche für Kunst und Kultur begeistern
Ja, das versuchen viele, und es gelingt auch einigen.
Der Maßnahmenkatalog lässt zentralistische Steuerungsgelüste erkennen: Wir wollen uns gemeinsam auf klare Leitbilder für die Weiterentwicklung unserer Kunst- und Kulturlandschaft verständigen.
Geht es da um inhaltliche Leitbilder? Also um eine Art "Leitkultur"? Oder um strukturelle Steuerung? Doch die wird hier beschrieben:
Schaffung einer Kunst- und Kulturstrategie, übergreifend über alle Gebietskörperschaften und
alle Ebenen der öffentlichen Verwaltung unter enger Einbindung aller Gruppen [...] Bessere Abstimmung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden, klare Kompetenz- und Aufgabenteilung sowie strategische Kohärenz sicherstellen; Doppelgleisigkeiten vermeiden.
Die Aufgaben und Zuständigkeiten sind gesetzlich klar geregelt, zunächst einmal in den Kompetenzartikeln der Bundesverfassung, wo dem Bund die Zuständigkeit für die Bundesmuseen und Bundestheater zugeordnet sind und alle anderen Aufgaben, z.B. jene der Kulturförderung den Ländern vorbehalten ist. Die Gemeinden fördern im eigenen Interesse Kunst und Kultur, haben aber keine Verpflichtung dazu. Der Bund hat sich über seine Aufgabe als Erhalter der Bundeseinrichtungen hinaus 1988 selbst dazu verpflichtet, das künstlerische Schaffen und seine Vermittlung zu fördern und die dafür notwendigen Mittel bereit zu stellen. Das ändert nichts an der grundsätzlichen Zuständigkeit der Länder. Wenn der Bund alle „eng einbinden“ will in eine Bundesstrategie, wird es wohl intensive Reibungsflächen geben.
Mit einem regelmäßigen Kultur-Dialog: Austausch von Kulturschaffenden und deren Interessenvertretungen mit Ministerien- und Ländervertretern wird eine Idee des vormaligen SPÖ-Kunststaatssekretärs Wittmann wieder belebt. Viel mehr als eine Gesprächsbasis zu pflegen und dann und wann Dampf abzulassen, hat der Dialog damals nicht bewirkt. Die eigentliche Arbeit geschah in der Gruppe (u.a. mit Gerhard Ruiss), die das damalige Kulturweißbuch erarbeitete.
Schön, dass die Kultur im Rahmen der EU-Präsidentschaft eine Rolle spielen soll, das war schon immer so. Interessant wäre es, die Rolle ohne Scheuklappen zu überlegen.
Den Denkmalschutz zu verbessern steht durchaus an: Erhaltung des baulichen Erbes im Eigentum der Republik und Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes in Österreich [...] gleichzeitig richtige Rahmenbedingungen für innovative Neubauten schaffen. Ob dafür eine Eingriffsmöglichkeit des Bundes in die Bau- bzw. Raumordnung notwendig ist, darf hinterfragt werden. Auch da schimmern Allmachtsphantasien durch, denn Raumordnung ist klar Ländersache – neben der Kulturförderung eine der zentralen Befugnisse der Länder. Sonst ist der Regierung die Einhaltung völkerrechtsverbindlicher Staatsverträge auch nicht so wichtig, man denke an die Genfer Flüchtlingskonvention.
Das Vorhaben der Entbürokratisierung der Vorschriften des Denkmalschutzes für private Bauherren und Beseitigung von Rechtsunsicherheiten, um Eigentümer von Bausubstanz, die als schützenswert gilt, auch serviceorientiert bei ihrer Aufgabe zu unterstützen ist grundsätzlich berechtigt. Tatsächlich besteht hier eine Schwierigkeit: Die Auflagen des Denkmalamtes sind oft sehr teuer, Mehrkosten werden nur zu einem Bruchteil an private Eigentümer refundiert. Es ist deshalb nicht unbedingt vorteilhaft, ein denkmalgeschütztes Objekt zu besitzen, weshalb sich wehrt, wer kann, wenn ein Objekt unter Denkmalschutz gestellt werden soll.
Eine Bundeseinrichtung zum zentralen Ankauf von wichtigen Kunst- und Kulturobjekten klingt interessant, auch wenn dies grundsätzlich durch die Bundesmuseen, die ja wissenschaftliche Einrichtungen sind geschehen sollte – und mit der notwendigen finanziellen Ausstattung auch möglich wäre.
Als besonderes Anliegen darf die Förderung österreichischer Kunst und Kultur mit besserer Planbarkeit und klarer Ergebnisorientierung gelten, deshalb Österreich-Quote im ORF. Diese uralt-Forderung wurde von der letzten schwarz-blauen Regierung auch schon nicht umgesetzt. Im Film- und Doku-Bereich gibt es Instrumente, eine entsprechende Produktionstätigkeit zu entfalten (Film-/Fernsehabkommen). Im Musikbereich wird der Kulturauftrag auf den Sender Ö1 abgeschoben. Die Schwierigkeit besteht darin, einerseits den ORF zugunsten von privaten Medienunternehmen finanziell schwächen zu wollen und ihm gleichzeitig entsprechende Verpflichtungen auf zu erlegen, denn: Ganz ohne öffentliche Teilfinanzierung wird es nicht möglich sein, österreichische Identität in den Medien auf Dauer zu sichern. Ob eine Neudefinition des Begriffes „öffentlich-rechtlich“ hilfreich ist, darf bezweifelt werden. Es geht darum, dass nicht nur der ORF Angebote in öffentlich-rechtlicher Qualität bereit stellt, aber nur er die dafür mehr oder weniger geeigneten Rahmenbedingungen vorfindet.
Und schon wieder wird das Gießkannenprinzip schlecht gemacht. Der Gießkanne verdanken wir einen guten Teil der Artenvielfalt im kulturellen Biotop. Und damit auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber prekärer werdenden Lebensbedingungen. Auch hier lässt das vorliegende Regierungsprogramm an zentral gelenkte „Staatskunst“ denken.
Den ländlichen Raum durch Kultur zu stärken, haben sich schon seit langem die Kulturinitiativen zur Aufgabe gemacht, welche mit Hilfe ihrer Interessenvertretungen auch eine stete Ausweitung ihrer strategischen Arbeit mit ländlichen Gemeinden bestreiten. Die Kulturinitiativen standen schon oft als wichtige und besser zu fördernde Kultureinrichtungen in Regierungsprogrammen. Geschehen ist das nie, schon gar nicht mit der letzten schwarz-blauen Regierung, die das auch angekündigt hatte. Ob das etwas mit der Eigenständigkeit und teilweisen strukturellen Querköpfigkeit dieser zivilgesellschaftlichen Errungenschaften zu tun hat?
Dass Kinder und Jugendliche sich bereits in Kindergarten und Schule mit Kultur auseinandersetzen, wurde von der vormaligen ÖVP-Kulturministerin Elisabeth Gehrer wesentlich erschwert, weil sie musische Schulstunden abschaffte, um Geld zu sparen.
Die sonstigen Maßnahmen werden von den Künstler/innen selbst, meistens mit Unterstützung von Kulturkontakt, verwirklicht. Man darf gespannt sein, ob Kulturkontakt ungestört weiter arbeiten darf und entsprechend finanziell ausgestattet wird.
Eine Schule, die ihre Schüler/innen ernsthaft in er Auseinandersetzung mit Kultur und Kunst fördert, muss wohl eine integrierte Ganztagesschule sein, also jene Schulform, der die schwarz-blaue Regierung eine Absage erteilt. Oder werden künftig Deutsch- und Mathestunden durch z.B. Instrumentalunterricht ersetzt? In einer integrierten Ganztagesschule spielen Musikschulen, Sport- und Kulturvereine eine wichtige Rolle und kümmern sich um das genannte Anliegen.
Zusammenfassend sehe ich in diesem Kapitel des Regierungsprogramms kaum wichtige Anliegen der Kunst- und Kulturschaffenden aufgegriffen. Dazu fehlte den Verfassern möglicherweise ein Stück Sachkenntnis. Auch wird ein Hang zu Allmachtsphantasien sichtbar. Plötzlich greift der Bund in Länderkompetenzen ein, es klingt fast nach Staatskunst. Zuversichtlich stimmt das Kulturkapitel des Regierungsprogramms nicht.
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Fri, 22 Dec 2017 14:46:55 +0000
juliane
603 at
/juliane/julog/hurrah-wir-sind-kulturnation#comments
Digitaler Tausch mit der EthifyBox
/roland/rolog/digitaler-tausch-mit-der-ethifybox
<div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Wer im Internet unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Völlig anonym eBooks, Musik und Videos tauschen kann man jedoch während der Ausstellung "Who Pays" bis 21.5.2017 im Kunstmuseum Liechtenstein. Mittels PirateBox Technologie wird ein eigenes WLAN "EthifyBox" erzeugt, das nicht ins Internet verbindet, sondern nur auf einen lokalen Speicher. So lassen sich mit jedem Smartphone Dateien hoch oder herunterladen oder es kann auch gechattet werden. Es werden keine Logfiles mitgeschrieben, niemand hinterlässt Datenspuren, ausser was man selbst an Inhalten beiträgt.
Die EthifyBox habe ich schon 2014 gebaut und verwende sie gerne bei Events oder Ausstellungen. Danke an das Team vom Symbiose Verein für die Bespielung dieses tollen Pop-Up Sharing Stores samt Kiosk und die Einladung, Teil eines Raumes zu sein, in dem Fragen zur Ökonomisierung unserer Lebenswelten gestellt werden.
Am 20.4.2017 (nicht am 6.4.) mache ich im Kunstmuseum Liechtenstein einen Workshop zu FairCoin (ab 14:30) und um 19 Uhr einen Vortrag zur Open Source Business Kultur.
</div></div></div><div class="field field-name-field-image field-type-image field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/BeschriftungEthifyBox.png"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/BeschriftungEthifyBox.png?itok=nE3PCm2n" width="212" height="300" alt="" /></a></figure><figure class="clearfix field-item odd"><a href="/sites/default/files/field/image/EthifyBoxKunstmuseumLiechtenstein2017.JPG"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/EthifyBoxKunstmuseumLiechtenstein2017.JPG?itok=q6J94-rC" width="300" height="200" alt="" title="EthifyBox bei der Tauschstation" /></a></figure><figure class="clearfix field-item even"><a href="/sites/default/files/field/image/IMG_20170223_181725.jpg"><img class="image-style-medium" src="/sites/default/files/styles/medium/public/field/image/IMG_20170223_181725.jpg?itok=0cTRJfxP" width="300" height="225" alt="" /></a></figure></div></div>
Sat, 25 Feb 2017 09:04:20 +0000
ras
594 at
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"Verliehen für die Flucht vor den Fahnen" - Rede zur Präsentation
/juliane/julog/verliehen-fuer-die-flucht-vor-den-fahnen-rede-zur-praesentation
<div class="field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss"><div class="field-items"><div class="field-item even">Erinnern Sie sich, geschätzte Damen und Herren, wie dieses Stückchen Stadt ausgesehen hat, bevor das Denkmal für die Verfolgten der NS Militärjustiz errichtet worden ist? Sie sind alle hin und wieder da vorbei gegangen, nehme ich an. Es war ein unauffälliger, schmuckloses Ort. Manchmal parkten Autos da. Fand eine Demonstration in der Nähe statt, lagerten hier Tretgitter der Polizei. Leute mit einem Blick für Architektur mögen sich gefragt haben, warum der Volksgartenzaun dieses Eck aussparte.
Mit der Errichtung des Denkmals hat sich das geändert. Dieses Stückchen Stadt hat eine Bedeutung bekommen. Es ist nicht mehr eine unerklärliche Nische, es ist ein öffentlicher Raum, den wir nicht mehr nur zum Durchqueren oder zum Parken verwenden. Das Denkmal ist ein Ziel, wo Menschen hingehen
- um sich das Denkmal anzuschauen
- um auf das Denkmal hinauf zu steigen
- um die Tafeln zu lesen und sich zu vergewissern
- oder einfach um hier eine Jause zu verzehren.
Und da das Denkmal der Sockel ist, auf dem wir die fehlenden Figuren darstellen, sind alle, die schon einmal hinauf gestiegen sind, Teil des Denkmals. Und damit beteiligen sich alle an der Diskussion des Themas, dem das Denkmal gewidmet ist: Den Verfolgten der NS-Militärjustiz – auch ihren Nachkommen und in weiterer Folge uns allen. Beteiligt sind auch diejenigen, die den Zweck des Denkmals hinterfragen oder sich dagegen stellen – hier an diesem Ort. Denn diejenigen, die sich viele Jahre lang um die Errichtung bemüht haben, und diejenigen die froh sind, dass es dieses Denkmal endlich gibt, würden sich für diesen öffentlichen Ort und die ihm zugewiesene Bedeutung einsetzen und dabei viel Unterstützung erhalten.
So ist etwas Wertvolles gelungen. Nachdem die zeithistorischen Daten zusammengetragen worden sind, nachdem Gerichte Urteile gesprochen haben, nachdem eine Vielzahl von Auseinandersetzungen zu geschichtlichen Fragen und zu einzelnen Persönlichkeiten stattgefunden haben und nachdem schließlich das Parlament die notwendigen Gesetze zur Rehabilitierung der Deserteure verabschiedet hat: Es ist gelungen, eine weithin akzeptierte Sichtweise eines Stücks gemeinsamer Geschichte zu erarbeiten und ein einprägsames Bild dafür zu finden. Eines von vielen möglichen Bildern. Und die dazugehörige moralische Auffassung. Heinz Fischer hat das anlässlich der Eröffnung so ausgedrückt, jedenfalls ist das meine Erinnerung an seine Rede: Wir können nicht wissen, was wir in der Situation eines Wehrmachtsoldaten getan hätten. Aber wir wissen, was wir hätten tun sollen.
Das Buch, das wir Ihnen heute präsentieren, setzt das Ansinnen fort, an einer gemeinsamen, weithin akzeptierten Sichtweise der Geschichte zu arbeiten. Und damit die Voraussetzung für ein gutes, gedeihlichens Miteindander in einer Stadt, in einem Staat – kurz in einem Gemeinwesen zu schaffen. Denn wenn es keine Gemeinsamkeit gibt (…) dann entstehen Feindbilder, schreibt Markus Muliar in seinem Beitrag im Buch. Wenn nicht geklärt und weithin akzeptiert ist, was das Richtige zu tun gewesen wäre, kann jedeR das Richtige für sich und seine Gruppe reklamieren. Damit schiebt er gleichzeitig das „Falsche“, eine „Schuld“ einer anderen Gruppe zu.
So lebten nicht nur in meiner Heimat Vorarlberg ganze Talschaften entzweit durch gegensätzliche Sichtweisen der Geschichte des 2. Weltkriegs. Mühsam ist es da und dort gelungen, sich auf der Basis von Geschichtswerkstätten einander anzunähern und historische Fakten, gerade die lokal bedeutsamen, anzuerkennen. Oft hat das Schaffen von einem öffentlichen Raum mit einem Gedenkzeichen - auch die Auseinandersetzungen darum - dazu beigetragen, manchmal auch ein Buch. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, nur wenn die genützt wird, kann das gelingen.
Das Buch ergänzt und erweitert den physischen Raum, den wir heute gewinnbringend nutzen, um einen Gedankenraum. Leserinnen und Leser können eintreten und vielen Spuren folgen. Indem das Buch eine Vielzahl von Annäherungen an das Thema wiedergibt, die aus verschiedenen Richtungen kommen und hoffentlich ein Bild schaffen, das nicht nur für die HerausgeberInnen Geltung hat, gelingt es, ein weiteres Gemeinsames zu schaffen. Das ist zumindest meine Hoffnung.
Das Buch versammelt die Reden anlässlich der Übergabe des Denkmals an die Öffentlichkeit. Es sind lesenswerte Reden, die zusammen mit dem Denkmal selbst diesen Platz zu einem zentralen Platz der Republik gemacht haben. Es versammelt Forschungsbeiträge jener, die als HistorikerInnen dazu beigetragen haben, dass das Denkmal hier steht. Das war zähe Arbeit. Im Buch finden Sie Erinnerungen an Deserteure, die von Nachkommen aufgeschrieben wurden. Das ist ein völlig anderer Zugang als jener der HistorikerInnen. Persönliche, subjektive Erzählungen über Personen und deren Geschicke sind ein notwendiger Bestandteil eines umfassenden Bildes, das emotional packt und einen tiefen, kaum hinterfragbaren Eindruck hinterlässt.
Die Betrachtungen zum Denkmal schließen das Buch ab. Sie sind aus folgendem Grund wichtig. Sie zeigen, dass auf die Kunst – oder besser auf Künstlerinnen und Künstler Verlass ist. Alle eingeladenen KünstlerInnen haben sich der historischen Einführung oder Instruktion durch Magnus Koch unterzogen, Vera Frenkel in Kanada virtuell. Alle haben ihre Entwürfe persönlich der Jury vorgestellt (Frenkel wiederum virtuell) und waren froh, diese Möglichkeit zu bekommen. Alle haben ernsthafte, starke Projekte vorgelegt und damit die Jury vor eine schwierige und lohnende Aufgabe gestellt. Sich vorab mit den Einreichungen zu beschäftigen und sich dann einen Tag lang gemeinsam mit den Entwürfen auseinander zu setzen, war rückblickend gesehen zwar nicht wenig an Aufwand, der Dichte der Ideen und ihre