Ahnenforschung Bäger
Fri, 02 Apr 2021 08:11:57 +0000
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Ahnenforschung Bäger
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Onkel Willi – eine Kindheitserinnerung
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Tue, 27 Oct 2015 19:05:49 +0000
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Onkel Willi – eine Kindheitserinnerung weiterlesen →]]>
Als ich so 6 -7 Jahre alt war, hatte meine Oma Besuch von Onkel Willi. Dabei waren noch sein Enkel, der etwa 2 Jahre älter war als ich sowie seine Enkeltochter mit ihrem Verlobten – Frisch verliebt waren die beiden und immer wieder am „Busserln“, woraufhin ich dann auch den kleinen Bruder heiraten wollte
Dann kann ich mich noch daran erinnern, dass wir Onkel Willi einmal besucht hatten und fand es ganz lustig, dass der Onkel Willi in Willershausen wohnt.
Nun durch die Ahnenforschung animiert, interessierte ich mich auch dafür, wer Onkel Willi genau war und was aus ihm geworden ist.
Ich vermutete, dass er ein Cousin meiner Oma gewesen sein muss, da er mit Nachnamen Malbrich hieß, der Geburtsname meiner Ur-Oma.
Ich machte mich im Internet also auf die Suche nach Onkel Willi und wurde bei ancestry dann auch fündig, woraufhin ich dann den Stammbaumhalter anschrieb:
„8 Februar 2015
Hallo Herr XXXX,
hier auf ancestry habe ich in Ihrem Stammbaum Willy Malbrich entdeckt. Ich vermute, dass Willy ein Verwandter (evtl. Cousin) meiner Großmutter Martha Bäger, geb. Jeschke war. Meine Urgroßmutter (die Mutter von Martha) war eine geborene Malbrich – (Bertha) Selma, geboren in Thiemendorf, Kreis Lauban.
Ich kann mich noch daran erinnern, dass ein Willy Malbrich Ende der 60er Jahre bei uns, bzw. meiner Oma in Barbis (Bad Lauterberg) zu Besuch war. Er hatte seine Enkeltochter mit ihrem Verlobten mit und seinen Enkelsohn, der so um die 6-8 Jahre alt gewesen sein müsste dabei. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie er hieß – evtl. Rolf oder Walter.
Ich würde mich freuen, wenn ich von Ihnen hören würde.
Auch wir haben Willy einmal in Willershausen besucht. Ich fand es damals als Kind ganz lustig, dass der Willy in Willershausen wohnt.
Nette Grüße“
Am nächsten Tag bekam ich auch schon per Mail eine Antwort:
„Sehr geehrte Frau Höckelmann,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Ich bin sehr daran interessiert mich mit Ihnen über die Ergebnisse der Familienfoschung auszutauschen.
Die von Ihnen genannte Enkeltochter und ihr Verlobter könnten meine Frau und ich gewesen sein.
Ich kann mich an einen Besuch Anfang der 70er Jahre in Barbis (ich habe meine Frau im Mai 1970 kennen gelernt) erinnern, wo ich die Großeltern meiner damaligen Freundin / Verlobten hingefahren und auch wieder abgeholt habe.
Wir sollten unbedingt mal telefonieren.
Meine Telefonnr. sehen Sie unten.
Ich bin heute von 13°° bis ca. 19°° zu erreichen.
mit besten Grüßen“
Logisch, dass ich dann nach Feierabend dort anrief.
Wir unterhielten uns eine ganze Weile. Er erzählte mir, dass Willi ein uneheliches Kind von Klara Malbrich gewesen ist. Klara hat aber später geheiratet und wurde von der Familie Oma Hüttich genannt. Genaueres wusste er aber auch noch nicht, da er auf der Seite seiner Frau noch nicht viel erforscht hat.
Das war für mich ein Anlass, den Karton mit den alten Postkarten durch zu schauen. Ich fand Karten von einer Klara Hüttig aus Hattorf, die an meine Oma adressiert waren. Mit dieser Information war ich mal wieder einen Schritt weiter.
Ich fand heraus, dass es in Hattorf noch jemanden mit diesem Namen gibt und gab diese Information an den „Schwieger-Enkel“ von Onkel Willi weiter, der dorthin dann auch Kontakt aufnahm.
Ob und inwieweit eine Verwandtschaft besteht, konnte bisher noch nicht abschließend geklärt werden.
Es bleibt also spannend.
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Anruf von Unbekannt
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Tue, 27 Oct 2015 05:15:43 +0000
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Anruf von Unbekannt weiterlesen →]]>
Letzten Sonntag klingelte gegen Abend unser Telefon. Auf dem Display stand „Unbekannt“. Mein Mann ging dran und sagte nach einer ganzen Weile des Zuhörens: „Da gebe ich Ihnen mal meine Frau.“
Er gab mir den Hörer und es stellte sich ein Herr mit den Worten vor: „Ich habe auf Ihrer Homepage gesehen, dass ich ein Cousin 3. Grades von Ihnen bin.“ – Er ist ein Nachkomme einer Schwester meiner Ur-Oma und betreibt ebenfalls Ahnenforschung.
Oh man, war ich aufgeregt und emotional sehr berührt.
Wir unterhielten uns lange. Das Kuriose dabei ist, dass er gar nicht so weit von uns weg aufgewachsen ist, in Göttingen studiert und dann auch noch in meiner Geburtsstadt seine Doktorarbeit geschrieben hat. Da war man so nah beieinander und wusste nichts voneinander.
Wir vereinbarten, dass wir uns bald einmal treffen würden.
Ich freue mich schon darauf.
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Mein Besuch bei Tante Lieschen
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Tue, 27 Oct 2015 04:37:39 +0000
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Mein Besuch bei Tante Lieschen weiterlesen →]]>
Schon vor Ewigkeiten hatte ich im Internet-Telefonbuch in dem Ort, in dem mein Großonkel lebte, einen Namensvetter von ihm gefunden. Lange Zeit – es waren bestimmt 3 Jahre – brauchte ich, um endlich mal den Hörer in die Hand zu nehmen und dort anzurufen.
War es Angst, abgewiesen zu werden? Ich denke schon. Ist eigentlich richtig blöd, denn eigentlich hatte ich doch nichts zu verlieren.
Also rief ich dort an und fragte, ob er ein Verwandter meines Großonkels wäre – jepp – er war ein Enkel, also ein Großcousin (=Cousin 2. Grades) von mir. Er gab mir den Hinweis auf eine noch lebende Tochter meines Großonkels – Tante Lieschen – demnach eine Cousine meines verstorbenen Papa’s.
Also rief ich auch Tante Lieschen an. Es war ein richtig nettes Telefonat. Sie wusste gar nicht, dass ihr Vater noch Geschwister hatte und war dementsprechend überrascht. Wir verabredeten, dass ich mich nach meinem Sommerurlaub nochmal melden und sie gern besuchen würde.
Am nächsten Tag setzte ich mich aber noch hin und schrieb einen 2-seitigen Brief – und das händisch, wo ich im heutigen Zeitalter maximal einen Einkaufszettel per Hand schreibe – mit allen mir bekannten Fakten, legte noch ein paar ausgedruckte Bilder meines Großvaters dazu und schickte ihn ab.
Zwei Tage später klingelte mein Telefon. Es war Tante Lieschen. Ihr erster Kommentar war: „Wir sagen jetzt aber erstmal Du zueinander!“ Man, habe ich mich darüber gefreut. Wir unterhielten uns eine ganze Weile.
Nach meiner Reise in die Vergangenheit (siehe anderen Artikel von mir) telefonierten wir wieder miteinander und Tante Lieschen lud mich zu ihrer Geburtstagfeier ein. Sie hatte sich riesig gefreut über meine Zusage und war richtig aufgeregt.
Ich konnte das Wochenende kaum erwarten. Meine Vorfreude war groß, ebenso war ich darauf gespannt, etwas über meine Vorfahren – unter anderem über meine Urgroßmutter, die dort ihre letzten 1-2 Jahre verlebt hatte, zu erfahren.
Endlich war es soweit. Ich nahm mir am Freitag Urlaub und fuhr am Vormittag los. Nach etwa 5 Stunden kam ich dann am Ort meiner Begierde an.
Während ich noch den richtigen Eingang des Plattenbaus suchte (ich war zu blöd, die Hausnummern zu sehen) stand eine ältere Dame an der Tür und ich fragte nach der Familie X (aus Datenschutzgründen nenne ich hier weiter keine Namen). Sie zeigte auf sich – es war Tante Lieschen! Wir umarmten uns freudig, sie wollte mich gar nicht wieder los lassen. Dann gingen wir in die Wohnung. Dort fand ich ihren Mann – Onkel Dieter – vor, der mich ebenso herzlich begrüßte. Des Weiteren konnte ich auch noch ihre Tochter und deren Schwiegertochter mit Nachwuchs kennen lernen, die gerade zu Besuch waren.
Was ist jetzt eigentlich das Urenkelkind der Cousine meines Vaters für mich?
Nachdem Tochter und Anhang gegangen waren, fuhren wir zum ältesten Sohn – irgendwie hat er Ähnlichkeit mit meinem Cousin -nd im Anschluss zeigte mir Onkel Dieter noch das frühere Wohnhaus meines Großonkels, in dem meine Ur-Großmutter ihre letzten Lebensjahre verbracht hatte.
Meine Ur-Großeltern wurden aus Pfaffendorf, Kreis Lauban (Niederschlesien) vertrieben und lebten dann in Göbschelwitz bei Leipzig. Nach dem Tod meines Ur-Großvaters ging sie zu ihrer Schwester nach Dresden und nach deren Tod dann zu ihrem Sohn.
Wieder in der Wohnung angekommen, haben wir uns lange über unsere Familien unterhalten und Tante Lieschen zeigte mir noch einige Familienfotos. Dann rief sie noch ihre Schwester, Tante Gertraud, in Herford an, mit der ich auch sprechen konnte. Ich erfuhr, dass vor Jahren meine Mutter sie mal ausfindig machte und Kontakt zu ihr aufnahm, es sogar zu gegenseitigen Besuchen kam.
Warum haben mir meine Eltern nie etwas davon erzählt? Lag es daran, dass ich mit meinem Kram zu sehr beschäftigt war? Ich weiß es nicht. Leider kann ich sie auch nicht mehr fragen.
Ich vereinbarte mit Tante Gertraud, dass ich sie demnächst mal anrufen und sie auch gern einmal besuchen würde.
Dann verabschiedete ich mich bald und ging in meine Unterkunft, wobei Tante und Onkel es sich nicht nehmen ließen, mich dorthin zu begleiten, obwohl es nur ein paar Meter waren.
Am nächsten Morgen trafen wir uns wie verabredet zum Frühstück in die Wohnung. Wir erzählten noch viel bis zum Mittagessen. Danach ging es an die Vorbereitungen für die Geburtstagsfeier, die in einer Art Dorfgemeinschaftshaus stattfinden sollte. Zwischenzeitlich kam noch Onkel Dieters Bruder mit Frau.
Nachmittags gingen wir dann ins Dorfgemeinschaftshaus, deckten die Tische und warteten auf die ersten Gäste. Hierbei konnte ich noch weitere Neffen von Tante Lieschen kennen lernen. Unter anderem kam auch der Neffe, zu dem ich damals den ersten telefonischen Kontakt aufnahm. Er kam seit Jahren das erste Mal wieder zu seiner Tante und das nur, um mich kennen zu lernen.
Es war ein wirklich schöner Tag.
Am nächsten Tag haben wir nach einem gemeinsamen Frühstück erstmal die Rückstände der Feier beseitigt und nach dem Mittagessen machten ich mich wieder auf den Heimweg.
Wir versprachen, in regelmäßigem Kontakt zu bleiben.
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Zufallsfunde
/zufallsfunde/
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Sun, 06 Sep 2015 15:33:12 +0000
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Zufallsfunde weiterlesen →]]>
Urkunden, die mir vorliegen, wo ich die Personen (noch nicht) meinem Stammbaum zuordnen kann. Bei Interesse an den dazugehörigen Urkunden (Scan), bitte eine E-Mail an marionhoeck(ät)t-online.de
Name
Vorname
Ehegatte
Mutter
Vater
Daten
Geburt
Heirat
Tod
Bäger
Pauline Friederike
Gutsche, Friedrich Wilhelm
Lange, Marie Christiane Friederike
Bäger, Friedrich August Heinrich
*25.06.1848 Schwarzburg-Sondershausen, Thüringen oo04.10.1877 Dresden
H_592_1877
Christmann
Elsa Selma
Noack, Selma Bertha
Christmann, Julius Hermann
*27.09.1899 Gittersee
G_145_1899
Christmann
Maritta Frida
Reh, Minna Maritta
Christmann, Ernst Julius
*20.08.1897 Gittersee
G_138_1897
Christmann
Maritta Gertrud
Reh, Minna Maritta
Christmann, Ernst Julius
*19.01.1899 Gittersee +14,01.1913 Dresden
G_18_1899
Ebert
Carl Georg
Müller, Linna Anna
Ebert, Carl-August
*30.01.1902 Gittersee
G_15_1902
Ebert
Ella Lina
Müller, Linna Anna
Ebert, Carl-August
*18.09.1900 Gittersee
G_147_1900
Ebert
Fritz Johannes
Eisermann, Anna Clara
Ebert, Friedrich Emil
*20.05.1897 Gittersee
G_80_1897
Ebert
Karl August
Müller, Linna Anna
Ebert, Carl-August
*01.02.1899 Gittersee +1944 Gittersee
G_23_1899
Ebert
Walter Emil
Eisermann, Anna Clara
Ebert, Friedrich Emil
*15.09.1898 Gittersee +24.01.1965 Leipzig
G_150_1898
Eichler
Auguste Bertha
Maiwald, Carl Ernst Hermann
Jacob, Anna Rosine
Eichler, Johann Carl August
*31.08.1869 Odernitz, Kreis Rothenburg, +14.04.1952 Görlitz
T_547_1952
Eichler
Auguste Bertha
Kleint, Johann Gottlieb
Rothe, Johanne Dorothea
Eichler, Johann Gottlieb
*02.06.1856 Leschwitz oo17.09.1893 Posottendorf-Leschwitz
H_11_1893
Eichler
Auguste Ernstine
Hentschel, Friedrich August
Köhler, Christiane Juliane
Eichler, Johann August
*13.02.1864 Wiesa Krs. Rothenburg oo13.05.1883 Posottendorf-Leschwitz
H_1_1883
Eichler
Curt Alfred
Tutschek, Emma
Eichler, Paul Oskar
*27.02.1903 Posottendrof-Leschwitz oo20.03.1926 Görlitz +13.04.1946 Görlitz
G_12_1903
Eichler
Emma Martha
Mirle
*03.12.1897 Seidenberg, Kreis Lauban oogeschieden +26.11.1959 Görlitz
T_1713_1959
Eichler
Ernst Friedrich
Walter, Christiane Caroline
Rothe, Johanne Dorothea
Eichler, Johann Gottlieb
*26.08.1853 Ober-Leschwitz oo28.01.1877 Posottendorf-Leschwitz
H_1_1877
Eichler
Friedrich Hermann
Walter, Emma Pauline
Kloß, Johanne Karoline
Eichler, Karl August
*25.04.1869 Sohland bei Reichenbach O.L oo01.10.1893 +07.10.1945 Weinhübel Kr. Görlitz
H_13_1893
Eichler
Gustav Paul
Eichler, Auguste Bertha
*27.12.1891 Posottendorf-Leschwitz
G_52_1891
Eichler
Hermann Curt
Walter, Pauline Emma
Eichler, Friedrich Hermann
*27.12.1893 Posottendorf-Leschwitz
G_43_1893
Eichler
Marie Gertrud
Naumann, Anna Marie
Eichler, Friedrich Wilhelm Adolf
*03.05.1901 Gittersee +22.07.1966 Düsseldorf
G_80_1901
Eichler
Marie Margarethe
Naumann, Anna Marie
Eichler, Friedrich Wilhelm Adolf
*03.05.1901 Gittersee +26.04.1980 Dresden
G_81_1901
Eichler
Paul Richard
Walter, Christiane Caroline
Eichler, Friedrich Ernst
*30.04.1888 Posottendorf-Leschwitz
G_18_1888
Eichler
Walter Rudolf
Zieger, Anna Frida
Eichler, Richard Alfred
*16.07.1899 Gittersee +06.03.1965 Dresden
G_103_1899
Eichler
Wilhelm Otto
Naumann, Anna Marie
Eichler, Friedrich Wilhelm Adolf
*16.05.1897 Gittersee
G_79_1897
Eichler, gesch. Schwarz
Johanna Martha
Rothe, Karl Paul
Passig, Auguste Ernestine
Eichler, Ernst Gottlieb
*29.12.1883 Groß-Hermersdorf, Amtshauptmannschaft Löbau oo25.09.1910 +12.10.1960 Görlitz
H_9_1910
Exner
Selma Klara Martha
Malbrich, Paul Gustav
Tedtner, Anna Rosine
Exner, Johann Friedrich Ernst
*20.01.1884 Nieder-Schönbrunn, Kreis Lauban oo22.02.1907 Görlitz +07.05.1969 Görlitz
H_65_1907
T_672_1969
Fiedler
Anna Klara
Malbrich, Friedrich Wilhelm
Hartmann, Anna
Fiedler, Richard
*29.02.1908 Küpper, Kreis Lauban oo29.04.1939 Steinkirchen, Kreis Lauban +02.03.1949 Görlitz
T_489_1949
Gutsche
Friedrich Wilhelm
Bäger, Paulin Friederike
Krause?, Auguste Henriette
Gutsche, Friedrich Wilhelm
*21.07.1852 Groß-Lessen, Kreis Grünberg oo04.10.1877 Dresden
H_592_1877
Höhle
Ida Gertrud
Arndorf, Hulda Helene
Höhle, Ernst Reinhold
*06.02.1897 Gittersee
G_33_1897
Jentsch
Lina Emma Berta
Malbrich, Karl Alfred
*09.11.1900 Girbigsdorf, Kr. Görlitz oo1922 Posottendorf-Leschwitz +12.07.1968 Görlitz
T_1067_1968
Jeschke
Minna Selma
Müller
*28.01.1881 Mittel-Horka, Kr. Rothenburg +09.11.1958 Görlitz
T_1551_1958
Kubitz
Ella
Seifert, Clara Louise
Kubitz, Georg
*11.06.1896 Gittersee
G_86_1896
Kubitza
Johann
Wluka, Hedwig
Kubitza, Peter
*12.06.1884 Rosenberg +19.06.1884 Rosenberg
G_63_1884
T_49_1884
Kubitza
Stefan
Kubitza, Gregor
*~1819 Radau, Kr. Rosenberg +17.01.1882 Rosenberg
T_4_1882
Kubitza/Clausen
Vincent
Wloka, Hedwig
Kubitza, Peter
*18.07.1882 Rosenberg
G_61_1882
Malbrich
Alfred
Fritsch, Ursula Elisabeth
*17.12.1928 Pfaffendorf, Kr. Lauban oo1952 Görlitz +29.10.1964 Gölitz
T_1473_1964
Malbrich
Karl Ernst Alfred
Schmidt, Maria Anna Emma
*25.04.1898 Moys, Kr. Görlitz oo1928 Görlitz +21.03.1974 Görlitz
T_397_1974
Malbrich
Karl Georg
Kokel, Erna
Schröter, Anna
Malbrich, Johann Oskar
*11.08.1903 Posottendorf-Leschwitz, Kr. Görlitz oo06.04.1949 Görlitz +20.03.1952 Görlitz
T_368_1952
Malbrich
Martha Else
Schäde, Max Albert
*31.05.1899 Deutsch-Ossig, Kreis Görlitz oo16.02.1921 Dresden
H_11_1921
Malbrich
Martin
Jasinski, Maria
*10.03.1912 Ober Bellmannsdorf, Kreis Lauban oo09.12.1950 Görlitz +28.10.1957 Görlitz
T_1380_1957
Malbrich
Paul Gustav
Exner, Selma Klara Martha
Heinrich, Auguste
Malbrich, Gottlob
*07.10.1881 Nieder-Bellmannsdorf, Kreis Lauban oo22.02.1907 Görlitz +28.02.1944 Görlitz
H_65_1907
T_430_1944
Malbrich
Wolfgang Otto
Kahl, Martha Käthe
Malbrich, Ernst Paul Otto
*17.09.1952 Görlitz +19.09.1952 Görlitz
T_1226_1952
Mierdel
Bertha Lina
Gutsche, Ernestine Pauline
Mierdel, Carl Ernst
*01.06.1897 Gittersee
G_86_1897
Opitz
Hermann Walter
Bäger, Marie Henriette
Opitz, Friedrich Hermann
*02.08.1901 Gittersee
G_141_1901
Pahlitzsch
Marie Elsa
Reinhardt, Elisa
Pahlitzsch, Hermann
*~1879 Dresden, +21.12.1917 Dresden
T_3615_1917
Pahlitzsch
Max Walter
Förster, Marie Margarete Johanne
Pahlitzsch, Richard Max
*20.10.1899 Gittersee
G_157_1899
Pahlitzsch
Minna Elsa
Dittrich, Minna Martha
Pahlitzsch, Theodor Arthur
*22.11.1900 Gittersee
G_187_1900
Pahlitzsch
Richard Willy
Förster, Marie Margarete Johanne
Pahlitzsch, Richard Max
*05.12.1901 Gittersee
G_20_1901
Schäde
Max Albert
Malbrich, Martha Else
*26.01.1896 Ober-Linda, Kreis Lauban oo16.02.1921 Dresden +09.10.1960 Dresden
H_11_1921
Schulze
Johanne Juliane
Seidemann, August
Maiwald, Johanne Elisabeth
Schulze, Johann Gottlob
*~1841 Nieder-Linda, Kreis Lauban +05.11.1916 Görlitz
T_1643_1916
Schuster
Johanne Friederike Amalie
Seidemann, Wilhelm Traugott
Bardke, Johanne Karoline
Schuster, Johann Daniel Traugott
*~1841 Guben, Kreis Guben oogeschieden +03.09.1917 Görlitz
T_1397_1917
Seidemann
Carl August
Schulze, Johanne
Gäbler, Christiane
Seidemann, Gottlob
*~1836 Nieder-Linda, Kreis Lauban +29.06.1912 Görlitz
T_748_1912
Seidemann
Carl Georg Wilhelm Max
Schuster, Johanne Friederike Amalie
Seidemann, Wilhelm Traugott
*09.04.1885 Görlitz +20.05.1958 Nürnberg
G_479_1885
Seidemann
Oskar Emil
Godau, Berta
Winter, Emilie
Seidemann, Ernst
*~1864 Freiberg in Sachsen +29.05.1914 Görlitz
T_652_1914
Simon
Willy Arthur
Röhl, Martha Emilie
Simon, Kurt Franz
*20.06.1899 Gittersee
G_94_1899
Stelzer
Klara Agnes
Malbrich
Sohn: Alfred Malbrich
*24.10.1968 Görlitz +10.12.1953 Görlitz-Weinhübel
T_1484_1953
Wahl
Alma Martha
Böhme, Anna Martha
Wahl, Ernst Moritz
*24.08.1896 Gittersee
G_112_1896
Wiesner
Johann Traugott
Keil, Pauline
*~1840 Hermsdorf, Kreis Görlitz +14.11.1902 Posottendorf-Leschwitz
T_41_1902
Wiesner
Max Paul
Fröbel, Hulda Theila
Wiesner, Joseph Johannes
*18.05.1899 Gittersee
G_77_1899
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Meine Reise in die Vergangenheit
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/meine-reise-in-die-vergangenheit/#comments
Sat, 22 Aug 2015 10:53:46 +0000
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Meine Reise in die Vergangenheit weiterlesen →]]>
Mit einer Portion Humor geht es auf die Reise in die Vergangenheit nach Schlesien. Das Hauptziel ist Pfaffendorf im Kreis Lauban, der Geburtsort meines Vaters. Weitere Orte, in denen einige Vorfahren von mir geboren sind bzw. in denen sie lebten, suchen wir ebenfalls auf. Wir reisen unter anderem auch in die Orte
Linda/Linde, Kreis Lauban
Thiemendorf, Kreis Lauban
Kuschlau, Kreis Strehlen
Lugnian/Lugendorf, Kreis Oppeln
Jaschine, Kreis Rosenberg
Glausche, Kreis Namslau
Dieser Reisebericht soll meine persönlichen Eindrücke der schlesischen Heimatorte meiner Vorfahren widerspiegeln.
Marion Höckelmann, geb. Bäger
Meine Reise in die Vergangenheit
26. Juli 2015 – 8. August 2015
– Schlesien –
Schon seit einer Ewigkeit wollte ich in den Geburtsort meines Vaters – Pfaffendorf im Kreis Lauban in Niederschlesien. Irgendwie hat es nie gepasst bzw. konnte ich mich nicht richtig aufraffen. Nun sollte es endlich soweit sein. Allerdings sollte mein Ziel nicht nur Pfaffendorf sein, sondern bedingt durch die Ahnenforschung, die ich nach dem Tod meiner Mutter begonnen hatte, auch noch einige andere Orte in Schlesien, in denen meine Vorfahren geboren bzw. gelebt haben. Ich wollte einmal eine „räumliche“ Vorstellung der Dörfer haben, die mir immer wieder namentlich begegneten.
Jetzt wurde erstmal geplant. Wo wollen wir (mein Mann sollte mich begleiten) übernachten? Zum Leidwesen meines Mannes hatte ich für meine Reise in die Vergangenheit knapp zwei Wochen vorgesehen. Er war allerdings der Meinung, dass das, was ich vorhabe auch in einer Woche zu schaffen wäre. Nun muss ich dazu sagen, dass wir beide Angler sind und unsere Urlaube eigentlich immer am Wasser stattfinden. Naja, dieses Jahr sollte es halt mal anders sein – ans Wasser können wir auch noch im Herbst.
Also suchte ich via Internet erst einmal eine Unterkunft für zwei Wochen in der Nähe von Görlitz. Gefunden habe ich dann eine nette Ferienwohnung (Privatvermietung) in Pfaffendorf-Markersdorf – ein schönes ruhiges Dorf nur wenige Kilometer von Görlitz entfernt. Die Wohnung hat unsere Vorstellungen absolut übertroffen. Vom überdachten Balkon hatten wir einen Ausblick auf die Landschaft – in der Dämmerung konnten wir sogar die Rehe auf dem Feld beobachten. Eine Badewanne war auch vorhanden – ein weiteres wichtiges Kriterium für meine Auswahl.
Dann die Vorbereitung für die Tagesfahrten nach Polen: Auslandskrankenschein, Auslandskrankenversicherung, Schutzbrief, grüne Versichertenkarte. Sind die Persos noch gültig? Wie schnell darf ich in Polen fahren, wie viel Zigaretten darf ich über die Grenze bringen und, und, und.
Weiter ging es mit meiner Planung der Orte, die ich aufsuchen wollte. Außerdem hatte ich auch vor, in Görlitz das Ratsarchiv und Kirchenbucharchiv aufzusuchen. Als ich allerdings im Kirchenbucharchiv anrief, um einen Termin zu vereinbaren, sagte mir die gute Frau, es wäre die nächsten drei Wochen wegen Urlaubs geschlossen. – Irgendwie war ich etwas enttäuscht. Zumal das auch mein erster Besuch überhaupt in einem Archiv gewesen wäre. Also schloss ich dieses dann aus meiner Planung aus.
Jetzt das nächste Problem: Welches Auto nehmen wir? Meinen Ford Fusion, in dem ich einfach besser sitzen kann? Oder den Ford Mondeo meines Mannes? Ich entschloss mich für den Mondeo, da er einerseits eine Alarmanlage und andererseits ein Tempomat hat – was ja gerade in Polen wegen der „kontrole radarowe“ ganz vorteilhaft ist. Wobei ich auch auf das Tempomat hätte verzichten können, geblitzt werden konnte ich in Polen überhaupt nicht – eher hätte man mich malen können, so langsam, wie ich teilweise gefahren bin. Mein Mann hatte diesbezüglich mal wieder nichts zu sagen – schließlich bin ich ja auch diejenige, die das Auto fährt.
Wie sich allerdings dann herausstellte, wäre es wohl doch besser gewesen und vor allem billiger, den Fusion zu nehmen. Aber dazu später mehr.
Nun ging es endlich los. Ab Montag, 27. Juli war die Wohnung gebucht. Ich überredete meinen Mann, schon am Sonntag los zu fahren – ganz gemütlich, ohne Autobahn. Und so starteten wir am Sonntagmittag. Wir fuhren über Land und kamen gegen 22:30 Uhr in Dresden an, machten dort Halt, aßen in einem netten Lokal echt sächsisch – hier gab es auch die von mir so geliebten Quarkkeulchen, die meine Oma oft gemacht hat und die mir leider bisher immer misslungen sind, allerdings schmeckten sie nicht so wie bei Oma, zumindest nicht so, wie ich sie noch in Erinnerung hatte. Dann schauten wir uns die Dresdener Innenstadt bei Nacht an und beschlossen, demnächst auch mal einige Tage dort zu verbringen – Dresden ist wirklich sehenswert. Dresden – der Geburtsort meiner Mama Brigitte Bäger, geb. Eichler, (*1944), meines Urgroßvaters Arthur Eichler (*1898) und weiterer Vorfahren um Dresden drum rum.
Dresden bei Nacht
Dann fuhren wir ein Stück aus Dresden raus, fanden einen Waldweg und machten dort Halt, um ein wenig zu schlafen – ich auf der Rückbank, mein Mann auf dem Beifahrersitz. So verbrachten wir ca. 3 Stunden. Oh je, war das unbequem – so langsam sind wir wohl mit unseren 52 und 57 Jahren doch aus dem Alter raus, wo einem das nichts ausmacht – naja, einen Versuch war‘s wert. So wussten wir wenigstens, dass wir noch einen Rücken haben. Jeden einzelnen Knochen und Muskel haben wir gespürt.
Nun ging es weiter in Richtung Görlitz. Da es noch zu früh war, die Wohnung aufzusuchen – wir hatten ca. 10:00 Uhr ausgemacht – suchten wir uns erst einmal eine Lokalität, wo wir gut frühstücken konnten. Diese fanden wir dann auch in Görlitz in einem Einkaufszentrum bei einem Bäcker. Nach dem Frühstück ging es dann nach Pfaffendorf-Markersdorf, wo wir von der Vermieterin sehr herzlich aufgenommen wurden. Sie zeigte uns die Wohnung und erklärte alles Notwendige. Dann überließ sie uns unserem Schicksal. Erstmal alles aus dem Auto geholt und dann ins Bett, um den fehlenden Schlaf nachzuholen – oh Gott, sind wir alt!
Nachdem wir ein paar Stunden geschlafen hatten, fuhren wir erstmal nach Weinhübel zum Kaufland und besorgten uns alles Überlebensnotwendige – zumindest für meinen Mann, der für gewöhnlich immer Hunger hat. Danach fuhren wir nach Weinhübel (früher Posottendorf-Leschwitz). Hier sind einige meiner Vorfahren geboren bzw. lebten dort. Wir schauten uns auf dem Friedhof die Gräber an, in der Hoffnung, noch ein altes Grab meiner Vorfahren zu finden. Wir kamen aber nicht weit, da es plötzlich anfing, wie aus Eimern zu schütten und zusätzlich noch gewitterte. Da ich in der Hinsicht ein richtiger Schisshase bin, brach ich die Aktion ab und flüchtete schnell ins Auto. Ob der liebe Gott etwas dagegen hatte, dass ich alte Grabsteine fotografieren wollte? Wie dem auch sei, wir vertagten das und fuhren erstmal wieder zurück in die Wohnung.
Am nächsten Tag, nach einer erholsamen Nacht, einem kurzen Wannenbad und einem ausgiebigen Frühstück, fuhren wir nach Görlitz in die Innenstadt. Ich wollte das Ratsarchiv aufsuchen, um die Geburten und Heiraten von Weinhübel zu erforschen. Leider waren diese aber nur als Namensregister in einer für Außenstehende nicht einsehbaren Excel-Datei vorhanden. Die gute Frau K. vom Ratsarchiv war aber so nett und schrieb mir alles raus, was mit den Namen Wiesner, Günther und Eichler zu tun hatte. So erfuhr ich auch, dass meine Urgroßeltern Arthur und Rosalie Eichler in Weinhübel geheiratet hatten.
Wir schauten uns dann noch die Innenstadt von Görlitz an, suchten die Häuser Hohestraße 17 und 18, in denen meine Ur-Ur-Großmutter Christiane Linke, geb. Jeschke und Alfred Linke, der Halbbruder meines Urgroßvaters Otto Jeschke, lebten. Leider mussten wir feststellen, dass diese Häuser dem sozialistischen Plattenbau zum Opfer gefallen waren.
Ansonsten gefiel uns die Görlitzer Innenstadt sehr gut. Viele alte Gebäude sind bzw. werden restauriert. Unsere Vermieterin erzählte, dass es in Görlitz eine Stiftung dafür gibt. Ein unbekannter Sponsor stifte jedes Jahr eine halbe Million Euro für die Restaurierungen.
Nach einer Weile fiel mir noch ein, dass eine meiner Großmütter, Martha Bäger, geb. Jeschke, 1909 in Görlitz geboren ist und ich beschloss, gleich noch ins Standesamt zu gehen, um mir die Geburtsurkunde im Original kopieren zu lassen. Dort stand dann auch die Adresse meiner Urgroßeltern Otto und Selma Jeschke drauf – Hospitalstraße 5. Wir haben uns zu Fuß mit Hilfe des Navis (einfach eine tolle Erfindung) auf den Weg dorthin gemacht und das Geburtshaus meiner Großmutter auch schön restauriert vorgefunden.
Görlitz, Hospitalstr. 5
Geburtshaus von Martha Bäger, geb. Jeschke
Am Mittwoch, 29.07. ging es dann endlich nach Polen. Wir waren total verwirrt, als wir über die Neiße-Brücke fuhren und plötzlich – so ganz ohne Grenzkontrolle – in Polen waren. Einfach so, als ob man von einem Bundesland ins nächste fährt. Wir waren vor über 20 Jahren mal in Pommern, was haben wir am Grenzübergang warten müssen. Damals kam man nur mit Reisepass rein.
Dann ging es ca. 25 km weiter nach Pfaffendorf, Kreis Lauban (heute Rudzica). Hier ist mein Vater, Manfred Bäger, 1942 geboren. Meine Urgroßeltern Otto und Selma Jeschke sind so um 1912/13 dorthin gezogen. Wann meine anderen Urgroßeltern Emil und Hulda Bäger dort hinzogen, ist mir nicht bekannt. 1909 ist ihr Sohn, mein Großvater, Alfred Bäger, in Kuschlau Kreis Strehlen geboren. Somit werden sie wahrscheinlich irgendwann nach 1909 nach Pfaffendorf gekommen sein.
Als wir in den Ort kamen, haben wir erst einmal mit dem Ortsplan in der Hand, den ich aus der Pfaffendorfer Chronik hatte, versucht nachzuvollziehen, wo die einzelnen Häuser meiner Vorfahren stehen bzw. gestanden haben könnten. Aus dem ersten Gebäude, welches wir uns anschauten, kam gleich ein alter Mann. Ich glaube, er wollte wissen, was wir wollen. Jetzt merkten wir erstmal, dass wir ein ziemliches Problem hatten – unsere Polnisch-Kenntnisse! Diese beliefen sich nur auf: dzień dobry (Guten Tag), do widzenia (Auf Wiedersehen), dziękuję (Danke schön) und tak (ja). Das waren Wörter, die wir bei unserem ersten Polen-Urlaub vor über 20 Jahren gelernt hatten. Nicht nur, dass wir kein polnisch konnten, der alte Mann konnte ebenso wenig Deutsch. Was die Verständigung nicht gerade einfach machte. Mit Händen und Füßen versuchte ich zu erklären, dass mein Vater hier in diesem Dorf geboren ist. Aber das verstand er nicht. Also holte mein Mann das Wörterbuch aus dem Auto und wir zeigten ihm die Übersetzung zu „Vater“. Der alte Herr zeigte auf seine Augen und verschwand im Haus – aha, dachten wir, er will seine Brille holen, was dann auch tatsächlich der Fall war. Klappt ja doch mit dem Verstehen.
Aber trotz Brille konnte er das wohl nicht lesen. Er zeigte auf seine Ohren und nochmals auf seine Augen und erzählte (was wir natürlich nicht verstanden). Wahrscheinlich wollte er uns damit deutlich machen, dass er schlecht hören und sehen kann. Dann zählte er mit seinen Fingern etwas auf. Wir vermuteten, dass er versucht hat uns zu erklären, dass er seit 70 Jahren hier lebt. Ob wir das wohl richtig interpretiert haben? Wenn ja, wird er als Kind nach Pfaffendorf gekommen oder vielleicht auch hier geboren sein. Eigentlich schade, dass es mit der Verständigung nicht so gut funktioniert hatte, denn der alte Herr war richtig nett.
Weiterhin suchten wir nach markanten Gebäuden und Plätzen, wie z. B. die Kirchen und das Sühnekreuz. Die evangelische Kirche existiert nicht mehr, dafür ist dort wo sie scheinbar früher stand, ein Sportplatz. Das Sühnekreuz ist noch vorhanden.
Wir sind den Feldweg am Sühnekreuz ein Stück hoch gefahren. Dort fanden wir einen Teich vor. Ich meinte zu meinem Mann, dass hier oben auch irgendwo der evangelische Friedhof gewesen sein müsse. Er war anderer Meinung, weil da ja kein Weg war. Das klang so überzeugend, dass ich ihm das glauben musste – ob ich nun wollte oder nicht – schließlich war er ja mal Erkunder bei der Bundeswehr und kann Karten lesen! (behauptet er zumindest).
Und so begaben wir uns wieder nach unten, gingen zum alten katholischen Friedhof an der kath. Kirche und fuhren anschließend einen anderen Weg hoch. Dort entdeckten wir dann den neuen Friedhof. Wir schauten, ob wir noch einige deutsche Namen entdecken. Danach fuhren wir wieder am Sühnekreuz hoch und gingen noch ein Stück weiter. Mein Mann fand dann den alten evangelischen Friedhof in einem Waldstück – jetzt konnte er sich wieder damit brüsten, dass er ja Erkunder bei der Bundeswehr war.
Es war erschreckend. Die Gräber waren total verwildert, auf den Grabsteinen, sofern noch welche vorhanden waren, war nichts mehr zu erkennen. Einige Gräber wurden ausgehoben – ich vermute mal, dass jemand mit einem Metalldetektor beigegangen ist und dort noch irgendwelche Schätze vermutet hat. Anders kann ich mir das nicht erklären.
Ansonsten haben wir festgestellt, dass einige Gebäude am Zerfallen waren, andere hingegen waren mittlerweile renoviert. Ein paar Häuser wurden auch neu gebaut. Wir sind noch den Fiebig hochgefahren und genossen von dort die Aussicht.
An unserem letzten Urlaubstag fuhren wir noch ein zweites Mal nach Pfaffendorf, um für meine 77-jährige Tante, die in Pfaffendorf geboren ist und ihre ersten Kindheitsjahre dort verbracht hat, den Ort zu filmen.
Wir haben insgesamt 4 Filme erstellt. Diese sind bei www.youtube.de eingestellt und zu finden unter:
Fahrt durch Pfaffendorf, Kreis Lauban (heute: Rudzica, Polen) Teil 1/4
Fahrt durch Pfaffendorf, Kreis Lauban (heute: Rudzica, Polen) Teil 2/4
Fahrt durch Pfaffendorf, Kreis Lauban (heute: Rudzica, Polen) Teil 3/4
Fahrt durch Pfaffendorf, Kreis Lauban (heute: Rudzica, Polen) Teil 4/4
Dann war da noch in Pfaffendorf ein Gebäude mit einem Schild „Ceramica“, wo ich unbedingt rein wollte. Es war eine kleine Keramik-Werkstatt mit Verkauf. Der Inhaber sprach uns auf Englisch an, sagte aber auch dazu, dass sein Englisch sehr schlecht wäre, was auch super passte, denn mein Englisch war auch nicht besser, und so funktionierte auch die Verständigung einigermaßen. Seine Frau könne Deutsch, die aber leider nicht da war. Er zeigte uns seine kleine Werkstatt. Sie würden Bunzlauer Keramik in Handarbeit herstellen. Über das Internet habe ich herausgefunden, dass das Unternehmen über seine Frau Anna Czaja-Sobieraj läuft. Eine interessante Seite dazu gibt es hier:
Er selber sei Lehrer. Ich nehme mal an, dass er damit meinte, dass er in seiner Werkstatt Workshops durchführt.
Er erzählte uns auch ein wenig über sich und seine Familie. Seine Mutter lebte eine Zeit lang in Deutschland, seine Schwester in Amerika. Er selber hat in Pfaffendorf dieses Häuschen und das nebenan liegende gekauft. Er habe eine Tochter im Alter von 6 Jahren. Seinen Hund konnten wir auch kennen lernen – er soll 6 Monate alt sein und war schon extrem groß – wie groß wird er erst werden, wenn er ausgewachsen ist?
Wir kauften ein paar Kleinigkeiten – mein Mann war von einer kleinen Milchkuh total begeistert und wollte diese mit einer passenden Tasse dazu unbedingt haben. Zusätzlich bekamen wir noch zwei Becher geschenkt, die Fehlproduktionen waren.
Interessant war es für mich auch, mal in eines der alten Häuser zu gehen. Die Türen sind sehr niedrig. Ich habe mir zur Probe erstmal den Kopf eingeschlagen (hat aber nur ein bisschen wehgetan). Waren die Menschen damals so klein? Über meine Urgroßmutter Selma Jeschke weiß ich, dass sie nur 1,45 m groß war. Diese Information habe ich aus ihrem Personalausweis, der mir vorliegt. Mein Urgroßvater Otto Jeschke soll nicht viel größer gewesen sein.
Wir wollten auch schauen, ob der Badeteich von früher noch vorhanden war, trauten uns aber nicht, da der Weg dorthin scheinbar über das Grundstück eines Bauernhofes ging.
Der ehemalige evangelische Friedhof
Entdeckungen an der katholischen Kirche
Das Pfarrhaus
Ordensschwestern-Niederlassung
Das Sühnekreuz
Dorfteich
Gebäude
Bahnhäuschen Nikolausdorf